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Schick, schwarz und wie aus einem Guss wirkt die RockShox Lyrik RCT3 für 2018
Schick, schwarz und wie aus einem Guss wirkt die RockShox Lyrik RCT3 für 2018 - wie schlägt sich der 1.145 € teure Platzhirsch mit 160 mm Federweg auf dem Trail? Wir haben es getestet!
Rot für Zugstufe
Rot für Zugstufe - An den Einstellknöpfen wird weniger Farbe verwendet. Am roten Einsteller erkennt man trotzdem noch, dass hier die Zugstufe angepasst werden kann.
Blau für Druckstufe
Blau für Druckstufe - Neu ist auch der Kopf der Dämpfung. Auch hier kommt weniger Farbe zum Einsatz, der blaue Ring signalisiert hier: Druckstufendämpfung.
Neu gestaltet wurde auch die Aircap und der darunter liegende Verschluss der Luftkammer.
Neu gestaltet wurde auch die Aircap und der darunter liegende Verschluss der Luftkammer. - Die versenkte Verzahnung fürs Kassettentool ermöglicht eine schlichtere und flachere Bauweise.
Auf dem linken Tauchrohr ist ein Aufkleber mit Luftdruckempfehlungen angebracht. Für eMTBs empfiehlt RockShox grundsätzlich 10 psi mehr zu fahren.
Auf dem linken Tauchrohr ist ein Aufkleber mit Luftdruckempfehlungen angebracht. Für eMTBs empfiehlt RockShox grundsätzlich 10 psi mehr zu fahren.
Auf der Luftkammerseite ist das Innenleben auf ein paar wenige Bauteile reduziert.
Auf der Luftkammerseite ist das Innenleben auf ein paar wenige Bauteile reduziert. - Dadurch ist man allerdings auch gezwungen den Airshaft zu tauschen, wenn man die Gabel im Federweg reduzieren will.
Charger 2: Alles neu? Nein, aber die Charger Kartusche wurde überarbeitet, leichter und die Lowspeed-Dämpfung hat einen breiteren Einstellbereich bekommen.
Charger 2: Alles neu? Nein, aber die Charger Kartusche wurde überarbeitet, leichter und die Lowspeed-Dämpfung hat einen breiteren Einstellbereich bekommen.
Hinter dem Bladder sitzt der Druckstufenkolben: Ein Shimstack übernimmt die Highspeed-Dämpfung, ein Nadelventil sorgt für geregelten Ölfluss bei geringen Schaftgeschwindigkeiten.
Hinter dem Bladder sitzt der Druckstufenkolben: Ein Shimstack übernimmt die Highspeed-Dämpfung, ein Nadelventil sorgt für geregelten Ölfluss bei geringen Schaftgeschwindigkeiten.
Praktisch: Fast jeder dürfte ein Kassettentool sein Eigen nennen
Praktisch: Fast jeder dürfte ein Kassettentool sein Eigen nennen - Der Einsatz dieses Werkzeugs erhöht die Anzahl der Krafteinleitungs-Punkte und verteilt so die Kraft besser.
Wenn man doch abrutschen sollte, verstecken sich die Abnutzungsspuren hinter der Aircap
Wenn man doch abrutschen sollte, verstecken sich die Abnutzungsspuren hinter der Aircap - Achtung: RockShox verwendet außerdem im neuen Modelljahr ein feineres Gewinde, die Topcap ist also nicht rückwärts kompatibel.
Mit ihrem sensiblen und satten Fahrgefühl kann die RockShox Lyrik RCT3 Sicherheit vermitteln und zu Mutproben verleiten
Mit ihrem sensiblen und satten Fahrgefühl kann die RockShox Lyrik RCT3 Sicherheit vermitteln und zu Mutproben verleiten - Lange Tage im Sattel sind mit der Lyrik angenehm, wenn man sie nicht gerade im Race-Setup fährt. Ein angenehmer Flex und die Federperformance schonen die Kraftreserven.
Steile Zwischenstücke, an denen man nicht schnell in den Pedal-Modus wechseln kann, sind nicht die Paradedisziplin der Lyrik...
Steile Zwischenstücke, an denen man nicht schnell in den Pedal-Modus wechseln kann, sind nicht die Paradedisziplin der Lyrik...
...die Dämpfung reicht nicht aus, um ein Absacken der Gabel zu vermeiden. Wer mit einem Setup ein breites Einsatzspektrum abdecken will, sollte hier zu Volumenspacern greifen.
...die Dämpfung reicht nicht aus, um ein Absacken der Gabel zu vermeiden. Wer mit einem Setup ein breites Einsatzspektrum abdecken will, sollte hier zu Volumenspacern greifen.
Tokenanzahl für RockShox Federgabeln
Tokenanzahl für RockShox Federgabeln
Aktive Fahrer müssen an die Innereien:
Aktive Fahrer müssen an die Innereien: - Bis zu vier von fünf Volumenspacer haben wir montiert, um für grobes und steiles Gelände ein sicheres Fahrgefühl zu erzielen.

RockShox Lyrik RCT3 im Test: RockShox hat für 2018 nicht nur äußerliche Updates an der Lyrik vorgestellt, auch eine überarbeitete Version der beliebten Charger-Dämpfung steckt jetzt in der glänzenden Federgabel. Wie schlägt sich der amerikanische Platzhirsch gegen die Konkurrenz? Und wie stark unterscheidet sich die Lyrik zum Vorgänger?

