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Wenn man sich die Sicht von der Veranda des Martin-Hauses anschaut, kann man gut verstehen, was die beiden Südafrikaner in diese Gegend gezogen hat.
Wenn man sich die Sicht von der Veranda des Martin-Hauses anschaut, kann man gut verstehen, was die beiden Südafrikaner in diese Gegend gezogen hat.
Anka Martin war selbst lange als MTB-Profi unterwegs und hat bereits an allem von Downhill Weltcups, Enduro World Series oder Trans-Rennen teilgenommen.
Anka Martin war selbst lange als MTB-Profi unterwegs und hat bereits an allem von Downhill Weltcups, Enduro World Series oder Trans-Rennen teilgenommen. - Gemeinsam mit ihrem Mann …
… Sven Martin, einem der bekanntesten MTB-Fotografen der Gegenwart, hat sie nun die Seiten gewechselt und mit dem NZ Enduro ein eigenes Rennen auf die Beine gestellt.
… Sven Martin, einem der bekanntesten MTB-Fotografen der Gegenwart, hat sie nun die Seiten gewechselt und mit dem NZ Enduro ein eigenes Rennen auf die Beine gestellt.
Die beiden Rennorganisatoren im Interview mit MTB-News.de
Die beiden Rennorganisatoren im Interview mit MTB-News.de
Statt mit Kameras und Fotorucksack war Sven Martin beim NZ Enduro mit Klemmbrettern und Walkie-Talkies beladen.
Statt mit Kameras und Fotorucksack war Sven Martin beim NZ Enduro mit Klemmbrettern und Walkie-Talkies beladen.
Die Straßenführung in Marlborough, Neuseeland, ist oft etwas anspruchsvoller
Die Straßenführung in Marlborough, Neuseeland, ist oft etwas anspruchsvoller - Allrad-Fahrzeuge sind ein guter Tipp.
Anka Martin war unter anderem für die Streckenfreigabe und die Starts verantwortlich.
Anka Martin war unter anderem für die Streckenfreigabe und die Starts verantwortlich.
NZ RockShox DebonAir2018 AN3X3397
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NZ RockShox DebonAir2018 AN3X5855
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Sven Martin kann nicht nur gute Fotos machen, sondern hat vorher bereits eine professionelle Skateboard- und Downhill-Karriere hingelegt.
Sven Martin kann nicht nur gute Fotos machen, sondern hat vorher bereits eine professionelle Skateboard- und Downhill-Karriere hingelegt.
Anka brachte den Ex-Skateboarder und angehenden Fotografen aufs Mountainbike.
Anka brachte den Ex-Skateboarder und angehenden Fotografen aufs Mountainbike.
NZ RockShox DebonAir2018 AN3X3278
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NZ RockShox DebonAir2018 AN3X0767
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NZ RockShox DebonAir2018 GG4A5753
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NZ RockShox DebonAir2018 GG4A5729
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NZ RockShox DebonAir2018 GG4A5693
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Sven und Anka Martin standen zwar selten ganz vorne im Rampenlicht, dennoch dürften die Südafrikaner den meisten Mountainbike-Fans ein Begriff sein. Der World Cup-Fotograf und die Ex-Rennfahrerin haben schon die komplette Welt bereist – doch keine Gegend konnte sie so beeindrucken wie Marlborough, Neuseeland. Dort haben sie nicht nur ihre Zelte aufgeschlagen, sondern mit dem NZ Enduro auch ein international bekanntes Rennen ins Leben gerufen. Klingt interessant und ungewöhnlich – wir waren vor Ort und haben persönlich nachgehakt.
Es sagt schon viel über eine Gegend aus, wenn zwei Südafrikaner, in deren Heimat es sicher nicht an schönem Wetter, grandiosen Landschaften und epischen Sonnenuntergängen mangelt, ihr Leben lang durch die Welt tingeln, die exotischsten Orte besuchen, zwischendurch in die USA ziehen und dann dorthin kommen und sofort sagen, “hier bleiben wir”, obwohl diese Gegend quasi maximal weit weg von … ja von überall ist. Diese Gegend ist die Nordspitze der Südinsel Neuseelands mit einem einzigen größeren Ort namens Nelson. Doch Sven und Anka Martin zogen nicht nur in diese Gegend und nahmen somit lange Flugreisen in Kauf, wenn sie ihren Berufen nachgehen – dem Rennfahren und Fotografieren von Rennfahrern – sondern sie stellten auch gleich noch ein mehrtägiges, internationales Enduro-Rennen auf die Beine, um auch anderen die Möglichkeit zu geben, einmal im Leben die epischen Buchten der Marlborough-Region auf dem Rad zu erkunden: das NZ Enduro.

