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Unser Blogger Max Brandl beim Weltcup in Albstadt. Wenn ihr Fragen an Max habt, dann postet sie hier ins IBC-Forum – Max versucht bestmöglich auf eure Fragen einzugehen!
Unser Blogger Max Brandl beim Weltcup in Albstadt. Wenn ihr Fragen an Max habt, dann postet sie hier ins IBC-Forum – Max versucht bestmöglich auf eure Fragen einzugehen! - Foto: Armin M. Küstenbrück / EGO-Promotion
Max wartet vor dem Weltcup in Albstadt in der Startbox. Gleich wird sich zeigen, ob dass Wintertraining richtig gezündet hat!
Max wartet vor dem Weltcup in Albstadt in der Startbox. Gleich wird sich zeigen, ob dass Wintertraining richtig gezündet hat! - Foto: Lynn Sigel / EGO-Promotion
Und los! Der erste Weltcup der Saison ist gestartet. Max ist links leicht zu erkennen. Der deutsche Meister wurde etwas eingeklemmt und kam deshalb nicht optimal weg.
Und los! Der erste Weltcup der Saison ist gestartet. Max ist links leicht zu erkennen. Der deutsche Meister wurde etwas eingeklemmt und kam deshalb nicht optimal weg. - Foto: Lynn Sigel / EGO-Promotion
Lange Schlange in Albstadt nach dem Start. Zu diesem Zeitpunkt wollte Max eigentlich etwas weiter vorne sein.
Lange Schlange in Albstadt nach dem Start. Zu diesem Zeitpunkt wollte Max eigentlich etwas weiter vorne sein. - Foto: Max Fuchs / EGO-Promotion
In der Verfolgung! Zunächst versuchte Max mit der Brechstange den Anschluss an die Spitze wieder herzustellen. Keine gute Idee
In der Verfolgung! Zunächst versuchte Max mit der Brechstange den Anschluss an die Spitze wieder herzustellen. Keine gute Idee - Foto: Lynn Sigel / EGO-Promotion
Nach Albstadt ist vor Nove Mesto. Klamotten packen und ab nach Tschechien!
Nach Albstadt ist vor Nove Mesto. Klamotten packen und ab nach Tschechien! - Foto: Max Fuchs / EGO-Promotion
Die Linienwahl ist auf der Strecke in Nove Mesto extrem wichtig. Der Kurs gilt als einer der technisch anspruchsvollsten im Weltcup.
Die Linienwahl ist auf der Strecke in Nove Mesto extrem wichtig. Der Kurs gilt als einer der technisch anspruchsvollsten im Weltcup. - Foto: Max Fuchs / EGO-Promotion
Feuer frei. Im Biathlonstadion von Nove Mesto kam Max deutlich besser weg als eine Woche zuvor!
Feuer frei. Im Biathlonstadion von Nove Mesto kam Max deutlich besser weg als eine Woche zuvor! - Foto: Armin M. Küstenbrück / EGO-Promotion
Das war ein knapper Fight um Platz acht gegen Joel Roth. Im Video oben seht ihr den den Zielsprint von Max nochmal in bewegten Bildern!
Das war ein knapper Fight um Platz acht gegen Joel Roth. Im Video oben seht ihr den den Zielsprint von Max nochmal in bewegten Bildern! - Foto: Armin M. Küstenbrück / EGO-Promotion
Over and out! Das Finale war ultrahart!
Over and out! Das Finale war ultrahart! - Foto: Armin M. Küstenbrück / EGO-Promotion

Die ersten beiden Weltcuprennen der Saison in Albstadt und Nové Město na Moravě liegen hinter uns. Mittendrin im Feld der weltbesten U23-Fahrer: Unser Blogger Max Brandl. Während das Rennen in Albstadt noch nicht optimal verlief für den amtierenden deutschen Meister, drehte er eine Woche später in Tschechien ordentlich auf. Wie sich Max auf die Rennen vorbereitet hat und wie so ein Weltcup-Rennen aus Sicht eines Top 10-Fahrers abläuft, lest ihr hier in dem ersten ausführlichen Blog von Max!