Steckbrief: RockShox Lyrik RCT3

Die RockShox Lyrik und ihr kleiner Bruder Pike überschneiden sich etwas – die Lyrik ist dabei jedoch auf den härteren Einsatz ausgelegt. Vor allem im Enduro-Bereich soll sie den perfekten Spagat zwischen Uphill und Downhill schaffen. Neu ist für 2018 unter anderem eine überarbeitete Version der beliebten Charger-Dämpfung, die im Inneren der pechschwarzen Federgabel arbeitet. Wir haben die 1.145 € teure 29″-Ausführung der RockShox Lyrik RCT3 mit 160 mm Federweg getestet.

Preis: 1.145 € (UVP) | Bikemarkt: RockShox Lyrik RCT3 kaufen

Schick, schwarz und wie aus einem Guss wirkt die RockShox Lyrik RCT3 für 2018
# Schick, schwarz und wie aus einem Guss wirkt die RockShox Lyrik RCT3 für 2018 - wie schlägt sich der 1.145 € teure Platzhirsch mit 160 mm Federweg auf dem Trail? Wir haben es getestet!
Diashow: RockShox Lyrik RCT3 im Test - Pechschwarzer Platzhirsch
...die Dämpfung reicht nicht aus, um ein Absacken der Gabel zu vermeiden. Wer mit einem Setup ein breites Einsatzspektrum abdecken will, sollte hier zu Volumenspacern greifen.
Neu gestaltet wurde auch die Aircap und der darunter liegende Verschluss der Luftkammer.
Hinter dem Bladder sitzt der Druckstufenkolben: Ein Shimstack übernimmt die Highspeed-Dämpfung, ein Nadelventil sorgt für geregelten Ölfluss bei geringen Schaftgeschwindigkeiten.
Rot für Zugstufe
Mit ihrem sensiblen und satten Fahrgefühl kann die RockShox Lyrik RCT3 Sicherheit vermitteln und zu Mutproben verleiten
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Im Detail

Klassisch in Schwarz gehalten erscheint die RockShox Lyrik auch für 2018. Äußerlich hat sich an der Gabel wenig geändert, das Gesamtbild wirkt aber noch etwas runder. Nachdem die Gabelaufkleber zuletzt nur in schwarz-weiß gehalten wurden, wagt man sich bei RockShox nun wieder an Graustufen. Etwas schlichter fällt der Kopf der Dämpfungseinheit aus. Ein kleiner blauer Ring verdeutlicht aber, worum es hier geht: die Druckstufen-Dämpfung. Etwas gewachsen ist der Verstellhebel für die Lowspeed-Druckstufe. Die neue Form bietet mehr Halt beim Drehen. Am ehemals rot eloxierten Zugstufen-Versteller ist – ähnlich wie am Druckstufen-Knopf – etwas Farbe verloren gegangen. Dieser ist jetzt schwarz, wiederum aber durch einen roten Ring deutlich in seiner Funktion gekennzeichnet.

Rot für Zugstufe
# Rot für Zugstufe - An den Einstellknöpfen wird weniger Farbe verwendet. Am roten Einsteller erkennt man trotzdem noch, dass hier die Zugstufe angepasst werden kann.
Blau für Druckstufe
# Blau für Druckstufe - Neu ist auch der Kopf der Dämpfung. Auch hier kommt weniger Farbe zum Einsatz, der blaue Ring signalisiert hier: Druckstufendämpfung.

Technik

  • Material Schaft: Aluminium
  • Material Standrohre: Aluminium
  • Material Casting: Magnesium
  • Schaftdurchmesser: Tapered 1 1/8″ – 1,5″
  • Bremsaufnahme: Disc only, PM 7″
  • Federweg: 160 mm
  • Standrohrdurchmesser: 35 mm
  • Laufradgröße: 29″
  • Reifenfreiheit: 2,8″
  • Schutzblech: Nein

Die technischen Daten aller Federgabeln in unserem 29″ Enduro-Federgabel-Vergleichstest findet ihr in dieser Tabelle zum Ausklappen:

