Acros Enduro Race im Test: Während viele Laufradsatz-Hersteller auf Carbon umsteigen, bleibt Acros dem Aluminium treu und bietet mit dem Enduro Race einen 27,5″-Laufradsatz, der steif und für das geringe Gewicht gleichzeitig relativ erschwinglich sein soll. Ob diese Strategie aufgeht, erfahrt ihr in unserem Test.

Acros Enduro Race – Kurz & knapp

Der Enduro Race-Laufradsatz von Acros ist 27,5″-spezifisch und in zwei verschiedenen Felgenbreiten erhältlich. Die von uns getestete Version für gröbere Einsatzzwecke wiegt laut Hersteller gerade einmal 1612 Gramm – und das trotz Aluminiumfelgen mit satten 29 mm Innenbreite. Was den Einsatzbereich angeht, ist der Name Programm. Doch dank der Kombination aus niedrigem Gewicht, hoher Stabilität und im Vergleich zu Carbon-Laufradsätzen erschwinglichem Preis können nicht nur Vollblut-Racer, sondern auch Hobbypiloten von den Vorzügen des Acros Enduro Race profitieren.

  • erhältlich mit 25 mm oder 29 mm Felgen-Innenbreite
  • Achssystem Vorderrad: QR9, TA15
  • Achssystem Hinterrad: TA10, QR10, X12, TA12
  • Lochzahl: 32
  • Naben: Acros Nineteen ED
  • Felgen: Ryde Trace 29
  • Speichen: Sapim CX-Delta
  • Einsatzbereich: Enduro
  • Gewicht VR: 800 g
  • Gewicht HR: 844 g
  • Gewichtsbeschränkung: 95 kg

Preis: 749 € (UVP) | Bikemarkt: Acros A-WHEEL Enduro Race kaufen

Technische Daten

 Acros A-WHEEL Enduro Race 29mm
Laufradgröße27,5″, 29″
Adapter auf andere Einbaubreiten / AchsdurchmesserVR: QR9, TA15 | HR:TA10, QR10, X12, TA12
Felgenbreite (innen)29 mm
Speichen32
FelgenmaterialAluminium, hart eloxiert
Material Naben / FreilaufkörperAluminium
Rasterung FreilaufkörperZahnscheiben
XD-Freilaufkörper verfügbarja
Tubeless-Readyja
Ventilloch6,5 mm Presta / SV
SpeichenSAPIM CX-Delta
Einspeichung3-fach gekreuzt
Engagement Winkel9,5 Grad
Gewicht (vorne/hinten)1644 g (800 g / 844 g)
Preis749,00 € (UVP)

Acros Enduro Race – In der Hand

Seit 1999 baut Acros im schwäbischen Renningen Mountainbike-Komponenten. Über die Jahre hat sich die Produktpalette stetig vergrößert. Acros bietet unter anderem seit einiger Zeit auch Laufradsätze an – darunter auch unser Testmodell, das auf den Namen A-WHEEL 27,5″ Enduro Race hört. Die technischen Daten lesen sich sehr vielversprechend: Der Laufradsatz hat Felgen mit 29 mm Innenbreite, bringt respektable 1612 Gramm auf die Waage und ist mit einem Preis von 749 € nicht unverhältnismäßig teuer. In Zeiten, in denen Carbonfelgen und Laufradsätze jenseits der 1.000 € fast schon an der Tagesordnung sind, ist der Acros Enduro Race-Laufradsatz eine willkommene Abwechslung. Doch irgendwo muss ein Haken sein, oder?

Die asymmetrischen Trace Felgen kommen von der Firma Ryde
# Die asymmetrischen Trace Felgen kommen von der Firma Ryde

Aufbau

Dass der Acros Enduro Race-Laufradsatz recht leicht ist, merkt man in der Hand nicht unbedingt – davon werden wir uns lieber auf den Trails ein Bild verschaffen. Was jedoch sofort ins Auge sticht, ist die sehr breite Felge. Ganze 29 mm Innenbreite messen die am von uns getesteten Enduro Race-Laufradsatz verbauten Trace 29-Felgen aus dem Hause Ryde. Um bei den Laufrädern die versprochene Steifigkeit zu erreichen, ist die Felge asymmetrisch gebohrt. So treffen beide Speichenseiten im gleichen Winkel auf die Felge und stehen dadurch unter derselben Spannung. Hier setzt Acros auf bewährte Qualität und verbaut die CX Delta-Speichen aus dem Hause Sapim. 32 Stück verbinden die Ryde Trace 29-Felgen mit den hauseigenen Nineteen ED-Naben.

