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Wer dezent Blur fahren will, der wird zu dieser Farbe greifen
Wer dezent Blur fahren will, der wird zu dieser Farbe greifen - Matte Carbon heißt der Farbton
160 mm Bremsscheiben werden per Post Mount montiert
160 mm Bremsscheiben werden per Post Mount montiert - DT RWS Hebel zum Lösen der Achse
Einziger kleiner Farbtupfer am grauen Blur CC
Einziger kleiner Farbtupfer am grauen Blur CC - Auberginenfarbener Modellschriftzug
Klassisches Blur-Layout
Klassisches Blur-Layout - verfeinert wie bisher noch nie: Gerade Linien und verstecke Züge im Inneren.
Platz für bis zu zwei Flaschenhalter
Platz für bis zu zwei Flaschenhalter - Die Leitungen müssen dann freilich etwas weniger direkt verlegt werden.
Innenliegend ist auch die Leitung für den Dämpfer-Lockout verlegt
Innenliegend ist auch die Leitung für den Dämpfer-Lockout verlegt - mit Dämpfer kommt der Rahmen auf ca. 2100 g in Größe M (ohne Steckachse)
Kompakter geht's nicht
Kompakter geht's nicht - der kleine Fox-Dämpfer hat gerade einmal 35 mm Hub
Beide Umlenkhebel sind aus Aluminium gefräst
Beide Umlenkhebel sind aus Aluminium gefräst - alle Kugellager sind hier eingepresst, im Carbon sind Alu-Gewindeeinsätze vorhanden.
Die Schaltzüge verlaufen innenliegend
Die Schaltzüge verlaufen innenliegend - nur die Bremsleitung ist außen angebracht.
Besonders elegant ist der Innenlagerbereich gelöst
Besonders elegant ist der Innenlagerbereich gelöst - die untere Umlenkwippe verschwindet elegant im Hauptrahmen.
Das matte Finish wirkt schlicht und hochwertig
Das matte Finish wirkt schlicht und hochwertig - gerade Linien dominieren das Rahmendesign
Kurze Steuerrohre erlauben niedrige Lenkerpositionen.
Kurze Steuerrohre erlauben niedrige Lenkerpositionen.
X01-Ausstattung in Matte Carbon Grau
X01-Ausstattung in Matte Carbon Grau - Syntace-Stütze und -Vorbau, Santa Cruz-Laufräder, günstigeres Fox-Fahrwerk
Farbenfroh mit XX1-Ausstattung
Farbenfroh mit XX1-Ausstattung - Blur in Farbe "Sunset", wiegt wie gezeigt ca. 9,9 kg
Bergauf schweigt das Heck und überzeugt mit guter Traktion
Bergauf schweigt das Heck und überzeugt mit guter Traktion - der Hinterbau klebt trotz nur 100 mm Federweg den Reifen an den Boden.
In diesem abartig steilen Anstieg wurde das Vorderrad leicht
In diesem abartig steilen Anstieg wurde das Vorderrad leicht - in allen anderen Fahrsituationen stimmt die Balance aber, zumal noch Spacer unter meinem Vorbau platziert waren.
Im Vollsprint macht sich die Plattform bezahlt
Im Vollsprint macht sich die Plattform bezahlt - im Großen und Ganzen erschien mir die dauerhaft eingeschaltete Plattform aber unnötig, weshalb ich das Fahrwerk fast immer öffnete.
Auf rutschigem Boden wird neben der Reifen das Fahrwerk immer wichtiger
Auf rutschigem Boden wird neben der Reifen das Fahrwerk immer wichtiger - denn nur ein Reifen mit Bodenkontakt kann auch Halt bieten.
Das Blur ist sehr gut ausbalanciert
Das Blur ist sehr gut ausbalanciert - beide Räder kriegen richtig gut Grip, ohne dass der Fahrer aktiv eine besondere Haltung einnehmen müsste.
Das satte Fahrwerk lädt tatsächlich dazu ein, Linien auszuprobieren
Das satte Fahrwerk lädt tatsächlich dazu ein, Linien auszuprobieren - so fährt man mit Selbstbewusstsein in derartige Passagen.
Alle Tester waren überrascht, wie viel Sicherheit das Blur vermittelt
Alle Tester waren überrascht, wie viel Sicherheit das Blur vermittelt - mit 26 % Sag gefahren nutzt es linear den Federweg gut aus und animiert so zu hohem Tempo auch in holprigem Geläuf.
Mit dem Blur lässt es sich für ein XC-Bike ungewöhnlich leicht spielen
Mit dem Blur lässt es sich für ein XC-Bike ungewöhnlich leicht spielen - wer sich noch flachere Winkel gewünscht hätte: Highball und Bronson bleiben ja weiterhin im Sortiment...

