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Geometrie
Geometrie - 29"-Räder, 140/140 mm Federweg, Carbon-Rahmen, 12,81 kg
Kein Flipchip an Yoke oder ähnlichem
Kein Flipchip an Yoke oder ähnlichem - die Geometrie des Wild Ronin ist gesetzt und baut auf eine Mischung aus modernen und bewährten Werten.
Im Winter noch zur besten Trail-Gabel gekürt: die Fox 34 Factory
Im Winter noch zur besten Trail-Gabel gekürt: die Fox 34 Factory - mit Fit4-Dämpfung und 140 mm Federweg soll sie Hindernisse wegbügeln.
Im Heck arbeitet ein Float DPS mit Kashima-Beschichtung
Im Heck arbeitet ein Float DPS mit Kashima-Beschichtung - mitsamt Dämpferverlängerung presst die Kinematik 140 mm Federweg aus dem Dämpfer.
Shimano XT M8100 12-fach-Schaltung
Shimano XT M8100 12-fach-Schaltung - sorglose 12-fach-Funktion mit satter Bandbreite und angenehmer Abstufung.
Kind Shock-Dropperpost mit 150 mm Hub
Kind Shock-Dropperpost mit 150 mm Hub - passender fänden wir ein etwas kürzeres Sitzrohr und eine längere Stütze am XL-Rahmen.
Schwalbe Fat Albert und DT XMC1200 Carbon-Laufräder
Schwalbe Fat Albert und DT XMC1200 Carbon-Laufräder - diese wirklich sehr leichtgewichtige Kombination dürfte für Beschleunigungen sorgen, die Elon Musk und Nasa neidisch werden lassen.
Mit 76° Sitzwinkel und 490 mm Reach fällt die Sitzposition am Wild Ronin angenehm aufrecht aus.
Mit 76° Sitzwinkel und 490 mm Reach fällt die Sitzposition am Wild Ronin angenehm aufrecht aus.
Traktion bietet der Hinterbau bergauf massig
Traktion bietet der Hinterbau bergauf massig - perfekt, um auch schwierige Anstiege im Gelände zu meistern. Auf Schotter oder Asphalt sperrt man das Heck allerdings gerne.
Druck aufs Vorderrad ist in steilem Gelände notwendig
Druck aufs Vorderrad ist in steilem Gelände notwendig - das Rad ist im Vergleich recht kompakt, was sich bergauf bemerkbar macht – positiv durch Agilität, negativ durch ein steigendes Vorderrad.
Fahrspaß ab der ersten Minute
Fahrspaß ab der ersten Minute - anstatt grade über alles zu hämmern, möchte man mit dem Bulls Wild Ronin Team lieber in sanften S-Kurven die Breite des Trails für Spielereien ausnutzen.
Feinfühliger und satter Hinterbau
Feinfühliger und satter Hinterbau - wird es technisch anspruchsvoller, kann das Fahrwerk lange einen sehr guten Job machen und Traktion und Pop verbinden. So lassen sich die spaßigen Linien mit Gaps versüßen.
Agilität geht zulasten der Laufruhe
Agilität geht zulasten der Laufruhe - beim Sicherheitsempfinden reiht sich das Bulls nicht an erster Stelle ein. Hier kommt man früher an die Grenze, als das gute Fahrwerk es vermuten lassen würde.
Auch weitere Sätze lassen den Hinterbau nicht durchschlagen
Auch weitere Sätze lassen den Hinterbau nicht durchschlagen - die Progression baut sich zwar nicht super sanft auf, das Rad schlägt aber nicht hart durch.
Flat Albert
Flat Albert - der Reifen hielt nicht lange Stand und auch der Grip war eher unterdurchschnittlich im Vergleich mit anderen Reifen dieser Kategorie. Wegen eines Risses im Felgenhorn haben wir im Testverlauf auf eine andere Reifen-Laufrad-Kombination gewechselt.
Bulls Wild Ronin Team
Bulls Wild Ronin Team - 29"-Räder, 140/140 mm Federweg, Carbon-Rahmen, 12,81 kg.
Mit dem Bulls Wild Ronin Team ist dem Hersteller ein spannendes Trailbike gelungen
Mit dem Bulls Wild Ronin Team ist dem Hersteller ein spannendes Trailbike gelungen - es bedient in Serienausstattung eine Zielgruppe, die sich eher auf Tour wohl fühlt, zeigt auf dem Trail aber, dass noch viel mehr Potential im leichten Chassis steckt. Vor allem was Fahrspaß angeht, kann das Wild Ronin sich weit vorne einreihen. Bei geringem Gewicht und erschwinglichem Preis kann man da nur sagen: gut gemacht!

Bulls Wild Ronin Team im Test: Mit starken Teams im XC-Race und der EWS orientiert sich Bulls am Renngeschehen, um den Athleten passende Bikes zur Verfügung zu stellen. Nicht direkt ein Race-Bike, aber parallel zum Enduro-Bike Wild Creed entwickelt, wurde letztes Jahr das neue Trailbike Wild Ronin vorgestellt. Trotz 29″-Rädern, 140 mm Federweg an Front und Heck und einer Orientierung am Wild Creed bleibt es ein Bike, welches man nicht direkt auf dem Schirm hat, wenn man an Trailbikes denkt. Umso gespannter waren wir auf den Fahreindruck.

Steckbrief: Bulls Wild Ronin Team

EinsatzbereichTrail, All-Mountain
Federweg140 mm/140 mm
Laufradgröße29ʺ
RahmenmaterialCarbon
Rahmengrößen41, 44, 48, 51 (im Test: 51)
Websitewww.bulls.de
Preis: 4.499 Euro

Bulls und die Zweirad Experten Gruppe – kurz ZEG – wagten sich in der Vergangenheit immer wieder ins Gravity-Segment. Der neueste Vorstoß geht in Richtung Enduro und Trail. Für den Trail-Einsatz stellte Bulls letztes Jahr das Wild Ronin neu vor. Mit 140 mm Federweg an Front und Heck, 29″-Laufrädern, voluminösem Carbon-Rahmen und ausreichend Platz für zwei Trinkflaschen bringt es in Größe XL leichte 12,81 kg (mit Schläuchen, ohne Pedale) auf die Waage. Mit vier Größen und vier Ausstattungsvarianten zwischen 2.499 € und 7.999 € sieht Bulls das Rad als All-Mountain/Trailbike für ambitionierte bis sportliche Fahrer, die auf der Suche nach maximaler Trail- und Downhill-Action sind.

