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Ace Hayden
Ace Hayden
Nebel und nass – klassisches BC-Wetter
Nebel und nass – klassisches BC-Wetter
Pickups gehören zur Standardausstattung für kanadische Freerider
Pickups gehören zur Standardausstattung für kanadische Freerider
Inspiration fand Ace auch zusammen mit Jordie
Inspiration fand Ace auch zusammen mit Jordie
Ein paar der alten Bikes, auf denen Ace unterwegs war
Ein paar der alten Bikes, auf denen Ace unterwegs war
Rein in den Trail, egal, was da kommt
Rein in den Trail, egal, was da kommt
Luft im Heck bremst Ace aber auch nicht aus
Luft im Heck bremst Ace aber auch nicht aus
Auf Reisen ist ein Luftfahrwerk für Ace universeller abstimmbar
Auf Reisen ist ein Luftfahrwerk für Ace universeller abstimmbar
Flugstunde durch British Columbia
Flugstunde durch British Columbia
Sessions beim Fotoshooting
Sessions beim Fotoshooting
Posen mit Bike
Posen mit Bike
Style for miles
Style for miles
Eine bekannte Sektion oder einen bekannten Trail wiederholt fahren hilft beim Setup
Eine bekannte Sektion oder einen bekannten Trail wiederholt fahren hilft beim Setup
Ace Hayden mit seinem Arbeitsgerät
Ace Hayden mit seinem Arbeitsgerät

Ace Hayden ist langjähriges Mitglied der YT-Familie. Der gebürtige Kanadier wurde wie viele von den Filmen der New World Disorder-Reihe zum Biken inspiriert. Sein Background auf dem Skateboard führte seine ersten Versuche auf dem Bike dann direkt in den Skatepark. Später wurden die Sprünge immer größer, bis hin zum Stopp der Fest-Serie in Kamloops. Wir haben nachgefragt, was für ihn dabei wichtig ist, warum er sich bei der Wahl zwischen Stahl- und Luft-Dämpfer am liebsten immer für die Stahlfeder-Version entscheidet und wie er zu seinem perfekten Setup kommt. Viel Spaß!

Jens Staudt, MTB-News.de: Wir sind hier mit Ace Hayden – wie geht’s dir?

Ace Hayden: Gut! Ich genieße den heißen Vancouver Island-Sommer.

Ace Hayden
# Ace Hayden

Nebel und nass – klassisches BC-Wetter
# Nebel und nass – klassisches BC-Wetter
Pickups gehören zur Standardausstattung für kanadische Freerider
# Pickups gehören zur Standardausstattung für kanadische Freerider

Diashow: Ace Hayden im Interview: Coil vs. Air und Trail vs. Monstersprünge
Auf Reisen ist ein Luftfahrwerk für Ace universeller abstimmbar
Ein paar der alten Bikes, auf denen Ace unterwegs war
Ace Hayden
Sessions beim Fotoshooting
Eine bekannte Sektion oder einen bekannten Trail wiederholt fahren hilft beim Setup
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Ich habe einen ganzen Schwung Fragen für dich – aber für die Leute, die dich nicht kennen: gib uns doch einen kurzen Überblick darüber, wer du bist und was du machst!

Ich heiße Ace, lebe auf Vancouver Island und fahre für YT. Ich würde mich als Freerider bezeichnen. Wettkämpfe und Rennen sind nicht so mein Ding. Mein Tag sieht eher so aus, dass ich einfach Fahrrad fahre und filme und fotografiere. Die New World Disorder-Filme sind mein Background und die haben mich auch motiviert, in diese Richtung zu gehen. Es ist schon ein Privileg für mich, eben keine Wettbewerbe machen zu müssen oder gegen die Uhr zu fahren.

Inspiration fand Ace auch zusammen mit Jordie
# Inspiration fand Ace auch zusammen mit Jordie

Wenn du mit New World Disorder aufgewachsen bist, dann ist das ja schon eine Weile her. Was war damals dein erstes Bike? Das waren ja immerhin keine komplett starren Teile wie beispielsweise bei Brett Tippie?