Die Felge hat mit 29 mm Innenweite eine angenehme Breite
# Die Felge hat mit 29 mm Innenweite eine angenehme Breite
Acros NINETEEN FR ...
# Acros NINETEEN FR ...
... ED Naben sorgen vorne und hinten für einen leichten Lauf
# ... ED Naben sorgen vorne und hinten für einen leichten Lauf

In Zeiten von 9 mm, 15 mm, 20 mm, Torque Caps und Boost weiß man häufig nicht so genau, ob das Laufrad eigentlich ins eigene Rad passt. Beim Acros Enduro Race stehen daher verschiedene Ausführungen zur Auswahl. Am Vorderrad bietet Acros die Wahl zwischen einem 9 mm-Schnellspanner und einer 15 mm-Steckachse. Am Heck stehen die beiden Optionen 10 x 135 mm und 12 x 142 mm zur Verfügung. Je nachdem, welche Religion man favorisiert, kann man die Hinterradnabe entweder mit einem SRAM XD- oder einem Shimano-Freilauf bestellen. In der Hinterradnabe kommen bei Acros mittlerweile keine Sperrklinken mehr zum Einsatz. Stattdessen setzen die Schwaben auf ein Ratchet-System.

Mit dem "Clamp System" lässt sich das Achsenspiel einstellen
# Mit dem "Clamp System" lässt sich das Achsenspiel einstellen

Montage

Der Acros Enduro Race ist tubeless ready – dies ist bei den meisten aktuellen Felgen der Fall. Interessanter bei einem Laufradsatz ist aber, wie leicht oder schwer sich der Reifen auf die Felge ziehen und wie gut er sich mit Luft füllen lässt. Oft ist der Reifen zwar schnell montiert – im Gegenzug braucht man dann aber einen Kompressor, um den Reifen zu befüllen.

Das Felgenband lässt sich aufgrund der asymmetrischen Felge etwas schwierig anbringen
# Das Felgenband lässt sich aufgrund der asymmetrischen Felge etwas schwierig anbringen

Einen Maxxis-Reifen auf dem Acros Enduro Race-Laufradsatz zu montieren ist weder sehr leicht noch sehr schwer. Der Reifen sitzt relativ fest in der Felge – das macht das Befüllen der Reifen recht einfach. Eine herkömmliche Standpumpe reicht zwar nicht ganz aus, greift man jedoch zu einer Pumpe mit Extra-Volumen, sind die Reifen schnell mit Luft gefüllt.

Acros Enduro Race – Auf dem Trail

Doch was eigentlich zählt, ist natürlich die Performance auf dem Trail. Dass sich das geringe Gewicht positiv auf die Beschleunigung auswirken würde, war abzusehen: Je geringer die rotierende Masse ist, desto besser beschleunigt das Rad und desto leichter lässt es sich nach oben treten. Zu behaupten, dass man die 100 oder 150 Gramm Differenz zu einem Konkurrenzprodukt beim Uphill sofort spüren würde, wäre wohl etwas dick aufgetragen. Fakt ist aber, dass man mit dem Acros Enduro Race bergauf sehr gut vorankommt.

Ein Ratchet System mit 38 Zähnen sorgt dafür das die Umdrehungen der Kurbel auch am Hinterrad ankommen. Der Engagement Winkel ist mit 9,5 Grad weder besonders klein, noch besonders groß. Wir hatten auf jeden Fall nie das Gefühl, das der Freilauf schneller greifen sollte. Hier stellt sich natürlich auch die Frage nach dem Klang der Nabe, denn in den Ohren vieler Mountainbiker ist das monotone Summen wie Musik. Unserer Meinung nach klingt die verbaute Acros NINETEEN ED Nabe weder besonders aufdringlich, noch ist sie zu leise. Auch hier besticht sie durch ihre Unauffälligkeit, aber überzeugt euch selbst:

Durch die breiten Felgen sind die Seitenstollen des Reifen gut definiert
# Durch die breiten Felgen sind die Seitenstollen des Reifen gut definiert

Was außerdem sofort positiv auffällt ist, dass der Reifen eher flächig auf dem Trail aufliegt – das ist durch die große Innenbreite der Felge bedingt. Das hat in Kurven und Anliegern den Vorteil, dass sich die Seitenstollen sehr definiert anfühlen. Gleichzeitig wird die Karkasse unterstützt. Dadurch knickt der Reifen in Anliegern nicht so schnell weg. Auch deshalb hatten wir mit dem Acros Enduro Race-Laufradsatz keinerlei Probleme mit Burping und dem damit verbundenen Luftverlust.

Aufgrund des geringen Gewichts lässt sich das BIke mit den Acros-Laufrädern leicht beschleunigen
# Aufgrund des geringen Gewichts lässt sich das BIke mit den Acros-Laufrädern leicht beschleunigen

Und was war da noch gleich mit der hohen Steifigkeit? Tatsächlich haben die Laufräder unserer Meinung nach einen nahezu perfekten Flex. Ähnlich wie die Easton Haven-Laufräder sind die Acros Enduro Race eher unauffällig. Das ist allerdings explizit positiv zu bewerten: Es ist genügend Flex vorhanden, um die Schläge in rauem Gelände etwas zu dämpfen. Gleichzeitig sind sie aber auch steif genug, um Anlieger präzise durchfahren zu können.

Der gute Flex nimmt etwas die Spitzenbelastungen ohne dabei Unsicherheit zu vermitteln
# Der gute Flex nimmt etwas die Spitzenbelastungen ohne dabei Unsicherheit zu vermitteln

Haltbarkeit

Nach gut drei Monaten im Einsatz sieht der Acros Enduro Race-Laufradsatz noch (fast) aus wie am ersten Tag. Lediglich der Lack und die Aufkleber mussten etwas leiden. Weder Vorder-, noch Hinterrad haben einen nennenswerten Achter oder Delle. Auch bei der Kontrolle der Speichenspannung fiel nichts Besonderes auf.

Wir haben den Haken nicht gefunden und waren mit den Acros Laufrädern vollauf zufrieden
# Wir haben den Haken nicht gefunden und waren mit den Acros Laufrädern vollauf zufrieden

Fazit – Acros Enduro Race

Acros trägt bei der Beschreibung des Enduro Race-Laufradsatzes definitiv nicht zu dick auf: In Zeiten von Carbon-Laufrädern bietet er ein ähnlich geringes Gewicht, ohne dabei das Bankkonto zu sehr zu strapazieren. Unserer Meinung nach ist der Acros Enduro Race ein hervorragender Allrounder im Enduro-Bereich.

Stärken

  • Steifigkeit
  • kein Burping

Schwächen

  • Es fiel uns schwer, wirkliche Schwächen an diesem Laufradsatz zu finden. Natürlich sind 749 Euro nicht billig, bedenkt man aber die Verarbeitung, die Performance und die Haltbarkeit des Laufradsatzes, ist dieser Preis unserer Meinung nach gerechtfertigt.

Testablauf

Der Acros Enduro Race war über mehrere Monate in verschiedenen Testbikes verbaut.

Hier haben wir den Acros Enduro Race getestet

  • Albkante: Verschiede Trails, von Highspeed bis hin zu Wurzelteppichen und Steinfeldern

Fahrerprofil ausklappen

Testfahrer Jonathan Kopetzky

  • Körpergröße: 177 cm
  • Gewicht (mit Kleidung und Ausrüstung): 70 kg
  • Schrittlänge: 79 cm
  • Armlänge: 41 cm
  • Oberkörperlänge: 49 cm
  • Fahrstil: aggressiv und verspielt
  • Fährt hauptsächlich: DH sprunglastig, auch Dirt – „hauptsache Fahrrad“
  • Besondere Vorlieben bzgl. Fahrwerk: straff und schnell
  • Besondere Vorlieben bzgl. Rahmen: langes Oberrohr, Hinterbau je nach Einsatzgebiet

Preisvergleich

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Acros Enduro Race – weitere Informationen

Webseite: www.acros.de
Text & Redaktion: Jonathan Kopetzky | MTB-News.de 2016
Bilder: Jens Staudt, Chris Spath

  1. benutzerbild

    ufp

    dabei seit 12/2003

    Joni_Kopetzky schrieb:

    Seit 1999 baut Acros im schwäbischen Renningen Mountainbike-Komponenten. Über die Jahre hat sich die Produktpalette stetig vergrößert.