 DVO Diamond 29Formula SelvaFox 36 HSC/LSCMRP RibbonRockShox Lyrik RCT3Öhlins RXF36
Federweg130 – 160 mm120 – 160 mm140 – 160 mm120 – 160 mm150 – 180 mm120 – 170 mm
Verfügbare Laufradgrößen27,5"
27,5+ / 29"
27,5"
27,5+ / 29"
26"
27,5"
29"
27,5"
27,5+
29"
27,5"
27,5+ / 29"
27,5"
29"
27,5+ / 29"
Lowspeed DruckstufeExtern, 6 KlicksExtern, 15 KlicksExtern, 26 KlicksExtern, 8 KlicksExtern, 20 KlicksExtern, 24 Klicks
Highspeed DruckstufeExtern, 30 KlicksInternExtern, 22 KlicksInternInternExtern, 5 Klicks
Lowspeed ZugstufeExtern, 20 KlicksExtern, 15 KlicksExtern, 10 KlicksExtern, 16 KlicksExtern, 20 KlicksExtern, 24 Klicks
Highspeed ZugstufeInternInternInternInternInternIntern
Volumen-
veränderung
Intern, ÖlvolumenIntern, ÖlvolumenIntern, Volumen-SpacerExtern, MRP Ramp Control, 16 KlicksIntern, Volumen-SpacerExtern, Ramp-Up-Chamber
Weiteres TuningDruckstufen-Kolben kann umgedreht werden von Cosmic Sports7 verschiedene CTSShimstack anpassbar auf Kunden-Bedürfnisse durch Fox Deutschland
Einbauhöhe27,5": 572 mm (170 FW)
29": 565 mm (160 FW)
27,5": 570 mm (180 FW)
29": 565 mm (160 FW)
27,5": 549 mm (170 FW)
29": 567 mm (160 FW)
27,5": 562 mm (170 FW)
29": 572 mm (160 FW)
27,5": 552 mm (160 FW)
29": 572 mm (160 FW)
27,5": 553 mm (170 FW)
29": 568,5 mm (160 FW)
SchaftTapered 1 1/8"-1,5"Tapered 1 1/8"-1,5"Tapered 1 1/8"-1,5"Tapered 1 1/8"-1,5"Tapered 1 1/8"-1,5"Tapered 1 1/8"-1,5"; integrierter Konus
Standrohr-
durchmesser
35 mm35 mm36 mm35 mm35 mm36 mm
AchseQR 15 mm AchseQR 15 mm AchseQR 15 mm AchseQR 15 mm Achse15 mm Schraubachse ohne KlemmungQR 15 mm Achse
Offset51 mm51 mm51 mm, 44 mm51 mm (46 mm auf Anfrage) 51 mm51 mm
Einbaubreite110 mm110 mm110 mm110 mm110 mm110 mm
Reifenfreiheit3" 2,6"2,5"2,6"2,8"
Farbenschwarz, grün, braunschwarz, weiss, violettschwarz, orange (Sonder-Edition)schwarz, 9 Decal-Farben wählbarmattschwarz, schwarz glänzend, weissschwarz
Gewicht (nachgewogen)2.231 g2.106 g2.041 g1.947 g2.080 g2.092 g
Preis (getestete Version)999 €
1190 €1.399 €1.049 €1.145 €1.218,56 €
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Keine Kompromisse gibt es beim Aufbau der RockShox Lyrik RCT3. Dem Federweg und dem Einsatzbereich entsprechend sitzt am Casting eine PM 7″-Bremsaufnahme, die eine Montage von 180 mm-Bremsscheiben ohne Adapter zulässt. Auf die Montagemöglichkeit eines Schutzblechs verzichtet RockShox an der lyrik – hier muss man mit einer der anderen am Markt verfügbaren Lösungen auskommen. In die Gabelkrone sind 35 mm Standrohre und der getaperte Schaft verpresst, einen Konus muss man zusätzlich aufschlagen. An der Achse gibt es an der von uns getesteten RCT3-Ausführung eine Änderung: Hat man bei RockShox ab Werk zuvor noch auf eine Stealth-Achse ohne Schnellspanner gesetzt, kommt am Modelljahr 2018 wieder eine MaxleSteckachse mit Schnellspanner zum Einsatz.

Federung & Dämpfung

Federung

Die Luftfeder der Lyrik hat RockShox weiter verbessert – mehr geht immer. Beziehungsweise in diesem Fall: weniger. Weniger Losbrechkraft und dadurch ein besseres Ansprechverhalten soll durch die Verwendung der DebonAir-Luftkammer erreicht werden. Diese ersetzt die SoloAir-Luftkammer ab dem Modelljahr 2018. Wie von den Dämpfern bekannt soll durch eine größere Negativ-Luftkammer die Federkennlinie im Anfangsbereich linearer gestaltet werden, um ein feineres Ansprechverhalten zu erzielen. Dabei gelingt der Ausgleich zwischen den beiden Luftkammern automatisch und erfordert kein Befüllen einer zweiten Luftkammer.

Neu gestaltet wurde auch die Aircap und der darunter liegende Verschluss der Luftkammer.
# Neu gestaltet wurde auch die Aircap und der darunter liegende Verschluss der Luftkammer. - Die versenkte Verzahnung fürs Kassettentool ermöglicht eine schlichtere und flachere Bauweise.
Auf dem linken Tauchrohr ist ein Aufkleber mit Luftdruckempfehlungen angebracht. Für eMTBs empfiehlt RockShox grundsätzlich 10 psi mehr zu fahren.
# Auf dem linken Tauchrohr ist ein Aufkleber mit Luftdruckempfehlungen angebracht. Für eMTBs empfiehlt RockShox grundsätzlich 10 psi mehr zu fahren.

Mit der Neuauflage der Pike für das Modelljahr 2014 wurde das Modell der Progressions-Steigerung durch den Einsatz von Volumenspacern – sogenannten Tokens – salonfähig. RockShox bleibt dem einfach bedienbaren System treu und setzt weiterhin auf die statische Verkleinerung der Luftkammer. Dieses System wirkt sich auf die gesamte Federkennlinie aus und ist nicht geschwindigkeitsabhängig. Über die ersten ca. 60 % des Federwegs soll der Einsatz von Tokens aber vernachlässigbar sein. Durch Entnahme oder Montage der grauen Volumenspacer wird die Luftkammer vergrößert oder verkleinert. Dadurch sinkt (größere Luftkammer) bzw. steigt (kleinere Luftkammer) die Endprogression und damit der Durchschlagschutz.

Um RockShox-Gabeln im Federweg zu reduzieren oder zu erweitern, benötigt man einen neuen Air-Schaft. RockShox bietet für verschiedene Federwege und Laufradgrößen diverse Luft-Schäfte an, die man auf der Luftfederseite ersetzen muss. Dazu ist es notwendig die Gabel zu öffnen – es reicht allerdings das Casting abzuziehen. Der Prozess der Montage und Demontage ist im Service-Manual detailliert beschrieben.

Auf der Luftkammerseite ist das Innenleben auf ein paar wenige Bauteile reduziert.
# Auf der Luftkammerseite ist das Innenleben auf ein paar wenige Bauteile reduziert. - Dadurch ist man allerdings auch gezwungen den Airshaft zu tauschen, wenn man die Gabel im Federweg reduzieren will.

