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MRP Ramp Control – hier in der RockShox-Variante
MRP Ramp Control – hier in der RockShox-Variante - das 139 € teure Helferlein ist neben RockShox auch für Fox-Gabeln erhältlich. In den hauseigenen MRP-Gabeln ist das System ab Werk verbaut
Foto Jens Staudt MRP RampControl-0210
Foto Jens Staudt MRP RampControl-0210
Unter der Schutzkappe – das Luftventil zur Befüllung der Gabel
Unter der Schutzkappe – das Luftventil zur Befüllung der Gabel
An der Unterseite die verstellbare Öffnung der Luftkammer
An der Unterseite die verstellbare Öffnung der Luftkammer
Nie vergessen, bevor man an der Luftkammer arbeitet: Luft ablassen!
Nie vergessen, bevor man an der Luftkammer arbeitet: Luft ablassen!
An der RockShox Pike hilft ein Kassettenwerkzeug bei der Demontage
An der RockShox Pike hilft ein Kassettenwerkzeug bei der Demontage
MRP verwendet das gleiche Prinzip
MRP verwendet das gleiche Prinzip
Aus vier statischen mach einen dynamischen Spacer
Aus vier statischen mach einen dynamischen Spacer
Lecker für flutschende Gewinde, aber nicht zum Essen
Lecker für flutschende Gewinde, aber nicht zum Essen
Die Installation ist selbsterklärend
Die Installation ist selbsterklärend
Lediglich der Einsteller wird mit einer 8er Nuss verschraubt
Lediglich der Einsteller wird mit einer 8er Nuss verschraubt
Beipackzettel …
Beipackzettel …
… mit allen wichtigen Informationen.
… mit allen wichtigen Informationen.
MRP Ramp Control – Kompatibilität
MRP Ramp Control – Kompatibilität
Manchmal zieht man etwas zu eifrig ab
Manchmal zieht man etwas zu eifrig ab - Federweg hilft solche Aktionen abzudämpfen. Bei kurzhubigen Bikes hilft oft nur noch mehr Progression.
Schnellzugriff für steiles Geläuf
Schnellzugriff für steiles Geläuf - Wer gern höher im Federweg stehen möchte auf genau dieser einen Abfahrt, kann am Einstieg kurz das Ramp Control zudrehen. Das macht man sicher öfters, als schnell mal ein paar Volumenspacer zu montieren …
Simpel und effektiv
Simpel und effektiv - Besonders bei den unterschiedlichen Vorlieben zur Progression verschiedener Testfahrer konnten wir die Progression extrem schnell anpassen, ohne je die Gabel öffnen zu müssen.
Verbreitert den Einsatzzweck
Verbreitert den Einsatzzweck - Wer gerne mal zwischen den Abfahrten auf verschiedenen Trails eine kleine Anpassung am Fahrwerk vornimmt, für den ist das Ramp Control eine feine Sache.

MRP Ramp Control im Test: Progressionsanpassung ist bei Federelementen schon immer ein gängiges Prinzip, um gestiegenen Kräften bei Landung und im Fahrbetrieb Rechnung zu tragen. Egal ob Öl oder Kunststoffblock – die Änderung der Luftkennlinie ist dabei statischer Natur. Nicht immer ist das von Vorteil. MRP bietet mit dem hauseigenen Ramp Control-System eine dynamische Anpassung je nach Einfedergeschwindigkeit. Eine traumhafte Lösung zum Nachrüsten für Fox und RockShox ohne Nachteile? Wir haben es getestet.

MRP Ramp Control – Infos und Preise

  • Kompatibilität: Fox 32, 34, 36, 40 / RockShox-Gabeln mit 32 und 34 mm Standrohren (Siehe Kompatibilitätstabelle)
  • Einstellbereich: 16 Klicks
  • Gewicht: 55 Gramm
  • Preis: 139 Euro

Wer bei der Abstimmung seiner Federgabel etwas tiefer eintaucht, dem sind Volumenspacer ein Begriff. Sie verkleinern die Luftkammer und somit ist bei gleichem Luftdruck mehr Kraft nötig, um den gleichen Federweg zu nutzen wie sonst ohne Volumenspacer. Eine solche Anpassung kann für schnelle Fahrer oder Leute sinnvoll sein, die Landungen von Sprüngen eher als Empfehlung ansehen und buchstäblich gerne mal übers Ziel hinausschießen. Über die progressive Verdichtungs-Eigenschaft des Mediums Luft lässt sich, je nach Größe der Luftkammer, einem Durchschlag entgegenwirken.