Die Meister des Sommers werden im Winter gemacht

Vorletztes Wochenende ging es in Albstadt wieder los. Der erste Weltcup der Saison. Ehrlich gesagt war ich froh, dass es erst jetzt soweit war und nicht schon im März in Südafrika (dieser Weltcup wurde im Herbst wegen fehlender Sponsoren abgesagt) – eine lange Reise und ein Höhepunkt weniger. Andererseits ist es natürlich gut für den Sport, wenn die höchste Rennklasse viele Austragungsorte hat. Aber die sieben Stationen, die der Weltcup dieses Jahr auf zwei Kontinenten macht, plus die WM in Kanada und drei weitere Etappenrennen sind mir aufwändig genug. Meine Saison geht dieses Jahr trotzdem von Anfang Februar bis eventuell Ende Oktober und ich werde knapp 150 Tage unterwegs sein. In den kommenden Wochen, immer vor oder nach den Weltcups, bekommt ihr hier auf MTB-News Einblicke, wie ich mich auf diese sieben (plus die WM) Höhepunkte und die Saison im Allgemeinen vor- und nachbereite. Es wird ums Material und die Fahrtechnik gehen, wie ich mit den unterschiedlichen Anforderungen einer Weltcupwoche und dem Rennen an sich umgehe, was das Besondere am Weltcup ist, was es bedeutet für das LEXWARE Mountainbike Team zu fahren und wie mein Alltag als junger (Halb-)Profi aussieht. Wenn Ihr noch weitere Fragen habt, kommentiert die gerne unter den Blog oder schreibt MTB-News oder mir über Instagram. Ich versuche dann im nächsten Blog darauf einzugehen oder direkt zu antworten.

Unser Blogger Max Brandl beim Weltcup in Albstadt. Wenn ihr Fragen an Max habt, dann postet sie hier ins IBC-Forum – Max versucht bestmöglich auf eure Fragen einzugehen!
# Unser Blogger Max Brandl beim Weltcup in Albstadt. Wenn ihr Fragen an Max habt, dann postet sie hier ins IBC-Forum – Max versucht bestmöglich auf eure Fragen einzugehen! - Foto: Armin M. Küstenbrück / EGO-Promotion
Diashow: World Cup-Blog von Max Brandl: Im Schnitt mit fast 1000 Watt auf der Zielgeraden!
Feuer frei. Im Biathlonstadion von Nove Mesto kam Max deutlich besser weg als eine Woche zuvor!
Das war ein knapper Fight um Platz acht gegen Joel Roth. Im Video oben seht ihr den den Zielsprint von Max nochmal in bewegten Bildern!
Over and out! Das Finale war ultrahart!
Max wartet vor dem Weltcup in Albstadt in der Startbox. Gleich wird sich zeigen, ob dass Wintertraining richtig gezündet hat!
Die Linienwahl ist auf der Strecke in Nove Mesto extrem wichtig. Der Kurs gilt als einer der technisch anspruchsvollsten im Weltcup.
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Zurück zum Anfang. Wie bereitet man sich auf acht Höhepunkte vor? Als erstes streicht man sich den Gedanken aus dem Kopf, dass man an diesen acht Tagen im Jahr in der Weltspitze fahren kann. Vor allem, wenn man nicht Nino Schurter heißt. Ich wähle also zusammen mit meinem Trainer Marc Schäfer und der Teamleitung um Daniel Berhe und Steffen Rust meine zwei bis drei Höhepunkte aus und plane von diesen aus rückwärts die Saison und die Vorbereitung. Das spreche ich natürlich noch mit dem Bundestrainer Peter Schaupp ab. Um für das Olympia-Nationen-Ranking möglichst gut aufgestellt zu sein, besprechen dann noch alle in Frage kommenden Fahrerinnen und Fahrer zusammen, wer wo außerhalb des Weltcups startet, damit wir uns nicht alle gegenseitig die Punkte wegnehmen, aber trotzdem noch Organisationsgemeinschaften bilden können. Danach geht das Wintertraining los und hier kann ich gleich die nächste Faustregel bringen: Die Meister des Sommers werden im Winter gemacht!

