Tipp: du kannst mit der Tastatur blättern
Cannondale Scalpel Hi-MOD 1
Cannondale Scalpel Hi-MOD 1 - 100 mm/100 mm Federweg, Shimano XTR-/XT-Austattung, 10,2 kg
„Lang und flach“ lautet das Motto beim neuen Scalpel
„Lang und flach“ lautet das Motto beim neuen Scalpel - die Trends eines flacheren Lenk- sowie steileren Sitzwinkels und längeren Reachs erbt das Scalpel in gewisser Weise aus dem Trailbike-Segment.
Ein Cannondale Scalpel ohne Lefty-Federgabel? Unvorstellbar!
Ein Cannondale Scalpel ohne Lefty-Federgabel? Unvorstellbar! - Bei den leichten Hi-MOD-Modellen und der speziellen Frauen-Version des neuen Scalpels kommt die Carbon-Variante der 2018 vorgestellten Lefty Ocho-Federgabel zum Einsatz.
Ein spezieller Hebel soll das Demontieren des Vorderrads bei der Lefty Ocho erheblich vereinfachen und so den Zeitaufwand eines Laufradwechsels minimieren
Ein spezieller Hebel soll das Demontieren des Vorderrads bei der Lefty Ocho erheblich vereinfachen und so den Zeitaufwand eines Laufradwechsels minimieren - die Bremsen am getesteten Hi-MOD 1-Modell stammen aus der Topgruppe XTR von Shimano.
Viele Shimano-Antriebe, kaum SRAM am Cannondale Scalpel
Viele Shimano-Antriebe, kaum SRAM am Cannondale Scalpel - beim getesteten Hi-MOD 1-Modell setzen die Produktmanager von Cannondale auf Komponenten der Schaltgruppen XTR und XT von Shimano. Dazu gibt es die Cannondale-eigene Si-Kurbel. Die gesamte Produktpalette wird in erster Linie mit Komponenten der Japaner bestückt.
Fox Float DPS am Heck
Fox Float DPS am Heck - alle XC-Räder der Scalpel-Serie werden mit Fox-Dämpfern ausgestattet, die jeweils einen Remote-Lockout am Lenker haben.
Die Anbauteile des Rads stammen aus einem Mix aus hauseigenen Komponenten und Produkten des Carbon-Spezialisten Enve sowie den Sattelexperten von Prologo
Die Anbauteile des Rads stammen aus einem Mix aus hauseigenen Komponenten und Produkten des Carbon-Spezialisten Enve sowie den Sattelexperten von Prologo - Lenker und Sattelstütze sind von Enve, der Sattel kommt von Prologo und der Vorbau von Cannondale selbst.
Cannondale verbaut standardmäßig einen Sensor an der Nabe, der Fahrdaten aufzeichnen kann
Cannondale verbaut standardmäßig einen Sensor an der Nabe, der Fahrdaten aufzeichnen kann - der spezielle ANT+-fähige Laufradsensor soll Geschwindigkeits- und Streckendaten sehr präzise messen können.
Das Stash-Kit an der Flaschenhalteraufnahme soll für Platz in den Trikottaschen sorgen
Das Stash-Kit an der Flaschenhalteraufnahme soll für Platz in den Trikottaschen sorgen - Mini-Tool, Dynaplug-Tubeless-Kit und eine Aufnahme für CO2-Kartuschen können direkt am Unterrohr verstaut werden.
Als Race-Bike muss das Scalpel gezwungenermaßen gewisse Anforderungen in puncto Gewicht erfüllen
Als Race-Bike muss das Scalpel gezwungenermaßen gewisse Anforderungen in puncto Gewicht erfüllen - Lösungen wie der Chainstay Cage und die FlexStay sollen im Vergleich zum Vorgängermodell etwa 200 g am Rahmen gespart haben.
Viel Hardware hebt das Gewicht
Viel Hardware hebt das Gewicht - verschiedene Schutzvorrichtungen vor Dreck und Schlägen sollen verhindern, dass der Scalpel-Rahmen durch Steinschläge und Co. unerwünschten Schaden nimmt. Um das Gewicht dabei nicht allzu sehr in die Höhe schnellen zu lassen, setzten die Entwickler auf Leichtbaukomponenten wie eine Aluminium-Umlenkung anstelle der bisherigen Variante aus Stahl.
Interne Zugverlegung gehört zum Standard-Repertoire eines Renngeräts
Interne Zugverlegung gehört zum Standard-Repertoire eines Renngeräts - beim Cannondale Scalpel werden die Züge im Innern des Rahmens zudem durch Liner geführt, sodass der Wechsel einzelner Züge ohne große Mühe vonstattengehen soll. Zudem besteht die Möglichkeit, eine absenkbare Sattelstütze intern zu verlegen.
Ein effizienter Hinterbau, der gleichzeitig sensibel anspricht. Mit einem außergewöhnlichen Konzept wollen die Entwickler diese gegensätzlichen Anforderungen beim Scalpel kombiniert haben
Ein effizienter Hinterbau, der gleichzeitig sensibel anspricht. Mit einem außergewöhnlichen Konzept wollen die Entwickler diese gegensätzlichen Anforderungen beim Scalpel kombiniert haben - Cannondale weicht nicht ganz ab vom Eingelenker-Hinterbau, erschafft aber eine etwas hybride Konstruktion zwischen Eingelenk- und Viergelenk-Hinterbau.
Mit dem „Proportional Response“-Ansatz wollen die Entwickler gewährleisten, dass die gewünschten Fahreigenschaften des Scalpels bei allen Rahmengrößen gleichermaßen vorhanden sind
Mit dem „Proportional Response“-Ansatz wollen die Entwickler gewährleisten, dass die gewünschten Fahreigenschaften des Scalpels bei allen Rahmengrößen gleichermaßen vorhanden sind - die Kinematik der einzelnen Rahmengrößen unterscheidet sich demnach leicht. Um auch die Rahmensteifigkeit identisch zu halten, besitzen die verschiedenen Rahmen unterschiedliche Rohrdurchmesser und Carbon-Layups.
In flachen und offenen Kurven erfordert das Scalpel mit seiner Lefty-Federgabel etwas Eingewöhnungszeit
In flachen und offenen Kurven erfordert das Scalpel mit seiner Lefty-Federgabel etwas Eingewöhnungszeit - Grund dafür dürfte vermutlich der lange Gabel-Offset der Lefty-Federgabel sein.
Die Sitzposition wurde insbesondere von den Testfahrern, die zur getesteten Rahmengröße XL passten, in vielerlei Hinsicht gelobt
Die Sitzposition wurde insbesondere von den Testfahrern, die zur getesteten Rahmengröße XL passten, in vielerlei Hinsicht gelobt - der verlängerte Reach im Vergleich zum Vorgänger wird durch einen steileren Sitzwinkel kompensiert. Die Front kann durch die Wahl des Vorbaus und durch Spacer-Optionen nach Belieben sportlich oder weniger sportlich ausgerichtet werden.
In ansteigendem Gelände kann das Scalpel die Stärken seines ausgeklügelten Fahrwerkskonzepts ausspielen
In ansteigendem Gelände kann das Scalpel die Stärken seines ausgeklügelten Fahrwerkskonzepts ausspielen - der Hinterbau arbeitet äußerst effizient, eliminiert ein Großteil der Antriebseinflüsse und bietet darüber hinaus ein enorm hohes Maß an Traktion.
Im offenen Fahrwerkszustand beschleunigt das Scalpel äußerst gut
Im offenen Fahrwerkszustand beschleunigt das Scalpel äußerst gut - viel Traktion und der antriebsneutrale Hinterbau sorgen für eine Spaßgarantie bei Antritten auf schwerem Terrain.
Ist das Gelände weniger anspruchsvoll und man beschleunigt das Scalpel, gilt es, etwas mehr die Zähne zusammenzubeißen
Ist das Gelände weniger anspruchsvoll und man beschleunigt das Scalpel, gilt es, etwas mehr die Zähne zusammenzubeißen - im Vergleich zu anderen Rädern auf dem Markt fühlten wir uns im Sprint auf Schotter und Asphalt mit dem Scalpel etwas langsamer.
Kontrolliert bergab unterwegs
Kontrolliert bergab unterwegs - das Scalpel überzeugt durch viel Spursicherheit und ermöglicht hohe Geschwindigkeiten bergab.
Hohe Geschwindigkeiten verlangen auf dem Scalpel viel Haltekräfte
Hohe Geschwindigkeiten verlangen auf dem Scalpel viel Haltekräfte - das Fahrwerk des Cannondales fühlte sich im Testalltag nicht ganz so geschmeidig an, wie dies bei anderen Rädern der Fall ist. Auch verschiedene Veränderungen des Setups brachten keine Lösung, die uns gänzlich zufriedenstellte.
In moderatem Gelände sorgt das Fahrwerk für spürbaren Komfort und fährt sich sehr angenehm
In moderatem Gelände sorgt das Fahrwerk für spürbaren Komfort und fährt sich sehr angenehm - ruppiges Terrain meisterte das Bike immer noch souverän, erforderte jedoch mehr Power im Oberkörper.
Enge Kurven meisterte das Scalpel überraschend mühelos
Enge Kurven meisterte das Scalpel überraschend mühelos - das etwas besondere Fahrverhalten des Rads sorgt dafür, dass man Kurven intuitiv anders anfährt und besser meistern kann.
Der Rahmen des Scalpels wird zum Stauraum der wichtigsten Utensilien im Renn- und Trainingsalltag
Der Rahmen des Scalpels wird zum Stauraum der wichtigsten Utensilien im Renn- und Trainingsalltag - bei allen Rahmengrößen können beim Scalpel zwei Flaschenhalter montiert werden, die jedoch bei der Verwendung von 750 ml-Flaschen Platzprobleme bewirken.
Das Stash-Fach mit integriertem Mini-Tool, Dynaplug zum Reparieren von Tubeless-Defekten und einer Schlaufe für CO2-Kartuschen überzeugt durch viele Funktionen in schneller, greifbarer Nähe
Das Stash-Fach mit integriertem Mini-Tool, Dynaplug zum Reparieren von Tubeless-Defekten und einer Schlaufe für CO2-Kartuschen überzeugt durch viele Funktionen in schneller, greifbarer Nähe - eine Gummilasche, auf welcher das mitgelieferte Minitool unterhalb des Flaschenhalters rein- und rausgeschoben werden kann, ermöglicht die blitzschnelle Verwendung des notwendigen Helferleins.
Gekonnter Leichtbau mit Schwächen in der Funktionalität
Gekonnter Leichtbau mit Schwächen in der Funktionalität - die Enve Carbon-Sattelstütze sorgt beim Einstellen der optimalen Sitzposition für ungewolltes Kopfzerbrechen.
Die Meinungen über die Lefty Ocho gehen auseinander
Die Meinungen über die Lefty Ocho gehen auseinander - das supersofte Ansprechverhalten der Gabel hat eine große Fangemeinde, ist jedoch nicht unbedingt jedermanns Sache.
Ein Rad so scharf wie ein Skalpell?
Ein Rad so scharf wie ein Skalpell? - Das Cannondale Scalpel steht nicht umsonst in den ersten Startreihen im World Cup. Die wesentlichen Veränderungen am neuen Racebike der US-Amerikaner zeigen Wirkung: Bergauf besticht der neuartige Hinterbau mit einem idealen Ansprechverhalten und generiert enorm viel Traktion, ohne dabei unerwünscht zu wippen. Bergab ermöglicht die progressive Geometrie hohe Geschwindigkeiten, verlangt jedoch von der Fahrerin, beziehungsweise vom Fahrer auch einiges ab.

