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Kein unbekannter, trotzdem ein seltener Anblick
Kein unbekannter, trotzdem ein seltener Anblick - Der Bontrager SE5 Team Issue läuft etwas unter dem Radar – zu Recht? Wir haben ihn ausführlich getestet
Bontrager SE5 Team Issue Profil
Bontrager SE5 Team Issue Profil - Welcher Stollen übernimmt am Profil welche Aufgabe?
In Zeiten wo 2,6"-Reifen an Neurädern fast schon als gesetzt zählen, ein ungewöhnlicher Anblick
In Zeiten wo 2,6"-Reifen an Neurädern fast schon als gesetzt zählen, ein ungewöhnlicher Anblick - Entsprechend der geringen Breite, wurde der Reifen auf einer Felge mit 25 mm Maulweite gefahren.
Ähnlichkeiten hat der SE5 an den Seitenstollen vor allem mit Maxxis Minion DHF
Ähnlichkeiten hat der SE5 an den Seitenstollen vor allem mit Maxxis Minion DHF - Zu Erwarten war also gewohnt guter Kurvenhalt. Etwas breitere Stollen in der Mitte versprechen mehr Bremstraktion.
Legswag
Legswag - Wenn man sich keine Sorgen um den Bodenkontakt machen muss, fällt das Spielen sehr viel leichter.
Ein Stopfen neben dem Seitenstollen musste während eines Bikepark-Besuchs abdichten
Ein Stopfen neben dem Seitenstollen musste während eines Bikepark-Besuchs abdichten - Der Hinterreifen ist zudem etwas weicher geworden.
Die hohe Laufleistung im garstigen Gelände hat Spuren hinterlassen
Die hohe Laufleistung im garstigen Gelände hat Spuren hinterlassen - Insgesamt ist die Haltbarkeit des Profils aber gut – die Stollen sind zwar entgratet, aber noch nicht komplett zerfressen

Bontrager SE5 Team Issue im Test: 2012 stellte Bontrager den ersten Reifen mit der Nummer 5 vor. Damals noch als reiner Downhill-Reifen G5 angeboten, hat der Hersteller das in Zusammenarbeit mit Aaron Gwin entwickelte Profil auch auf leichtere Reifen übertragen. Neben dem G5 bedient Bontrager mit den Modellen SE5 und XR5 auch den Enduro- und Trailbike-Markt. Helfen die Anpassungen an Karkasse und Gummi, aus dem Downhill-Reifen einen konkurrenzfähigen Enduro-Pneu zu machen? Wir haben die Enduro-Version SE5 Team Issue ausprobiert.

Steckbrief: Bontrager SE5 Team Issue

2015 wurde der Bontrager SE5 Team Issue auf dem Sea Otter Festival angekündigt. Knackige 75 € pro Reifen wurden zu diesem Zeitpunkt aufgerufen. Der optisch identische Reifen zum G5 soll vor allem durch Anpassungen an Karkasse und eine Einlage im Reifen, sowie die Adaption auf die größeren Laufraddurchmesser besser für den Enduro- und Trail-Einsatz geeignet sein.

Mit 990 g Herstellerangabe für den 29″-Reifen in 2,3″ Breite liegt Bontrager im Durchschnitt – viel weniger Gewicht sorgt an einem Reifen für diesen Einsatzbereich meist schon für Einbußen bei der Haltbarkeit, viel mehr will man aber auch nicht mit auf den Berg schleppen. Unsere Waage bleibt bei 1.003 g und 1.018 g stehen. Das bewährte Profil ist mit einer einlagigen 60 TPI-Karkasse und drei Schutzeinlagen kombiniert. Diese sitzen unter der Lauffläche und an den Seitenwänden und sollen den Reifen vor Beschädigung schützen. Bei der Gummimischung setzt man anstelle einer 42a-Mischung, wie am G5, auf einen Aufbau aus 61/50a-Gummi.

Angeboten wird der Reifen in vier Ausführungen: Jeweils 2,3″ und 2,6″ Breite gibt es für 27,5″- oder 29″-Laufräder. Für die breiten Varianten muss man als Kunde 10 € mehr auf den Tisch legen. Alle Reifen der Team Issue-Reihe sind tubeless ready.

