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Das Votec VRC (links) ist als Allroadbike bereits die Evolution des früheren Gravelbikes VRC, mit dem die Schwaben den Gravel-Trend früh erkannt hatten
Das Votec VRC (links) ist als Allroadbike bereits die Evolution des früheren Gravelbikes VRC, mit dem die Schwaben den Gravel-Trend früh erkannt hatten - das Liteville dagegen ist eng mit seinem Enduro-Bruder H3 verwandt und hat deshalb teilweise eher MTB-Merkmale.
Einsatzgebiet Rennstrecke
Einsatzgebiet Rennstrecke - hier fühlt sich das CX-Bike am wohlsten!
Mehr Reifenbreite erlaubt am Gravelbike weniger Luftdruck als am Crosser
Mehr Reifenbreite erlaubt am Gravelbike weniger Luftdruck als am Crosser - das steigert den Komfort und die Traktion.
Bei Reifenfreiheit denken wir Mountainbiker gern: Mehr ist besser!
Bei Reifenfreiheit denken wir Mountainbiker gern: Mehr ist besser! - An einem wirklich effizienz-getriebenen Bike ergibt sich hier aber ein deutlicher Zielkonflikt mit dem Q-Faktor, der hier bei Liteville zu Gunsten der Reifenfreiheit entschieden wurde.
Mit absenkbaren Sattelstützen, 55 mm Reifen und kurzhubigen Federgabeln mutieren die Gravelbikes mancher Hersteller zu kleinen Mountainbikes
Mit absenkbaren Sattelstützen, 55 mm Reifen und kurzhubigen Federgabeln mutieren die Gravelbikes mancher Hersteller zu kleinen Mountainbikes - irgendwann ist das einzige Differenzierungsmerkmal die Form des Lenkers.
Ist das Allroadbike vielleicht einfach das Rennrad der Zukunft?
Ist das Allroadbike vielleicht einfach das Rennrad der Zukunft? - es geht einen Schritt weiter in Richtung Gelände als das Endurance-Rennrad, legt den Fokus aber noch klar auf die Straße.
Noch weniger Profil und wir sprechen vom Rennrad
Noch weniger Profil und wir sprechen vom Rennrad - mit diesen Reifen eines Allroadbikes ist aber natürlich in leichtem Gelände recht rasch Schluss.
Aerodynamik ist am Rennrad ein großes Thema. Bei Allroadbikes geht es teilweise ebenfalls los.
Aerodynamik ist am Rennrad ein großes Thema. Bei Allroadbikes geht es teilweise ebenfalls los. - Am Gravelbike haben sich auch schon Aero-Fans gefunden, aber ehrlich gesagt erscheint die Kombination aus Aero und Gravel etwas widersprüchlich.
Traumhafte Bedingungen im trockenen Herbstwald
Traumhafte Bedingungen im trockenen Herbstwald - je nasser und matschiger es wird, desto mehr Profil wünscht man sich jedoch.
Schotter ist ja auch nicht gleich Schotter
Schotter ist ja auch nicht gleich Schotter - dieser Forstweg beispielsweise rollt selbst mit dem Rennrad noch top.
Cyclocross-Rennen erfreuen sich wie auch Gran Fondos immer größerer Beliebtheit
Cyclocross-Rennen erfreuen sich wie auch Gran Fondos immer größerer Beliebtheit - und das obwohl sich die Wettkampfformate nicht stärker unterscheiden könnten. Beim Cyclocross wird auf engen und schnellen Kursen über eine Stunde Vollgas gegeben, bei Gran Fondos geht es meist auf längeren Strecken eher moderat zu.
In grobem Schotter ist ein Gravelbike von Vorteil
In grobem Schotter ist ein Gravelbike von Vorteil - wer schon einmal Mountainbike gefahren ist, wird aber auf solchem Untergrund sicher auf die Idee kommen, gleich zum Mountainbike zu greifen.
Geländegängig ist auch das Gravelbike nur in bedingtem Maße
Geländegängig ist auch das Gravelbike nur in bedingtem Maße - je nach Selbstvertrauen kommt man auch damit schnell an seine Grenzen und wünscht sich einen Flatbar, noch mehr Gummi und eine Federgabel.
Einfache Trails lassen sich auch mit dem Allroadbike ohne Probleme befahren
Einfache Trails lassen sich auch mit dem Allroadbike ohne Probleme befahren - wer genau hinschaut, kann aber auch erahnen, dass es hier schnell ordentlich Schläge ins Handgelenk gibt.
Auf Asphalt einfach mal durchbeschleunigen
Auf Asphalt einfach mal durchbeschleunigen - und in Geschwindigkeitsregionen vorstoßen, die einem Mountainbike nicht möglich sind. Das geht mit einem Allroadbike sehr gut, fast so gut wie mit einem reinen Rennrad.
Allroadbike oder Gravelbike?
Allroadbike oder Gravelbike? - Wenn man mich fragt: Ganz klar das Allroadbike. Fürs Gelände habe ich nämlich ein Mountainbike.
Die Dropperpost ist am Gravelbike noch die Ausnahme
Die Dropperpost ist am Gravelbike noch die Ausnahme - sie sorgt aber natürlich auch bei schmaleren Reifen für mehr Spielraum und Verspieltheit.
Braucht man für Schotter gleich einen Bart und 50 mm Reifen?
Braucht man für Schotter gleich einen Bart und 50 mm Reifen? - wenn es nur ein kurzer Ausflug ist, dann geht das wunderbar mit 32 mm Reifen und etwas aufmerksamer Fahrweise.
Gepäcktaschen lassen sich natürlich an jedem Bike montieren
Gepäcktaschen lassen sich natürlich an jedem Bike montieren - das Thema Bikepacking bedeutet ja aber eigentlich immer lange Touren und passt deshalb besser zu den komfortablen Geometrien von Allroad- und Gravelbike.
Sitzkomfort erzeugen viele Rennräder am ehesten durch Sitzstreben und Sattelstützen
Sitzkomfort erzeugen viele Rennräder am ehesten durch Sitzstreben und Sattelstützen - ein Grund, weshalb Teleskopstützen eher die Ausnahme sind.
Für wirklich lange Touren und groben Grund gibt es Bikes wie das Salsa Cutthroat
Für wirklich lange Touren und groben Grund gibt es Bikes wie das Salsa Cutthroat - im Wesentlichen ein 29" Mountainbike mit Rennlenker und Starrgabel.
Im direkten Vergleich präsentiert sich das Gravelbike weniger geländegängig
Im direkten Vergleich präsentiert sich das Gravelbike weniger geländegängig - dafür gibt es einen geringeren Luftwiderstand und einen schmaleren Q-Faktor.