Cannondale Scalpel im Test: Der Name scheint Programm zu sein – mit einem innovativen Ansatz präsentierte die amerikanische Traditionsfirma Cannondale vor wenigen Monaten ein messerscharfes Gefährt für die Cross-Country-Rennstrecken dieser Welt – das Cannondale Scalpel. Ein komplett neu entwickelter Rahmen mit einer radikal veränderten Geometrie soll die Antwort sein auf die aktuellen Trends in der Szene. 100 mm Federweg, gezähmt von Lefty und flexenden Kettenstreben, treffen auf clevere Detaillösungen und ein Rahmengewicht von unter zwei Kilogramm. Wie schlägt sich das neuartige Konzept in der Praxis?

Steckbrief: Cannondale Scalpel

EinsatzbereichCross Country
Federweg100 mm/100 mm
Laufradgröße29ʺ
RahmenmaterialCarbon
Gewicht (o. Pedale)10,2 kg
RahmengrößenS, M, L, XL (im Test: XL)
Websitewww.cannondale.com
Preis: 7.999 Euro

Seit vielen Jahren sind die Scalpel-Modelle von Cannondale aus dem World Cup-Zirkus nicht wegzudenken. Ob Manuel Fumic, Marco Fontana oder Henrique Avancini – Cannondale-Fahrer prägten mit ihrem Auftreten und ihren dazugehörigen Rädern die Rennszene wie kaum ein anderes Team. Und auch das neue Cannondale Scalpel soll die Rennszene in besonderer Art und Weise beeinflussen: Mit einer äußerst progressiven Geometrie, FlexStay-Kettenstreben, die einen Horst-Link-Drehpunkt imitieren, und einem geringen Rahmengewicht von 1.910 Gramm (in Rahmengröße M) gilt das neue Scalpel als Vorreiterbeispiel für die aktuellen Trends im Cross-Country-Bereich.

Das Renngefährt soll laut den Entwicklern leichter, effizienter und vor allem deutlich schneller als alle vorherigen Varianten des Race-Fully-Klassikers sein. Im Gesamtpaket mit der außergewöhnlichen Lefty Ocho-Federgabel hat das neue Cannondale Scalpel die eindeutige Zielsetzung, die Podien bei Cross-Country-Rennen rund um den Globus zu erklimmen.

Cannondale Scalpel Hi-MOD 1
# Cannondale Scalpel Hi-MOD 1 - 100 mm/100 mm Federweg, Shimano XTR-/XT-Austattung, 10,2 kg
Diashow: Cannondale Scalpel im Test: Neue Messer schneiden gut
Das Stash-Fach mit integriertem Mini-Tool, Dynaplug zum Reparieren von Tubeless-Defekten und einer Schlaufe für CO2-Kartuschen überzeugt durch viele Funktionen in schneller, greifbarer Nähe
Im offenen Fahrwerkszustand beschleunigt das Scalpel äußerst gut
Viele Shimano-Antriebe, kaum SRAM am Cannondale Scalpel
Cannondale Scalpel Hi-MOD 1
Der Rahmen des Scalpels wird zum Stauraum der wichtigsten Utensilien im Renn- und Trainingsalltag
Diashow starten »

Geometrie

Die Tendenz langer und flacher Geometrien macht auch nicht vor dem Cross-Country-Zirkus Halt: Eine der wesentlichen Veränderungen des neuen Scalpels im Vergleich zum Vorgängermodell betrifft die Geometrie, die durch einen deutlich flacheren Lenkwinkel von nun 68° und einem längeren Reach (etwa 10 Millimeter mehr) diesem Trend folgt. Im Zusammenspiel mit einem verhältnismäßig langen Gabel-Offset der Lefty Ocho von 55 mm entsteht ein Radstand (1.175 mm bei Rahmengröße L), der mehr an ein Trailbike als ein Cross-Country-Gefährt erinnert.

Um eine nicht allzu gestreckte Position auf dem Rad zu erreichen, wurde der Sitzwinkel des Scalpels um 1° im Vergleich zum Vorgängermodell angehoben und bewegt sich mit einem Wert von 74,5° in einem Bereich, der für Cross-Country-Bikes dieser Art als gängig bezeichnet werden kann. Die Länge der Kettenstreben wurde darüber hinaus um einen Millimeter auf 436 mm erhöht: Nicht nur im Trail- und Enduro-Bereich haben sich Längen um diesen Wert als ein vernünftiger Kompromiss aus einem agilen Fahrverhalten und einem hohen Maß an Traktion auf dem Trail etablieren können.

