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Der Einsatzbereich von modernen Enduro-Federgabeln variiert stark
Der Einsatzbereich von modernen Enduro-Federgabeln variiert stark - und reicht von flowigen Trails bis hin zu steindurchsetzten Steilabfahrten. Enduro-Bikes sind die wohl universellste Kategorie und stellen für viele Fahrer das "Bike für alles" dar.
Das Testportfolio unseres 29" Enduro-Federgabel-Vergleichstest
Das Testportfolio unseres 29" Enduro-Federgabel-Vergleichstest - sechs Modelle von DVO, Formula, Fox, MRP, Öhlins und RockShox mussten sich im vergangenen Jahr gegeneinander beweisen. Doch welches Modell mit 160 mm Federwegs ist das beste?
Steiles Gelände und große Absätze – können die Federgabeln hier Sicherheit bieten?
Steiles Gelände und große Absätze – können die Federgabeln hier Sicherheit bieten?
Steil und schnell – wie schnell erholen sich die Gabeln von Schlägen und wie feinfühlig sind sie?
Steil und schnell – wie schnell erholen sich die Gabeln von Schlägen und wie feinfühlig sind sie?
Landungen, Kurven, Wellen – wo kann man Gegenhalt durch Dämpfung bekommen und wo muss man an die Abstimmung der Feder?
Landungen, Kurven, Wellen – wo kann man Gegenhalt durch Dämpfung bekommen und wo muss man an die Abstimmung der Feder?
Flache Wurzelpassagen – welches Fahrwerk erlaubt es, die Geschwindigkeit effizient zu halten und präzise auf Linie zu fahren?
Flache Wurzelpassagen – welches Fahrwerk erlaubt es, die Geschwindigkeit effizient zu halten und präzise auf Linie zu fahren?
Dämpfung nach Maß
Dämpfung nach Maß - Über verschiedene Innereien kann man bei manchen Gabeln auch die Grundcharakteristik der Dämpfung beeinflussen.
Der Fahrstil und das Fahrergewicht spielen immer eine große Rolle beim Setup
Der Fahrstil und das Fahrergewicht spielen immer eine große Rolle beim Setup
Je nach individueller Vorliebe und Fahrergewicht sind Anpassungen am Fahrwerk notwendig
Je nach individueller Vorliebe und Fahrergewicht sind Anpassungen am Fahrwerk notwendig
Jens aka Grinsekater punktet vor allem durch seine jahrzehntelange Erfahrung.
Jens aka Grinsekater punktet vor allem durch seine jahrzehntelange Erfahrung.
Gewicht bringt Energie ins System
Gewicht bringt Energie ins System - Jens ist einer der schwereren Fahrer im Testerfeld.
Materialien und Fertigungsmethoden sind für Chris mit seinem technischen Hintergrund wichtig.
Materialien und Fertigungsmethoden sind für Chris mit seinem technischen Hintergrund wichtig.
Gerne am Boden – noch lieber in der Luft
Gerne am Boden – noch lieber in der Luft - Chris bringt von allen Testern am wenigsten auf die Waage.
In den kommenden Tagen veröffentlichen wir die Einzeltests und geben euch am Ende Empfehlungen zum jeweiligen passendsten Einsatzbereich
In den kommenden Tagen veröffentlichen wir die Einzeltests und geben euch am Ende Empfehlungen zum jeweiligen passendsten Einsatzbereich - Freut euch auf die ausführlichen Einzeltests von DVO Diamond, Formula Selva, Fox 36 HSC/LSC, MRP Ribbon, Öhlins RXF 36 sowie RockShox Lyrik RCT3. Abschließend gehen wir umfassend auf die Stärken und Schwächen im direkten Vergleich ein!

Der 29er-Bereich wird erwachsen – und gerade im immer populärer werdenden Enduro-Bereich wächst damit auch die Menge des Federwegs. Doch welche 29″-Enduro-Federgabel ist aktuell die beste Wahl? Wir haben sechs aktuelle Modelle mit 160 mm Federweg ausgiebig getestet und im direkten Vergleich mit über zehn Testfahrern, die unterschiedlichste Anforderungen haben, von allen Seiten beleuchtet. Gut ein Jahr lang haben wir uns viel Zeit genommen, tief in die Tuning-Möglichkeiten jeder Gabel einzutauchen und herauszufinden, welche Gabel am besten zu welchem Anwender und in welchen Einsatzbereich passt. 