Max wartet vor dem Weltcup in Albstadt in der Startbox. Gleich wird sich zeigen, ob dass Wintertraining richtig gezündet hat!
# Max wartet vor dem Weltcup in Albstadt in der Startbox. Gleich wird sich zeigen, ob dass Wintertraining richtig gezündet hat! - Foto: Lynn Sigel / EGO-Promotion

XC-World Cup Albstadt

Dass das Wintertraining, auf das ich im letzten Interview schon eingegangen bin, dieses Jahr zum Glück quasi problemlos verlaufen ist und die Form gut ist, haben auch die Vorbereitungsrennen gezeigt. Deshalb habe ich auch sehr zuversichtlich in die erste Doppelweltcupwoche geblickt und mir ein Top 10-Resultat in Albstadt als Minimalziel gesetzt. Um das zu erreichen, bin ich bereits vier Wochen vorher nur noch mit meinem Hardtail, dem Scott Scale, gefahren. Denn ich fahre eigentlich nur noch mit meinem Fully, dem Scott Spark, und brauche deshalb einiges an Zeit, um mich an die anderen Fahreigenschaften zu gewöhnen. Acht Tage vor dem Rennen bin ich noch mit ein paar Teamkollegen nach Albstadt gefahren, um ein bisschen was vom Heimvorteil zu nutzen und die veränderten Streckenteile kennenzulernen.

Weltcups sind einfach nochmal eine ganz andere Hausnummer als ein HC- oder C1-Rennen und die verkorkste letzte Weltcup-Saison habe ich auch nicht ganz vergessen. Auch wenn man sich das selbst glaube ich nicht wirklich eingesteht, habe ich mir damit wohl doch einiges an Druck gemacht. Ich denke, ich wollte hier schon die vergangene Saison zumindest ansatzweise ausbügeln und war deshalb auch mental nicht frei genug, einfach mein Ding durchzuziehen. Das Ergebnis war, dass ich nach einem weniger optimalen Start mit der Brechstange versucht habe, die Dinge schnell wieder gerade zu biegen, anstatt das Beste aus der Situation zu machen und mein Tempo zu fahren. So wurde ich nach Runde zwei ziemlich schnell nach hinten durchgereicht. Letzten Endes haben mich dann wirklich die Zuschauer noch einmal motiviert und ich konnte ein paar Fahrer überholen, bevor ich als 21. die Ziellinie überquerte.

Und los! Der erste Weltcup der Saison ist gestartet. Max ist links leicht zu erkennen. Der deutsche Meister wurde etwas eingeklemmt und kam deshalb nicht optimal weg.
# Und los! Der erste Weltcup der Saison ist gestartet. Max ist links leicht zu erkennen. Der deutsche Meister wurde etwas eingeklemmt und kam deshalb nicht optimal weg. - Foto: Lynn Sigel / EGO-Promotion
Lange Schlange in Albstadt nach dem Start. Zu diesem Zeitpunkt wollte Max eigentlich etwas weiter vorne sein.
# Lange Schlange in Albstadt nach dem Start. Zu diesem Zeitpunkt wollte Max eigentlich etwas weiter vorne sein. - Foto: Max Fuchs / EGO-Promotion
In der Verfolgung! Zunächst versuchte Max mit der Brechstange den Anschluss an die Spitze wieder herzustellen. Keine gute Idee
# In der Verfolgung! Zunächst versuchte Max mit der Brechstange den Anschluss an die Spitze wieder herzustellen. Keine gute Idee - Foto: Lynn Sigel / EGO-Promotion

Zum Glück gibt es Wattwerte und Rundenanalysen. Da ich mit der Platzierung in Albstadt absolut nicht zufrieden war, konnte ich mich wenigstens auf die getretene Leistung berufen und die war schon in Ordnung. Also habe ich mich nicht lange mit der Platzierung an sich aufgehalten und stattdessen versucht, positiv in Richtung des nächsten Weltcups zu blicken. Das Wichtigste nach Albstadt war, sich gut zu erholen. Deshalb habe ich mich nach dem Rennen noch 25 Minuten auf die Rolle gesetzt und hatte nach dem Abendessen noch eine Massage von unserer Physiotherapeutin Laura in der Teamunterkunft.