Enge oder weite Shorts, Straße oder Gelände, Rennlenker oder Flatbar: Mountainbiker und Rennrad-Fahrer benehmen sich häufig wie Feuer und Wasser, wie Kaffee und Tee. Doch mal ehrlich: Was soll diese strikte Trennung, dieses gegenseitige Beäugen? Viele Mountainbiker*innen greifen inzwischen gern auch mal in den Rennlenker. Welche Art von Fahrrad ist die beste für uns Geländeradsportler?

Die Unterschiede

Ähnlich wie beim Mountainbike haben sich Fahrräder mit Rennlenker inzwischen in viele, auf den ersten Blick nur leicht unterschiedliche Modelle diversifiziert, wie wir hier schon erfahren konnten. Glaubt mir: Ein Rennrad-Fahrer erkennt auf den ersten Blick auch nicht den Unterschied zwischen XC-, Marathon– und Trailbike! So ähnlich geht es uns mit Racebike, Endurance-Bike, Cyclocrosser, Allroadbike, Gravelbike und Co!

Das Votec VRC (links) ist als Allroadbike bereits die Evolution des früheren Gravelbikes VRC, mit dem die Schwaben den Gravel-Trend früh erkannt hatten
# Das Votec VRC (links) ist als Allroadbike bereits die Evolution des früheren Gravelbikes VRC, mit dem die Schwaben den Gravel-Trend früh erkannt hatten - das Liteville dagegen ist eng mit seinem Enduro-Bruder H3 verwandt und hat deshalb teilweise eher MTB-Merkmale.
Diashow: Das beste Unterlenkerrad für Mountainbiker: Gravel-, Allroadbike oder Cyclocrossrad?
Traumhafte Bedingungen im trockenen Herbstwald
Geländegängig ist auch das Gravelbike nur in bedingtem Maße
Auf Asphalt einfach mal durchbeschleunigen
Allroadbike oder Gravelbike?
Das Votec VRC (links) ist als Allroadbike bereits die Evolution des früheren Gravelbikes VRC, mit dem die Schwaben den Gravel-Trend früh erkannt hatten
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Als Mountainbiker*innen interessieren uns primär die Bikes, die auch für (leichtes) Gelände geeignet sind: Cyclocrosser (auch Radcross- oder Crossbike), Allroadbike und Gravelbike. Die Unterschiede liegen im Detail:

