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Brendan Fairclough und sein Mechaniker Benoit Vergnaud standen uns Rede und Antwort
Brendan Fairclough und sein Mechaniker Benoit Vergnaud standen uns Rede und Antwort - Vorhang auf für den großen Bike Check mit Brendog!
Brendan Fairclough ist nicht nur extrem schnell, sondern auch extrem stylisch unterwegs
Brendan Fairclough ist nicht nur extrem schnell, sondern auch extrem stylisch unterwegs - oder umgekehrt? Egal, wie man's dreht: Der Brite ist sicherlich einer der spannendsten Fahrer seit der Erfindung des Geländeradsports.
Schwarz, Orange, Schrill: SOS!
Schwarz, Orange, Schrill: SOS! - das Scott Gambler 710 in Custom-Lackierung ist durchaus hübsch!
Selbst die Feder – eine ultraleichte FOX-Stahlfeder – passt perfekt zur Optik des Gamblers
Selbst die Feder – eine ultraleichte FOX-Stahlfeder – passt perfekt zur Optik des Gamblers - fehlt eigentlich nur noch ein orange eloxierter Montageständer ...
Wobei: Das mit der Farbe nehmen wir zurück
Wobei: Das mit der Farbe nehmen wir zurück - ein personalisierter Montageständer wäre selbst in Schweinchenrosa ziemlich cool.
Die Gstaad Bike World ist einer der Hauptsponsoren des Teams
Die Gstaad Bike World ist einer der Hauptsponsoren des Teams - und macht dementsprechend nicht nur einen Teil des Teamnamens aus, sondern ist auch auf dem Rahmen prominent vertreten.
Vor einigen Monaten haben wir das Scott Gambler 710 von Neko Mulallys Teamkollegen Brendan Fairclough genau unter die Lupe genommen
Vor einigen Monaten haben wir das Scott Gambler 710 von Neko Mulallys Teamkollegen Brendan Fairclough genau unter die Lupe genommen - und dank der zahlreichen Modifikationen am Rahmen ist die Geometrie des 29er-Experiments gar nicht so weit entfernt von der, die das Team im Downhill-Weltcup gefahren ist!
Je nach Strecke und Beobachtungen im Training wird die Zahl der Spacer unter dem Vorbau variiert und dafür die Gabelkronen weiter oben oder unten montiert
Je nach Strecke und Beobachtungen im Training wird die Zahl der Spacer unter dem Vorbau variiert und dafür die Gabelkronen weiter oben oder unten montiert - das sorgt dafür, dass sich das Gewicht Brendans weiter nach vorne oder hinten verlagert, ohne jedoch die Lenkerhöhe zu verändern.
In Leogang war das Team mit der hohen Tretlager-Einstellung unterwegs
In Leogang war das Team mit der hohen Tretlager-Einstellung unterwegs - auf der Strecke war es wichtig, häufig auch in langsamen, wurzeligen Passagen in die Pedale zu treten. Das 10 mm höhere Tretlager war dafür förderlich.
Brendan und Neko fahren beide die lange Kettenstreben-Einstellung
Brendan und Neko fahren beide die lange Kettenstreben-Einstellung - 440 mm misst der Hinterbau des Gamblers.
Auf der Antriebsseite wird die Hinterbaulänge per Flip Chip angepasst
Auf der Antriebsseite wird die Hinterbaulänge per Flip Chip angepasst - die kurze Variante eignet sich eher für Fahrer, die ein extrem wendiges Bike für niedrige Geschwindigkeiten wollen.
Passt nicht nur optisch perfekt zum Rad, sondern wiegt auch sehr wenig
Passt nicht nur optisch perfekt zum Rad, sondern wiegt auch sehr wenig - die SLS-Feder von FOX ist leichter als eine Titanfeder!
Brendan fährt hinten eine Federhärte von 525 lbs
Brendan fährt hinten eine Federhärte von 525 lbs - dazu kommen 11 Klicks High Speed-Druckstufe und 8 Klicks Low Speed-Druckstufe.
Auch die Einstellung des Rebounds ist in High- und Low Speed unterteilt
Auch die Einstellung des Rebounds ist in High- und Low Speed unterteilt - mit 4 Klicks High Speed-Rebound und 6 Klicks Low Speed-Rebound ist der Hinterbau des Gamblers von Brendan Fairclough deutlich langsamer und weicher abgestimmt als die Front.
Vorne kommt standesgemäß eine FOX 40 zum Einsatz
Vorne kommt standesgemäß eine FOX 40 zum Einsatz - diese ist sehr straff abgestimmt. Brendan fährt (fast) keinen Sag vorne und hat die Gabel sehr hart und schnell eingestellt.
80 psi Luftdruck, 8 von 9 Klicks Rebound, eine fast komplett offene High Speed-Druckstufe und eine fast komplett geschlossene Low Speed-Druckstufe sind die Kerndaten der Federgabel
80 psi Luftdruck, 8 von 9 Klicks Rebound, eine fast komplett offene High Speed-Druckstufe und eine fast komplett geschlossene Low Speed-Druckstufe sind die Kerndaten der Federgabel - an diesem Grundsetting verändert das Team relativ wenig.
Brendog oder Brendawg?
Brendog oder Brendawg? - Hauptsache #AllTheLads sind auch mit am Start!
Brendan und Neko sind seit einiger Zeit auf einer neuen Umlenkwippe unterwegs
Brendan und Neko sind seit einiger Zeit auf einer neuen Umlenkwippe unterwegs - diese sorgt für etwas mehr Progression im letzten Bereich des Federwegs und hilft dabei, noch mehr Performance aus dem Hinterbau des Gamblers zu kitzeln.
Links die Custom-Umlenkwippe am Bike von Brendan Fairclough ...
Links die Custom-Umlenkwippe am Bike von Brendan Fairclough ...
... und rechts die Standard-Umlenkwippe am Scott Gambler von Claudio Caluori.
... und rechts die Standard-Umlenkwippe am Scott Gambler von Claudio Caluori.
„Mein absoluter Lieblingsreifen, gar keine Frage!“
„Mein absoluter Lieblingsreifen, gar keine Frage!“ - Auf nahezu jeder Strecke greift Brendan Fairclough zu einem gecutteten Schwalbe Dirty Dan.
Eine typische Beschäftigung für Benoit
Eine typische Beschäftigung für Benoit - das Cutten der Reifen gehört für den Franzosen zum Tagesgeschäft.
Das Ergebnis des Reifenpeelings
Das Ergebnis des Reifenpeelings - weg ist sie, die Epidermis!
Trotz relativ niedrigem Reifendruck verzichtet Brendan Fairclough aktuell auf das ProCore-System von Schwalbe
Trotz relativ niedrigem Reifendruck verzichtet Brendan Fairclough aktuell auf das ProCore-System von Schwalbe - eine Entscheidung, die sein Mechaniker nicht unbedingt bejubelt.
Custom-Sticker mit dem eigenen Namen für die Naben?
Custom-Sticker mit dem eigenen Namen für die Naben? - Check!
Vor jedem Quali- und Rennlauf bekommt Brendan einen neuen Laufradsatz spendiert, der mit einer gehörigen Extraportion Liebe aufgebaut wird