Bulls Wild Ronin Team
# Bulls Wild Ronin Team - 29"-Räder, 140/140 mm Federweg, Carbon-Rahmen, 12,81 kg.
Diashow: Bulls Wild Ronin Team im Test: Wilder Samurai auf dem Trail?
Geometrie
Druck aufs Vorderrad ist in steilem Gelände notwendig
Shimano XT M8100 12-fach-Schaltung
Schwalbe Fat Albert und DT XMC1200 Carbon-Laufräder
Mit 76° Sitzwinkel und 490 mm Reach fällt die Sitzposition am Wild Ronin angenehm aufrecht aus.
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Im Detail

Liest man die Produktbeschreibung zum Wild Ronin auf der Bulls-Webseite, so findet man wenig, was das Bike nicht können soll: leicht, steif, extrem handlich, extrem wendig, volle Kontrolle auf technischen Abfahrten, maximaler Spaßfaktor, moderne Rahmengeometrie, Sicherheit auf Highspeed-Downhills und in Summe das ultimative Trailbike …

Der Blick auf die Geometrietabelle stellt davon zumindest einiges infrage. So lang und so flach ist der Carbon-Rahmen im Vergleich zum restlichen Angebot auf dem Markt gar nicht. Wirft man aber einen Blick auf das Bulls-Angebot der Vergangenheit, so ist es dennoch ein guter Schritt nach vorne.

Volumen satt am Bulls Wild Ronin Team
# Volumen satt am Bulls Wild Ronin Team - nicht nur das Volumen ändert sich stark in verschiedenen Bereichen am Rahmen.
Steifigkeit, wo sie nötig ist
# Steifigkeit, wo sie nötig ist - im Tretlagerbereich sind auch mehr Carbonlagen als in der Mitte der Rohre verlegt.
Fidlock
# Fidlock - hier lässt sich der leichte und dünnwandige Rahmen sogar etwas mit dem Finger eindrücken.

Bereits ganz weit vorne dabei ist das Wild Ronin beim Thema Gewicht. Mit starkem Hintergrund im XC- und Marathon-Sektor ist es aber auch nicht sehr verwunderlich, dass auch ein Trailbike von Bulls leicht ausfallen würde. Konkret: 12,81 kg für das getestete Komplettrad in Rahmengröße XL. Dem zugrunde liegt ein Rahmengewicht von 2.584 g in Größe M. Wer sich die Mühe macht und die Laufräder auf tubeless umrüstet, kratzt fast an der 12 kg Marke, was für ein Trailbike zwischenzeitlich ein sehr guter Wert ist.

Im Kontrast zu den hohen Carbon-Felgen und dem großen Steuerrohrbereich wirkt die Fox 34 fast ein bisschen schmal. Der Dämpfer hingegen ist in die Formensprache integriert. Er schlägt eine Brücke zwischen Oberrohr und Hinterbau – von Steuerrohr bis Hinterradachse zieht sich so eine Linie durch. Das Rad wirkt mitsamt seinem Finish elegant und dem Preis entsprechend. Unterstrichen wird das durch innenverlegte Züge, die das kantige aber aufgeräumte Erscheinungsbild nicht aufbrechen.

Bewährt mit vier Gelenken
# Bewährt mit vier Gelenken - wie viele andere Hersteller setzt man bei Bulls auch auf einen Horstlink-Hinterbau.
Schutzzone
# Schutzzone - nicht nur das Unterrohr ist vor Steinschlag geschützt, auch die Kurbeln haben eine Schutzfolie ab Werk.
Gesammelte Werke
# Gesammelte Werke - alle Kabel münden am Steuerrohr gebündelt in den Rahmen.

Besonders viel zu entdecken gibt es aber nicht. Verzierungen, kleine Logos, eine Plakette am Oberrohr – eher optische Schmankerl als technische Features. Und so bleibt uns nur der Blick auf die wenigen Details. Zum Beispiel die Rahmenschützer, die zwar da sind, aber nicht besonders dick auftragen. Zwei Trinkflaschen finden im Hauptrahmen Platz, vorzugsweise die hauseigenen MonkeyLink-Flaschen mit Fidlock-Halterung.

Bulls setzt beim Wild Ronin weiterhin auf einen Viergelenk-Hinterbau, der Dämpfer wird via Dämpfer-Verlängerung angesteuert. Technisch setzt das Rad auf moderne Standards wie PostMount-Bremsaufnahme, metrischen Dämpfer, Pressfit-Tretlager und natürlich Boost.

Knapp
# Knapp - wer gerne im Matsch spielt, könnte etwas Reifenfreiheit vermissen.
Unaufgeregtes Cockpit
# Unaufgeregtes Cockpit - ein Race Face Aluminium-Lenker und 50 mm-Vorbau bringen Kontrolle.

Geometrie

Bei der Geometrie zeigt sich ein gemischtes Bild. Bulls wagt sich stellenweise an moderne Zahlen, setzt an anderen Stellen aber durchaus auf recht konservative Werte. Beginnen wir beim Lenkwinkel: Mit 66,5° fällt dieser im Testfeld am steilsten aus. Das Sitzrohr ist ebenfalls vergleichsweise lang – 510 mm am getesteten XL-Rahmen. Mit einer 140 mm-Gabel zeigt sich der Stack moderat und harmoniert mit dem Reach von 490 mm am Testrad. 30 mm ist das Tretlager abgesenkt, was ein angenehmer Mittelwert in dieser Kategorie ist.

Die Kettenstrebe misst durch alle Rahmengrößen hindurch 435 mm. Auf Geo-Spielereien wie einen Flipchip oder Winkelsteuersatz verzichtet Bulls am Wild Ronin Team komplett. In Summe steht das Bulls Wild Ronin damit zwischen etablierten und modernisierten Geometrien. Ob dies vielleicht als ideale Balance die perfekte Lösung ist? Wir wollten es herausfinden.

RahmengrößeSMLXL
Sitzrohrlänge410 mm440 mm480 mm510 mm
Sitzwinkel76°76°76°76°
Oberrohrlänge582 mm603 mm625 mm647 mm
Kettenstrebenlänge435 mm435 mm435 mm435 mm
Tretlagerabsenkung30 mm30 mm30 mm30 mm
Steuerrohrlänge110 mm110 mm120 mm130 mm
Lenkwinkel66,5°66,5°66,5°66,5°
Stack612 mm612 mm621 mm630,5 mm
Reach430 mm450 mm470 mm490 mm
Radstand1173 mm1193 mm1217 mm1241 mm
Kein Flipchip an Yoke oder ähnlichem
# Kein Flipchip an Yoke oder ähnlichem - die Geometrie des Wild Ronin ist gesetzt und baut auf eine Mischung aus modernen und bewährten Werten.