  • Laufradgrößen: 27,5″ und 29″
  • Reifenbreiten: 2,3″ und 2,6″
  • Gewicht: 935 – 1080 g
  • Preis: 49,99 – 59,99 € (UVP) Bikemarkt: Bontrager SE5 Team Issue kaufen

Kein unbekannter, trotzdem ein seltener Anblick
# Kein unbekannter, trotzdem ein seltener Anblick - Der Bontrager SE5 Team Issue läuft etwas unter dem Radar – zu Recht? Wir haben ihn ausführlich getestet

Diashow: Bontrager SE5 Team Issue im Test - Grip für alle?
In Zeiten wo 2,6"-Reifen an Neurädern fast schon als gesetzt zählen, ein ungewöhnlicher Anblick
Ähnlichkeiten hat der SE5 an den Seitenstollen vor allem mit Maxxis Minion DHF
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Im Detail

In schlichtes Schwarz gehüllt, mit wenigen grauen Akzenten, aber ohne auffällige bunte Streifen, andersfarbige Karkasse oder bunte Buchstaben an der Seitenwand: Der SE5 präsentiert sich recht dezent. Auch während und nach der Montage gibt es keine Überraschungen – der Reifen rutscht schnell ans Felgenhorn und dichtet ab. Auf der Felge ergibt sich eine normale Ausformung und der Reifen baut gute 58 mm, entsprechend der ETRTO-Angabe.

Bontrager arbeitet bei seiner Nomenklatur mit System – 6 verschiedene Optionen gibt es, von 0 bis 5. Mit Profilklasse 0 wird flacher Untergrund ohne Hindernisse abgedeckt, 5 ist für härtere Trails, auf denen sich die Erde zwischen Steinen und Wurzeln versteckt. Selten gibt ein Reifenhersteller eine so detaillierte Beschreibung zu seinem Profil heraus wie Bontrager. Welcher Block sorgt wofür, welcher Schlitz erfüllt welche Funktion? Am getesteten “5” Profil bekommen wir es erklärt:

Bontrager SE5 Team Issue Profil
# Bontrager SE5 Team Issue Profil - Welcher Stollen übernimmt am Profil welche Aufgabe?

Breit abgestützte A-Stollen, die auf der Vorderseite angeschrägt sind, sollen für guten Rollwiderstand sorgen und gleichzeitig bei jedem Neigungswinkel Traktion bieten. Eine scharfe Kante an der Rückseite soll sich beim Bremsen in den Boden graben und die Bremstraktion hoch halten. Die Stollen der B-Reihe sind in der Mitte verbunden. Vorder- und Rückseite gleichen der A-Reihe – Schräge vorne, Kante hinten. Lamellen in Fahrtrichtung erzeugen eine zusätzliche Kante, die sich in den Boden gräbt, zusätzlich können sich die Stollen etwas deformieren und sollen so Traktion bieten.

Die Seitenstollen der C- und D-Reihe sind am Übergang von Stollen zu Reifendecke jeweils abgerundet. Dadurch soll verhindert werden, dass Dreck hängen bleibt, das Profil zusetzt und so die Traktion verschlechtert. Eine Abstützung nach außen soll dafür sorgen, dass der Stollen nicht umknickt und der Reifen somit auf der Kante nicht plötzlich den Grip verliert. An den C-Stollen arbeitet man zusätzlich mit einer Lamelle, die mit einem V-Profil gezogen ist. Wie auch die Lamellen auf den B-Stollen soll die Kerbe im Reifen den Seitenhalt durch eine zusätzliche Kante pro Stollen vergrößern. Am sehr bekannt aussehenden D-Stollen setzt man auf ein Stollendesign, welches etwas weiter in die Mitte hineinragt. Somit sollte der Übergang zwischen Mittelstollen und Seitenstollen recht geschmeidig ablaufen.

Am restlichen Reifen setzt der Hersteller auf bewährte Technik. Eine einlagige 60 TPI-Karkasse weckt zwar keine Glücksgefühle, wenn man an die nächste steinige Abfahrt denkt, dafür ist der Reifen durch eine sogenannte “Core Strength”-Einlage verstärkt. Dieser Nylon-Einsatz an den Seitenwänden und unter der Lauffläche soll den SE-Reifen genügend Schutzwirkung in ruppigem Gelände und ausreichend Unterstützung in Kurven geben, damit der Reifen nicht einknickt.

