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29"-Laufräder und 150 mm Federweg an Front und dazu ein Carbon-Rahmen mit modernisierter Geometrie
29"-Laufräder und 150 mm Federweg an Front und dazu ein Carbon-Rahmen mit modernisierter Geometrie - Das Cannondale Jekyll steht rein vom Blick auf die Eckdaten zwischen der Trail- und der Enduro-Kategorie – laut Cannondale ist es aber für den Enduro-Einsatz ausgelegt.
Die Rahmengeometrie wurde überarbeitet und etwas modernisiert
Die Rahmengeometrie wurde überarbeitet und etwas modernisiert - Zusammengefasst: 65° flacher Lenkwinkel, mit Ausnahme des XL-Rads kurze Sitzrohre, mittellange Kettenstreben, Reach- und Stack-Werte, aber ein relativ hohes Tretlager
Ausreichend Grip an der Front soll die Fox 36 generieren
Ausreichend Grip an der Front soll die Fox 36 generieren - In der 150 mm Federgabel steckt alles, was Fox aktuell an Hightech zu bieten hat.
Spezial DPX2 mit zusätzlicher Luftkammer und Fernbedienung
Spezial DPX2 mit zusätzlicher Luftkammer und Fernbedienung - Auch aus dem Heck können 150 mm gepresst werden. Schaltet man die Zusatz-Luftkammer ab, wird auf 120 mm reduziert.
Beim Antrieb verlässt man sich auf die SRAM Eagle
Beim Antrieb verlässt man sich auf die SRAM Eagle - Am Testrad wird die X01-Ausführung der 12 fach-Schaltgruppe montiert.
Am Cannondale Lenker ist SRAMs Code RSC angebracht
Am Cannondale Lenker ist SRAMs Code RSC angebracht - Am Heck geht nicht mehr als 180 mm Scheibendurchmesser. Solange man nicht 120 kg wiegt und 1.200 Tiefenmeter am Stück fahren will, sollte das aber nicht zum Problem werden.
Cannondale und Fabric gehören beide zur Dorel-Gruppe
Cannondale und Fabric gehören beide zur Dorel-Gruppe - Insofern ist der Fabric Sattel auf den Jekyll 29-Modellen Standard – angehoben wird er von einer Fox Transfer mit 150 mm Hub am XL-Rad.
Cannondale Jekyll 2015 vs. Cannondale Jekyll 2017/18
Cannondale Jekyll 2015 vs. Cannondale Jekyll 2017/18 - Geringer Unterschied – und doch sehen die Räder auf den ersten Blick komplett unterschiedlich aus. Fotos: Cannondale
Same, same, but different...
Same, same, but different... - Cannondale setzt weiterhin auf einen abgestützten Eingelenker. Die große Neuerung ist der Abschied vom Pull Shock-Dämpfer.
Das Unterrohr wird von einem Carbon-Protektor geschützt
Das Unterrohr wird von einem Carbon-Protektor geschützt - Unter dem Tretlager werden die innen verlegten Züge durchgeführt, über dem Tretlager ist Platz für die Trinkflasche.
Schick integriert ist die Zugklemmung am Steuerrohr
Schick integriert ist die Zugklemmung am Steuerrohr - Cannondale setzt auf einlaminierte Steuersatzschalen – Reach Adjust- oder Winkelsteuersätze können nicht verbaut werden.
Bei der Bremsaufnahme hat Cannondale eine ausgefuchste Lösung parat
Bei der Bremsaufnahme hat Cannondale eine ausgefuchste Lösung parat - Anstatt der klassischen Post Mount-Aufnahme gibt es am Eingelenk-Hinterbau zwei Gewinde für einen Flat Mount- to Post Mount-Adapter.
Gedeckte Farbgebung und große Schriftzüge
Gedeckte Farbgebung und große Schriftzüge - Die polarisierende Rahmenform gerät durch die neutrale Farbgebung und die schicke Gestaltung etwas in den Hintergrund.
„Bei Sprüngen und Kurvenwechseln kann das Bike seinen hohen Spieltrieb ausleben.“ – Chris Spath
„Bei Sprüngen und Kurvenwechseln kann das Bike seinen hohen Spieltrieb ausleben.“ – Chris Spath - Wird es steil, sollte man auf jeden Fall in der 150 mm Position fahren, ansonsten kann die Asymmetrie im Fahrwerk zu Überschlagsgefühlen führen.
Wird es schnell, hindert einen das Jekyll nicht daran, auch mal die direkte Linie zu wählen
Wird es schnell, hindert einen das Jekyll nicht daran, auch mal die direkte Linie zu wählen - In ruppigem Gelände sollte man aber selbstbewusst auf dem Rad stehen und diesem genau zeigen, wo es hingehen soll.
Das Cannondale Jekyll imitiert nicht den Mini-Downhiller, die Reserven sind nicht unendlich
Das Cannondale Jekyll imitiert nicht den Mini-Downhiller, die Reserven sind nicht unendlich - Dank des potenten Fahrwerks kann man aber auch mal abziehen, ohne in der Landung abgeschüttelt zu werden.
Trotz hohem Tretlager ist das Jekyll sehr gut in Kurven bedienbar
Trotz hohem Tretlager ist das Jekyll sehr gut in Kurven bedienbar - Der Grip reißt auch bei Nachdruck nicht früh ab, der Hinterbau ist also nachgiebig genug.
Mit der straffen Fahrwerksabstimmung lässt es sich gut in Kurven reinhalten
Mit der straffen Fahrwerksabstimmung lässt es sich gut in Kurven reinhalten - Einflüsse von oben werden direkt auf den Boden gebracht, Kurvenwechsel gelingen so spielerisch einfach.
Alles andere als eine Spaßbremse
Alles andere als eine Spaßbremse - Das Jekyll ist gern in der Luft und begeistert auch hier mit hohem Spieltrieb.
Die Anordnung der Hebel ist am Jekyll nicht ganz einfach. Um alle Hebel passend am Cockpit zu positionieren, bedarf es Geduld und Geschick
Die Anordnung der Hebel ist am Jekyll nicht ganz einfach. Um alle Hebel passend am Cockpit zu positionieren, bedarf es Geduld und Geschick - Ideal ist die Kombination aus Gemini- und Stützen-Remote aber nicht, am abstehenden Transfer-Hebel ist bei einem Sturz zudem die Schraube gebrochen.
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, leidtragend in diesem Fall – der Fabric Sattel
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, leidtragend in diesem Fall – der Fabric Sattel - Eine Millisekunde Unachtsamkeit wurde bestraft, Fahrer und Rad gingen genau dort zu Boden, wo man nicht zu Boden gehen will – in schroffem Gelände muss man auf der Hut sein.
Nach vorne geizt das Jekyll nicht mit Reifenfreiheit, zu den Seiten ist noch Luft nach oben
Nach vorne geizt das Jekyll nicht mit Reifenfreiheit, zu den Seiten ist noch Luft nach oben - Zweiteres schränkt die Reifenwahl ein – mit dem 2,4"-Reifen wird es recht eng zu den Seiten.
Da das Cannondale aus der Testflotte an uns ging, ist nicht klar, wie viele Kilometer es schon abgeleistet hatte
Da das Cannondale aus der Testflotte an uns ging, ist nicht klar, wie viele Kilometer es schon abgeleistet hatte - kurz nachdem wir es in die Testredaktion bekommen haben, löste sich aber bereits der Unterrohrschutz
Der kurze Kettenstrebenschutz wurde am Testrad bereits manuell verlängert
Der kurze Kettenstrebenschutz wurde am Testrad bereits manuell verlängert - Praktisch angebracht ist der Trinkflaschenhalter im Rahmen. Er ist noch gut erreichbar, die Flasche ist gut vor Dreckbeschuss geschützt.
Wer es gerne wippfrei hat, muss zum Dämpfer greifen
Wer es gerne wippfrei hat, muss zum Dämpfer greifen - Wechselt der Trail häufig seinen Gradienten, muss man arbeiten: Stütze hoch, Gemini an, Dämpfer in den mittleren Modus
So viel Lob von unserem größten Batterie-Gegner in der Testredaktion?
So viel Lob von unserem größten Batterie-Gegner in der Testredaktion? - Den Fahrspaß schränkt das Fox Live Valve auf jeden Fall nicht ein. Es bietet ein neues und sehr effizientes Fahrgefühl, welches bis auf den beschriebenen Sonderfall für sehr aktive Fahrer, in allen Lagen nahtlos funktioniert.
Zu jedem Topf passt ein Deckel. Welcher Fahrertyp passt aber zum neuen Canyon Strive?
Zu jedem Topf passt ein Deckel. Welcher Fahrertyp passt aber zum neuen Canyon Strive? - Wer Komfort an erster Stelle stehen hat, wird wohl nicht ideal mit dem Strive harmonieren. Gebaut ist das Strive für Racer und genau diese Zielgruppe holt es auch ab. Wer nicht gerade Racer ist, aber einen aktiven Fahrstil pflegt, könnte mit dem Strive sowohl im hochalpinen Gelände, als auch im Bikepark sehr viel Spaß haben.
Cannondales Jekyll war schon immer ein Spezialist und bleibt das auch in der neuesten Evolutionsstufe
Cannondales Jekyll war schon immer ein Spezialist und bleibt das auch in der neuesten Evolutionsstufe - Das Rad fordert seinen Fahrer und kann in den richtigen Händen einen soliden Kompromiss zwischen Leichtfüßigkeit und Laufruhe stellen.

