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Als wir am Freitagabend ultra-ausgehungert ankommen, reicht unser Pausengeld gerade so für den teuersten Döner, den wir jemals gegessen haben
Als wir am Freitagabend ultra-ausgehungert ankommen, reicht unser Pausengeld gerade so für den teuersten Döner, den wir jemals gegessen haben
Bikes + Trails + Berge + nette Leute = Großer Spaß
Bikes + Trails + Berge + nette Leute = Großer Spaß
Dies ist die Karte
Dies ist die Karte - Wenn ich meine Zweitklässler Karten von ihrem Heimatort zeichnen lasse, sind diese etwa ähnlich genau
Holger erläutert die genaueren Details für den folgenden Tag
Holger erläutert die genaueren Details für den folgenden Tag
Diese blöden Medien!
Diese blöden Medien! - während das Pärchen Selfies schießt, verpasst auch Paul im Hintergrund die Ansprache und hängt am Handy. Als Schüler ist er das so wohl gewöhnt …
Die restlichen Starter scheinen aber zumindest recht aufmerksam zuzuhören
Die restlichen Starter scheinen aber zumindest recht aufmerksam zuzuhören
„Lass da lang fahren!“ „Nein, da!“ „Ach was, wir fahren da lang!“
„Lass da lang fahren!“ „Nein, da!“ „Ach was, wir fahren da lang!“ - Routenplanung ist ähnlich wie Kochen.
Der erste Checkpoint findet sich direkt an der Gipfelstation des Weißhorns
Der erste Checkpoint findet sich direkt an der Gipfelstation des Weißhorns - eine Manualmaschine will dort bedient werden
Am Checkpoint wird markiert, wer schon da war
Am Checkpoint wird markiert, wer schon da war
Sobald man den Eintrag hat, geht es direkt weiter
Sobald man den Eintrag hat, geht es direkt weiter
Wir schaffen es, uns direkt zu verfahren und in der Folge etwas hektisch direkt unseren ganzen Plan über den Haufen zu werfen
Wir schaffen es, uns direkt zu verfahren und in der Folge etwas hektisch direkt unseren ganzen Plan über den Haufen zu werfen
Das Starterfeld ist sehr heterogen, allgemein wurde meines Empfinden nach mit deutlich mehr Liftunterstützung gerechnet
Das Starterfeld ist sehr heterogen, allgemein wurde meines Empfinden nach mit deutlich mehr Liftunterstützung gerechnet - mit DH-Rad ist das natürlich dann nicht so lustig. Der Style passt dafür hervorragend!
Einige geben Vollgas ...
Einige geben Vollgas ...
... andere lassen es gemütlicher angehen
... andere lassen es gemütlicher angehen
Wer shutteln will, muss leiden
Wer shutteln will, muss leiden - Paul schafft es als letzter noch in den Zug und wird irgendwie zwischen Tür und Velos gequetscht
Vollbeladen im Zug, die Sicht ist dennoch hervorragend und die Waggons sind sehr schön rot
Vollbeladen im Zug, die Sicht ist dennoch hervorragend und die Waggons sind sehr schön rot
Buja, Shuttle gefunden!
Buja, Shuttle gefunden!
Die Schweiz ist halt doch ein ganz nettes Fleckchen Erde
Die Schweiz ist halt doch ein ganz nettes Fleckchen Erde
Am letzten großen Checkpoint gilt es, mit einem Kinderrad und nahezu ohne Sicht über einen Parcours zu düsen
Am letzten großen Checkpoint gilt es, mit einem Kinderrad und nahezu ohne Sicht über einen Parcours zu düsen
Nach der Schnitzeljagd geht es direkt in das kühle Nass
Nach der Schnitzeljagd geht es direkt in das kühle Nass - Paul steht immer so am Ufer und guckt
Die Siegerehrung samt Essen findet direkt in Arosa statt
Die Siegerehrung samt Essen findet direkt in Arosa statt
Die schnellsten gemischten Pärchen
Die schnellsten gemischten Pärchen - Die Sieger kommen aus Deutschland und sind hellauf begeistert vom Event
Die schnellsten Herren
Die schnellsten Herren
Die schnellsten Damen
Die schnellsten Damen

Holger Meyer, der Mann mit dem goldenen Hörnli, rief auch 2019 zur großen Schnitzeljagd nach Arosa, Graubünden. Da unser Autor Jakob mit seinem Kumpel Paul sowohl Nudeln wie auch Radfahren mag, lässt er sich dieses Team-Event natürlich nicht entgehen. Viel Spaß bei seinem Erfahrungsbericht samt bärigen Begegnungen und komischen Essensnamen. 