Dämpfung

Seit der Neuauflage der Pike wurden nicht nur Tokens zum geflügelten Wort – auch Bladder und Charger sind seither keine Unbekannten mehr. “Charger” hat RockShox die neue Dämpfung, die mit einem Bladder, also einem Gummibalg funktioniert, getauft. Bei der Charger und der vor gut einem Jahr vorgestellten Charger 2-Dämpfung handelt es sich um ein geschlossenes System. Da ein Schaft beim Einfedern aber Öl verdrängt muss irgendwo Platz geschaffen werden, um dieses Volumen aufzunehmen. Bereits vielseitig verwendet wurde zu dieser Zeit ein IFP – ein Trennkolben, der per mechanischer oder Gasfeder vorgespannt war und sich mit dem größer werdenden Ölvolumen verschieben konnte. Das Problem aus Sicht von RockShox: Ein IFP muss dicht halten – und Dichtungen erhöhen wiederum die Reibung. Hier bietet der Gummibalg der Charger-Dämpfung den entscheidenden Vorteil: Er dehnt sich, ohne Reibung zu erzeugen und verringert dadurch das Losbrechkraft.

Charger 2: Alles neu? Nein, aber die Charger Kartusche wurde überarbeitet, leichter und die Lowspeed-Dämpfung hat einen breiteren Einstellbereich bekommen.
# Charger 2: Alles neu? Nein, aber die Charger Kartusche wurde überarbeitet, leichter und die Lowspeed-Dämpfung hat einen breiteren Einstellbereich bekommen.
Hinter dem Bladder sitzt der Druckstufenkolben: Ein Shimstack übernimmt die Highspeed-Dämpfung, ein Nadelventil sorgt für geregelten Ölfluss bei geringen Schaftgeschwindigkeiten.
# Hinter dem Bladder sitzt der Druckstufenkolben: Ein Shimstack übernimmt die Highspeed-Dämpfung, ein Nadelventil sorgt für geregelten Ölfluss bei geringen Schaftgeschwindigkeiten.

Neben dieser Schlüsselfunktion der Charger 2-Dämpfung ist die RCT3-Dämpfung der RockShox Lyrik noch in drei Parametern von außen anpassbar. Auf der Unterseite der Gabel sitzt wie gewohnt die Zustufen-Verstellung. Der Fahrer kann hier durch Drehen ein Nadelventil ansteuern und so die Lowspeed-Zugstufe der Dämpfung beeinflussen – bei der Neuauflage der Charger-Dämpfung nun in einem größeren Verstellbereich, um hier ein größeres Spektrum an Fahrergewichten und Fahrstilen abzudecken.

Gleiches gilt für den Verstellhebel für die Lowspeed-Druckstufe, der auf der Oberseite der Gabel sitzt. Auch hier beeinflusst man die Größe eines Nadelventils  – je mehr Dämpfung, desto weiter wird die Nadelspitze in die vorgesehene Öffnung geschoben. So wird der Ölfluss reduziert, da nur noch weniger Öl die Engstelle passieren kann. Als dritte externe Verstellmöglichkeit wird ein dreistufiger Hebel für die Dämpfung verwendet, der auch auf der Oberseite der Gabel sitzt. Ähnlich wie bei der Lowspeed-Druckstufe wird hier der Ölfluss beim Einfedern gebremst, wenn man den Hebel umlegt. Da die Schritte aber sehr viel größer sind als an der LSC-Einstellung, bietet diese Einstellung eine stärkere Plattform-Dämpfung für flache Trails oder den Uphill.

Auch eine Highspeed-Dämpfung wird in der Charger 2-Kartusche verwendet, diese ist jedoch aktuell nur bei der Charger-Dämpfungseinheit der Downhill-Gabel Boxxer offiziell intern anpassbar. Für die anderen Charger-Dämpfungen wird keine Tuning-Anleitung für den Shimstack angegeben – möglich ist dies nur über externe Anbieter. Auf dem jeweiligen Schaft sitzen Zugstufen- bzw. Druckstufen-Kolben. Hier wird in beiden Fällen ein Shimstack verwendet, der sich öffnen kann, wenn die Kräfte zu stark werden und nicht mehr genug Öl durch die Lowspeed-Dämpfung fließen kann.

Montage & Bedienbarkeit

Dass man bei RockShox viel von Nutzerfreundlichkeit versteht, haben die Amerikaner in den letzten Jahren bereits mit Pike und Lyrik bewiesen. So überrascht es nicht, wie unproblematisch der Einbau der Lyrik RCT3 gelingt. Schnell ist die Gabel im Rahmen montiert, auch die Montage der Bremse und der Leitung geht unkompliziert von der Hand. Einzig beim Einbau des Laufrads ist zielen Angesagt: SRAM und RockShox haben an den eigenen Naben und Federgabeln das Torque Cap-System eingeführt, welches größere Auflageflächen zwischen Gabel-Ausfallende und Nabe bieten soll. Das bedeutet konkret, dass die abgesetzte Einfädelhilfe an der Lyrik auf den größeren Durchmesser der Torque Cap-Naben optimiert ist. Montiert man Laufräder ohne diese speziellen Endkappen, kann man sich also nicht ganz auf die Einfädelhilfe verlassen. Stattdessen muss man genau zielen, um mit der Steckachse die Achse der Nabe zu treffen.

Weiter geht es mit dem Basis-Setup, das durch eine Tabelle auf der Rückseite der Gabel erleichtert wird. RockShox schlägt für verschiedene Fahrergewichte spezielle Drücke vor und gibt zusätzlich den Maximaldruck an. Auch das weitere Setup gelingt dank der definiert klickenden Knöpfe und der leichten Erreichbarkeit selbiger sehr schnell. Hier muss man aber wissen was man tut: Auf der Website finden sich keine Setup-Tipps für Druck- und Zugstufen. Auch der Hinweis: “For tuning or videos, check rockshox.com/app” führt ins Leere bzw. auf einen Hinweis: Hier wird an einer digitalen Hilfestellung gearbeitet.