Zum Glück mussten wir das nicht mehr machen. Mein erstes Bike war ein Kona Scrap Dirtjumper mit Marzocchi-Federgabel. Ich wuchs in Ontario auf und fuhr da erst Skateboard und später dann mein Bike über die gleichen Rampen. Später zog meine Familie nach Kamloops und ich übernahm ein Bike von Mike Kinrade, der bekannt war aus der Serie Drop In und der frühen Red Bull Rampage. Ein Devinci Ollie mit Manitou Travis-Doppelbrücke und Swinger-Dämpfer mit Al Camino-Bremsen. Ich dachte, das sei der absolute Wahnsinn damals, aber heute könnte ich das vermutlich gar nicht mehr fahren. (lacht) Damals war ich aber schon extrem begeistert von dem Teil.

Ein paar der alten Bikes, auf denen Ace unterwegs war
# Ein paar der alten Bikes, auf denen Ace unterwegs war

Deine Vergangenheit ist dann eher Coil oder Air-Suspension?

Es gab damals schon einiges mit Luftfedern. Der Fox DHX 5 Air war damals recht neu und von Marzocchi gab es den Rocco Air. An meinen Bikes war eigentlich nur Coil bis 2011. Dann hatte ich den RockShox Vivid Air und einen Low-End Fox Float … aber doch: meistens war eine Stahlfeder drin in meinen Bikes.

Wie waren deine ersten Eindrücke auf Luft-Dämpfern? War das ein Wow-Effekt oder dachtest du „ich will meinen Stahldämpfer zurück“?

Ganz ehrlich gesagt war ich damals in Kamloops unterwegs und die Performance war mir nicht so wichtig. Ich wollte ein Bike, das so leicht wie möglich ist, und habe die Luftfederung einfach komplett so hart wie irgendwie möglich abgestimmt, weil ich eben große Sprünge auf meinem Downhill-Bike machen wollte. Als ich dann älter wurde, fing ich an, mich für Suspension zu interessieren und dann merkt man schnell, dass ein Bike sehr viel besser funktionieren kann, wenn man sich um ein gutes Setup bemüht.

Aktuell sieht man ja eine Art Comeback von Stahlfeder-Dämpfern. Du bist auf wirklich großen Sprüngen unterwegs. Wenn du einen Stahlfeder-Dämpfer vorziehst, wie gehst du mit den hohen Kräften bei der Landung um?

Vielleicht ist es auch eine Art Placebo-Effekt für mich, aber wenn ein Coil im Bike steckt, dann fühlt sich das irgendwie satter und stabiler an. So, als ob es mehr abkann. Möglicherweise ist das auch meinem Background geschuldet, weil ich eben primär mit Coil-Dämpfern angefangen habe zu fahren. Frei nach dem Prinzip: Pack die passende Feder rein und das passt. Ab auf den Trail. Jetzt mit den Luft-Dämpfern hast du so viele Möglichkeiten mit allen Verstellmöglichkeiten wie dem Luftdruck und der Progression … all das Feintuning. Letztendlich ist es schon eine Frage der Vorliebe. Für mich ist der Luft-Dämpfer der Weg, wirklich etwas feiner zu tunen und der Stahlfeder-Dämpfer ist eher so das „Set-and-forget“-Prinzip. Da ändert sich einfach auch weniger. Es fühlt sich immer gleich an. Wenn du auf großen Lines unterwegs bist, machst du dir mit einem Luft-Dämpfer zu viele Gedanken, ob der Luftdruck noch der gleiche ist oder ob die Temperatur vielleicht einen Einfluss auf das Fahrverhalten hat. Mit einer Stahlfeder ist das einfacher.

Rein in den Trail, egal, was da kommt
# Rein in den Trail, egal, was da kommt

Gibt es für dich dann Momente, in denen du je nach Trail oder der Größe der Jumps entscheidest, ob du einen Luft- oder Stahlfeder-Dämpfer fährst?

Am Trailbike mache ich das schon ab und an. Das DH-Bike bleibt eigentlich immer auf dem Stahlfeder-Dämpfer. Beim Trailbike probiere ich mehr aus und da wechsele ich dann auch manchmal die Feder. Sprich, ich habe da mehrere Federn im Auto. Mir ist es wichtig, Feedback von einem Trailbike zu bekommen, weil du da andere Ansprüche hast. Man fährt über Wurzeln, man fährt quer zum Hang … alles ist deutlich komplexer und detailreicher. Auf dem Downhill-Bike lässt du es einfach laufen. Für mich passt zum Trailbike ein Luft-Dämpfer oft besser, eben weil man das dann feiner abstimmen kann.

