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Zügig bergauf, noch zügiger bergab
Zügig bergauf, noch zügiger bergab - Down Country-Bikes lassen die Grenze zwischen XC und Trail verschwimmen und wollen den perfekten Spagat zwischen der Bergauf-Geschwindigkeit eines leichtgewichtigen Cross Country-Fullies und den Bergab-Fähigkeiten eines Trailbikes schaffen. Wir haben drei edle Bikes von Intense, Santa Cruz und Yeti gegeneinander getestet.
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Intense Sniper XC
Intense Sniper XC - Federweg vorne: 100 mm / Federweg hinten: 100 mm / Gewicht: 10,46 kg / Preis: 6.798 €
Santa Cruz Blur
Santa Cruz Blur - Federweg vorne: 100 mm / Federweg hinten: 100 mm / Gewicht: 9,86 kg / Preis: 9.399 €
Federweg vorne: 120 mm / Federweg hinten: 100 mm / Gewicht: 12,30 kg / Preis: 8.149 €
Federweg vorne: 120 mm / Federweg hinten: 100 mm / Gewicht: 12,30 kg / Preis: 8.149 €
Bergauf sollen Down Country-Bikes effizient und zügig wie ein leichtgewichtiges Cross Country-Bike klettern …
Bergauf sollen Down Country-Bikes effizient und zügig wie ein leichtgewichtiges Cross Country-Bike klettern …
… und gleichzeitig sollen die modernen Boliden bergab viel Sicherheit vermitteln und Spaß machen.
… und gleichzeitig sollen die modernen Boliden bergab viel Sicherheit vermitteln und Spaß machen.
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Die Kombination aus geringem Gewicht, wenig Federweg am Heck und abfahrtsorientierten Geometrien mit flachen Lenkwinkeln und langem Radstand ist ein spannendes Experiment
Die Kombination aus geringem Gewicht, wenig Federweg am Heck und abfahrtsorientierten Geometrien mit flachen Lenkwinkeln und langem Radstand ist ein spannendes Experiment - sowohl bergauf als auch bergab haben sich jedoch deutliche Unterschiede zwischen den edlen Bikes, die auf den ersten Blick recht ähnlich wirken, gezeigt.
Um die Bikes in unserem Down Country-Vergleichstest angemessen zu beurteilen, haben nicht nur die XC-Experten unserer Redaktion …
Um die Bikes in unserem Down Country-Vergleichstest angemessen zu beurteilen, haben nicht nur die XC-Experten unserer Redaktion …
… sondern auch unsere Fahrer mit einem Enduro- und Downhill-Hintergrund die drei Modelle ausgiebig unter die Stollen genommen und über anspruchsvolle Trails gescheucht.
… sondern auch unsere Fahrer mit einem Enduro- und Downhill-Hintergrund die drei Modelle ausgiebig unter die Stollen genommen und über anspruchsvolle Trails gescheucht.
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Welches der drei Bikes hat bergauf die Nase vorn? Wie unterscheiden sie sich in der Praxis voneinander? Und auf welchem Rad zieht man auf schnellen und ruppigen Abfahrten der Konkurrenz davon?
Welches der drei Bikes hat bergauf die Nase vorn? Wie unterscheiden sie sich in der Praxis voneinander? Und auf welchem Rad zieht man auf schnellen und ruppigen Abfahrten der Konkurrenz davon? - Diese Fragen werden wir in den kommenden Tagen beantworten!

Mit Höchstgeschwindigkeit bergauf, um anschließend mit hohem Sattel, schmalem Lenker und wenig Sicherheit vermittelnder Geometrie irgendwie die Abfahrt zu überstehen: Diese Zeiten sind vorbei! Spaßige Cross Country-Bikes, die jeden Anstieg mit Höchstgeschwindigkeit hinter sich bringen und bergab einiges auf dem Kasten haben, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Wir haben drei edle und schnelle Down Country-Bikes von Intense, Santa Cruz und Yeti gegeneinander getestet. 

Quizfrage: In welche Kategorie würde man einen Carbon-29er mit 100 mm Federweg, niedrigem Cockpit inklusive Flatbar und Moosgummi-Griffen, Reifen mit minimalem Profil und einem Gesamtgewicht von rund 10 kg einordnen? Die Antwort ist klar: Cross Country! Und in welche Schublade würde man ein Bike mit 67,5°-Lenkwinkel, breitem Lenker, Dropper Post, reinem 1x-Antrieb, langem Reach und niedrigem Tretlager einsortieren? Auch hier lässt sich die Antwort relativ schnell finden: Das muss doch ein Trailbike sein!