MRP Ramp Control – hier in der RockShox-Variante
# MRP Ramp Control – hier in der RockShox-Variante - das 139 € teure Helferlein ist neben RockShox auch für Fox-Gabeln erhältlich. In den hauseigenen MRP-Gabeln ist das System ab Werk verbaut
Diashow: MRP Ramp Control im Test - Extern anpassbare Progression, die immer passt?
Schnellzugriff für steiles Geläuf
Die Installation ist selbsterklärend
Verbreitert den Einsatzzweck
MRP Ramp Control – hier in der RockShox-Variante
Lediglich der Einsteller wird mit einer 8er Nuss verschraubt
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Funktionsweise

Anders als bei einer statischen Verkleinerung der Luftkammer einer Federgabel wirkt sich das MRP Ramp Control dynamisch aus. Hierfür nutzt es ein simples Prinzip. An der Unterseite der Einheit, welche die normale Topcap der Federgabel ersetzt, befindet sich eine kleine Öffnung. Diese ist in ihrer Größe von außen verstellbar. Dahinter befindet sich eine Luftkammer, welche die Positivkammer der Federgabel ergänzt.

Beim Einfedern der Gabel wird die Luft nicht nur in der Hauptkammer der Gabel komprimiert, sie strömt auch durch die Bohrung im MRP Ramp Control in die zusätzliche Luftkammer. Steigt nun die Einfedergeschwindigkeit, ist ab einem gewissen Punkt die maximale Durchlassmenge an der Bohrung erreicht. Dementsprechend steigt die Progression abhängig davon, wie schnell die Gabel einfedert. Je nachdem wie weit man die Ramp Control zudreht, desto kleiner wird die Öffnung an der Unterseite. Somit wird die maximale Durchflussmenge für die Luft auch schon bei geringeren Einfedergeschwindigkeiten erreicht. Die Gabel wird somit schneller progressiver.

Unter der Schutzkappe – das Luftventil zur Befüllung der Gabel
# Unter der Schutzkappe – das Luftventil zur Befüllung der Gabel
An der Unterseite die verstellbare Öffnung der Luftkammer
# An der Unterseite die verstellbare Öffnung der Luftkammer

Montage

Die Montage ist grundsätzlich simpel und schnell erledigt. Dort, wo bislang die statischen Tokens zur Luftverkleinerung eingeschraubt werden, kommt das MRP Ramp Control-System zum Einsatz. Am Beispiel einer RockShox Lyrik zeigen wir euch Schritt für Schritt, wie man das System installiert.

Nie vergessen, bevor man an der Luftkammer arbeitet: Luft ablassen!
# Nie vergessen, bevor man an der Luftkammer arbeitet: Luft ablassen!
An der RockShox Pike hilft ein Kassettenwerkzeug bei der Demontage
# An der RockShox Pike hilft ein Kassettenwerkzeug bei der Demontage
MRP verwendet das gleiche Prinzip
# MRP verwendet das gleiche Prinzip
Aus vier statischen mach einen dynamischen Spacer
# Aus vier statischen mach einen dynamischen Spacer
Lecker für flutschende Gewinde, aber nicht zum Essen
# Lecker für flutschende Gewinde, aber nicht zum Essen
Die Installation ist selbsterklärend
# Die Installation ist selbsterklärend
Lediglich der Einsteller wird mit einer 8er Nuss verschraubt
# Lediglich der Einsteller wird mit einer 8er Nuss verschraubt
Beipackzettel …
# Beipackzettel …
… mit allen wichtigen Informationen.
# … mit allen wichtigen Informationen.

Auf dem Trail

Nach der Theoriestunde fragen sich sicher alle, wie sich das jetzt auf dem Trail auswirkt. Eine Verbesserung jeder Gabel ohne Nachteile?

Im Stand spürt man noch nicht viel vom der Ramp Control, dafür muss man das System in Aktion erleben. Also ab auf den Trail! Hier wird der Unterschied durchaus teilweise sehr ausgeprägt: Durchfährt man eine Senke oder einen Anlieger, verhält sich das Fahrwerk fast wie ohne Volumenspacer-Einsatz. Deutlicher wird es bei einer Spitzlast auf die Federelemente; beispielsweise bei harten Landungen oder dem Überfahren einer dicken Wurzel. Komprimiert sich die Federgabel dabei sehr schnell, greift das oben beschriebene Prinzip der dynamischen Progression: Es wird weniger Federweg freigegeben, dementsprechend vergrößert man die Reserven für die nächsten Hindernisse auf dem Untergrund.