Santa Cruz Blur CC 2018 im Test: Das wurde auch Zeit! Seit 3 Jahren gab es im Sortiment der Kalifornier kein Blur – dabei war das XC-Bike einmal eines der wichtigsten Santa Cruz-Modelle, das es zudem in unterschiedlichen Ausführungen als XC, LT, TRc und 4X gab. Wir waren beim Relaunch in Santa Cruz und haben für euch getestet, ob das Comeback gelungen ist.

Steckbrief: Santa Cruz Blur CC

EinsatzbereichCross Country
Federweg100 mm/100 mm
Laufradgröße29ʺ
RahmenmaterialCarbon
Gewicht (o. Pedale)9,9 kg
RahmengrößenS, M, L, XL
Websitesantacruzbicycles.com
Preis: 9399 €

Das Santa Cruz Blur CC ordnet sich unterhalb des Tallboy in die Santa Cruz-Produktpalette ein. Mit 100 mm Federweg und 29″ ist der Einsatzzweck schnell klar: Cross-Country! Verglichen mit dem Tallboy ist es leichter, die Geometrie minimal steiler, und die Ausstattung für den Renneinsatz ausgewählt. Es tritt an, um mit Bikes wie Spark und Epic um die Wette zu fahren. Zur gleichen Zeit soll es aber einen “Santa Cruz way of life” verkörpern, im Vergleich zum Wettbewerb mehr Spaß machen und insgesamt stark das Herz und nicht nur den Kopf ansprechen.

Diashow: Neues Santa Cruz Blur CC 2018 im Test - Mehr als ein XC-Racebike
Das Blur ist sehr gut ausbalanciert
Platz für bis zu zwei Flaschenhalter
Beide Umlenkhebel sind aus Aluminium gefräst
Klassisches Blur-Layout
Auf rutschigem Boden wird neben der Reifen das Fahrwerk immer wichtiger
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Geometrie

Mit modernen XC-Bikes ist immer mehr möglich, aktuelle Weltcup-Strecken werden immer technischer. Entsprechend müssen moderne XC-Bikes einen ganz schönen Spagat schaffen: Schnell und effizient bergauf, aber auch sicher und kontrolliert bergab. Santa Cruz macht beim neuen Blur keine Experimente, sondern wählt eine moderne, aber keinesfalls progressive Geometrie. Kern des Konzepts ist ein 432 mm kurzes Heck, moderat lange Reach-Werte und ein 69° Lenkwinkel – alles in allem recht ähnlich zu den aktuellen Klassenprimus-Bikes von Scott oder Specialized.

RahmengrößeSMLL
Reach420 mm440 mm460 mm490 mm
Stack579 mm588 mm598 mm612 mm
Oberrohrlänge575 mm597 mm621 mm656 mm
Sitzrohrlänge405 mm430 mm470 mm520 mm
Sitzwinkel74°74°74°74°
Kettenstrebenlänge432 mm432 mm432 mm432 mm
Radstand1113 mm1136 mm1160 mm1195 mm
Tretlagerabsenkung42 mm42 mm42 mm42 mm
Lenkwinkel69°69°69°69°
Steuerrohrlänge90 mm100 mm110 mm125 mm
Tretlagerhöhe328 mm328 mm328 mm328 mm
Standover722 mm722 mm723 mm730 mm
Wer dezent Blur fahren will, der wird zu dieser Farbe greifen
# Wer dezent Blur fahren will, der wird zu dieser Farbe greifen - Matte Carbon heißt der Farbton
160 mm Bremsscheiben werden per Post Mount montiert
# 160 mm Bremsscheiben werden per Post Mount montiert - DT RWS Hebel zum Lösen der Achse
Einziger kleiner Farbtupfer am grauen Blur CC
# Einziger kleiner Farbtupfer am grauen Blur CC - Auberginenfarbener Modellschriftzug

Ausstattung

Beim Blur verfolgt Santa Cruz eine ähnliche Strategie wie bei den meisten anderen Bikes: zwei verschiedene Carbon-Varianten werden mit unterschiedlich teuren (und leichten) Komponenten zu insgesamt sechs Paketen geschnürt.