Praktisch: Fast jeder dürfte ein Kassettentool sein Eigen nennen
# Praktisch: Fast jeder dürfte ein Kassettentool sein Eigen nennen - Der Einsatz dieses Werkzeugs erhöht die Anzahl der Krafteinleitungs-Punkte und verteilt so die Kraft besser.
Wenn man doch abrutschen sollte, verstecken sich die Abnutzungsspuren hinter der Aircap
# Wenn man doch abrutschen sollte, verstecken sich die Abnutzungsspuren hinter der Aircap - Achtung: RockShox verwendet außerdem im neuen Modelljahr ein feineres Gewinde, die Topcap ist also nicht rückwärts kompatibel.

Steigt man tiefer in die Abstimmung der Gabel ein und möchte auch das Volumenspacer-Tuning nutzen, muss man zunächst die Luft ablassen. Durch die Verwendung eines Kassettentools zum Entfernen der Topcap kann die Verzahnung für das Werkzeug jetzt versenkt werden. Hat man die Kappe gelöst, können darunter die Volumenspacer entnommen oder angebracht werden. Dazu muss man sie einfach anschrauben bzw. abschrauben. Entweder mit der Hand oder – wenn die Finger etwas schwach sind – auch mithilfe eines Sechser-Sechskantschlüssel. Vorsicht gilt es bei der Montage der Kappe walten zu lassen: Das feinere Gewinde erlaubt wenig Fehler. Am besten erst von Hand andrehen und sicherstellen, dass die Kappe gerade aufsitzt, bevor man mit der Ratsche ansetzt.

Auf dem Trail

Auf den ersten Metern mit der RockShox Lyrik RCT3 stellt sich fast schon ein heimeliges Gefühl ein. Wir sind alle Modelljahre gefahren – und auch wenn die 2018er-Ausführung weder von innen noch von außen noch viel mit der ersten Auflage gemein hat, erweckt ein Produkt, welches so lange am Markt ist und immer wieder feine Verbesserungen erfahren hat, durchaus Vertrauen.

Wippen auf dem Weg nach oben stellt sich nur ein, wenn man Zug- und Druckstufe sehr weit offen fährt und einen unrunden Tritt mitbringt. Mit unseren Einstellungen liegen wir in der Regel etwas weiter auf der dämpfenden Seite und so war Ruhe an der Front. Den Hebel für den Lockout mussten wir so eigentlich nie einsetzen. Vom Ansprechverhalten liegt die Lyrik auf einem sehr guten Level. Dabei hilft sicher auch die neue vergrößerte DebonAir-Luftkammer. Wurzeln und Steine werden damit angenehm entgratet und man muss sich wenig Gedanken über die Gabel machen.

Im Testfeld reiht sich die RockShox Lyrik RCT3 2018 mit 2.080 g im Mittelfeld ein, wenn es um das Gewicht geht. Positiv fällt die Reifenfreiheit auf: Selbst auf breiten Felgen ist mit 2,5″ breiten Reifen noch genügend Platz für klebrige Erde – auch mit Mudguard.

Bei einem Blindtest in moderatem Gelände würden vermutlich die meisten Schwierigkeiten haben, eine Lyrik von einer Pike zu unterscheiden: Beide verrichten einen sehr unaufgeregten Job. Wie auch im Uphill lässt sich hinsichtlich des Ansprechverhaltens der Lyrik RCT3 nur Gutes berichten, wenn der Trail bergab zeigt.

Ein Dämpfungszugewinn von Charger zu Charger 2 ist spürbar, wobei die Lyrik insgesamt trotzdem noch auf der softeren Seite des Spektrums liegt. Naturtrails mit unruhigem Untergrund saugt die Gabel so auf und kann durch wenig Kraftaufwand überzeugen. Im direkten Vergleich nutzt sie dafür etwas mehr Federweg. Um genügend Reserven übrig zu haben, öffnen wir die Zugstufen-Dämpfung etwas. So erholt sich die Gabel schneller von Schlägen.

Spannend wird es, wenn man in gröberes Gelände abbiegt und der RockShox Lyrik RCT3 mehr Arbeit bereitet. Hier wird der Unterschied zur Pike vor allem im Handling spürbar. Dickere Wandstärken an den Standrohren und etwas mehr Volumen und Material vor allem an der Brücke der Tauchrohreinheit spielen angenehm zusammen. Jeder Input vom Fahrer, und sei er noch so abrupt, wird sauber übertragen, ohne dabei mit zu viel Steifigkeit die Hände des Fahrers zu quälen. Im mittleren “Pedal”-Modus der Charger 2-Dämpfung nutzt die RockShox Lyrik 2018 ihren Federweg effizienter, wird aber auch etwas unsensibler. Geht es in den Bikepark oder auf bekannte Trails, die in ihrem Charakter eher flowig und glatt sind, sollte man auf jeden Fall mit dem Pedal-Modus experimentieren – vor allem für den aktiven Fahrer ergibt sich hier die Möglichkeit, im Handumdrehen von einem satten und verzeihenden auf ein spritzig-straffes Fahrwerk zu wechseln.

Mit ihrem sensiblen und satten Fahrgefühl kann die RockShox Lyrik RCT3 Sicherheit vermitteln und zu Mutproben verleiten
# Mit ihrem sensiblen und satten Fahrgefühl kann die RockShox Lyrik RCT3 Sicherheit vermitteln und zu Mutproben verleiten - Lange Tage im Sattel sind mit der Lyrik angenehm, wenn man sie nicht gerade im Race-Setup fährt. Ein angenehmer Flex und die Federperformance schonen die Kraftreserven.