Am Sonntagmorgen ging es mir dann schon wieder ganz gut und das lockere Rollen mit dem Rad zur Rennstrecke zum Anfeuern der Elite-Rennen hat mir auch nochmal gutgetan. Zwischen zwei Weltcups sollte man aber auch nicht ganz herunterfahren, sondern muss noch ein bisschen Intensität beibehalten, aber auch nicht zu viel. Marc und ich haben uns dann nach einer weiteren lockeren Einheit am Montag, die trotz strömenden Regens super viel Spaß gemacht hat, für eine Serie submaximaler 30-30-Sprints mit acht bis zehn Wiederholungen am Dienstag entschieden. Die fanden auch wieder im strömenden Regen statt, aber ich habe mich wirklich so fit gefühlt, dass mir das überhaupt nichts ausgemacht hat. Mitverantwortlich dafür war sicher der Gedanke, in Nove Mesto wieder meine fahrtechnischen Fähigkeiten voll ausspielen zu können und der größere Spaßfaktor, den ich mit dem Fully habe.

Nach Albstadt ist vor Nove Mesto. Klamotten packen und ab nach Tschechien!
# Nach Albstadt ist vor Nove Mesto. Klamotten packen und ab nach Tschechien! - Foto: Max Fuchs / EGO-Promotion

XC World Cup Nove Mesto

Kaum, dass die Klamotten von Albstadt wieder sauber und aufgeräumt waren, konnte ich sie auch wieder einpacken. Mittwoch früh um 4:45 Uhr holte mich mein Teamkollege David ab, lud die anderen LEXWARE-Sportler Jannick und Martin aus Freiburg ein und bei Stuttgart stieß noch Luca dazu – ab ging‘s nach Tschechien. Ich glaube wir sind alle froh, dass Luca so unglaublich gerne Auto fährt und von Stuttgart bis zum Teamhotel fast durchgefahren ist. So mussten wir übermüdeten Freiburger nicht viel ans Steuer. Vor Ort hat es schon wieder wie aus Eimern gegossen, die Strecke wurde deshalb sogar gesperrt, aber es war klar, dass sie bis zum Samstag wieder trocken sein würde. Deshalb, und weil der Untergrund sehr ähnlich wie in Freiburg ist, bin ich trotz der übrigen Nässe schon beim Streckentraining am Donnerstag vorne und hinten Thunder Burt gefahren, den schnellen und leichten Reifen für trockene Bedingungen von Schwalbe. Das ist sicher nicht jedermanns Sache, aber man kann sich an die Fahreigenschaften eines solchen Reifens auf dem Vorderrad gewöhnen und ich fühle mich sicher damit.

Die Linienwahl ist auf der Strecke in Nove Mesto extrem wichtig. Der Kurs gilt als einer der technisch anspruchsvollsten im Weltcup.
# Die Linienwahl ist auf der Strecke in Nove Mesto extrem wichtig. Der Kurs gilt als einer der technisch anspruchsvollsten im Weltcup. - Foto: Max Fuchs / EGO-Promotion

Viel wichtiger als Grip sind in Nove Mesto ohnehin die Streckenkenntnisse. Es sind so viele Wurzeln und Steine, eine Unzahl an Linien. Es ist nicht immer wichtig die Schnellste zu finden, deshalb suche ich nach einem Kompromiss aus Schnelligkeit, Sicherheit und Erholung. Wenn die schnellste Linie unglaublich schwierig ist, kann man sie im Rennen bei Puls 190 vielleicht nicht mehr so sicher fahren wie im ausgeruhten Zustand im Training und riskiert dann einen Sturz oder Platten. Das kostet viel mehr Zeit und Nerven, als mal eine oder zwei Sekunden auf der langsamen, aber sicheren Linie zu investieren. Noch besser ist es, wenn man die schwierige Linie blind fahren könnte und im Rennen alles automatisch auch bei Puls 190 abläuft. Diesen Zustand der Streckenkenntnis versuche ich über den ganzen Kurs zu erlangen. Dabei suche ich mir meist markante Wurzeln oder Steine und orientiere mich daran. Das Problem in Nove Mesto ist nur, dass es so unendlich viele Wurzeln und Steine gibt. Doch mit viel Übung, dem Anschauen der Steckenvideos und mehrfachen Durchgehen der Strecke im Kopf, habe ich es auch hier ganz gut hinbekommen. So lege ich mich also mit einem guten Gefühl am Freitagabend ins Bett.