Cannondale Jekyll 29 im Test: Zum Modelljahr 2001 tauchte im Cannondale-Portfolio erstmals ein Rad mit dem Namen Jekyll auf. Das damalige Bike kam mit 26″-Laufrädern, 3 x 9 Gängen, Lefty- oder Headshok-Gabel und einem Lenkwinkel über 70°. Das aktuelle Cannondale Jekyll hingegen rollt auf 29″-Laufrädern, verfügt über 1 x 12 Gänge und eine sehr moderne Geometrie mit 150 mm Federweg. Vieles hat sich also anders verändert – treu geblieben ist man jedoch dem vom Lenker aus verstellbaren Dämpfer. Wir wollten herausfinden, welche Persönlichkeit dem Jekyll innewohnt: Gemacht für freundliche Trails oder grobes bösartiges Gebolze? Hier ist der Test.

Steckbrief: Cannondale Jekyll 29

EinsatzbereichAll-Mountain, Enduro
Federweg150-160 mm/120-150 mm
Laufradgröße29ʺ
RahmenmaterialCarbon
Gewicht (o. Pedale)14,4 kg
RahmengrößenS, M, L, XL
Websitewww.cannondale.com
Preis: ab 3.999 €

Das Cannondale Jekyll 29 ist die EWS-Race-Maschine von Cannondale und wird als 27,5″-Version (hier zum Cannondale Jekyll 2017 Test) oder als 29er gebaut. Unser Test-Bike steht auf großen Laufrädern und stellt vorne und hinten jeweils 150 mm Federweg zur Verfügung. Wenn man sich den Dämpfer wegdenkt, liegen Vorgängermodell und neues Jekyll sehr nahe beieinander – den größten Unterschied machen nämlich die Position sowie die Art des Dämpfers: War das alte Rad noch mit Pullshock-Technologie ausgestattet, verwendet man am neuen Rad einen herkömmlichen, auf Druckbelastung ausgelegten Dämpfer. Ganz ohne Spezialtechnik will man das Rad aber nicht in den Markt schicken: Am Fox-Dämpfer wird die Gemini-Technologie verwendet, bei der man per Lenker-Fernbedienung den Federweg für den Uphill verringern kann.

