Sieben Jahre ist das letzte Interview bereits her – aber Tobi Woggon macht weiterhin das, was er am liebsten macht: Mit dem Bike unterwegs sein und die schönsten Flecken der Erde kennenlernen. Nach einem Abstecher in die Enduro World Series ist Tobi wieder vermehrt ohne Renn-Action in der Welt unterwegs oder erzählt in seinen “Spirit of Traveling”-Vorträgen darüber. Und noch mehr Veränderungen gibt es: Der Globetrotter fährt nun für Ghost Bikes und wendet sich reisetechnisch statt dem sonnigen Süden eher dem rauen Norden zu. Wir haben Tobi interviewt – inklusive Video und Bildern von seinem ersten Schottland-Trip auf seinem neuen Untersatz.

MTB-News.de: Hi Tobi, du gehst so langsam auf die dreißig zu… Zählst du dich denn schon zu den alten Hasen in der Bikeszene?

Tobias Woggon: Manchmal fühlt es sich tatsächlich schon so an, als ob ich schon mein halbes Leben auf dem Rad gesessen habe. Und trotzdem bin ich motivierter denn je, denn ich habe über die Jahre meinen Weg durch die Bikeszene gefunden, fühle mich wohl und freue mich jeden Morgen darauf, aufs Rad zu steigen. Zu den alten Hasen zähle ich mich erst dann, wenn das mit dem Vollbart dann auch endlich klappt, und da sind wohl noch ein paar Jahre hin.

Ab nach Schottland!
# Ab nach Schottland!
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# wwn schottland 2018 005 lowRES
Für Tobis erste Reise auf Ghost ging es in die Highlands
# Für Tobis erste Reise auf Ghost ging es in die Highlands
Volles Gepäck!
# Volles Gepäck!
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# wwn schottland 2018 007 lowRES

Wir erwischen dich gerade auf der Fahrt zu deinem Vortrag nach Ludwigsburg, wo 300 Leute im Publikum auf dich warten. Aufgeregt?

Natürlich, ein bisschen aufgeregt sein gehört einfach immer dazu. Egal ob ich Rennen fahre oder auf der Bühne stehe, am Ende ist es dann immer der Adrenalinkick, der mich dazu bringt, die Sache so gut wie möglich zu machen.

Apropos Rennen, du bist in die Bikeszene eigentlich als Endurofahrer gerutscht, wie kommt es, dass du jetzt auf der Bühne stehst?

Wir sind in den Jahren, in denen ich EWS gefahren bin, an die coolsten Flecken der Erde gekommen und haben wunderschöne Länder bereist. Trotzdem war oft das einzige, was wir gesehen haben, das Skigebiet der Region. Wir haben Strecken auswendig gelernt, doch von Land und Leuten nicht so viel mitbekommen, wie ich es mir gewünscht habe. Das hat mich irgendwann genervt, und so bin ich mehr auf Reisen gegangen, ohne am Ende an der Startlinie zu stehen. Mein Fokus hat sich also von reinem Rennsport hin zum Outdoor-Gedanken entwickelt. Reisen, draußen sein, die Länder richtig kennenlernen, Abenteuer erleben, und das immer mit dem Mountainbike. Ist doch ne gute Mischung … Während der Zeit als Rennfahrer habe ich vor allem Menschen erreicht, die sich intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt haben, nun hat sich die Zielgruppe auch auf Leute erweitert, die mit Mountainbiken nichts am Hut haben, aber trotzdem auf Abenteuer aus sind.

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# wwn schottland 2018 020 lowRES

Und wo findet man bessere Abenteuer als …

… im Norden! Ich bin jahrelang zum Biken immer in den Süden gefahren, wo man auf alle Fälle coole Trails findet. Das weiß aber auch inzwischen jeder, und so ist man auf den Trails dort eigentlich nie alleine. Es ist schön im Süden, keine Frage, und doch ging mir auf Dauer das Abenteuer ein bisschen verloren. Und so zog es mich irgendwann in den Norden, wo ich mit kalten Fingern und nassen Klamotten die Sonne viel mehr zu schätzen gelernt habe.

Du fährst jetzt für Ghost, wie kam der Wechsel?