Fun Country? Cross Country mit einem Hauch von Trail? Trailbike mit einem Hauch von XC? Down Country? Noch hat sich keine Bezeichnung für diese Grenzgänger durchgesetzt.

Was jedoch, wenn all diese Attribute auf ein und dasselbe Bike zutreffen?

Die Welt der Mountainbikes ist im ständigen Wandel und auch Cross Country-Bikes entwickeln sich beständig weiter. Die XC-Kurse, die von Nino Schurter, Jolanda Neff und Co. unter die Stollen genommen werden, fallen immer anspruchsvoller aus und manche der Downhill-Passagen wären auch bei dem ein oder anderen Enduro-Rennen nicht fehl am Platz. Da ist es nicht verwunderlich, dass, ähnlich wie in anderen Disziplinen, absenkbare Variostützen keine Seltenheit mehr sind und immer mehr Wert auf abfahrtsorientierte Geometrien gelegt wird. Noch einen Schritt weiter geht eine neue Kategorie, deren Bikes die Grenzen zwischen Cross Country und Trail verschwimmen lassen will. Fun Country? Cross Country mit einem Hauch von Trail? Trailbike mit einem Hauch von XC? Down Country? Noch hat sich keine Bezeichnung für diese Grenzgänger, die bergauf extrem schnell und bergab extrem spaßig sein sollen, durchgesetzt – aber spätestens seit diesem Jahr sind die neuartigen Cross Country-Bikes auf dem Vormarsch!

Zügig bergauf, noch zügiger bergab
# Zügig bergauf, noch zügiger bergab - Down Country-Bikes lassen die Grenze zwischen XC und Trail verschwimmen und wollen den perfekten Spagat zwischen der Bergauf-Geschwindigkeit eines leichtgewichtigen Cross Country-Fullies und den Bergab-Fähigkeiten eines Trailbikes schaffen. Wir haben drei edle Bikes von Intense, Santa Cruz und Yeti gegeneinander getestet.
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# down-country-test-prolog-2685
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Diashow: 3 Down Country-Bikes von Intense, Santa Cruz und Yeti im Vergleich - Edle Grenzgänger zwischen XC und Trail – unser Fazit
Intense Sniper XC
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Bergauf sollen Down Country-Bikes effizient und zügig wie ein leichtgewichtiges Cross Country-Bike klettern …
… sondern auch unsere Fahrer mit einem Enduro- und Downhill-Hintergrund die drei Modelle ausgiebig unter die Stollen genommen und über anspruchsvolle Trails gescheucht.
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3 Down Country-Bikes im Vergleichstest

“Das Santa Cruz Blur war für mich als XC-Fahrer am rennlastigsten und trotz 100 mm Federweg solide und wendig im Downhill. Damit könnte ich sofort ein XC-Rennen fahren!” – Tobias Sindlinger, XC-Tester

Für unseren Vergleichstest haben wir drei edle Bikes aus den USA gegeneinander bergauf und bergab verglichen. Alle Bikes wollen sich bewusst einer Kategorisierung entziehen. Da wäre zum Beispiel das Santa Cruz Blur, das mit 100 mm Federweg vorne und hinten, einem Gewicht von unter 10 kg und vom Lenker aus blockierbaren Federelementen eigentlich klar in die Kategorie Cross Country fällt. Unser erster Eindruck des neu aufgelegten Carbon-Boliden aus Kalifornien hat jedoch gezeigt, dass das Santa Cruz Blur in der Abfahrt mehr auf dem Kasten hat, als man einem gewöhnlichen XC-Fully zutrauen würde. Einen Schritt weiter gegangen ist Intense bei der Vorstellung des neuen Sniper XC: Hier trifft ein federleichter Carbon-Rahmen mit 100 mm Federweg auf eine Geometrie, die man normalerweise an Trailbikes finden würde. Und mit dem Yeti SB100 will die Edelmarke aus Colorado das perfekte Trailbike für Cross Country-Enthusiasten geschaffen haben – oder war es das perfekte Cross Country-Bike für Trail-Enthusiasten? Alle drei Down Country-Bikes in unserem Vergleichstest sollen also Grenzgänger sein, die den Spagat zwischen XC-Geschwindigkeit bergauf und Abfahrts-Performance, die man sonst eher von Trailbikes kennt, schaffen wollen. Und die Gemeinsamkeiten gehen weiter: Die drei Modelle setzen allesamt auf edle Carbon-Rahmen mit 100 mm Federweg am Heck, rollen auf 29″-Laufrädern und lösen ein nervöses Zittern im Geldbeutel aus.

