Wie aus einem WBR Federgabel-Gewinn ein ganzes Trailbike wurde – die Geschichte des Crossworx Dash von IBC-Leser TCaad10. Nachdem TCaad10 nämlich die Manitou Mezzer bei unserer jährlichen World Bicycle Relief Verlosung gewonnen hat, entschied er sich nach vielen Jahren MTB-Abstinenz, endlich wieder ein Mountainbike aufzubauen. Dabei herausgekommen ist nach langer Aufbaugeschichte ein extrem schickes Crossworx Dash! Viel Spaß mit diesem Bike der Woche.

Bike der Woche

Crossworx Dash 275 Modelljahr 2021, TCaad10

Das Crossworx Dash von IBC-User TCaad10
# Das Crossworx Dash von IBC-User TCaad10

MTB-News.de: Hallo TCaad10, dein Bike hat es direkt unter die beliebtesten Fotos der Woche im Fotoalbum geschafft. Wie ist es zu deinem Bike gekommen, das wir heute als Bike der Woche vorstellen?

Das Rad ist gewissermaßen ein MTB-News.de Community Bike. Ohne das Forum und auch die sehr hilfsbereiten User würde das Fahrrad nicht existieren. :) Angefangen hat es mit dem World Bicycle Relief-Gewinnspiel im Dezember. Dort hatte ich eine 23.- Euro Spende getätigt und danach das Gewinnspiel völlig verdrängt (Wie ich auf den Betrag kam weiß ich gar nicht mehr, aber vermutlich ist Michael Jordan daran schuld. Oder LeBron James). Irgendwann im Dezember kam dann eine „Herzlichen Glückwunsch!“ Mail, die ich fast gelöscht hätte (Haha – Ihr Phishing-Spammer – nicht mit mir!), bis mir das Impressum der Mail auffiel. Im ersten Moment habe ich auch gar nicht gecheckt, was mit WBR-Gewinnspiel gemeint war, da ich mit der Abkürzung nix anfangen konnte. Wieder einer dieser Facepalm Momente. (Von denen ich während des Aufbaus nicht nur einen hatte.)

Als mir dann klar wurde, dass ich tatsächlich etwas gewonnen hatte, war ich erst mal noch relativ relaxt, da ich damit gerechnet hatte, einen Satz Schläuche oder eine Wochenration Kohlenhydrat-Durchfallgels ergattert zu haben. Dann bin ich auf die MTB-News.de-Website gegangen und dort stand als Gewinn „Manitou Mezzer Pro“. Das sagte mir zu diesem Zeitpunkt gar nix, da ich ja eher als lycragewandter Straßenfahrer unterwegs war. Wobei ich Manitou natürlich noch aus den 90ern kannte. Ich habe dann mit Herzklopfen erst mal gegoogelt und einen massiven Jubelschrei durchs Haus gejagt. Hüpfend habe ich dann versucht meiner Frau zu erklären, dass ich eine megageile Federgabel gewonnen hätte. Sie antwortete dann, dass das ja cool sei und ich mir doch ein MTB aufbauen könnte. Da ich mir in diesem Moment ja nicht selbst gegenüberstehen konnte, kann ich nur vermuten, wie ich ausgeschaut habe, aber ich denke „Reh-im-Scheinwerferlicht“ trifft es ganz gut. :)

Die Gunst der Stunde nutzend, habe ich noch am selben Abend die ersten Teile bestellt, man weiß ja nie. Die Lieferbarkeitsprobleme waren mir vom Rennrad bekannt, also gab es direkt als erstes eine Schaltgruppe (SRAM Eagle GX). Die Federgabel war nach einem sehr netten Kontakt mit Hayes bereits innerhalb einer Woche bei mir. Da ich zu diesem Punkt absolut keine Ahnung von Federgabeln hatte, habe ich mich zuvor einen halben Tag lang eingelesen und Hayes dann mitgeteilt, welche Version ich gerne hätte. 27.5 mit 37er Offset. Wie sehr ich damit meine spätere Rahmenwahl einschränkte, war mir da noch gar nicht klar. Erst mal musste ich dann recherchieren, was für ein Rahmen überhaupt an die Gabel passen könnte. Klingt im Nachhinein total logisch, dass man sich ein Rad um die Gabel aufbaut.