Rahmengröße S M L XL
Laufradgröße 29″ 29″ 29″ 29″
Federweg (hinten) 100 mm 100 mm 100 mm 100 mm
Federweg (vorn) 100 mm 100 mm 100 mm 100 mm
Sitzrohr 430 mm 440 mm 480 mm 520 mm
Überstandshöhe 743 mm 745 mm 745 mm 748 mm
Radstand 1.128 mm 1.151 mm 1.175 mm 1.199 mm
Lenkwinkel 68° 68° 68° 68°
Tretlagerhöhe 331 mm 331 mm 331 mm 331 mm
Tretlagerabsenkung 40 mm 40 mm 40 mm 40 mm
Sitzwinkel, effektiv 74,5° 74,5° 74,5° 74,5°
Steuerrohr 95 mm 105 mm 115 mm 125 mm
Gabel-Offset 55 mm 55 mm 55 mm 55 mm
Kettenstreben 436 mm 436 mm 436 mm 436 mm
Oberrohr 576 mm 599 mm 622 mm 644 mm
Reach 415 mm 435 mm 455 mm 475 mm
Stack 582 mm 591 mm 601 mm 610 mm
STR 1,40 1,36 1,32 1,28
„Lang und flach“ lautet das Motto beim neuen Scalpel
# „Lang und flach“ lautet das Motto beim neuen Scalpel - die Trends eines flacheren Lenk- sowie steileren Sitzwinkels und längeren Reachs erbt das Scalpel in gewisser Weise aus dem Trailbike-Segment.

Ausstattung

Als echte Sensation im Jahr 1999 vorgestellt, avancierten die Lefty-Federgabeln von Cannondale zum größten Wiedererkennungsmerkmal der amerikanischen Bikeschmiede und gelten noch heute als die wohl meistdiskutierten Federgabeln auf dem Markt. Ein Cross-Country-Rad aus dem Hause Cannondale ohne Lefty? Unvorstellbar! Und so setzen die Amerikaner auch beim neuen Race-Fully Scalpel auf die hauseigene Gabel im extravaganten Look. Die 2018 vollständig überarbeitete Lefty Ocho in der leichten Carbon-Version bildet beim getesteten Scalpel Hi-MOD 1-Modell mit einem Fox Float DPS-Dämpfer das Fahrwerk, welches, typisch für Cross-Country-Bikes, mittels eines Remote-Hebels vom Lenker aus blockiert, beziehungsweise geöffnet werden kann.

Ein Cross-Country-Rad aus dem Hause Cannondale ohne Lefty? Unvorstellbar!

Die weitere Ausstattung des getesteten Hi-MOD 1-Modells lehnt sich in weiten Teilen an die Ausrüstung der Cannondale Factory-Mannschaft um den deutschen Vorzeigefahrer Manuel Fumic an: Antrieb und Bremsen stammen von Shimanos 1×12-Topgruppen XT und XTR, die Sattelstütze vom Leichtbauspezialisten Enve, Reifen aus der Cross-Country-Sparte von Schwalbe und der Sattel von Prologo. Bei den Laufrädern setzen die Produktmanager auf hauseigene Carbon-Felgen, die Naben bestehen aus einer leichten und langlebigen DT Swiss-Hinterradnabe sowie einer selbst entwickelten, mit der Lefty-Federgabel kompatiblen Vorderradnabe. Die weiteren Anbauteile – ein Carbon-Lenker ohne Rise und der Aluminium-Vorbau mit einer Neigung von 7° – stammen ebenfalls aus eigener Entwicklung.

Darüber hinaus haben sich die Entwickler von Cannondale zwei zusätzliche Features einfallen lassen, die das Rad für Kunden interessanter machen sollen. Das Stash-Fach, das unterhalb des Flaschenhalters am Unterrohr angebracht ist, wird mit einem speziell angepassten Minitool und einem Dynaplug-Werkzeug zum Reparieren von Tubeless-Plattfüßen bestückt. Das Minitool wird dabei geschickt versteckt und kann dank eines speziell ausgeformten und gut erreichbaren Gummi-Griffs im Ernstfall schnell und einfach herausgezogen werden. Zudem befindet sich am Stash-Fach ein weiteres dickes Gummiband, welches das Fixieren von CO2-Kartuschen ermöglicht. Als zweites zusätzliches Gimmick verbaut Cannondale vom Werk aus einen am Laufrad montierten Sensor zur Aufzeichnung von Fahrdaten wie Geschwindigkeit, Fahrstrecke und Fahrzeit. Dieser ist ANT+-fähig und damit mit verschiedenen Fahrradcomputern kompatibel.

  • Federgabel Cannondale Lefty Ocho Carbon Remote (100 mm)
  • Dämpfer Fox Float DPS Factory Remote (100 mm)
  • Antrieb Shimano XT/XTR
  • Bremsen Shimano XTR
  • Laufräder Cannondale HollowGram 25-Felgen / Lefty 60- und DT-Nabe
  • Reifen Schwalbe Racing Ray 2,25″ / Schalbe Racing Ralph 2,25″
  • Cockpit Cannondale 1 Flat (760 mm) / Cannondale 1 (80 mm)
  • Sattelstütze Enve Carbon

Mit der Bitte um Beachtung: Angesichts der Mehrwertsteuersenkung im Jahr 2020 in Deutschland können die aufgeführten Preise von zukünftigen Preisen abweichen.
Cannondale ScalpelCarbon 4Carbon Women's 2Carbon 3Carbon 2Carbon LTDHi-MOD 1Hi-MOD Ultimate
RahmenmaterialCarbonCarbonCarbonCarbonCarbonCarbonCarbon
FedergabelFox Float RhythmLefty Ocho CarbonLefty OchoLefty OchoLefty OchoLefty Ocho CarbonLefty Ocho Carbon
DämpferFox Float DPS Performance EliteFox Float DPS Performance EliteFox Float DPS Performance EliteFox Float DPS Performance EliteFox Float DPS Performance EliteFox Float DPS FactoryFox Float DPS Factory
VorbauCannondale 3, AlloyCannondale 2 AlloyCannondale 3, AlloyCannondale 1, AlloyCannondale 1, AlloyCannondale 1, AlloyCannondale 1, Alloy
LenkerCannondale 2 Flat, AlloyCannondale 2 Flat, AlloyCannondale 2 Flat, AlloyCannondale 2 Flat, AlloyCannondale 1 Flat, CarbonCannondale 1 Flat, CarbonENVE M5, Carbon
GriffeESI Silicone 32 mmESI Racer's Edge SiliconeESI Silicone 32 mmESI Silicone 32 mmESI Silicone 32 mmESI Silicone 32 mmESI Silicone 32 mm
BremsenShimano MT500Shimano XT M8100Shimano Deore M6000Shimano XT M8100Shimano XT M8100Shimano XTR M9100SRAM Level Ultimate
SchaltungSRAM NX-/SX-EagleShimano XTShimano XT/SLXShimano XTSRAM X01 EagleShimano XTR/XTSRAM XX1 Eagle AXS
LaufräderNoTubes Crest S1/ Shimano-NabenStan's NoTubes Crest MK3 Team/ Stan's Lefty Neo- und Stan's Neo-NabenStan's NoTubes Crest S1/ Lefty 60- und Shimano-NabeCannondale HollowGram 25/ Lefty 60- und DT-NabeCannondale HollowGram 25/ Lefty 60- und DT-NabeCannondale HollowGram 25/ Lefty 60- und DT-NabeENVE M525 Carbon/ Lefty 60- und DT-Nabe
ReifenSchwalbe Racing Ray/Racing Ralph Performance 2,25"Schwalbe Racing Ray/Racing Ralph 2,25"Schwalbe Racing Ray/Racing Ralph 2,25"Schwalbe Racing Ray/Racing Ralph 2,25"Schwalbe Racing Ray/Racing Ralph 2,25"Schwalbe Racing Ray/Racing Ralph 2,25"Schwalbe Racing Ray/Racing Ralph 2,25"
SattelstützeCannondale C3, AlloyCannondale 2, AlloyCannondale 2, AlloyCannondale 2, AlloyCannondale 1 CarbonENVE CarbonENVE Carbon
Sattel Prologo Dimension STN NDRFabric Line Shallow SportPrologo Dimension NDRPrologo Dimension NDRPrologo Dimension NDRPrologo Dimension NDRPrologo Dimension NDR
Preis3.699 €4.999 €4.199 €4.999 €6.499 €7.999 €11.499 €