Wie beschrieben nutzt die Lyrik im offenen Modus ihren Federweg etwas großzügiger aus. Schwere Fahrer mit rabiater Fahrweise und einer Vorliebe für steiles Gelände können hier ans Limit der Dämpfung kommen. Für diesen Fall bietet RockShox das Luftkammervolumen-Tuning via Tokens an. Setzt man mehr Tokens ein, wird vor allem die Endprogression erhöht. Diese Anpassung der Progression hilft, bei gleichem Luftdruck in Anliegern und bei harten Ladungen die Reserven größer zu halten. Optional kann man sich auch mit etwas mehr Luftdruck behelfen – mehr dazu im Abschnitt Tuning.

Beide Möglichkeiten haben sich im Verlauf unseres Tests auf schnelleren, härteren und vor allem längeren Abfahrten als nicht unbedingt ideal herausgestellt, was den Kraftaufwand beim Fahrer anging. Es gilt eine sehr genaue Balance zwischen der Lowspeed-Dämpfung, der Federhärte, der Progression und der Zugstufengeschwindigkeit zu finden, um hier Hände schonend unterwegs zu sein, ohne dabei zu viel Federweg freizugeben. Vor allem die schnellen Tester wünschten sich hier mehr Dämpfung und eine Möglichkeit wie bei der Boxxer, die Grundabstimmung härter gestalten zu können.

Steile Zwischenstücke, an denen man nicht schnell in den Pedal-Modus wechseln kann, sind nicht die Paradedisziplin der Lyrik...
# Steile Zwischenstücke, an denen man nicht schnell in den Pedal-Modus wechseln kann, sind nicht die Paradedisziplin der Lyrik...
...die Dämpfung reicht nicht aus, um ein Absacken der Gabel zu vermeiden. Wer mit einem Setup ein breites Einsatzspektrum abdecken will, sollte hier zu Volumenspacern greifen.
# ...die Dämpfung reicht nicht aus, um ein Absacken der Gabel zu vermeiden. Wer mit einem Setup ein breites Einsatzspektrum abdecken will, sollte hier zu Volumenspacern greifen.

Tipps, Tuning & Haltbarkeit

Setup & Tuning-Tipps

Wir haben bereits auf die Möglichkeit, Tokens in der RockShox Lyrik RCT3 zu montieren, verwiesen. Vor allem die Tester über 90 kg waren damit sehr viel sicherer unterwegs. Wichtig dabei ist es zu beachten, dass unterschiedliche Federwege eine unterschiedliche Anzahl Tokens erlauben.

Tokenanzahl für RockShox Federgabeln
# Tokenanzahl für RockShox Federgabeln
Aktive Fahrer müssen an die Innereien:
# Aktive Fahrer müssen an die Innereien: - Bis zu vier von fünf Volumenspacer haben wir montiert, um für grobes und steiles Gelände ein sicheres Fahrgefühl zu erzielen.

Von der Herstellervorgabe in der Sag-Vorgabe abzuweichen gilt für viele Endanwender noch als ein absolutes No-Go. Auch wenn sich dieser Irrglaube fest etabliert hat, dienen die aufgedruckten Vorgaben auf der Rückseite der Lyrik lediglich als ein erster Wert, mit dem man sich an die persönlichen Vorlieben herantasten kann.

Fahrer, die gerne höher im Federweg stehen, können dies auch erreichen, indem sie in der Luftkammer einen höheren Druck einstellen. Damit verringert sich zwar der Negativ-Federweg. Aber für die gleichen Kräfte bei einer Landung oder einer Anliegerfahrt wird die Gabel nicht mehr so weit eintauchen.

Haltbarkeit & Service

  • Schmierölservice durch Kunde durchführbar: ja
  • Spezialwerkzeug notwendig: nein
  • empfohlenes Serviceintervall: alle 50 h
  • Komplettservice durch Kunde durchführbar: nein
  • Spezialwerkzeug notwendig: ja
  • empfohlenes Serviceintervall: alle 200 h
  • Kosten großer Service: 98 €

Fazit – RockShox Lyrik RCT3

Mit der RockShox Lyrik RCT3 bieten die Amerikaner für 2018 eine Federgabel an, die vor allem durch die einfache Bedienbarkeit und ihre sorglose Funktion punkten kann. Für einen Großteil der Nutzergruppe ist sie damit bereits ab Werk eine ideale Wahl. Aktive und schwere Fahrer, die gerne über viel Progression fahren, können auch glücklich werden, denn diese ist schnell und sauber über Tokens einstellbar. In Puncto Dämpfung muss sich die Lyrik aber fast allen Mitbewerbern am Markt unterordnen.

Pro
  • einfacher Setup
  • simpel und sorglos
Contra
  • Grunddämpfung fällt für aktive Fahrer zu niedrig aus
  • Naben ohne Torque Caps montieren macht keinen Spaß

Hier findest du alle weiteren Artikel unseres 29″ Enduro-Federgabel-Vergleichstests 2018:


Testablauf

Im Rahmen des Federgabeltests wurden über mehrere Monate die Gabeln zwischen verschiedenen Testern durchgetauscht. Wichtig war an dieser Stelle vor allem, dass jeder Tester die Gabeln in seinem eigenen Bike fährt. So herrscht für jedes Produkt Chancengleichheit. Auch das Wetter ist hinsichtlich des langen Testzeitraums vernachlässigbar. Jede Federgabel wurde in unterschiedlichen Bedingungen gefahren und musste sich von trocken, staubigen Böden, bis hin zu nassen Verhältnissen beweisen.