Ausstattung

Vier Ausstattungsvarianten zwischen Einsteiger-freundlichen 2.499 € und satten 7.999 € bietet Bulls mit dem Wild Ronin an. Viele Gemeinsamkeiten haben die Bikes nicht: Alle kommen mit 12-fach Schaltung, Dropperpost und Schwalbe-Reifen. Ein Fox Fahrwerk findet man am teuren SL-, am getesteten Team- und am RS-Modell. Die günstige Einstiegsversion kommt mit RockShox Gold RL und Deluxe-Dämpfer. Carbon-Laufräder gibt es am SL- und Team-Modell.

Betrachten wir das Testrad einmal genauer, bevor wir uns noch auf das außergewöhnliche SL-Modell stürzen. Am Wild Ronin Team kommt eine insgesamt funktionelle Ausstattung zum Einsatz. Beim Fahrwerk setzt Bulls auf die Factory-Ausführungen von 34 Fit4 und DPS, dem Bling-Bling-Faktor tun auch die DT Swiss XMC1200-Carbon-Laufräder gut. Bei diesen Teilen würde man jetzt vermutlich schon einen XTR-Spec und einen Carbon-Lenker erwarten – hier spart Bulls aber unserer Meinung nach sehr sinnvoll Kosten. Der Shimano XT-Antrieb und die Vierkolben-Bremse aus der XT-Serie sind voll und ganz ausreichend. Dazu gibt es ein Alu-Cockpit von RaceFace.

Knackige 3.500 € trennen das Team-Modell von der nächsten Stufe nach oben. Was macht das 8.000 € Bulls so teuer? Hier hat der Produktmanager aus dem Vollen geschöpft und Teile ausgewählt, die man so höchstens in Custom-Aufbauten kombiniert sieht. Den Unterschied machen SRAM XX1 AXS, Reverb AXS, Trickstuff Piccola HD und die Gemini-Lenker/Vorbau-Kombination aus Barcelona.

  • Federgabel Fox 34 Factory Fit4 (140 mm)
  • Dämpfer Fox Float DPS Factory (140 mm)
  • Antrieb Shimano XT M8100
  • Bremsen Shimano XT M8120
  • Laufräder DT Swiss XMC 1200
  • Reifen Schwalbe Fat Albert
  • Cockpit Raceface Turbine (760 mm) / Raceface Turbine (50 mm)
  • Sattelstütze Kindshock Rage i (150 mm)
Komplette Ausstattung zum Ausklappen

AusstattungsvarianteWild Ronin SLWild Ronin TeamWild Ronin RSWild Ronin
FedergabelFox Float 34 Factory, 140 mmFox Float 34 Factory, 140 mmFox Float 34 Performance, 140 mmRockShox 35 Gold RL, 140 mm
DämpferFox Float DPS FactoryFox Float DPS FactoryFox Float DPS PerformanceRockShox Deluxe Select+ RT, 140 mm
SchaltwerkSRAM XX1 Eagle AXSShimano Deore XTShimano Deore XTSRAM SX Eagle
SchalthebelSRAM XX1 Eagle AXSShimano Deore XTShimano Deore XTSRAM SX Eagle
KurbelgarniturSRAM XX1 Eagle AXSShimano Deore XTShimano Deore XTSRAM SX Eagle
KassetteSRAM XX1 Eagle Shimano Deore XTShimano SLXSRAM SX Eagle
BremsenTrickstuff Piccola HDShimano Deore XTShimano BR-MT520Shimano BR-MT420
Lenker Gemini KastörRace Face TurbineRace Face RideRace Face Ride
VorbauGemini KastörRace Face TurbineRace Face RideRace Face Ride
SattelstützeRockShox Reverb AXS, 150 mmKind Shock Rage i, 150 mmKind Shock Edge i, 150 mmLimotec FP-01, 150 mm
SattelFizik TaigaFizik TaigaSelle Royal ViviSelle Royal Vivi
LaufradsatzDT Swiss XCM 1200 SplineDT SWiss XCM 1200 SplineDT Swiss M1900 Spline 30Race Face AR30
ReifenSchwalbe Fat AlbertSchwalbe Fat AlbertSchwalbe Fat AlbertSchwalbe Nobby Nic
Preis7.999 €4.499 €2.999 €2.499 €
Im Winter noch zur besten Trail-Gabel gekürt: die Fox 34 Factory
# Im Winter noch zur besten Trail-Gabel gekürt: die Fox 34 Factory - mit Fit4-Dämpfung und 140 mm Federweg soll sie Hindernisse wegbügeln.
Im Heck arbeitet ein Float DPS mit Kashima-Beschichtung
# Im Heck arbeitet ein Float DPS mit Kashima-Beschichtung - mitsamt Dämpferverlängerung presst die Kinematik 140 mm Federweg aus dem Dämpfer.
Shimano XT M8100 12-fach-Schaltung
# Shimano XT M8100 12-fach-Schaltung - sorglose 12-fach-Funktion mit satter Bandbreite und angenehmer Abstufung.
Kind Shock-Dropperpost mit 150 mm Hub
# Kind Shock-Dropperpost mit 150 mm Hub - passender fänden wir ein etwas kürzeres Sitzrohr und eine längere Stütze am XL-Rahmen.
Schwalbe Fat Albert und DT XMC1200 Carbon-Laufräder
# Schwalbe Fat Albert und DT XMC1200 Carbon-Laufräder - diese wirklich sehr leichtgewichtige Kombination dürfte für Beschleunigungen sorgen, die Elon Musk und Nasa neidisch werden lassen.

Technische Daten

Alle technischen Daten, Details und Standards des Bulls Wild Ronin Team findet ihr in der folgenden Tabelle zum Ausklappen:

Technische Daten zum Ausklappen

KinematikViergelenker 
Verschiedene Lager-GrößenN/Aim Hinterbau
Gesamtzahl Lager im HinterbauN/AAnzahl
LagerbezeichungenN/AHerstellerangabe
Hinterbau Einbaumaß148 mm x 12 mmEinbaubreite x Achsdurchmesser
Maximale Reifenfreiheit Hinterbau2,35"
Dämpfermaß210 mm x 55 mmGesamtlänge x Hub
Trunnion-Mount?Nein
Dämpferhardware erstes AugeM10 x 30 mmBolzendurchmesser x Einbaubreite
Dämpferhardware zweites AugeNur BushingBolzendurchmesser x Einbaubreite
Freigabe für StahlfederdämpferNein
Freigabe für LuftdämpferJa
Empfohlener Dämpfer-SAG30%In % oder mm
Steuerrohr-Durchmesser44 mm, 56 mmoberer Durchmesser, unterer Durchmesser
Maximale Gabelfreigabe140 mmFederweg bzw. bis zu welcher Einbauhöhe
TretlagerPF92welcher Standard, Durchmesser, Breite
KettenführungsaufnahmeISCG05
UmwerferaufnahmeNein
SchaltaugeN/ATyp, Kosten in €
Optimiert auf welches Kettenblatt34t Zahnzahl
BremsaufnahmePost Mount, 7" (180 mm Scheibe ohne Adapter fahrbar)welcher Standard
Maximale Bremsscheibengröße203 mm
Sattelrohrdurchmesser31,6 mm
Sattelklemmendurchmesser34,9 mm
Maximale Stützen-Einstecktiefe280 mm Größe L
Kompatibel mit Stealth-Variostützen?Ja
Messung SitzwinkelN/A
FlaschenhalteraufnahmeJaZwei, Oberseite des Unterrohrs, Sitzrohr
Andere Extras, Werkzeugfächer-
Gewicht Rahmen2,584 kgGröße M
Gesamtgewicht Bike12,81 kgGröße XL, Team-Ausstattung
Garantie/Service24 Monate Gewährleistung, Option auf Zusatz-Garantie, kein Crash-Replacement-Angebot angeführt. Details auf der Website.