  • Federgabel Fox 32 StepCast Factory 100 mm Remote
  • Antrieb SRAM XX1 Eagle 1×12
  • Bremsen SRAM Level Ultimate
  • Laufräder Santa Cruz Reserve Carbon 25 Felgen mit DT 350 Naben und Competition Race Speichen
  • Reifen Maxxis Aspen TR
  • Cockpit Santa Cruz XC Flatbar (750 mm) / Syntace LiteForce
Santa Cruz Blur – alle kompletten Ausstattungsvarianten zum Ausklappen
ModellBlur C R 29Blur C S 29Blur C XE 29Blur CC XO1 29Blur CC XO1 Reserve 29Blur CC XX1 Reserve 29
FederbeinFox Float Performance DPSFox Float Performance Elite DPS RemoteFox Float Performance Elite DPS RemoteFox Float Performance Elite DPS RemoteFox Float Performance Elite DPS RemoteFox Float Factory DPS Kashima Remote
FedergabelFox Rythm 32 100Fox Step-Cast 32 Performance 100 RemoteFox Step-Cast 32 Performance 100 RemoteFox Step-Cast 32 Performance Elite 100 RemoteFox Step-Cast 32 Performance Elite 100 RemoteFox Step-Cast 32 Factory 100 Remote
SteuersatzCane Creek 10 IS Integrated HeadsetCane Creek 40 IS Integrated HeadsetCane Creek 40 IS Integrated HeadsetCane Creek 40 IS Integrated HeadsetCane Creek 40 IS Integrated HeadsetCane Creek AER Integrated Headset
VorbauRace Face RideRace Face RideRace Face Turbine BasicSyntace LiteForceSyntace LiteForceSyntace LiteForce
LenkerRace Face Evolve Flat Bar 31,8 x 720 mmRace Face Evolve Flat Bar 31,8 x 720 mmSCB XC Carbon Flatbar 31,8 x 750 mmSCB XC Carbon Flatbar 31,8 x 750 mmSCB XC Carbon Flatbar 31,8 x 750 mmSCB XC Carbon Flatbar 31,8 x 750 mm
GriffeESI Chunky GripsESI Chunky GripsESI Chunky GripsESI Chunky GripsESI Chunky GripsESI Chunky Grips
SattelklemmeSanta CruzSanta CruzSanta CruzSanta CruzSanta CruzSanta Cruz
SattelstützeRace Face Ride 31,6 mmSyntace P6, 31,6x400 mmSyntace P6, 31,6x400 mmSyntace P6 Carbon HiFlex 31,6 mmSyntace P6 Carbon HiFlex 31,6Syntace P6 Carbon HiFlex 31,6
SattelWTB Volt RaceWTB Silverado NiCroWTB Silverado NiCroWTB Silverado NiCroWTB Silverado NiCroWTB Silverado Carbon
SchalthebelSRAM NX 11spdSRAM GX Eagle 12spdShimano XT M8000 11spdSRAM X01 Eagle 12spdSRAM X01 Eagle 12spdSRAM XX1 Eagle 12spd
SchaltwerkSRAM NX Long Cage 11 spdSRAM GX Eagle 12spdShimano XT M8000SRAM X01 Eagle 12spdSRAM X01 Eagle 12spdSRAM XX1 Eagle 12spd
KurbelsatzRace Face Aeffect 32t 170/175(M-XL)SRAM Stylo 7k DUB 34t 170/175(M-XL)Shimano XT M8000 32t 170/175(M-XL)SRAM X01 Eagle Carbon DUB 34t 170/175(M-XL)SRAM X01 Eagle Carbon DUB 34t 170/175(M-XL)SRAM XX1 Eagle Carbon DUB 34t 170/175(M-XL)
InnenlagerRace FaceSRAM DUBShimano XTSRAM DUBSRAM DUBSRAM DUB
KetteSRAM PC1110 11spdSRAM GX Eagle 12spdShimano SLX M7000SRAM X01 Eagle 12spdSRAM X01 Eagle 12spdSRAM X01 Eagle 12spd
KassetteSRAM XG115 - 11spd, 10-42tSRAM XG1275 Eagle - 12spd 10-50te13 TRS Race - 11spd, 9-46SRAM XG1295 Eagle - 12spd 10-50tSRAM XG1295 Eagle - 12spd 10-50tSRAM XG1295 Eagle - 12spd 10-50t
BremsenSram Level T, 160 mmSram Level TL, 160 mmShimano XT M8000Sram Level TLM, 160 mmSram Level TLM, 160 mmSram Level Ultimate, 160 mm
LaufräderWTB i19 32h auf SRAM MTH 716/746Race Face AR 32h auf DT 370Race Face AR 32h auf DT 370DT XR 361 28h auf DT 350Santa Cruz Reserve 25 Carbon 28h auf DT 350Santa Cruz Reserve 25 Carbon 28h auf DT 240
BereifungMaxxis Aspen TR 29x2,25Maxxis Aspen TR 29x2,25Maxxis Aspen TR 29x2,25Maxxis Aspen TR 29x2,25Maxxis Aspen TR 29x2,25Maxxis Aspen TR 29x2,25
Preis4299 €4999 €5499 €6799 €7999 €9399 €
Klassisches Blur-Layout
# Klassisches Blur-Layout - verfeinert wie bisher noch nie: Gerade Linien und verstecke Züge im Inneren.