Wie auch der Vorgänger kommt das aktuelle Enduro-Bike der Amerikaner mit Carbon-Rahmen, allerdings mit überarbeiteter Geometrie. Auch sonst gibt es einige Neuerungen: Für den Enduro-Renneinsatz oder die Hausrunde ohne Rucksack findet eine Wasserflasche unter der großen Carbon-Wippe Platz, das Rad ist zudem für die elektronische Shimano Di2-Schaltung vorbereitet.

29"-Laufräder und 150 mm Federweg an Front und dazu ein Carbon-Rahmen mit modernisierter Geometrie
# 29"-Laufräder und 150 mm Federweg an Front und dazu ein Carbon-Rahmen mit modernisierter Geometrie - Das Cannondale Jekyll steht rein vom Blick auf die Eckdaten zwischen der Trail- und der Enduro-Kategorie – laut Cannondale ist es aber für den Enduro-Einsatz ausgelegt.

Diashow: Cannondale Jekyll 29 im Test - Ein Klassiker kehrt zurück
Ausreichend Grip an der Front soll die Fox 36 generieren
Wird es schnell, hindert einen das Jekyll nicht daran, auch mal die direkte Linie zu wählen
Cannondales Jekyll war schon immer ein Spezialist und bleibt das auch in der neuesten Evolutionsstufe
Die Anordnung der Hebel ist am Jekyll nicht ganz einfach. Um alle Hebel passend am Cockpit zu positionieren, bedarf es Geduld und Geschick
Nach vorne geizt das Jekyll nicht mit Reifenfreiheit, zu den Seiten ist noch Luft nach oben
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Geometrie

Bei der Geometrie hat sich Cannondale nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt und ist nicht ins Extreme abgedriftet. Auf dem Papier macht das Cannondale Jekyll 29 einen sehr ausgeglichenen Eindruck, mit moderaten Winkeln und einem vernünftig wirkenden Verhältnis von Hauptrahmen zu Hinterbau. Für 150 mm Federweg fällt der Lenkwinkel von 65° angenehm flach aus. Der effektive Sitzwinkel ist mit 75° weder besonders steil noch besonders flach. Das Sitzrohr ist nur leicht nach vorne verschoben, mit dem etwas flacheren, realen Sitzwinkel sollte es also nicht zu Problemen kommen. Auch die Sitzrohrlänge ist, mit Ausnahme vom XL-Rahmen, auf dem Stand der Zeit. Während man von Rahmengröße S bis L um jeweils 30 mm von Rahmengröße zu Rahmengröße verlängert, erhält das XL-Rad mit 520 mm ein 60 mm längeres Sitzrohr. Mit nur 16 mm Tretlagerabsenkung liegt das Tretlager relativ hoch.

Größenübergreifend sind die Kettenstreben 442 mm lang, Reach und Stack allerdings wachsen moderat und stetig. Von 419 mm in Größe S bis 488 mm in XL reichen die Reach-Werte, Größenempfehlungen geben die Amerikaner nicht ab. Vielmehr soll man sich mit seinem Händler abstimmen, um die individuell passende Rahmengröße herauszufinden. Im Testfeld ist das Jekyll laut Geometrie-Tabelle das längste Rad – wenn man den Radstand betrachtet. Und das trotz des kürzesten Reach-Wertes? Ja, das Jekyll hat den flachsten Lenkwinkel und die längste Kettenstrebe. In der 29″-Enduro-Kategorie ordnet sich das Cannondale in der modernen, aber bewährten Ecke ein.

GrößeSMLXL
Sitzrohrlänge400 mm430 mm460 mm520 mm
Oberrohrlänge586 mm611 mm636 mm664 mm
Steuerrohrlänge102 mm115 mm127 mm140 mm
Lenkwinkel65°65°65°65°
Sitzwinkel75°75°75°75°
Kettenstrebenlänge442 mm442 mm442 mm442 mm
Tretlagerabsenkung16 mm16 mm16 mm16 mm
Radstand1189 mm1216 mm1243 mm1273 mm
Reach419 mm441 mm463 mm488 mm
Stack595 mm606 mm617 mm629 mm

Die Rahmengeometrie wurde überarbeitet und etwas modernisiert
# Die Rahmengeometrie wurde überarbeitet und etwas modernisiert - Zusammengefasst: 65° flacher Lenkwinkel, mit Ausnahme des XL-Rads kurze Sitzrohre, mittellange Kettenstreben, Reach- und Stack-Werte, aber ein relativ hohes Tretlager

Ausstattung

Insgesamt erscheint die Ausstattung an den Cannondale Jekyll 29-Modellen sinnvoll und dem Einsatzzweck angemessen gewählt. Beim Fahrwerk verlässt man sich auf Fox-Komponenten: Am Topmodell gibt es die 36 Factory mit GRIP2-Dämpfung, danach wird abgestuft – Modell 2 kommt mit 36 Performance Fit4, Modell 3 mit 36 Performance GRIP. Am Heck wird analog vom Float DPX2 Factory über den Performance DPX2 bis zum Float DPS abgestuft – alle drei Dämpfer kommen aber mit Gemini-Technologie. Den Sattel senkt allerdings nur am Topmodell eine Fox Transfer ab: Am Einstiegs-Modell wird die TranzX Dropper, in der Mittelklasse eine Cannondale-Variostütze verbaut.

Angetrieben werden die Jekyll 29-Modelle ausschließlich mit SRAM Eagle-Antrieben: Das 6.499 € teure Modell 1 und das 5.499 € teure Modell 2 werden mit X01-Antrieb ausgestattet, am 3.999 €-Bike ist die GX Eagle verbaut. Bei den Bremsen gibt es überraschenderweise nicht ausschließlich den SRAM-Spec: Während die Varianten „1“ mit Code RSC und „3“ mit Guide R ausgestattet sind, setzt man am „2“-Modell auf eine Shimano XT-Vierkolbenbremse. Auf den Alu-Laufrädern von Stan’s sind Maxxis Minion DHF/DHR II Reifen montiert. Ergänzt werden die Ausstattungsvarianten durch Cannondale-Anbauteile.