Im Weltcup muss man alles aus sich und der Strecke rausholen. Ersteres ist dabei für mich glaube ich schwieriger. Da ich also zuversichtlich war, dass ich die Strecke optimal beherrsche, ging es jetzt darum nicht denselben Fehler wie in Albstadt zu machen.

Feuer frei. Im Biathlonstadion von Nove Mesto kam Max deutlich besser weg als eine Woche zuvor!
# Feuer frei. Im Biathlonstadion von Nove Mesto kam Max deutlich besser weg als eine Woche zuvor! - Foto: Armin M. Küstenbrück / EGO-Promotion

Aus Fahrerperspektive läuft das Ganze dann so ab:

Der Startschuss fällt. Hektik. Ich sehe eine Lücke rechts von mir, lasse einen Tritt aus, um am Hinterrad des Vordermanns vorbei zu kommen, ich habe Platz, zieh leicht rüber und der Weg ist plötzlich ganz frei. 200 Meter nach dem Start bin ich an der Spitze des Feldes. Erstaunlich, wie entspannt man manchmal da vorne fahren kann. In der ersten Reihe wissen alle, dass es jetzt noch nicht zur Sache geht, aber hinten muss man schon um jeden Zentimeter kämpfen. Ich selbst weiß das auch, will nicht überziehen, sondern kontrolliert mein Ding durchziehen und lasse mich bis zum ersten Singletrail auf Position zehn zurückfallen. Vor mir ist ein Fahrer, von dem ich weiß, dass er technisch nicht so gut ist. Aber ich weiß auch, dass er mich unten auf der Start-/Zielgerade wieder an die Spitzengruppe ranfahren kann und wahrscheinlich wird er es auch einfach machen, ohne sich umzudrehen (genau wie ich es in Albstadt gemacht habe, um wieder nach vorne zu kommen). Der Plan geht auf und so mache ich es die ersten paar Runden immer wieder, auch wenn ich unten hin und wieder selbst mal die Nase in den Wind stecken muss.

Ich war im Rennmodus, klar im Kopf und in guter Ausgangslage. Trotzdem ist mir noch der Fehler beim Rundenzählen unterlaufen und auf einmal klingelte es zur letzten Runde. Das hat mich wirklich überrascht. Eigentlich hatte ich noch mit einer Runde mehr gerechnet. Jetzt musste ich also alles geben und ich bin von der passiven „Ich zieh mein Ding durch“-Taktik in eine offensivere Fahrweise übergegangen. Die Lücke zu Platz acht war noch nicht zu groß und über die Abfahrten wollte ich mich langsam wieder heranarbeiten. Doch der Kampf um Platz neun zwischen Petter Fagerhaug (Norwegen), Jonas Lindberg (Dänemark) und mir war schon so brutal. Ganz knapp vor Jonas schaffte ich es in die letzte Abfahrt. So erschöpft wie da, bin ich glaube ich noch nie in eine Abfahrt gegangen, ich hatte wirklich null Körperspannung. Aber die Streckenkenntnis zahlte sich wieder aus und ich kam trotzdem perfekt auf meiner Linie runter. Wieder etwas erholt und am Hinterrad von Joel Roth (Schweiz) schossen wir aus dem Wald. Darauf folgte das härteste Finale das ich je gefahren bin. 17 Sekunden Zielsprint, im Schnitt mit knapp 1000 Watt und das letzte bisschen Energie das mein Körper zur Verfügung hatte, konnte ich mir auf der Zielgerade noch abverlangen. Danach brach ich an der Bande im Ziel zusammen und ich konnte nichts mehr machen außer liegen bleiben, nicht einmal die Augen öffnen.