Auf dem Trail

Bulls hat es mit seinem Image in der Core-Szene nicht leicht. Mit einem verharztem Image im Kopf, fällt es allerdings leicht, etwas nicht gut zu finden. Wir spoilern hier schon mal: Befreit euch von euren Vorurteilen gegenüber einer ZEG-Marke.

Auf dem Wild Ronin sitzt man angenehm aufrecht, die Sattelauszug-Länge ist selbst für Fahrer mit langen Beinen stimmig und der effektiv flache Sitzwinkel stört im Uphill nicht. Wohl fühlt sich das Rad ab der ersten Minute eher im Gelände. Hier kann es seinen feinfühligen Hinterbau ausspielen, der auf Asphalt schon gerne durch das blaue Hebelchen beruhigt werden möchte.

Mit 76° Sitzwinkel und 490 mm Reach fällt die Sitzposition am Wild Ronin angenehm aufrecht aus.
# Mit 76° Sitzwinkel und 490 mm Reach fällt die Sitzposition am Wild Ronin angenehm aufrecht aus.
Traktion bietet der Hinterbau bergauf massig
# Traktion bietet der Hinterbau bergauf massig - perfekt, um auch schwierige Anstiege im Gelände zu meistern. Auf Schotter oder Asphalt sperrt man das Heck allerdings gerne.
Druck aufs Vorderrad ist in steilem Gelände notwendig
# Druck aufs Vorderrad ist in steilem Gelände notwendig - das Rad ist im Vergleich recht kompakt, was sich bergauf bemerkbar macht – positiv durch Agilität, negativ durch ein steigendes Vorderrad.

Die Kombination aus angenehmer Sitzposition, viel Traktion und geringem Gewicht sorgt für flotte Berg-Etappen. Schließt man das Fahrwerk, zeigt sich das Rad sprintfreudig. Wird es steil, braucht die Front allerdings etwas Druck, damit das Vorderrad am Boden bleibt. In Summe: ein flottes Bergauf-Verhalten ohne unangenehme Eigenheiten, die das Rad ausbremsen.

Feinfühlig bleibt der Hinterbau auch, wenn sich das Gefälle des Trails ändert und man Richtung Abfahrt abbiegt. Der hohe Spieltrieb des Bikes macht sich schon ab den ersten Metern bemerkbar. Dabei steht das sensibel ansprechende Heck nicht im Weg – im Gegenteil. Knackige Linien, die man treffen muss, um das ein oder andere natürliche Gap am Trailrand zu springen, erwischt man problemlos und bekommt beim Abziehen auch noch genug Gegenhalt aus dem Fahrwerk. Permanent sucht man auf diesem Bike kleine Wellen und Absprungkanten und schnell dämmert einem, warum das Rad „Wild“ in seinem Namen trägt.

Fahrspaß ab der ersten Minute
# Fahrspaß ab der ersten Minute - anstatt grade über alles zu hämmern, möchte man mit dem Bulls Wild Ronin Team lieber in sanften S-Kurven die Breite des Trails für Spielereien ausnutzen.

Selbst für weniger verzeihende Landungen hat uns im Testbetrieb die Endprogression am Hinterbau genügt. Sie setzt nicht ganz sanft ein, dafür bleibt einem ein harter Durchschlag meistens erspart. Gekoppelt mit der Fox 34 kann man es auch auf anspruchsvolleren Trails mit armdicken Wurzeln durchaus noch laufen lassen. Bei erhöhtem Tempo macht das Fahrwerk einen guten Job und erweitert den Einsatzbereich des Bulls ein Stück weit.

Wer eine flotte Fahrweise an den Tag legt, wird die Geometrie dann aber doch noch etwas konservativ finden. Reines Draufhalten und auf das Beste hoffen ist die falsche Einstellung auf diesem Bike. Das wird auch von der Bereifung unterstrichen. Hier holt man sich dann doch sehr schnell einen Plattfuß, der bei uns auch noch mit einem Schaden am Horn der Carbon-Felge quittiert wurde.

… neben Preis und Gewicht glänzt das Bulls vor allem beim quirligen Spaßfaktor.

Mit dem Bulls Wild Ronin Team versucht man nicht, seine Enduro-Kumpels auf Biegen und Brechen zu verfolgen, sondern lässt sie guten Gewissens ziehen. Hier ist es besser, sich die positiven Eigenschaften des Wild Ronin zunutze zu machen und lieber auf die Jagd nach der spaßigsten Linie zu gehen: Hier abgezogen, da raufgesprungen, die ruppige Sektion lieber in zwei bis drei spaßige kleine Gaps aufteilen. Denn neben Preis und Gewicht glänzt das Bulls vor allem beim quirligen Spaßfaktor. Dank gutem Fahrwerk liefert es auf moderaten Trails oder bei etwas gedrosseltem Tempo auch genügend Sicherheit. Wer sich so orientiert, wird auch im Uphill eher die schweren Gänge drücken, einfach nur, weil es geht.

Die Reifen bieten zwar nicht sonderlich viel Grip, dafür rollen sie aber auch schnell und die leichten Laufräder spornen zusätzlich zu Sprints und ausgedehnten Touren an. Eine andere Reifenwahl, wie von uns getestet, öffnet den Einsatzbereich ein ordentliches Stück weiter in Richtung Sicherheit in der Abfahrt.