Nach all den Jahren der Entwicklung im Bereich der Mountainbike-Suspension könnte man glauben, dass es mittlerweile Produkte gibt, die perfekt für alle Nutzer und Anwendungsbereiche passen. Doch leider ist es nicht so einfach. Nach wie vor sind wir alle den Gesetzen der Physik unterworfen. So generiert ein schwerer Fahrer immer mehr Energie als ein leichter Pilot. Und diese Energie wird unter anderem ins Fahrwerk eingeleitet.

Zusätzlich vertreten die Hersteller verschiedenste Ansätze, was die Abstimmungsmöglichkeiten und die Einflussnahme auf die Federgabel angeht. Das Spektrum reicht von simpler Luftdruckanpassung und Lowspeed-Druck- wie Zugstufe bis hin zu internen Anpassungen oder dem Austausch von Bauteilen der Dämpfung. Nicht jeder Anwender hat das Wissen oder die Motivation, sich mit all diesen Möglichkeiten zu beschäftigen.

Der Einsatzbereich von modernen Enduro-Federgabeln variiert stark
# Der Einsatzbereich von modernen Enduro-Federgabeln variiert stark - und reicht von flowigen Trails bis hin zu steindurchsetzten Steilabfahrten. Enduro-Bikes sind die wohl universellste Kategorie und stellen für viele Fahrer das "Bike für alles" dar.

Wir haben uns sehr viel Zeit genommen und Testfahrer unterschiedlichster Gewichtsklassen, Könnerstufen, Fahrstilen und Geländevorlieben mit ins Boot geholt, um die Federgabeln so erschöpfend wie möglich zu testen. Herausgekommen ist eine Testreihe mit Hintergrundinformationen zu den verschiedenen Technologien und Empfehlungen der verschiedenen Gabeln zur passenden Nutzergruppe.

Doch was genau macht eine Federgabel überhaupt zur Enduro-Federgabel? Hier spielen vor allem zwei Parameter eine wichtige Rolle: Federweg und Standrohr-Durchmesser sind unsere beiden Indikatoren. Allein der Federweg reicht nicht aus. Schließlich gibt es auch Federgabeln, die trotz 160 mm Federweg im harten Enduro-Einsatz nicht mehr die nötige Performance liefern können. Der Standrohr-Durchmesser ist maßgeblich an der Steifigkeit und der Präzision der Gabel beteiligt. Und die braucht es, wenn man schnell durch eng stehende Bäume kurvt und die Kontrolle in ruppigen Sektionen behalten will. Unser zweiter Indikator ist der Federweg. Dieser ist leichter zu erfassen – ein Enduro-Bike bewegt sich meist zwischen 150 und 170 mm Federweg. In unserem großen Vergleichstest beschränken wir uns auf 29″-Federgabeln mit 160 mm Federweg und einem Standrohr-Durchmesser von mindestens 35 mm!

Diashow: Im Test - 6 Modelle von DVO, Öhlins, Formula, Fox, MRP & RockShox: Die besten 29″ Enduro-Federgabeln mit 160 mm
Steil und schnell – wie schnell erholen sich die Gabeln von Schlägen und wie feinfühlig sind sie?
Gerne am Boden – noch lieber in der Luft
Steiles Gelände und große Absätze – können die Federgabeln hier Sicherheit bieten?
Dämpfung nach Maß
Flache Wurzelpassagen – welches Fahrwerk erlaubt es, die Geschwindigkeit effizient zu halten und präzise auf Linie zu fahren?
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Sechs 29″-Federgabeln mit 160 mm im Vergleich