Ich bin jetzt wahrlich nicht der Tierexperte, aber doch, ich bin mir beim Blick aus der Gondel recht sicher: Direkt unter mir läuft ein ziemlich großer Bär. Vermutlich ein Braunbär. Also auf jeden Fall ist es ein brauner Bär. Ein Panda ist’s sicherlich nicht, das würde sogar mein ungeübtes Auge erkennen. Auch keine besonders haarige Kuh. Zur Info: Ich befinde mich aktuell gerade nicht etwa in Whistler, sondern in Arosa. Das liegt direkt zwischen Davos und Lenzerheide. Und ich soll eigentlich hier mit Paul eine Art Schnitzeljagd fahren, die Karen Eller und Holger Meyer organisieren.

Doch jetzt bin ich mir gerade unsicher, ob ich überhaupt aus der Gondel aussteigen möchte. Ich bin zwar dank meiner zwei Brüder recht Nahkampf-affin, aber auf einen Faustkampf mit einem Bären muss ich mich nicht unbedingt einlassen. Ein Blick auf die ebenfalls nervös gestikulierenden Rotsocken zeigt mir immerhin, dass ich bei einer eventuellen Flucht nicht der langsamste wäre (Für Filmkenner: Zombieland Survival Rule #1). Auf einen zweiten Blick dann folgt aber direkt die Entwarnung, denn ich sichte einen großen Zaun. Der gerade noch eindrucksvolle Meister Petz schrumpft damit quasi vor meinen Augen zum eingesperrten Kuscheltier. Und spätestens an der Mittelstation des Weißhorns frage ich mich, wie zur Hölle ich es geschafft habe, noch keines der tausenden Werbeplakate mit „Bärenzoo“ gesehen zu haben, die hier wirklich überall herumhängen.

Als wir am Freitagabend ultra-ausgehungert ankommen, reicht unser Pausengeld gerade so für den teuersten Döner, den wir jemals gegessen haben
# Als wir am Freitagabend ultra-ausgehungert ankommen, reicht unser Pausengeld gerade so für den teuersten Döner, den wir jemals gegessen haben
Diashow: Hörnli Trailjagd Arosa - Fröhliches Rad(ver)fahren in Graubünden
Wer shutteln will, muss leiden
Die schnellsten Herren
Einige geben Vollgas ...
„Lass da lang fahren!“ „Nein, da!“ „Ach was, wir fahren da lang!“
Die schnellsten Damen
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Bikes + Trails + Berge + nette Leute = Großer Spaß
# Bikes + Trails + Berge + nette Leute = Großer Spaß

Ebenfalls in Nähe der Mittelstation befindet sich der Start der Hörnli Jagd. Aufgrund des immer noch vielen Schnees leider deutlich nach unten gesetzt. Auch der Übergang nach Lenzerheide ist noch nach wie vor von den weißen Massen begraben und ruht dort gut konserviert für nachfolgende Biker. Das bedeutet allerdings für das Orgateam, dass sie kurzfristig eine komplett neue Strecke zaubern müssen. Und für die Teilnehmer, dass viele Gondeln nicht genutzt werden können. Stattdessen muss halt mehr getreten werden. Neugierig warten wir am Start auf das Briefing. Denn wir sind zum ersten Mal dabei und wir wissen nicht wirklich, was uns erwartet. Meine Erfahrungen mit Schnitzeln begrenzen sich zudem aktuell eher auf das Verspeisen denn als auf die Jagd danach.

Während wir deswegen die Lauscher aufsperren und uns die wichtigsten Informationen mitteilen lassen, bekommen wir auch die Karten ausgeteilt. Darauf befinden sich die Checkpoints, die wir möglichst schnell abfahren müssen. Eben ganz nach dem Prinzip einer Schnitzeljagd. Easy denke ich, kein Problem. Denn ich hege eigentlich eine relativ große Liebe zu Landkarten und mag es besonders im Urlaub, Karten nach möglichst steilen Pfaden abzusuchen. Diese hier jedoch lässt mich jedoch etwas verwirrt zurück – es finden sich nämlich keine Höhenlinien darauf.