 RahmenmaterialFederweg vo. / hi.LaufradgrößeGewichtPreis
Intense Sniper XCCarbon100 mm / 100 mm29"10,46 kg 6.798 €
Santa Cruz BlurCarbon100 mm / 100 mm29"9,86 kg9.399 €
Yeti SB100Carbon120 mm / 100 mm29"12,30 kg8.149 €

“Dank abfahrtslastiger Geometrie, einer guten Hinterbau-Performance und der 120 mm Federgabel muss man an Bord des Yeti SB100 bergab wenige Abstriche machen – auch wenn ein leichterer Aufbau dem Rad sicher gut tun würde.” – Arne Koop, Enduro- & Trailbike-Tester

Wer am Wochenende nicht selten bei einem Cross Country-Rennen am Start steht, unter der Woche jedoch ausgedehnte Touren mit Trail-Anteil liebt, dem können wir nach Abschluss unseres Vergleichstests das Santa Cruz Blur ans Herz legen. Die Edel-Schmiede hat es geschafft, ein rennfertiges Bike auf die Beine zu stellen, das sich dank seines antriebsneutralen Hinterbaus, Fahrwerks-Lockout vom Lenker und geringen Gewichts nicht vor der World Cup erprobten XC-Konkurrenz verstecken muss. Bergauf hat es so ganz klar die Nase vorn! Genau andersherum verhält es sich mit dem Yeti SB100, das dank solider Ausstattung und aggressiver Geometrie ganz klar die Trailrakete im Testfeld ist. Der antriebsneutrale Switch Infinity-Hinterbau macht auch lange Anstiege angenehm – geht es jedoch um die Wette, bremsen das zusätzliche Gewicht und die profilierten Reifen das SB100 etwas aus. Seine Stärke liegt ganz klar in ausgedehnten und gerne auch mal abenteuerreichen Trailtouren, wie sie im heimatlichen Colorado sicherlich gut möglich sind! Den flachsten Spagat zwischen Rennen und Spaß-Fahrten probiert das Intense Sniper XC. Dank vielen Carbon-Anbauteilen – inklusive der Variostütze – muss es sich Gewichts-technisch nur knapp dem Santa Cruz geschlagen geben, wurde in Sachen Geometrie und Ausstattung jedoch stärker Richtung Trail-Einsatz getrimmt. Dank breitem Cockpit und sensiblem Hinterbau scheint die Rechnung auch aufzugehen – leider erwies es sich in härterem Gelände jedoch als etwas nervöser als die Konkurrenz und konnte auch in Sachen Antriebsneutralität nicht ganz vorne mitmischen. Insgesamt ist es jedoch ein solider Allrounder, der sich für keine Disziplin so ganz entscheiden kann.

Spieglein, Spieglein an der Wand, welches ist das beste Down Country-Bike im ganzen Land?
# Spieglein, Spieglein an der Wand, welches ist das beste Down Country-Bike im ganzen Land? - Auch wenn klar ist, dass unsere drei Kandidaten bergab nicht mit einem Enduro-Bike mithalten können, sollten sie doch in fast jedem Gelände ausreichend Sicherheit und Fahrspaß bieten.
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# down-country-test-prolog-2693
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# down-country-test-prolog-2633

Tipp Cross Country: Santa Cruz Blur

Auf den ersten Blick mag das Santa Cruz Blur aussehen, wie ein durchschnittliches Cross Country-Bike. Und ja: Es schlägt sich in dieser Kategorie wirklich hervorragend und kann ohne Bedenken für Rennen auf höchster Ebene genutzt werden. Aber nicht nur die moderne und laufruhige Geometrie, sondern vor allem der äußerst sensible und aktive VPP-Hinterbau heben das Santa Cruz Blur von der sonstigen XC-Konkurrenz ab. Aufgrund der leichten und auf Effizienz getrimmten Ausstattung kann es auf der Abfahrt zwar nicht ganz mit dem schwereren Yeti SB100 mithalten – seine überragenden Klettereigenschaften machen es jedoch zu unserem Tipp Cross Country!