  • DVO Diamond 29″ / 160 mm Federweg / 2.231 Gramm / 999 €
  • Formula Selva 29″ / 160 mm Federweg / 2.106 Gramm / 1.190 €
  • Fox 36 29″ / 160 mm Federweg / 2.041 Gramm / 1.399 €
  • MRP Ribbon 29″ / 160 mm Federweg / 1.947 Gramm / 1.049 €
  • Öhlins RXF36 29″ / 160 mm Federweg / 2.080 Gramm / 1.145 €
  • RockShox Lyrik RCT3 29″ / 160 mm Federweg / 2.092 Gramm / 1.218 €
 DVO Diamond 29Formula SelvaFox 36 HSC/LSCMRP RibbonRockShox Lyrik RCT3Öhlins RXF36
Federweg130 – 160 mm120 – 160 mm140 – 160 mm120 – 160 mm150 – 180 mm120 – 170 mm
Verfügbare Laufradgrößen27,5"
27,5+ / 29"
27,5"
27,5+ / 29"
26"
27,5"
29"
27,5"
27,5+
29"
27,5"
27,5+ / 29"
27,5"
29"
27,5+ / 29"
Lowspeed DruckstufeExtern, 6 KlicksExtern, 15 KlicksExtern, 26 KlicksExtern, 8 KlicksExtern, 20 KlicksExtern, 24 Klicks
Highspeed DruckstufeExtern, 30 KlicksInternExtern, 22 KlicksInternInternExtern, 5 Klicks
Lowspeed ZugstufeExtern, 20 KlicksExtern, 15 KlicksExtern, 10 KlicksExtern, 16 KlicksExtern, 20 KlicksExtern, 24 Klicks
Highspeed ZugstufeInternInternInternInternInternIntern
Volumen-
veränderung
Intern, ÖlvolumenIntern, ÖlvolumenIntern, Volumen-SpacerExtern, MRP Ramp Control, 16 KlicksIntern, Volumen-SpacerExtern, Ramp-Up-Chamber
Weiteres TuningDruckstufen-Kolben kann umgedreht werden von Cosmic Sports7 verschiedene CTSShimstack anpassbar auf Kunden-Bedürfnisse durch Fox Deutschland
Einbauhöhe27,5": 572 mm (170 FW)
29": 565 mm (160 FW)
27,5": 570 mm (180 FW)
29": 565 mm (160 FW)
27,5": 549 mm (170 FW)
29": 567 mm (160 FW)
27,5": 562 mm (170 FW)
29": 572 mm (160 FW)
27,5": 552 mm (160 FW)
29": 572 mm (160 FW)
27,5": 553 mm (170 FW)
29": 568,5 mm (160 FW)
SchaftTapered 1 1/8"-1,5"Tapered 1 1/8"-1,5"Tapered 1 1/8"-1,5"Tapered 1 1/8"-1,5"Tapered 1 1/8"-1,5"Tapered 1 1/8"-1,5"; integrierter Konus
Standrohr-
durchmesser
35 mm35 mm36 mm35 mm35 mm36 mm
AchseQR 15 mm AchseQR 15 mm AchseQR 15 mm AchseQR 15 mm Achse15 mm Schraubachse ohne KlemmungQR 15 mm Achse
Offset51 mm51 mm51 mm, 44 mm51 mm (46 mm auf Anfrage) 51 mm51 mm
Einbaubreite110 mm110 mm110 mm110 mm110 mm110 mm
Reifenfreiheit3" 2,6"2,5"2,6"2,8"
Farbenschwarz, grün, braunschwarz, weiss, violettschwarz, orange (Sonder-Edition)schwarz, 9 Decal-Farben wählbarmattschwarz, schwarz glänzend, weissschwarz
Gewicht (nachgewogen)2.231 g2.106 g2.041 g1.947 g2.080 g2.092 g
Preis (getestete Version)999 €
1190 €1.399 €1.049 €1.145 €1.218,56 €
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Das Testportfolio unseres 29" Enduro-Federgabel-Vergleichstest
# Das Testportfolio unseres 29" Enduro-Federgabel-Vergleichstest - sechs Modelle von DVO, Formula, Fox, MRP, Öhlins und RockShox mussten sich im vergangenen Jahr gegeneinander beweisen. Doch welches Modell mit 160 mm Federwegs ist das beste?

Der Testsieger: Fox 36 2018

Vier Evolutionsstufen hat die Fox 36 RC2 hinter sich gebracht. Inkrementelle Anpassungen über die Jahre haben sie zu einem verlässlichen Produkt gemacht, welches vor allem durch seine Anpassbarkeit von Highspeed- und Lowspeed-Druckstufe für eine breite Zielgruppe interessant ist. Fox liefert mit der 36 RC2 ein hervorragend funktionierendes und breit abstimmbares Gesamtpaket – das orange Arbeitstier ist unser Testsieger!

So viel wie nötig und so einfach wie möglich
# So viel wie nötig und so einfach wie möglich - es war ein extrem knappes Rennen zwischen Formula Selva 29 und Fox 36. Am Ende hilft der orangen Fox 36 die einfachere Progressionsanpassung sowie der breite Einstellbereich ohne Schrauberei, in der Gesamtwertung an der Formula Selva knapp vorbeizuziehen. Unser Testsieger!