Im Vergleich zu den leichteren XR-Reifen mit 120 TPI-Seitenwand sollte die Karkasse mit geringerer TPI-Zahl und demzufolge dickeren Fäden etwas weniger flexibel sein – das wirkt sich zwar negativ auf den Grip aus, sorgt aber für mehr Dämpfung.

Marke ModellUVPGewichtDurchmesserReifenbreite 
BontragerSR5 Team Issue49,99 €1018 g29"2,3"
e*thirteenTRSr79,99 €933 g29"2,35"Testbericht lesen
MaxxisMinion DHR II TR EXO69,50 €825 g29"2,3"Testbericht lesen
OnzaIbex59,99 €925 g29"2,4"Testbericht lesen
SchwalbeMagic Mary SG62,90 €1165 g29"2,35"Testbericht lesen
SpecializedButcher Gripton46,90 €975 g29"2,6"Testbericht lesen
VittoriaMota59,95 €1020 g29"2,35"Testbericht lesen
WTBVigilante Tough/High Grip64,90 €1141 g29"2,3"Testbericht lesen
In Zeiten wo 2,6"-Reifen an Neurädern fast schon als gesetzt zählen, ein ungewöhnlicher Anblick
# In Zeiten wo 2,6"-Reifen an Neurädern fast schon als gesetzt zählen, ein ungewöhnlicher Anblick - Entsprechend der geringen Breite, wurde der Reifen auf einer Felge mit 25 mm Maulweite gefahren.
Ähnlichkeiten hat der SE5 an den Seitenstollen vor allem mit Maxxis Minion DHF
# Ähnlichkeiten hat der SE5 an den Seitenstollen vor allem mit Maxxis Minion DHF - Zu Erwarten war also gewohnt guter Kurvenhalt. Etwas breitere Stollen in der Mitte versprechen mehr Bremstraktion.

Technische Daten

Alle technischen Daten, Details und Standards des Bontrager SE5 Team Issue findet ihr in der folgenden Tabelle zum Ausklappen:

Technische Daten zum Ausklappen

Größe27.5" x 2.3"27.5" x 2.6"29" x 2.3"29" x 2.6"
Durchmesser27,5"27,5"29"29"
Breite2.3"2.6"2.3"2.6"
TPI60 TPI60 TPI60 TPI60 TPI
Durometer61a/50a61a/50a61a/50a61a/50a
TypTubeless Ready/DrahtreifenTubeless Ready/DrahtreifenTubeless Ready/DrahtreifenTubeless Ready/Drahtreifen
Höchstdruck50 psi50 psi50 psi50 psi
ETRTO58-58466-58458-62266-622
PannenschutzCore StrengthCore StrengthCore StrengthCore Strength
Gewicht935 g1015 g990 g1080 g
Preis49,99 €59,99 €49,99 €59,99 €

Auf dem Trail

Schmaler Reifen, schmale Felge, nicht allzu hohe Stollen – montiert sieht der Bontrager SE5 wenig aggressiv aus. Aus Fahrerperspektive fast schon ungewohnt schmal, baut sich der Reifen zwischen den weit auseinander stehenden Standrohren der Boost-Federgabel am Trägerbike auf. Nachdem uns die meisten Testräder aber inzwischen mit dicken 2,5 – 2,6″-Gummis erreichen, freuen wir uns auf die Abwechslung.

Bergauf rollt der SE5 sehr angenehm dahin und hilft, Kraft für die Abfahrt zu sparen. Grip? Ausreichend, auch für Trail-Uphills. Auf losen Untergründen neigt der Reifen zwar etwas schneller zum Durchdrehen, allgemein ist das Verhältnis zwischen Abrollverhalten und Grip aber sehr gut. Trotz der geringen Breite kann man den Druck weit genug absenken, um bergauf komfortabel unterwegs zu sein.