Vor jedem Quali- und Rennlauf bekommt Brendan einen neuen Laufradsatz spendiert, der mit einer gehörigen Extraportion Liebe aufgebaut wird - in den Lagern wird ein sehr dünnes Schmieröl verwendet, damit die Reifen optimal rollen. Alles muss perfekt sein!
Der Dirty Dan ist der Reifen der Wahl für Brendan
Der Dirty Dan ist der Reifen der Wahl für Brendan - hier zeigt sich, dass das Vertrauen ins eigene Material absolut entscheidend ist.
Ein Blick auf das Cockpit von Brendan's Arbeitsgerät
Ein Blick auf das Cockpit von Brendan's Arbeitsgerät - Lenker und Vorbau kommen von Deity, die Griffe stammen aus seiner eigenen Signature-Edition von DMR.
Auch wenn Deity einige Carbon-Lenker im Programm hat vertraut Brendan auf einen 780 mm breiten Black Label-Lenker aus sogenanntem Aluminium
Auch wenn Deity einige Carbon-Lenker im Programm hat vertraut Brendan auf einen 780 mm breiten Black Label-Lenker aus sogenanntem Aluminium - die älteren User werden sich möglicherweise an dieses Retro-Material erinnern. Ein Carbon-Lenker wäre zwar steifer, aber eine höhere Steifigkeit muss nicht zwangsläufig zu mehr Traktion und Kontrolle führen.
Der Vorbau bietet eine Längenverstellung
Der Vorbau bietet eine Längenverstellung - Brendan fährt aber seit jeher mit einem 50 mm langen Vorbau.
Je nach Strecke wird die Anzahl der Spacer unter dem Vorbau angepasst
Je nach Strecke wird die Anzahl der Spacer unter dem Vorbau angepasst - wichtig ist dabei die Gesamtbalance auf dem Rad.
Wohl dem, der seine eigenen Produkte am Fahrrad verwenden kann
Wohl dem, der seine eigenen Produkte am Fahrrad verwenden kann - der von Brendan entwickelte DMR Death Grip in der dünnen Ausführung mit weicher Gummimischung sorgt für die Kontrolle auf dem Bike.
Links ein oranger Griff, rechts ein Griff in der Camo-Edition.
Links ein oranger Griff, rechts ein Griff in der Camo-Edition.
Und warum? Weil er's kann!
Und warum? Weil er's kann!
Interessanterweise sind für Brendan die Bremsen der wichtigste Aspekt seines Bikes
Interessanterweise sind für Brendan die Bremsen der wichtigste Aspekt seines Bikes - diese müssen vor allem eine konstante Leistung liefern.
Brendan vertraut auf die Shimano Saint-Vierkolbenbremse mit 200 mm großen Bremsscheiben
Brendan vertraut auf die Shimano Saint-Vierkolbenbremse mit 200 mm großen Bremsscheiben - und jeder Menge bunter Titanschrauben!
Auch die 165 mm langen Kurbeln stammen aus der Shimano Saint-Edition
Auch die 165 mm langen Kurbeln stammen aus der Shimano Saint-Edition - eine e13 LG1-Kettenführung sorgt für den nötigen Schutz des Kettenblatts.
Brendan ist einer der wenigen Fahrer, der konsequent auf Flats unterwegs ist
Brendan ist einer der wenigen Fahrer, der konsequent auf Flats unterwegs ist - ein eigenes Signature-Pedale zu haben hilft dabei natürlich auch!
Außen kommen klassische, sehr lange Pins zum Einsatz, in der Mitte der großen Plattform verwendet Brendan DMR Moto Pins
Außen kommen klassische, sehr lange Pins zum Einsatz, in der Mitte der großen Plattform verwendet Brendan DMR Moto Pins - auch wenn sie nicht so aussehen, stellen die kleinen Pins jede Chilischote in den Schatten. Scharf ist gar kein Ausdruck!
Ganz wichtig: Die letzte Rille des Death Grips muss genau mit den goldenen Standrohren der FOX 40 ausgerichtet sein
Ganz wichtig: Die letzte Rille des Death Grips muss genau mit den goldenen Standrohren der FOX 40 ausgerichtet sein - klingt komisch, ist aber so!
Velcro und Slapper Tape sorgen dafür, dass das Scott Gambler von Brendan so leise wie möglich ist
Velcro und Slapper Tape sorgen dafür, dass das Scott Gambler von Brendan so leise wie möglich ist - die Zeit der lauten, scheppernden Bikes ist endgültig vorbei. Gut so!
Die Bremsleitung und das Schaltkabel laufen nicht durch die dafür vorgesehene Zughalterung, sondern sind so kurz wie möglich gehalten
Die Bremsleitung und das Schaltkabel laufen nicht durch die dafür vorgesehene Zughalterung, sondern sind so kurz wie möglich gehalten - das spart nicht nur einige Gramm Gewicht, sondern sorgt auch dafür, dass kein Loch in die Startnummer geschnitten werden muss.
Gewichts- und Styletuning so weit das Auge reicht
Gewichts- und Styletuning so weit das Auge reicht - selbst an der Kurbel kommen Titanschrauben in der Rainbow-Edition zum Einsatz.
Wir lehnen uns aus dem Fenster: Wenn es Tinder für Fahrradteile geben würde ...
Wir lehnen uns aus dem Fenster: Wenn es Tinder für Fahrradteile geben würde ... - ... dann wären Rainbow-Titanschrauben und Klemmringe mit eingelaserter Unterschrift das perfekte Match. Wer swipet wen zu erst nach rechts?
Um die Kraft auf den Trail zu übertragen, kommt an Brendan's Rad mittlerweile eine abgespeckte Shimano XTR-Kassette zum Einsatz
Um die Kraft auf den Trail zu übertragen, kommt an Brendan's Rad mittlerweile eine abgespeckte Shimano XTR-Kassette zum Einsatz - 7 Gänge, geringes Gewicht und eine optimale Abstufung auch für flache Passagen.
Ein spezieller Spacer auf der Innenseite hält die Kassette auf Distanz
Ein spezieller Spacer auf der Innenseite hält die Kassette auf Distanz - hier war eine kreative Lösung gefragt.
Vorher war das Team auf einer kleineren, leichteren Shimano Dura Ace-Kassette unterwegs
Vorher war das Team auf einer kleineren, leichteren Shimano Dura Ace-Kassette unterwegs - die größere Bandbreite der neuen XTR-Kassette macht sich aber hinsichtlich der Zeiten positiv bemerkbar!
Keine Titanfeder, sondern ein Spezialspacer für die Kassette
Keine Titanfeder, sondern ein Spezialspacer für die Kassette - Ti-Springs.com bietet einige interessante Lösungen an!
Gewichtstuning so weit das Auge reicht
Gewichtstuning so weit das Auge reicht - die Streben des Sattels bestehen aus Carbon.
Ein frischer, neuer Helm für Brendan
Ein frischer, neuer Helm für Brendan - wie Ostern und Weihnachten an einem Tag für den Briten!
Schnell noch ein Foto für Freunde, Familie und Fans ...
Schnell noch ein Foto für Freunde, Familie und Fans ...
... und hoch damit!
... und hoch damit!
Brendan arbeitet aktuell an einem Film namens Death Grip
Brendan arbeitet aktuell an einem Film namens Death Grip - wir freuen uns tierisch drauf, denn kaum jemand ist auf dem Fahrrad so schön anzuschauen wie Brendog!