Zum ausführlichen Test >>> Santa Cruz Blur im Test: Spaßige Rennfeile mit Abfahrts-Fähigkeiten

Mit 9.399 € (UVP) ist das Santa Cruz Blur X01 Reserve das teuerste Bike im Testfeld, kann jedoch bedenkenlos bei XC-Rennen eingesetzt werden.
# Mit 9.399 € (UVP) ist das Santa Cruz Blur X01 Reserve das teuerste Bike im Testfeld, kann jedoch bedenkenlos bei XC-Rennen eingesetzt werden. - Das Fehlen einer absenkbaren Sattelstütze und die tiefe Front gehen etwas auf Kosten der Abfahrtsperformance – der lange Hauptrahmen und aktive Hinterbau gleichen dies aber wieder aus.

Mit dem Santa Cruz Blur ist dem Kulthersteller nicht nur ein XC-Bike gelungen, mit dem man dank durchdachter Ausstattung, effizientem Fahrwerk und geringem Gewicht beruhigt auf höchster Ebene Rennen bestreiten kann, auch abseits des Renngeschehens bietet das Blur jede Menge Fahrspaß. In unserem Vergleichstest konnte es nicht nur durch seine erstklassigen Klettereigenschaften überzeugen – auch auf der Abfahrt zeigt es trotz XC-optimierter Ausstattung gute Qualitäten.

Pro
  • effizienter VPP-Hinterbau
  • moderne Geometrie
  • geringes Gewicht
  • durchdachte Ausstattung
  • viel Fahrspaß
Contra
  • hoher Preis

Tipp Trail: Yeti SB100

Mit dem Yeti SB100 zeigt die Kultmarke aus Colorado ihre ganz eigene Interpretation von Cross Country. Laut eigener Aussage soll das SB100 einfach Spaß machen, egal in welche Kategorie es nun gehört. Mit 120 mm Federweg an der Front und einer mehr als soliden Ausstattung mit breitem Lenker und kurzem Vorbau hat Yeti den Nagel auf den Kopf getroffen. Aufgrund des höheren Gewichts, muss es die Konkurrenz in unserem Vergleichstest bergauf zwar ziehen lassen, zeigt bergab jedoch, wie viel Spaß man mit gerade einmal 100 mm Federweg am Heck haben kann! Wer gerne ausgedehnte Touren in abwechslungsreichem Gelände unternimmt, der liegt mit dem Yeti SB100 goldrichtig. Das macht es zu unserem Tipp Trail!

Zum ausführlichen Test >>> Yeti SB100 im Test: Schickes XC-Trailbike mit Nehmerqualitäten

Das Yeti SB100 ist als einziges Bike im Testfeld mit einer Fox 34-Federgabel mit 120 mm Federweg, Alu-Laufrädern, hoher Front und Variostütze mit ganzen 150 mm Hub ausgestattet
# Das Yeti SB100 ist als einziges Bike im Testfeld mit einer Fox 34-Federgabel mit 120 mm Federweg, Alu-Laufrädern, hoher Front und Variostütze mit ganzen 150 mm Hub ausgestattet - das macht das 8.149 € teure Bike trotz knappem Federweg am Heck zu einem richtigen Trailflitzer.

Mit dem Yeti SB100 ist den Amerikanern ein großer Wurf gelungen, das Bike vermittelt bergab jede Menge Sicherheit und lädt dazu ein, den Finger von der Bremse zu lassen. Das Yeti fährt sich eher wie ein spaßiges Trailbike mit wenig Federweg als ein XC-Bike. Auch bergauf kommt der Trailbike-Charakter des SB100 zum Vorschein. Das “Fun Country-Bike” klettert eher gemütlich und nicht ganz so zügig wie die Konkurrenz. Wer also einen Begleiter für Cross Country-Rennen sucht, wird mit dem diesem Rad vermutlich nicht glücklich werden. Wer allerdings ein Spaß-Bike mit wenig Federweg und einem großen Einsatzbereich sein Eigen nennen möchte, der sollte das Yeti SB100 genauer unter die Lupe nehmen.