Im Detail

Was braucht ein gutes XC-Mountainbike? Neben der passenden Geometrie und Ausstattung sind es im Wesentlichen drei Dinge: Gewicht, Steifigkeit und Traktion. Fangen wir vorne an: Der Rahmen des Blur ist aus Carbon gefertigt und die Kalifornier wenden in ihrer eigenen Carbon-Fabrik in China alle Tricks an, die sie in den vergangenen Jahren gelernt haben. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Mit 2.060 g inklusive Fox Float-Dämpfer in Größe M liegt der Rahmen zwar nicht ganz auf dem Level der leichtesten Wettbewerber; für einen VPP-Rahmen mit einigen interessanten Features ist das Gewicht aber absolut top. Denn: Anders als am Viergelenker lassen sich am VPP keine Gelenke einsparen, es werden zwei Aluminium-Umlenkhebel nötig und Santa Cruz legt Wert auf durch Kanäle und Fettpresse abschmierbare Kugellager und durchgängige Schaltzüge.

Platz für bis zu zwei Flaschenhalter
# Platz für bis zu zwei Flaschenhalter - Die Leitungen müssen dann freilich etwas weniger direkt verlegt werden.
Innenliegend ist auch die Leitung für den Dämpfer-Lockout verlegt
# Innenliegend ist auch die Leitung für den Dämpfer-Lockout verlegt - mit Dämpfer kommt der Rahmen auf ca. 2100 g in Größe M (ohne Steckachse)

Als nächstes wäre die Steifigkeit an der Reihe – hierum kümmern wir uns weiter unten im ersten Fahreindruck. Stattdessen sei an dieser Stelle noch das eine oder andere Merkmal erwähnt: Die Bremsleitung läuft außen, wodurch die Bremse einfacher gewechselt werden kann. Alle anderen Leitungen – inklusive Dämpfer-Lockout und optionaler Teleskopstütze – lassen sich elegant durch den Rahmen führen. Das Innenlager wird geschraubt, wobei Aluminium-Einsätze Langlebigkeit gewährleisten sollen. Einzig im Steuerrohr werden die Lager direkt ins Carbon gelegt; die anderen Lager sitzen in den Aluminium-Umlenkhebeln. Auf den Rahmen gibt Santa Cruz eine lebenslange Garantie, die schon andeutet, wie sehr die Kalifornier ihrem neuen XC-Racer vertrauen.

Kompakter geht's nicht
# Kompakter geht's nicht - der kleine Fox-Dämpfer hat gerade einmal 35 mm Hub
Beide Umlenkhebel sind aus Aluminium gefräst
# Beide Umlenkhebel sind aus Aluminium gefräst - alle Kugellager sind hier eingepresst, im Carbon sind Alu-Gewindeeinsätze vorhanden.
Die Schaltzüge verlaufen innenliegend
# Die Schaltzüge verlaufen innenliegend - nur die Bremsleitung ist außen angebracht.

Der Hinterbau ist, wie könnte es anders sein, ein VPP-System. Aus 35 mm Hub am Fox Federbein ergeben sich 100 mm Federweg am Heck. Die Ingenieure haben dabei den unteren Umlenkhebel weit nach vorn geschoben, um kurze Kettenstreben zu ermöglichen. Der Umlenkhebel sitzt elegant zwischen den Carbonflanken des Hauptrahmens, und die Orientierung der Hebel wurde so gewählt, dass die Übersetzung möglichst linear ausfällt. Gemeinsam mit der progressiven Luftfeder ergibt sich also ein leicht progressiver Hinterbau, der entsprechend weich gefahren werden kann, ohne Durchschläge zu produzieren.