Ich habe das Gefühl, dass Ghost die gleichen Ziele verfolgt wie ich. Der Gedanke, möglichst nachhaltig mit der Natur umzugehen und gleichzeitig qualitativ hochwertige Bikes zu bauen, sagt mir sehr zu. Gleichzeitig sind die Bikes nicht übertrieben auf Leichtigkeit getunt, sondern haben das Ziel, einfach zu funktionieren. Ich kann mich auf das Rad verlassen, und dies ist Gold wert, wenn ich mitten im Nirgendwo auf einem Trail stehe. Ghost hat ein superjunges Team, das sich auch traut, gemeinsam neue und vielleicht auch mal unkonventionelle Wege zu gehen, und da ich nur eine Stunde bis nach Waldsassen habe, bin ich öfters direkt mit den Menschen dort in Kontakt, was für eine Zusammenarbeit super wichtig ist.

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Du hast seit diesem Jahr auch andere Sponsoren, die nichts mit der Bikeszene zu tun haben. Was steckt dahinter?

Mountainbiken oder Radfahren kann man überall, zu jeder Zeit, bei jedem Wetter. Einfach vor die Haustür und los. Fast jeder in Deutschland hat ein Fahrrad und ich möchte auch dort den Sport, den ich liebe, verbreiten, wo die Mountainbikeszene bisher noch keinen Zugang hatte. Mit Partnern wie Globetrotter und Land Rover sprechen wir auch Leute an, die Mountainbiken nicht als ihren Hauptsport sehen, aber von den Bildern trotzdem begeistert und zum Träumen angeregt werden.

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Was sind denn deine nächsten Träume und Ziele?

Dieses Jahr geht es in die Produktion für den zweiten Teil von „The Spirit of Traveling“, und dafür haben wir uns einige spannende (und kalte) Destinationen ausgesucht. Eins ist sicher, ich werde immer öfter in immer kleineren Zelten schlafen, viel draußen sein und mir hoffentlich nicht den A**** abfrieren ;-)

Das hoffen wir auch. Vielen Dank für deine Zeit und alles Beste für die Zukunft!

Danke auch!

Mehr über Tobi Woggon, die Reisen und seine Vorträge: https://thespiritoftraveling.de

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Foto & Video: Philip Ruopp




Über den Autor

Hannes

Johannes Herden, 1986 geboren, ist das Nordlicht des Teams und wohnt am obersten Rand von NRW nahe des Teutoburger Waldes. Studierter Sportwissenschaftler und bei MTB-News als Redaktionsleiter tätig - außerdem kümmert er sich um Tests, Interviews, News und Fotos jeglicher Art. Mountainbike-technisch am liebsten auf flowigen bis technischen Trails unterwegs, aber auch Dirtbike, Downhillrad und Rennrad werden rege genutzt. Website: johannesherden.de

Die neuesten Kommentare
  1. benutzerbild

    fone

    dabei seit 09/2003

    LB Jörg
    Naja, nachdem mich das Hochglanzwerbevideo eher an die die Fordwerbung mit den zwei Joggern erinnert hat, hab ich das Interview garnicht mehr gelesen.
    Unabhängig vom Schreiber und was er "wirklich" macht, auch wenn mich das Thema eigentlich interessiert hätte.

    G.:)
    Ich hab auch beim 2. Bild gedacht: Achso, das ist ne Landrover-Werbung. Find ich aber auch nicht weiter schlimm.
    Gabs doch schon oft, dass bekannte oder zumindest gesponsorte MTB-Fahrer (Woggon sagt mir persönlich nichts :ka:), Werbe-Clips für Automarken gedreht haben.

    Paar nette Bilder angucken, Bock drauf kriegen wieder mal nach Schottland zu fahren. Alles gut. :daumen:

    Wie man seine Ausrüstung wählt wenn man selbst loszieht, weiß man bzw. entscheidet man eh selbst.
  2. benutzerbild

    Anzeige

  3. benutzerbild

    Sethimus

    dabei seit 06/2003

    slash-sash
    Krass, an was sich das Forum so alles reiben und hochziehen kann.
    Das Video ist doch nur ein Zusammenschnitt seines Vortrags, um das Interview aufzupäppeln.
    Das böse IBC, welches sich scheinbar mal wieder wegen irgendeiner herbeigezogenen Argumentation lächerlich macht, dann nen Typ, der auch noch gesponsert wird. Eine Schande aber auch, dass es solche Leute gibt. Und dann müssen die ihre Dachen auch noch im Video präsentieren. Junge, was für ein Abschaum der Fahrer; rein käuflich.
    Ich war auf seinem 2-stündigen Vortrag. Und der hörte/fühlte/sah überhaupt nicht nach Effekthascherei, Werbevideo oder dergleichen aus.
    Ich fand ihn super, authentisch, ehrlich und sympathisch.
    Allerdings bin ich auch alt genug, über Werbegeschichten hinwegzusehen oder zu schmunzeln, um mir die Sachen für mich raus zu ziehen, die ich für mich persönlich gut finde.
    Dann kann da ruhig der falsche Wagen durchs Bild fahren.
    Wenn’s nach mir ginge, würde man immer nen T2 im Video haben.
    Vielleicht schaffe ich es ja mal nen Video zu drehen. Bin aber nicht gesponsert, mein T2 hatte außen auch noch kein Plastik und der Innenraum ist von mir neu bezogen.
    Mal schauen, was dann für Motz-Argumente auf den Tisch kommen.