Die Fox 36 ist bereits seit einigen Jahren auf einem hohen Level angekommen und wusste bisher vor allem Fahrer mit einer Vorliebe für stramme und gedämpfte Fahrwerke zu begeistern. Mit der letzten Evolutionsstufe setzt Fox insbesondere mit der phänomenalen Luftkennlinie noch mal einen drauf. Bereits ohne viel Dämpfung oder Volumenspacer bietet die Gabel erstaunlichen Gegenhalt und hilft dabei, schnell und sicher in gröbstem Gelände unterwegs zu sein. Abgesehen vom relativ hohen Preis leistet sich Fox mit der 36 keinerlei Schwächen und bietet Downhill-Performance im Enduro-Paket.

Pro
  • Performance
  • Nutzerfreundlichkeit
  • Tuning-Möglichkeiten
Contra
  • Preis

Alle Testeindrücke zur Fox 36 2018 sowie alle Details, Tuning-Tipps und technische Daten  findet ihr hier im kompletten Testbericht.


Die beste Performance: Formula Selva 29

Formula ist kein Neuling auf dem Suspension-Markt und überzeugte bereits mit der ThirtyFive diejenigen, die eine sehr anpassbare Gabel suchten. Mit der Selva bedient man nun den Enduro-Sektor und geht mit den individuell tauschbaren CTS-Dämpfungseinheiten neue Wege in vom Kunden durchführbaren Tuningmaßnahmen. Wer bereit ist, sich umgehend mit den vielseitigen Tuning-Maßnahmen zu beschäftigen, erhält mit der Formula Selva 29 die beste Performance aller Federgabeln.

Wenn's das letzte Quäntchen Performance sein soll
# Wenn's das letzte Quäntchen Performance sein soll - Formula holt sich mit der Selva haarscharf vor Fox den Performance-Sieg. Wer gewillt ist , sich eingehend mit dem Umbau auf verschiedene CTS Einheiten und Ölspritze zum idealen, persönlichen Setup heranzutasten, wird fürstlich belohnt werden. Ein Pluspunkt beim Umbau ist, dass das notwendige Spezialwerkzeug mitgeliefert wird.

Mit ihrer extrem breiten Abstimmbarkeit richtet sich die Formula Selva 29 vor allem an Fahrer, die wissen was sie wollen und sich nicht scheuen, auch mal mit etwas Öl für die Progressions-Anpassung oder Werkzeug für die Dämpfung zu hantieren. Genau diese Möglichkeiten machen die Selva aus und in Puncto Dämpfungs- und Fahrqualität zum Spitzenreiter im Testfeld. Dazu kommt ein angenehmer Flex bei hoher Linientreue sowie auf eine gute Luftfeder. Besonders attraktiv macht die Federgabel zusätzlich der an der Leistung gemessene Preis. Für Nerds, Tuner und solche, die es werden wollen, ist die Formula Selva 29 die erste Wahl.

Pro
  • Dämpfung
  • Preis-Leistung
  • Tuning Möglichkeiten
Contra
  • Nutzerfreundlichkeit
  • Gewicht für die Grammfuchser

Alle Testeindrücke zur Formula Selva 29 sowie alle Details, Tuning-Tipps und technische Daten  findet ihr hier im kompletten Testbericht.


Der Vielseitigkeits-Tipp: MRP Ribbon 29

Ein Twin-Tube-Dämpfungssystem und eine Vielzahl an externen Anpassungsmöglichkeiten zeichnen die MRP Ribbon 29 aus. Auch wenn die Gabel noch sehr neu am Markt ist, überrascht sie dennoch mit einer Performance, die nicht nur Suspension-Nerds glücklich machen wird. Unser Vielseitigkeits-Tipp!

Einmal bitte alles und extern
# Einmal bitte alles und extern - MRP begeistert mit den allumfassenden Möglichkeiten alle Parameter, bis hin zur innovativen RampControl, von außen einstellen zu können. Auch wenn die Ribbon noch nicht so viele Evolutionsstufen wie manch andere Gabeln am Markt hinter sich hat, so zieht sie dennoch mit ihnen gleich. Die MRP Ribbon ist eine Gabel für Leute, die sich für die Möglichkeiten ihrer Abstimmungsparameter interessieren und sich nicht scheuen, Zeit in das perfekte Setup zu investieren. Unser Vielseitigkeits-Tipp!