Besonders elegant ist der Innenlagerbereich gelöst
# Besonders elegant ist der Innenlagerbereich gelöst - die untere Umlenkwippe verschwindet elegant im Hauptrahmen.
Das matte Finish wirkt schlicht und hochwertig
# Das matte Finish wirkt schlicht und hochwertig - gerade Linien dominieren das Rahmendesign
Kurze Steuerrohre erlauben niedrige Lenkerpositionen.
# Kurze Steuerrohre erlauben niedrige Lenkerpositionen.

Was gibt es sonst zum Blur zu sagen? Dass ein Flaschenhalter im Hauptrahmen Platz findet, sollte in dieser Kategorie als Standard zählen. Dass Unterrohr und Kettenstreben mit Schützern versehen sind, ist ebenfalls zu erwarten. Wie inzwischen recht häufig der Fall, lässt sich auch am Blur kein Umwerfer mehr anbringen. Zu guter letzt gibt es natürlich noch Farben zur Auswahl: “Matte Grau” oder “Sunset Orange” stehen zur Wahl, wenn das Blur im Frühjahr 2018 in die Läden rollt.

X01-Ausstattung in Matte Carbon Grau
# X01-Ausstattung in Matte Carbon Grau - Syntace-Stütze und -Vorbau, Santa Cruz-Laufräder, günstigeres Fox-Fahrwerk
Farbenfroh mit XX1-Ausstattung
# Farbenfroh mit XX1-Ausstattung - Blur in Farbe "Sunset", wiegt wie gezeigt ca. 9,9 kg

Auf dem Trail

Auch als wir das neue Blur Probe fahren wollen, scheint der kalifornische Himmel vor Freude zu weinen – und so testen wir das neue Santa Cruz Blur in leicht modifizierter Ausstattung mit Maxxis Forecaster-Reifen, Mudguard und Dropperpost. Das Setup der Bikes geht recht schnell vonstatten: Am Dämpfer stellen wir 9 mm (entspricht 26 %) Sag ein, an der Gabel etwa 20 %. Die Zugstufe und Sattelposition werden ebenso wie das Cockpit angepasst, und es kann zur ersten Setup-Runde auf den Trail gehen.

Bergauf schweigt das Heck und überzeugt mit guter Traktion
# Bergauf schweigt das Heck und überzeugt mit guter Traktion - der Hinterbau klebt trotz nur 100 mm Federweg den Reifen an den Boden.

Schon auf den ersten Metern wird klar: Das Blur ist nicht nur richtig leicht, sondern auch richtig lebendig. Wo andere XC-Fullies ihre Hinterradfederung als Gelegenheitsjobber für die ganz harten Schläge verstehen, sitzt beim Blur ein Fleißarbeiter im Dreischichtbetrieb. Sobald die Federung über die Lenkerfernbedienung aktiviert ist und das Bike etwas Bewegung aufgenommen hat, werden auch kleine Schläge sanft absorbiert. Wird die Plattformdämpfung aktiviert, wird das Fahrwerk sportlich straff und macht erst dann auf, wenn es zur Sache geht.

In diesem abartig steilen Anstieg wurde das Vorderrad leicht
# In diesem abartig steilen Anstieg wurde das Vorderrad leicht - in allen anderen Fahrsituationen stimmt die Balance aber, zumal noch Spacer unter meinem Vorbau platziert waren.
Im Vollsprint macht sich die Plattform bezahlt
# Im Vollsprint macht sich die Plattform bezahlt - im Großen und Ganzen erschien mir die dauerhaft eingeschaltete Plattform aber unnötig, weshalb ich das Fahrwerk fast immer öffnete.
Auf rutschigem Boden wird neben der Reifen das Fahrwerk immer wichtiger
# Auf rutschigem Boden wird neben der Reifen das Fahrwerk immer wichtiger - denn nur ein Reifen mit Bodenkontakt kann auch Halt bieten.