Ganz ohne Grund haben wir uns nicht auf die Abwechslung gefreut: Breite Pneus auf Felgen mit gigantischen Maulweiten bieten schier endlosen Grip, das Fahrverhalten wird dafür aber oft weniger direkt. Gleichzeitig schrumpft der Grat beim Einstellen des Luftdrucks, also zwischen Springen und Wegknicken des Reifens und man muss sehr genau arbeiten und lange optimieren. Schmale Reifen können zwar durch die geringere Auflagefläche nicht ganz so viel Traktion aufbauen, punkten dafür aber mit spritzigem Fahrverhalten. Gleiches gilt für den Bontrager SE5 Team Issue – montiert auf einem Trail-Bike konnte uns der Reifen den ganzen Sommer bespaßen.

Vor allem dem breiten Einsatzspektrum des Reifens konnten wir viel abgewinnen – ob staubige, mit Steinen und Wurzeln durchsetzte Böden, rutschige Lehmabfahrten oder sandige Piste, der Reifen konnte immer wieder gute Leistung erzielen. Auf harten Untergründen sorgen die tendenziell höheren Reifendrücke und die niedrigen Stollen für Kontrolle: Einknicken der Seitenwand oder Umklappen der Stollen? Fehlanzeige – der Reifen fährt sich sehr sicher und lädt dazu ein, das Rad mit Schmackes um die Kurven zu knüppeln. Wenn sich der Verstand einschalten muss, um daran zu erinnern, dass Laufräder ganz schön teuer sein können, läuft meistens etwas sehr richtig.

Wenn man sich keine Sorgen um den Bodenkontakt machen muss, fällt das Spielen sehr viel leichter.
# Wenn man sich keine Sorgen um den Bodenkontakt machen muss, fällt das Spielen sehr viel leichter.

In tiefere Böden dringt der schmale Reifen eher ein, als dass er aufschwimmt – auch wenn sich die Stollen nicht ganz so tief ins Erdreich drängen, generiert das Profil ausreichend Traktion. Das kommt dem Bontrager SE5 Team Issue sowohl bei staubigen Bedingungen als auch auf durchweichtem Erdreich zu gute. Gemessen am niedrigen Profil ist der Grip sehr gut. Wer schnell fährt, möchte auch schnell zum Stehen kommen – hier punktet der SE5 nicht mit Bestnoten. Vor allem wenn es lose wird, sollte man schlau fahren, seine Bremspunkte rechtzeitig setzen und auf den hohen Kurven-Grip des Reifens vertrauen.

Wie steht es aber um Haltbarkeit und Dämpfung? Bei der Dämpfung hat Bontrager am SE5 einen guten Schnitt für ein breites Nutzer-Spektrum gefunden – für Leichtgewichte war die Dämpfung auch in hartem Gelände ausreichend, wer aber ein paar Kilo mehr auf die Waage bringt, könnte mit dem Gedanken spielen, am Hinterrad einen G5 zu montieren oder ein Insert zu verbauen. Bei der Haltbarkeit muss der Reifen kleine Abstriche machen. Nach vier Tagen mit dem Trailbike im Bikepark-Einsatz stanzte ein Stein ein Loch in den Hinterreifen, das durch die Tubelessmilch nicht mehr abgedichtet werden konnte. Eine Maxalami konnte den Schnitt aber stopfen. Im Laufe des Testzeitraums ließ die Dämpfung am Hinterrad zudem etwas nach.