Das Crossrad

Die ältesten und etabliertesten „Rennräder“ mit Stollenreifen. Sie werden vornehmlich für Rennen verwendet, dabei werden durchaus anspruchsvolle Strecken befahren. Häufiges Auf- und Absteigen ist nötig. Das wichtige daran: Die Bikes sind für kurze Ausfahrten gemacht. Auf der aggressiven Geometrie will man nicht lange sitzen, sondern hart attackieren. Eine Stunde Vollgas – dafür sind die Räder gemacht. Die Reifen sind schmal, etwa 28-32 mm Breite sind der Standard. Für offizielle Cyclocross-Rennen dürfen sie nicht breiter als 33 mm sein. Gerade in Bezug auf Agilität und Beschleunigungsfähigkeit sind Cyclocrosser Gravelbikes um Längen voraus! Eher steiler Lenkwinkel, häufig Kontakt zur Zehenspitze möglich. Das Tretlager ist höher, um die Agilität zu steigern.

Einsatzgebiet Rennstrecke
# Einsatzgebiet Rennstrecke - hier fühlt sich das CX-Bike am wohlsten!

Das Gravelbike

Kennt inzwischen jeder – ebenfalls ein „Rennrad“ mit Stollenreifen. Der große Unterschied zum Crosser ist die Sitzposition: sie ist für lange Ausfahrten gemacht. Der Lenker ist deutlich höher durch einen größeren Stack am Rahmen. Der Komfort wird auch durch den Sitzwinkel positiv beeinflusst, ein wenig mehr Radstand erhöht die Laufruhe. Klar ist aber auch: Die komfortablere Sitzposition reduziert die Effizienz, das Gleiche gilt für die breiten Reifen. Je nachdem, wen man fragt, sind hier mindestens 40 mm und maximal sogar 55 mm angebracht. Vereinzelt werden 27,5″-Felgen mit über 50 mm breiten Reifen verbaut. Flacherer Lenkwinkel, keine Kollision von Fuß und Vorderrad. Ein tieferes Tretlager erhöht den Stack.

Mehr Reifenbreite erlaubt am Gravelbike weniger Luftdruck als am Crosser
# Mehr Reifenbreite erlaubt am Gravelbike weniger Luftdruck als am Crosser - das steigert den Komfort und die Traktion.
Bei Reifenfreiheit denken wir Mountainbiker gern: Mehr ist besser!
# Bei Reifenfreiheit denken wir Mountainbiker gern: Mehr ist besser! - An einem wirklich effizienz-getriebenen Bike ergibt sich hier aber ein deutlicher Zielkonflikt mit dem Q-Faktor, der hier bei Liteville zu Gunsten der Reifenfreiheit entschieden wurde.
Mit absenkbaren Sattelstützen, 55 mm Reifen und kurzhubigen Federgabeln mutieren die Gravelbikes mancher Hersteller zu kleinen Mountainbikes
# Mit absenkbaren Sattelstützen, 55 mm Reifen und kurzhubigen Federgabeln mutieren die Gravelbikes mancher Hersteller zu kleinen Mountainbikes - irgendwann ist das einzige Differenzierungsmerkmal die Form des Lenkers.

Das Allroadbike

Die wohl neueste Gattung in dieser Runde. Die Reifen sind weniger profiliert als bei den beiden anderen Kandidaten, die Sitzposition liegt irgendwo zwischen Cyclocross-Rad und Gravelbike. Soll heißen: So bequem, dass man es recht lange darauf aushält – aber eben immer noch auf Effizienz getrimmt. Bei der Reifenbreite liegt das Allroadbike eher im Bereich des Crossers, 28 bis 35 mm sind die Norm. Normalerweise keine Kollisionsgefahr von Vorderrad und Schuh, höchstens mit Schutzblechen.