Dies ist die Karte
# Dies ist die Karte - Wenn ich meine Zweitklässler Karten von ihrem Heimatort zeichnen lasse, sind diese etwa ähnlich genau

Während nun also der Holger fleißig weiter Informationen streut, sind unsere kleinen Hirnsynapsen schon mit der kleinen Karte beschäftigt. Es rächt sich unsere völlige Inkompetenz in Sachen Multitasking, welche sich anscheinend paart mit einer ordentlichen Portion Vorfreude und ADHS – wir sind quasi schon mit der Karte überfordert, als zudem noch Pauls Reifen auf einmal unter akutem Druckverlust leidet. Frage nicht, warum. Auf jeden Fall ist es uns so unmöglich, auch nur die geringste weitere Information mitzubekommen. So mag es durchaus sein, dass wir eventuelle Infos über die Aktivitäten von Liften nicht mitbekommen, diese aber klugerweise in unsere Tour direkt mit einplanen. Doch dazu später mehr.

Holger erläutert die genaueren Details für den folgenden Tag
# Holger erläutert die genaueren Details für den folgenden Tag
Diese blöden Medien!
# Diese blöden Medien! - während das Pärchen Selfies schießt, verpasst auch Paul im Hintergrund die Ansprache und hängt am Handy. Als Schüler ist er das so wohl gewöhnt …
Die restlichen Starter scheinen aber zumindest recht aufmerksam zuzuhören
# Die restlichen Starter scheinen aber zumindest recht aufmerksam zuzuhören
„Lass da lang fahren!“ „Nein, da!“ „Ach was, wir fahren da lang!“
# „Lass da lang fahren!“ „Nein, da!“ „Ach was, wir fahren da lang!“ - Routenplanung ist ähnlich wie Kochen.

Kurze Zeit später erfolgt der Start und wir huschen wie Lance und Jan durchs Peloton, um direkt die erste große Gondel auf das Weißhorn zu bekommen. Paul sichert sich dabei mit klugen Shortcuts das grüne Trikot. Mit ein paar anderen Bikern werden wir mitgenommen und können am Gipfel direkt den ersten Checkpoint abhaken. Ein geschulter Blick auf die Konkurrenz bestätigt mich in unserer Entscheidung, denn hier sind mehrere Leute mit Shirts wie „Lenzerheide Guide“ oder „Arosa Trail Scool“. Locals! Perfekt, wir scheinen eine hervorragende Wahl getroffen zu haben. Nun hatten wir ausgefuchst, direkt links abzufahren, um zu dem nächsten Punkten zu kommen. Der erste Checkpoint allerdings liegt direkt rechts neben der Gondel und wir machen uns auf den Weg, um irgendwo direkt unterhalb der Station zu queren. Blöd nur dass hier kein Weg mehr rüber geht. Zefix. Bedeutet, wir müssen nach ca. 50 Hm bergab schon unseren Plan über den Haufen werfen. Fahren wir halt rechts hinab in Richtung eines anderen Checkpoints. Wird schon passen. Genauere Beschreibung unseres aktualisierten Plans: Wir nehmen jeden Trail mit, den wir irgendwie mit unserer Tour verknüpfen können. Übrigens: Die Locals queren doch weiter unten rechts rüber.

Der erste Checkpoint findet sich direkt an der Gipfelstation des Weißhorns
# Der erste Checkpoint findet sich direkt an der Gipfelstation des Weißhorns - eine Manualmaschine will dort bedient werden
Am Checkpoint wird markiert, wer schon da war
# Am Checkpoint wird markiert, wer schon da war
Sobald man den Eintrag hat, geht es direkt weiter
# Sobald man den Eintrag hat, geht es direkt weiter
Wir schaffen es, uns direkt zu verfahren und in der Folge etwas hektisch direkt unseren ganzen Plan über den Haufen zu werfen
# Wir schaffen es, uns direkt zu verfahren und in der Folge etwas hektisch direkt unseren ganzen Plan über den Haufen zu werfen

Über schnelle, nette Singletrails geht es gen Tal. Schneefelder zwischendurch wollen gequert werden, was immer wieder besonders spaßig ist. Vollgas, Hüfte nach hinten und schnell noch drei Ave Marias beten – schon ist man drüber. Oder halt nicht und man schädelt voll ein.