Feinfühliger und satter Hinterbau
# Feinfühliger und satter Hinterbau - wird es technisch anspruchsvoller, kann das Fahrwerk lange einen sehr guten Job machen und Traktion und Pop verbinden. So lassen sich die spaßigen Linien mit Gaps versüßen.
Agilität geht zulasten der Laufruhe
# Agilität geht zulasten der Laufruhe - beim Sicherheitsempfinden reiht sich das Bulls nicht an erster Stelle ein. Hier kommt man früher an die Grenze, als das gute Fahrwerk es vermuten lassen würde.
Auch weitere Sätze lassen den Hinterbau nicht durchschlagen
# Auch weitere Sätze lassen den Hinterbau nicht durchschlagen - die Progression baut sich zwar nicht super sanft auf, das Rad schlägt aber nicht hart durch.

Das ist uns aufgefallen

  • Laufrad-Reifen-Kombination Gut für Tourenfahrer und Gewichtsfetischisten. Wer etwas höhere Ansprüche für die Abfahrt hat und das Rad gerne mehr in diese Richtung trimmen möchte, ist mit anderen Reifen und gegebenenfalls sogar Laufrädern gut aufgehoben. Schwalbes Fat Albert bescherte uns nach den ersten zwei Stunden im Einsatz bereits einen doppelten Platten und einen Schaden am Felgenhorn. Wir können nicht zu 100 % sicher sagen, an welchem Stein oder welcher Wurzel es passiert ist, da der Testfahrer den Plattfuß erst nach einigen Metern beziehungsweise am Ende des Trails bemerkt hat. Wir vermuten die Defektursache in einem kleinen „Kicker“ – zirka 30 cm hoch und maximal mit einer Anfahrt von einem halben Meter. In der Anfahrt gab es eine Kompression, die beim Durchfahren deutlich Druck auf Vorderrad und Hinterrad bei dementsprechender Geschwindigkeit mit sich brachte. In Kombination mit einem vielleicht etwas zu geringen Luftdruck in den Reifen kam es dann zu einem Durchschlag am Vorder- und Hinterreifen, was im Zuge von verschiedenen Testfahrten unterschiedlichster Räder (XC, Trail & Co.) immer wieder mal vorkommt und unseren XC-Tester nicht wirklich aus dem Konzept brachte. Erst einige Meter später bemerkte er den Luftverlust in beiden Reifen und war dann auch nicht mehr in der Lage, mit dem Rad weiterzufahren. Ab diesem Zeitpunkt wurde das Rad nur noch geschoben, um potenzielle Schäden zu vermeiden. Der Riss in der Felge wurde erst bei einer späteren Inspektion entdeckt. An dieser Stelle sei zusätzlich erwähnt, dass es sich beim im Bulls Wild Ronin Team verbauten DT Swiss-Laufradsatz nicht um die aktuelle Generation, sondern um den Vorgänger handelt. Im August 2019 hat DT Swiss die komplett überarbeiteten und neu konstruierten Spline 1200 Carbon-Laufradsätze vorgestellt.

Wir haben DT Swiss vor der Veröffentlichung des Tests um ein Statement gebeten. Hier ist das Statement von DT Swiss zum Ausklappen:

Durchschlag mit Folgen
# Durchschlag mit Folgen

Liebes MTB-News-Team,
danke schön für die Möglichkeit, Stellung zu diesem Fall zu beziehen. An dieser Stelle möchten wir uns zunächst für die Unannehmlichkeiten entschuldigen.

Bei DT Swiss investieren wir sehr viel Zeit in die Entwicklung neuer Produkte und auch eigener Testmethoden, um unseren eigenen Ansprüchen und den Ansprüchen unserer Kunden gerecht zu werden. Unsere Produkte durchlaufen viele Tests – in unserem DT Swiss-eigenen Testlabor, aber auch auf dem besten Prüfstand, den es überhaupt gibt – dem Trail. Aber nicht jede Fahrsituation kann simuliert werden und eine Verkettung verschiedener Faktoren kann zu einem Defekt an der Felge führen.

Bisher ist das Laufrad noch nicht bei uns eingetroffen, sodass wir noch keine Möglichkeit hatten, dieses genauer zu untersuchen. Daher können wir aktuell noch nichts zum Schadensbild oder möglichen Ursachen sagen. Produktentwicklung ist für uns ein fortlaufender Prozess und wir nehmen Feedback sehr ernst, um es in unsere Produkte mit einfließen zu lassen.

Nichtsdestotrotz wissen wir, was es bedeutet, nicht auf dem Bike sitzen zu können. Deshalb ist es uns ein großes Anliegen, im Falle eines Falles unseren Kunden möglichst schnell zu helfen. Als direkte Ansprechpartner stehen hierfür weltweit von DT Swiss geschulte Service Center bereit.

Mit unserer Fair-Share Policy bieten wir unseren Kunden in so einem Fall schnelle und unkomplizierte Hilfe an, um möglichst bald wieder die Trails genießen zu können. Hierzu wendet sich der Kunde an den Händler oder in Deutschland direkt an unser Service Center in Rheda Wiedenbrück. Unsere Kollegen vor Ort werden dann zeitnah eine Lösung anbieten.

DT Swiss

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  • Kettenstreben-Schutz Kurz und unnachgiebig – das erhöht die …
  • … Lautstärke Unbemerkt bleibt man mit diesem Rad im Wald nicht. Selbst nachdem wir zusätzliches Slapper-Tape an Ketten- und Sitzstrebe angebracht haben, ist das Wild Ronin noch sehr laut.
  • Leichter Rahmen Stellenweise ist der Carbon-Rahmen so dünnwandig, dass man ihn mit dem Finger komprimieren kann.
Flat Albert
# Flat Albert - der Reifen hielt nicht lange Stand und auch der Grip war eher unterdurchschnittlich im Vergleich mit anderen Reifen dieser Kategorie. Wegen eines Risses im Felgenhorn haben wir im Testverlauf auf eine andere Reifen-Laufrad-Kombination gewechselt.
QR-Code
# QR-Code - Codes und Nummern gibt es an vielen Rahmen. Als Gestaltungselement wirkt es aber eher billig.
Dünn und locker
# Dünn und locker - der originale Kettenstrebenschutz fällt nicht nur dünn und knapp aus. Er löste sich auch bereits nach kurzer Zeit.
Schützend und Geräusch-mindernd
# Schützend und Geräusch-mindernd - wir haben den Schlagschutz am Rahmen durch Slappertape am Kettenblatt und innen an der Sitzstrebe erweitert. Viel leiser wurde es dadurch nicht.

Im Vergleich

Bulls Wild Ronin vs. Evil Following MB

Geht es um Fahrspaß, darf ein Vergleichspartner nicht fehlen: Das Evil Following MB mit etwas knapperem Federweg und einer Geometrie, die kompakter und konservativer ausfällt. Das Rad ist zwischenzeitlich einem Update unterzogen worden, die neue Version konnten wir aber bisher noch nicht testen.