Manchmal zieht man etwas zu eifrig ab
# Manchmal zieht man etwas zu eifrig ab - Federweg hilft solche Aktionen abzudämpfen. Bei kurzhubigen Bikes hilft oft nur noch mehr Progression.

Der Vorteil: Durch dieses Verhalten kann man seine Zugstufe etwas langsamer fahren, weil die Gabel nicht so viel Federweg zurückgewinnen muss. Gleichzeitig profitiert man von einem flacheren Lenkwinkel – dadurch, dass die Gabel nicht zu weit eintaucht. Bei wirklich harten Landungen kann trotzdem der Federweg genutzt werden.

Für unsere Tester war der Einstellbereich sogar breiter als benötigt. Das Limit der Einstellungen wird eher durch eine passende Anpassung am Dämpfer limitiert. Stimmt man das Heck mit mehr Progression ab, kann es bei Anliegerfahrten dazu kommen, dass die Gabel durch die langsame Belastung weiter einfedert als das Heck. Erst bei einer harten Landung befindet sich das Fahrwerk in Balance von der eingestellten Progression. Umgekehrt – mit wenig Progression am Heck und viel Ramp Control an der Front – kann es den Fahrer bei flachen Landungen eher nach hinten ziehen, weil die Progression an der Front dann dynamisch stärker ausfällt.

Es benötigt somit eine gewisse Eingewöhnungszeit, um hier nicht davon überrascht zu werden, dass die ideale Fahrposition zwischen den Achsen je nach Fahrsituation sich ebenfalls leicht verändert. Wir tasteten uns langsam an einen idealen Wert heran und landeten während den Testfahrten des Evil Following und des Last Clay zumeist am Ende des ersten Drittels der Ramp Control-Einstellung.

Schnellzugriff für steiles Geläuf
# Schnellzugriff für steiles Geläuf - Wer gern höher im Federweg stehen möchte auf genau dieser einen Abfahrt, kann am Einstieg kurz das Ramp Control zudrehen. Das macht man sicher öfters, als schnell mal ein paar Volumenspacer zu montieren …
Simpel und effektiv
# Simpel und effektiv - Besonders bei den unterschiedlichen Vorlieben zur Progression verschiedener Testfahrer konnten wir die Progression extrem schnell anpassen, ohne je die Gabel öffnen zu müssen.

Fazit – MRP Ramp Control

MRP bietet mit dem Ramp Control eine clevere Lösung an. Die Progression verhält sich nicht nur dynamisch passend zur jeweiligen Fahrsituation, sie ist auch extern schnell und werkzeugfrei einstellbar. Wir hoffen, dass dieses System bald auch für Dämpfer angeboten wird – dies wäre ein echter Gewinn für den Suspension-Markt.

Pro
  • Extern verstellbar
  • Dynamische Progression
  • Mehr Reserven bei bleibendem Komfort
  • Spart Kraft
Contra
  • Aktuell gibt es keinen Dämpfer mit der gleichen Technologie
  • Fahrwerk kann sich asymmetrisch verhalten
  • Preis
Verbreitert den Einsatzzweck
# Verbreitert den Einsatzzweck - Wer gerne mal zwischen den Abfahrten auf verschiedenen Trails eine kleine Anpassung am Fahrwerk vornimmt, für den ist das Ramp Control eine feine Sache.

Wäre das MRP Ramp Control eine Tuning-Maßnahme für euch oder habt ihr sogar schon Erfahrungen mit dem System gesammelt?

MRP Ramp Control Preisvergleich

  1. benutzerbild

    FloImSchnee

    dabei seit 08/2004

    Was ich noch nicht ganz verstanden habe, aber vielleicht habe ich's überlesen: was ist der Unterschied zu einer stärkeren HSC?

    Oder vielleicht doch: geht es darum, dass die Gabel über einen größeren Bereich voll sensibel (im Vgl. zu einer HSC) bleibt und erst bei starken Einschlägen die Progression gegen Ende des Federwegs wirkt?
  2. benutzerbild

    Anzeige

  3. benutzerbild

    Toolkid

    dabei seit 04/2011

    Die Ramp Cartridge arbeitet mit einem kompressiblem Medium, die HSC nicht.
  4. benutzerbild

    RockyRider66

    dabei seit 12/2006

    FloImSchnee
    Was ich noch nicht ganz verstanden habe, aber vielleicht habe ich's überlesen: was ist der Unterschied zu einer stärkeren HSC?