Eine Menge Suspension-Firmen behaupten heute, dass ihre Luftfeder nicht nur nah dran an dem Gefühl einer Stahlfeder ist, sondern dass es mehr oder minder das Gleiche ist. Ist das für dich ähnlich oder gibt es für dich immer noch genau DAS Stahlfeder-Feeling, das anders ist als eine Luftfeder?

Wenn du eine Menge Zeit investierst hast und alles zusammenpasst, dann kommt man da schon sehr nah dran. Also an das „Coil-Feeling“. Aber wenn du das Ansprechverhalten vergleichst – man merkt das schon. Wenn ich meine Augen schließe, dann kann ich das auch unterscheiden. Ein Luft-Dämpfer spricht schlicht anders an als ein Stahlfeder-Dämpfer, einfach feiner.

Luft im Heck bremst Ace aber auch nicht aus
# Luft im Heck bremst Ace aber auch nicht aus

Wo siehst du Vorteile eines Luft-Dämpfers für dich?

Wenn mir Gewicht wichtig ist an einem Bike und wenn ich irgendwo hinfahre, wo ich nur ein Bike mitnehmen kann, dann entscheide ich mich eher für einen Luft-Dämpfer. Klar, bin ich da verwöhnt, weil ich sonst auf verschiedene Bikes zurückgreifen kann, die eben auf verschiedene Anwendungen oder Gebiete abgestimmt sind. Bei einem Bike für alles ist ein Luft-Dämpfer mit seinen Möglichkeiten natürlich unschlagbar.

Auf Reisen ist ein Luftfahrwerk für Ace universeller abstimmbar
# Auf Reisen ist ein Luftfahrwerk für Ace universeller abstimmbar

Du hast erzählt, dass du beim ersten Wechsel auf ein komplettes Luftfahrwerk einfach den Maximaldruck eingefüllt hast, um die größten Sprünge zu machen. Jetzt ziehst du den Coil-Dämpfer an deinem Big Bike vor. Anpassungen in der Progression sind da nicht ganz ohne weiteres möglich. Wie sieht da dein Setup aus, damit es dir nicht zu hart durchschlägt?

Ich wiege ungefähr 170 lbs und an meinem Big Bike hab ich dann einfach zwei Federn. Mein Fahrwerk ist von Öhlins und da fahre ich für Shuttle- und Bikepark-Geschichten eine 388er-Feder, und wenn ich auf großen Sprüngen unterwegs bin, tausche ich die Feder gegen eine Nummer härter auf eine 411er. Die Dämpfung lasse ich relativ weit offen. Das YT Tues ist ziemlich progressiv und dementsprechend erlaubt das Bike das. Mit Luft-Dämpfern experimentiere ich gerne mit Volumenspacern und der Progression. Das mag ich gerne. Man bekommt eine Balance zwischen der Möglichkeit, kleine Schläge aufzunehmen und trotzdem harte Landungen wegzustecken ohne Durchschlag.

Mit Stahlfeder-Dämpfern ist das natürlich schwieriger. Meine Bikes von YT sind alle progressiv von der Kinematik ausgelegt. Von daher ist das einfach. Wenn du aber ein Bike hast, das anders (linearer) ist, dann funktioniert das vielleicht nicht so gut. Jedes Bike ist anders.

Es gibt einige Anbieter von progressiven Federn mittlerweile. Siehst du das als eine gute Option an, um ein Bike, das vielleicht von der Kinematik nicht für Coil ausgelegt ist, dann doch mit Coil fahren zu können?

Auf jeden Fall! Ein lineares Bike wäre definitiv nicht ein Bike, das ich fahren möchte. Schon allein deshalb, weil ich dann keinen Stahlfeder-Dämpfer fahren könnte, weil mir die Progression fehlen würde. Für meinen Fahrstil mit großen Sprüngen brauche ich den Durchschlagschutz. Manchmal überfliegst du einfach die Landung und landest im Flat. Das muss das Bike wegstecken können, ohne dass es oder ich komplett explodiert. (lacht) Das rettet dir einfach den Arsch.