Pro
  • ausgezeichnete Bergab-Performance
  • stimmiges Gesamtpaket
  • breiter Einsatzbereich
  • moderne Geometrie
Contra
  • hoher Preis
  • bergauf gemütlicher als ein XC-Bike
  • hohes Gewicht

Intense Sniper XC

Mit dem Sniper XC mischt Intense das erste Mal in der erfolgreichen Firmengeschichte im Cross Country-Bereich mit. Der Scharfschütze kann seine Abstammung jedoch nicht ganz abschütteln und ist mit einer modernen Geometrie und dem Einsatz einer Variostütze sowie einem breiten und kurzen Cockpit besser für den Traileinsatz gerüstet, als der Großteil der XC-Konkurrenz. Der sehr progressive Hinterbau belohnt eine aggressive Fahrweise in ruppigem Gelände, kann jedoch hinten raus etwas harsch werden und neigt bergauf zum Wippen. Das Intense Sniper XC ist ein gelungener Cross Country-Allrounder, räumt aber in keiner Disziplin Bestnoten ab.

Zum ausführlichen Test >>> Intense Sniper XC im Test: Im Fadenkreuz der Geschwindigkeit

Das Intense Sniper XC hat das Gewicht und den Federweg eines Cross Country-Bikes, wurde allerdings mit der Geometrie und dem Cockpit eines Trail-Bikes ausgestattet
# Das Intense Sniper XC hat das Gewicht und den Federweg eines Cross Country-Bikes, wurde allerdings mit der Geometrie und dem Cockpit eines Trail-Bikes ausgestattet - zudem ist es trotz sehr guter Ausstattung mit 6.798 € (UVP) das günstigste Bike im Testfeld.

Das Intense Sniper XC ist ein spannendes Bike mit gelungener Geometrie und einem hohen Spaßfaktor. Es kann sich jedoch nicht ganz entscheiden, was genau es denn sein möchte: Bergauf klettert es zwar zügig, muss jedoch effizienteren Bikes den Vortritt lassen. Bergab arbeitet der Hinterbau zwar sehr feinfühlig und die Geometrie lädt zum Heizen ein, doch in ruppigen Sektionen wird der kalifornische Scharfschütze vom sehr progressiven Hinterbau und der XC-lastigen Ausstattung ausgebremst. Andererseits: Wer auf der Suche nach einem spaßigen und pfeilschnellen Bike ist, das sich in keine Kategorie so richtig einordnen lässt, der dürfte mit dem Intense Sniper XC genau richtig liegen.

Pro
  • gelungene Geometrie
  • hoher Fahrspaß auf flowigen Trails
  • edler Rahmen und hochwertige Ausstattung
Contra
  • Dämpfer wippt bergauf im offenen Modus
  • kommt in ruppigen Passagen (zu) schnell ans Limit

Was macht ein gutes Down Country-Bike aus?

Die Bezeichnung Down Country ist mit einer gehörigen Portion Ironie zu verstehen – und eine klare Definition dieser „Kategorie” gibt es ohnehin nicht. Klar ist, dass die Bikes in Rekordgeschwindigkeit bergauf klettern sollen, gleichzeitig aber auch bergab viel Sicherheit und Leistung bieten müssen. Ein guter Indikator dafür ist die Entwicklung der Rennen im Cross Country World Cup. Hier werden die Rennen insgesamt kürzer, die meisten Strecken entwickeln sich in eine technischere Richtung und vor allem die Abfahrten haben es oft mehr als in sich.

Bergauf muss ein Down Country-Bike effizient und vor allem schnell klettern. Dafür sind schnell rollende Reifen, ein geringes Gesamtgewicht und eine sportliche Sitzposition von Vorteil. Möglichst viel Energie soll von den Beinen auf den Untergrund übertragen werden, möglichst wenig Energie soll in einem ineffizienten Hinterbau verloren gehen. Santa Cruz setzt am Blur auf einen vom Lenker aus aktivierbaren Lock Out von Gabel und Dämpfer – am Yeti und am Intense bleibt lediglich die Möglichkeit, kurz an den Dämpfer zu greifen und den Hebel per Hand umzulegen.