Wenn man sich die Sicht von der Veranda des Martin-Hauses anschaut, kann man gut verstehen, was die beiden Südafrikaner in diese Gegend gezogen hat.
# Wenn man sich die Sicht von der Veranda des Martin-Hauses anschaut, kann man gut verstehen, was die beiden Südafrikaner in diese Gegend gezogen hat.
Anka Martin war selbst lange als MTB-Profi unterwegs und hat bereits an allem von Downhill Weltcups, Enduro World Series oder Trans-Rennen teilgenommen.
# Anka Martin war selbst lange als MTB-Profi unterwegs und hat bereits an allem von Downhill Weltcups, Enduro World Series oder Trans-Rennen teilgenommen. - Gemeinsam mit ihrem Mann …
… Sven Martin, einem der bekanntesten MTB-Fotografen der Gegenwart, hat sie nun die Seiten gewechselt und mit dem NZ Enduro ein eigenes Rennen auf die Beine gestellt.
# … Sven Martin, einem der bekanntesten MTB-Fotografen der Gegenwart, hat sie nun die Seiten gewechselt und mit dem NZ Enduro ein eigenes Rennen auf die Beine gestellt.
Diashow: NZ Enduro-Organisatoren Anka und Sven Martin im Interview - “Fahrt solange Rennen, wie ihr könnt – das ist viel einfacher!”
Die beiden Rennorganisatoren im Interview mit MTB-News.de
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Anka Martin war selbst lange als MTB-Profi unterwegs und hat bereits an allem von Downhill Weltcups, Enduro World Series oder Trans-Rennen teilgenommen.
Anka brachte den Ex-Skateboarder und angehenden Fotografen aufs Mountainbike.
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Was also treibt zwei Menschen an, das ganze Jahr über zu reisen, um dann die einzigen ruhigen Monate mit der Organisation eines solchen Events zu verbringen? Wir waren anlässlich des jüngsten RockShox-Launchs vor Ort, konnten das NZ Enduro-Rennen mitfahren und waren höchst beeindruckt von so einem gut organisierten, Fahrer-freundlichen, entspannten und nicht zuletzt einfach epischen Rennen. Von abwechslungsreichen Stages, beeindruckender Natur, Mittags-Burgern auf abgelegenen Lodges und Helikopter-Flügen ist bei diesem Rennen einfach alles dabei. Also haben wir einfach selbst mal nachgefragt – viel Spaß mit dem Interview!

MTB-News.de: Hallo Anka, hallo Sven! Legen wir los: Wie kam es denn dazu, dass ihr das NZ Enduro organisiert habt?

Sven Martin: Also, als wir nach Neuseeland gezogen sind, hatten wir schon mehrfach an der Trans Provence teilgenommen. Wir haben dann mit Freunden gesprochen, die hier in Nelson in der Rennszene aktiv waren und haben ihnen von unserer Idee erzählt, hier etwas wie die Trans Provence ins Leben zu rufen. Im ersten Jahr waren wir jedoch zu beschäftigt, also sagte ein Freund von uns: “Lasst mich mal sehen, ob ich die Freigaben bekomme!” Das hat er dann geschafft und eine sehr grobe Version des Rennens gestartet. Es waren dieselben 3 Tage, mit einigen Unterschieden, aber alles weniger aufwendig. Im Prinzip tauchte man dort auf, fuhr sich selbst hoch, keine Shuttles und es gab kein Essen außer einem Lunch. Allerdings hat er eine Menge Kinder und hatte dann keine Lust mehr, es selbst zu organisieren.

Anka: Er hatte einfach Spaß daran zu sehen, ob er es durchführen könnte. Das hat er dann geschafft und dachte sich: “Okay, jetzt reicht’s!” Das war zu der Zeit, als wir mehr Freizeit hatten und bereit waren, die Organisation zu übernehmen und etwas weiterzuentwickeln, damit es sich mehr nach den Fahrern richtet.