Wer bereit ist, sich mit den vielfältigen Setup-Einstellungen auseinanderzusetzen, wird mit einer Gabel belohnt, die ein immenses Spektrum abdeckt. Die MRP Ribbon 29 ist, kurze Anpassungen an den Klicks vorausgesetzt, ein Spezialist auf vielen Gebieten und begegnet den Federgabel-Platzhirschen auf Augenhöhe. Wer sich unschlüssig ist, wo er seine Federgabel überall einsetzen will, findet in der MRP Ribbon 29 alles in einem Paket. MRP: Bitte einmal den passenden Dämpfer mit Ramp Control dazu!

Pro
  • Anpassbarkeit
  • einfache und schnelle Anpassung auf dem Trail
  • gute Luftfeder und Dämpfung
  • Leichteste Gabel im Test
  • Preis
Contra
  • Einstellungen nicht ganz so universell wie bei der Konkurrenz
  • viel RampControl macht das Fahrwerk asymmetrisch

Alle Testeindrücke zur MRP Ribbon 29 sowie alle Details, Tuning-Tipps und technische Daten  findet ihr hier im kompletten Testbericht.


Die weiteren Kandidaten

DVO Diamond

Verstellmöglichkeiten von High- und Lowspeed-Druckstufe und Stahl-Negativ-Feder sollen an der DVO Diaomond vor allem Performance-orientierte Fahrer glücklich machen. Sie ist die schwerste Gabel im Test und reiht sich damit in eine ähnliche Kategorie ein wie die Downhill-Gabel Emerald.

Dicker Brummer für zarte Hände
# Dicker Brummer für zarte Hände - Ein Defekt der Kartusche trübt den Bericht über die DVO Diamond. Davon abgesehen begeistert die Gabel mit einer sehr guten Dämpfung bei vergleichsweise einfachem Setup.

Leichte Startschwierigkeiten trüben den ansonsten extrem positiven Testeindruck der DVO Diamond 29. Ihre sehr gut nutzbare, breite Abstimmbarkeit macht die Gabel attraktiv für eine große Nutzergruppe vom Genussfahrer bis hin zum Enduro-Racer. Die sehr gute Dämpfungsqualität ließ fast alle Tester über das vergleichsweise hohe Gewicht hinwegsehen.

Pro
  • Dämpfung
  • Feinfühligkeit
Contra
  • Defekt der Dämpfungskartusche im Testzeitraum
  • schwerste Gabel im Test

Alle Testeindrücke zur DVO Diamond 29 sowie alle Details, Tuning-Tipps und technische Daten  findet ihr hier im kompletten Testbericht.


Öhlins RXF36

Bei kaum einem Hertseller war der Imagetransfer vom Motorsport so groß wie bei Öhlins. Nachdem erste Tuning-Kartuschen für Suspension-Produkte anderer Hersteller angeboten wurden, schickt man nun eine eigene Palette an Federgabeln ins Rennen.

Frisst den Untergrund auf
# Frisst den Untergrund auf - Wer genügend Zeit in die genaue Abstimmung der beiden Luftkammern steckt, bekommt mit der Öhlins den Staubsauger für alle Unebenheiten. Die Verstellmöglichkeiten an der Dämpfung fielen den meisten Testern zu klein aus.

Wer vom Untergrund nichts mehr spüren möchte und eher in moderatem Gelände unterwegs ist, wird mit der Öhlins RXF 36 den fliegenden Teppich finden. Ihr schmaler Druckstufenbereich verhindert, dass man sich in zu vielen Einstellmöglichkeiten verirren kann. Wer in grobem Gelände unterwegs ist, sollte etwas mehr Zeit in das Setup der Kennlinie stecken, um die Gabel hoch genug im Federweg stehen zu lassen.

Pro
  • Sehr steif
  • Externe Einstellbarkeit der Progression
  • Ebnet den Trail komplett ein
Contra
  • Dämpfung fällt zu schwach aus
  • Taucht weg
  • Geringer Sag verändert die Position des Rades ungünstig

Alle Testeindrücke zur Öhlins RXF36 sowie alle Details, Tuning-Tipps und technische Daten  findet ihr hier im kompletten Testbericht.


RockShox Lyrik RCT3

Wie ein alter Bekannter kommt die RockShox Lyrik ins Haus. Die Amerikaner setzen auf Detailverbesserungen und weniger komplexe Verstellmöglichkeiten als so mancher Mitbewerber. Das dürfte eine breite Nutzergruppe ansprechen!

Der pechschwarze Platzhirsch
# Der pechschwarze Platzhirsch - Seit Jahren bewährt und wenig Raum für eine falsche Abstimmung. Die RockShox Lyrik RCT3 punktet mit einfachem Setup und einer Grundabstimmung, die für die meisten Nutzer passt. Verlässlich und unkompliziert erklärt das auch ihre weite Verbreitung im Erstausrüstermarkt.