Ist das Allroadbike vielleicht einfach das Rennrad der Zukunft?
# Ist das Allroadbike vielleicht einfach das Rennrad der Zukunft? - es geht einen Schritt weiter in Richtung Gelände als das Endurance-Rennrad, legt den Fokus aber noch klar auf die Straße.
Noch weniger Profil und wir sprechen vom Rennrad
# Noch weniger Profil und wir sprechen vom Rennrad - mit diesen Reifen eines Allroadbikes ist aber natürlich in leichtem Gelände recht rasch Schluss.
Aerodynamik ist am Rennrad ein großes Thema. Bei Allroadbikes geht es teilweise ebenfalls los.
# Aerodynamik ist am Rennrad ein großes Thema. Bei Allroadbikes geht es teilweise ebenfalls los. - Am Gravelbike haben sich auch schon Aero-Fans gefunden, aber ehrlich gesagt erscheint die Kombination aus Aero und Gravel etwas widersprüchlich.

Die Gemeinsamkeiten

Offensichtlich haben alle diese Bikes einen Rennlenker, der viele verschiedene Griffpositionen erlaubt. Sie haben inzwischen auch alle Scheibenbremsen, was bei Nässe und Matsch Vorteile bietet. Auch die Wahl der Reifenbreite ist mit Discs flexibler. 28″ sind bei allen Gattungen gesetzt, nur bei Bikes in Rahmengröße XS und stark auf Schotter ausgelegten Gravelbikes tauchen 27,5″-Felgen auf. Häufig haben die genannten Bikes einen 1fach-Antrieb. Vor allem am Allroadbike finden sich aber auch häufig 2x-Antriebe, die ein höheres Tempo erlauben. Die Reifen unterscheiden sich zwar in der Breite, weisen aber allesamt ein leichtes Profil auf.

Traumhafte Bedingungen im trockenen Herbstwald
# Traumhafte Bedingungen im trockenen Herbstwald - je nasser und matschiger es wird, desto mehr Profil wünscht man sich jedoch.
Schotter ist ja auch nicht gleich Schotter
# Schotter ist ja auch nicht gleich Schotter - dieser Forstweg beispielsweise rollt selbst mit dem Rennrad noch top.

Warum Rennlenker?

Was reizt uns als Mountainbiker am Rennlenker? Abgesehen davon, „mal was Neues“ auszuprobieren? Nun, ein Argument liegt auf der Hand: Geschwindigkeit. Der Rennlenker ist schmaler und positioniert Fahrer oder Fahrerin tiefer und stromlinienförmiger im Fahrtwind. Der Luftwiderstand sinkt und mit der gleichen Leistung ist eine höhere Geschwindigkeit drin. Da der Luftwiderstand recht früh der größte Fahrwiderstand ist, wird man allein durch den Lenker schon schneller. Je schmaler und tiefer der Lenker, desto größer der Vorteil. Riesig sind die Unterschiede zwischen unseren drei Kandidaten aber nicht – das Gravelbike mit seinem breitesten Lenker sorgt hier für den höchsten Luftwiderstand, aber auch für die größte Kontrolle. Entscheidend wird hier also, wie so häufig, der Einsatzbereich sein. Hier findest du mehr zum Thema Unterschied zwischen Rennrad-Lenker und Gravel-Lenker.

Cyclocross-Rennen erfreuen sich wie auch Gran Fondos immer größerer Beliebtheit
# Cyclocross-Rennen erfreuen sich wie auch Gran Fondos immer größerer Beliebtheit - und das obwohl sich die Wettkampfformate nicht stärker unterscheiden könnten. Beim Cyclocross wird auf engen und schnellen Kursen über eine Stunde Vollgas gegeben, bei Gran Fondos geht es meist auf längeren Strecken eher moderat zu.

Der Einsatzbereich

Wir greifen also zum Rennlenker, um schneller zu werden. Die schmalen Reifen passen gut dazu, die verringern nämlich auch den Luftwiderstand und – auf festem Grund – den Rollwiderstand. Bleibt nur noch eine Frage: Wo wollen wir damit schneller werden? Auf dem Trail? Dem Forstweg? Der Straße?