Mein Plan war dann, jeden Monat ein paar Teile zu kaufen und binnen eines halben Jahres ein fertiges Mountainbike hinzustellen, was ja letztendlich auch geklappt hat. Irgendwann hatte ich mich dann auch für einen Rahmen entschieden, es sollte ein Santa Cruz Chameleon in Bronze werden. Deswegen habe ich dann auch erst mal farblich passende Teile bestellt, also orange Griffe, Vorbau etc. Also habe ich mich dann hier bei MTB-News angemeldet, Chamäleon als Avatar ausgewählt und los ging´s. Oder auch nicht Wie man sieht, steht ja nun kein Chameleon hier. Das lag einfach an der fehlenden Lieferbarkeit des Rahmens. Ich finde den Rahmen immer noch toll, aber am besten gefällt mir das Werbevideo dazu. :) Nachdem die Rahmensuche von vorne losgegangen war, habe ich meinen Aufbauthread gestartet, da ich gar nicht mehr sicher war, was ich denn nun eigentlich aufbauen wollte, bzw. was der Fahrradmarkt überhaupt so hergibt. Damit begann dann ein fast sechsmonatiger Aufbauthread voller Fragen und hilfreicher Antworten. ;)

Im Rahmen dieses Aufbaus kamen dann das Knolly Fugitive und Warden LT in die Endauswahl. Ich hatte mich dann letztendlich auch schon für einen Rahmen entschieden (ein Warden LT in RAW, limited NSMBA Edition mit grünen Decals.). Diese Entscheidung ist der Grund dafür, dass die Top Cap meines EDC Tools grün ist, denn ich wollte eigentlich diesen Rahmen mit grünen Anbauteilen aufbauen. Kurz bevor ich zuschlagen konnte, wurde der Rahmen allerdings verkauft. Also wieder zurück auf 0. In einem Post wurde mir von @G3org das Crossworx Zero empfohlen. Zu diesem Zeitpunkt war ich völlig unsicher, was ich jetzt eigentlich wollte. Von Trailhardtail über Trailfully, Enduro bis hin zum Schlauchboot wäre wahrscheinlich alles möglich gewesen. Völlig unbedarft habe ich das dann gegoogelt und fand das Zero nicht schlecht, aber leider war das ein 29er und ich hatte ja eine 27.5er Gabel herumliegen. Oh, die haben ja noch andere Räder!

Also „Dash 275“ angeklickt und der innere Posaunenchor ging los. Ich war sofort verliebt. An dem Rahmen stimmte für mich optisch alles. Also kurz Sabber abgewischt und Crossworx angeschrieben. Nach ein paar Nachrichten hin und her habe ich dann den Kauf bestätigt. Mir war zu diesem Zeitpunkt dann auch völlig egal, ob das Rad zu viel Federweg für die meisten meiner Trails hätte, oder ob es zu schwer wäre. Das Gerät gefiel mir einfach zu 100 %. Punkt! Völlig sinnfreier Herzenskauf.:) Der Kontakt und der ganze Kaufprozess bis zur Auslieferung (und auch jetzt die Betreuung nach dem Kauf) waren sensationell. Bezüglich Crossworx würde ich zu jeder Zeit eine 100 %-Kaufempfehlung aussprechen, denn die Jungs geben sich einfach richtig viel Mühe. Alle meine Fragen wurden schnell und auch ausführlich beantwortet. Ich kann mir keinen besseren Service wünschen oder vorstellen. War einfach mega! Dass der Rahmen dann auch noch komplett in Deutschland (Thüringen) gefertigt wird, ist das Tüpfelchen auf dem i. Wenn man das berücksichtigt, ist auch der Preis mehr als fair.