  • Federgabel Fox 36 Factory Float GRIP 2(150 mm)
  • Dämpfer Fox DPX2 Factory Gemini (150 mm)
  • Antrieb SRAM X01
  • Bremsen SRAM Code RSC
  • Laufräder Stans NoTubes ZTR Flow MK2
  • Reifen Maxxis Minion DHF/DHR II
  • Cockpit Cannondale C1 Carbon (780 mm) / Cannondale C1 (35 mm)
  • Sattelstütze Fox Transfer (150 mm)
Komplette Ausstattung zum Ausklappen

 Cannondale Jekyll 29 1Cannondale Jekyll 29 2Cannondale Jekyll 29 3
RahmenmaterialCarbonCarbonCarbon
DämpferFox DPX2 Factory EVOL, Gemini Dual-ModeFox DPX2 Performance EVOL, Gemini Dual-ModeFox DPS Performance, Gemini Dual-Mode
FedergabelFox 36 Float Factory Grip2, 150 mmFox 36 Float Performance Fit4, 150 mmFox 36 Float Performance Float, 150 mm
VorbauCannondale C1, 35 mmCannondale C1, 35 mmCannondale C1, 35 mm
LenkerCannondale C1 Carbon, 780 mmCannondale C3 Alloy, 780 mmCannondale C3 Alloy, 780 mm
GriffeCannondale Lock-OnCannondale Lock-OnCannondale Lock-On
BremsenSRAM Code RSCShimano XT 4-PistonSRAM Guide R
SchaltungSRAM X01 EagleSRAM X01 EagleSRAM GX Eagle
LaufräderStan's NoTubes Flow MK3Stan's NoTubes Flow MK3Stan's NoTubes Flow S1
ReifenMaxxis Minion DHF 29" x 2,5" WT / Maxxis Minion DHR II 29" x 2,4" WTMaxxis Minion DHF 29" x 2,5" WT / Maxxis Minion DHR II 29" x 2,4" WTMaxxis Minion DHF 29" x 2,5" WT / Maxxis Minion DHR II 29" x 2,4" WT
SattelstützeFox Transfer, 125 mm (S) / 150 mm (M - XL)Cannondale DownLow, 100 mm (S) / 125 mm (M) / 150 mm (L - XL)TranzX Dropper, 100 mm (S) / 125 mm (M - XL)
SattelFabric Scoop Shallow EliteFabric Scoop Shallow EliteFabric Scoop Shallow Sport
GewichtN/AN/AN/A
Preis6.499 €5.499 €3.999 €

Ausreichend Grip an der Front soll die Fox 36 generieren
# Ausreichend Grip an der Front soll die Fox 36 generieren - In der 150 mm Federgabel steckt alles, was Fox aktuell an Hightech zu bieten hat.
Spezial DPX2 mit zusätzlicher Luftkammer und Fernbedienung
# Spezial DPX2 mit zusätzlicher Luftkammer und Fernbedienung - Auch aus dem Heck können 150 mm gepresst werden. Schaltet man die Zusatz-Luftkammer ab, wird auf 120 mm reduziert.
Beim Antrieb verlässt man sich auf die SRAM Eagle
# Beim Antrieb verlässt man sich auf die SRAM Eagle - Am Testrad wird die X01-Ausführung der 12 fach-Schaltgruppe montiert.
Am Cannondale Lenker ist SRAMs Code RSC angebracht
# Am Cannondale Lenker ist SRAMs Code RSC angebracht - Am Heck geht nicht mehr als 180 mm Scheibendurchmesser. Solange man nicht 120 kg wiegt und 1.200 Tiefenmeter am Stück fahren will, sollte das aber nicht zum Problem werden.
Cannondale und Fabric gehören beide zur Dorel-Gruppe
# Cannondale und Fabric gehören beide zur Dorel-Gruppe - Insofern ist der Fabric Sattel auf den Jekyll 29-Modellen Standard – angehoben wird er von einer Fox Transfer mit 150 mm Hub am XL-Rad.

Im Detail

Form follows Flaschenhalter?

Bei der Vorstellung der beiden neuen Modelle Jekyll und Trigger war die Optik der neuen Bikes ein vieldiskutiertes Thema in der Community. 2018, zur Vorstellung des 29er Jekyll, hatten sich die meisten bereits an die eigenständige Optik gewöhnt. Dabei hat Cannondale rein optisch keine zu große Änderung vollzogen: Die kleinen Anpassungen sind wohl der Modernisierung und dem Wechsel auf den Druckdämpfer zuzuschieben.

Cannondale Jekyll 2015 vs. Cannondale Jekyll 2017/18
# Cannondale Jekyll 2015 vs. Cannondale Jekyll 2017/18 - Geringer Unterschied – und doch sehen die Räder auf den ersten Blick komplett unterschiedlich aus. Fotos: Cannondale

Bleiben wir beim Dämpfer: Für den Uphill trimmt Cannondale das Rad nicht via Druckstufendämpfung. Stattdessen verwendet das hauseigene Gemini-System, ähnlich wie beim TwinLoc-Dämpfer des Scott Genius und Ransom, eine zusätzliche Luftkammer. In Summe sitzen am Dämpfer so drei Luftkammern: Negativ-Feder, Positiv-Feder und die zuschaltbare Erweiterung der Positiv-Feder. Das Betätigen der Lenker-Fernbedienung schließt beziehungsweise öffnet die Erweiterung der Positiv-Feder. Durch die Verkleinerung der Luftkammer auf Knopfdruck wird die Luftfeder viel progressiver – vergleichbar wäre dies mit dem Einsetzen extrem vieler Volumenspacer. Die Kinematik kann weiterhin 150 mm freigeben, durch die angestiegene Progression im Federbein erhält man effektiv jedoch nur noch 120 mm Federweg. Da die Progression mit der kleineren Luftkammer bereits früher einsetzt, sinkt auch der Sag am Dämpfer-Kolben – ergo: weniger Einfedern, höheres Tretlager, steilerer Sitzwinkel und eine straffere, aber weiterhin aktive Federung.