In grobem Schotter ist ein Gravelbike von Vorteil
# In grobem Schotter ist ein Gravelbike von Vorteil - wer schon einmal Mountainbike gefahren ist, wird aber auf solchem Untergrund sicher auf die Idee kommen, gleich zum Mountainbike zu greifen.

Achtung, Spoiler: Das mit der höheren Geschwindigkeit auf dem Trail könnt ihr euch in die Haare schmieren. Es sei denn, der Trail ist sehr glatt. In jedem anderen Fall, auf jedem Trail mit Wurzeln, Steinen, Stufen und solchen Sachen – da ist das Mountainbike zuhause. Also: für Trails müsst ihr euch kein Fahrrad mit Rennlenker kaufen. Auf dem Forstweg dagegen, da kann der Wunsch nach mehr Geschwindigkeit in Erfüllung gehen. Hier kann man nämlich in aerodynamischer Sitzposition sitzend kurbeln, Strecke machen. Das macht aber auch klar, dass das Crossrad mit seiner wenig komfortablen Haltung nicht der richtige Partner ist. Das Gravelbike schon, aber auch das Allroadbike kann auf Forststraßen punkten.

Geländegängig ist auch das Gravelbike nur in bedingtem Maße
# Geländegängig ist auch das Gravelbike nur in bedingtem Maße - je nach Selbstvertrauen kommt man auch damit schnell an seine Grenzen und wünscht sich einen Flatbar, noch mehr Gummi und eine Federgabel.
Einfache Trails lassen sich auch mit dem Allroadbike ohne Probleme befahren
# Einfache Trails lassen sich auch mit dem Allroadbike ohne Probleme befahren - wer genau hinschaut, kann aber auch erahnen, dass es hier schnell ordentlich Schläge ins Handgelenk gibt.

Wer dann auf der Straße fährt, der kann – so er empfänglich dafür ist – auch hier eine willkommene Überraschung erleben. Alle genannten Räder sind hier schnell, sehr schnell. Allen voran das Allroadbike, das schon mit den meisten Rennrädern mithalten kann. Diese direkte Kraftübertragung, die unmittelbare Beschleunigung, aus eigener Kraft in der Ebene 50 km/h fahren. Das macht man mit keinem Mountainbike, und das ist schon auch: Geil.

Auf Asphalt einfach mal durchbeschleunigen
# Auf Asphalt einfach mal durchbeschleunigen - und in Geschwindigkeitsregionen vorstoßen, die einem Mountainbike nicht möglich sind. Das geht mit einem Allroadbike sehr gut, fast so gut wie mit einem reinen Rennrad.

Machen wir es also kurz: Nur wer vornehmlich auch schlechtere, grob geschotterte Forststraßen fährt, der liegt mit dem Gravelbike richtig. Allerdings ist hier das Tempo so niedrig und der Komfort so wichtig, das man schon über ein Mountainbike nachdenken kann. Wer den Reiz der Geschwindigkeit auf der Straße entdeckt, aber eben auch unbesorgt über Kopfsteinpflaster und – zu eher geringem Anteil – über Schotterwege heizen will, der sollte sich ein Allroadbike anschauen. Es ist einfach nochmal eine Ecke schneller. Das Cyclocross-Bike ist ein Spezialist, den wahrscheinlich nur Renn-affine Biker*innen lieben und schätzen lernen. Dennoch scheint das Gravelbike gerade nicht zu stoppen. Warum?

Allroadbike oder Gravelbike?
# Allroadbike oder Gravelbike? - Wenn man mich fragt: Ganz klar das Allroadbike. Fürs Gelände habe ich nämlich ein Mountainbike.

Wieso Gravel?

Folgende These, warum das Gravelbike so immens erfolgreich und bei Mountainbikern beliebt ist: Es war das erste Fahrrad mit Unterlenker, das es uns Mountainbikern einfach macht, aufzusteigen. Die Vorbehalte gegenüber dem Rennrad löst es mit seinem coolen Image locker auf. Es steht für Freiheit und Abenteuer, beworben mit wilden Bärten, Lagerfeuer und endloser Wildnis. Viel weiter entfernt von rasierten Beinen, Doping und Rollentrainer könnte es nicht sein. All dem, was so manchen „beinharten“ Mountainbiker argwöhnisch aufs Rennrad blicken lässt. Gleichzeitig ist es eine verlockende Möglichkeit für Rennradfahrer*innen, mal ein wenig Geländeluft zu schnuppern. Außerdem: Kein Bike mit Rennlenker ist näher dran am Mountainbike als das Gravelbike. Die Reifenbreite, die Geometrie – da fühlt sich der und die durchschnittliche Mountainbiker*in gleich vertraut. Aber heißt das, dass das Gravelbike die beste Wahl für Mountainbiker ist? Ein cooles Image und eine einfache Umgewöhnung reichen?