Am nächstens Checkpoint muss Paul Sackhüpfen, während ich die wichtige – nein, die entscheidende – Aufgabe des Motivators übernehme. Um noch überzeugender zu motivieren, lasse ich mir eine große Spritzpistole mit Schmelzwasser reichen. Paul scheint sich tatsächlich etwas schlapp zu fühlen, nett wie ich bin, sorge ich immerhin dafür, dass er nicht überhitzt. Währenddessen treffen wir zwei ebenfalls teilnehmende Kumpels aus Freiburg. Diese sind erst einmal Kaffee trinken und freuen sich des Lebens. Schön, dass ein Event wie die Hörnlijagd so etwas ermöglicht und somit eine erfreuliche Abwechslung zu den „richtigen“ Endurorennen ist, wo doch immer mehr der Ernst des Rennenfahrens eingekehrt ist.

Das Starterfeld ist sehr heterogen, allgemein wurde meines Empfinden nach mit deutlich mehr Liftunterstützung gerechnet
# Das Starterfeld ist sehr heterogen, allgemein wurde meines Empfinden nach mit deutlich mehr Liftunterstützung gerechnet - mit DH-Rad ist das natürlich dann nicht so lustig. Der Style passt dafür hervorragend!
Einige geben Vollgas ...
# Einige geben Vollgas ...
... andere lassen es gemütlicher angehen
# ... andere lassen es gemütlicher angehen
Auch Team Freiburg ist am Start, erkennbar an den grün-weißen Shirts
# Auch Team Freiburg ist am Start, erkennbar an den grün-weißen Shirts

Wir fahren weiter, finden einen weiteren Checkpoint und stehen dann vor der Möglichkeit, direkt Straße abzufahren oder etwas Umweg in Kauf zu nehmen, dafür aber einen Trail fahren zu können. Alte Bikerregel: Kannst du befahren einen schmalen Pfad, wird dein Tag schon mal nicht fad. Zusammen rauschen wir also den Singletrail hinunter, von dem wir denken, dass er wieder auf die Straße kommt. Dies tut er auch, allerdings erst nach einem längeren, sacksteilen Anstieg in der prallen Sonne. Ein jeder, der den Sinn von Höhenlinien auf einer Karte noch nicht verstanden hat, sollte hier mal hinabfahren. Also beziehungsweise eher hinauffahren. Denn erstaunlich ist es, wie sehr ein Weg auf der Karte nach Abfahrt aussehen kann, aber dann doch nach oben geht. Mich erinnert die Karte an eine alte Simpsonsfolge, in der Homer mit einer, sagen wir mal ebenfalls suboptimalen Landkarte, auf Schatzjagd in Afrika geht. So genau ist etwa auch die Arosa-Landkarte. Immerhin bin ich nicht so gelb wie Homer, dank Gegenanstieg werde ich allerdings etwas rot.

Wir kommen dennoch pünktlich zum Bahnhof und können mit dem Zug wieder in Richtung Arosa fahren. Dabei sagt der Schaffner des vielleicht auf zehn Fährräder ausgelegten Zuges zu den 40 Radfahrern nur, dass wir einfach irgendwie hineinsollen. Dieses in der Schweiz quasi schon anarchische Verfahren klappt erstaunlich gut und alle schaffen es unter vereinten Kräften hinein. Mit einem Vorderrad im Gesicht ist Reisen zwar nicht ganz so bequem, aber schon wenig später steigen wir putzmunter wieder aus und machen uns weiter auf die Jagd.

Wieder scheinen die Locals den selben Plan zu haben wie wir, die übrigens auf einmal ebenfalls am Bahnhof standen. Zusammen haken wir den nächsten Checkpoint ab, doch während wir einen sehr schönen Trail weiter hochfahren, drehen die Graubündner um und fahren woanders hin. Hm, kurz kommt man ins Grübeln, doch ich bin zu schnell abgelenkt und versuche, den gesamten Trail ohne Absteigen hinaufzufahren. Der Puls nähert sich gefühlt den 200 Schlägen, doch wir verfolgen ein hehres Ziel: Etwas oberhalb von uns soll es einen Shuttle geben.