Mit der RockShox Lyrik RCT3 bieten die Amerikaner für 2018 eine Federgabel an, die vor allem durch die einfache Bedienbarkeit und ihre sorglose Funktion punkten kann. Für einen Großteil der Nutzergruppe ist sie damit bereits ab Werk eine ideale Wahl. Aktive und schwere Fahrer, die gerne über viel Progression fahren, können auch glücklich werden, denn diese ist schnell und sauber über Tokens einstellbar. In Puncto Dämpfung muss sich die Lyrik aber fast allen Mitbewerbern am Markt unterordnen.

Pro
  • einfacher Setup
  • simpel und sorglos
Contra
  • Grunddämpfung fällt für aktive Fahrer zu niedrig aus
  • Naben ohne Torque Caps montieren macht keinen Spaß

Alle Testeindrücke zur RockShox Lyrik SCT3 sowie alle Details, Tuning-Tipps und technische Daten  findet ihr hier im kompletten Testbericht.



Was muss eine Enduro-Federgabel leisten?

Eine Enduro-Federgabel muss einen relativ großen Spagat schaffen, um ein breites Publikum zu bedienen. Vom Hobbyfahrer bis hin zum ambitionierten Racer und vom Schrauber-Muffel bis zum Fahrwerks-Nerd sollte jede Zielgruppe mit der Federgabel glücklich werden. So groß wie die Varianz der Anwenderschaft ist, so groß ist auch das Spektrum für den Einsatzbereich einer 29″ Enduro-Federgabel: Von der gemütlichen Tour bis zum Start bei der Enduro World Series und Bikepark-Tagen ist alles dabei. Dabei ist wichtig, dass die Federgabel Komfort, Sicherheit und Präzision gibt. Nur so kann man sich voll auf das Bauteil verlassen und die Bremsen guten Gewissens auflassen.

Gleichzeitig sind Benutzerfreundlichkeit und Zuverlässigkeit ein wichtiges Thema. Denn: was bringt die beste Federgabel, wenn sie nach wenigen Betriebsstunden zum Service muss oder das Setup so schwierig ist, dass ohne professionelle Hilfe kein Land in Sicht ist? Zu guter Letzt ist eine Federgabel ein Anbauteil und Schnittstelle zwischen Rahmen, Laufrad und Bremse. Auch hier sollte das Bauteil weniger Sorgen bereiten, als vielmehr maximale Kompatibilität ermöglichen – gerade das scheint aktuell im Mountainbike-Sport eine Herausforderung zu sein.

Foto Jens Staudt Federgabel Testgelaende-0541
# Foto Jens Staudt Federgabel Testgelaende-0541
Foto Jens Staudt DVO Diamond-3575
# Foto Jens Staudt DVO Diamond-3575

Auf den Punkt gebracht

Fassen wir den Einsatzbereich und die Anforderungen an eine Enduro-Federgabel noch einmal zusammen:

Die Einsatzbereiche

  • Hometrails Schaut man sich auf den Hometrails um, setzt ein großer Teil der Radfahrer auf ein solides und universelles Enduro-Bike.
  • Bikeparks Der Großteil des Bikepark-Publikums will Flow – anspruchsvolle Downhill-Strecken sind mittlerweile nicht mehr so gefragt. Damit man auf allen Strecken Spaß haben kann, ist ein modernes Enduro-Bike oft eine gute Wahl.
  • Renneinsatz Enduro-Rennen sind im Trend, leistungsfähige Racebikes kommen nahezu wöchentlich auf den Markt – genau hier braucht es gut funktionierende Fahrwerke, um den Federweg unter Kontrolle zu bringen.

Das sollte die perfekte Enduro-Federgabel können

  • Performance Komfortabel genug, um Ermüdung vorzubeugen. Effizient genug, um Sicherheit zu geben. Und gleichzeitig steif genug, um Präzision zu schaffen.
  • Bedienerfreundlichkeit Das Fahrwerk-Setup ist für viele eine Herausforderung und sollte nicht unnötig kompliziert sein.
  • Tuning Wer die Performance des Fahrwerks noch weiter ausschöpfen will, sollte das möglichst ohne Shimstack-Adaption oder Bastellösungen selbst in der heimischen Werkstatt erreichen können.
  • Kompatibilität Wer eine Federgabel nachrüstet und dann feststellt, dass er noch Teil X und Y zusätzlich austauschen muss, wird nicht gerade glücklich sein.

