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Das selbst-konstruierte Kimaera von IBC-User Martin K S
Das selbst-konstruierte Kimaera von IBC-User Martin K S - bei der ersten Ausfahrt in Nauders
Das Kimaera in der Aufbauphase
Das Kimaera in der Aufbauphase
Die Öffnungen für die intern verlegten Züge ...
Die Öffnungen für die intern verlegten Züge ...
... müssen erst geschaffen werden
... müssen erst geschaffen werden
In so einem eigens konstruierten steckt viel Arbeit
In so einem eigens konstruierten steckt viel Arbeit - von CAD bis zum fahrfertigen Weg ist es ein langer Weg
Doch das schicke Ergebnis ...
Doch das schicke Ergebnis ...
... entlohnt für die Mühe
... entlohnt für die Mühe
An der Front arbeitet eine getunte RockShox Lyrik
An der Front arbeitet eine getunte RockShox Lyrik
Am Heck wurde der RockShox Monarch Plus DebonAir aus dem Canyon Strive verbaut
Am Heck wurde der RockShox Monarch Plus DebonAir aus dem Canyon Strive verbaut - ebenso wie der Hinterbau inklusive Shapeshifter
Das aufgeräumte Cockpit bietet unter anderem der Shigura Bremsanlage einen Platz
Das aufgeräumte Cockpit bietet unter anderem der Shigura Bremsanlage einen Platz
Vorne 29", hinten 27,5"
Vorne 29", hinten 27,5" - auch vor matschigen Ausfahrten macht das Mulletbike keinen Halt
Martin K S freut sich über seinen zuverlässigen Begleiter von harten Trails ...
Martin K S freut sich über seinen zuverlässigen Begleiter von harten Trails ...
... bis nach Finale Ligure
... bis nach Finale Ligure

Mit seinem eigens konstruierten Kimaera erfüllt sich IBC-User Martin K S den Traum vom Enduro-Bike in der perfekten Größe. Sein Canyon Strive war ihm minimal zu klein, weswegen er in einer Verletzungspause kurzerhand seinen eigenen Hauptrahmen konstruierte und ihn mit dem vorhandenen Hinterbau des Strives verheiratete. Das Ergebnis ist ein schickes Mullet-Bike mit der für ihn perfekten Geometrie! Viel Spaß mit diesem Bike der Woche.

Bike der Woche

Kimaera, Martin K S

Das selbst-konstruierte Kimaera von IBC-User Martin K S
# Das selbst-konstruierte Kimaera von IBC-User Martin K S - bei der ersten Ausfahrt in Nauders

MTB-News.de: Hallo Martin K S, dein Bike mit selbst-konstruiertem Rahmen ist im Fotoalbum natürlich sofort aufgefallen. Wie ist es zu deinem Bike gekommen, das wir heute als Bike der Woche vorstellen?

Mein Canyon Strive in Rahmengröße S Race, welches der Teilespender war, war mir bei 1,70 m Körpergröße minimal zu klein, das M Race allerdings zu lang. Ich hatte den Wunsch nach etwas Passendem, am besten was Eigenes. Die Idee, ein eigenes Fahrrad zu bauen, hatte ich eigentlich schon immer. Leider hat es erst eine lange Verletzungspause gebraucht, bis ich das Projekt in Angriff genommen habe. Um den Aufwand überschaubar zu halten und da ich mit dem ShapeShifter sehr zufrieden bin (wenn er tut ;) ), habe ich beschlossen, nur ein eigenes vorderes Rahmendreieck zu konstruieren. Ich kann zwar selbst nicht schweißen, konnte da aber auf einen Freund, Ingo Müller (IM Sporträder) zählen, mit dem ich schon viele gute Tage auf dem Bike hatte. Wer seine Schweißnähte kennt, weiß, dass er das kann!

Zur Konzeption: Die Vorteile eines 29″ Vorderrades schienen mir einleuchtend, die eines 29″ Hinterrades nicht. Liteville hat dazu auch eine anschauliche Grafik. Das 29″-Vorderrad rollt gut über Hindernisse und vermittelt viel Grip. Das kleinere Hinterrad ist einem beim „hinter den Sattel gehen“ nicht im Weg und es ist leichter und steifer als ein 29“-HR. Einfach eine 29″-Gabel in den bestehenden Rahmen zu packen, hätte die Geometrie in mancherlei Hinsicht negativ verändert: Höheres Tretlager, kürzerer Reach, flacherer Sitzwinkel. Das kam also nicht in Frage.