Die Dropperpost ist am Gravelbike noch die Ausnahme
# Die Dropperpost ist am Gravelbike noch die Ausnahme - sie sorgt aber natürlich auch bei schmaleren Reifen für mehr Spielraum und Verspieltheit.

Sicher nicht. Meine Überzeugung: Wenn man sich schon ein Fahrrad mit Unterlenker kauft, dann darf das durchaus richtig anders sein. Dann soll das auch kein Kompromiss sein, der meinem Mountainbike noch relativ ähnlich ist. Durch den Unterlenker verliere ich ohnehin viel Kontrolle. Warum soll ich dann mit Dropperpost und 55 mm-Reifen versuchen, es doch noch Trail-tauglich zu machen? Daher war das Gravelbike, das mir bisher am besten gefallen hat, streng genommen kein Gravelbike: Das erste Rose Backroad (Zum Test: Rose Backroad 1Rose Backroad 2) war nämlich bei genauer Betrachtung eher ein Rennrad mit breiteren Reifen und einer anderen Übersetzung, lag also irgendwo zwischen Crosser und Allroadbike.

Seit ich mit dem Votec VRC ein Allroadbike ausprobiert habe, bin ich von dieser Gattung sehr überzeugt. Unter 8 kg und 32 mm-Reifen sorgen für ungekannte Geschwindigkeit auf der Straße, dennoch nimmt es einem Ausflüge über Schotter nicht krumm. Die momentan eher schwerer werdenden Gravelbikes dagegen erschließen sich mir weniger. Wenn ich wirklich auf grobem Schotter lange Strecken fahren will, dann nehme ich dafür ein Mountainbike. Der einzige objektive Vorteil eines Gravelbikes in dieser Disziplin ist der geringere Q-Faktor, der angenehmer zu treten ist – und die vielen Griffmöglichkeiten des Lenkers. Das macht aber auch klar: Die Grenzen sind fließend, denn es gibt ja auch Mountainbikes mit Rennlenker und Gravelbikes mit Flatbar.

Braucht man für Schotter gleich einen Bart und 50 mm Reifen?
# Braucht man für Schotter gleich einen Bart und 50 mm Reifen? - wenn es nur ein kurzer Ausflug ist, dann geht das wunderbar mit 32 mm Reifen und etwas aufmerksamer Fahrweise.
Gepäcktaschen lassen sich natürlich an jedem Bike montieren
# Gepäcktaschen lassen sich natürlich an jedem Bike montieren - das Thema Bikepacking bedeutet ja aber eigentlich immer lange Touren und passt deshalb besser zu den komfortablen Geometrien von Allroad- und Gravelbike.
Sitzkomfort erzeugen viele Rennräder am ehesten durch Sitzstreben und Sattelstützen
# Sitzkomfort erzeugen viele Rennräder am ehesten durch Sitzstreben und Sattelstützen - ein Grund, weshalb Teleskopstützen eher die Ausnahme sind.

Noch mehr Gattungen

Mit diesem Artikel wollen wir ein bisschen Orientierung schaffen – leider gibt es inzwischen so jeden Begriff, den man sich nur ausdenken kann. Gravel Racing. Ultra Endurance Bikepacking. Allroad Adventure. Aero Gravel. Off Road Touring. Da fällt mir ehrlich gesagt auch nichts mehr zu ein. Als Disclaimer zur oberen Sortierung muss man aber auch sagen: Die Grenzen verschwimmen, es ist nicht auszuschließen, dass der eine oder andere Hersteller die Geometrie einer Kategorie anders interpretiert. Daher in jeweils einem Satz nochmal die – aus unserer Sicht – sinnvolle Differenzierung:

  • Allroadbike Bequemeres, auf der Straße sehr schnelles Rennrad, das auch auf Schotter noch ok funktioniert.
  • Gravelbike Sehr bequemes, auf guten Forstwegen sehr schnelles Fahrrad, das auch auf der Straße noch ok funktioniert.
  • Cyclocross-Bike Renngerät für Matsch und Wiese.