Bergauf sollen Down Country-Bikes effizient und zügig wie ein leichtgewichtiges Cross Country-Bike klettern …
# Bergauf sollen Down Country-Bikes effizient und zügig wie ein leichtgewichtiges Cross Country-Bike klettern …
… und gleichzeitig sollen die modernen Boliden bergab viel Sicherheit vermitteln und Spaß machen.
# … und gleichzeitig sollen die modernen Boliden bergab viel Sicherheit vermitteln und Spaß machen.
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# down-country-test-prolog-2666

Auch in der Ebene und auf flowigen Trails, bei denen sich Richtungswechsel und kleinere Unebenheiten mit knackigen Gegenanstiegen und Sprint-Sektionen abwechseln, sollen Down Country-Bikes glänzen. Hier zählt vor allem der Vortrieb, doch natürlich soll ein Bike dieser Kategorie auch ein gewisses Maß an Komfort vermitteln und die Unebenheiten des Untergrundes souverän herausfiltern. Ganz so effektiv wie mit einem Cross Country Race-Bike muss es nicht zwangsweise vorwärts gehen. Aber ein federleichtes Carbon-Bike in gemütlichem Tempo über den Trail zu bewegen, macht nur minimal mehr Spaß, als mit einem Ferrari in der Tempo 30-Zone zu fahren.

Muss man bergauf möglicherweise leichte Abstriche gegenüber traditionell(er)en Cross Country-Bikes machen, so sollen Down Country-Bikes in der Abfahrt umso mehr glänzen. Vom Lenker aus absenkbare Sattelstützen, abfahrtsorientierte Geometrien mit langem Radstand, niedrigem Tretlager und flachem Lenkwinkel sowie immer leistungsfähigere Fahrwerke machen es möglich. Und klar: Wenn man nicht gerade bei einem XC-Rennen an den Start geht oder gar mit Nino Schurter um die Wette fährt, dann ist es oftmals wichtiger, möglichst viel Spaß auf dem Trail zu haben, als die Fahrt möglichst schnell zu beenden. Idealerweise hat man mit einem Down Country-Bike jedoch in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Spaß.

Die Kombination aus geringem Gewicht, wenig Federweg am Heck und abfahrtsorientierten Geometrien mit flachen Lenkwinkeln und langem Radstand ist ein spannendes Experiment
# Die Kombination aus geringem Gewicht, wenig Federweg am Heck und abfahrtsorientierten Geometrien mit flachen Lenkwinkeln und langem Radstand ist ein spannendes Experiment - sowohl bergauf als auch bergab haben sich jedoch deutliche Unterschiede zwischen den edlen Bikes, die auf den ersten Blick recht ähnlich wirken, gezeigt.

Auf den Punkt gebracht

Fassen wir den Einsatzbereich und die Anforderungen an die Down Country-Bikes in unserem Vergleichstest noch einmal zusammen:

Die Einsatzbereiche

  • Cross Country Zügig bergauf, noch zügiger bergab: Beim Cross Country geht es darum, möglichst schnell alle Anstiege und Abfahrten zu meistern. Eine typische Cross Country-Strecke gibt es nicht, stattdessen wechseln sich normalerweise verschiedene Passagen mit unterschiedlichen Anforderungen ab. Verschnaufpausen gibt es dabei eher selten.
  • Trails Hier ist der Übergang genauso wie bei der Kategorisierung der Bikes eher fließend. Fest steht: Dank sich verändernder Geometrien und potenterer Fahrwerke sollten sich Down Country-Bikes auch auf eher abfahrtslastigen, technischen und anspruchsvollen Trails wohlfühlen und Sicherheit vermitteln. Der Fokus liegt auf der Geschwindigkeit, doch auch der Fahrspaß sollte nicht zu kurz kommen.

Das sollte ein Down Country-Bike können

  • Geschwindigkeit Cross Country-Rennen sind geprägt von Geschwindigkeit, Taktik und Fahrkönnen – entsprechend sollte auch ein Down Country-Bike nach Möglichkeit mit Maximalgeschwindigkeit von A nach B bewegt werden können. Zwischen A und B befinden sich dabei normalerweise unzählige Hindernisse, Wurzeln, Stufen, Sprints und Gegenanstiege, die einem das Laktat in den Adern gefrieren lassen.
  • Effizienz Die Kraft der Beine sollte möglichst effizient in Vortrieb umgewandelt werden. Auch wenn Abfahrten immer wichtiger werden, ist eine gute Uphill-Performance im Cross Country von enormer Bedeutung – hier entscheiden sich nach wie vor oft die Rennen.
  • Bergab-Performance Down Country-Bikes wollen dank abfahrtslastiger Geometrien echte Grenzgänger zwischen Cross Country und Trail sein – entsprechend wichtig ist es, dass die Bikes trotz leichter Anbauteile bergab nicht zu schnell ans Limit kommen, Sicherheit vermitteln und dass man auch auf anspruchsvollen Segmenten nicht verängstigt die Bremse schleifen lässt. Der Fahrspaß soll natürlich ebenfalls nicht auf der Strecke bleiben.
Um die Bikes in unserem Down Country-Vergleichstest angemessen zu beurteilen, haben nicht nur die XC-Experten unserer Redaktion …
# Um die Bikes in unserem Down Country-Vergleichstest angemessen zu beurteilen, haben nicht nur die XC-Experten unserer Redaktion …
… sondern auch unsere Fahrer mit einem Enduro- und Downhill-Hintergrund die drei Modelle ausgiebig unter die Stollen genommen und über anspruchsvolle Trails gescheucht.
# … sondern auch unsere Fahrer mit einem Enduro- und Downhill-Hintergrund die drei Modelle ausgiebig unter die Stollen genommen und über anspruchsvolle Trails gescheucht.
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# down-country-test-prolog-3093