Der Rest der Teile ergab sich dann im Laufe der Zeit und das Endergebnis gefällt mir sehr gut. Besonders erwähnenswert ist vielleicht noch der Dämpfer, da man einen Mara Pro ja nicht zu häufig antrifft. Fragt mich aber bitte nicht, wie er sich im Vergleich zu anderen Dämpfern fährt, da mir diesbezüglich einfach der Vergleich fehlt. Bisher habe ich nach einigen kleineren Sprüngen und Wurzeltrails keinen Grund zur Klage. Ich habe den einfach nur gekauft, weil er a) zur Gabel passt, b) günstig ist und c) von den Reviews her das erfüllte, was ich mir von einem passenden Dämpfer versprochen habe. Die Crankbrothers-Laufräder sind wohl auch eher selten anzutreffen, aber der i9-Freilauf klingt einfach nur gut. Hier fand ich das Konzept der unterschiedlich aufgebauten Laufräder ganz interessant. Wer was zur Dauerhaltbarkeit wissen möchte, sollte einfach ab und zu in meinem Thread vorbeischauen, da werde ich auch zukünftig weiter berichten.

Wenn ihr mehr Fragen zum Rad habt, schaut gerne vorbei oder fragt in den Kommentaren, ich kann bei Bedarf gerne mehr dazu sagen. 160 Seiten Aufbau mit Fragen/Antworten kurz zusammenzufassen ist irgendwie nicht einfach. :) Der Text ist eh schon wieder viel zu lang. Das Rad jedenfalls hat bisher all meine Erwartungen übertroffen und ich bin einfach sehr glücklich.

Die gewonnene Manitou Mezzer Pro Federgabel wird von einem ...
# Die gewonnene Manitou Mezzer Pro Federgabel wird von einem ...
… Manitou Mara Pro Dämpfer am Heck ergänzt
# … Manitou Mara Pro Dämpfer am Heck ergänzt
Aufgeräumtes Cockpit
# Aufgeräumtes Cockpit - mit den Hayes Dominion A4/A2 passen auch die Bremsen zum Fahrwerk

Worauf hast du beim Aufbau deines Bikes besonders geachtet?

Solide, robust, für all meine Ambitionen, flowtrail- und parktauglich, Spaßgerät und schön sollte es sein. Dabei sollten die Kosten auch nicht zu sehr in die Höhe schnellen. Die meisten Teile, die ich gekauft habe, hatten in meinen Augen ein recht gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Ein günstiger Aufbau ist es natürlich trotzdem nicht geworden. Achja… und orange Parts wollte ich haben! :)

Wie geht es mit deinem Bike weiter?

Also ich muss zugeben, dass ich bereits während des Aufbaus über Tuning nachgedacht habe. Diese ganze Teile-Recherche macht fast genauso viel Spaß wie das Fahren selbst. Wenn ich ehrlich bin, war die ganze Beschäftigung mit dem Aufbau und auch die Kommunikation hier im Forum für mich eine wunderbare Ablenkung von der ganzen Pandemiesituation. Im Vergleich zu den ursprünglichen BdW-Fotos habe ich inzwischen einen neuen 35 mm-Vorbau von SB One in Raw verbaut und einen 35 mm-Lenker in 800 mm Breite mit 20 mm Rise von e*thirteen aus Alu. Auch eine XX1 Kette in „Copper“ ist nun ans Rad gewandert, da mir meine GX Kette gerissen ist (Montagefehler). Dem wird als Verschleißteil dann irgendwann die passende Kassette in Copper folgen. Ob sich sonst zukünftig noch viel ändert, werde ich frühestens in ein paar Monaten sagen können, wenn ich mehr Erfahrung mit dem Rad gesammelt habe, aber da wird es sich dann eher um Kosmetisches handeln, bzw. um Sachen, die ich einfach mal ausprobieren möchte, z.B. das Schaltwerk von Ingrid aus Italien.

Welchen Einsatzbereich hat das Bike?

(Fast) alles. Touren, Fahrten zur Arbeit (danach über die Trails nach Hause), in der Zukunft mal ein Hobby-Endurorennen, Bikepark, Trailrunde am Abend. Worauf ich gerade Lust habe, bzw. was ich mich traue. Für mich ist das ein Do-it-all-Bike, aber genau das wollte ich auch, da mir der Platz für mehrere Bikes fehlt. Mir geht es auch nicht mehr um Bestzeiten, sondern nur darum, dass ich möglichst viel Spaß in meiner begrenzten Zeit auf dem Rad haben kann. Ich habe mir eine lokale Mountainbike-Truppe gesucht, die von Bikepark über Fahrtechniktrainings bis hin zu Touren alles macht und dieser werde ich mich demnächst noch anschließen. Da ich bei meinem ersten Flowtrailbesuch in Ottweiler eine unfreiwillige Bodenprobe genommen habe und deswegen gerade eine 6-wöchige Pause mit Schultereckgelenkssprengung erlebe, hat sich meine ganze Planung etwas verschoben. Nun erst mal gesund werden und das ein oder andere Fahrttechniktraining besuchen, alles andere wird sich zeigen. Auch ein paar Trailbesuche mit Foristen aus dem Aufbauthread sind noch fest eingeplant, nur das Wann ist noch nicht geklärt. Und für 2022 ist die Bratwursttour noch auf dem Terminplan, da wir im Thread nicht abschließend klären konnten, aus welchem Bundesland die beste Bratwurst kommt.