Spannend ist auch das neue System mit den anpassbaren Federn. Vermutlich ist das aber noch alles etwas am Anfang. Mal schauen, wohin sich das entwickelt.

Wenn du von GROßEN Sprüngen redest. Wie groß muss man sich das vorstellen?
Vermutlich über 35 – Fuß – also nicht Meter. (lacht)

Ja, das wäre eher so die Größe bei der Fest-Series … Ist das ein Ding für dich?

In Kamloops und Norwegen bin ich schon dabei gewesen. Das hat sich auch gut weiterentwickelt und das Level ist gestiegen. Da ist eine Menge wirklich sehr guter Fahrer mit dabei. Es ist also nicht ganz einfach, da reinzukommen, wenn da letztendlich 15 Leute fahren. Eigentlich wollte ich wieder am Fest in Norwegen teilnehmen, aber, naja – Corona …

Flugstunde durch British Columbia
# Flugstunde durch British Columbia
Sessions beim Fotoshooting
# Sessions beim Fotoshooting
Posen mit Bike
# Posen mit Bike

Du meintest, für große Geschichten packst du auch gerne mal eine härtere Feder in deinen Dämpfer. Welche Anpassungen machst du sonst noch?

Highspeed ist wichtig – also Highspeed-Druckstufe dreh ich ziemlich viel rein. Bei der Zugstufe stell ich es so langsam wie möglich. Auf Sprüngen dieser Größe musst du das machen. Die Kräfte sind so extrem hoch. Beim Fest in Kamloops hatte ich es etwas mit der Nervosität zu tun, war unsicher mit dem Bike-Setup und zusätzlich hat sich die Geschwindigkeit durch den Tag hindurch geändert. Bei einem Absprung gaben meine Beine nach und mein Bike reagierte entsprechend. Mein Bike flog quasi senkrecht mit der Nase nach unten auf einem Sprung von 65 Fuß. Ich krachte ins Flat mit meinen Füßen und dem Steißbein. Dabei brach ich mir den Rücken, hatte geprellte Füße …

Das war damals der größte Sprung, den ich je probiert hatte und das gab mir einen Denkzettel. Man kann das nicht einfach machen, ohne großartig über Bike-Setup nachzudenken und wie das alles mit dem zusammenspielt, was du auf dem Bike machst. Die G-Kräfte sind schlicht so unfassbar hoch. Mein Background sind große Sprünge und trotzdem hat es mich erwischt. Einige Leute sollten da vielleicht darüber nachdenken. Die sind vielleicht mal über die Crabapple Hits gesprungen und denken danach: „WOAH, ich kann jetzt große Sprünge springen!“ Dann gehen sie woanders hin – nicht im Bikepark – springen da und das geht dann nicht gut aus … Das ist eine andere Liga. Man kann da nicht hinkommen und sagen „Just send it!“ – du solltest wirklich wissen, was du tust.

Heute haben wir Dämpfer mit Lowspeed-Druckstufe, Highspeed-Druckstufe, Lowspeed-Zugstufe, Highspeed-Zugstufe, man kann Volumenspacer reinpacken …

Ich erinnere mich, als an einigen Produkten die Highspeed-Zugstufe dazukam. Das ist für Anfänger eigentlich fast schon zu viel und die bekommen das nicht richtig eingestellt und letztendlich funktioniert das Bike nicht richtig. Wer neu in dem Sport ist, sollte vielleicht besser mit einfacheren Produkten, die leichter einzustellen sind, anfangen und daran lernen, wie man es einstellt. Oder aber du hast jemanden an der Hand, der sich auskennt und dir helfen kann, die komplexeren Sachen richtig für dich einzustellen.

Man kann mittlerweile auf so viele Parameter Einfluss nehmen und so verrückte Einstellungen machen … Für die, die wissen was sie tun, ist das super. Bikes funktionieren so unglaublich gut inzwischen. Das ist der Wahnsinn.

Hättest du für die Neueinsteiger einen Tipp, wie man ein Verständnis darüber entwickelt, Suspension richtig einzustellen?