Same, same, but different...
# Same, same, but different... - Cannondale setzt weiterhin auf einen abgestützten Eingelenker. Die große Neuerung ist der Abschied vom Pull Shock-Dämpfer.

Auch sonst wirkt der Rahmen des Cannondale Jekyll 29 durchdacht: Wie am 27,5″-Modell verwendet man am 29er einen asymmetrischen Hinterbau. Cannondale will zugunsten der großen Reifenfreiheit bei gleichzeitig kurzer Kettenstrebe keine Kompromisse hinsichtlich Stabilität und Steifigkeit machen. Aus diesem Grund wurde die Kettenlinie 6 mm nach außen verschoben, mit ihr wandert auch die Hinterrad-Nabe um 6 mm. Somit erhält man um das Tretlager etwas mehr Platz und positioniert die Felge gleichzeitig mittig zwischen den Nabenflanschen. Die gleichmäßigere Speichenspannung soll zur Stabilität des Laufrads beitragen.

Anderen Herstellern ist es gelungen, knapp 30 mm kürzere Kettenstreben bei nur einem Zentimeter Federweg weniger zu realisieren. Daher lohnt es sich, die Konstruktion von Cannondale einmal genauer anzuschauen: Mit 442 mm ist die Kettenstrebe nicht gerade kurz und mit bei 2,4″ breiten Reifen bleibt nicht mehr unendlich viel Platz für Matsch – somit bleibt der einzige reale Vorteil der Argumentation Cannondales die gleichmäßige Speichenspannung.

Das Unterrohr wird von einem Carbon-Protektor geschützt
# Das Unterrohr wird von einem Carbon-Protektor geschützt - Unter dem Tretlager werden die innen verlegten Züge durchgeführt, über dem Tretlager ist Platz für die Trinkflasche.
Schick integriert ist die Zugklemmung am Steuerrohr
# Schick integriert ist die Zugklemmung am Steuerrohr - Cannondale setzt auf einlaminierte Steuersatzschalen – Reach Adjust- oder Winkelsteuersätze können nicht verbaut werden.
Bei der Bremsaufnahme hat Cannondale eine ausgefuchste Lösung parat
# Bei der Bremsaufnahme hat Cannondale eine ausgefuchste Lösung parat - Anstatt der klassischen Post Mount-Aufnahme gibt es am Eingelenk-Hinterbau zwei Gewinde für einen Flat Mount- to Post Mount-Adapter.
Gedeckte Farbgebung und große Schriftzüge
# Gedeckte Farbgebung und große Schriftzüge - Die polarisierende Rahmenform gerät durch die neutrale Farbgebung und die schicke Gestaltung etwas in den Hintergrund.

Technische Daten

Alle technischen Daten, Details und Standards des Cannondale Jekyll 29 findet ihr in der folgenden Tabelle zum Ausklappen:

Technische Daten zum Ausklappen

KinematikAbgestützter Eingelenker 
Verschiedene Lager-Größen3im Hinterbau
Gesamtzahl Lager im Hinterbau10Anzahl
Lagerbezeichungen4 x 6800 (X7*20*9 mm), 4 x 6802 (X8*15*7 mm), 2 x 6903
Herstellerangabe
Hinterbau Einbaumaß148 mm x 12 mmEinbaubreite x Achsdurchmesser
Maximale Reifenfreiheit Hinterbau2,5"
Dämpfermaß230 mm x 60 mmGesamtlänge x Hub
Trunnion-Mount?Nein
Dämpferhardware erstes AugeM8 x 30 mmBolzendurchmesser x Einbaubreite
Dämpferhardware zweites AugeM8 x 30 mmBolzendurchmesser x Einbaubreite
Freigabe für StahlfederdämpferNein
Freigabe für LuftdämpferJa
Empfohlener Dämpfer-SAG30% – 18 mmIn % oder mm
Steuerrohr-DurchmesserIS 41 mm, 52 mmoberer Durchmesser, unterer Durchmesser
Maximale Gabelfreigabe160 mmFederweg bzw. bis zu welcher Einbauhöhe
TretlagerPF30welcher Standard, Durchmesser, Breite
KettenführungsaufnahmeISCG05
Umwerferaufnahme-
SchaltaugeCK3257U00OS, UVP 23,-€Typ, Kosten in €
Optimiert auf welches KettenblattN/AZahnzahl
BremsaufnahmeFlat Mountwelcher Standard
Maximale Bremsscheibengröße180 mm
Sattelrohrdurchmesser31,6 mm
Sattelklemmendurchmesser34,9 mm
Maximale Stützen-Einstecktiefe100 mm
Kompatibel mit Stealth-Variostützen?Ja
Messung SitzwinkelLt. Geometrietabelle auf Stack-Höhe
FlaschenhalteraufnahmeJaEine, Unter der Wippe
Andere Extras, WerkzeugfächerGemini-Dämpfertechnologie
Gewicht RahmenN/A
Gesamtgewicht BikeN/A
Garantie/ServiceLifetime Warranty nach Online Registrierung auf dem Rahmen, Crashreplacement innerhalb von 2 Jahren

Auf dem Trail

Sein hohes Tretlager, der geringe Sitzrohr-Versatz und die zusätzliche Verwendung der Gemini-Fernbedienung machen Lust auf den Uphill. Entspannt rollen wir los und unser motiviertes Tempo gefällt dem Jekyll. Wir wechseln zwischen den zwei verschiedenen Gemini-Stellungen hin und her und das System offenbart seine Stärke: Das Tretlager wird nochmal etwas angehoben, was für eine sehr angenehme Sitzposition sorgt. Probleme gab es selbst mit viel Sattelstützen-Auszug nicht. Man merkt aber auch direkt den Unterschied zum Scott, bei dem gleichzeitig die Druckstufendämpfung erhöht wird: Ein leichtes Wippen begleitet den Fahrer mit auf den Berg. Dieses lässt sich über den Plattformhebel leicht unter Kontrolle bringen, die Wohlfühl-Geschwindigkeit bleibt aber weiter im moderaten Bereich.