Wo und wie haben wir getestet?

Als schnelle Fahrräder, die den Spagat zwischen Cross Country und Trail perfekt beherrschen wollen, richten sich Down Country-Bikes auch – aber nicht nur – an reine XC-Fahrer. Deshalb war auf den drei Bikes in unserem Vergleichstest nicht nur mit Tobi, unser absoluter Cross Country-Experte mit World Cup-Erfahrung, unterwegs, sondern auch drei Tester, die vor allem auf Trail- und Enduro-Bikes heimisch sind – mit dem Ziel, die drei Modelle im Vergleich aus möglichst unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten. Alle drei Räder wurden vor allem auf den schnellen und mitunter anspruchsvollen Abfahrten rund um Bad Kreuznach getestet. Bergauf wurden die Down Country-Bikes teils auf Asphalt- und Schotterwegen, teils auf technischeren Trails bewegt. Abgesehen von kleineren individuellen Anpassungen wie der Lenkerhöhe, der Position der Bremsgriffe und natürlich dem Fahrwerk-Setup sind die drei Down Country-Bikes gegenüber ihrer Serienausstattung unverändert geblieben.


Hier findest du alle weiteren Artikel unseres Down Country-Vergleichstests:

  1. benutzerbild

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  2. benutzerbild

    Fortis76

    dabei seit 03/2012

    Es geht um gemessene Gewichte der selben Größe ;).
  3. benutzerbild

    ufp

    dabei seit 12/2003

    Fortis76
    Was ist denn an den Werten hoch?
    Die aktuellen Racefully sind inzwischen vom Rahmengewicht leichter wie die Topmodelle in 26".
    Die Topmodelle sind alle auf ähnlichen Niveau,
    :confused:
    Also zwischen deinen genannten Rädern und den 1830 Gramm (beim Orbea) und dem von mir in #212 genannten Cannondale Scalpel und dem Gewicht von 1365/1390 sehe ich schon noch einen deutlichen Gewichtsunterschied.

    Aber man sieht, wiedereinmal, ganz deutlich, dass Gewichte oder auch die Laufradgröße überbewertet werden, denn ein Nino Schuster gewann mit allen Rädern bzw Gewichten. Und er würde wohl auch mit einem Kinderklapprad gewinnen :D;).
  4. benutzerbild

    Fortis76

    dabei seit 03/2012

    Die 1365/1390g bezweifle ich. Welches Scalel soll denn das gewesen sein?

    Edit: Ok. Du meinst das alte Modell. Das ist 26 Zoll und hat nur 80 mm Federweg. Hat keine Lager im Hinterbau. Das lässt sich nicht ganz vergleichen. Außerdem ist das Gewicht ohne Dämpfer.
  5. benutzerbild

    Nehcuk

    dabei seit 04/2011

    vermutlich das olle 26er ohne gelenke am hinterbau. glaube das war so 2003 rum.
    zumal ein scalpel imho kein echtes fully ist - bei 26" wars das ja eh nicht (eher softail), aber auch heute noch nicht. das ist etwas zwischen fully und softail, aber never ein echtes fully nach meinem dafürhalten ;)
    ich hatte an 29ern n epic, habe aktuell topfuel und n bmc ht mit mtt und auch n scalpel. was die hinterbauperformance angeht liegt das scalpel nur ein wenig über dem bmc ht, aber gefühlt meilenweit unter dem topfuel. zudem ist der hinterbau beim scalpel extrem weich. in rinnen zieht das hr beim scalpel immer wieder schön zur seite (bei meinen 68Kg). für so ein premiumprodukt ist das eigentlich ne frechheit.

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