Die beiden Rennorganisatoren im Interview mit MTB-News.de
# Die beiden Rennorganisatoren im Interview mit MTB-News.de

Sven: Als die Enduro World Series dann immer bekannter und erfolgreicher wurde, wurde sie auch professioneller und ernster. Das ist super, wenn man auf höchstem Niveau Wettkämpfe bestreiten will. Aber wir wollten eben den professionellen Aspekt – gute Strecken, professionelles Timing und Organisation – in einem angenehmen Rahmen für ganz normale Leute. Wenn man Leute, die vielleicht nicht zu den fittesten der Welt gehören, zwingt, einen Berg in 20 Minuten hoch zu fahren und dann in einer sehr spezifischen Reihenfolge starten lässt … der Stress, den das erzeugt, der ist bei einem Nicht-EWS-Rennen einfach unnötig. Jeden einzelnen Tag gibt es kleine Details, die man unserer Meinung nach verbessern kann, um das Erlebnis für die Rennfahrer zu verbessern. Wir waren immer in Events und Rennfahren involviert …

Anka: … auf der anderen Seite eben …

Sven: … deshalb wollten wir ein Umfeld schaffen, in dem die Leute auch nach und während dem Rennen abhängen, sich kennenlernen und miteinander reden. Also wollten wir jeden Tag Essen ausgeben, Bier mitbringen und den Teilnehmern die Goodie-Beutel und T-Shirts überreichen. Wir haben vorher noch nie ein Rennen organisiert, versuchen jedoch das Erlebnis für den Rennfahrer zu maximieren … vielleicht fokussieren wir uns sogar etwas zu sehr drauf. Denn eigentlich geben wir mehr Geld aus, als wir damit verdienen.

Statt mit Kameras und Fotorucksack war Sven Martin beim NZ Enduro mit Klemmbrettern und Walkie-Talkies beladen.
# Statt mit Kameras und Fotorucksack war Sven Martin beim NZ Enduro mit Klemmbrettern und Walkie-Talkies beladen.

Anka: Das ist ja auch nicht unser einziger Job, also machen wir das nicht, um Geld zu verdienen. Wir machen das, weil wir einfach von der Gegend und den Trails begeistert sind und das mit den Leuten teilen wollen. Es ist nämlich ziemlich schwierig, die Trails auf sich allein gestellt zu fahren. Es ist also auch eine Möglichkeit, die Trails hier zu erleben, ohne sich um die Logistik kümmern zu müssen.

Sven: Direkt in Nelson gibt es zwar lokale Trails, aber was uns dazu bewegt hat, nach Neuseeland zu ziehen, war, dass wir diese Trails hier gefahren sind, als wir auf Entdeckungsreise waren, bevor wir hier gelebt haben. Es war einfach so anders als alles andere …

Anka: … wir haben uns wieder wie totale Anfänger gefühlt!

Sven: Ich war es gewohnt, so 2–3 Stunden zu fahren. Im Hinterland von Punkt zu Punkt zu fahren, auf Wurzeln, die noch nie einen Bagger oder selbst eine Schaufel oder sonst ein normales Trailbau-Werkzeug gesehen haben … das hat sich ja alles natürlich gebildet, durch Goldsucher oder Wanderer. Für uns, die wir aus den USA kamen, war das schon sehr einzigartig und …

Anka: … herausfordernd! Und der Wald, ich hab mich einfach in den Wald und die Vegetation verliebt.

Sven: Also haben wir die Organisation des Rennens übernommen, weil es etwas Besonderes ist und es wert ist, mit der Welt geteilt zu werden – darauf lässt es sich runterbrechen. Das ist einfach ein anderer Stil und eine andere Art des Mountainbikens, aber wir wissen, dass die Leute es lieben werden!

Die Straßenführung in Marlborough, Neuseeland, ist oft etwas anspruchsvoller
# Die Straßenführung in Marlborough, Neuseeland, ist oft etwas anspruchsvoller - Allrad-Fahrzeuge sind ein guter Tipp.

Ihr seid ja als geborene Südafrikaner nach Neuseeland eingewandert. Wie haben die Locals reagiert, als ihr das Rennen hier aus dem Boden gestampft habt?

Anka: Ich glaube, die Kiwis im Allgemeinen … die haben kein Problem damit, wenn Fremde herkommen und so etwas aufgreifen. Wir haben auch immer Wert darauf gelegt, dass wir alle lokalen Rennfahrer miteinbeziehen und alles sehr neuseeländisch lassen. Wir greifen auf lokale Unternehmen zurück und geben der ganzen Gemeinde das Gefühl, etwas dazu beizutragen. Ich denke, wenn man die Sache richtig anpackt, hat hier keiner ein Problem damit, dass wir hier hergezogen sind und das gemacht haben. Wenn man es natürlich falsch anfängt, würde es ihnen nicht gefallen.

Sven: Viele der großen Rennorganisatoren auf der Welt zielen auf den internationalen Markt ab. Beim NZ Enduro wollen wir aber sowohl Kiwis als auch internationale Fahrer ansprechen.

Anka: Wir wollen, dass die Locals es sich auch leisten können und verlangen kein übertrieben hohes Startgeld!