Wer shutteln will, muss leiden
# Wer shutteln will, muss leiden - Paul schafft es als letzter noch in den Zug und wird irgendwie zwischen Tür und Velos gequetscht
Vollbeladen im Zug, die Sicht ist dennoch hervorragend und die Waggons sind sehr schön rot
# Vollbeladen im Zug, die Sicht ist dennoch hervorragend und die Waggons sind sehr schön rot

Dieser soll uns 600 Hm in der mittlerweile wirklich warmen Mittagssonne ersparen. Laut der Karte sollte sich der Treffpunkt direkt am Fluss unterhalb eines kleinen Örtchens befinden. Dort sind wir recht bald, jedoch ist sonst niemand da. Jetzt musst du wissen, dass weder Paul noch ich besonders große Probleme damit haben, ein paar Höhenmeter zu treten. Aber wenn natürlich extra ein Shuttle fährt, nimmt dann diesen natürlich gerne mit. Wir stehen nun also etwas ratlos herum und suchen den Shuttle. Irgendwann reicht es uns und wir entscheiden uns doch fürs Hochtreten. Den Wegweisern folgend steigen wir gen Himmel. Allerdings nur wenige Minuten.

Denn der schöne Forstweg wandelt sich schnell in einen Trail. Das ist dann doch zu viel des Guten und uns ist klar, dass wir am falschen Punkt stehen. Hier kommt niemals ein Shuttle-Bus hoch, auch wenn Walter Röhrl diesen höchstpersönlich steuern würde. Wir studieren wieder die ausgezeichnete Landkarte und entdecken ein paar braune Punkte darauf. Diese sollen vermutlich Häuser darstellen. Also werden diese schnell gesucht. Und tatsächlich, nach einem kurzen Teeranstieg stehen dort geländegängige Transporter, auf die wir unsere Bikes schmeißen können. Während die Schweizer geübt die schmalen Forstwege hochfahren, schlafe ich vor lauter Geschaukel ein.

Buja, Shuttle gefunden!
# Buja, Shuttle gefunden!

Etwas zermatscht steigen wir oben wieder aus. Ein Kaffee wäre jetzt schick. Insgesamt etwas zu essen. Wir haben von den Veranstaltern zwei leckere Riegel bekommen, doch diese sind schon lange weg, verdaut und irgendwo verpufft. Essen gibt es erst wieder im Ziel. Nun denn, schauen wir mal, wie lange wir den Hungerast auf Abstand halten können.

Die Schweiz ist halt doch ein ganz nettes Fleckchen Erde
# Die Schweiz ist halt doch ein ganz nettes Fleckchen Erde

Mit zwei Engländern düsen wir weiter und kommen an einen wirklich netten Trail, der sich in angenehmem Gefälle durch einen schönen Wald schlängelt. Paul und ich lassen es rauchen, verlieren dabei aber auch den Rest unserer Reisegeuppe. Dafür fahren wir den Locals wieder auf. Da diese zu früh für den Shuttle waren, sind sie hochgetreten. Dafür zolle ich Respekt, aber: Fehlentscheidung. Denn wir sind wieder da und haben jetzt doch ein paar Höhenmeter weniger in den Beinen.

Im Gespräch stellt sich aber heraus, dass die Jungs schon alle Checkpoints haben. Die Füchse haben ganz am Anfang rüber gequert und die oberen, auf der linken Seite befindlichen Checkpoints schon abgehakt, während wir Kasper ja leider ungewollt direkt rechts runter sind und nun noch einmal hochmüssen/dürfen. Tja. Dafür können wir noch einmal mit den komfortablen und für uns Freiburger ungewohnten Genuss einer Gondel nutzen und den Bären winken. Spätestens jetzt allerdings ist die Sache wieder recht entspannt und wir können ohne Druck die letzten drei Checkpoints abgrasen. Oder?

Vorsichtshalber fahren wir wieder ganz hoch auf das Weißhorn, nicht, dass wir noch etwas verpassen. Am Checkpoint der Talstation des Hörnliexpresses angekommen, düse ich mit einer abgeklebten Goggle halb geblendet auf einem Kinderrad über einen Parcous. Sehr spaßig. Nun wollen wir noch schnell mit dem Sessellift hoch und die letzten beiden Checkpoints abgrasen. Und dann das: Kein Velo-Verlad, da zu viel Schnee. Prima. Dies wurde beim Briefing gesagt, vor lauter Plattenflicken haben wir aber eventuell nicht zugehört. Dummheit bzw. Unaufmerksamkeit gehört bestraft, deswegen müssen wir jetzt Straße runterrollen, wieder mit dem Lift komplett hoch und oben rüberqueren. Dies klappt gut, bis wir uns berghoch zum vorletzten Checkpoint schon wieder verfahren, da wir eventuell, anstatt auf die Karte zu gucken, einem schönen Trail hinterherfahren. Tja Pech, wieder ein paar Höhenmeter mehr.