Fast unabhängig vom gewählten Dämpfungsmodus schiebt das Rad hervorragend an. Durch unsere Modifikationen liegt das Gewicht des Bikes zwar knapp über 10 kg, aber was sind schon 10 kg in Kombination mit leichten Carbon-Felgen und einem antriebsneutralen Hinterbau? Es ist beeindruckend, wie ruhig das Heck auch im offenen Modus bleibt, sowohl im Wiegetritt als auch sitzend sorgt Druck auf dem Pedal dafür, dass das Heck ruhig bleibt. Die XX1 Eagle knallt die Gänge so schnell aneinander, dass die Beine kaum hinterher kommen, und der schön verwindungssteife Hinterbau sorgt dafür, dass jeder Tritt auch für Vortrieb sorgt. Bergauf braucht es einen wirklich steilen Anstieg und den leichtesten Gang, damit das Vorderrad irgendwann leicht wird – der Sattel ließe sich aber auch noch nach vorne schieben und Spacer unter dem Vorbau entfernen (ich als trail-orientierter Biker habe hier nicht das volle Race-Potential ausgereizt).

Das Blur ist sehr gut ausbalanciert
# Das Blur ist sehr gut ausbalanciert - beide Räder kriegen richtig gut Grip, ohne dass der Fahrer aktiv eine besondere Haltung einnehmen müsste.

Die Santa Cruz Mountains und das Santa Cruz Blur scheinen wie für einander geschaffen, und vermutlich sind sie es: Auf vielen Trails lässt sich viel Strecke machen, ohne dass sehr lange Anstiege oder Abfahrten zu finden sind – stattdessen reihen sich kurze, knackige Anstiege und Flachstücke mit kleinen Abfahrten aneinander. Aufgrund des komfortablen Hecks können solche Passagen bei Bedarf vollständig im Sitzen gefahren werden. Dank der moderat gestreckten Sitzposition lässt sich sehr gut Druck machen, und auch der Sprint in steilen Rampen gelingt hervorragend. Geht es dann leicht bergab, kann weiter pedaliert werden – oder der Fahrer begibt sich aus dem Sattel und genießt die Abfahrt.

Das satte Fahrwerk lädt tatsächlich dazu ein, Linien auszuprobieren
# Das satte Fahrwerk lädt tatsächlich dazu ein, Linien auszuprobieren - so fährt man mit Selbstbewusstsein in derartige Passagen.

Während eine saubere Uphill-Performance ein Muss für jedes XC-Bike ist, trennen sich in der Abfahrt die Charaktere. Im Falle des Blur lässt sich sagen: Es ist beeindruckend, was mit 100 mm Federweg möglich ist, wenn diese auch genutzt werden! Werden Fox-Gabel und Dämpfer geöffnet, gibt es in moderatem Gelände kaum noch ein Halten. Die Räder tanzen dann dem Gelände folgend auf und ab, während der Fahrer souverän seine Linie aussucht. Auch wenn hinter einer Kurve überraschend Felsgelände wartet, kann der Fahrer entscheiden: Kontrolliert abbremsen oder motiviert draufhalten? Sogar Enduro-Piloten wie Max Schumann haben sich in die Kombination aus Speed und Fahrwerk des Blur verliebt, und nach den Abfahrten fragten wir uns, ob das Bike wirklich nur 100 mm Federweg bietet. Im nächsten Anstieg war die Frage dann aber schnell beantwortet, denn dieses Rad klettert definitiv wie das 100 mm-Fully, das es ist.

Alle Tester waren überrascht, wie viel Sicherheit das Blur vermittelt
# Alle Tester waren überrascht, wie viel Sicherheit das Blur vermittelt - mit 26 % Sag gefahren nutzt es linear den Federweg gut aus und animiert so zu hohem Tempo auch in holprigem Geläuf.

Das ist uns aufgefallen

  • Wartung und Garantie Es ist schön zu sehen, dass Santa Cruz auch an diesem gewichtsorientierten Produkt keine Kompromisse macht: Lebenslange Garantie und Hinterbaulager, die sich per Fettpresse abschmieren lassen, sind seltene Features in dieser Kategorie.
  • C & CC Das gefahrene Modell CC XX1 ist kein Schnäppchen. Umso schöner, dass Santa Cruz die Option bietet, einige Gramm mehr für einige Euro weniger zu erstehen – ohne dass man dabei auf die saubere Linienführung des Carbon-Rahmens verzichten müsste.

