Vielleicht habt ihr bereits von der Zusammenarbeit zwischen We Are One Composites und 77Designz gehört. Die beiden Firmen haben sich zusammengetan, um das leichteste (DH-geprüfte) Enduro-Cockpit zu entwerfen und herzustellen. Das Ziel war es, einen 35 mm Carbon-Lenker zu schaffen, der nicht zu steif ist, sodass die Arme nicht so schnell ermüden und auch auf langen Strecken frisch bleiben.

Um dies zu erreichen, kommt eine Aluminiumhülse zum Einsatz, die außerdem das Carbon vor Einschnürung schützt und die Montage des Lenkers mit dem einteiligen Vorbau erleichtert. We Are One hat den Lenker mit einem kleinen Rückhaltenippel versehen, der den Aluminiumring in Position hält. Für diese Idee wurde ein Patent angemeldet. We Are One Composites aus Kamloops / BC in Kanada ist der Hersteller der Lenker, vertreibt aber ein konzeptionell identisches Cockpit in Nordamerika unter eigenem Namen. Auf dem Sea Otter-Festival haben wir uns das spannende Projekt bereits angeschaut. In dem folgenden Video zeigt Giacomo von 77Designz das Produkt und dessen Vorteile und gibt auch einige Einblicke in den Test- und Entwicklungsprozess.

Downhill World Cup Fahrer and We Are One Chef Dustin Adams an der CNC Fräse
# Downhill World Cup Fahrer and We Are One Chef Dustin Adams an der CNC Fräse
Fraser hat das Carbon-Layup entwickelt und die Mold zur Produktion des Lenkers designet
# Fraser hat das Carbon-Layup entwickelt und die Mold zur Produktion des Lenkers designet
Testaufbau um die ersten Lenker-Prototypen auf Downhill-Level zu testen
# Testaufbau um die ersten Lenker-Prototypen auf Downhill-Level zu testen
Giacomo bei der ersten Test-Session in Squamish
# Giacomo bei der ersten Test-Session in Squamish
Der Lenker wurde von 77designz natürlich nicht nur auf dem Prüfstand ...
# Der Lenker wurde von 77designz natürlich nicht nur auf dem Prüfstand ...
... sondern auch am eigenen Bike getestet
# ... sondern auch am eigenen Bike getestet
Auch in härtesten Trail-Sektionen ...
# Auch in härtesten Trail-Sektionen ...
... soll sich der Lenker perfekt anfühlen
# ... soll sich der Lenker perfekt anfühlen
Full res -5423
# Full res -5423
Full res -5418
# Full res -5418
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# IMG 20190327 164940
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# IMG 20190327 120225

Infos und Bilder: Pressemitteilung 77Designz
  1. benutzerbild

    hulster

    dabei seit 12/2012

    Akai schrieb:


    Den gebrochenen Carbonlenker beim WC in Leogang fand ich schon verstörend... Und der war sicher fabrikneu... Die Videos von implodierenden Carbonfelgen kennt bestimmt auch jeder (ich bin den letzten drei Monaten auch durch 3 Alufelgen gegangen, die waren aber wenigstens nur verbogen). Carbonrahmen, die halbseitig explodieren. Kurbeln, die brechen. Dann solche Absicherungs-Hinweise eines Herstellers hier im Forum.... Vertrauen baut das nicht auf (und weckt bei mir nur unangenehm Erinnerungen an verschiedene frühere Leichtbautrends im MTB und BMX...).


    Immer wieder diese alten und teilweise uralten Einzelfälle rausholen. Die meisten meiner Bike-Kumpel fahren Carbon-Lenker, ich fahre sie auch seit Jahren, weil sie komfortabler als entsprechend stabile Alulenker sind. Nicht weil sie leichter sind.
    Bisher hat noch keiner von denen es geschafft, einen zu zerstören.
    Carbon-Rahmen zu zerstören schafft bei den aktuellen Modellen auch fast keiner mehr. Die Technologie hat sich weiterentwickelt.
    Aber du musst ja kein Carbon fahren.
  2. benutzerbild

    RobG301

    dabei seit 08/2012

    hulster schrieb:

    Immer wieder diese alten und teilweise uralten Einzelfälle rausholen. Die meisten meiner Bike-Kumpel fahren Carbon-Lenker, ich fahre sie auch seit Jahren, weil sie komfortabler als entsprechend stabile Alulenker sind. Nicht weil sie leichter sind.
    Bisher hat noch keiner von denen es geschafft, einen zu zerstören.
    Carbon-Rahmen zu zerstören schafft bei den aktuellen Modellen auch fast keiner mehr. Die Technologie hat sich weiterentwickelt.
    Aber du musst ja kein Carbon fahren.


    Richtig, das namhafte Carbonlenker brechen sind (mittlerweile) zum Glück Einzelfälle!

    Den Vorteil beim hier gezeigten 77 designz Cockpit sehe ich, dass an den ultraleichten Vorbau (im Gegensatz zum Intend) auch Lenker mit hohem Rise passen, also ideal für "Long and slack" Bikes oder die modernen "Race Geometrien"
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  4. benutzerbild

    Akai

    dabei seit 03/2002

    hulster schrieb:

    Immer wieder diese alten und teilweise uralten Einzelfälle rausholen. Die meisten meiner Bike-Kumpel fahren Carbon-Lenker, ich fahre sie auch seit Jahren, weil sie komfortabler als entsprechend stabile Alulenker sind. Nicht weil sie leichter sind.
    Bisher hat noch keiner von denen es geschafft, einen zu zerstören.
    Carbon-Rahmen zu zerstören schafft bei den aktuellen Modellen auch fast keiner mehr. Die Technologie hat sich weiterentwickelt.
    Aber du musst ja kein Carbon fahren.