Ich mache eigentlich immer noch das gleiche wie früher als kleiner Bub. Man packt einfach sein Gewicht in psi in den Dämpfer und die Hälfte von seinem Gewicht in die Gabel (Anmerkung der Redaktion: Man geht hier von Pfund aus. Also wer 80 Kilo wiegt, rechnet um auf 176 Pfund und füllt entsprechend 176 psi in den Dämpfer). Das ist mein Startpunkt und das komprimiere ich dann immer wieder auf einem Parkplatz, teilweise mit geschlossenen Augen. Dann fange ich an, vielleicht etwas mehr Luft vorn oder hinten einzufüllen, mehr Zugstufe …

Bei meiner Zusammenarbeit mit Öhlins lief das immer noch viel nach Gefühl. Man fährt auf entspannteren Trails und spürt, wie das mit der Traktion ist usw. Man muss sich einfach Zeit nehmen. Wenn man das tut, wird es deutlich leichter und man kann sich nur noch auf das Fahren konzentrieren. Ich mache das lieber vorher, dann muss ich nicht später andauernd an meinem Setup herumschrauben.

Wenn jemand die Wahl hat bei einem Bike zwischen einem Stahlfeder-Dämpfer oder einem Luft-Dämpfer, welchen sollte man nehmen und warum?

Ein Einsteiger, der vielleicht noch nicht so genau weiß, wo er hinwill, für den könnte zwischenzeitlich ein Luft-Dämpfer die bessere Wahl sein. Der ist dann doch leichter anpassbar, ohne den Dämpfer auszubauen oder eine neue Feder kaufen zu müssen. Eine Dämpferpumpe reicht, um da Sachen schnell zu ändern und auszuprobieren.

Ich komme vom Stahlfeder-Dämpfer, aber auch die Luft-Dämpfer sind deutlich einfacher geworden.

Style for miles
# Style for miles

Aktuell warst du ja im #shred-it Projekt zu sehen …

Ja, das hat mir getaugt! Eben, weil das Capra Shred serienmäßig mit Stahlfeder-Dämpfer kommt. Das geht schon ziemlich ab. Ich hab es rausgezogen aus der Kiste und habe glaube nicht einmal die Zugstufe angepasst, so gestoked war ich. Jetzt, wo ich drüber nachdenke, war das schon etwas verrückt. (lacht)

Im Herbst, wenn das Wetter hier mit dem Nebel etwas mehr Stimmung reinbringt, starten wir noch ein Freeride-Projekt, für das wir seit zirka einem Jahr graben und bauen. Da freue ich mich drauf, aber ich habe auch etwas die Hosen voll. Da sind paar wirklich große Sachen mit dabei. (lacht)

Du meintest, dass das Bike für das aktuelle Videoprojekt mit serienmäßigem Stahlfeder-Dämpfer kam. Hattest du da Einfluss darauf?

Ich würde gerne sagen ja – aber ich war da nicht in die Entwicklung involviert. Vielleicht haben sie sich ja trotzdem inspirieren lassen, als ich in mein Bike, das eigentlich mit Luft-Dämpfer kam, einen Stahlfeder-Dämpfer eingebaut hab. Da wurde ja die limitierte Aluminiumversion mit 180-mm-Gabel und Coil-Dämpfer vorgestellt. Jetzt gibt es ein solches Bike im regulären Portfolio, was ich super finde.

Würdest du da dann auch eine Federgabel einbauen, die nicht auf Luft-, sondern eine Stahlfeder setzt?

Das ist nicht so wirklich mein Ding. Die letzte Federgabel, die keine Luftfeder hatte, war – puh – vielleicht 2010?

Warum taugt dir das nicht?

Eine Anpassung an einer Federgabel mit unterschiedlichen Federhärten ist ein ziemlicher Aufwand im Vergleich zum Dämpfer. Alles ist voll mit Fett, in Summe macht es die Front schwerer. Eine Luftfeder an der Front gibt mir die Möglichkeit, dort ganz genau das Fahrgefühl zu bekommen, das ich suche. Mit der Öhlins-Federgabel habe ich mehrere Luftkammern und ich kann die Progression und Traktion exakt so einstellen, wie ich das brauche.