Das Evil dominiert die Spaßwertung noch ein Stück mehr und begeistert bergauf und bergab durch etwas mehr Wahnsinn. Ähnlich wie das neutralere Bulls hat es einen sehr satten Hinterbau, der mit Pop aufwartet. Der knappere Federweg fühlt sich ähnlich an, wie die zwei Zentimeter mehr am Wild Ronin, gleitet aber angenehmer in die Endprogression. Bei Preis und Gewicht kann das deutsche Rad das kleine böse Ding aber in den Schatten stellen.

Bulls Wild Ronin vs. Radon Slide Trail

Im Direktvergleich zwischen deutschem Versender und ZEG sehen wir zwei recht unterschiedliche Räder. Das Radon Slide Trail kommt zwar mit nur einem Zentimeter mehr Federweg an der Gabel, ist dafür mit 36 und DPX2 anstelle von 34 und DPS sowie Super Gravity-Reifen und Alu-Laufrädern anstatt der dünnen Fat Alberts und der Carbon XMC1200 gerüstet. Preislich spielen die Einstiegsmodelle in der gleichen Liga, das getestete Team-Modell trägt aber mehrere Hundert Euro zum vergleichbaren Slide Trail 10 auf.

Auf dem Trail sind beide spaßig unterwegs, der Bulls-Hinterbau ist jedoch einfacher abgestimmt und feinfühliger in seiner Funktionsweise. Die Räder sind sich ähnlich – hat man das Radon gut abgestimmt, schafft es im Ernstfall einen Ticken mehr Vertrauen. Das Bulls ist aber klar die spaßigere Maschine und schneller auf dem Berg.

Fazit – Bulls Wild Ronin Team

Mit dem Wild Ronin ist Bulls ein guter Wurf gelungen. Hervorragende Preisgestaltung treffen auf geringes Gewicht und ein leistungsfähiges Fahrwerk. Hinter dem hochwertigen Look versteckt sich eine Spaßmaschine, mit der man durch flinke Kurvenwechsel und Pop im Fahrwerk permanent entspanntes Trail-Vergnügen auskosten möchte. Die leichte Serienausstattung spielt insbesondere Fans von langen Ausfahrten in entspanntem Gelände die Karten.

Pro
  • fairer Preis
  • geringes Gewicht
  • hoher Spaßfaktor
  • feinfühliges Fahrwerk
Contra
  • sehr laut
  • Reifen mit wenig Grip und Pannenschutz
  • Carbon-Felge ist gebrochen

Leicht oder sorglos? Setzt ihr lieber auf Pannensicherheit und Fahrperformance oder soll das Rad möglichst leicht sein, um mehr Kilometer zu fressen?

Mit dem Bulls Wild Ronin Team ist dem Hersteller ein spannendes Trailbike gelungen
# Mit dem Bulls Wild Ronin Team ist dem Hersteller ein spannendes Trailbike gelungen - es bedient in Serienausstattung eine Zielgruppe, die sich eher auf Tour wohlfühlt, zeigt auf dem Trail aber, dass noch viel mehr Potenzial im leichten Chassis steckt. Vor allem was den Fahrspaß angeht, kann das Wild Ronin sich weit vorne einreihen. Bei dem geringen Gewicht und erschwinglichen Preis kann man da nur sagen: gut gemacht! Nur der durch die sehr leichte Reifen-Laufrad-Kombination herbeigeführte Defekt trübt das Gesamtbild.

Wo und wie haben wir getestet?

Während unseres Vergleichstests sind wir zunächst im Rahmen der Pandemie-Einschränkungen auf unseren Hometrails unterwegs gewesen. Alle Abfahrten wurden aus eigener Muskelkraft erarbeitet. Nachdem Bikepark-Besuche wieder erlaubt waren, haben wir die Räder auch auf angelegten Strecken mit Liftunterstützung bewegt. Ziel war es, dort im zeitnahen, direkten Vergleich Unterschiede und Feinheiten in der Abfahrtsleistung mit unterschiedlichen Testern zu bewerten. Jedes Bike wurde zunächst in unveränderter Serienausstattung bewegt. Neben individuellen Anpassungen wie Griffen und Pedalen haben wir im Laufe des Tests auch Laufräder und Reifen getauscht, um den Eindruck zu erweitern. Beim Fahrwerk haben wir besonderen Wert auf die Abstimmung je nach Vorliebe des jeweiligen Testers gelegt. Dementsprechend wurden neben dem Standard-Prozedere der Sag-Anpassung auch Anpassungen an Dämpfung und Luftkammervolumen durchgeführt. Im jeweiligen Einzeltest sprechen wir Empfehlungen aus, die sich an verschiedene Fahrertypen richten und helfen sollen, ein eigenes, passendes Setup zu erarbeiten.

Hier haben wir das Bulls Wild Ronin getestet

  • Singletrails Hometrails mit entspannten Abschnitten aber auch mit schwierigen Offcamber-Sektionen, teils flach, teilweise sehr steil.
  • Bikepark Oberammergau: Flowig und schnell mit ein paar Sprüngen gespickt. Wurzel-Sektionen gemischt mit gebauten Abschnitten.
Testerprofil Christoph Spath – bitte ausklappen
Tester-Profil: Christoph Spath
49 cm70 kg94 cm60 cm190 cm
Chris fährt gerne alles, von Dirt Jump über Trail und Enduro bis Downhill, gerne schnell, in grobem Gelände und mit viel Luftstand
Fahrstil
flüssig
Ich fahre hauptsächlich
Downhill, Enduro
Vorlieben beim Fahrwerk
auf der straffen Seite, viel Druckstufe, Balance zwischen Front und Heck
Vorlieben bei der Geometrie
vorne lang, hinten mittellang, flacher Lenkwinkel

Testerprofil Jens Staudt – bitte ausklappen
Tester-Profil: Jens Staudt
56 cm95 kg91 cm61 cm190 cm
Jens fährt von Bahnrad bis Downhill alles, was zwei Räder und eine Kette hat. Bikes fürs Gelände am liebsten in herausforderndem, technischen und steilem Gelände, egal mit welchem Federweg.
Fahrstil
Schnellste Linie, auch wenn es mal ruppig ist
Ich fahre hauptsächlich
Singletrails, sprunglastiger Local Spot, Freeride, DH
Vorlieben beim Fahrwerk
Straff, gutes Feedback vom Untergrund, viel Druckstufe, moderat progressive Kennlinie
Vorlieben bei der Geometrie
Kettenstreben nicht zu kurz (ca. 430 mm oder gerne länger), Lenkwinkel tendenziell eher flacher