Es ging also erst mal ans Vermessen des bestehenden Rahmens, speziell die Aufnahmepunkte der Kettenstrebe, des Rockers und des Dämpfers. Diese Punkte habe ich mit einem Lot und einem Meterstab aufgenommen (ich hoffe, es lesen keine Messtechniker mit). Damit ging es dann in die CAD-Konstruktion. Für die Auslegung habe ich mich an Ingos Erfahrungswerten bezüglich Rohrdimensionierungen orientiert und eine möglichst schöne Krafteinleitung am Dämpfer und vor allem am Steuerrohr angestrebt. Die Kraft vom Steuerrohr soll über die lange Anbindung des Unterrohrs zum Oberrohr möglichst gut eingeleitet werden, zusätzlich gibt es am Unterrohr noch ein Gusset. Die Dämpferaufnahme soll durch die relativ lange Anbindung am Unterrohr und am Sitzrohr diesen Bereich versteifen. Den Knick im Oberrohr habe ich aus optischen Gründen eingefügt.

Um die Lagersitze möglichst exakt zu fertigen, wurden diese durchgerieben. So ist gewährleistet, dass die Lager auf einer Achse liegen, alles andere wäre für die Lebensdauer der Lager und das Ansprechverhalten schlecht. Als Anschlag für die Lager habe ich Buchsen eingeklebt (leichte Spielpassung).

Als der Rahmen dann ankam, war ich ziemlich aufgeregt. Passt alles? Hab ich mich irgendwo vermessen? Sind die Lagerpunkte koaxial und gibt es einen Versatz der Mittelebenen? Halleluja, es hat gepasst und der Hinterbau läuft perfekt in der Flucht, so dass der Dämpfer keine Belastung (außer der axialen natürlich) erfährt.

Dann kam eine recht optimistische Aktion: das Rad stand endlich fertig aufgebaut da und hatte noch keinen Trailkilometer gesehen, aber die Kumpels waren am nächsten Morgen in Nauders verabredet. Was soll schon schiefgehen, dachte ich mir, vor der Garage rollt es ja… außerdem war es 22:00 Uhr und an eine Probefahrt war nicht mehr zu denken.

Und tatsächlich, das einzige was ich machen musste, war nach der ersten Abfahrt Schrauben nachziehen und ein Stück Klebeband unter das Shapeshifter-Kabel kleben. Ich muss zugeben, dass der Ausflug auch eine ganz schöne Ernüchterung hätte sein können … aber so war es ein voller Erfolg! An diese Stelle Danke an Benni, dass er mich dazu überredet hat, mitzukommen.

Das Kimaera in der Aufbauphase
# Das Kimaera in der Aufbauphase
Die Öffnungen für die intern verlegten Züge ...
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... müssen erst geschaffen werden
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In so einem eigens konstruierten steckt viel Arbeit
# In so einem eigens konstruierten steckt viel Arbeit - von CAD bis zum fahrfertigen Weg ist es ein langer Weg

Worauf hast du beim Aufbau deines Bikes besonders geachtet?

Dass keine Bauteile kollidieren, dass es optimal zu mir passt und sich sehr gut fährt. Bei Teilen habe ich nicht auf den „Bling-Bling“-Faktor geachtet, sondern funktionsorientiert gewählt. Neben dem Rahmen habe ich noch die Gabel getuned. Sie hat eine deutlich vergrößerte Negativkammer bekommen: Ich habe einen Debon Air-Airshaft mit 180 mm gekauft und einen 3D-gedruckten 20 mm-Spacer in die Negativkammer gebaut, um wieder auf die 160 mm Hub zu kommen. Der Bypass war damit natürlich nicht mehr im Eingriff, deshalb habe ich den Airshaft von unten angebohrt und ein Autoventil als Schraube genommen (ein Vespa-Felgenventil um genau zu sein, das hat einen Sechskant als „Kopf“ und ein M8-Gewinde zum Fixieren des Airshafts). Damit kann ich dann die Negativkammer befüllen.

Die Bremsen sind Shiguras mit den neuen XT-Hebeln und MT5-Zangen. Ich wollte eine gut modulierbare Bremse, die trotzdem Biss hat.

Wie geht es mit deinem Bike weiter?

Es kommt noch eine Sattelstütze mit mehr Hub rein, wahrscheinlich eine Bike Yoke Devine 160 oder eine OneUp. Ansonsten versuche ich mehr zu fahren als irgendwelche Teile zu tauschen.