Sven: Ja, man kann nach Queenstown gehen und ein Helidrop auf einem zweistündigen Trail würde mehr kosten als alle drei Tage des NZ Enduros zusammen. Wir wollen also die Locals miteinbeziehen. Alle unsere Zulieferer, die Sachen aus der Bike-Industrie mal ausgenommen, sind hier aus der Gegend. Es wäre sogar einfacher, mit einer internationalen Firma zu kooperieren, aber wir nehmen lieber hochwertige, lokale Produkte. Wir wollen Leute in die Gegend locken, sie müssen nicht nur die Trails, sondern alles hier erleben!

Anka: Selbst der Kerl, der den Verkehr regelt – er kümmert sich um eine kleine Schule, die uns hilft. Wir bezahlen sie und letztes Jahr haben sie sich dann ein Laptop für die Schule gekauft. Es ist eine winzige Schule, das müssen weniger als 100 Kinder sein.

Anka Martin war unter anderem für die Streckenfreigabe und die Starts verantwortlich.
# Anka Martin war unter anderem für die Streckenfreigabe und die Starts verantwortlich.

Wer hilft euch eigentlich mit der Organisation?

Sven: Die Freiwilligen helfen uns nur am Rennwochende. Kurz vor dem Event helfen uns einige Leute etwas mit der Trailpflege. Aber den Rest des Jahres über sind es nur Anka und ich, die mit der ganzen Computer-Arbeit beschäftigt sind.

Das Rennen hat doch auch einen gemeinnützigen Zweck, oder? Was passiert mit den Gewinnen?

Sven: Wir haben sehr gute Sponsoren! Aber anstatt sie nach großen Preisen für die Sieger zu bitten, lassen wir uns Gegenstände für die Verlosung geben. Die Verlosung generiert die Gelder für das Rennen, die wir auch direkt wieder in die Trails und die Community stecken. Viel der Vorbereitungen für Whites Bay (Tag 1 des Rennens, Anm. d. Red.) haben wir mit dem Geld bezahlt, das wir letztes Jahr eingenommen haben. Letztes Jahr hat das Rennen fast 10.000 NZD eingebracht. Diese Einkünfte können nur dort eingesetzt werden, wo das Rennen auch stattfindet oder stattfinden wird, wenn wir mal den Ort wechseln. Für uns war das ein großer Teil der Motivation: Gelder einzunehmen, um die Trails zu verbessern. Sie nicht nur im Nachhinein reparieren, sondern tatsächlich neue erschaffen. Wir haben recht viel Arbeit in Stage 2 gesteckt zum Beispiel. Das ist immer wichtig für uns.

Sind die Trails eigentlich abseits des Rennens öffentlich zugänglich?

Anka: Die Trails sind immer offen für jeden, Wanderer und Biker. Aber es ist schwierig, dort ganz alleine hinzukommen, also sind sie nicht sonderlich belebt.

Sven: An dem Tag, als ihr den Helikopter benutzt habt, wäre normalerweise eine 1,5 stündige Autofahrt plus nochmal eine Stunde auf dem Bike notwendig gewesen. Dann muss man noch das Auto zwei Stunden lang zum Ende des Trails fahren. Also ist das alleine schon sehr schwierig. Dasselbe gilt für Nydia: Wenn man dort hinfährt, den Trail fährt und dann wieder das Auto holt, ist man zwei Stunden unterwegs. Man kann es also alleine machen, aber die Logistik ist … man bräuchte zwei Autos, die vor- und zurückfahren. Es ist möglich ohne das Rennen und wir machen auch geführte Touren auf diesen Trails, aber wir versuchen, es den Leuten eben leichter zu machen.

NZ RockShox DebonAir2018 AN3X3397
# NZ RockShox DebonAir2018 AN3X3397

Ihr seid ja beide ziemlich beschäftigt während der europäischen Saison – also muss das doch eure Offseason sein? Wie schafft ihr es dann, die Organisation von so einem Rennen unterzubringen? Habt ihr überhaupt Urlaub?

Anka: Uff … das ist die Offseason! Wir hatten eine Woche Urlaub, haha!

Sven: Wir arbeiten eigentlich jeden Tag, aber November und Dezember sind nicht so hektisch.

Anka: Wir hatten eine Woche Urlaub Ende Januar, was toll war … aber das Rennen hat unsere komplette Offseason verschlungen. Einiges mehr als wir dachten.