Ein Cannondale Scalpel ohne Lefty-Federgabel? Unvorstellbar!
# Ein Cannondale Scalpel ohne Lefty-Federgabel? Unvorstellbar! - Bei den leichten Hi-MOD-Modellen und der speziellen Frauen-Version des neuen Scalpels kommt die Carbon-Variante der 2018 vorgestellten Lefty Ocho-Federgabel zum Einsatz.
Ein spezieller Hebel soll das Demontieren des Vorderrads bei der Lefty Ocho erheblich vereinfachen und so den Zeitaufwand eines Laufradwechsels minimieren
# Ein spezieller Hebel soll das Demontieren des Vorderrads bei der Lefty Ocho erheblich vereinfachen und so den Zeitaufwand eines Laufradwechsels minimieren - die Bremsen am getesteten Hi-MOD 1-Modell stammen aus der Topgruppe XTR von Shimano.
Viele Shimano-Antriebe, kaum SRAM am Cannondale Scalpel
# Viele Shimano-Antriebe, kaum SRAM am Cannondale Scalpel - beim getesteten Hi-MOD 1-Modell setzen die Produktmanager von Cannondale auf Komponenten der Schaltgruppen XTR und XT von Shimano. Dazu gibt es die Cannondale-eigene Si-Kurbel. Die gesamte Produktpalette wird in erster Linie mit Komponenten der Japaner bestückt.
Fox Float DPS am Heck
# Fox Float DPS am Heck - alle XC-Räder der Scalpel-Serie werden mit Fox-Dämpfern ausgestattet, die jeweils einen Remote-Lockout am Lenker haben.
Die Anbauteile des Rads stammen aus einem Mix aus hauseigenen Komponenten und Produkten des Carbon-Spezialisten Enve sowie den Sattelexperten von Prologo
# Die Anbauteile des Rads stammen aus einem Mix aus hauseigenen Komponenten und Produkten des Carbon-Spezialisten Enve sowie den Sattelexperten von Prologo - Lenker und Sattelstütze sind von Enve, der Sattel kommt von Prologo und der Vorbau von Cannondale selbst.
Cannondale verbaut standardmäßig einen Sensor an der Nabe, der Fahrdaten aufzeichnen kann
# Cannondale verbaut standardmäßig einen Sensor an der Nabe, der Fahrdaten aufzeichnen kann - der spezielle ANT+-fähige Laufradsensor soll Geschwindigkeits- und Streckendaten sehr präzise messen können.
Das Stash-Kit an der Flaschenhalteraufnahme soll für Platz in den Trikottaschen sorgen
# Das Stash-Kit an der Flaschenhalteraufnahme soll für Platz in den Trikottaschen sorgen - Mini-Tool, Dynaplug-Tubeless-Kit und eine Aufnahme für CO2-Kartuschen können direkt am Unterrohr verstaut werden.

Im Detail

Was die Neuerungen am Rennsport-Klassiker Scalpel im Vergleich zu seiner Vorgängerversion angeht, haben sich die Ingenieure bei Cannondale auf drei wesentliche Aspekte fokussiert: die Anpassungen der Geometrie, die Kinematik und das Gewicht.

Die Entwickler machten sich eigenen Angaben zufolge viele Gedanken über die Möglichkeiten, das Gewicht des Rades zu reduzieren. Auch wenn im Rennsportbereich zunehmend der Fokus vom reinen Leichtbau hin zu Haltbarkeit und Funktionalität rückt – wie es beispielsweise immer breitere Felgen und Reifen im XC-Bereich belegen – so bleibt das Gewicht eines Racefullies stets ein Knackpunkt, der über Sieg oder Niederlage entscheiden kann. Und so befindet sich das neue Scalpel mit einem Rahmengewicht ab 1.910 g (Herstellerangabe) inklusive Dämpfer und Hardware in der leichten Hi-MOD-Version in einer Liga mit den leichtesten verfügbaren Rahmen auf dem Markt. Die günstigeren Ausstattungsvarianten ohne die Hi-MOD-Bezeichnung besitzen etwas kostengünstigere und somit schwerere Carbon-Fasern, die das Rahmengewicht dieser Modelle um rund 250 g erhöhen.

Als Race-Bike muss das Scalpel gezwungenermaßen gewisse Anforderungen in puncto Gewicht erfüllen
# Als Race-Bike muss das Scalpel gezwungenermaßen gewisse Anforderungen in puncto Gewicht erfüllen - Lösungen wie der Chainstay Cage und die FlexStay sollen im Vergleich zum Vorgängermodell etwa 200 g am Rahmen gespart haben.
Viel Hardware hebt das Gewicht
# Viel Hardware hebt das Gewicht - verschiedene Schutzvorrichtungen vor Dreck und Schlägen sollen verhindern, dass der Scalpel-Rahmen durch Steinschläge und Co. unerwünschten Schaden nimmt. Um das Gewicht dabei nicht allzu sehr in die Höhe schnellen zu lassen, setzten die Entwickler auf Leichtbaukomponenten wie eine Aluminium-Umlenkung anstelle der bisherigen Variante aus Stahl.
Interne Zugverlegung gehört zum Standard-Repertoire eines Renngeräts
# Interne Zugverlegung gehört zum Standard-Repertoire eines Renngeräts - beim Cannondale Scalpel werden die Züge im Innern des Rahmens zudem durch Liner geführt, sodass der Wechsel einzelner Züge ohne große Mühe vonstattengehen soll. Zudem besteht die Möglichkeit, eine absenkbare Sattelstütze intern zu verlegen.

Die Gewichtsreduzierung von grob 200 g im Vergleich zum Vorgängermodell wurde laut Cannondale vor allem durch Einsparungen an der „Chainstay Garage“, also der Aufnahme der Kettenstreben am Hauptrahmen, erreicht. Größere Rohrquerschnitte des Hauptrahmens und der Kettenstrebe an dieser Stelle sollen eine hohe Steifigkeit bei geringerem Gewicht gewährleisten. Darüber hinaus drückt die Verwendung von Aluminium anstelle von Stahl beim Dämpfergelenk sowie der Hardware das Gewicht. Beachtlich ist die Reduzierung des Rahmengewichts des Scalpels unter Berücksichtigung der Verwendung von Linern im Rahmen, welche die interne Zugverlegung im Wartungsaufwand vereinfachen sollen, und die Tatsache, dass Cannondale ein Loch im Unterrohr eingebaut hat, welches zusätzliche Rahmenverstärkungen an den Rändern benötigt.

Die dritte wesentliche Neuerung am Scalpel betrifft aber den Hinterbau, der sich im Vergleich zum Vorgänger radikal verändert hat und wohl den größten Teil der Entwicklungsarbeit in Anspruch nahm: Ein einzigartiges Konzept soll dabei die Effizienz und Leichtigkeit eines Eingelenk-Hinterbaus mit den Vorzügen des Horst-Link-Konzepts vereinen. Wesentliche Schlüsselstelle dieses Vorhabens ist die spezielle FlexPivot-Kettenstrebe, die das notwendige Gelenk am Drehpunkt zwischen Sitz- und Kettenstrebe überflüssig machen soll. Die hinteren Ausfallenden der Kettenstreben sind derart verjüngt, dass diese dort unter Einfluss von Unebenheiten als zusätzliche Drehpunkte agieren. Die flexende Wirkung der Carbon-Fasern wird in diesem Fall nicht wie bei vielen anderen Rädern im Cross-Country-Bereich durch zusätzlichen Komfort in den Sitzstreben genutzt, sondern vielmehr in die Funktion des gesamten Hinterbaus integriert.

Ein effizienter Hinterbau, der gleichzeitig sensibel anspricht. Mit einem außergewöhnlichen Konzept wollen die Entwickler diese gegensätzlichen Anforderungen beim Scalpel kombiniert haben
# Ein effizienter Hinterbau, der gleichzeitig sensibel anspricht. Mit einem außergewöhnlichen Konzept wollen die Entwickler diese gegensätzlichen Anforderungen beim Scalpel kombiniert haben - Cannondale weicht nicht ganz ab vom Eingelenker-Hinterbau, erschafft aber eine etwas hybride Konstruktion zwischen Eingelenk- und Viergelenk-Hinterbau.

Die Vorteile dieser Lösung liegen auf der Hand: Ein echter Horst-Link bringt durch den zusätzlichen Drehpunkt mehr Gewicht auf die Waage – zusätzlich geht durch jedes weitere Gelenk am Rad torsionale und laterale Steifigkeit verloren. Laut den Entwicklern bietet das neuartige Konzept des Scalpels einen optimalen Kompromiss für den Anforderungskatalog an einen Hinterbau im XC-Bereich: Eine hohe Effizienz unter Kettenzug mit geringem Pedalrückschlag soll die Traktion bergauf verbessern – und dies bei minimalen Antriebseinflüssen. Zudem verspricht das neue Scalpel durch gute Anti-Rise-Werte und spezielle Hebelverhältnissen, die es vom imaginären Horst-Link-Hinterbau erbt, ein sensibles Ansprechverhalten mit progressiver Kennlinie. Weitere Details zum speziellen Hinterbau des Scalpels findet ihr auch hier.