Am letzten großen Checkpoint gilt es, mit einem Kinderrad und nahezu ohne Sicht über einen Parcours zu düsen
# Am letzten großen Checkpoint gilt es, mit einem Kinderrad und nahezu ohne Sicht über einen Parcours zu düsen

Etwas hektisch, da mittlerweile die anberaumte Zeit schon fast knapp wird, gestaltet sich die anschließende Querung wieder rüber zur Mittelstation. Denn wieder einmal verschweigt uns die Karte, dass die Querung nicht einfach nur quert, sondern wieder ordentlich Höhenmeter überwindet. Verschwitzt düsen wir den letzten kurzen Trail Abschnitt hinunter und können den letzten Checkpoint abhaken. Mit Schwung rollen wir durch den Zielbogen, klatschen mit Holger ab und erfahren sogleich, dass tatsächlich der Zielschluss deutlich nach hinten verschoben wurde. Es sind bisher noch viel zu wenige Teilnehmer im Ziel. Hätten wir also gar nicht so herumstressen müssen.

Nach einem sehr erfrischenden Sprung in den Dorfsee geht es direkt zur Siegerehrung, die glücklicherweise durch das Hörnli/Ghackets-Essen samt Apfelmus für Kalorienzufuhr sorgt. Jetzt fragst du dich sicherlich, was eigentlich diese Hörnli sind und was zur Hölle erst dieses Ghackets? (Apfelmus wirst du vermutlich kennen). Ich verrate es dir: Nudeln mit einer ganz besonderen bünderischen Fleischsoße. Hervorragend geeignet, um leere Bikermägen wieder zu füllen und dank dem süßen Apfelmus noch das gewisse Extra zu liefern. Geehrt werden übrigens die schnellsten Pärchen und den Hauptpreis, das goldene Hörnli, bekommt das Team, das am nähesten an der Mittelzeit dran ist. Gut für uns: Die Rasenmäher haben dermaßen viele Preise organisiert, dass tatsächlich fast jeder Teilnehmer hochwertige Hosen, Mäntel und Weiteres bekommt. Top.

Nach der Schnitzeljagd geht es direkt in das kühle Nass
# Nach der Schnitzeljagd geht es direkt in das kühle Nass - Paul steht immer so am Ufer und guckt
Die Siegerehrung samt Essen findet direkt in Arosa statt
# Die Siegerehrung samt Essen findet direkt in Arosa statt
Die schnellsten gemischten Pärchen
# Die schnellsten gemischten Pärchen - Die Sieger kommen aus Deutschland und sind hellauf begeistert vom Event
Die schnellsten Herren
# Die schnellsten Herren
Die schnellsten Damen
# Die schnellsten Damen

Erschöpft und satt geht es ins Bett, um am Folgetag den ganzen Tag biken gehen zu können – jetzt ist das Gebiet bekannt und wir suchen noch die wenigen Trails, die wir noch nicht gefahren sind.

Meinung @MTB-News.de

Die Arosa Hörnlijagd geht als sehr spaßiges Event in die Annalen meiner Renn- und Wettkampferinnerungen ein. Allerdings auch anstrengender als eigentlich erwartet. Dies liegt zum Teil an unserer schlechten Planung und den daraus resultierenden doch vielen Höhenmetern, aber auch an der schlechten Landkarte und zum großen Teil am Winter 2018 – dieser machte mit seinem vielen Schnee den Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung. Dafür kann natürlich keiner etwas und das Team rund um Karen Eller und Holger Meyer war sehr bemüht, dennoch für alle ein schönes und trailreiches Wochenende zu bieten. Dies ist ihnen meiner Meinung nach auf jeden Fall gelungen, aber klar: Fahren die Lifte nicht, müssen sich die Höhenmeter durch Strampeln hart verdient werden. Wer dann eventuell nicht soviel Zeit auf dem Rad verbracht hat, wird dann etwas in die Röhre gucken. Dass nur 1/3 der Teilnehmer überhaupt finishen kann, spricht dafür, dass es eventuell für den ein oder anderen etwas zu viel war. Alles in allem ein sehr schönes Teamevent, das ich mir für nächstes Jahr wieder auf die Liste schreibe. Dann allerdings besser vorbereitet und mit einer separaten, guten Landkarte.