Sven: Neuseeland scheint immer ziemlich locker und entspannt zu sein, aber jedes Unternehmen oder Rennen benötigt eine Menge Büroarbeit. Du musst dich um ein Sicherheitskonzept, Evakuierungspläne und Umweltschutz kümmern … da gibt’s eine Menge Rechtliches zu erledigen – was gut ist! Wir müssen medizinische Berichte ausfüllen und werden vom “Health Board” befragt, warum du dich verletzt hast (Gregor hat sich den Daumen während des Rennens ausgekugelt, Anm. d. Red.). Was wir tun können, um das zukünftig zu verhindern, all dieser Kram.

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# NZ RockShox DebonAir2018 AN3X5855
Sven Martin kann nicht nur gute Fotos machen, sondern hat vorher bereits eine professionelle Skateboard- und Downhill-Karriere hingelegt.
# Sven Martin kann nicht nur gute Fotos machen, sondern hat vorher bereits eine professionelle Skateboard- und Downhill-Karriere hingelegt.
Anka brachte den Ex-Skateboarder und angehenden Fotografen aufs Mountainbike.
# Anka brachte den Ex-Skateboarder und angehenden Fotografen aufs Mountainbike.

Ihr wart beide schon bei einer Menge Rennen, aber immer auf der anderen Seite – als Rennfahrer oder Fotograf. Jetzt wo ihr selbst ein Rennen auf die Beine gestellt habt: Was denkt ihr, könnt ihr besser als andere?

Sven: Ich habe definitiv gelernt, wie schwierig es ist, ein Rennen zu organisieren. Es ist leicht, kritisch zu sein, bis man selbst merkt, wie viele Entscheidungen man selbst für simple Dinge treffen muss. Man kann eine Person vor einer schweren Verletzung bewahren, indem man eine schlaue Entscheidung trifft – wie zum Beispiel eine Stage zu schließen. Die Leute sagen manchmal “wieso warten wir, warum starten wir nicht” – weil eben erst ein Arzt bei euch ankommen muss, bevor es losgehen kann. Ich habe wirklich gelernt, warum manche Dinge sind, wie sie sind. Aber es gibt auch viele Sachen, wie die Transfer-Etappen ohne Zeitdruck und die nicht vorhandene Startreihenfolge – diese Dinge können verbessert werden, um das Erlebnis für die Fahrer zu maximieren.

Anka: Und all die kleinen Details: Die Pounamo-Steine, die wir aushändigen (kleine, grüne Edelstein-Kettchen, Anm. d. Red.) – in Neuseeland sind die etwas Besonderes und traditionell in der Māori-Kultur verankert. Wir haben eine Köchin, die leckeres Essen kocht – wir wollen keine Chips und Limo! Wir wollen leckeres, herzhaftes und gesundes Essen für alle Teilnehmer.

Sven: Es gibt eine Menge sensible, kulturelle Themen. An Tag 1, das war eine heilige Gegend für die Māori – dort sind sie auf der Südinsel gelandet. Deshalb kann man dort nichts verkaufen, wie Kaffee oder Essen. Aufgrund dessen war der Kaffee umsonst und wurde von einem lokalen Radladen gesponsert.

Anka: Das sind kleine Dinge, die die Leute vielleicht merken, vielleicht auch nicht, aber es ist uns sehr wichtig. Man lernt echt eine Menge und wir fragen immer nach Feedback und versuchen, uns jedes Jahr zu verbessern.

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# NZ RockShox DebonAir2018 AN3X3278
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# NZ RockShox DebonAir2018 AN3X0767

Sven: Zum Glück sind 100 % unserer freiwilligen Helfer von letztem Jahr auch in diesem Jahr dabei gewesen. Es macht es viel einfacher, wenn jemand seinen Job schonmal gemacht hat. Aber es lässt uns auch wissen, dass wir sie gut behandeln …

Anka: … und das ist das Allerwichtigste für uns, denn ohne sie könnten wir gar kein Event durchführen. Deshalb treffen wir uns alle nach dem Rennen und machen etwas Spaßiges. Wir gehen zum Beispiel zur Gorge und machen einen Helidrop oder so etwas in der Art. Wir versuchen auch, ihnen so viele Goodies wie möglich zukommen zu lassen.

Sven: Das Rennen dreht sich genauso um die Leute wie um die Trails. Wenn die Leute ein Lächeln auf dem Gesicht tragen, dann ist das für uns genauso wichtig.

Habt ihr denn noch irgendwelche anderen Events, um die ihr euch kümmert?