    Schönen Abend




    Sascha
    mein beitrag war eher kritik ala "welcher biker nimmt ernsthaft ein 4,5kg zelt mit", aus bikepacking gesichtspunkten zumindest unschlau...
  4. benutzerbild

    slash-sash

    dabei seit 04/2006

    Kein Thema. Mag berechtigt sein. Kann ich nichts zu sagen, weil ich es noch nie gemacht habe und auch nicht machen werde.
    Ging auch gar nicht um dich, sondern um den allgemeinen „Mecker-Tenor“ mittlerweile hier im Forum.
    Eigentlich schade, denn hier steckt geballtes Wissen drin.




    Sascha
  5. benutzerbild

    jansibar

    dabei seit 04/2007

    ---
    Klugscheisser.
    Was soll das? Du magst anderer Meinung sein als @slash-sash, aber das ist kein Grund hier völlig unmotiviert ausfallend zu werden. Das Forum lebt von freiwilligen Beiträgen, und die wiederum von einem halbwegs anständigen Umgang miteinander.
  6. benutzerbild

    ufp

    dabei seit 12/2003

    slash-sash
    Krass, an was sich das Forum so alles reiben und hochziehen kann.
    Das Video ist doch nur ein Zusammenschnitt seines Vortrags, um das Interview aufzupäppeln.
    Ich glaube es ist allen klar, dass es sich um ein Werbevideo handelt.
    Private Videos sehen in der Regel anders aus.
    Aber, warum auch nicht.

    Trotzdem ist es legitim, gewisse Sachen bzw Aktivitäten zu hinterfragen.
    Es gibt eben Handlungen und Verhaltensweisen, die man heutzutage eventuell nicht mehr macht oder machen sollte.

    Das böse IBC, welches sich scheinbar mal wieder wegen irgendeiner herbeigezogenen Argumentation lächerlich macht,
    Wenn man Natur, Natur pur, unberührte Natur etc "preist" und dann aber das ganze mit einem Auto verziert, welches sicher nicht zu den umweltfreundlichsten zählt, dann kann man das ruhig ansprechen.

    Klar, zum Abenteuer im Freien, auf Neudeutsch Outdoor(ing) Adventure, paßt "natürlich" auch ein entsprechendes Auto, womit man überall hinkommt, dem sich nichts in den Weg stellt und womit man die "absolute" Freiheit genießen kann. Ob man auf den gezeigten Weg(en) unbedingt einen (pseudo) Geländewagen bedurfte, darf bezweifelt werden. Ok, der wird das Kraut auch nicht gerade fett machen. Näme man ein Elektroauto, würden andere wieder wegen der Energiegewinnung, der Akkuentsorgung(sproblematik) etwas schreiben usw usf.

    Und wenn dann auch noch fahrweisen hinzu kommen, die gegen gewisse Trail"regeln" verstoßen (blockierendes Hinterrad), welche auch noch als Argumentationsgrundlage für Trailsperrungen herangezogen werden sowie das suggerierte, kommt hier her in den Norden, wo die Welt noch in Ordnung ist und vor allem keine Horden an Wanderern oder Mountainbiker zu finden sind, und dadurch eventuell noch mehr angezogen werden, dann kann man auch das ruhig erwähnen und diskutieren.

    Manches ist übertrieben, manche machen es nur, um zu provozieren, aber manche auch, um anzuregen oder darüber nachzudenken, zu hinterfragen. Auf der anderen Seite könnte man natürlich einwenden, man müsse ja nicht alles politisch korrekt machen.

    Siehe auch die Diskussion zu outlaw-diaries-wild-wild-east

    slash-sash
    In Deutsch müsste man mal Begründungen schreiben. Kann aber auch sein, dass das bei dir in der Schule noch kommt. Weiß ich ja nicht.
    slash-sash
    Kein Thema. Mag berechtigt sein. Kann ich nichts zu sagen
    Nichts zu :confused:?
    In Deutsch müsste man wohl dazu schreiben...;)

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