In der Liste der talentiertesten Mountainbiker, die es aktuell gibt, dürfte mit Sicherheit der Brite Brendan Fairclough ganz weit oben auftauchen. Egal ob Downhill-Weltcups, Red Bull Rampage oder Videoprojekt: Brendog ist stets mit einer ordentlichen Portion Style und verdammt schnell unterwegs. Wir haben das Scott Gambler 710 von Brendan Fairclough genau ausgecheckt. 

Brendan Fairclough und sein Mechaniker Benoit Vergnaud standen uns Rede und Antwort
# Brendan Fairclough und sein Mechaniker Benoit Vergnaud standen uns Rede und Antwort - Vorhang auf für den großen Bike Check mit Brendog!

Welcher Fahrer kann schon von sich behaupten, auf den härtesten Downhill-Strecken im Weltcup regelmäßig in die Top 10 zu fahren? Dazu mit beeindruckender Regelmäßigkeit Videosegmente abzuliefern, bei denen einem die Kinnlade runterklappt? Und als Sahnehäubchen zum Saisonausklang bei der Red Bull Rampage an den Start zu gehen – inklusive Backflip über einen Canyon? Brendan Fairclough gehört mit Sicherheit zu den spektakulärsten und talentiertesten Mountainbikern, die es aktuell gibt. Wir haben uns sein Arbeitsgerät – das Scott Gambler 710, auf dem er im Downhill-Weltcup an den Start geht, näher angeschaut und Brendog sowie seinen Mechaniker Benoit mit unseren Fragen gelöchert.

Brendan Fairclough ist nicht nur extrem schnell, sondern auch extrem stylisch unterwegs
# Brendan Fairclough ist nicht nur extrem schnell, sondern auch extrem stylisch unterwegs - oder umgekehrt? Egal, wie man's dreht: Der Brite ist sicherlich einer der spannendsten Fahrer seit der Erfindung des Geländeradsports.

Rahmen und Geometrie

Seit 2012 ist Brendan auf Scott unterwegs – klar, dass er im Weltcup zum Downhill-Flaggschiff Gambler 710 greift. Das schwarz-orange Geschoss in Speziallackierung wiegt 16,2 kg und hat 210 mm Federweg am Heck, die von einem FOX DHX2-Dämpfer mit oranger SLS-Stahlfeder kontrolliert werden. Obwohl Brendan „nur“ 180 cm misst, ist er auf dem Gambler-Rahmen in Größe XL unterwegs. In der letzten Saison sah man Brendan und dessen Gstaad-Scott-Teamkollege Neko Mulally noch auf L-Rahmen mit einem Steuersatz, der den Reach um 8 mm verlängert hat – die Zeiten sind nun dank des größeren Rahmens vorbei. Der XL-Rahmen, den das Team aktuell verwendet, ist 15 mm länger als der Rahmen in Größe L und hat einen Reach von 460 mm.

Schwarz, Orange, Schrill: SOS!
# Schwarz, Orange, Schrill: SOS! - das Scott Gambler 710 in Custom-Lackierung ist durchaus hübsch!
Selbst die Feder – eine ultraleichte FOX-Stahlfeder – passt perfekt zur Optik des Gamblers
# Selbst die Feder – eine ultraleichte FOX-Stahlfeder – passt perfekt zur Optik des Gamblers - fehlt eigentlich nur noch ein orange eloxierter Montageständer ...
Wobei: Das mit der Farbe nehmen wir zurück
# Wobei: Das mit der Farbe nehmen wir zurück - ein personalisierter Montageständer wäre selbst in Schweinchenrosa ziemlich cool.
Die Gstaad Bike World ist einer der Hauptsponsoren des Teams
# Die Gstaad Bike World ist einer der Hauptsponsoren des Teams - und macht dementsprechend nicht nur einen Teil des Teamnamens aus, sondern ist auch auf dem Rahmen prominent vertreten.

Der Scott Gambler-Rahmen bietet jede Menge Einstellmöglichkeiten, von denen das Team aber relativ wenig Gebrauch macht. Die Kettenstreben sind gesunde 440 mm lang, die Tretlagerhöhe liegt bei 343 mm in der niedrigen Einstellung bzw. je nach Strecke auch bei 353 mm in der hohen Einstellung. Die Grundeinstellung für den Lenkwinkel beträgt 62,4°, kann sich aber je nach Strecke auch ändern. „In Fort William haben wir im Training gesehen, dass Brendan zu sehr über dem Hinterrad hängt. Also war es unser Ziel, Brendan etwas zentraler auf dem Rad zu positionieren“, erklärt Brendan’s Mechaniker Benoit. “Deshalb haben wir die Gabelkronen etwas niedriger montiert. Dadurch wurde der Lenkwinkel etwas steiler und Brendan stand zentraler auf dem Bike. Damit er seine gewohnte Lenkerhöhe fährt, haben wir noch einen zusätzlichen Spacer unter den Vorbau gepackt.“ Allzu gravierende Veränderungen hinsichtlich der Geometrie nimmt das Team vor jedem Rennwochenende allerdings nicht vor. „Bevor ich irgendetwas verändere, mache ich auf jeden Fall zwei oder drei Abfahrten im Training“, so Brendan. „Die Strecke hier in Leogang ist zum Beispiel ziemlich flach und ich kenne sie gut aus den Vorjahren. Trotzdem teste ich hier erst Mal mein Grundsetup und diskutiere dann mit dem Team, was genau wir noch vor der Quali verändern.“