Anka: Zum Glück nicht, haha! Na ja, wenn Sven auf den Weltcups unterwegs ist, dann veranstalte ich Frauen-Trips und “Soul Trails”. Aber das ist für 6 bis 15 Personen, nicht 150. Es sind also kleine Gruppen, 8 Tage und sehr schöne, Highend-Bike-Trips, größtenteils mit Frauen, aber auch gemischt. Es geht immer noch über technische Trails, aber es geht weniger um das Fahrkönnen, als darum, ein Abenteuer zu erleben. Wenn jemand mit etwas Hilfe benötigt, arbeiten wir natürlich daran, aber es geht mehr darum, einem Mädel beizubringen … vielleicht wie sie ihr Bike trägt oder wie sie es aufbaut, wenn sie angekommen ist. Wie man unabhängig ist, Tagesausfahrten bewältigt, einpackt, was man benötigt. Also es geht einfach darum, ihnen beizubringen, wie man alleine auf ein kleines Abenteuer geht. Seitdem ich mit dem Rennsport aufgehört habe, mache ich größtenteils sowas.

NZ RockShox DebonAir2018 GG4A5753
# NZ RockShox DebonAir2018 GG4A5753
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# NZ RockShox DebonAir2018 GG4A5729

Sven: Anka hat übrigens auch an den meisten Tagen des NZ Enduros die Strecke gecheckt. Also als ihr die Nydia Stage 1 bis 4 oder Wakamarina gefahren seid und zwischendurch Pause gemacht habt, musste sie die komplette Strecke vorher kontrollieren und Bescheid geben.

Anka: Es ist wirklich eine andere Herausforderung. Nachdem ich jetzt ein Rennen organisiert habe, sage ich den Leuten: “Fahrt solange Rennen wie ihr könnt, es ist viel einfacher.” Man taucht einfach vor Ort auf, fährt das Rennen, entweder war es gut oder schlecht und dann macht man das Ganze wieder. Aber dafür ist es wirklich sehr befriedigend, wenn den Leuten dein Rennen gefällt.

Sehr cool, vielen Dank euch beiden!

Danke dir!

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Hello Anka, hello Sven, let’s begin: How did you two end up with organising the NZ Enduro race?

Sven: So, when we moved here, we had done Trans Provence many times, and we had spoken to some friends, that are part of the big Nelson racing community, and we told them our version of “we want to do something like Trans Provence, but here”. But we were busy the first year, so my friend said: “Let me see if I can get that concession!” So he did that, got it, and he did a very basic version of the race. Like the same 3 days, a few differences, but kept it very, very bare-boned. So you’d show up, you’d race, keep it easy, people drive themselves, no shuttle, no food, except for the one lunch. And then, he has a lot of kids now, and he basically wasn’t willing to organise it himself.

Anka: He enjoyed the challenge of trying to see, if he could do it, and he did it, and then he was like “okay I’ve had enough!” And that’s when we started having more free time, and we were sort of ready to take over from him and develop it a bit and make it more about the riders.

Sven: And as the Enduro World Series became more popular and more successful, it also became more professional and more serious, which is great for the highest level of competition in the world. But we wanted to offer the professional aspect of it – good tracks, professional timing and organisation – but we wanted to do all the other things … like, all the people, who are maybe not the top fittest people in the world, to force them to climb a hill in 20 minutes and go in a very specific order and all the stress of that – it’s not necessary in a race, that’s not like Enduro World Series. And every day and with every little thing we feel there is something that we can do to improve the racer experience. We’ve always been involved in events and racing …

Anka: … the other side of it …

Sven: … so we want to create an environment where people also hang out after the race and during the race and meet each other and talk. So we want to have food every day and bring beers and give the swag bags and t-shirts. We have never done the race organisation, but always want to maximise the rider experience … maybe we focused too much on that, because for a business … actually you spent more money than you make!

Anka: It’s also not our only Job, so we’re not doing it to make money. It’s because we’re very passionate about the area and the trails, and we want to share it with people, because it’s difficult to ride those trails on your own, when you visit. So it’s almost a way to see all the trails in the area without having to deal with all the logistics.

Sven: Nelson has locals trails and trails in town, but what attracted us to moving to New Zealand was, when we rode those trails when we were discovering before we lived here. And it was so different to everything else …

Anka: … we felt like total beginners again!

Sven: I was normally used to riding 2–3 hours. So to go point-to-point riding in the back country and you’re riding roots that have never seen a digger, never seen a shovel, have never seen any normal trail building tools … it’s developed naturally from gold miners or just walking tracks. And that to us, coming from the US, was very unique and …

Anka: … challenging! And the forest is just – I fell in love with the forest and the vegetation.

Sven: So we took over this race, because it’s something unique and worth sharing with the world and that’s really what it comes down to. This is a different style and type of mountainbiking, but we know people will fall in love with it!

You’re both from South Africa and moved to New Zealand. How did the locals react, when you started organising this big event?