Testerprofil Gabriel Sindlinger – bitte ausklappen
Tester-Profil: Gabriel Sindlinger
60 cm73 kg86 cm63 cm183 cm
Gabi ist auf den Rennstrecken im Cross-Country, Marathon und bei Etappenrennen zuhause. Dementsprechend bervozugt Gabi sportlich ausgerichtete Räder und mag es am liebsten wenn es schnell von A nach B gehen soll. Außerdem sammelte Gabi bereits Erfahrungen auf der Straße und im Cyclocross als Rennfahrer – auch auf dem Enduro ist Gabi ab und zu unterwegs. Technisch anspruchsvolle Strecken sind sein bevorzugtes Einsatzgebiet.
Fahrstil
Hohes Tempo bergab, mit Blick auf die saubere Linie – bergauf spritzig und schnell
Ich fahre hauptsächlich
XC, vereinzelt Marathon- und Etappenrennen
Vorlieben beim Fahrwerk
Straff, für Reserven bei groben Absätzen und eine optimale Traktion in Anstiegen
Vorlieben bei der Geometrie
Sportlich; Tiefes Cockpit, nicht zu gestreckt
Tester-Profil: Jens Staudt
56 cm95 kg91 cm61 cm190 cm
Jens fährt von Bahnrad bis Downhill alles was zwei Räder und eine Kette hat. Bikes fürs Gelände am liebsten in herausforderndem, technischen und steilem Gelände, egal mit welchem Federweg.
Fahrstil
Schnellste Linie, auch wenn es mal ruppig ist
Ich fahre hauptsächlich
Singletrails, sprunglastiger Local Spot, Freeride, DH
Vorlieben beim Fahrwerk
Straff, gutes Feedback vom Untergrund, viel Druckstufe, moderat progressive Kennlinie
Vorlieben bei der Geometrie
Kettenstreben nicht zu kurz (ca. 430 mm oder gerne länger), Lenkwinkel tendenziell eher flacher


  1. benutzerbild

    Grinsekater

    dabei seit 08/2002

    americo schrieb:

    Was mir bei den Tests von MTB-News immer wieder auffällt, ist der starke Hang der Tester zum Enduro/"Downhill", wohl eher doch zum abgesperrten fahren mit dem Rad.
    Der Einzige der 3 Tester von dem kein Fazit veröffentlicht wurde ist der XC/Marathon orientierte "Nebentester" "Gabi" Gabriel Sindlinger.

    " Reines Draufhalten und auf das Beste hoffen ist die falsche Einstellung auf diesem Bike. "
    Das ist für mich eigentlich der zentrale Satz dieses Tests.
    Irgendwie evtl. auch so ne Kinder/Macho/echte Männer/...-Sache...

    "Reines Draufhalten" kann man höchstens in abgesperrten Parks, wo man im besten Fall nicht nur sich selbst, sondern Gleichgesinnten Knochen oder Birne zermanscht.
    Sobald man sich in freier Natur bewegt, ist reines Draufhalten ohnehin eher als "schwierig" und asozial anzusehn.

    Da ist es sicher zielführender, die eigenen aber auch die Knochen der "Umwelt", und den Geldbeutel zu schonen und auch mal mit Hirn und Verstand zu fahren und trotzdem Spaß zu haben.
    Wir leben nunmal (leider) nicht in Kanada wo man meilenweit nur Wildnis hat (und selbst da sind die hier immer wieder gezeigten Bilderbuchfahrten mit absoluter Sicherheit bis ins kleinste Detail geplant und abgesichert).

    Der "Trostpreis" dieses Tests für's Bulls geht dann schon in Ordnung und ist umso bemerkenswerter wie ich finde.
    Wenn man sich mal das mit dem Laufrad schenkt, das mit dem "laut" relativiert, sind die Reifen pillepalle.
    Ein hervorragendes, superleichtes, bestens ausgestattetes und noch dazu "günstiges" Spaßbike (man muss sich mal vor Augen halten, dass viele hierzulande mit Autos die nur einen Bruchteil kosten durch die Gegend fahren und beruflich drauf angewiesen sind).

    Wie's mit der Langzeithaltbarkeit aussieht da kann man nur hoffen und beten- evtl. der größte und einzige Nachteil beim Bulls.
    Für Fahrer, die in schöner Regelmäßigkeit ihre Räder schrotten, für die erst "reines Draufhalten" wirklichen Spaß beim mountainbiken bedeutet ist das Bulls sicherlich nix.
    Stünde da irgendwie ein anderer Name drauf und dahinter, wär's evtl. Das Perfekte Bike schlechthin für den Einsatzbereich.

    Ein "Trostpreis" ist der Tipp Preis-Leistung keinesfalls. Wir besprechen unsere Testeindrücke und den Fahrspaß im Testbetrieb konstant. Macht ein Produkt, dass doppelt so viel kostet auch doppelt so viel Spaß? Das ist eine Frage, die nicht ganz einfach zu beantworten ist in einem Sport in dem Passion eine so große Rolle spielt. Mit dem Bulls bekommt man ein sehr solides Paket für den Preis und man kann überlegen ob man bereit ist so viel mehr Geld für das Trek auf den Tisch zu legen, um ein Bike zu bekommen, da die definierte (im Eröffnungsartikel) Trailkategorie besser bedient.

    Wir beschreiben eine Bike im Vergleich mit anderen Bikes. Wenn ein Bike dann, bei einer verpatzten Linie, immer noch Sicherheit vermittelt, dann beschreiben wir das. Im direkten Vergleich zeigen Fahrräder ihre Unterschiede am besten auf.

    Bitte lese hier auch nochmal den Beschreibungstext von der Webseite von Bulls zum Wild Ronin:

    Mit dem neuen WILD RONIN TEAM holst du das Maximum aus jeder Tour und Trail-Runde heraus. Die Basis dafür bildet der Carbonrahmen mit seiner komplett überarbeiteten Geometrie. Leicht, steif und dabei extrem handlich macht das ultimative BULLS Trailbike nicht nur Spaß, sondern bietet gleichzeitig volle Kontrolle auf technischen Abfahrten. Langer Reach, flacher Lenk- und steilerer Sitzwinkel – das sind die Kennzeichen einer modernen Rahmengeometrie. In der Praxis bedeutet das eine bessere Position und damit mehr Sicherheit bei Highspeed-Downhills sowie effizienteres Treten besonders bergauf. Dazu machen die kurzen Kettenstreben das WILD RONIN TEAM extrem wendig, so dass der maximale Spaßfaktor im Trail sichergestellt ist. Ob Trail-Runde oder Touren im All-Mountain-Bereich – auch auf die Ausstattung können sich Fahrer jederzeit verlassen. Fox Float Fahrwerk mit 140mm Federweg, Shimano 12-Gang Deore XT-Schaltung, DT Swiss XCM 1200 Spline Laufräder mit Schwalbe Fat Albert Reifen und Kind Shock Teleskop-Sattelstütze machen das WILD RONIN TEAM bereit für echte Herausforderungen. Für extralange Touren bietet der Rahmen dazu Platz für zwei Trinkflaschenhalter.