Damit die gewünschten Effekte bei allen Rahmengrößen gleichermaßen zutreffen, setzt man beim Scalpel im Rahmen eines „Proportional Response“-Ansatzes auf eine leicht modifizierte Kinematik bei den verschiedenen Rahmengrößen. Konkret bedeutet dies, dass durch eine veränderte Montageposition des Dämpfers am Oberrohr die Kennlinie bei kleineren Rahmen eher linear und bei größeren eher progressiv verläuft. Auch die Steifigkeit wird über veränderte Rohrdurchmesser und Carbon-Layups über alle Rahmengrößen hinweg identisch gehalten.

Unter der Titel „Asymmetric Integration“ ist auch beim neuen Scalpel der Antrieb um wenige Millimeter versetzt positioniert. Damit soll viel Reifenfreiheit gewährleistet werden ohne große Veränderungen der Kettenstreben vornehmen zu müssen. Damit der Ausbau des Hinterrads beim Scalpel schnell über die Bühne gehen kann, setzt man auf ein selbst entwickeltes Achssystem, bei welchem das Ausfallende auf der Seite der Bremse nach unten geöffnet ist. So kann das hintere Laufrad ausgebaut werden, ohne die Achse komplett aus der Nabe entfernen zu müssen. Zurück in die Zukunft.

Mit dem „Proportional Response“-Ansatz wollen die Entwickler gewährleisten, dass die gewünschten Fahreigenschaften des Scalpels bei allen Rahmengrößen gleichermaßen vorhanden sind
# Mit dem „Proportional Response“-Ansatz wollen die Entwickler gewährleisten, dass die gewünschten Fahreigenschaften des Scalpels bei allen Rahmengrößen gleichermaßen vorhanden sind - die Kinematik der einzelnen Rahmengrößen unterscheidet sich demnach leicht. Um auch die Rahmensteifigkeit identisch zu halten, besitzen die verschiedenen Rahmen unterschiedliche Rohrdurchmesser und Carbon-Layups.

Technische Daten

Alle technischen Daten, Details und Standards des Cannondale Scalpels findet ihr in der folgenden Tabelle zum Ausklappen:


 Technische DatenBemerkungen
KinematikCannondale Proportional Respone Tuned Four BarHerstellerspezifischer Name
Verschiedene Lagergrößen2, 10 x 19 x 7 (3800 -b-double row) - 2, 10 x 19 x 5 (618002rs) - 2, 15 x 24 x 5 (61802-2rs1)
Gesamtanzahl Lager6im Hinterbau
Lagerbezeichnungensiehe oben
Hinterbau Einbaumaß148 x 12 mm
Max. Reifenfreiheit Hinterbau622-61 (mind. 29" x 2.4)
Dämpfermaß190 mm x 40 mmGesamtlänge x Hub
Trunnion-MountNein
Dämpferhardware erstes AugeM8 x 25 mmBolzendurchmesser x Breite
Dämpferhardware zweites AugeStandard DU Bushing/ Custom hardware
Freigabe LuftdämpferJa
Empfohlener Dämpfer-Sag25 % bzw. 10 mm
Steuerrohr-DurchmesserUPR: 1-1/8”, LWR: 1-1/2”
Max. Gabelfreigabe532 mm
TretlagerPF30 / 83 mm
KettenführungsaufnahmeIntegrated w/ Main Pivot
Umwerferaufnahmekeine
SchaltaugeDerailleur Hanger TA ST SS 078
Typ
Optimiert auf welches Kettenblatt34t
BremsaufnahmePostmount 160 mm
Max. Bremsscheibengröße180 mm
Sattelrohrdurchmesser31,6 mm
Sattelklemmendurchmesser34,9 mm
Max. Stützen-Einstecktiefek.A.
Kompatibel mit Stealth-Variostützen?Ja
Messung Sitzwinkelk.A.
Flaschenhalteraufnahme2im Rahmendreieck in allen Größen
Andere Extras, WerkzeugfächerStashKit
Gewicht Rahmen1,9 kg
Größe M, Herstellerangabe; inkl. Dämpfer und Hardware (ohne Steckachse)
Gesamtgewicht Bike10,2 kgGröße XL, nachgewogen
Garantie/ServiceLebenslange Garantie

Auf dem Trail

Nicht nur aufgrund der außergewöhnlichen Optik der Lefty Ocho-Federgabel unterscheidet sich das Cannondale Scalpel erheblich von der Konkurrenz auf dem Racefully-Markt. Auch im Praxiseinsatz fährt sich die Rennfeile der US-Amerikaner auf den ersten Metern etwas anders als vergleichbare Bikes. Die progressive Geometrie mit flachem 68°-Lenkwinkel und der lange Gabeloffset der Lefty Ocho von 55 mm ergeben eine Kombination, die so bei keinem anderen Rad auf dem Markt existiert.

Insbesondere in flachen und offenen Kurven erforderte das Scalpel bei unseren Testfahrten eine leichte Umstellung des Fahrverhaltens: Der Schwerpunkt des Körpers bei Kurveninnenlage musste verschoben und der Druck auf das Vorderrad erhöht werden, um die sonst üblichen Kurvenradien fahren zu können. Eine finale Ursache dieses Phänomens konnten wir nicht ausfindig machen: Unter Berücksichtigung der Prämisse, dass Cannondale uns zum Testzeitpunkt lediglich ein Rad in Größe XL zur Verfügung stellen konnte, scheint zunächst bei einigen Testfahrern ein Untersteuern des Bikes aufgrund des etwas zu großen Rahmens ein möglicher Grund zu sein. Da jedoch auch Fahrer mit passenderen Körpermaßen zum XL-Rahmen dieses Fahrverhalten beobachteten, liegt eher die Vermutung nahe, dass der lange Gabeloffset der Lefty Ocho als Ursache diese Thematik auszumachen ist.

In flachen und offenen Kurven erfordert das Scalpel mit seiner Lefty-Federgabel etwas Eingewöhnungszeit
# In flachen und offenen Kurven erfordert das Scalpel mit seiner Lefty-Federgabel etwas Eingewöhnungszeit - Grund dafür dürfte vermutlich der lange Gabel-Offset der Lefty-Federgabel sein.
Die Sitzposition wurde insbesondere von den Testfahrern, die zur getesteten Rahmengröße XL passten, in vielerlei Hinsicht gelobt
# Die Sitzposition wurde insbesondere von den Testfahrern, die zur getesteten Rahmengröße XL passten, in vielerlei Hinsicht gelobt - der verlängerte Reach im Vergleich zum Vorgänger wird durch einen steileren Sitzwinkel kompensiert. Die Front kann durch die Wahl des Vorbaus und durch Spacer-Optionen nach Belieben sportlich oder weniger sportlich ausgerichtet werden.
In ansteigendem Gelände kann das Scalpel die Stärken seines ausgeklügelten Fahrwerkskonzepts ausspielen
# In ansteigendem Gelände kann das Scalpel die Stärken seines ausgeklügelten Fahrwerkskonzepts ausspielen - der Hinterbau arbeitet äußerst effizient, eliminiert ein Großteil der Antriebseinflüsse und bietet darüber hinaus ein enorm hohes Maß an Traktion.

Unabhängig davon nimmt man auf dem Cannondale Scalpel eine etwas gestreckere Position ein, die während unseres Tests jedoch im Wesentlichen auf den für einige Testfahrer leicht zu großen XL-Rahmen zurückzuführen ist. Insbesondere Fahrer, die von ihrer körperlichen Konstitution zum XL-Rad passten, waren von einer angenehmen Sitzposition überzeugt, die sich nur unwesentlich von anderen Rädern auf dem Markt der Cross-Country-Racefullies unterscheidet. Und so lässt sich das neue Scalpel auf flachen und moderat ansteigenden Passagen nicht nur aufgrund des konkurrenzfähigen Gewichts äußerst effizient vorwärts bewegen.

Antriebsneutral und mit viel Traktion bei Hindernissen: Im Gelände bergauf zeigt sich die Ingenieurskunst der Cannondale-Entwickler.