Dank EDC Tool ist das wichtigste Werkzeug immer mit an Bord
# Dank EDC Tool ist das wichtigste Werkzeug immer mit an Bord

Was wiegt das Bike?

15,999999999kg … ungefähr! xD (gewogen mit einer ultrapräzisen atomgeeichten 8.- € Kofferwaage) Das reale Gewicht dürfte aber ungefähr hinkommen, da ich die Einzelteile des Rads gewogen habe. Der Rahmen war da nicht mit dabei, da die Küchenwaage nur bis 3 kg wiegen konnte. Die Kofferwaage zeigte je nach Tagesform 3,8k g oder sogar 4,2 kg an. Laut Crossworx wiegen die Rahmen in L ca. 3,8 kg. Mit den aktuellen Umbauten wird das Gewicht irgendwo zwischen 16 kg und 16,2 kg liegen, aber das war mir nicht besonders wichtig, ich habe eher der Vollständigkeit halber gewogen, da es beim Aufbau ja doch den ein oder anderen interessiert. Speziell mit 150 ml Dichtmilch pro Reifen und DD und EXO+ Karkassen sieht man ja eh, dass der Schwerpunkt nicht auf Leichtbau lag. Das Bike soll einfach funktionieren und mich möglichst ohne Panne überall hoch- und wieder runterbringen. Wenn man es darauf anlegt, kann man aber auch sicherlich ein Zielgewicht zwischen 14 kg und 15 kg erreichen. Speziell bei den Laufrädern und dem Cockpit oder auch den Kurbeln ist noch einiges an Potenzial. Da ich beim Aufbau vollständig auf Carbon verzichtet habe, dürfte da noch einiges machbar sein. Aber jetzt wird erst mal nur gefahren. Bisher macht sich das Gewicht für mich nicht negativ bemerkbar.

Was ist dein persönliches Highlight an deinem Bike der Woche?

Da muss ich nicht lange überlegen, definitiv der Rahmen. Für mich ist das ein kleines Kunstwerk, vor allem der Bereich um das Tretlager herum. Handwerklich ist das in meinen Augen ganz großes Kino, eine kleine Schweiß- und Fräsorgie. Für mich war der Rahmen Liebe auf den ersten Klick! Sollte ich das Teil irgendwann nicht mehr fahren können, hänge ich mir den Rahmen übers Bett. :)

Wie fährt sich das Rad?

Wenn ich es mit einem Wort beschreiben müsste, dann „verspielt“. Als ich die Fotos für meine BdW-Bewerbung geschossen habe, wollte ich eigentlich eine Dreiviertelstunde fotografieren und hatte noch 10 Minuten für die Fahrt eingerechnet. Stattdessen wurden es dann 10 Minuten Fotos und knapp 45 Minuten Fahrt. Das Rad hat mich einfach so animiert jede Abkürzung im Wald zu suchen und kleine Sprünge zu machen, wo es nur ging. Irgendwie hatte ich auch ständig das Bedürfnis Power-Wheelies zu machen. Macht zwar keinen Sinn, aber total viel Spaß. :)

Das Rad ist generell einfach sehr agil und wendig. Ich bin immer noch erstaunt, wie wenig man die knapp 16 kg spürt. Vor allem beim Uphill war ich sehr überrascht, wie gut das Bike berghoch geht. Die Lockout-Funktion des Dämpfers brauche ich auch nur in ganz seltenen Fällen. Verglichen mit meinem Scott Octane FX-3 Anfang der 2000er sind das Welten. Damals wurde man beim Fahren fast seekrank vor lauter Gewippe. Man muss bei meiner Beschreibung berücksichtigen, dass ich jahrelang auf keinem MTB saß, aber derzeit bin ich mit diesem Rad einfach nur glücklich! Generell bin ich mit dem Rad meistens „overbiked“, aber das ist mir egal. Hauptsache das Gerät macht mich happy – und das tut es!