Wo und wie haben wir getestet?

Um die Federgabeln bestmöglich vergleichen zu können, wurden sie von mehreren Testern in unterschiedlichstem Gelände und unter verschiedenen Bedingungen getestet. Dabei wurden so lange verschiedene Setups getestet, bis für jedes Modell und jeden Fahrer ein zufriedenstellendes Ergebnis erreicht wurde. Anschließend wurden die Federgabeln in direkten Showdowns, am gleichen Tag, unter gleichen Bedingungen, back-to-back gefahren. Bilder sagen bekanntlich mehr als 1000 Worte – hier sind ein paar Eindrücke des Geländes unserer Testsessions:

Steiles Gelände und große Absätze – können die Federgabeln hier Sicherheit bieten?
# Steiles Gelände und große Absätze – können die Federgabeln hier Sicherheit bieten?
Steil und schnell – wie schnell erholen sich die Gabeln von Schlägen und wie feinfühlig sind sie?
# Steil und schnell – wie schnell erholen sich die Gabeln von Schlägen und wie feinfühlig sind sie?
Landungen, Kurven, Wellen – wo kann man Gegenhalt durch Dämpfung bekommen und wo muss man an die Abstimmung der Feder?
# Landungen, Kurven, Wellen – wo kann man Gegenhalt durch Dämpfung bekommen und wo muss man an die Abstimmung der Feder?
Flache Wurzelpassagen – welches Fahrwerk erlaubt es, die Geschwindigkeit effizient zu halten und präzise auf Linie zu fahren?
# Flache Wurzelpassagen – welches Fahrwerk erlaubt es, die Geschwindigkeit effizient zu halten und präzise auf Linie zu fahren?

Ein Fahrrad ist bekanntlich ein komplexes Sportgerät. Kleinste Veränderungen – Anpassungen von wenigen psi im Fahrwerk, Anzahl der Volumenspacer, Reifendruck, Höhe der Lenkzentrale – haben einen großen Einfluss darauf, ob man sich auf dem Bike wohlfühlt oder nicht. Zunächst hat sich jeder Tester mit gegenseitiger Unterstützung und einer bekannten Referenz-Federgabel ein Setup erarbeitet. Dazu zählen neben Dämpfer, Reifenwahl und -druck auch die Höhe der Lenkzentrale und die Vorbaulänge. Einzig die Federgabel bleibt so die Variable im System.

Im weiteren Verlauf des Tests wurden die Bikes an die individuellen Vorlieben der jeweiligen Tester angepasst – stand die Gabel zum Beispiel tiefer im Federweg, wurden Spacer unter den Vorbau gepackt. Hiermit stellten wir sicher, dass sich jeder Testfahrer voll und ganz die Eigenheiten der Federgabel konzentrieren und die Limits ausloten konnte, ohne zum Beispiel mit einer veränderten Fahrposition kämpfen zu müssen. Unter dem Punkt “Tuning-Möglichkeiten” haben wir in jedem Einzeltest die vorgenommenen Änderungen, Setups und Empfehlungen dokumentiert. Außerdem gehen wir in den einzelnen Reviews genauer auf die Optimierungsmöglichkeiten der sechs Kandidaten in unserem Test ein.

Dämpfung nach Maß
# Dämpfung nach Maß - Über verschiedene Innereien kann man bei manchen Gabeln auch die Grundcharakteristik der Dämpfung beeinflussen.
Der Fahrstil und das Fahrergewicht spielen immer eine große Rolle beim Setup
# Der Fahrstil und das Fahrergewicht spielen immer eine große Rolle beim Setup
Je nach individueller Vorliebe und Fahrergewicht sind Anpassungen am Fahrwerk notwendig
# Je nach individueller Vorliebe und Fahrergewicht sind Anpassungen am Fahrwerk notwendig

Wer hat getestet?

Um Testeindrücke zu verifizieren und unterschiedlichste Vorlieben sowie Gewichtsklassen mitzuerfassen, arbeiteten wir mit externen Testern zusammen, die in Summe das ganze Spektrum der potenziellen Anwender abdecken. Haupttester und Betreuer für die externen Testfahrer waren Chris Spath und Jens Staudt.