Pro
  • super Stimmung
  • Im Vergleich mit „normalen“ Rennen sehr entspannt, dennoch leichtes Wettkampf-Feeling
  • schöne Gegend
  • gute Verpflegung nach dem Event
  • große Verlosung
  • man kommt sehr viel zum Radeln
  • Bären
Contra
  • Keine Verpflegungsstationen
  • für viele Teilnehmer zu harte Runde
  • mangelhafte Karte für die Tourenplanung
  • Shuttle-Kapazitäten zu klein. Wenn schon Autoshuttles fahren, muss auch jeder Teilnehmer mitgenommen werden können
Bilder: Privat/die Rasenmäher
  1. benutzerbild

    IceQ-

    dabei seit 04/2009

    Da ich beim ersten Bild wieder die "Teure Schweiz" vor Augen sehe und da ich das Thema so oft runterkauen muss, hole ich hier mal zu meiner Privatwährung "Anzahl Kebabs kann ich mir leisten" aus

    Ein Döner kostet in der Regel zwischen 8.50 - 10.00 CHF. Der Preis ist in CHF seit mindestens einem Jahrzehnt sehr konstant.
    Das Problem ist, dass seit 2010 der Euro von 1.30 ( 9 CHF ca. 6.8&euro auf 1.10( Neu ca 8&euro abgewertet hat, womit der Döner nicht teurer geworden ist, sondern ihr lediglich weniger Kaufkraft besitzt, denn Döner für 5.50-6.50 € gibt es auch in Deutschland zu Hauf, bspw. in der Münchener Innenstadt...
  2. benutzerbild

    Mettwurst82

    dabei seit 06/2007

    IceQ- schrieb:

    Das Problem ist, dass seit 2010 der Euro von 1.30 ( 9 CHF ca. 6.8&euro auf 1.10( Neu ca 8&euro abgewertet hat, womit der Döner nicht teurer geworden ist, sondern ihr lediglich weniger Kaufkraft besitzt, denn Döner für 5.50-6.50 € gibt es auch in Deutschland zu Hauf, bspw. in der Münchener Innenstadt...


    Und? Für den deutschen Michel ist es seit 9 Jahren die teure Schweiz. Kannste noch hunderttausendmal runterkauen. Für Ausländer ist die Schweiz teuer. Was spielt das für eine Rolle warum und wieso da so ist? Verstehe auch nicht so ganz wieso du dich als Deutscher in der Schweiz genötigt siehst, das rechtfertigen zu müssen.
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  4. benutzerbild

    Eisbein

    dabei seit 01/2005

    IceQ- schrieb:

    Da ich beim ersten Bild wieder die "Teure Schweiz" vor Augen sehe und da ich das Thema so oft runterkauen muss, hole ich hier mal zu meiner Privatwährung "Anzahl Kebabs kann ich mir leisten" aus

    Ein Döner kostet in der Regel zwischen 8.50 - 10.00 CHF. Der Preis ist in CHF seit mindestens einem Jahrzehnt sehr konstant.
    Das Problem ist, dass seit 2010 der Euro von 1.30 ( 9 CHF ca. 6.8&euro auf 1.10( Neu ca 8&euro abgewertet hat, womit der Döner nicht teurer geworden ist, sondern ihr lediglich weniger Kaufkraft besitzt, denn Döner für 5.50-6.50 € gibt es auch in Deutschland zu Hauf, bspw. in der Münchener Innenstadt...

    Bruda, was los. Döner kost 2 €! (zur eröffnung, dann halt 3-4&euro



    Unberücksichtigt bleibt dabei ja noch das unterschiedlich gehaltsniveau...
  5. benutzerbild

    opossum

    dabei seit 08/2006

    Erstaunlich, in welche Richtung sich hier die Diskussionen manchmal entwickeln :
  6. benutzerbild

    BrotherMo

    dabei seit 07/2010

    opossum schrieb:

    Erstaunlich, in welche Richtung sich hier die Diskussionen manchmal entwickeln :


    IBC.... :ka:

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