In der Vergangenheit war Brendan einige Male auch mit auffälligen Gabelkronen, die einen speziellen Offset hatten, unterwegs. Doch die Zeiten sind scheinbar für’s Erste vorbei. “Ich hab damals viel mit unterschiedlichen Offsets rumexperimentiert, aber wenn ich ehrlich sein soll bin ich nicht besonders gut im Rumexperimentieren. In der Off Season bin ich eigentlich nie auf meinem Downhiller unterwegs, sondern fast immer auf meinem Trailbike oder meinem Hardtail. Und während der Saison mache ich keine allzu großen Experimente. Ich gewöhne mich sehr schnell an eine neue Einstellung wie zum Beispiel einen geänderten Offset der Federgabel.“ Der Haken an der Sache: Das, was sich besser anfühlt, ist nicht zwangsweise schneller. „Letzten Endes geht es für mich als Rennfahrer darum, das schnellste Setup zu finden und mich daran so gut es geht zu gewöhnen.“

Vor einigen Monaten haben wir das Scott Gambler 710 von Neko Mulallys Teamkollegen Brendan Fairclough genau unter die Lupe genommen
# Vor einigen Monaten haben wir das Scott Gambler 710 von Neko Mulallys Teamkollegen Brendan Fairclough genau unter die Lupe genommen - und dank der zahlreichen Modifikationen am Rahmen ist die Geometrie des 29er-Experiments gar nicht so weit entfernt von der, die das Team im Downhill-Weltcup gefahren ist!
Je nach Strecke und Beobachtungen im Training wird die Zahl der Spacer unter dem Vorbau variiert und dafür die Gabelkronen weiter oben oder unten montiert
# Je nach Strecke und Beobachtungen im Training wird die Zahl der Spacer unter dem Vorbau variiert und dafür die Gabelkronen weiter oben oder unten montiert - das sorgt dafür, dass sich das Gewicht Brendans weiter nach vorne oder hinten verlagert, ohne jedoch die Lenkerhöhe zu verändern.
In Leogang war das Team mit der hohen Tretlager-Einstellung unterwegs
# In Leogang war das Team mit der hohen Tretlager-Einstellung unterwegs - auf der Strecke war es wichtig, häufig auch in langsamen, wurzeligen Passagen in die Pedale zu treten. Das 10 mm höhere Tretlager war dafür förderlich.
Brendan und Neko fahren beide die lange Kettenstreben-Einstellung
# Brendan und Neko fahren beide die lange Kettenstreben-Einstellung - 440 mm misst der Hinterbau des Gamblers.
Auf der Antriebsseite wird die Hinterbaulänge per Flip Chip angepasst
# Auf der Antriebsseite wird die Hinterbaulänge per Flip Chip angepasst - die kurze Variante eignet sich eher für Fahrer, die ein extrem wendiges Bike für niedrige Geschwindigkeiten wollen.

Auch wenn beide ein extrem feines Gespür für unterschiedliche Setups und Komponenten haben, schiebt Brendan seinem Teamkollegen Neko die Rolle des Testers und Tüftlers zu: „Neko und ich sind in der Hinsicht ziemlich unterschiedlich. Er liebt das Testen und die ganzen Geometrie-Details – das finde ich sehr cool und ich versuche in letzter Zeit auch mehr, in die Richtung zu machen.“

Fahrwerk und Setup

Hinsichtlich des Fahrwerks vertraut Brendan seit einigen Federgabeln und Dämpfern von FOX. Vorne kommt in seinem Gambler 710 eine FOX 40 zum Einsatz, hinten wird der Federweg von einem FOX DHX2-Dämpfer kontrolliert. Brendan und sein Teamkollege Neko waren letztes Jahr noch auf dem Luftdämpfer unterwegs. In dieser Saison vertraut Brendan wieder einem Stahlfederdämpfer – allerdings mit einer ultraleichten, orangen FOX 525 lbs SLS-Feder. Das Kürzel SLS steht für „Super Light Steel“ – die Federn sind leichter als Titanfedern und gleichzeitig günstiger.

Passt nicht nur optisch perfekt zum Rad, sondern wiegt auch sehr wenig
# Passt nicht nur optisch perfekt zum Rad, sondern wiegt auch sehr wenig - die SLS-Feder von FOX ist leichter als eine Titanfeder!
Brendan fährt hinten eine Federhärte von 525 lbs
# Brendan fährt hinten eine Federhärte von 525 lbs - dazu kommen 11 Klicks High Speed-Druckstufe und 8 Klicks Low Speed-Druckstufe.
Auch die Einstellung des Rebounds ist in High- und Low Speed unterteilt
# Auch die Einstellung des Rebounds ist in High- und Low Speed unterteilt - mit 4 Klicks High Speed-Rebound und 6 Klicks Low Speed-Rebound ist der Hinterbau des Gamblers von Brendan Fairclough deutlich langsamer und weicher abgestimmt als die Front.
Vorne kommt standesgemäß eine FOX 40 zum Einsatz
# Vorne kommt standesgemäß eine FOX 40 zum Einsatz - diese ist sehr straff abgestimmt. Brendan fährt (fast) keinen Sag vorne und hat die Gabel sehr hart und schnell eingestellt.
80 psi Luftdruck, 8 von 9 Klicks Rebound, eine fast komplett offene High Speed-Druckstufe und eine fast komplett geschlossene Low Speed-Druckstufe sind die Kerndaten der Federgabel
# 80 psi Luftdruck, 8 von 9 Klicks Rebound, eine fast komplett offene High Speed-Druckstufe und eine fast komplett geschlossene Low Speed-Druckstufe sind die Kerndaten der Federgabel - an diesem Grundsetting verändert das Team relativ wenig.
Brendog oder Brendawg?
# Brendog oder Brendawg? - Hauptsache #AllTheLads sind auch mit am Start!