Doch das schicke Ergebnis ...
# Doch das schicke Ergebnis ...
... entlohnt für die Mühe
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An der Front arbeitet eine getunte RockShox Lyrik
# An der Front arbeitet eine getunte RockShox Lyrik

Welchen Einsatzbereich hat das Bike?

Enduro: von Touren auf Hometrails und in den Alpen bis Shuttle-Trips in Finale und gelegentliche Parkausflüge.

Was wiegt das Bike?

14,00 kg (mit Maxxis Single Ply) laut Kofferwaage.

Wie fährt sich das Rad?

Ich bin vom Fahrverhalten begeistert! Die Agilität hat sich nur unmerklich verringert. Das Überrollverhalten ist deutlich besser und ich stehe besser im Rad. Bei PB würde hier jetzt „Climbes like a goat, descents like a beast“ stehen. ;) Am besten beschreibt es allerdings folgendes Erlebnis bei der ersten Ausfahrt in Nauders: Ein Kumpel mit demselben Canyon Strive (gleiche Größe und Modell wie vor dem Umbau) und ich hatten den direkten Vergleich beim Durchtauschen. Fazit: er wollte erst gar nicht mehr zurücktauschen, ich aber auf jeden Fall!

Am Heck wurde der RockShox Monarch Plus DebonAir aus dem Canyon Strive verbaut
# Am Heck wurde der RockShox Monarch Plus DebonAir aus dem Canyon Strive verbaut - ebenso wie der Hinterbau inklusive Shapeshifter
Das aufgeräumte Cockpit bietet unter anderem der Shigura Bremsanlage einen Platz
# Das aufgeräumte Cockpit bietet unter anderem der Shigura Bremsanlage einen Platz
Vorne 29", hinten 27,5"
# Vorne 29", hinten 27,5" - auch vor matschigen Ausfahrten macht das Mulletbike keinen Halt

Wie bist du zum Mountainbiken gekommen?

Familienkrankheit. Unser Vater hat damals, kommend vom Rennrad, damit angefangen und die Kinder infiziert. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass ich das auch mal übertragen kann.

Mountainbiken als Lifestyle / die Industrie – deine Sicht.

Einerseits bin ich technikbegeistert und immer interessiert an technischen Neuerungen, andererseits halte ich nicht viel davon, dass ein Bike nach einer Saison schon wieder nicht mehr up to date sein soll. Das ist das Traurige an unserer Wegwerfgesellschaft. Mein erstes MTB, welches ich als „Ausgewachsener“ hatte, bin ich zirka zehn Jahre gefahren, bis der Rahmen irgendwann Risse gezeigt hat. Die nächsten beiden Räder fährt jetzt ein Freund: ein Drössiger Hardtail (mittlerweile als Stadtrad) und ein BMC Trailfox, die leben also noch. Danach kam 2015 das Canyon, das zu großen Teilen in dieses Rad übergegangen ist.

Als jemand, der sein Rad hier vorstellt, tauge ich natürlich nicht als Umweltmoralapostel, man sollte sich aber dennoch fragen, ob man wirklich ständig was Neues braucht. Wenn ich hier noch zu ein paar Sachen meinen Senf dazu geben kann, dann mach ich das mal, es wird ja niemand dazu gezwungen das zu lesen.

Geometrie: Viele Bikes haben über alle Größen hinweg dieselbe Kettenstrebenlänge, während der Reach von Größe zu Größe wächst. Das Verhältnis von Frontcenter zu Rearcenter passt meiner Ansicht nach meist nur für eine Größe. Klar gibt es auch Ausnahmen, da hat dann „S“ eine 5 mm kürzere Kettenstrebe als „XL“ oder sie sind um 10 mm einstellbar. Das ist dann aber auch schon das Höchste der Gefühle. Klar ist das so für die Fahrradhersteller deutlich wirtschaftlicher.

Mullet oder 29″/27.5: Ich glaube, dass dieses Konzept viel Sinn ergibt (speziell für nicht ganz so große Leute): Ein 29″ Vorderrad hat ein gutes Überrollverhalten und läuft gut. Die „Hinternfreiheit“ ist bei einem 27.5″-Hinterrad groß, es ist ein Stück leichter und steifer als ein 29″ Hinterrad. Die Entwickler haben bei einem kleineren Hinterrad mehr Möglichkeiten, die Kinematik zu optimieren. Vor allem da sie dann ohne Boost, SuperBoost oder MegaBoost (158.99 mm) auskommen.