Das ist uns aufgefallen

  • Pannenanfälligkeit Im Tubeless-Einsatz musste sich der Reifen einen ganzen Sommer lang beweisen – ohne Panne? Nicht ganz, denn ein Durchstich an der Lauffläche im Bikepark beendete die aktuelle Abfahrt abrupt. Ein Reifenstopfen konnte aber schnell Abhilfe schaffen.
  • Verschleiß Vor allem der Hinterreifen zeigt inzwischen Verschleißerscheinungen: Neben den entgrateten Stollen, die sich beim Bremsen nicht mehr ganz so effektiv in den Boden graben, hat auch die Karkasse etwas nachgelassen. In Folge dessen mussten wir hinten den Luftdruck etwas anheben.
  • Schmale Reifen reichen aus In Kombination mit 25 mm Maulweite konnte der Bontrager SE5 Team Issue mit Grip und sportlichem Fahrverhalten überzeugen. Auf den gleichen Strecken hatten wir mit dickeren Pneus auf breiten Felgen vielleicht ein Quäntchen mehr Grip, mussten dafür aber Einbußen beim Fahrverhalten hinnehmen. Vor allem aktive Fahrer konnten dem direkteren Handling und dem weniger schwammigen Gefühl der schmaleren Kombination viel abgewinnen.
  • Underdogs Mit knapp 50 € ist der SE5 Team Issue kein Schnäppchen, verglichen mit den Reifen anderer Marken, kann er aber bei der Performance mithalten und ist dabei ein paar Euros günstiger – einen Underdog auszuprobieren lohnt sich manchmal nicht nur für die Performance, sondern auch für den Geldbeutel.
  • Würde ich mir dieses Produkt kaufen? Diese Frage steht am Ende eines jeden Tests. In diesem Fall? Ja – der Reifen unterstützt das lebendige Fahrverhalten meines Trail-Bikes und bietet Reserven, wenn es mal ein paar Tage lang richtig krachen darf.
Ein Stopfen neben dem Seitenstollen musste während eines Bikepark-Besuchs abdichten
# Ein Stopfen neben dem Seitenstollen musste während eines Bikepark-Besuchs abdichten - Der Hinterreifen ist zudem etwas weicher geworden.
Die hohe Laufleistung im garstigen Gelände hat Spuren hinterlassen
# Die hohe Laufleistung im garstigen Gelände hat Spuren hinterlassen - Insgesamt ist die Haltbarkeit des Profils aber gut – die Stollen sind zwar entgratet, aber noch nicht komplett zerfressen

Fazit – Bontrager SE5 Team Issue

Das perfekte Produkt gibt es nicht, zu verschieden die Vorlieben und individuellen Anforderungen. Auf der Suche danach werden wir aber immer wieder von weniger stark verbreiteten Produkten überzeugt, die dem sehr nahe kommen. So auch vom Bontrager SE5 Team Issue. Fans von direktem Fahrverhalten, berechenbaren Reifen und spritziger Fahrweise können auch mit einem 2,3" breiten Reifen glücklich werden. Viel Grip, solide Bremstraktion und ein angenehmer Rollwiderstand treffen auf gute Pannenresistenz und angemessene Haltbarkeit. Das macht den Bontrager SE5 Team Issue zum guten Allrounder.

Pro
  • Fahrverhalten – Grip, Dämpfung, Bremstraktion
  • Guter Rollwiderstand
  • Preis-Leistung
Contra
  • Karkasse am Hinterreifen wurde etwas weicher
Rundum glücklich?
# Rundum glücklich? - Vor allem Fahrer die auf spritziges Fahrverhalten aus sind, bekommen mit dem Bontrager SE5 Team Issue ein sehr stimmiges Gesamtpaket.

Testablauf

Der Bontrager SE5 Team Issue wurde während dem mehrere Monate andauernden Testzeitraum auf einer DT Swiss EX471-Felge und einer Stan’s Notubes Flow MK3 bewegt. Vom Fliegengewicht bis zum kräftigeren Fahrer musste sich der Reifen in forderndem Gelände beweisen. Im Testzeitraum wurden verschiedene Drücke ausprobiert, um die optimale Performance aus dem Reifen herauszukitzeln. Gondel-unterstützte Uphills machte der Reifen an fünf Tagen mit, im restlichen Testzeitraum wurden sämtliche Anstiege aus eigener Kraft erarbeitet.

Hier haben wir den Bontrager SE5 Team Issue getestet

  • Singletrails: Anspruchsvolle, schnelle Strecken mit ruppigen Streckenabschnitten und technischen Sektionen. Lose, offene Untergründe und harte Böden, Naturtrails und gebaute Strecken.
  • Reschenpass: von schnell bis langsam, von nass bis staubig, drei Tage liftunterstütztes Enduro-Fahren forderten den Reifen.
  • Bikepark: In Maribor und Serfaus musste sich der Reifen dem Härtetest unterziehen – von rutschigen, Wurzel-durchsetzten Matsche-Böden in Slovenien, bis zur staubigen Schotter-Autobahn in Tirol.
Testerprofil Christoph Spath – bitte ausklappen