    Oder vielleicht doch: geht es darum, dass die Gabel über einen größeren Bereich voll sensibel (im Vgl. zu einer HSC) bleibt und erst bei starken Einschlägen die Progression gegen Ende des Federwegs wirkt?
    Ich pflichte dir bei, HCS (und auch andere Dämpfungsparameter) überschneiden sich mit dem RampControl weil beide dynamisch arbeiten
    So kann es m. E. zu ungewollten Additionen kommen.
  5. benutzerbild

    Grinsekater

    dabei seit 08/2002

    Akai
    Vielen Dank für deine so ausführlichen Ausführungen.
    Welche besondere Stärke/Vorteil der Ramp Control würdest du, wenn überhaupt möglich, besonders herausstellen; die einfache Verstellbarkeit on the fly äh trail oder das dynamische Verhalten (im Unterschied zu Token etc)?
    Der Vorteil ist, dass du nicht immer die hohe Progression beim Einfedern hast. Bei einer harten Landung verhält sich die Gabel so als hätte sie mehr Volumenspacer und bei kleineren Schlägen als hätte sie weniger.

    FloImSchnee
    Was ich noch nicht ganz verstanden habe, aber vielleicht habe ich's überlesen: was ist der Unterschied zu einer stärkeren HSC?

    Oder vielleicht doch: geht es darum, dass die Gabel über einen größeren Bereich voll sensibel (im Vgl. zu einer HSC) bleibt und erst bei starken Einschlägen die Progression gegen Ende des Federwegs wirkt?

    RockyRider66
    Ich pflichte dir bei, HCS (und auch andere Dämpfungsparameter) überschneiden sich mit dem RampControl weil beide dynamisch arbeiten
    So kann es m. E. zu ungewollten Additionen kommen.
    Wenn du eine HSC reindrehst, passiert i.d.R. in der Gabel lediglich, dass eine Feder die auf dem Shimstack sitzt vorgespannt wird. Somit wird es härter und generiert bei seiner "Fahrt" durchs Öl mehr Wiederstand.

    Dabei wird aber leider auch die Losbrechkraft, bevor das Öl überhaupt fließen erhöht. Sprich man muss erstmal die initiale Kraft der Feder überwinden, um das Shimstack überhaupt in Bewegung zu setzen. Je nach dem wie das alles gestaltet ist und wie stark man das Shimstack vorspannt kann das zu einer Art "BlowOff" Gefühl beim Fahren führen. Die Gabel fühlt sich hart an und reagiert unsensibel, gibt aber ab einer gewissen Schlaghärte den Federweg frei.

    Ist das grundsätzlich schlecht? So einfach kann man das nicht sagen. Ich kenne einige gar nicht mal so langsame Fahrer die genau solch ein Setup bevorzugen. Du hast ein Rad das immer und sehr schnell deinen Eingaben folgt und dadurch extrem agil ist. Es setzt aber auch eine hohe Körperkraft voraus, weil du eben sehr viel mehr durchgereicht bekommst.

    In Summe nicht unbedingt der Setup den du haben möchtest, wenn du 15 Minuten ohne Pause eine Abfahrt auf Druck fährst. Da schlägts dir einfach irgendwann den Lenker aus der Hand.

    Bitte bedenkt immer, dass sich im Fahrbetrieb eine Vielzahl von Parametern aufaddieren. Diese sorgen letztendlich dafür, dass ein Hindernis/Schlag nicht beim Fahrer ankommt. Die Schwierigkeit ist oft, dass man ein gewisses Fahrverhalten generieren möchte und dann nach einer Lösung sucht die mit nur einem dieser Parameter zusammenhängt. Sprich entweder nur mehr Progression, nur mehr Druckstufe etc.

    Es wäre sicher schön für die Industrie und jeden Biker da draußen, wenn jemand mal mit solch einem komplexen-simplen Produkt auf den Markt kommt. Ansätze gibt es zum Beispiel in Form von Fox Live. Allerdings wird da noch vorausgesetzt, dass der Kunde seinen Luftdruck und die Zugstufe selbst einstellen kann. Die Anleitung dafür ist sogar auf der Gabel aufgedruckt. Dennoch scheitern allein daran mehr Leute als man glauben möchte.
  6. benutzerbild

    FloImSchnee

    dabei seit 08/2004

    Danke, verstehe!
    Clevere Sache!

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