Wer Lust hat, sich noch tiefer einzulesen, findet auch hier nebenan bei Rennrad-News.de eine Diskussion der unterschiedlichen Gattungen.
Zum Thema Gravel findest du hier alles rund um Gravel Bikes und hier zahlreiche Gravel Bike Tests.

Für wirklich lange Touren und groben Grund gibt es Bikes wie das Salsa Cutthroat
# Für wirklich lange Touren und groben Grund gibt es Bikes wie das Salsa Cutthroat - im Wesentlichen ein 29" Mountainbike mit Rennlenker und Starrgabel.
Im direkten Vergleich präsentiert sich das Gravelbike weniger geländegängig
# Im direkten Vergleich präsentiert sich das Gravelbike weniger geländegängig - dafür gibt es einen geringeren Luftwiderstand und einen schmaleren Q-Faktor.

Für mich persönlich soll ein Fahrrad mit Rennlenker nicht im Gefilde eines Mountainbikes wildern. Stattdessen soll es eine Rennmaschine sein, die mich bei Bedarf von A nach B beamt! Aber bitte mit ausreichend Komfort für lange Touren und eine Routenplanung mit ein wenig Schotter und Kopfsteinpflaster. Dieses Anforderungen erfüllt das Allroadbike eindeutig am besten. Im Vergleich erscheint mir das Gravelbike zu langsam und der Cyclocrosser zu unbequem.

Könnt ihr euch für Bikes mit Unterlenker begeistern? Welches Konzept erscheint euch am schlüssigsten?

  1. benutzerbild

    McDreck

    dabei seit 02/2020

    Vergiss die Sachs 3 x 7 nicht, vorne ein einzelnes Kettenblatt, hinten 7 Ritzel auf einer 3 Gang Nabe
    Gibt's im Prinzip auch wieder.
  2. benutzerbild

    ichliebebutter

    dabei seit 03/2021

    Servus!

    Ich nutze mal diesen Thread für meine Frage, weil es vielleicht ganz gut ins grobe Thema der Überschneidung zwischen MTB und Rennlenker passt:

    Ich habe vor kurzem auch nach Beratung hier ein Orbea Alma bestellt und werde es für die absehbare Zukunft als eierlegende Wollmilchsau nutzen - von kürzeren, sportlichen Trainingsfahrten auch auf Asphalt bis hin zu langen Tagestouren über Waldwege und Trails bis hin zu Bikepacking-Mehrtagestouren.

    Ich war die letzten Monate auf einem Fully MTB unterwegs, und war da abseits von Trails so gut wie nie mit den Händen an den MTB Griffen, sondern eigentlich immer an montierten Inner Barends. Auf Anstiegen finde ich die Position super, in der Ebene wünsche ich mir aber oft eine noch gestrecktere/liegendere Position.

    Was ist eurer Meinung nach für diesen Zweck das beste Upgrade bzw. die beste Konfiguration für einen MTB Lenker?

    Optionen, die mir bisher bekannt sind, sind z.B.:

    - Inner Barends und Thumbgrips:
    SQlab-Innerbarends-9.jpgTogs-2.jpg


    - vollwertige Aero Bars:
    115560-00-d-193666.jpg

    - "Mini-" Aero Bars wie hier von Ride Farr:
    RIDE-FARR-29-von-40.jpg



    Welche Optionen gibt es sonst? Was findet ihr gut und was schlecht?

    Meine naiven Gedanken ohne viel Ahnung von nichts:

    Stand jetzt hätte ich auf jeden Fall weiterhin gerne so etwas wie die Inner Barends als Standard Position abseits von rauem Terrain, wobei mir da so etwas wie die Daumengriffe wohl schon reichen würden.
    Für die gestreckte Aero-Position auf der Ebene fände ich einerseits "richtige" Aero-Bars nice. Ohne es je erlebt zu haben, stelle ich mir die Position auf den Aufliegern relativ bequem vor. Als Nachteil sehe ich das höhere Gewicht und die "Klobigkeit". Die Ride Farr Aufsätze bieten auch alternative Griffe und eine sportlichere Position, allerdings stelle ich mir die Position weniger bequem und weniger gestreckt vor, bzw. bin mir nicht sicher ob ich sie lange durchhalten würde.