Biegt man schließlich ab ins Gelände, kann das neue Scalpel seine größte Stärke ausspielen: Das neu konzipierte Fahrwerk arbeitet äußerst effizient und garantiert zu fast jedem Zeitpunkt Traktion auf unebenem Untergrund. Beim Klettern auf dem Trail zeigt sich die Ingenieurskunst der amerikanischen Entwickler: Das Fahrwerk bleibt beim Überfahren von Wurzeln, Steinen und Co. in flachem oder ansteigendem Gelände stets sehr ruhig und wippt nur unwesentlich. Vielmehr unterstützt es die Fahrerin, beziehungsweise den Fahrer auf dem Trail, ohne sich dabei durch negative Antriebseinflüsse bemerkbar zu machen.

Aufgrund des konkurrenzfähigen Gewichts und insbesondere der leichten Carbon-Laufräder gibt sich das Scalpel grundsätzlich sehr Vortriebs-willig. Bei geöffneter Dämpfung sorgt vor allem das effiziente Fahrwerk dafür, dass man mit dem Racebike auch bei Sprints bestens gewappnet ist. Sind die Gabel sowie der Dämpfer geschlossen, kann das Rad jedoch in puncto Spritzigkeit nicht ganz mit der teilweise agiler ausgelegten Konkurrenz mithalten. Unabhängig davon, dass dies bei einigen Testfahrern im Wesentlichen auf den etwas zu groß ausfallenden Rahmen zurückzuführen ist, könnte dieser Effekt daran liegen, dass das neue Scalpel in allen Größen einen recht langen Radstand besitzt und im Vergleich zum einen oder anderen Racebike auf dem Markt mehr Gewicht auf die Waage bringt.

Im offenen Fahrwerkszustand beschleunigt das Scalpel äußerst gut
# Im offenen Fahrwerkszustand beschleunigt das Scalpel äußerst gut - viel Traktion und der antriebsneutrale Hinterbau sorgen für eine Spaßgarantie bei Antritten auf schwerem Terrain.
Ist das Gelände weniger anspruchsvoll und man beschleunigt das Scalpel, gilt es, etwas mehr die Zähne zusammenzubeißen
# Ist das Gelände weniger anspruchsvoll und man beschleunigt das Scalpel, gilt es, etwas mehr die Zähne zusammenzubeißen - im Vergleich zu anderen Rädern auf dem Markt fühlten wir uns im Sprint auf Schotter und Asphalt mit dem Scalpel etwas langsamer.
Kontrolliert bergab unterwegs
# Kontrolliert bergab unterwegs - das Scalpel überzeugt durch viel Spursicherheit und ermöglicht hohe Geschwindigkeiten bergab.

Geht es in den Downhill, kann das Cannondale aufgrund seiner modernen Geometrie mit vergleichsweise flachem Lenkwinkel und langem Radstand durch ein hohes Maß an Laufruhe und Berechenbarkeit überzeugen. Das Fahrwerk inklusive der vielfach diskutierten Lefty Ocho arbeitet dabei ähnlich wie in ansteigendem Gelände sehr effizient, verlangt jedoch auf grobem Untergrund mit vielen aufeinanderfolgenden Schlägen dem Fahrer einiges ab. Während Federgabel und Dämpfer auf moderaten Trails und damit in der ersten Hälfte des Federwegbereichs äußerst komfortabel arbeiten, zeigt sich das Fahrwerk bei schwerem Gelände etwas harscher. Veränderungen am Setup und der Einbau verschiedener Spacer-Kombinationen in Dämpfer und Gabel verbesserten das Fahrverhalten in dieser Hinsicht erheblich, zum Komfort-Wunder wurde das Scalpel damit aber auch nicht. Als beste Lösung im Testalltag erwies sich die Verwendung eines mittelgroßen Spacers im Fox-Dämpfer und eines von maximal zwei möglichen Spacern in der Lefty Ocho sowie eines etwas geringeren Sags in der Federgabel als im Dämpfer.

Entgegen der aus dem Ersteindruck entstandenen Erwartung lässt sich das Scalpel nach einiger Zeit auch sehr gut um Engstellen und Kurven manövrieren. Im Testalltag erforderte das Scalpel deshalb immer wieder eine gewisse Eingewöhnungszeit, da sich das Fahrverhalten des Bikes etwas von der Konkurrenz unterscheidet. Ist der Eingewöhnungsprozess abgeschlossen, zeigt sich das neue Scalpel daher als Rennmaschine mit Allround-Charakter, die in vielfacher Hinsicht begeistert. Insbesondere Fans der Lefty Ocho-Federgabel dürften angesichts der darauf ausgerichteten Konzeption des Rads auf ihre Kosten kommen.

Hohe Geschwindigkeiten verlangen auf dem Scalpel viel Haltekräfte
# Hohe Geschwindigkeiten verlangen auf dem Scalpel viel Haltekräfte - das Fahrwerk des Cannondales fühlte sich im Testalltag nicht ganz so geschmeidig an, wie dies bei anderen Rädern der Fall ist. Auch verschiedene Veränderungen des Setups brachten keine Lösung, die uns gänzlich zufriedenstellte.
In moderatem Gelände sorgt das Fahrwerk für spürbaren Komfort und fährt sich sehr angenehm
# In moderatem Gelände sorgt das Fahrwerk für spürbaren Komfort und fährt sich sehr angenehm - ruppiges Terrain meisterte das Bike immer noch souverän, erforderte jedoch mehr Power im Oberkörper.
Enge Kurven meisterte das Scalpel überraschend mühelos
# Enge Kurven meisterte das Scalpel überraschend mühelos - das etwas besondere Fahrverhalten des Rads sorgt dafür, dass man Kurven intuitiv anders anfährt und besser meistern kann.