Tester-Profil: Christoph Spath
49 cm70 kg94 cm60 cm190 cm
Chris fährt gerne alles, von Dirt Jump über Trail und Enduro bis Downhill, gerne schnell, in grobem Gelände und mit viel Luftstand
Fahrstil
flüssig
Ich fahre hauptsächlich
Downhill, Enduro
Vorlieben beim Fahrwerk
auf der straffen Seite, viel Druckstufe, Balance zwischen Front und Heck
Vorlieben bei der Geometrie
vorne lang, hinten mittellang, flacher Lenkwinkel

  1. benutzerbild

    Stompy

    dabei seit 06/2007

    MSTRCHRS schrieb:

    Im Text werden die Vorteile von breiter Maulweite in Kombination mit WT-Reifen benannt: "Breite Pneus auf Felgen mit gigantischen Maulweiten bieten schier endlosen Grip, das Fahrverhalten wird dafür aber oft weniger direkt." Im Fazit hingegen steht, dass der SE5 eher etwas für Fans von direktem Fahrverhalten ist.

    Die Entscheidung ob breite Reifen + Felge oder lieber eine schmale Felge und einen Reifen wie den SE5 muss jeder für sich treffen, da gibt es kein schwarz/weiss. Ich bin beispielsweise vergangenes Jahr die gleichen Trails am Reschenpass einmal mit 31 mm + 2,4er Pneu und einmal mit 25 mm + 2,3er Reifen gefahren. Beides "Enduro"-Reifen, mit stabiler Karkasse. Der Unterschied in der Reifenbreite war groß, die breite Kombi hatte mehr Grip, war aber schwammiger zu fahren. Mit dem schmalen Setup war ich trotz weniger Federweg schneller unterwegs – weniger der Grip war ausschlaggebend, vielmehr die Berechenbarkeit.
    Welcher Fahrertyp also für was? Ich komme ganz ursprünglich eher aus der Dirtjump Ecke und pushe gerne durch Kurven durch, da ist das breite Setup einfach nicht das wahre, weil die Reifen irgendwann knicken. Wer einen moderateren (und damit meine ich nicht zwangsweise langsameren) Fahrstil hat, ist vermutlich mit breiten Reifen besser aufgehoben.


    Sehr schön, hätte mich gefreut wenn solche Infos und der Fahrer-Hintergrund im Test (und z.b. auch im WT-Test) mehr heraus gearbeitet worden wäre. Würde der Konsistenz gut tun. Bei den Bike Tests gebt ihr doch auch die Vorlieben der Fahrer an.
  2. benutzerbild

    MSTRCHRS

    dabei seit 07/2010

    FJ089 schrieb:
    Hoffentlich gleich in Kombination mit dem Judge für hinten!?

    Aber dann verweist doch gar nicht erst auf den mehr als 2 Jahre alten Test, sondern schreibt auch "Test folgt" rein ...


    Mit Judge und dem neuen Trail Boss.
    Der "alte" Vigilante passt hier mMn besser, weil der schmälere 2,3er Reifen besser vergleichbar ist, als der neue 2,5er.
    (Außerdem bin ich den 2,3er Vigi den Winter über auf dem gleichen Rad gefahren)

    Stompy schrieb:
    Sehr schön, hätte mich gefreut wenn solche Infos und der Fahrer-Hintergrund im Test (und z.b. auch im WT-Test) mehr heraus gearbeitet worden wäre. Würde der Konsistenz gut tun. Bei den Bike Tests gebt ihr doch auch die Vorlieben der Fahrer an.


    Im Testerprofil stehen die Vorlieben drin, allerdings nicht spezifisch auf das Thema Reifen. Zusammen mit dem Punkt von @NoriDori ist das etwas, worauf wir bei den kommenden Tests genauer eingehen werden
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  4. benutzerbild

    Jurriaan

    dabei seit 04/2002

    Ist ein Test der Baron (vielleicht der Kaiser) geplant?
  5. benutzerbild

    Sloop

    dabei seit 03/2015

    Eine Angabe von Druckwerten wäre echt interessant. Du schreibst im Bericht immer wieder was von Drücken, leider fehlen immer die direkten Druckangaben.
  6. benutzerbild

    null-2wo

    dabei seit 04/2011

    danke für den ausführlichen test! konntet ihr bitte auch budget-/allerweltsreifen wie z. b. nen on-one chunky monkey mit rein nehmen? würde mich interessieren wie der im direkten vergleich abschneidet.

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