Als ich noch jünger war, gab es noch deutlich mehr Coil-Gabeln. Auch in meinem Umfeld. Mich hat das Geklapper der Feder immer gestört. Leute wollten mich mit meinen Luftgabeln verrückt machen, von wegen „die könnte platzen“, was mir nie passiert ist. Heute hast du Einfluss auf die Progression. Ich mag das. Insbesondere, dass ich die Gabel nicht aufschrauben muss, um da Volumenspacer oder Öl einzufüllen. Einfach Pumpe dran und fertig.

Als Zusammenfassung: Wenn die Leute da draußen einen halben Tag investieren möchten, um ihre Suspension abzustimmen. Wie genau sollten sie deiner Meinung nach vorgehen?

Wie gesagt, kann ich das empfehlen, was für mich funktioniert: Entweder ich geh nach der Faustregel, von der ich erzählt habe oder ich schau, genau wie jeder andere, auf die Empfehlungen auf dem Produkt und dann konfiguriere ich das Bike immer und immer wieder. Dann dreh ich an den Knöpfen. Gerne mal auch nur kleine Änderungen und schau, wie sich das anfühlt, um ein Basis-Setup zu finden. Natürlich reicht das nicht. Auf dem Trail spürst du dann mehr und machst nochmal Feintuning.

Ich wohn in der Nähe von Duncan und Mount Prevost und da bin ich natürlich schwer verwöhnt mit guten Trails. Da hat es verschiedenste Arten von Trails von unterschiedlichen Untergründen, flach, steil … An sich könntest du da anfangen und ein Bike nur auf den einen Trail abstimmen, aber ich möchte ein Bike, das eher universell einsetzbar ist. Ich möchte einfach nicht die ganze Zeit über das Setup nachdenken.

Eine bekannte Sektion oder einen bekannten Trail wiederholt fahren hilft beim Setup
# Eine bekannte Sektion oder einen bekannten Trail wiederholt fahren hilft beim Setup

Gibt es hierfür genau „diesen einen Trail“, den du für deinen Setup-Prozess hernimmst? Also du bekommst ein neues Bike, einen neuen Dämpfer oder eine Federgabel und nach der Montage gehst du dort hin, um dich mit allem vertraut zu machen?

Absolut. Da gibt’s einen Trail, der heißt South Benson und da wurde früher der B.C. Downhill Cup gefahren. Der Trail beginnt sehr hart mit Steinen und Wurzeln und wird dann schneller mit Sprüngen, Anliegern und Sand und allem. Es hat dort einfach von allem etwas. Dort habe ich meine Referenz und ich weiß, wenn es dort funktioniert, dann funktioniert es für mich überall.

Ace Hayden mit seinem Arbeitsgerät
# Ace Hayden mit seinem Arbeitsgerät

Danke für die Einblicke!

Gerne und bis bald!


Ist Coil für euch auch das letzte Quäntchen Performance oder setzt ihr lieber auf Luft?

  1. benutzerbild

    danimaniac

    dabei seit 08/2018

    ShockRox_71 schrieb:

    Was läuft da für 'ne Musik im Shred Video?

    bitte...
  2. benutzerbild

    xMARTINx

    dabei seit 12/2006

    Puh anstrengend zu lesen.

    Zum Thema Fahrwerk sollte man Interviews mit Bruni, Minnaar oder solchen Leuten machen bzw deren Mechaniker und dazu Jungs von Fox, Rs, Öhlins oder sonst wen.

    Auch bei den Storys von Nina kommt mehr spannendes zum Fahrwerk zum Vorschein als bei diesen Interview

    Und warum fährt ein von öhlins gesonderter Fahrer denn Fox ?
  3. benutzerbild

    ridefree

    dabei seit 01/2003

    Boah haltet halt dieses bezahlte YT-Werbe interview noch lange hoch: "Luft oder Coil, Luft oder Coil, Luft Oder Coil...
    ....welche der beiden Federungen würdest Du lieber unter deinem Lattenrost verbauen, wenn Du ein Federbett bauen wolltest und warum?"
    Der arme Wyn Masters...
  4. benutzerbild

    Trav

    dabei seit 03/2016

    xMARTINx schrieb:

    und dazu Jungs von Fox, Rs, Öhlins

    wer an deren geschwafel interesse hat kann sich auch die marketing texte auf den herstellerseiten reinziehen.
  5. benutzerbild

    ShockRox_71

    dabei seit 03/2019

    danimaniac schrieb:

    bitte...


    Danke Dir! :winken:

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