Fazit – Santa Cruz Blur CC

Das Blur ist eine Bereicherung für den XC-Sektor: Es zeigt, was mit 100 mm Federweg möglich ist, und präsentiert sich als eines der potentesten XC-Fullies im Wettbewerb. Mit seinem Fahrwerk lassen sich auch anspruchsvollere Trails schnell und kontrolliert fahren, gleichzeitig bietet es im Sprint alle Vorteile eines reinrassigen Race-Bikes. Abgerundet wird das Paket durch lebenslange Garantie und sauber ausgeführte Rahmendetails mit Seltenheitswert.

Pro
  • Hinterbau-Performance
  • Zeitgemäße Geometrie
  • Robust und leicht
Contra
  • Gefahrene Ausstattung teuer
Mit dem Blur lässt es sich für ein XC-Bike ungewöhnlich leicht spielen
# Mit dem Blur lässt es sich für ein XC-Bike ungewöhnlich leicht spielen - wer sich noch flachere Winkel gewünscht hätte: Highball und Bronson bleiben ja weiterhin im Sortiment...

Testablauf

Der Test des Santa Cruz Blur fand auf Trails in den Santa Cruz Mountains in Kalifornien statt. Dieses bis zu ca. 1100 m hohe Küstengebirge zwischen Santa Cruz und San Francisco bietet eine Mischung aus Mammutbaum- und Eichen-Wäldern, neben leicht sandigem Waldboden finden sich auch griffige Felspassagen. Die Trails sind teils für Mountainbiker, teils als historische Transportpfade angelegt; insgesamt dominiert flowiges Gelände, das ein paar überraschende Steinfelder, Kanten und Kurven bereit hält. Die Kosten für das Pressecamp wurden von Santa Cruz getragen.

Tester-Profil: Stefanus Stahl
63 cm70 kg82 cm65 cm177 cm
Stefanus lebt für flowigen, sprunglastigen Singletrail durch lichten Wald und kann mit zwei Brettern fast so viel anfangen wie mit zwei Rädern.
Fahrstil
verspielt, sauber und mit vielen Drifts
Ich fahre hauptsächlich
Trail, Enduro
Vorlieben beim Fahrwerk
Die richtige Mischung aus Komfort und Popp macht's
Vorlieben bei der Geometrie
Relativ niedrig, relativ lang




  1. benutzerbild

    fricc

    dabei seit 12/2003

    Spannendes Bike. Interessant wäre für mich, wie sich ein Blur mit 120mm Gabel im Vergleich zu einem Tallboy - oder auch einem Element - bergab schlagen würde.
  2. benutzerbild

    Anzeige

  3. benutzerbild

    Zauber-flo

    dabei seit 02/2012

    Mich würde interessieren wie groß der unterschied zwischen Blur und und Tallboy ist.
  4. benutzerbild

    supurb-bicycles

    dabei seit 09/2013

    Zauber-flo
    Mich würde interessieren wie groß der unterschied zwischen Blur und und Tallboy ist.
    Das Tallboy ist einfach viel mehr Trailbike, der Hinterbau liegt satter und ist kinematisch weniger auf Vortrieb getrimmt. Das Blur ist halt eine ganze Ecke (etwa 500g) leichter und antrittstärker vom Hinterbau. Auf flachen Trails ist es eine echte Macht und taugt auch als leichtes Trailbike, wenn es sehr steil und rumpelig wird, sind natürlich echte Trailbikes im Vorteil. Mein Blur mit 120er Intend ist perfekt für meine Hometrails im Norden (OWL), das Tallboy hat mir sogar in Latsch gereicht..
    gruß,
    Basti

    Edit: die Unterschiede auf dem Papier sind marginal (Federweg 10mm, Lenkwinkel 1°), aber der Unterschied im Charakter doch sehr deutlich. Bei Interesse am besten auf einem Festival oder Dealer Event testen..)
  5. benutzerbild

    metalrene1989

    dabei seit 06/2012

    Welche Rahmengröße wurde da getestet bei welcher Körpergröße?
  6. benutzerbild

    matt017

    dabei seit 12/2005

    @nuts Schließe mich der Frage an, welche Rahmengröße bist du gefahren?

    Bin ziemlich exakt so groß wie du (177/83). Hab gerade im Bikeshop ein Blur in L getestet, obwohl ich eigentlich ein M testen wollte - war aber nicht da.
    Zu meinem Erstaunen hat das L ziemlich gut gepasst. Obwohl es laut Geotabelle deutlich höher und länger sein müsste als alle meine anderen Bikes (alle Gr. M).

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