Geschaltet wird mit einer SRAM GX Eagle Gruppe
# Geschaltet wird mit einer SRAM GX Eagle Gruppe
Die Crankbrothers Synthesis E Laufräder sind ein eher seltener Anblick
# Die Crankbrothers Synthesis E Laufräder sind ein eher seltener Anblick
Die Details am Rahmen aus Thüringen ...
# Die Details am Rahmen aus Thüringen ...
... wissen einfach zu begeistern!
# ... wissen einfach zu begeistern!

Wie bist du zum Mountainbiken gekommen?

Da muss ich etwas weiter ausholen. Eigentlich schon vor einer gefühlten Ewigkeit. Ich bin mir nicht sicher, ob es 1982 oder 1983 war. Aufgewachsen bin ich auf dem Land, am Rand des Pfälzerwalds. Mit 5 oder 6 Jahren habe ich mein erstes BMX-Rad bekommen. Türkis mit gelben Polstern. Was für ein Geschoss. Das war noch zu einer Zeit ohne Internet und es gab keine Youtube-Videos oder ähnliches, deswegen sind wir mit den Rädern auch nicht wirklich BMX gefahren, sondern wir sind raus in den Wald und haben uns dort ausgetobt. War eine tolle Zeit. Jede Wurzel, jede Erhebung wurde zum Springen genutzt und wir haben versucht, uns Sachen wie Wheelie oder Bunny Hop selbst beizubringen. Das hat teilweise geklappt, teilweise nicht. Aber das war uns egal, Spaß hatten wir immer. Für mich war das bereits Mountainbiken, nur eben mit dem falschen Fahrrad. :)

Ende der 80er, als Teenager, habe ich dann mein erstes MTB bekommen, ein Huffy mit 18-Gang-Schaltung und Starrgabel, aus einem amerikanischen Walmart. Meine Mutter hatte das Rad einem in Deutschland stationierten Amerikaner abgekauft. Das war schon ein gewaltiger Unterschied zum BMX, aber ich bin nicht so hundertprozentig mit dem Rad warm geworden. Eines Tages kam dann mein bester Freund mit seinem neuen Rad und ich war sofort verliebt. Ein Bianchi Thomisus mit dieser neon-gelben Spinnennetz-Lackierung. Boah, was für ein Teil. Das erste Rad bei uns im Dorf mit Trigger-Schalthebeln (200GS) und es hatte 21 Gänge!!! EINUNDZWANZIG!!!11elf11!

An diesem Punkt war klar, ich brauchte auch so eins. Finanziell war das nicht sofort möglich, aber ungefähr ein Jahr später hatte ich endlich mein eigenes Thomisus, in grau mit blauen Sprenkeln. Spinnennetz gab es nicht mehr. :( Das Rad war mein Ein und Alles. Für gute fünf oder sechs Jahre bin ich mit dem Rad überall unterwegs gewesen, sei es im Wald, auf dem Schulweg, bei der Fahrt ins Schwimmbad, das Rad war immer ein treuer Begleiter. Es gab wenige Sachen, die ich so sehr geliebt habe wie dieses MTB. Auch wenn das Rad nach heutigen Maßstäben von vielen nicht als „richtiges“ Mountainbike gewertet werden würde, habe ich auf diesem Rad doch einerseits sehr viel gelernt, andererseits aber auch einfach nur unzählige wunderschöne Erinnerungen produziert. Ich denke heute, fast 30 Jahre später, immer noch sehr gerne an die Zeit und das Rad zurück.

