Aus dem Verkehr gezogen – Ende 2024 informierte Canyon seine Kunden über mögliche Sicherheitsrisiken. - Inzwischen sind alle Akkus ausgetauscht und der Hersteller bringt die betroffenen Modelle wieder in den Verkauf.
Canyon besitzt weltweit über 130 Prüfstände, die in Kooperation mit der Universität Pforzheim entwickelt werden. - Ein einheitlicher Standard bei Fertigern und im eigenen Labor erleichtert es schnell Rückschlüsse ziehen zu können, spart Versandwege und Zeit.
Sowohl zerstörende als auch nicht zerstörende Prüfstände werden verwendet, um die Sicherheit der Bikes zu gewährleisten. - In Koblenz selbst läuft vor allem die Serienüberwachung, da man im Entwicklungsprozess von Prototypen mit den Prüfstandsergebnissen bei den Fertigern schnellere Fortschritte machen kann.
Neben der dynamischen Ermüdungsprüfung wird auch das Fahrerlebnis mithilfe von Prüfstandsergebnissen optimiert. - Canyon hat etwa Steifigkeitsfenster für die Rahmen festgelegt, um die Fahrdynamik der Bikes über das Carbon-Layup steuern zu können.
Ein eigener Computertomograf erleichtert es Canyon Fehler in Materialstrukturen zu entdecken. - Auch dieses Gerätchen besitzen die Koblenzer übrigens mehrfach.
Eigene Akku-Prüfstände haben die Koblenzer bisher nicht, das Labor und das Know-How wächst aber kontinuierlich. - Das "typisch-Canyon"-Fahrgefühl ist also alles andere als ein Zufall.
Patrick leitet Canyons Hauseigenes Testlabor seit einigen Jahren. - Messen, Testen, erneut Messen – im Akku-Rückruf wurde verschiedenen Theorien nachgegangen, um die Ursache im Kern zu identifizieren und nicht Symptome zu beseitigen – und ein halbes Jahr später in einer vergleichbaren Situation zu landen.
Auch bei der Neukonzeption von Prüfständen, Produktideen oder Spezialanfragen von Athletinnen und Athleten kann das Team aus dem Testlabor helfen. - Die Prüfstände werden größtenteils selbst gefertigt, oder adaptiert, um neue Herausforderungen abtesten zu können.
Beschaffungsengpässe können dank Automatisierung ebenso abgepuffert werden. - Ich würde mich alternativ auch anbieten, die Drehbank bei mir unterzustellen, wenn euch der Platz ausgeht!
Unter Verschluss und oder abgedeckt unter Planen – Hinweise auf neue Produkte sieht man zuhauf im Testlabor. - Trotz all dieser Vorsichtsmaßnahmen gehen im realen Einsatz Produkte kaputt. Persönlich habe ich jedoch noch kein so umfangreich ausgestattetes Prüflabor gesehen.
Lennart Gänz hat das Akku-Projekt maßgeblich betreut - Der Canyon-Entwickler war einerseits sichtlich stolz aufs neue Produkt, man hat ihm aber auch angemerkt, wie wichtig ihm war, sich bei der Community zu entschuldigen.
Optisch ist der neue Akku dem bestehenden Produkt ähnlich. - Sie parallele Neuentwicklung bringt den gesamten Sicherheitsstandard der Austausch-Akkus und der neuen Energiespeicher auf den gleichen Standard.
Der universelle neue Akku passt in alle Torque:ON- und Spectral:ON-Modelle von S bis XL. - Mit komplettem Alu-Gehäuse kamen geringere Vorlaufzeiten, neue Gestaltungsmöglichkeiten, aber auch etwas Mehrgewicht.
Das Futter für den Shimano EP801 ist jetzt vereinheitlicht: 800 Wh leistet der neue Akku.
Zurück im Verkauf: Das Canyon Spectral:ON CF 9 - Wir haben direkt noch eines für einen Test mit eingepackt.
Auch das Canyon Torque:ON CF ist zurück im Verkauf. - Preislich setzt Canyon die Bikes jetzt extrem konkurrenzfähig an.
Hausaufgaben gemacht? Man merkt den Mitarbeitenden bei Canyon an, dass dieses Thema seine Spuren hinterlassen hat. Mit einer Vision geile Produkte zu bauen in eine solche Krise zu geraten, wünscht sich niemand. - Von einer gerissenen Kettenstrebe habe ich aber seit Jahren nichts mehr gehört. Augenscheinlich vergrößert Canyon sein Know-How stetig, reagiert auf Feedback aus dem Markt – positiv wie negativ. Die Firma arbeitet aktiv daran Risiken zu senken – das ist nicht nur unternehmerisch eine gute Maßnahme, sondern vor allem bekommt der Endkunde dadurch langfristig das bessere und sicherere Produkt. Für mich ist das ein gigantischer Gewinn.