Hier haben wir die RockShox Lyrik RCT3 getestet

  • Bikepark: Unterschiedlichstes Terrain, lose und harte Böden, Sprünge, Downhill- und Flow-Trails
  • Singletrails: Lose Böden, offene Kurven, steil, schnell
Profile der Haupttester – bitte ausklappen

Jens Staudt

  • Testername: Jens Staudt
  • Körpergröße: 190 cm
  • Gewicht (fahrfertig): 95 kg
  • Schrittlänge: 91 cm
  • Armlänge: 61 cm
  • Oberkörperlänge: 56 cm
  • Fahrstil: Schnellste Linie, auch wenn es mal ruppig ist
  • Ich fahre hauptsächlich: Singletrails, sprunglastiger Local Spot, Freeride, DH
  • Vorlieben beim Fahrwerk: Straff, gutes Feedback vom Untergrund, viel Druckstufe, progressive Kennlinie
  • Vorlieben bei der Geometrie: Kettenstreben nicht zu kurz (ca. 430 mm oder gerne länger), Lenkwinkel tendenziell eher flacher

Christoph Spath

  • Testername: Christoph Spath
  • Körpergröße: 190 cm
  • Gewicht: 65 kg
  • Gewicht (fahrfertig): 70 kg
  • Schrittlänge: 94 cm
  • Armlänge: 60 cm
  • Oberkörperlänge: 49 cm
  • Fahrstil: Schnell bergauf und bergab, sauber, selten überm Limit
  • Ich fahre hauptsächlich: Von Dirt Jump über Trail und Enduro bis Downhill, gerne schnell, in grobem Gelände und mit viel Luftstand
  • Vorlieben beim Fahrwerk: Viel Low Speed-Compression am Dämpfer, Front etwas straffer als das Heck, hinten gerne progressiv
  • Vorlieben bei der Geometrie: Vorne lang, hinten je nach Einsatzbereich kurz bis mittellang, flach

Um euch den bestmöglichen und breitesten Testeindruck zu bieten, fahren immer mehrere Tester ein Bike. Neben den aufgeführten Testern mit detaillierten Profil arbeiten wir immer mit weiteren Fahrern unterschiedlicher Könnerstufen, Gewichte, Körpergrößen sowie Vorlieben zusammen. Im direkten Dialog stellen wir das richtigen Setup sicher und dokumentieren in gemeinsamen Ausfahrten die Eindrücke. Dies stellt sicher, dass wir alle Eigenheiten eines Bikes in allen Bereichen beurteilen können.


Preisvergleich

  1. benutzerbild

    Blue Rabbit

    dabei seit 08/2002

    Danke für die Info - dass ich schon seit min. 30 Jahren die falschen Bikes fahre ist mir bewusst. Die russische Version kenne ich auch. Die 180er Gabel mit Zugstufenlockout kenne ich leider nicht, welche ist denn das?
    Meine Frage ist leider nicht beantwortet, warum die bekannten Hersteller kein so scheinbar einfaches System anbieten, stattdessen eher komplexe Lösungen, die zudem die Performance negativ beeinflussen. Vielleicht gibt es ja einen technischen Grund warum Zugstufenlockout nicht verbreitet ist und stattdessen nichts, bzw. aufwändige Systeme angeboten werden, die eigentlich nur Nachteile bei Enduros haben.
    Klar, Talas und DPA federn auch im abgesenkten Modus, dieses Feature dürfte bei langen Gabeln eher unwichtig sein, wenn es darum geht 1000 HM einen steilen Forstweg auf einem Enduro hochzustrampeln. Angenommen man senkt eine 180er ca. 60mm ab, kommt man bei einem Enduro vorne auf einen Lenkwinkel von ~68 Grad, Sitzwinkel ~76 Grad ... mit solchen Geo Werten kommen ziemlich viele ganz gut den Berg rauf, auch wenn es total falsch ist.
  2. benutzerbild

    RockyRider66

    dabei seit 12/2006

    Blue Rabbit
    Danke für die Info - dass ich schon seit min. 30 Jahren die falschen Bikes fahre ist mir bewusst. Die russische Version kenne ich auch. Die 180er Gabel mit Zugstufenlockout kenne ich leider nicht, welche ist denn das?
    Meine Frage ist leider nicht beantwortet, warum die bekannten Hersteller kein so scheinbar einfaches System anbieten, stattdessen eher komplexe Lösungen, die zudem die Performance negativ beeinflussen. Vielleicht gibt es ja einen technischen Grund warum Zugstufenlockout nicht verbreitet ist und stattdessen nichts, bzw. aufwändige Systeme angeboten werden, die eigentlich nur Nachteile bei Enduros haben.
    Klar, Talas und DPA federn auch im abgesenkten Modus, dieses Feature dürfte bei langen Gabeln eher unwichtig sein, wenn es darum geht 1000 HM einen steilen Forstweg auf einem Enduro hochzustrampeln. Angenommen man senkt eine 180er ca. 60mm ab, kommt man bei einem Enduro vorne auf einen Lenkwinkel von ~68 Grad, Sitzwinkel ~76 Grad ... mit solchen Geo Werten kommen ziemlich viele ganz gut den Berg rauf, auch wenn es total falsch ist.
    Wird nicht gebaut weil es je keiner braucht, ausgenommen weniger Uneinsichtiger.
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  4. benutzerbild