Das ist uns aufgefallen

  • Flaschenhalter Wasser ist das Lebenselixier eines jeden Menschen – das gilt noch vielmehr für einen Rennsportler. Im Cross-Country und Marathon-Alltag ist die Verwendung von Flaschenhaltern dementsprechend unabdingbar. Und wenn ein Racefully wie das Cannondale Scalpel die Möglichkeit besitzt, sogar zwei Flaschenhalter zu montieren, ist dies ein nicht zu unterschätzender Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Wenn aber das Einführen und Entnehmen der Trinkflaschen aus dem Flaschenhalter aufgrund des zu geringen Stauraums zur Fummelei wird, kann dies im Renneinsatz zum echten Ärgernis werden. Beim Cannondale Scalpel kann diese Problematik beim Flaschenhalter am Unterrohr auftreten, wenn eine kleine Rahmengröße auf 750 ml-Trinkflasche und Flaschenhalter ohne seitliche Entnahme trifft. Platz für die Flasche selbst ist ausreichend vorhanden, viel Raum zur Entnahme nach vorne beziehungsweise oben nicht.
  • Minitool an Flaschenhalteraufnahme Tubeless-Repair-Kit, Minitool, Riegel, Gel und Co.: Die Trikottaschen eines Cross-Country oder Marathon-Racers können sowohl im Training als auch im Rennen recht schnell voll werden. Dementsprechend helfen Verstaumöglichkeiten von einzelnen wichtigen Utensilien, wie es das Stash-Kit am Cannondale ermöglicht, den Rücken eines Athleten im wahrsten Sinne des Wortes freizuhalten. Das Stash-Kit am Scalpel überzeugt durch eine durchdachte Logik mit den wichtigsten Tools für Defekte am Rad. Zeiten, in denen man im Wettkampfeinsatz mit Luftpumpe und Ersatzschlauch zu Werke ging, sind dank Tubeless und Plugs zum Glück vorbei. Umso wichtiger ist daher die schnelle Erreichbarkeit dieser Helfer im Renneinsatz, was beim Cannondale durch die Montage am Flaschenhalter der Fall ist.
  • Sattelstütze Die Komponenten der Carbon-Spezialisten von Enve sind nicht ohne Grund dafür bekannt, Leichtbau und Funktionalität bestens vereinen zu können. Bei der Carbon-Sattelstütze am Scalpel konnte uns die Funktionalität ausnahmsweise nicht ganz überzeugen. Die Einstellung der Sitzposition durch zwei Schrauben auf den unterschiedlichen Seiten der Stütze fiel schwerer als erwünscht.
  • Lefty Ocho Wohl kaum eine Federgabel auf dem Markt wird derart kontrovers diskutiert wie die Lefty von Cannondale. Abgesehen von der speziellen Optik, die insbesondere bei weniger informierten Radsportfans immer wieder für Irritationen sorgt, gilt das Fahrverhalten der Leftys seit jeher in gewisser Weise als außergewöhnlich. Die Gabeln sind für äußerst sensibles Ansprechverhalten bekannt und auch die aktuelle Ocho-Version reagiert auf geringste Unebenheiten mit besonderer Feinfühligkeit. Dieses Ansprechverhalten sorgt jedoch für Kontroversen: Manch einem geht dieses softe Fahrverhalten zu weit, andere lieben es und bauen sich nie mehr wieder eine andere Federgabel in ihr Bike. Ungeachtet dessen bietet die Lefty Ocho mittels Zug- und Druckstufeneinstellungen und der Verwendung unterschiedlicher Volumenspaceroptionen genügend Möglichkeiten, sie auf die individuellen Bedürfnisse anzupassen.
  • Lenkeranschlagschutz Die Folgen eines Sturzes mit einem filigranen Carbon-Flitzer wie dem Cannondale Scalpel können schmerzhaft sein: Wer unglücklich auf einen Carbon-Rahmen fällt, muss unter Umständen damit rechnen, dass die Fasern reißen und der Rahmen nicht mehr sicher genug für die Trails ist. Für solche Schäden gibt es bei Cannondale ein Crash-Replacement, welches in Zusammenarbeit mit dem lokalen Radhändler passende Angebote erstellt. Viel besser ist es jedoch, wenn der Rahmen eines derart wertvollen Rades erst gar nicht kaputtgehen kann. Eine wesentliche Schlüsselstelle dabei ist immer wieder das Einklappen des Lenkers und ein mögliches Anschlagen der Schalthebel am Rahmen. Im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern verzichtet Cannondale beim Scalpel auf einen Anschlagschutz. Dieser wird in den meisten Kombinationen, wie auch im Falle unseres Testrads, nicht benötigt, da der Lenker ohne Rahmenkontakt eingeschlagen werden kann. Sehr sportliche Fahrerinnen und Fahrer mit einem stark negativ geneigten Vorbau sollten jedoch vorsichtig sein und dies genau prüfen. Gegebenenfalls können ein spezieller Steuersatz mit integriertem Anschlagschutz oder Schutzaufkleber am Oberrohr Schadensprävention betreiben.
Der Rahmen des Scalpels wird zum Stauraum der wichtigsten Utensilien im Renn- und Trainingsalltag
# Der Rahmen des Scalpels wird zum Stauraum der wichtigsten Utensilien im Renn- und Trainingsalltag - bei allen Rahmengrößen können beim Scalpel zwei Flaschenhalter montiert werden, die jedoch bei der Verwendung von 750 ml-Flaschen Platzprobleme bewirken.
Das Stash-Fach mit integriertem Mini-Tool, Dynaplug zum Reparieren von Tubeless-Defekten und einer Schlaufe für CO2-Kartuschen überzeugt durch viele Funktionen in schneller, greifbarer Nähe
# Das Stash-Fach mit integriertem Mini-Tool, Dynaplug zum Reparieren von Tubeless-Defekten und einer Schlaufe für CO2-Kartuschen überzeugt durch viele Funktionen in schneller, greifbarer Nähe - eine Gummilasche, auf welcher das mitgelieferte Minitool unterhalb des Flaschenhalters rein- und rausgeschoben werden kann, ermöglicht die blitzschnelle Verwendung des notwendigen Helferleins.
Gekonnter Leichtbau mit Schwächen in der Funktionalität
# Gekonnter Leichtbau mit Schwächen in der Funktionalität - die Enve Carbon-Sattelstütze sorgt beim Einstellen der optimalen Sitzposition für ungewolltes Kopfzerbrechen.
Die Meinungen über die Lefty Ocho gehen auseinander
# Die Meinungen über die Lefty Ocho gehen auseinander - das supersofte Ansprechverhalten der Gabel hat eine große Fangemeinde, ist jedoch nicht unbedingt jedermanns Sache.

Fazit – Cannondale Scalpel

Beim Race-Fully-Klassiker Cannondale Scalpel hat sich seit dem letzten Update im Jahr 2016 einiges getan: Die Ingenieure der amerikanischen Bikeschmiede haben eine Menge neuer und moderner Features in die überarbeitete Version der Rennfeile gepackt, die sich von anderen Rädern auf dem Markt abheben. Und das mit Erfolg: Mit 200 g weniger auf der Waage, einem spektakulären Hinterbau und einer äußerst progressiven Geometrie kann das Scalpel vielfach überzeugen.

Bergauf besticht es durch ein äußerst effizientes Fahrwerk, das weitestgehend antriebsneutral arbeitet und im Gelände enorm viel Traktion generiert. Im Downhill überzeugt das Scalpel vor allem durch Spursicherheit bei hohen Geschwindigkeiten. Bei längeren Abfahrten werden die Haltekräfte im Oberkörper in besonderem Maße gefordert. Vor allem Fans der Lefty-Federgabel können sich beim Scalpel auf ein messerscharfes Gerät freuen, das seinem Namen alle Ehre macht.

Pro
  • weitgehend antriebsneutraler Hinterbau mit viel Traktion bergauf
  • laufruhig und kontrolliert in der Abfahrt
  • überraschend wendig in Kurven
  • sinnvolles Stash-Kit
Contra
  • erfordert bergab starke Haltekräfte im Oberkörper
  • etwas weniger spritzig bei geschlossenem Fahrwerk
Ein Rad so scharf wie ein Skalpell?
# Ein Rad so scharf wie ein Skalpell? - Das Cannondale Scalpel steht nicht umsonst in den ersten Startreihen im World Cup. Die wesentlichen Veränderungen am neuen Racebike der US-Amerikaner zeigen Wirkung: Bergauf besticht der neuartige Hinterbau mit einem idealen Ansprechverhalten und generiert enorm viel Traktion, ohne dabei unerwünscht zu wippen. Bergab ermöglicht die progressive Geometrie hohe Geschwindigkeiten, verlangt jedoch von der Fahrerin, beziehungsweise vom Fahrer auch einiges ab.

Testablauf

Im Rahmen unseres Vergleichstests sind wir den aktuellen Einschränkungen entsprechend auf unseren Hometrails auf der Schwäbischen Alb und in Unterfranken unterwegs gewesen. Alle Abfahrten wurden aus eigener Muskelkraft erarbeitet. Dabei waren auf allen Rädern verschiedenste Fahrer unterschiedlicher Zielgruppen im Cross-Country- und Marathon-Bereich unterwegs: ob 24h-Racer, klassische Cross-Country-Fahrer mit World Cup-Erfahrung, Marathonfahrer im ambitionierten Hobby-Bereich oder auch Enduropiloten mit Cross-Country-Affinität. Unterschiedlichste Sichtweisen und Fahrstile flossen in die Bewertung der Räder ein. Neben individuellen Anpassungen wie Vorbauten, haben wir besonderen Wert auf die Abstimmung je nach Vorliebe des jeweiligen Testers gelegt. Dementsprechend wurden neben dem Standard-Prozedere der Sag-Anpassung auch Anpassungen an Dämpfung und Luftkammervolumen durchgeführt. Im jeweiligen Einzeltest sprechen wir Empfehlungen aus, die sich an verschiedene Fahrertypen richten und helfen sollen, ein eigenes, passendes Setup zu erarbeiten.