In der Federgabel fährt Brendan, der 75 kg wiegt, einen Luftdruck von 80 psi und lässt den Rebound mit 8 Klicks (von insgesamt 9 möglichen) fast komplett offen, sodass die Gabel extrem schnell wieder hoch im Federweg steht. Dazu kommen eine mit 20 von 22 Klicks fast komplett offene High Speed-Druckstufe und mit 8 von 26 möglichen Klicks relativ weit geschlossene Low Speed-Druckstufe. Sprich: Die Gabel steht hoch im Federweg und fühlt sich auf kleinen Schlägen sehr hart an, gibt aber auf härteren Einschlägen den Federweg frei. Der Dämpfer hingegen ist deutlich langsamer und weicher abgestimmt. Die wichtigste Daten des Dämpfers: 11 Klicks High Speed-Druckstufe, 8 Klicks Low Speed-Druckstufe, 4 Klicks High Speed-Rebound und 6 Klicks Low Speed-Rebound.

Testet man das Bike von Brendan auf einem Parkplatz seiner Wahl, fällt auf, dass die Federung recht unbalanciert wirkt. Während der Dämpfer vergleichsweise weich und langsam eingestellt ist, fährt Brendan die Gabel (fast) bretthart und mit relativ wenig Sag. Dieses unausgewogene Setup ist durch seinen Fahrstil und seine persönliche Vorliebe bedingt: Brendan fährt häufig weit über dem Hinterrad und mag das Gefühl einer Federgabel, die zu niedrig im Federweg steht oder auf harten Schlägen durchschlägt, ganz und gar nicht. „Wir haben ein Basis-Setup, mit dem wir ins Rennwochenende starten. Ich verschaffe mir einen Eindruck von der Strecke, mache ein paar Testabfahrten – und vielleicht ändern wir das Setup dann um ein, zwei Klicks. Ich versuche, nicht allzu oft zu den Jungs vom FOX Race Support zu gehen – wenn das Wochenende für mich richtig gut läuft, sehen die mich eigentlich gar nicht“, beschreibt Brendan seine Vorgehensweise. „Ich gehe hin und wieder mal rüber zu FOX, um zu plaudern, etwas Feedback zu geben und so. Aber ich versuche, am Fahrwerk im Verlauf des Wochenendes so wenig wie möglich zu verändern.“

Brendan und Neko sind seit einiger Zeit auf einer neuen Umlenkwippe unterwegs
# Brendan und Neko sind seit einiger Zeit auf einer neuen Umlenkwippe unterwegs - diese sorgt für etwas mehr Progression im letzten Bereich des Federwegs und hilft dabei, noch mehr Performance aus dem Hinterbau des Gamblers zu kitzeln.
Links die Custom-Umlenkwippe am Bike von Brendan Fairclough ...
# Links die Custom-Umlenkwippe am Bike von Brendan Fairclough ...
... und rechts die Standard-Umlenkwippe am Scott Gambler von Claudio Caluori.
# ... und rechts die Standard-Umlenkwippe am Scott Gambler von Claudio Caluori.

Eine Änderung, die zumindest auf den zweiten Blick auffällt, ist die Umlenkwippe des Dämpfers. Hier experimentiert das Team viel herum und fährt aktuell eine Prototypen-Wippe, die für etwas mehr Progression sorgt. „Für 99 % aller Fahrer ist die normale Umlenkwippe genau richtig. Wir bewegen uns im Weltcup aber durchgehend im Grenzbereich und das Material wird bis ans Limit gepusht. Und die Strecken im Weltcup sind nicht ohne … Durch die neue Umlenkwippe ist der Hinterbau etwas progressiver. Das hat unseren Gambler noch mal etwas schneller gemacht.“

Im Gegensatz zu Brendan vertraut dessen Teamkollege Neko Mulally dem FOX Float X2-Luftdämpfer. „Was das Testen und das Finetuning anbelangt, ist Neko eindeutig der Boss. Sein Luftdämpfer fühlt sich eigentlich genauso gut an wie mein Stahlfederdämpfer und ist dazu auch noch deutlich leichter“, kommentiert Brendan. Aber: Dabei dürfe man nicht vergessen, dass Neko auf Klickpedalen und Brendan traditionsgemäß auf Flats unterwegs sei und beide einen unterschiedlichen Fahrstil hätten. Das Fahrwerk von Brendans Bike ist etwas unbalancierter und der Dämpfer ist auffällig langsam. Neko, der einen deutlich zentraleren Fahrstil hat und eingeklickt unterwegs ist, kann hingegen ohne Probleme zum Luftdämpfer mit einem schnelleren und härteren Setup greifen – der Unterschied liegt bekanntlich in den kleinen Details.

Laufräder und Reifen

Das gesamte Gstaad-Scott-Team ist auf Schwalbe-Reifen und Laufrädern von Syncros unterwegs. Je nach Strecke werden Syncros Aluminium-Felgen mit 26 mm Innenbreite oder 30 mm Innenbreite verwendet. „In Fort William haben wir zu den breiten Felgen gegriffen, weil dadurch der Reifen ein weniger rundes und flacheres Profil bekommt – das hat sehr geholfen, die richtig harten Einschläge, die es dort ständig gibt, besser zu absorbieren. Im Vergleich zu vielen anderen Teams hatten wir dadurch deutlich weniger Probleme mit kaputten Felgen“, freut sich Mechaniker Benoit. Und weiter führt er aus: „In Leogang greifen wir zu den Felgen mit 26 mm Innenbreite. Die sind etwas leichter, aber vor allem machen wir das, weil dadurch der Reifen ein runderes Profil bekommt und schneller rollt.“

Auf das Material der Felgen angesprochen zeigt sich Benoit nicht unbedingt begeistert von Laufrädern aus Carbon: „Carbon-Laufräder? Puh … Sie sehen cool aus, keine Frage! Ich fahre selbst auch welche an meinem Trailbike. Aber für ein Downhill-Rennen sind Carbon-Felgen meiner Meinung nach viel zu steif. Man muss das Laufrad als System betrachten. Wir sind die ganze Zeit auf der Suche nach dem Maximum an Traktion und wir fahren eine relativ niedrige Speichenspannung, damit das Laufrad besser dem Untergrund folgt. Mit Aluminium-Felgen geht das problemlos, mit Felgen aus Carbon eher nicht. Und wo sich eine Aluminium-Felge verbiegt, zerspringt eine Carbon-Felge in tausend Stücke.“ Klare Worte zum Thema Carbon-Laufräder.

„Mein absoluter Lieblingsreifen, gar keine Frage!“
# „Mein absoluter Lieblingsreifen, gar keine Frage!“ - Auf nahezu jeder Strecke greift Brendan Fairclough zu einem gecutteten Schwalbe Dirty Dan.
Eine typische Beschäftigung für Benoit
# Eine typische Beschäftigung für Benoit - das Cutten der Reifen gehört für den Franzosen zum Tagesgeschäft.
Das Ergebnis des Reifenpeelings
# Das Ergebnis des Reifenpeelings - weg ist sie, die Epidermis!