Was aber manche Hersteller (z.B. 2020 Intense Primer S) machen ist folgendes: An einen Rahmen, der für gleich große Laufräder ausgelegt ist, unterschiedlich große Laufräder vorne und hinten einbauen. Und das Beste (um bei dem Intense-Beispiel zu bleiben) dabei: um die Geometrie wieder halbwegs ordentlich zu gestalten, werden hinten Plusreifen verbaut. Solche halbgaren Sachen auf den Markt zu werfen, ist aus wirtschaftlicher Sicht vielleicht sinnvoll, aber eigentlich großer Mist. Damit macht man ein super Konzept kaputt, bevor es läuft.

Du und die Internet Bike Community – Wann und wie bist du zu uns gekommen und was verbindest du mit dem IBC?

Als stiller Leser bin ich schon lange dabei, in letzter Zeit schreibe ich auch ab und zu. Manche Kommentare und Threads sind spannend, interessant und lustig, manchmal merkt man aber auch, dass man sich in der Anonymität des Internets befindet, in der jeder jeden Mist von sich geben kann. Das ist dann manchmal auch lustig zu lesen, aber aber eher auf eine skurrile Art.

Martin K S freut sich über seinen zuverlässigen Begleiter von harten Trails ...
# Martin K S freut sich über seinen zuverlässigen Begleiter von harten Trails ...
... bis nach Finale Ligure
# ... bis nach Finale Ligure

Technische Daten: Kimaera 2019

Rahmen: Custom-Frontrahmen, Canyon Strive CF 27,5″-Hinterbau
Gabel: RS Lyrik, 160 mm vergrößerte Negativkammer, „Double Air“, separat einstellbarer Negativdruck
Dämpfer: RockShox Monarch+ DebonAir 200×57
Steuersatz: Acros
Bremsen: Shigura, MT5-Sattel mit Shimano XT BL-M8100-Gebern
Vorbau: Dartmoor Trail FR/Enduro stem 31.8 mm, black, 50 mm
Lenker: Renthal Fatbar
Griffe: Ergon GE1
Felgen: DT Swiss XM481 29″ vorne; 27,5″ hinten (30 Innenweite)
Naben: Pancho gelabelte Bitex
Reifen: je nach Einsatzzweck; vorne Maxxis Short 29×2,4 WT; hinten Maxxis DHR II 27,5×2,4 WT oder Schwalbe Magic Mary SG 29×2,35/27,5×2,35
Kurbel + Innenlager: Race Face Turbine 170 mm
Kettenblatt / Kettenblätter: 30 Zähne
Schaltwerk: SRAM X01
Pedale: DMR Vault
Kassette: SRAM 1180
Sattel: SDG Circuit
Sattelstütze: RS Reverb 125 mm
Sattelklemme: XLC PC-B06

Über das Bike der Woche

Ihr habt auch ein Bike, das sich bestens in die ehrenhafte Riege der „Bikes der Woche“ einfügen kann? Dann lest euch die Regeln für folgendes Album durch und ladet ein Bild in selbiges hoch. Viel Erfolg! Hier zu den Regeln: fotos.mtb-news.de/p/1290006 / Das Album findet ihr hier: mtb-news.de/s/55943.

Die 20 letzten Bikes der Woche findet ihr hier: 

Alle Bikes der Woche? Hier klicken!

  1. benutzerbild

    RobG301

    dabei seit 08/2012

    Ein "Strive" was mir gefällt! Wunderschöne Schweißnähte und tolle Idee und Umsetzung!
  2. benutzerbild

    0rcus

    dabei seit 07/2007

    Das mit der Gabel finde ich hochintressant.

    Eigentlich ein ziehmlich alter Hut und schon oft umgesetzt:



    Das ist die Lufteinheit meiner 170mm 26" MiCo-DH Lyrik, die mittlerweile schon einige Zeit in Rente ist:
    Spacer aus dem 3D Drucker, 2cm verlängerte Kolbenstange, Bohrung in der Kolbenstange und unten eine Abdichtung, um auch das Innenvolumen der Kolbenstange zu nutzen. Bauartbedingt konnte man die alte Soloair sogar weiterhin über ein Ventil befüllen, da der Druckausgleich nicht über einen Bypass im Standrohr, sondern ein zusätliches Ventil im Trennkolben funktionierte (Eine alte 26" Boxxer Worldcup habe ich so auch mal auf 190mm getravelt).