Wir wagen uns in härteres Terrain und stellen recht schnell fest: Mit diesem Rad kann man richtig schnell fahren!

Bleibt man auf entspannten Trails, kann die 120 mm-Einstellung beibehalten werden. Durch das höhere Tretlager, den straffen Hinterbau und den etwas steileren Lenkwinkel wirkt das Rad lebendiger. Die leichte Ungleichheit im Federweg kann die sehr fähige Fox 36 GRIP2 gut abfangen, sobald das Gefälle aber zunimmt, ist man mit der 150-mm Einstellung am Heck besser beraten. Die Asymmetrie kann ansonsten dazu führen, dass man zu viel Druck auf die Front bekommt und sich ein unangenehmes Überschlagsgefühl einstellt.

„Bei Sprüngen und Kurvenwechseln kann das Bike seinen hohen Spieltrieb ausleben.“ – Chris Spath
# „Bei Sprüngen und Kurvenwechseln kann das Bike seinen hohen Spieltrieb ausleben.“ – Chris Spath - Wird es steil, sollte man auf jeden Fall in der 150 mm Position fahren, ansonsten kann die Asymmetrie im Fahrwerk zu Überschlagsgefühlen führen.

Wir wagen uns in härteres Terrain und stellen fest: Mit diesem Rad kann man richtig schnell fahren, denn das Fahrwerk ist potent genug. Zu hohen Geschwindigkeiten in wildem Gelände muss man das Jekyll aber etwas zwingen und sollte sich seiner Sache sicher sein – die Reserven und das Gefühl nach unendlich Federweg vermittelt dieses Bike nicht so sehr wie andere Vertreter seiner Klasse. Fährt man in diesem Terrain nicht mit ausreichend Selbstbewusstsein, braucht man starke Arme. Grund dafür ist der Hinterbau, der sich bei langsamer Fahrt auf unruhigem Untergrund etwas in den Hindernissen verkeilt, bevor das Rad diese überrollt. Arbeitet man nicht aktiv, verliert das Rad zunehmend an Geschwindigkeit, Schlag für Schlag schwingt der Oberkörper kurz Richtung Cockpit.

Wird es schnell, hindert einen das Jekyll nicht daran, auch mal die direkte Linie zu wählen
# Wird es schnell, hindert einen das Jekyll nicht daran, auch mal die direkte Linie zu wählen - In ruppigem Gelände sollte man aber selbstbewusst auf dem Rad stehen und diesem genau zeigen, wo es hingehen soll.
Das Cannondale Jekyll imitiert nicht den Mini-Downhiller, die Reserven sind nicht unendlich
# Das Cannondale Jekyll imitiert nicht den Mini-Downhiller, die Reserven sind nicht unendlich - Dank des potenten Fahrwerks kann man aber auch mal abziehen, ohne in der Landung abgeschüttelt zu werden.

Ist man mit dieser Eigenheit vertraut, kann man seinen Fahrstil entsprechend anpassen – das Fahrwerk ermöglicht es, durchs Gelände zu pushen und somit die Geschwindigkeit beizubehalten. Zudem ist das Tretlager hoch genug, um auch mal kurz Zug auf die Kette zu bringen, ohne direkt in der nächsten Wurzel einzufädeln. Für den Renneinsatz will man aktiv auf diesem Rad stehen, außerdem ist man am Jekyll mit Klicks definitiv besser beraten als mit Flatpedalen.

Zurück in die Komfortzone des Jekyll, wo es sich austoben darf: Das Rad folgt willig und kann seinen sehr hohen Spieltrieb komplett auf dem Trail ausleben. Sprünge und Kurvenwechsel, wie man sie aus „A Slice of British Pie“ kennt, nimmt das Rad trotz hohem Tretlager überraschend gelassen und taut hier nach der Eingewöhnungszeit komplett auf. Input von oben wird durchgereicht, kommt direkt am Boden an und das Rad lässt sich zu wilden Kurvenfahrten, schnellen Kurvenwechseln und dem einen oder anderen Manöver in der Luft mitreißen.

Trotz hohem Tretlager ist das Jekyll sehr gut in Kurven bedienbar
# Trotz hohem Tretlager ist das Jekyll sehr gut in Kurven bedienbar - Der Grip reißt auch bei Nachdruck nicht früh ab, der Hinterbau ist also nachgiebig genug.
Mit der straffen Fahrwerksabstimmung lässt es sich gut in Kurven reinhalten
# Mit der straffen Fahrwerksabstimmung lässt es sich gut in Kurven reinhalten - Einflüsse von oben werden direkt auf den Boden gebracht, Kurvenwechsel gelingen so spielerisch einfach.

Alles andere als eine Spaßbremse
# Alles andere als eine Spaßbremse - Das Jekyll ist gern in der Luft und begeistert auch hier mit hohem Spieltrieb.