Direkt nachdem ich wieder aufstehen konnte und die Interviews fertig waren, bin ich auf die Rolle gestiegen und danach noch mit dem Rad zum Hotel gefahren. Aber so eine Verausgabung macht man nicht mit 40 min Ausfahren wett. Meine Beine taten den ganzen Abend einfach nur weh und ich hatte noch bis Sonntagnachmittag leichte Bauchschmerzen. Mit Platz acht in Nove Mesto bin ich sehr zufrieden und darauf kann ich jetzt aufbauen. Letzte Woche war anfangs noch sehr ruhig, aber am vergangenen Wochenende ging das Training für die nächsten Weltcups wieder richtig los. Auf dem Weg dorthin kommen noch die zweite Station der Bundesliga in Gedern, wo ich in der Elite starten werde, und die Deutsche Meisterschaft in meiner Heimatstadt Lohr am Main. Schaut vorbei wenn Ihr könnt. Es werden sicher spannende Rennen!

Das war ein knapper Fight um Platz acht gegen Joel Roth. Im Video oben seht ihr den den Zielsprint von Max nochmal in bewegten Bildern!
# Das war ein knapper Fight um Platz acht gegen Joel Roth. Im Video oben seht ihr den den Zielsprint von Max nochmal in bewegten Bildern! - Foto: Armin M. Küstenbrück / EGO-Promotion
Over and out! Das Finale war ultrahart!
# Over and out! Das Finale war ultrahart! - Foto: Armin M. Küstenbrück / EGO-Promotion

Gelungener Weltcupauftakt für Max! Habt ihr Fragen an den deutschen U23-Meister?


Alle Blog-Artikel von Max Brandl findest du hier:

  1. benutzerbild

    Renn Maus

    dabei seit 07/2001

    Tolle Berichte von Dir und vor allem auch ein tolles Ergebnis in Nove Mesto.
    Weiter so!!!
  2. benutzerbild

    fortuneteller

    dabei seit 11/2018

    bohne__ schrieb:
    trotzdem ne kurze Zwischenfrage:
    Fahren auch bei einem Matsch-/Regenrennen wie in Albstadt die Fahrer Reifen wie den Thunderburt?
    Ist für mich wirklich schwer nachvollziehbar wie so ein Reifen im Matsch noch funktionieren kann..

    Albstadt war ja nicht von Anfang an ein Matschrennen. Es hatte ordentlich abgetrocknet aber es war vorhergesagt das es nochmal regnen würde aber es gab unterschiedliche Uhrzeiten wann das passieren sollte. Viele haben dann gepokert und sind mit Trockenreifen auf die Strecke (Schurter mit Semislicks, das Superior XC Team war auf Race King). Die meisten Probleme gab es in Albstadt aber unten auf der Wiese. Die anderen Teile der Strecke waren ja mehr oder weniger planiert.
  3. benutzerbild

    tonzone

    dabei seit 08/2015

    Danke für die Einblicke und den tollen Bericht! Hut... äh Helm ab, Respekt, so weit vorne mitfahren zu können! :anbet:
    Baust Du Deine Bikes selbst auf? Ich habe das gleiche 2019er Spark herz:), habe aber die originale Gabel des Rahmensatzes behalten (fahre nur Marathon). Darf ich fragen, was das für eine Gabel ist, sieht auch cool aus in weiss! Hast Du die gleiche auf dem Spark wie auf dem Scale?
    Freue mich auf weitere Berichte
  4. benutzerbild

    reblaus_MSP

    dabei seit 09/2015

    Sehr interessanter Bericht, super geschrieben gerne mehr davon

    Bei deiner Heim-DM, auch nicht weit weg von mir, bin ich vor Ort und drücke die Daumen

    Noch eine Frage, wieviele Stunden trainierst du denn ca. in einer normalen Woche wenn kein Rennen ansteht?

    gewichtheber schrieb:

    [...]Was die erbrachten Leistungen angeht...99% der Forums-User würden keine 5sec an Max´Hinterrad bleiben können...

    Vor zwei oder drei Jahren beim heimischen Marathon habe ich es mal geschafft vielleicht 200 Meter im Windschatten mitzufahren, es dann aber aufgegeben um nicht vom Rad zu kippen :anbet:
  5. benutzerbild

    petejupp

    dabei seit 01/2006

    Herzlichen Glückwunsch zum DM-Titel in der Klasse Herren Elite!

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