    Sicher ist das sehr werblich geschrieben und vielleicht ein wenig "amerikanisch" vom doch sehr breiten Leistungsspektrum des Bikes. Muss sich ein Bike auch daran messen was der Hersteller im zugesteht an Leistungsfähigkeit? Im ersten Schritt gehen wir sehr neutral an die Tests und schauen, wenn möglich nichtmal auf die Geometrietabelle, um keine falschen, voreiligen Schlüsse zu ziehen. Dann sammelst du deine Erfahrungen, vergleichst mit den anderen Bikes und beschäftigst dich immer tiefer mit dem Bike, machst Anpassungen am Fahrwerk, Volumenspacer, Luftdruck etc.

    Letztendlich gleichst du dann auch ab, was der Hersteller über das Bike sagt. Hat dies den Test beeinflusst? Nein. Es ist nur ein wenig verwunderlich, dass hier "Claims" gemacht wurden, die (vor allem im direkten Vergleich) nicht unbedingt bedient wurden.

    Unsere Aufgabe als Tester ist es Produkte auszuprobieren und dann aufzuzeigen wo sie sich positionieren. Bulls hat mit dem Wild Ronin ein Bike im Programm, das viel Ausstattung fürs Geld bietet und im "Werksetup" einer bestimmten Kundenklientel schon viel Spaß macht. Durch den Preis ist noch genug Geld übrig, um anderen Nutzern mit anderen Reifen und/oder anderen Laufrädern ein etwas stabileres Paket zu schnüren, mit dem das Bike auch in steinigerem Gelände gut funktionieren wird.

    Das sollte auch ganz gut aus dem Bericht herauszulesen sein.

    beutelfuchs schrieb:

    Es wurde doch nun alles haarklein beschrieben, bergauf wie bergab, und dass es nuetzlich ist, die Grenzbereiche fuer beides auszuloten leuchtet hoffentlich ein. Wie zu kurz gekommen muss man da sein, um sich darueber aufzuregen?


    Es wird viel nur überflogen und selektiv beurteilt aktuell. Das ist Zeitgeist. Wir haben ja die Kommentarfunktion und das angehängt Forum, um eben die Möglichkeit zu haben ein Produkt eingehender zu beschreiben und etwaige Missverständnisse auszuräumen.
  2. benutzerbild

    BenTheSwabian

    dabei seit 09/2020

    Geisterfahrer schrieb:

    Kann schon mal passieren, wenn man ein Rad einer Marke gekauft hat, die keiner mag und eben doch nicht ganz drüber steht, was andere denken und schreiben.

    Das ist aber doch auch irgendwo einfach Unsinn. Dass sich der subjektive Eindruck, den man von einem Bike hat, unter anderem auch danach richten soll wie groß der Glorienschein der Hersteller-Marke ist, halte ich für ein Gerücht. Im Optimalfall sollte das für eine Bewertung gar keine Berücksichtigung finden und wenn doch, dann nur infinitesimal gering. In jedem Fall muss der Ruf der Marke als Kriterium aber doch weit hinter der eigentlichen Leistung zurückstehen - alles andere ist schlicht irrational.

    Entscheidend dafür, ob das Bike etwas taugt und daher sein Geld wert ist, ist doch die Performance auf dem Trail. Was kümmert es denn, was andere Biker denken? Fakt ist, dass ein Trek nicht schon des Markennamens wegen kategorisch besser ist als ein Bulls.

    Im Endeffekt werden sowieso beide mit hoher Wahrscheinlichkeit in der selben Fabrik von Giant oder Merida oder einem anderen des halben Dutzend Herstellern von Carbon-Rahmen produziert.
  3. benutzerbild

    Geisterfahrer

    dabei seit 02/2004

    Glaube, Du hast mich gründlich missverstanden.

    beutelfuchs bezog sich auf den Einwurf von americo, in dem er monierte, die Testkriterien seien unfair für sein geliebtes Bulls. Mein - zugegeben leicht provokantes - Posting bezog sich darauf, nachzuvollziehen, wieso americo das ganze ggf. nicht ganz objektiv sieht.
    Ich meinte, dass man nicht anfangen muss, die Testkriterien in Frage zu stellen, nur weil das eigene Bike kein Testsieger geworden ist. Ich kann's aber auch etwas nachvollziehen. Ständig schreibt alles und jeder, wie sch... Bulls ist und er verteidigt halt sein Rad, das er mag. Teils vielleicht auch überschießend.

    Ich meine halt, jeder soll kaufen und fahren, was er mag, aber auch damit leben können, wenn andere es nicht als den heiligen Gral begreifen. Manchen ist eher egal, was andere schreiben, manche gehen dann gleich in Verteidigungsstellung. (Persönlich finde ich ja, man sollte das entspannt sehen.)

    Ich bin auch der Ansicht, dass der Name beim Test keine Rolle spielen darf. Aber das tat er vorliegend ja auch nicht.

    Dass Leute, die sich ein Rad kaufen, auch auf den Namen gucken, finde ich aber okay. Dafür gibt es teils objektive Gründe: Es gibt schließlich Firmen mit unterschiedlich gutem Service. Und was man hier so von Bulls liest, liest sich nicht so, als würden sie sich durch besondere Kundenfreundlichkeit und Kompetenz hervortun.
    Zum anderen spielt beim Radkauf im Rahmen eines Hobbys aber natürlich auch eine emotionale Komponente für viele eine Rolle. Räder werden in der Regel nicht ausschließlich nach nackten Zahlen gekauft. Muss man selbstverständlich nicht so machen, aber wenn sich jemand mit irgendwas identifizieren kann und mit etwas anderem nicht - warum nicht?
  4. benutzerbild

    JensDey

    dabei seit 01/2016

    Geisterfahrer schrieb:

    . Und was man hier so von Bulls liest, liest sich nicht so, als würden sie sich durch besondere Kundenfreundlichkeit und Kompetenz hervortun.

    Im Vergleich zu Canyon habe ich bei Bulls bis jetzt noch kein Service - Bashing wahrgenommen.
  5. benutzerbild

    Geisterfahrer

    dabei seit 02/2004

    Bashing nicht. Aber lies mal, was die Leute, die welche fahren so schreiben: Americo musste sie monatelang beknien und ihnen hinterherrennen, bis er sein Rad kaufen durfte.
    Eine Anfrage von einem anderen nach Drehmomenten konnte nicht beantwortet werden. Und da es Bulls nur über ZEG gibt, hat man da halt auch gerne mal Pech mit dem Shop.

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