Das ist uns aufgefallen

  • Cockpit Vergleichbare Systeme mit Lenker-Fernbedienung hatten wir zuletzt am Scott Ransom und am Canyon Strive CF. Cannondale und Scott ist die Integration nicht perfekt intuitiv gelungen – Probleme scheint vor allem die Position der Dropperpost-Fernbedienung zu machen. Beim Positionieren von Brems-, Dropper- und Gemini-Lenkerschelle muss man geduldig sein, bis man ein passendes Setup gefunden hat, bei dem alle Hebel erreichbar sind.
  • Geräuschkulisse Eine verschlissene Lagerbuchse am hinteren Dämpfer-Auge und der sich lösende Unterrohr-Schutz sorgten für eine unangenehme Geräuschkulisse.
  • Sitzrohrlänge 520 mm Sitzrohrlänge sind nicht gerade wenig – kleinere Fahrer mit Vorliebe für lange Bikes kamen an ihre Grenzen.
  • Pump it Bei moderaten bis langsamen Fahrgeschwindigkeiten bleibt das Heck an Schlägen hängen – hier muss man Einsatz zeigen.
Die Anordnung der Hebel ist am Jekyll nicht ganz einfach. Um alle Hebel passend am Cockpit zu positionieren, bedarf es Geduld und Geschick
# Die Anordnung der Hebel ist am Jekyll nicht ganz einfach. Um alle Hebel passend am Cockpit zu positionieren, bedarf es Geduld und Geschick - Ideal ist die Kombination aus Gemini- und Stützen-Remote aber nicht, am abstehenden Transfer-Hebel ist bei einem Sturz zudem die Schraube gebrochen.
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, leidtragend in diesem Fall – der Fabric Sattel
# Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, leidtragend in diesem Fall – der Fabric Sattel - Eine Millisekunde Unachtsamkeit wurde bestraft, Fahrer und Rad gingen genau dort zu Boden, wo man nicht zu Boden gehen will – in schroffem Gelände muss man auf der Hut sein.
Nach vorne geizt das Jekyll nicht mit Reifenfreiheit, zu den Seiten ist noch Luft nach oben
# Nach vorne geizt das Jekyll nicht mit Reifenfreiheit, zu den Seiten ist noch Luft nach oben - Zweiteres schränkt die Reifenwahl ein – mit dem 2,4"-Reifen wird es recht eng zu den Seiten.
Da das Cannondale aus der Testflotte an uns ging, ist nicht klar, wie viele Kilometer es schon abgeleistet hatte
# Da das Cannondale aus der Testflotte an uns ging, ist nicht klar, wie viele Kilometer es schon abgeleistet hatte - kurz nachdem wir es in die Testredaktion bekommen haben, löste sich aber bereits der Unterrohrschutz
Der kurze Kettenstrebenschutz wurde am Testrad bereits manuell verlängert
# Der kurze Kettenstrebenschutz wurde am Testrad bereits manuell verlängert - Praktisch angebracht ist der Trinkflaschenhalter im Rahmen. Er ist noch gut erreichbar, die Flasche ist gut vor Dreckbeschuss geschützt.
Wer es gerne wippfrei hat, muss zum Dämpfer greifen
# Wer es gerne wippfrei hat, muss zum Dämpfer greifen - Wechselt der Trail häufig seinen Gradienten, muss man arbeiten: Stütze hoch, Gemini an, Dämpfer in den mittleren Modus

Im Vergleich

Der Vergleich ist naheliegend: Das Cannondale Jekyll 29 muss sich gegen das Scott Genius und das Canyon Strive beweisen.

Cannondale Jekyll 29 vs. Scott Genius

Beide Hersteller setzen auf ähnliche Ansätze für den Uphill-Einsatz: Vor allem die Progression durch die Luftkammerverkleinerung macht den Unterschied. Wer sich durch ein leichtes Wippen stören lässt, ist mit dem Genius besser beraten, beim Jekyll müsste man nämlich zusätzlich den Dämpfer von Hand blockieren. Das leichtere Genius hat bergauf die Nase vorn. Bergab wissen beide Räder durch eine angenehme Balance zu überzeugen. Sowohl Genius als auch Jekyll kommen irgendwann ans Limit. Das potentere Fahrwerk kann die Schwächen in der Geometrie aber recht gut ausmerzen, weshalb uns das Jekyll ab Werk lieber wäre, wenn man ans Limit geht. Mit Anpassungen am Fahrwerk hat das Genius aber das Potential, dem Jekyll den Rang abzulaufen.

Cannondale Jekyll 29 vs. Canyon Strive

Das Strive bietet vorne zwar mehr Federweg, kommt aber auch mit einem System zur Verbesserung der Uphill-Performance. Ganz unverblümt: Bei der Sortierung am Lenker macht Canyon aktuell keiner etwas vor, die Bedienung ist sehr viel einfacher und intuitiver. Im Fahrverhalten unterscheiden sich die Räder etwas: Während beide sehr spritzig und aktiv zu fahren sind, bietet das Canyon durch die lange Geometrie und die gelungene Fahrwerksabstimmung mehr Reserven, wenn es anfängt richtig zu knallen. Preislich schenken sich beide Räder inzwischen nicht mehr viel, die Ausstattungen der Topmodelle unterscheiden sich geringfügig – aufgrund der Alu-Laufräder ist das Cannondale aber im Vergleich zum Strive CFR 9.0 LTD unserer Meinung nach sinnvoller ausgestattet.

So viel Lob von unserem größten Batterie-Gegner in der Testredaktion?
# So viel Lob von unserem größten Batterie-Gegner in der Testredaktion? - Den Fahrspaß schränkt das Fox Live Valve auf jeden Fall nicht ein. Es bietet ein neues und sehr effizientes Fahrgefühl, welches bis auf den beschriebenen Sonderfall für sehr aktive Fahrer, in allen Lagen nahtlos funktioniert.
Zu jedem Topf passt ein Deckel. Welcher Fahrertyp passt aber zum neuen Canyon Strive?
# Zu jedem Topf passt ein Deckel. Welcher Fahrertyp passt aber zum neuen Canyon Strive? - Wer Komfort an erster Stelle stehen hat, wird wohl nicht ideal mit dem Strive harmonieren. Gebaut ist das Strive für Racer und genau diese Zielgruppe holt es auch ab. Wer nicht gerade Racer ist, aber einen aktiven Fahrstil pflegt, könnte mit dem Strive sowohl im hochalpinen Gelände, als auch im Bikepark sehr viel Spaß haben.