    Ich hoffe der Thread passt für diese Frage und bin auf eure Anmerkungen und die Ausführungen, wieso ein MTB für diesen Zweck sowieso Schwachsinn ist, gespanntsmilie
  3. benutzerbild

    olev

    dabei seit 07/2008

    Ich habe mehrere 1000km mit Hardtail und Aero-Aufsatz hinter mir. Das funktioniert auf Langstrecke tipptopp und war für mich ohne Eingewöhnung sofort bequem. Theoretisch schränkt es die Manövrierfähigkeit nicht ein, praktisch irgendwie schon.

    Seit ich ein Gravelbike habe, bin ich jedoch nie mehr auf die Idee gekommen, an meinem Hardtail solche Hirschgeweihe zu montieren, weil ich nie mehr solche Strecken mit dem Hardtail gefahren bin.
  4. benutzerbild

    McDreck

    dabei seit 02/2020

    Ohne es je erlebt zu haben, stelle ich mir die Position auf den Aufliegern relativ bequem vor.
    Ist so. Speziell wenn der Gesamtstack hoch genug ist. Dann will man gar nicht mehr raus.
  5. benutzerbild

    anderson

    dabei seit 01/2002

    Servus!

    Ich nutze mal diesen Thread für meine Frage, weil es vielleicht ganz gut ins grobe Thema der Überschneidung zwischen MTB und Rennlenker passt:

    Ich habe vor kurzem auch nach Beratung hier ein Orbea Alma bestellt und werde es für die absehbare Zukunft als eierlegende Wollmilchsau nutzen - von kürzeren, sportlichen Trainingsfahrten auch auf Asphalt bis hin zu langen Tagestouren über Waldwege und Trails bis hin zu Bikepacking-Mehrtagestouren.

    Ich war die letzten Monate auf einem Fully MTB unterwegs, und war da abseits von Trails so gut wie nie mit den Händen an den MTB Griffen, sondern eigentlich immer an montierten Inner Barends. Auf Anstiegen finde ich die Position super, in der Ebene wünsche ich mir aber oft eine noch gestrecktere/liegendere Position.

    Was ist eurer Meinung nach für diesen Zweck das beste Upgrade bzw. die beste Konfiguration für einen MTB Lenker?

    Optionen, die mir bisher bekannt sind, sind z.B.:

    - Inner Barends und Thumbgrips:
    Anhang anzeigen 1262323Anhang anzeigen 1262324


    - vollwertige Aero Bars:
    Anhang anzeigen 1262318

    - "Mini-" Aero Bars wie hier von Ride Farr:
    Anhang anzeigen 1262319



    Welche Optionen gibt es sonst? Was findet ihr gut und was schlecht?

    Meine naiven Gedanken ohne viel Ahnung von nichts:

    Stand jetzt hätte ich auf jeden Fall weiterhin gerne so etwas wie die Inner Barends als Standard Position abseits von rauem Terrain, wobei mir da so etwas wie die Daumengriffe wohl schon reichen würden.
    Für die gestreckte Aero-Position auf der Ebene fände ich einerseits "richtige" Aero-Bars nice. Ohne es je erlebt zu haben, stelle ich mir die Position auf den Aufliegern relativ bequem vor. Als Nachteil sehe ich das höhere Gewicht und die "Klobigkeit". Die Ride Farr Aufsätze bieten auch alternative Griffe und eine sportlichere Position, allerdings stelle ich mir die Position weniger bequem und weniger gestreckt vor, bzw. bin mir nicht sicher ob ich sie lange durchhalten würde.

    Ich hoffe der Thread passt für diese Frage und bin auf eure Anmerkungen und die Ausführungen, wieso ein MTB für diesen Zweck sowieso Schwachsinn ist, gespanntsmilie

    Bei Lael Wilcox funktioniert scheinbar solch ein vollwärtiger Vorbau auf sehr langen Strecken gut.

    Ich sag mal, je höher der BMI, umso schlechter funzt sowas oder anders ausgedrückt, es muss noch ausreichend Platz zwischen Oberschenkel und Sixpack sein smilie

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