Bernard Kerr fährt einen ersten Prototypen für den neuen Bluegrass Brave Fullface-Helm, der auf der Eurobike vorgestellt werden soll. Die Besonderheit an dem hier zu sehenden Helm: Er entspringt einem 3D-Drucker und ist damit ein einmaliger Prototyp, der jedoch bereits sehr genau dem für die Serie zu erwartenden Design entspricht. So zeigt sich für den neuen Helm ein deutlicher Schritt beim Design. Die eigentliche Frage ist jedoch: Würdet ihr mit meinem 3D-gedruckten Helm fahren gehen?

Erster Prototyp aus dem 3D-Drucker: Der neue Bluegrass Brave Fullface-Helm für 2015 in der Praxiserprobung mit Bernhard Kerr.
# Erster Prototyp aus dem 3D-Drucker: Der neue Bluegrass Brave Fullface-Helm für 2015 in der Praxiserprobung mit Bernhard Kerr.

Informationen zum neuen Bluegrass Brave Fullface-Helm gibt es bislang nur wenige. Der Brave ist das Top-Modell von Bluegrass und das neue Modell wird voraussichtlich auf der Eurobike 2014 vorgestellt werden. Ausgangspunkt für die Entwicklung des neuen Helms ist insbesondere das Feedback der Teamfahrerinnen und -fahrer wie Hannah Barnes, Justin Leov, Bernard Kerr oder auch Steffi Marth gewesen. Nach der Entwicklung des neuen Helms am Computer sind zunächst virtuelle Belastungstests durchgeführt worden, bevor der hier gezeigte erste Prototyp mit dem 3D-Drucker erstellt worden ist. Dieses frühe Modell dient zum Praxistest von Design und Passform, entspricht jedoch vom Aufbau her noch nicht dem für die Serie produzierten Helm.

Downhill-Profi Bernhard Kerr [Interview] hat diesen Helm im März diesen Jahres bei den Oceanias DH Championships in Neuseeland gefahren und die Ergebnisse zeigen unseren Informationen nach, dass am Computer gute Arbeit geleistet worden sein soll. Da jedoch noch keine herkömmlich hergestellten Prototypen verfügbar sind, sind Angaben zu Gewicht, Größen und oder Preisen bislang nicht verfügbar. Es ist jedoch davon auszugehen, dass Bluegrass die bekannten Varianten des Brave weitestgehend unverändert in die neue Saison übernehmen wird und die größten Veränderungen – offensichtlich – das Design betreffen.

3D-Drucker ermöglichen die flexible Fertigung von Anschauungsmustern. Dank verbesserter Verfahren wird jedoch zunehmend auch die Anwendung in der Praxis möglich.
# 3D-Drucker ermöglichen die flexible Fertigung von Anschauungsmustern. Dank verbesserter Verfahren wird jedoch zunehmend auch die Anwendung in der Praxis möglich.

Ebenfalls nicht bekannt ist, mit Hilfe welchen Verfahrens der Helm hergestellt worden ist und wie der Aufbau im Inneren aussieht. Additive Fertigungsverfahren (gemeinhin als 3D-Drucken bezeichnet) sind gegenwärtig in allen Industrien und teils auch im Privatgebrauch stark auf dem Vormarsch und ermöglichen die direkt Fertigung von 3D-CAD-Datensätzen. Im Fall des hier gezeigten Helms ist jedoch mehr als ein Anschauungsmuster entstanden – dieser Helm ist von Bernard Kerr im Downhill gefahren worden. Dieser Umstand zeigt mögliche zukünftige Wege für die Helmfertigung auf. Man stelle sich vor, der Helm könnte mit additiven Fertigungsverfahren nach einem 3D-Scan anatomisch perfekt auf den Kopf des Fahrers angepasst werden…

Pivot Teamfahrer Bernhard Kerr mit seinem einmaligen 3D-Druck-Helm.
# Pivot Teamfahrer Bernhard Kerr mit seinem einmaligen 3D-Druck-Helm.

Vor der Eurobike wird der finale Prototyp von den diversen Teamfahrerinnen und -fahrern in der Praxis ein letztes Mal getestet werden, bevor auf der Eurobike der finale Bluegrass Brave für 2015 präsentiert werden soll.

Frage

Würdet ihr einen 3D-gedruckten Helm fahren? Kann eine solche Konstruktion halten und die bekannte Sicherheit bieten? Bietet sie eventuell sogar konstruktive Vorteile?

  1. benutzerbild

    Thunder87

    dabei seit 04/2010

    Den Bauraum um einen Kompletten DH Helm auszudrucken in einem Stück haben nicht allzu viele 3D Drucker und die, die es können sind in der Regel noch sehr teuer...
    Auch wurde der Helm zweifarbig ausgedruckt was die ganze sache auch nochmal anspruchsvoller macht.
    Aber ja die Druckqualität sieht teilweise recht mies aus (Druckfehler, riesige treppchen im oberen teil ect.)
  2. benutzerbild

    dopero

    dabei seit 07/2001

    Hab ich keine Ahnung von, aber erklär doch mal warum da krumme Rohre rauskommen. Würde mich echt mal interessieren.
    Weil bei großen Längen und relativ kleinen Durchmesser (z.B. für Sattelstreben) der Kern wegen der Schwerkraft durch hängt. Deswegen sind auch auf dem Markt erhältliche lange Rohre (meist ab 1500 mm) entweder sehr teurer oder nicht ganz gerade.
  3. benutzerbild

    Iberia

    dabei seit 09/2013

    Weil bei großen Längen und relativ kleinen Durchmesser (z.B. für Sattelstreben) der Kern wegen der Schwerkraft durch hängt. Deswegen sind auch auf dem Markt erhältliche lange Rohre (meist ab 1500 mm) entweder sehr teurer oder nicht ganz gerade.
    Auch bei einer rotierenden Rolle? Zum Trocknen werden die Rohre ja aufgestellt.
  4. benutzerbild

    jan84

    dabei seit 08/2005

    [...]
    Aber ja die Druckqualität sieht teilweise recht mies aus (Druckfehler, riesige treppchen im oberen teil ect.)

    Die Treppchen hast aber auch bei professionellen Anlagen wenn die Fläche nur wenig Schräg zu der Bauebene steht. Der Trick is da dann bisschen drüber zu schleifen smilie.
  5. benutzerbild

    Martin K S

    dabei seit 05/2008

    Ich nehme an, dass bei dem Helm von innen GFK oder CFK gegenlaminiert wurde und das Gedruckte nur die Optik ist.

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