Irgendwann war ich allerdings größenmäßig dem Rad entwachsen. Da ich aber gleichzeitig als Zeitsoldat zur Bundeswehr ging, hatte ich plötzlich etwas mehr finanziellen Spielraum. So kam es dann auch, dass ich mir ca. 1998 mein erstes „teures“ Mountainbike gekauft habe. Ein gebrauchtes Specialized Stumpjumper mit einem SRAM/XT-Mix und grünen Michelin Wildgripper-Reifen. Bis 2005 bin ich dann noch weiter in München und Umland mit unterschiedlichen MTB unterwegs gewesen, dann habe ich aber alles verkauft, da ich aus beruflichen Gründen über längere Zeit nicht zum Biken kommen würde. Nun ist es 2021 und nach langer Abstinenz geht es endlich wieder auf ein stollenbereiftes Gefährt. :)

Mountainbiken als Lifestyle / die Industrie – deine Sicht.

Bei mir von Mountainbike- oder Radsportlifestyle zu sprechen, wäre etwas übertrieben. Es prägt nicht meine ganzen Lebensumstände, aber es ist ein Hobby, das mir sehr viel Spaß macht. Ich richte auch nicht mein ganzes Leben danach aus, sondern versuche eher so viel MTB (oder Rennrad) in mein Leben zu quetschen, wie es eben möglich ist. Es gibt kaum etwas Schöneres, als sich auch das Rad zu setzen und einfach mal alles andere auszublenden. Klar hätte ich auch Lust auf einen mountainbike-zentrierten Lebensstil, aber dafür habe ich einfach zu viele andere Sachen, die mir wichtig sind, bzw. für die ich Zeit benötige.

Zur Industrie kann ich nur sagen, dass das Angebot auf dem Radmarkt (unabhängig von der derzeitigen Liefersituation) unfassbar vielfältig ist. Die heutige Auswahl an Radtypen, Rahmen und Komponenten ist unglaublich. Als ich Ende der 90er mein erstes Bike gekauft habe, bin ich in den Laden, hab geschaut was da war und gehofft, dass irgendwas davon passt. Internet war ja noch nicht. :) Wenn ich das mit heute vergleiche, das ist eine ganz andere Welt. Da kann ich tagelang (oder in meinem Fall wochenlang xD) nach Pedalen surfen, Foren dazu befragen, digitale Tests lesen usw. Und wenn ich dann will, bestell ich mir das Teil mit ein paar Klicks aus China, USA, Kanada oder wo auch immer. Das ist ein Luxus, der heute oft schon als Selbstverständlichkeit wahrgenommen wird, für mich ist er das aber nicht. Auf jeden Fall hat mir das Recherchieren und Aufbauen sehr viel Spaß gemacht!

Du und die Internet Bike Community – Wann und wie bist du zu uns gekommen und was verbindest du mit dem IBC?

Eigentlich bin ich zur IBC über Rennrad-News gekommen. 2015 dürfte das gewesen sein. Da habe ich mir mein CAAD10 gekauft und etwas Anschluss und Information gesucht. Wie ich im MTB-Bereich des Forums gelandet bin, steht ja schon etwas weiter oben. Zur Community kann ich nur sagen, einfach geil! Klar, Ausnahmen gibt es immer und man versteht sich nicht immer mit jedem, oder findet jede Aussage toll, aber das muss man ja auch nicht. Weder hier noch im echten Leben.

Das Rad würde es ohne diese tolle Community nicht geben. Mir wurde bei jedem noch so kleinen Problem geholfen, es wurden mir immer gute Ratschläge gegeben (auch wenn ich manche ignoriert habe) und ich konnte mich völlig auf das Forum verlassen. Ohne die ganze tolle Truppe die mir online/digital im Aufbauthread zur Seite gestanden hat, würde das Rad in der Form nicht dastehen. Alleine hätte ich wahrscheinlich nicht einmal die Reifen drauf bekommen. :)

Insofern kann ich mich auf diesem Weg nur bei allen bedanken, die mir mit Tipps, Tricks und lustigen Sprüchen (und auch etwas gut gemeintem Spott) zur Seite standen. Speziell wenn ich mal wieder einen meiner „Facepalm“-Momente hatte. xD Es hat wirklich sehr viel Spaß mit euch gemacht! IBC beschde. ;)

Dash am Flowtrail Ottweiler
# Dash am Flowtrail Ottweiler - Wir wünschen schnelle Genesung nach dem Sturz und noch ganz viel Spaß mit dem schicken Crossworx Dash!