    Alt? Meiner Erinnerung nach war der letzte DH WC vor zwei Wochen. Die implodierten Felgen und Rahmen sind aus dem letzten Winter.. Egal, eine aufgewärmte Carbon vs Alu Debatte war gar nicht mein Anliegen.
    Mir gings eher um den Punkt:
    Von, ich nenne es mal Race-Tech, geht natürlich immer eine besondere Ausstrahlung aus. Proofed by Racer xy demonstriert Exklusivität, Performance und Haltbarkeit. Mein Punkt war; wie lang hält so Zeug denn unter "nicht perfekten" oder gar widrigen Bedingungen (die wohl bei 90% der potentiellen Anwender vorkommt) bzw was bleibt von der messtechnischen Exklusivität in der Realität?

    Mir ist durchaus bewusst, und das ist seid 30 Jahren MTB, nie anders gewesen, daß theoretischer und praktischer Anspruch ans Material bei den allermeisten Fahrern sehr weit auseinander driftet. Man kauft weniger was man braucht, sondern was Haben-Will auslöst. Geschenkt. Und nur gut für die Hersteller.
    Ich hab schon einige Teile brechen sehen im Laufe der Jahre (und auch aktuell), und einige haben wirklich üble Crashs nach sich gezogen und zumindest wenn ich mich so umschaue, nimmt niemand sein Rad nach einem Sturz auseinander oder inspiziert regelmässig auf Haarrisse etc. Klingt für mich völlig weltfremd.
    Wenn ein superstabiler Carbonlenker seine überagende Stabilität auf dem Papier nur in einwandfreiem Zustand garantiert, dann ist so etwas in meinen Augen halt reines Race-Tech, für Racer, die sich jedes Rennen mit neuem Material versorgen.
    Im Endeffekt muss jeder selbst entscheiden, was für Material man für sich selbst vertraut. Mein Eindruck aber ist, daß solche Aspekte beim bauchgesteuertem Haben-Woll-Kauf von vielen ausgeblendet werden. Da kann doch ein Einwurf aus einem anderen Blickwinkel nicht wirklich schaden.
    Ich wollte dir deinen Lenker nicht madig machen, wirklich.
    Kaufen würde ich das hier vorgestellte Zeug eh meist nicht, die typischen Lenker-Geos empfinde ich persönlich als ziemlich daneben. Da steht die Entscheidung Carbon oder Alu für mich eh ziemlich weit hinten...
  5. benutzerbild

    hulster

    dabei seit 12/2012

    Akai schrieb:

    Alt? Meiner Erinnerung nach war der letzte DH WC vor zwei Wochen. Die implodierten Felgen und Rahmen sind aus dem letzten Winter.. Egal, eine aufgewärmte Carbon vs Alu Debatte war gar nicht mein Anliegen.
    Mir gings eher um den Punkt:
    Von, ich nenne es mal Race-Tech, geht natürlich immer eine besondere Ausstrahlung aus.


    Alles gut - mag für Einige so sein (Race-Tech), für mich aber z.B. nicht. Ich fahre Carbon-Lenker weil komfortabler. Beast ist zur zeit noch kaum bekannt, also auch weniger ein Race-Tech Hype Produkt, weil es noch nicht viele kennen und im WC Bereich ja eh wegen Sponsoring die entsprechend Marken gefahren werden.
    Und wenn man sich ein wenig mit den Technologien dahinter beschäftig, wird man schnell erkennen, das man viel stabilere und langlebige Produkte erhält.
    Das Problem ist dass ich aus den Anfängen immer noch die Skepsis hält und jedes Einzelereigniss wieder viral geht.
    Würde man das mit jedem anderen Bauteilversagen machen und dann das nicht mehr benutzen, würden wir kein Rad mehr fahren.
    Leichtbauprodukte gab/gibt es im Alubereich genug und die haben öfter versagt.
  6. benutzerbild

    Akai

    dabei seit 03/2002

    hulster schrieb:

    Leichtbauprodukte gab/gibt es im Alubereich genug und die haben öfter versagt.

    Schrob ich ja oben auch.
    Wie gesagt, mir gings einzig und allein um den Punkt der Zuverlässigkeit abseits von fabrikneuem Zustand und einwandfreier Montage/Wartung (also in einem Real-World-Scenario). Ist sicher ein Punkt, den viele unterschätzen bei der Benutzung solcher, ich nenn sie mal "ExtremAmLimit-Technologie".
    Ich mein wir sprechen hier ja nicht über Cross-Country-Technik (die immer Vorreiter beim Leichtbauwahn waren), sondern Enduro, mit allem was dazu gehört; chrashen, shutteln, Bikepark usw.
    Allerdings hab ich auch häufiger den Eindruck, das was früher die CC-Tour war, macht man heute wie selbstverständlich mit dem fetten Enduro. Dann kann man meine Sorge wohl eher nicht teilen.

    Aber die Fazination Technik gehört seit jeher zum MTB dazu, und ist für viele ein wichtiger Grund fürs Hobby. Vernunft und Spaßbremsen demotivieren da nur. Ein bisschen Skepsis schadet aber auch nicht. Und das meiste, wirklich kritische, Materialversagen was ich in jüngster Zeit so gesehen habe, war halt überwiegend Carbon. Und da beileibe weder Ultraleichtbau noch Billigware...

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