In nahezu jeder Situation vertraut Brendan auf gecuttete Dirty Dan-Matschreifen von Schwalbe. „Der runtergeschnittene Dirt Dan ist mein absoluter Lieblingsreifen, gar keine Frage! Ich liebe ihn einfach. Selbst wenn’s trocken ist, fahre ich ihn vorne und hinten!“, zeigt sich Brendan begeistert vom Schwalbe-Reifen. Im Prinzip bietet Schwalbe mit dem Magic Mary einen Reifen an, der dem getrimmten Dirty Dan schon recht nahe kommt und dazu auf trockenen Strecken in der Theorie besser funktionieren sollte. Für Brendan funktioniert der gecuttete Dirty Dan aber selbst hier besser: „Ich kenne den Dirty Dan mittlerweile in- und auswendig. Dadurch weiß ich ganz genau, wann er sich wie verhalten wird. Der Dirty Dan rutscht etwas mehr als der Magic Mary, aber dafür kündigt sich der absolute Grenzbereich besser an.“

Trotz relativ niedrigem Reifendruck verzichtet Brendan Fairclough aktuell auf das ProCore-System von Schwalbe
# Trotz relativ niedrigem Reifendruck verzichtet Brendan Fairclough aktuell auf das ProCore-System von Schwalbe - eine Entscheidung, die sein Mechaniker nicht unbedingt bejubelt.
Custom-Sticker mit dem eigenen Namen für die Naben?
# Custom-Sticker mit dem eigenen Namen für die Naben? - Check!
Vor jedem Quali- und Rennlauf bekommt Brendan einen neuen Laufradsatz spendiert, der mit einer gehörigen Extraportion Liebe aufgebaut wird
# Vor jedem Quali- und Rennlauf bekommt Brendan einen neuen Laufradsatz spendiert, der mit einer gehörigen Extraportion Liebe aufgebaut wird - in den Lagern wird ein sehr dünnes Schmieröl verwendet, damit die Reifen optimal rollen. Alles muss perfekt sein!
Der Dirty Dan ist der Reifen der Wahl für Brendan
# Der Dirty Dan ist der Reifen der Wahl für Brendan - hier zeigt sich, dass das Vertrauen ins eigene Material absolut entscheidend ist.

Vorne fährt Brendan mit einem Reifendruck von 1,5 bar, hinten hingegen knapp 1,9 bar – ein recht großer Unterschied, der dadurch zustande kommt, dass Brendan weit über dem Hinterrad fährt und dementsprechend auch hinten einen deutlich höheren Reifendruck fahren muss. Je nach Strecke wählt das Team gelegentlich einen (noch) etwas niedrigeren Reifendruck. Aktuell ist Brendan wieder ohne das ProCore-System von Schwalbe unterwegs, auch wenn sich sein Mechaniker Benoit darüber wenig erfreut zeigt: „Als er mir gesagt hat, dass er zurück auf ein normales Tubeless-Setup wechseln will, hab ich ihn gefragt: ‘Gibt’s dafür einen Grund?’. Und er hat geantwortet: ‘Nicht wirklich. Ich mag das Gefühl etwas lieber.‘ Mit der Entscheidung bin ich nicht zu 100 % einverstanden. Die Schwalbe-Reifen harmonieren sehr gut mit den Laufrädern, die wir verwenden, sodass wir auch ohne ProCore sehr wenige Probleme mit Defekten haben. In Fort William hätte uns ProCore aber mit Sicherheit die ein oder andere Felge gerettet.“

Der Rest vom Schützenfest

Was ist noch cooler, als für ein Factory-Team im Weltcup zu fahren und kostenlos die neuesten Komponenten für sein Fahrrad zu bekommen? Richtig: Seine eigene Signature-Line zu haben! Am Ende des auf 780 mm gekürzten Deity Black Label-Lenkers mit 25 mm Rise befinden sich die von Brendan entwickelten DMR Death Grip-Griffe. Der Griff ist in vier verschiedenen Farben, zwei Durchmessern und zwei verschiedenen Gummimischungen erhältlich. Brendan hat sich für die dünneren Death Grips mit einem Durchmesser von 29,8 mm in der weichen Gummimischung entschieden. Der Vorbau, der wie der Lenker von Deity kommt, lässt sich theoretisch in der Länge variieren. In der Praxis fährt Brendan aber konsequent eine Länge von 50 mm.

Ein Blick auf das Cockpit von Brendan's Arbeitsgerät
# Ein Blick auf das Cockpit von Brendan's Arbeitsgerät - Lenker und Vorbau kommen von Deity, die Griffe stammen aus seiner eigenen Signature-Edition von DMR.
Auch wenn Deity einige Carbon-Lenker im Programm hat vertraut Brendan auf einen 780 mm breiten Black Label-Lenker aus sogenanntem Aluminium
# Auch wenn Deity einige Carbon-Lenker im Programm hat vertraut Brendan auf einen 780 mm breiten Black Label-Lenker aus sogenanntem Aluminium - die älteren User werden sich möglicherweise an dieses Retro-Material erinnern. Ein Carbon-Lenker wäre zwar steifer, aber eine höhere Steifigkeit muss nicht zwangsläufig zu mehr Traktion und Kontrolle führen.
Der Vorbau bietet eine Längenverstellung
# Der Vorbau bietet eine Längenverstellung - Brendan fährt aber seit jeher mit einem 50 mm langen Vorbau.
Je nach Strecke wird die Anzahl der Spacer unter dem Vorbau angepasst
# Je nach Strecke wird die Anzahl der Spacer unter dem Vorbau angepasst - wichtig ist dabei die Gesamtbalance auf dem Rad.
Wohl dem, der seine eigenen Produkte am Fahrrad verwenden kann
# Wohl dem, der seine eigenen Produkte am Fahrrad verwenden kann - der von Brendan entwickelte DMR Death Grip in der dünnen Ausführung mit weicher Gummimischung sorgt für die Kontrolle auf dem Bike.
Links ein oranger Griff, rechts ein Griff in der Camo-Edition.
# Links ein oranger Griff, rechts ein Griff in der Camo-Edition.
Und warum? Weil er's kann!
# Und warum? Weil er's kann!

Was die Bremsen angeht, ist Brendan sehr wählerisch. Auf die Frage, was für ihn der wichtigste Aspekt seines Scott Gamblers sei, schießt das Wort „Bremsen“ sofort aus der Faircloughschen Pistole – und nicht etwa Geometrie oder Fahrwerk. „Meine Bremsen müssen von oben bis unten einen konstanten Druckpunkt haben. Die reine Bremsleistung ist dabei gar nicht der entscheidende Faktor. Aber die Bremse muss absolut konstant sein!“ Brendan vertraut auf das Vierkolben-Flaggschiff Saint von Shimano, dazu kommen vorne und hinten 200 mm große Shimano Saint-Bremsscheiben – übrigens ohne ICE Technology – zum Einsatz.