Jens Staudt

Testerprofil Jens Staudt – bitte ausklappen
  • Testername: Jens Staudt
  • Körpergröße: 190 cm
  • Gewicht (fahrfertig): 95 kg
  • Schrittlänge: 91 cm
  • Armlänge: 61 cm
  • Oberkörperlänge: 56 cm
  • Fahrstil: Schnellste Linie, auch wenn es mal ruppig ist
  • Ich fahre hauptsächlich: Singletrails, sprunglastiger Local Spot, Freeride, DH
  • Vorlieben beim Fahrwerk: Straff, gutes Feedback vom Untergrund, viel Druckstufe, progressive Kennlinie
  • Vorlieben bei der Geometrie: Kettenstreben nicht zu kurz (ca. 430 mm oder gerne länger), Lenkwinkel tendenziell eher flacher
Jens aka Grinsekater punktet vor allem durch seine jahrzehntelange Erfahrung.
# Jens aka Grinsekater punktet vor allem durch seine jahrzehntelange Erfahrung.
Gewicht bringt Energie ins System
# Gewicht bringt Energie ins System - Jens ist einer der schwereren Fahrer im Testerfeld.

Christoph Spath

Testerprofil Chris Spath – bitte ausklappen
  • Testername: Christoph Spath
  • Körpergröße: 190 cm
  • Gewicht: 65 kg
  • Gewicht (fahrfertig): 70 kg
  • Schrittlänge: 94 cm
  • Armlänge: 60 cm
  • Oberkörperlänge: 49 cm
  • Fahrstil: Schnell bergauf und bergab, sauber, selten überm Limit
  • Ich fahre hauptsächlich: Von Dirt Jump über Trail und Enduro bis Downhill, gerne schnell, in grobem Gelände und mit viel Luftstand
  • Vorlieben beim Fahrwerk: Viel Low Speed-Compression am Dämpfer, Front etwas straffer als das Heck, hinten gerne progressiv
  • Vorlieben bei der Geometrie: Vorne lang, hinten je nach Einsatzbereich kurz bis mittellang, flach
Materialien und Fertigungsmethoden sind für Chris mit seinem technischen Hintergrund wichtig.
# Materialien und Fertigungsmethoden sind für Chris mit seinem technischen Hintergrund wichtig.
Gerne am Boden – noch lieber in der Luft
# Gerne am Boden – noch lieber in der Luft - Chris bringt von allen Testern am wenigsten auf die Waage.

Um euch den bestmöglichen und breitesten Testeindruck zu bieten, fahren immer mehrere Tester ein Produkt. Neben den aufgeführten Testern mit detaillierten Profil arbeiten wir immer mit weiteren Fahrern unterschiedlicher Könnerstufen, Gewichte, Körpergrößen sowie Vorlieben zusammen. Im direkten Dialog stellen wir das richtigen Setup sicher und dokumentieren in gemeinsamen Ausfahrten die Eindrücke. Dies stellt sicher, dass wir alle Eigenheiten eines Produkts in allen Bereichen beurteilen können.


Hier findest du alle weiteren Artikel unseres 29″ Enduro-Federgabel-Vergleichstests 2018:

Wo liegen eure Präferenzen? Würdet ihr die Zeit und den Aufwand eine komplex verstellbaren Federgabel in Kauf nehmen für das Quäntchen mehr Performance oder sollte eine Federgabel für euch primär simpel in der Einstellung sein und nicht mit zahllosen Möglichkeiten Raum für Fehler bieten?

  1. benutzerbild

    FormulaGermany

    dabei seit 11/2013

    Joey12345
    Die Zeiten sind leider vorbei
    Nur der Raum München hat sich nach Fürth verlagert. Rest bleibt gleich
  2. benutzerbild

    Bench

    dabei seit 02/2011

    Die Exoten gibts halt extrem selten als gebraucht, deshalb fahre ich nur RS.
    Die kriegt man manchmal gebraucht hinterhergeworfen.
    Für neue Gabeln fehlt mir das Geld.

    Wobei mich so ne Formula schon reizen würde.
  3. Anzeige

  4. benutzerbild

    Trail Surfer

    dabei seit 03/2004

    Neu bei ebay für um 600 Euro.;)
  5. benutzerbild

    Bench

    dabei seit 02/2011

    Hab meine 29er Revolution RCT3 120mm für 200€ gekriegt. Spacer raus, jetzt ist sie mit 140mm eine geile Gabel für mein Big Wig.
    Fürs Pitch hab ich für 300€ sogar eine Lyrik RC2DH gekriegt.

    Wozu dann 600€ zahlen? Dafür kauf ich lieber ein neues Rennrad.

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