    jatschek

    dabei seit 07/2004

    Blue Rabbit
    Danke für die Info - dass ich schon seit min. 30 Jahren die falschen Bikes fahre ist mir bewusst. Die russische Version kenne ich auch. Die 180er Gabel mit Zugstufenlockout kenne ich leider nicht, welche ist denn das?
    Meine Frage ist leider nicht beantwortet, warum die bekannten Hersteller kein so scheinbar einfaches System anbieten, stattdessen eher komplexe Lösungen, die zudem die Performance negativ beeinflussen. Vielleicht gibt es ja einen technischen Grund warum Zugstufenlockout nicht verbreitet ist und stattdessen nichts, bzw. aufwändige Systeme angeboten werden, die eigentlich nur Nachteile bei Enduros haben.
    Klar, Talas und DPA federn auch im abgesenkten Modus, dieses Feature dürfte bei langen Gabeln eher unwichtig sein, wenn es darum geht 1000 HM einen steilen Forstweg auf einem Enduro hochzustrampeln. Angenommen man senkt eine 180er ca. 60mm ab, kommt man bei einem Enduro vorne auf einen Lenkwinkel von ~68 Grad, Sitzwinkel ~76 Grad ... mit solchen Geo Werten kommen ziemlich viele ganz gut den Berg rauf, auch wenn es total falsch ist.
    Das eta system von marzocchi ist das, was du suchst.
  5. benutzerbild

    BommelMaster

    dabei seit 01/2002

    Blue Rabbit
    Alles sehr interessant. Mittlerweile und mit etwas Übung lässt sich ein Airshaft sehr schnell wechseln. Die Hersteller könnten Airshafts mit unterschiedlich großen Positiv / Negativ Volumen anbieten, statt Volume Spacer.

    Eine Frage die mich sehr beschäftigt und ich nicht verstehe warum es dafür keine einfache Lösung gibt, ist die Absenkbarkeit. Ab und an muss ich mit meiner 180er Gabel auch mal Hochtreten. Das Talas und Dual Air Nachteile in der Performance haben ist klar. Warum baut man nicht einfach einen Zugstufen Lockout? Einfach Zugstufe zu und Gabel runterfedern. Für lange Anstiege kann ich mit Starrgabelfeeling bzw. Hardtailfeeling gut leben. Ich denke mir das es vielen so geht. So ein Zugstufen Lockout dürfte technisch simpel sein, keinen Einfluss auf die Performance, bzw. das Gewicht haben, oder?

    Wenn du Zugstufenlockout bei deiner Gabel bieten würdest, könnte ich mir vorstellen sie mir zu leisten - das wären neben der super Bergabperformanz (Hörensagen), eine sehr sinnvolles Alleinstellungsmerkmal, zumal mit Zugstufenlockout deutlich mehr Absenkung als die mickrigen 30 mm drin wären.
    da du mich zitiert hast darf ich mir hoffentlich erlauben, ein paar Gedanken dazu loszuwerden:

    Zugstufenlockout ist nicht so einfach wie man denkt.
    Z.b in meinem System geht es gar nicht, da ich ein halboffenes Ölbad habe, und dort ein Entlüfterlöchlein ist, weswegen es nicht funktionieren würde. das betrifft aber nur mein System. Bei der Charger z.B. wäre es theoretisch möglich, allerdings in der jetzigen Bauart nur von unten erreichbar, weil die Zugstufe am unteren Teil sitzt. Das könnte man natürlich umdrehen, und hätte dann mehr ungefederte Masse was man auch wiederum nicht will.

    Von der technischen Seite:
    Zugstufenlockout belastet die Bauteile enorm. Man muss sich vorstellen du wiegst 130kg und pumpst die Gabel auf xxx PSI auf. die Dichtungen, Kolben, Kolbenstangen müssen extrem stabil ausgeführt werden. Der Druck in der Dämpfung steigt brutal an, das Dämpfungsgehäuse muss dem enormen Druck standhalten können. Wenn du gelockt fährst hast du eine ziemliche Dauerbelastung auf das Ding, es soll ja nicht nach 10 Jahren puff machen und alles ist kaputt.
    Zudem: wenn du auch nur eine kleine Leckage hast, wird das vom Kunden nicht akzeptiert, 100% Dichtheit ist immer sehr schwer erreichbar, vorallem bei einem dynamischen System. Ein Mangel würde von den meisten Kunden sofort reklamiert, auch nach 10 jahren ist der Kunde "not amused" wenn die Gabel wieder langsam hochkommen würde.

    Von der phsychologischen Ebene:
    Das war ja damals beim ECC auch der Fall, und zwar wurde von den Medien(und sicher auch von den Kunden) bemängelt, dass die gabel sehr bockig im abgesenkten Zustand ist. Als Antwort darauf wurde ETA entwickelt, welches mit einem Restfederweg von rund 30mm funktioniert hat. ist auch absolut nachvollziehbar, man fährt dann sonst mit einer Starrgabel rum. das hat bei jeglichem Uphillszenario nachteile, außer auf Straße. Dann wird das ganze schon wieder so komplex intern, die Defektanfälligkeit steigt weiter, "einfach" ist dann nix mehr.
    Zudem kommt dazu, dass die Geometrie vom Bike verhunzt wird. Natürlich kannst du auch "nur ein bisschen" einfedern, aber bei einem Schlagloch gräbt sich die Federgabel dann imme rweiter rein,dann müsste man aufmachen und von neuem beginnen.

    Klar könnte man sagen "jeden den es stört der muss es ja nicht benutzen". Aber so überlebt man nicht im Geschäft. Wenn die Absenkfunktion nicht perfekt funktioniert wird man in den Erfahrungsberichten vernichtet und das wars dann. Und auf der anderen Seite rentiert es sich ja auch nicht, ein Feature einzubauen, das nur 5% der Fahrer nutzen. Dann kann mans auch gleich lassen

    Ich denke die Nachteile überwiegen die Vorteile deutlich, weshalb es eine logische Konsequenz ist, dass es ausgestorben ist.

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