Fazit – Cannondale Jekyll 29

Als Spezialist bleibt sich das Cannondale Jekyll 29 weiterhin treu: Die Modernisierung und der Wechsel auf herkömmliche Dämpfer tun dem Rad gut. Bergauf hilft der Gemini-Dämpfer spürbar und verbessert die Uphill-Performance auf Knopfdruck, ohne dem Rad Traktion zu rauben. Bergab kann es durch seine hohe Agilität überzeugen und offenbart selbstbewussten Fahrern Laufruhe bei hohen Geschwindigkeiten. Cannondales Interpretation des 29"-Enduros liegt insgesamt auf der spritzigen Seite und so macht das Bike meisten Spaß, wenn man es aktiv über den Trail scheucht.

Pro
  • Hohe Agilität
  • Gute Funktion der Gemini-Technologie
  • Laufruhe offenbart sich bei hoher Geschwindigkeit
Contra
  • In grobem Gelände fehlt etwas Sicherheitsgefühl
  • Kettenstrebenschutz am Hinterbau nicht ausreichend
Cannondales Jekyll war schon immer ein Spezialist und bleibt das auch in der neuesten Evolutionsstufe
# Cannondales Jekyll war schon immer ein Spezialist und bleibt das auch in der neuesten Evolutionsstufe - Das Rad fordert seinen Fahrer und kann in den richtigen Händen einen soliden Kompromiss zwischen Leichtfüßigkeit und Laufruhe stellen.

Findet ihr einen Zusatzschalter am Lenker für die Up- oder Downhill-Optimierung sinnvoll?


Testablauf

Mit dem Cannondale Jekyll 29 waren wir ein mehrere Monate mit unterschiedlichen Testern unterwegs. Nahezu alle Abfahrten wurden aus eigener Muskelkraft erarbeitet. Neben individuellen Anpassungen wie Griffen, Lenker und Pedalen wurden auch Laufräder und Reifen getauscht. Im Fahrwerk legten wir besonderen Wert auf Abstimmung, die der Vorliebe des jeweiligen Testers entspricht. Folglich wurden neben dem Standard-Prozedere der Sag-Anpassung auch Anpassungen an Dämpfung und Luftkammer-Volumen durchgeführt. Das Cannondale Jekyll 29 wurde uns für den Testzeitraum kostenlos zur Verfügung gestellt. Es dient außerdem als Teileträger für weitere Tests.

Hier haben wir das Cannondale Jekyll 29 getestet

  • Singletrails: Naturtrail bis gebaute Strecke, schnell bis verwinkelt, sandig bis lehmiger Boden
Testerprofil Jens Staudt – bitte ausklappen

Tester-Profil: Jens Staudt
56 cm95 kg91 cm61 cm190 cm
Jens fährt von Bahnrad bis Downhill alles, was zwei Räder und eine Kette hat. Bikes fürs Gelände am liebsten in herausforderndem, technischen und steilem Gelände, egal mit welchem Federweg.
Fahrstil
Schnellste Linie, auch wenn es mal ruppig ist
Ich fahre hauptsächlich
Singletrails, sprunglastiger Local Spot, Freeride, DH
Vorlieben beim Fahrwerk
Straff, gutes Feedback vom Untergrund, viel Druckstufe, moderat progressive Kennlinie
Vorlieben bei der Geometrie
Kettenstreben nicht zu kurz (ca. 430 mm oder gerne länger), Lenkwinkel tendenziell eher flacher

Testerprofil Christoph Spath – bitte ausklappen

Tester-Profil: Christoph Spath
49 cm70 kg94 cm60 cm190 cm
Chris fährt gerne alles, von Dirt Jump über Trail und Enduro bis Downhill, gerne schnell, in grobem Gelände und mit viel Luftstand
Fahrstil
flüssig
Ich fahre hauptsächlich
Downhill, Enduro
Vorlieben beim Fahrwerk
auf der straffen Seite, viel Druckstufe, Balance zwischen Front und Heck
Vorlieben bei der Geometrie
vorne lang, hinten mittellang, flacher Lenkwinkel

  1. benutzerbild

    Geisterfahrer

    dabei seit 02/2004

    Mir gefällt die Lackierung echt gut.
    Der Rahmen wird und wird nicht hübscher, egal wie oft ich ihn anschaue. Wenn das Fahrwerk absolut überragend wäre und man es anders nicht erreichen könnte, könnte man ja über die in meinen Augen recht ungeschickte Dämpferanordnung reden, aber so?
  2. benutzerbild

    Danimal

    dabei seit 12/2003

    In natura sah das Jekyll eigentlich immer ganz cool aus und ich kenne auch ein paar Leute, die auf das Fahrwerk schwören. Ich habe doch oben den Link zum Geometrievergleich gepostet. Ich war erstaunt, wie nah die drei Räder dann doch beieinander liegen. Auch wenn ich mit Cannondale nicht immer nur gute Erfahrungen im Service gehabt habe, kann ich für mich festhalten, dass deren Zeug für gewöhnlich ziemlich haltbar ist. Ob man sowas wie Gemini heute noch braucht? Weiß ja nicht. Selbst mein altes Speci Enduro mit 36er und DHX Air ließ sich sehr flott bergauf bewegen, ganz ohne Geometrie- oder Federwegverstellung. Mir ist schon klar, dass genau diese Verstellbarkeit das Killerfeature am Jekyll sein soll, sonst würde es wohl auch anders heißen. Aber mir wäre es ohne lieber.
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  4. benutzerbild

    crack_MC

    dabei seit 01/2010

    Toni Dark
    ... Aber die gleiche Rahmenform mit einem normalen Dämpfer sieht in meinen Augen einfach nicht gut aus...
    Genau das hab ich auch gedacht, da hätte Cannondale doch das Design etwas anpassen können!
    Flaschenhalterung ist da doch auch nicht so optimal (m.M.)
  5. benutzerbild

    Lukas_P

    dabei seit 05/2014

    • In grobem Gelände fehlt etwas Sicherheitsgefühl
    Liegt das daran, dass die Probleme mit Rahmenbrüchen immer noch im Hinterkopf präsent sind? o_O

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