    Warum verwendet Arcros für den Acros Enduro Race Laufradsatz keine eigenen Felgen?
    Weiß das niemand?
  2. benutzerbild

    tienvangbac

    dabei seit 09/2013

    ufp schrieb:
    Warum verwendet Arcros für den Acros Enduro Race Laufradsatz keine eigenen Felgen?
    Weiß das niemand?


    Weil sie keine neuen Felge mehr produzieren (lassen) ....
    Und die alten Felgen ware nicht "Made in Germany"
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  4. benutzerbild

    schnellerpfeil

    dabei seit 01/2006

    ufp schrieb:
    Warum verwendet Arcros für den Acros Enduro Race Laufradsatz keine eigenen Felgen?
    Weiß das niemand?


    Für einen kleinen Hersteller ist es einfacher, sich am Markt zu bedienen. Ist ja nicht so, das die spezialisierten Felgenproduzenten keine tauglichen Produkte anbieten. Die hauseigene Felge war von sehr guter Qualität. Leider war das Profil nicht steif und mit 21mm Maulweite am sich schnell veränderten Markt, bald nicht mehr attraktiv.
  5. benutzerbild

    Muckal

    dabei seit 11/2011

    tienvangbac schrieb:
    Der fährt aber auch echte Enduro Felgen wie die EX471 und EX511. Die haben eine offizielle Freigabe bei 130kg Systemgewicht.
    Nicht nur das, das DT-Alu ist auch härter als das bei Ryde was Schläge angeht.


    Logisch tut er das. Er ist ja schließlich zu schwer für echte Race-Laufräder. Fette Sau :aufreg:
  6. benutzerbild

    ufp

    dabei seit 12/2003

    schnellerpfeil schrieb:
    Für einen kleinen Hersteller ist es einfacher, sich am Markt zu bedienen. Ist ja nicht so, das die spezialisierten Felgenproduzenten keine tauglichen Produkte anbieten. Die hauseigene Felge war von sehr guter Qualität. Leider war das Profil nicht steif und mit 21mm Maulweite am sich schnell veränderten Markt, bald nicht mehr attraktiv.

    Sieht man bei vielen Firmen, die zum Klomplett- oder Vollsortiement Anbieter aufsteigen.

    Es wird halt auch suggeriert, dass Acros in diesem Bereich Ahnung, Kompetenz oder einen Wissensvorsprung hätte:

    Seit 1999 baut Acros im schwäbischen Renningen Mountainbike-Komponenten. Über die Jahre hat sich die Produktpalette stetig vergrößert. Acros bietet unter anderem seit einiger Zeit auch Laufradsätze an
    [...]
    bleibt Acros dem Aluminium treu


    Da ich selbst eine Felge von denen habe, a.rim, hat es mich eben gewundert, dass da nicht weiter gemacht haben.
    Nachdem sie auch bunte Steuersätze und neue und bunte (Enduro) Lenker anbieten, wäre es nur logisch gewesen, bei den Felgen weiter zu machen. Wobei der Trend zu breiteren Felgen schon sehr lange anhält. Andererseits stimmts, da war und ist Mavic und dtswiss auch nicht gerade schnell gewesen.

    Aber man muss halt konstantieren, dass sie eben nicht bzw nicht mehr die Kompetenz aufbringen konnten oder wollten.
    Ich bin daher halt immer ein wenig skeptisch, wenn Firmen getreu ihrer Firmenpolitik, in einen anderen Geschäftszweig eindringen wollen als in ihr Stammgeschäft. Das braucht meistens etwas Zeit, bis sie so weit sind, konkurrenzfähig oder Technologieführer sind.
    Bei vielen hat es im ersten Jahr nicht geklappt.

    Vielleicht oder wahrscheinlich ist es somit eh richtig von Acros, sich weiterhin nur auf die Naben zu konzentrien, so wie es Tune ja auch tut (und Syntace bis vor kurzem auch gemacht hat).

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