Technische Daten: Crossworx Dash 275 – Modelljahr 2021

Rahmen: Crossworx Dash 275 Größe L
Gabel: Manitou Mezzer Pro 170 mm
Dämpfer: Manitou Mara Pro 230×65
Steuersatz: Acros
Bremsen: Hayes Dominion A4/A2
Vorbau: Funn Funnduro (inzwischen ersetzt durch SB One)
Lenker: Funn Kingpin (inzwischen ersetzt durch e13 35 mm, 20 mm Rise)
Griffe: Ergon GE1 Evo
Felgen: Crankbrothers Synthesis E Industry Nine Alu Disc 6-Loch 27,5″ Boost
Naben: Industry Nine 1/1
Reifen: Maxxis DHR II TR WT EXO+ 3C MaxxTerra 2.4 vorne/ DHR II TR WT DD 3C MaxxTerra 2.4 hinten
Kurbel + Innenlager: Rotor BSA mit Race Face Atlas Kurbel 175 mm
Kettenblatt / Kettenblätter: Wolftooth oval, 32T
Kettenführung / Umwerfer: 77Designz Taco Bashguard
Schalthebel: SRAM GX Eagle
Schaltwerk: SRAM GX Eagle
Pedale: Hope F20
Kette: SRAM GX Eagle (inzwischen X01 in Copper)
Kassette: SRAM GX Eagle
Sattel: BikeYoke Sagma 130 mm
Sattelstütze: BikeYoke Divine 185 mm
Sattelklemme: BikeYoke Squeezy

Über das Bike der Woche

Ihr habt auch ein Bike, das sich bestens in die ehrenhafte Riege der „Bikes der Woche“ einfügen kann? Dann lest euch die Regeln für folgendes Album durch und ladet ein Bild in selbiges hoch. Viel Erfolg! Hier zu den Regeln: fotos.mtb-news.de/p/1290006 / Das Album findet ihr hier: mtb-news.de/s/55943.

Die 20 letzten Bikes der Woche findet ihr hier: 

Alle Bikes der Woche? Hier klicken!

  1. benutzerbild

    Greyfur

    dabei seit 01/2021

    Und ich dachte, nur ich bin so blöd 😄
    Moin

    In der Gruppe mach Blöd-sein viel mehr spass.

    es fällt auch nicht so auf smilie
  2. benutzerbild

    HeldDerNation

    dabei seit 11/2011

    Ich seh den Tag schon kommen, an dem ich meiner Frau erklären muss, dass ich mir die Nase nicht beim Mountainbiken gebrochen habe, sondern beim Liftfahren vor der ersten Abfahrt. smilie

    … bzw. bei der ersten Abfahrt MIT dem Lift 😜
  3. benutzerbild

    ollo

    dabei seit 04/2004

    Moin

    War heute am Geisskopf, unangenehm den Hals beim Hochklappen des Bügels (Bügel + Fullface mit ellenlangem Schild) gezogen.

    Der Helm hilft also auch nur bedingt.

    Gruß
    tja wohl wieder mal ohne Neck Brace unterwegs gewesen smiliesmiliesmilie ..... Alternativ den Kopf zur Seite drehen..... wie gut das die Ohren im Helm sind, da kann nichts passieren ✌️
  4. benutzerbild

    major_fox

    dabei seit 04/2020

    Nice. Ich mags wenn sich der Mensch hinter dem BdW ein bisschen Zeit nimmt und mehr schreibt.

    Lieber zu viel als zu wenig.
  5. benutzerbild

    Lucky_Houdala

    dabei seit 10/2019

    Ich kann derart steilen Sitzrohren (rein optisch!) nie so viel abgewinnen, aber ich verstehe, dass dieser Rahmen einen total anfixt. Und das mit dem Sitzrohr ist ja derzeit weit verbreitet und hat vielleicht seine funktionale Berechtigung. (Da ich nicht Enduro oder DH fahre, kann ich das absolut nicht beurteilen.)

    Herzlichen Glückwunsch jedenfalls zu diesem Bike der Woche! Der Text bringt die Begeisterung des Besitzers gut rüber und für mich kann der Text selten lang genug sein, wenn jemand Hintergrund-Infos zu seiner Rad-Biografie und seinem Fahrstil bereitstellt. Klingt alles nach entspannter Einstellung und ich denke, der Gewinn hat den Richtigen getroffen!

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