Interessanterweise sind für Brendan die Bremsen der wichtigste Aspekt seines Bikes
# Interessanterweise sind für Brendan die Bremsen der wichtigste Aspekt seines Bikes - diese müssen vor allem eine konstante Leistung liefern.
Brendan vertraut auf die Shimano Saint-Vierkolbenbremse mit 200 mm großen Bremsscheiben
# Brendan vertraut auf die Shimano Saint-Vierkolbenbremse mit 200 mm großen Bremsscheiben - und jeder Menge bunter Titanschrauben!
Auch die 165 mm langen Kurbeln stammen aus der Shimano Saint-Edition
# Auch die 165 mm langen Kurbeln stammen aus der Shimano Saint-Edition - eine e13 LG1-Kettenführung sorgt für den nötigen Schutz des Kettenblatts.
Brendan ist einer der wenigen Fahrer, der konsequent auf Flats unterwegs ist
# Brendan ist einer der wenigen Fahrer, der konsequent auf Flats unterwegs ist - ein eigenes Signature-Pedale zu haben hilft dabei natürlich auch!
Außen kommen klassische, sehr lange Pins zum Einsatz, in der Mitte der großen Plattform verwendet Brendan DMR Moto Pins
# Außen kommen klassische, sehr lange Pins zum Einsatz, in der Mitte der großen Plattform verwendet Brendan DMR Moto Pins - auch wenn sie nicht so aussehen, stellen die kleinen Pins jede Chilischote in den Schatten. Scharf ist gar kein Ausdruck!

Für die Kraftübertragung von den Beinen über’s Hinterrad auf den Trail sind ebenfalls Shimano Saint-Anbauteile verantwortlich. Die Saint-Kurbeln sind 165 mm kurz und mit einem 36 Zähne großen Kettenblatt ausgestattet, auch beim Schaltwerk vertraut Brendan auf das bewährte und haltbare Saint-Schaltwerk. Eine e13 LG1-Kettenführung sorgt dafür, dass Brendan nicht ins Leere tritt. Die Pedale stammen ebenfalls aus der Brendan Fairclough Signature-Edition von DMR: Die riesige, mattschwarze Plattform basiert auf dem beliebten Vault-Pedal und hat als besondere Note noch die Unterschrift von Brendan höchstpersönlich in den Pedalkörper gelasert. Damit Brendan selbst auf den ruppigsten Strecken nicht den Grip auf den Pedalen verliert, fährt er nicht nur ausgesprochen lange Pins, sondern dazu auch noch jeweils zwei sogenannte Moto Pins auf der Innen- und Außenseite des Pedals. Diese haben – abgesehen vom Material – sehr viele Gemeinsamkeiten mit Sekundenkleber: Bieten bombastischen Halt, eine kleine Menge ist extrem wirksam und der Kontakt mit Haut sollte dringend vermieden werden.

Der Teufel steckt im Detail

Auch wenn Brendan von sich selbst behauptet, sich extrem schnell an neues Material zu gewöhnen und am liebsten selbst Rad fährt, statt neue Teile und Setups zu testen, ist er recht wählerisch und legt großen Wert auf Kleinigkeiten – der Teufel steckt wie immer im Detail. So müssen zum Beispiel der Abstand zwischen Griff und Bremshebel bei 23 mm liegen und die unterste Linie seiner Griffe den gleichen Winkel wie die Federgabel haben, damit sich Brendan wohl fühlt. Brendan’s Mechaniker Benoit legt natürlich auch großen Wert auf die kleinen Details und steckt extrem viel Liebe in das Scott Gambler 710.

Ganz wichtig: Die letzte Rille des Death Grips muss genau mit den goldenen Standrohren der FOX 40 ausgerichtet sein
# Ganz wichtig: Die letzte Rille des Death Grips muss genau mit den goldenen Standrohren der FOX 40 ausgerichtet sein - klingt komisch, ist aber so!
Velcro und Slapper Tape sorgen dafür, dass das Scott Gambler von Brendan so leise wie möglich ist
# Velcro und Slapper Tape sorgen dafür, dass das Scott Gambler von Brendan so leise wie möglich ist - die Zeit der lauten, scheppernden Bikes ist endgültig vorbei. Gut so!
Die Bremsleitung und das Schaltkabel laufen nicht durch die dafür vorgesehene Zughalterung, sondern sind so kurz wie möglich gehalten
# Die Bremsleitung und das Schaltkabel laufen nicht durch die dafür vorgesehene Zughalterung, sondern sind so kurz wie möglich gehalten - das spart nicht nur einige Gramm Gewicht, sondern sorgt auch dafür, dass kein Loch in die Startnummer geschnitten werden muss.
Gewichts- und Styletuning so weit das Auge reicht
# Gewichts- und Styletuning so weit das Auge reicht - selbst an der Kurbel kommen Titanschrauben in der Rainbow-Edition zum Einsatz.
Wir lehnen uns aus dem Fenster: Wenn es Tinder für Fahrradteile geben würde ...
# Wir lehnen uns aus dem Fenster: Wenn es Tinder für Fahrradteile geben würde ... - ... dann wären Rainbow-Titanschrauben und Klemmringe mit eingelaserter Unterschrift das perfekte Match. Wer swipet wen zu erst nach rechts?

Ein Beispiel hierfür ist die Kassette. Gstaad-Scott wird von Shimano gesponsort, die bekanntlich keine dedizierte Downhill-Kassette anbieten. Gleichzeitig schreibt die UCI vor, dass eine Kassette mindestens sieben Gänge haben muss. Deshalb hat das Team zunächst zu einer ultraleichten Shimano Dura Ace 11-fach-Kassette gegriffen und die vier größten Ritzel gegen einen Spacer von Ti-Springs.com ausgetauscht. Das Resultat war eine extrem leichte Kassette mit sechs Ritzeln aus Titan und einer Abstufung von elf bis 19 Zähnen. Auf flachen Strecken mit technischen Passagen, wo man mit hoher Frequenz rauspedalieren muss, ist die Abstufung jedoch zu stramm. In Leogang hat Benoit deshalb kurzerhand eine auf sieben Gänge reduzierte Shimano XTR 11-25-Kassette montiert, die für den nötigen Vortrieb gesorgt hat. Damit das Rad während der Fahrt so leise möglich ist, sind die Kettenstreben mit Velcro und Slapper Tape abgeklebt.