Anka: I think the kiwis in general … they don’t mind, when foreigners come in and embrace something. And we made a point of including all the local racers and keeping it very kiwi and using local companies, making the whole community feel involved. And I think, if you go about it the right way, they don’t mind that we’ve come in and moved here and done that. But if you went about it the wrong way, they wouldn’t like it!

Sven: A lot of the bigger race organisers around the world are targeting the foreign market. In the NZ Enduro we want to appeal to both the Kiwis and the international riders.

Anka: We want them to be able to afford it! We don’t put the price like crazy high.

Sven: Yes, you can go to Queenstown and one heli drop on one two hour trail costs more than all three days of NZ Enduro. So we want to keep it inclusive for the locals. All our providers, except for maybe the bike industry stuff, are local. It actually would be easier to go to an international company, but we rather stick with good, local products. We attract people to the region, and it’s not just the trails, they must experience everything!

Anka: Even the traffic man, he handles the local little school, that helps us. We pay them and last year they bought a laptop for the school. It’s a tiny school, they must have like less than 100 kids.

Who helps you with the organisation?

Sven: The volunteers are just helping on the weekend of the event. When we’re close to the event, we can get some guys helping with the track maintenance. But the rest of the year it’s just Anka and myself, doing lots of computer work.

Does the race make any money? Is it non-profit?

Sven: We have very good sponsors, but instead of having big prices for the racers, we ask them for items for the raffle. Because the raffle is what is generating funds for the race, that we basically put straight back to the trails and the community. A lot of the prep for Whites Bay this year was paid for with the money we raised last year. Last years race brought us almost 10.000 NZD. This money can only be used where the race operates and where the race is going to operate, when we change locations. For us that was a big part of the race: Using funds to improve the trails – not just fix them afterwards, but actually to create new. We had quite a lot of work done on stage 2 for example. That’s always important to us.

Are all the trails open to the public besides the race?

Anka: They’re all dual use – they’re all open for anybody, including hikers. But they are very difficult to do by yourself, so they’re never very busy.

Sven: The day you took the helicopter, normally it’s like a 1,5 hour drive, plus another hour pedal. Then you have to move the car back two hours, to get to the trail end. So to do it by yourself is very difficult. And the same for Nydia, if you drive, do the trail and then fetch your car, it’s a two-hour drive. So you can do it yourself, but the logistics of doing it yourself … you’ld need two cars driving back and forth. It is possible as a non-race, and we do guided trips on those trails, but we try to make it easier for people.

You’re both pretty busy during the European season, so this must be your offseason … how do you fit organising a race in your busy schedule? Do you have any holiday?

Anka: Ough … this is the offseason! We had one week of holiday, haha!

Sven: We always do work every day, but November and December is not so busy.

Anka: We had a week of holiday in end of January, which was great … but it really has consumed our entire offseason. A lot more than we though!

Sven: New Zealand seems very casual and laid back, but any business or race needs a lot of paperwork. You need to take care of your health and safety plan, evacuation, environmental impact … there’s a lot of legal stuff, which is good! We have medical reports to file out and get interviewed by the health board about why you got hurt (Gregor dislocated his thumb during the race, author’s note), what we can do to prevent that in the future, all this stuff.

You’ve been at a lot of races, but always on the other side – as racers or as a photographer. Now that you’re the organisers, what do you think you can do better than others?

Sven: I definitely learned, how difficult it is to be an organiser. It is very easy to be critical, until you realise, how many decisions you have to make for simple things. You can save one person from serious injury by making a smart decision, like cancelling a stage. Or people are like “why are we waiting, why aren’t we starting” – because we need a doctor to arrive at your point before you can drop in. I really learned why things are so, but there’s also lots of things, like the untimed liaisons and the unstructured starts. These are things that can be improved upon for rider experience.

Anka: And the small details: The Pounamo or green stone that we give out, in New Zealand these are very special and traditional to Māori culture. We have a cook to make nice food – we don’t want chips and soda! We want nice, hearty and healthy food for everyone.

Sven: There is lots of cultural sensitivities. On day one, it’s a quite sacred area for the Māori, it’s where they landed on the South Island. So you can’t sell anything like coffee or food. So on this day the coffee is free and sponsored by a local bikeshop.

Anka: These are little things that maybe people notice, maybe they don’t, but for us it’s important. You really learn a lot, and we always ask people for feedback and try to improve it every year.

Sven: Lucky for us we had 100% of our volunteers from last year return for this year. It makes it a lot easier, when the volunteer has done the job before. But also it makes us know, that we’re treating the well …

Anka: … that’s the most important, because without them you can’t have an event. So after the race we all get together and do something fun. Like, we go to the Gorge for a day and do a heli drop or something like this. We also try to give them as much swag as you can.