    Nachdem ich auf die Idee gekommen war, dachte ich, ich hätte da einen großen Wurf gemacht, nur um dann festzustellen, dass novyparts (einer dieser französischen Tuner ohne englischsprachige Homepage smilie) genau das Gleiche machte und als Kit verkaufte:



    Immerhin war mein Negativvolumen größer, durch die Form meines Spacers und dadurch, dass ich das Innenvolumen der Kolbenstange mitgenutzt habe. Letzteres zu tun ist RockShox nun seit DebonAir an der Gabel endlich auch mal eingefallen. Andere Hersteller machen das schon länger...

    Im Prinzip macht auch die "Luftkappe" von "Vorsprung" nichts anderes.



    und auch novyparts verkauft sowas (das weiß-goldene Teil)



    Bei diesen beiden Lösungen sitzt nur auf der Verlängerung ein neuer Trennkolben, der trotz größerem Negativvolumen die Position der Dichtung beibehält, sodass der Bypass weiterhin funktioniert.

    Wenn man den Aufwand beim Befüllen verkraften kann, dann macht aber ein zweites Ventil für die Negativkammer durchaus Sinn, da man so die Negativkammer besser Abstimmen kann und einen etwas höheren Druck als in der Positivkammer einstellen kann - so bekommt man dann trotz geringerer Wirkfläche auf der stangenseitigen Unterseite des Kolbens ein Kräftegleichgewicht hin. Außerdem kann man das Ansprechverhalten in einem gewissen Bereich auch einstellen.

    Und auch hier im Forum gibt es zu solchen Umbauten mehrere verschiedene (Bastel-)Lösungen, von denen einige ziehmlich gelungen sind.

    Seit Rockshox für einen ziehmlich günstigen Preis Kolbenstangen in allen möglichen Längen verkauft, bietet sich diese Möglichkeit natürlich ebenfalls an, da man sich so Zeit und Mühe sparen kann, um selbst eine Verlängerung herszustellen.

    Bei solchen Umbauten muss man aber in Bezug auf die Verhältnisse der Kammergrößen aufpassen: erstens damit die Abstimmung passt und zweitens, weil bei einer größeren Negativkammer auch der Druck in der Positivkammer erhöht werden muss. Da sollte man dann nicht den zulässigen Maximaldruck der Gabel überschreiten.
  3. benutzerbild

    Martin K S

    dabei seit 05/2008

    Du hast die Negativkammer zu Lasten des Federwegs und des automatischen Druckausgleichs vergrößert. 20% halte ich für eine optimistische Schätzung, nachdem ca. 50% Volumen alleine schon im Inneren des Schaftrohrs liegen. Bist du zufrieden mit dem Tuning? Hast du es mal mit DebonAir Normal verglichen?
    Natürlich bringt Tuning nicht furchtbar viel, darum geht es dabei ja auch nicht, sondern eher um den Reiz es einfach zu probieren.
    Nach meiner Berechnung (Daten aus nachmodellierten Einzelteilen der Gabel) bringt das Tuning von der Kennlinie so viel:
    Fährt sich auch echt gut, auch wenn ich die Gabel zugegebenermaßen nie "normal" gefahren bin.
    Ich habe den Federweg nicht reduziert sondern bin bei 160mm geblieben, nur halt mit nem 180er air shaft und 20mm Spacer.
    Der automatische Abgleich ist übrigens durch die Fläche der kolbenstange nicht zu 100% kraftfrei, weiß also nicht ob das wirklich ein Nachteil ist.
  4. benutzerbild

    0rcus

    dabei seit 07/2007

    Der automatische Abgleich ist übrigens durch die Fläche der kolbenstange nicht zu 100% kraftfrei, weiß also nicht ob das wirklich ein Nachteil ist.

    Der automatische Druckausgleich ist nur ein Kompromiss zugunsten der Benutzerfreundlichkeit. Für Einstellbarkeit und Performance sind zwei getrennt voneinander befüllbare Kammern besser:
    Wenn man den Aufwand beim Befüllen verkraften kann, dann macht aber ein zweites Ventil für die Negativkammer durchaus Sinn, da man so die Negativkammer besser Abstimmen kann und einen etwas höheren Druck als in der Positivkammer einstellen kann - so bekommt man dann trotz geringerer Wirkfläche auf der stangenseitigen Unterseite des Kolbens ein Kräftegleichgewicht hin. Außerdem kann man das Ansprechverhalten in einem gewissen Bereich auch einstellen.

    @ Martin K S: Dein Hauprahmen macht einiges her. Sehr gelungenes Projekt!
  5. benutzerbild

    Peter Parker

    dabei seit 05/2007

    Verdientes BDW. Jetzt noch etwas Farbe aufs Bauxit und dann den Neid der anderen genießen. smilie

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