Um die Kraft auf den Trail zu übertragen, kommt an Brendan's Rad mittlerweile eine abgespeckte Shimano XTR-Kassette zum Einsatz
# Um die Kraft auf den Trail zu übertragen, kommt an Brendan's Rad mittlerweile eine abgespeckte Shimano XTR-Kassette zum Einsatz - 7 Gänge, geringes Gewicht und eine optimale Abstufung auch für flache Passagen.
Ein spezieller Spacer auf der Innenseite hält die Kassette auf Distanz
# Ein spezieller Spacer auf der Innenseite hält die Kassette auf Distanz - hier war eine kreative Lösung gefragt.
Vorher war das Team auf einer kleineren, leichteren Shimano Dura Ace-Kassette unterwegs
# Vorher war das Team auf einer kleineren, leichteren Shimano Dura Ace-Kassette unterwegs - die größere Bandbreite der neuen XTR-Kassette macht sich aber hinsichtlich der Zeiten positiv bemerkbar!
Keine Titanfeder, sondern ein Spezialspacer für die Kassette
# Keine Titanfeder, sondern ein Spezialspacer für die Kassette - Ti-Springs.com bietet einige interessante Lösungen an!
Gewichtstuning so weit das Auge reicht
# Gewichtstuning so weit das Auge reicht - die Streben des Sattels bestehen aus Carbon.

Für die Qualifikation und den Rennlauf bekommt Brendan zusätzlich jedes Mal einen neuen Laufradsatz spendiert. „In die Laufräder stecke ich beim Aufbau besonders viel Liebe“, so Benoit. Bedeutet in der Praxis: Alle Teile sind brandneu, das Fett in den Lagern wird gegen ein sehr dünnes Schmieröl ausgetauscht, damit die Laufräder besonders gut rollen. Die letzte Trainingsabfahrt vor der Quali und dem Rennen absolviert Brendan dann auf dem Spezial-Laufradsatz, um zu testen, ob wirklich alles perfekt sitzt. „Das Ziel ist es zunächst einmal, überhaupt ins Ziel zu kommen. In der Testfahrt vor dem Rennen versichern wir uns, dass Brendan im Finale keine Probleme mit dem Material haben wird.“

Am Setup wird gleichwohl vor den entscheidenden Läufen nichts mehr verändert – dafür ist das Training da. Sollte sich Regen ankündigen, wird das Arbeitsgerät von Brendan zusätzlich mit sehr viel Moto Foam präpariert, damit sich insbesondere um den Dämpfer rum kein Schmutz sammeln kann. Zusätzlich wird das Scott Gambler 710 zumindest vor den Qualifikations- und Rennläufen großzügig mit Silikonspray eingesprüht, damit kein Matsch am Bike haften kann. Und nicht nur für weitere Gewichtsersparnis, sondern auch für den maximalen Bling-Faktor sorgen die insgesamt 31 Titanschrauben an Brendan’s Gambler – selbstredend in der Rainbow-Edition. Die muss man sich, genauso wie die restlichen Teile, aber erst Mal erarbeiten. Mit jeder Menge Style, Geschwindigkeit und Freude am Fahren.

Ein frischer, neuer Helm für Brendan
# Ein frischer, neuer Helm für Brendan - wie Ostern und Weihnachten an einem Tag für den Briten!
Schnell noch ein Foto für Freunde, Familie und Fans ...
# Schnell noch ein Foto für Freunde, Familie und Fans ...
... und hoch damit!
# ... und hoch damit!
Brendan arbeitet aktuell an einem Film namens Death Grip
# Brendan arbeitet aktuell an einem Film namens Death Grip - wir freuen uns tierisch drauf, denn kaum jemand ist auf dem Fahrrad so schön anzuschauen wie Brendog!

Weitere Informationen

Website: www.gstaad-scott.com
Text & Redaktion: Moritz Zimmermann | MTB-News.de 2016
Bilder: Moritz Zimmermann

  1. benutzerbild

    Zask06

    dabei seit 12/2011

    Auf jeden Fall ein richtig guter und gut gemachter Artikel, der Brendog nur um so sympathischer macht.

    Aber, auch wenns wohl nur meine Meinung ist, find ich diese Gambler so derbe hässlich. Das hat mir noch nie gefallen. Diese Verlinkung...ein absoluter Alptraum. Macht die neue leider auch überhaupt nicht besser.
  2. benutzerbild

    Enrgy

    dabei seit 01/2002

    Pilatus schrieb:
    Was aus der Saintgruppe meinst du?


    die bremse. es muß doch da draußen gleich gute, aber leichtere exemplare geben?! wer schon mit plastestreben am sattel rumexperimentiert...


    und was würdest du montieren, wenn du von Shimano gesponsort wirst?


    da liegt wahrscheinlich der hase begraben. er müßte ein fremdfabrikat umlabeln, was natürlich kaum auffällt.

    hätte analog zu den geknipsten reifen auch bei den großserienteilen etwas bearbeitung erwartet. aber vielleicht sieht das der hersteller nicht so gerne, dem aufmerksamen publikum anregungen zum nachmachen zu geben, die damit wiederum unkalkulierbare schwachstellen einbauen und dann groß und breit mit den defekten teilen im socialmedia rumstänkern.

    letztendlich aber wiederum sympathisch, daß in der obersten klasse des spitzensports saint-allerweltsteile verwendet werden, die sich jeder ans rad schrauben kann. dann können die ja nicht so schlecht sein, wie es die kleinserien- und nischenprodukt-käufer immer weismachen wollen.
  3. benutzerbild

    [email protected]

    dabei seit 07/2006

    Enrgy schrieb:
    letztendlich aber wiederum sympathisch, daß in der obersten klasse des spitzensports saint-allerweltsteile verwendet werden, die sich jeder ans rad schrauben kann. dann können die ja nicht so schlecht sein, wie es die kleinserien- und nischenprodukt-käufer immer weismachen wollen.


    Es ist immer eine Sache der Wartung und korrekter Behandlung der Bauteile.
  4. benutzerbild

    hiTCH-HiKER

    dabei seit 09/2007

    1 richtig guter Artikel mit schönen Fotos, meine Hochachtung und ein dickes Danke!
    Bei den Reifen muss ich aber sagen, dass nichts über den Baron von Continental geht, da kann mir auch Fairclough als Schwalbe-Werbebotschafter nix anderes erzählen
  5. benutzerbild

    numb87

    dabei seit 05/2005

    Top Artikel mit wirklich sinnvollen Hintergrundinformationen. Weiter so!

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