Sven: As much as the trails, the race is about people. So, if you can put a smile on peoples face, then that’s just as important here.

Do you have any other events you put on?

Anka: Thank goodness not, haha! Well, when Sven does world cups, I do women’s trips and “Soul Trails”. But that’s for 6 to 15 people, not for 150 people. So it’s small groups, 8 days, really nice and high-end bike trips with mainly women, but also mixed. It’s still technical trails, but it’s not skills based, it’s more to go to an adventure. If somebody needs help with something, we’ll work on it but it’s to teach a girl … maybe how to carry her bike or how to build it, when she arrives. How to be self-sufficient, do full day rides, to pack, what you should pack. So, just to teach them a little bit, how to go on an adventure on their own.  Since I stopped racing, this is mainly what I do.

Sven: And Anka did the course opener for most of the days of the NZ Enduro. So when you guys did Nydia Stage 1 to 4 or Wakamarina and you stopped in between, she had to check that the whole track was clear and report it.

Anka: It’s definitely a different challenge, and I think after doing event organising, I tell people: “Keep racing as long as you can!” Because it’s much easier. You just show up and you race and either it’s good or it’s bad and then you go again. But there is a big satisfaction you get from the people that like your race.

Awesome, thank you guys!

Thank you!

NZ RockShox DebonAir2018 GG4A5693
# NZ RockShox DebonAir2018 GG4A5693

Weitere Informationen zum NZ Enduro findet ihr hier: www.nzenduro.co.nz

Konntet ihr schon Erfahrung mit der Organisation von MTB-Events sammeln? Könnt ihr euch vorstellen, in ein fremdes Land zu kommen und so ein Rennen auf die Beine zu stellen?

Interview: Gregor Sinn | Fotos: Boris Beyer
  1. benutzerbild

    pfädchenfinder

    dabei seit 10/2007

    dieser Herr Boris kann Portaits :daumen:
  2. benutzerbild

    Airhaenz

    dabei seit 02/2002

    Keine feste Startreihenfolge, gute Verpflegung, großzügig Zeit für Transfer Etappen.. kommt mir alles irgendwie bekannt vor. Heißt bei uns Trailtrophy.. auch wenn der Heli meistens nur ein Lift ist.
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  4. benutzerbild

    ufp

    dabei seit 12/2003

    Airhaenz
    Keine feste Startreihenfolge, gute Verpflegung, großzügig Zeit für Transfer Etappen.. kommt mir alles irgendwie bekannt vor. Heißt bei uns Trailtrophy.. auch wenn der Heli meistens nur ein Lift ist.
    Dasselbe hier:
    Man spart sich Anmeldegebühr, kann sich die Zeit frei einteilen, kann starten und somit aufstehen (fast) wann man will, Verpflegung nach Gusto und Wahl und man kann sich auch die Landschaft anschauen und genießen :love:.

    Heißt bei uns halt nur Tour, Genußtour oder Ausflug ;).
  5. benutzerbild

    Gregor

    dabei seit 02/2017

    Airhaenz
    Keine feste Startreihenfolge, gute Verpflegung, großzügig Zeit für Transfer Etappen.. kommt mir alles irgendwie bekannt vor. Heißt bei uns Trailtrophy.. auch wenn der Heli meistens nur ein Lift ist.
    Na ja, das ist schon nochmal eine andere Liga als die Trailtrophy. Es wurde sich jeden Tag wo anders getroffen, es gab immer irgendwelche Snacks, riesengroße Goodie-Beutel, am langen Tag Mittags total das leckere Essen auf einer Ranch, bei Zieleinkunft gab's wieder Essen, etc.
    ufp
    Dasselbe hier:
    Man spart sich Anmeldegebühr, kann sich die Zeit frei einteilen, kann starten und somit aufstehen (fast) wann man will, Verpflegung nach Gusto und Wahl und man kann sich auch die Landschaft anschauen und genießen :love:.

    Heißt bei uns halt nur Tour, Genußtour oder Ausflug ;).
    Ja, sowas mach ich auch des Öfteren, allerdings waren die Trails dort schon krass versteckt und weit weg von jeder Zivilisation. Also alleine kriegt man das wirklich nicht hin, das waren (außer am ersten Tag) keine geschlossenen Runden, sondern man ist immer in eine Richtung, stundenlange Transfers und am Ende mit dem Shuttle oder Boot zurück. Ohne Guide oder eben das Rennen hat man da kaum eine Chance.

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