Hier haben wir das Cannondale Scalpel getestet

  • Schwäbische Alb, Baden-Württemberg Kalksteinboden, der insbesondere bei nassen Bedingungen besondere Herausforderungen bietet. Die Trailbeschaffenheit wechselt von vielen wurzeligen und steinigen Passagen bis hin zu engen, aber meist flowig zu befahrenen Spitzkehrentrails.
  • Unterfranken, Bayern Lehmiger und teilweise sandiger Braunerdeboden, der sowohl bei trockenen als auch nassen Verhältnissen guten Grip generiert. Abwechslungsreiches Terrain mit flachen und schnelleren Passagen bis hin zu steilen Strecken mit vielen Wurzeln und Steinen.
Tester-Profil: Tobias Sindlinger
60 cm74 kg88 cm63 cm182 cm
Tobi fühlt sich vor allem im XC-Metier sehr wohl. Erfahrungen sammelte er bei internationalen XC-, langen Marathon- und schweren Etappenrennen. Am liebsten fährt er technisch anspruchsvolle Trails bergauf sowie bergab auf einem reinrassigen XC-Racefully!
Fahrstil
Bergab zügig, aber saubere Linie; bergauf meist gleichmäßig
Ich fahre hauptsächlich
XC, vereinzelt Marathon- und Etappenrennen
Vorlieben beim Fahrwerk
Straff, für eine optimale Traktion – auch in Anstiegen
Vorlieben bei der Geometrie
Kompakte Sitzposition; kurzer Hinterbau für mehr Agilität; tiefe Front

Tester-Profil: Gabriel Sindlinger
60 cm73 kg86 cm63 cm183 cm
Gabi ist auf den Rennstrecken im Cross-Country, Marathon und bei Etappenrennen zuhause. Dementsprechend bervozugt Gabi sportlich ausgerichtete Räder und mag es am liebsten wenn es schnell von A nach B gehen soll. Außerdem sammelte Gabi bereits Erfahrungen auf der Straße und im Cyclocross als Rennfahrer – auch auf dem Enduro ist Gabi ab und zu unterwegs. Technisch anspruchsvolle Strecken sind sein präferiertes Einsatzgebiet.
Fahrstil
Hohes Tempo bergab, mit Blick auf die saubere Linie – bergauf spritzig und schnell
Ich fahre hauptsächlich
XC, vereinzelt Marathon- und Etappenrennen
Vorlieben beim Fahrwerk
Straff, für Reserven bei groben Absätzen und eine optimale Traktion in Anstiegen
Vorlieben bei der Geometrie
Sportlich; Tiefes Cockpit, nicht zu gestreckt

Tester-Profil: Christoph Spath
49 cm70 kg94 cm60 cm190 cm
Chris fährt gerne alles, von Dirt Jump über Trail und Enduro bis Downhill, gerne schnell, in grobem Gelände und mit viel Luftstand
Fahrstil
flüssig
Ich fahre hauptsächlich
Downhill, Enduro
Vorlieben beim Fahrwerk
auf der straffen Seite, viel Druckstufe, Balance zwischen Front und Heck
Vorlieben bei der Geometrie
vorne lang, hinten mittellang, flacher Lenkwinkel


Hier findet ihr alle Artikel zum Cross-Country-Vergleichstest 2020:

  1. benutzerbild

    onspeed

    dabei seit 05/2005

    checky schrieb:

    Doch, natürlich hat der Sitzwinkel indirekt sogar starken Einfluss aufs untersteuern. Bei nem steileren SW & sonst gleicher Konfiguration sitzt der Poppes halt direkt mal 3-5cm weiter vorne & das Körpergewicht wandert zu einem Teil direkt aufs VR & damit einhergehend weniger Untersteuern.

    Gehe mal davon aus, dass du deinen Sattel aber auch nicht einfach so dranschraubst, sondern nach dem Druckpunkt in Relation zum Tretlager schaust. Also Sitzwinkel hin oder her. Das Tretlager sitzt ja deswegen auch keine 3-5 cm weiter vorn. Der Nachsitz, Sattelspitze / Tretlager dürfte immer sehr ähnlich sein.
  2. benutzerbild

    NoBseHz

    dabei seit 05/2007

    checky schrieb:

    Doch, natürlich hat der Sitzwinkel indirekt sogar starken Einfluss aufs untersteuern. Bei nem steileren SW & sonst gleicher Konfiguration sitzt der Poppes halt direkt mal 3-5cm weiter vorne & das Körpergewicht wandert zu einem Teil direkt aufs VR & damit einhergehend weniger Untersteuern. Früher haben wir die "Balance" auf nem Bike mit 2 Personenwaagen unter den Reifen ausgewogen & aus der Erfahrung heraus bin ich mir sogar sicher, das der Sitzwinkel diesbezüglich sogar mehr Einfluss hat als die 15mm Offset.
    Ich gebe Dir recht, dass eine kleinere Rahmengröße an der Stelle evtl. etwas geändert hätte - sofern der Fahrer zu klein war. Der Stack an sich ändert daran aber erst mal gar nichts solange der Tester & dessen Sitzposition bei M & L gleich ist (also auch die Lenkerhöhe), außer ich teste grundsätzlich mit keinem Spacer unterm Vorbau, aber das wäre ja "gutgetestet". Läuft letztlich möglicherweise auf eine falsche Rahmengröße heraus, da sind wir uns einig.


    Was mir hier beim Test auch wieder fehlt & ich finde es echt schade das wirklich nie darauf eingegangen wird: die sichtbare Konstruktion der Lager, des Hinterbaus. Auch da gibt es himmelweite Unterschiede & ich denke das in der Redaktion mehr als genug Erfahrung vorhanden ist um das ein Stück weit zu bewerten.
    So war z.B. das alte Scalpel bei entsprechender Nutzung eine Dauerbaustelle was die Anlenkung des Hinterbaus & der Hinterbaulager angeht & von der Konstruktion her einfach nur unglaublich billig & schlecht gemacht. Ebenso ein Spark. Wenn man sich dagegen mal ein Mondraker, Santa Cruz oder Trek anschaut, dann sieht man sehr schnell wie es auch hochwertig & solide gemacht werden kann (was ich bei so einem Preis auch erwarte).
    Aus eigener Erfahrung: Trek Top Fuel 9.9: nach vier Jahren das erste mal die Hinterbaulager wechseln müssen (dopplreihige Lager an der Hautpgelenken).
    Scalpel: 2x im Jahr Komplettrevision nötig (winzige einreihige Lager).
    Zumindest bei den beiden kann auch das Gewicht nicht das Argument sein, da der Rahmen des Topfuel leichter war als der des Scalpel.
    Solche Dinge sind sichtbar & dürfen imho gerne erwähnt werden.

    Als immernoch Scalpel 2012 Fahrer unterschreibe ich das komplett. Auch die Idee, die 30mm Welle mit kleineren Kugeln im Tretlager zu feiern.... Abartig, wie oft die Teile getauscht werden müssen. Das ist vielen Herstellern bis heute egal!! Dass das nie in Tests thematisiert wird, absoluter Fail.
  3. benutzerbild

    Schnitzelfreund

    dabei seit 07/2003

    NoBseHz schrieb:

    Als immernoch Scalpel 2012 Fahrer unterschreibe ich das komplett. Auch die Idee, die 30mm Welle mit kleineren Kugeln im Tretlager zu feiern.... Abartig, wie oft die Teile getauscht werden müssen. Das ist vielen Herstellern bis heute egal!! Dass das nie in Tests thematisiert wird, absoluter Fail.

    Bei 200h im Jahr auf dem Rad im Schnitt, nie bis fast nie putzen, habe ich 2017 die Lager im Rahmen und vor 2 Wochen zum 2. mal den Pressfit Mist getauscht. Knarzt halt gefühlt immer, aber ansonsten eher verschleißarm. Einmal Steuerlage kamen auch noch dazu und die Lefty war auch 2 Mal im Service
  4. benutzerbild

    NoBseHz

    dabei seit 05/2007

    Schnitzelfreund schrieb:

    Bei 200h im Jahr auf dem Rad im Schnitt, nie bis fast nie putzen, habe ich 2017 die Lager im Rahmen und vor 2 Wochen zum 2. mal den Pressfit Mist getauscht. Knarzt halt gefühlt immer, aber ansonsten eher verschleißarm. Einmal Steuerlage kamen auch noch dazu und die Lefty war auch 2 Mal im Service


    So what? Ist bei meinem halt anders. Und bei jedem anderen, das ich kenne. Das Nachfolger Modell ist auch nicht viel besser geworden, beim 2021 gibt es den ein oder anderen Hoffnungsschimmer.

    Darum geht es ja auch weniger, eher um das Bedürfnis, über derartige Aspekte in Tests auch was zu lesen. Wenige brauchen Einleitungen ala 'das Rad konnte leicht bestellt werden' oder Urteile wie 'tolles Rad, ein anderer Reifen wäre aber gut gewesen'. Viele brauchen die Einschätzung der erfahrenen Tester, die deutlich mehr Räder in die Finger kriegen als die meisten Leser. Da fällt es leicht auf schöne Detaillösungen einzugehen, die in Sachen Wartung und Haltbarkeit die Musik machen. Zum Beispiel ist mit dem 2021er Scalpel endlich Mal ein vernünftiges Handbuch für das Rad zu kriegen. Beim 2012er Modell sagen ja die Ingenieure selbst, dass sowas ein NoGo ist. Meine Fachwerkstatt freut sich jedes Mal, wenn ich mit dem Scalpel komme, da sie extra lang Zeit brauchen zur Demontage. Das ist einfach ein Albtraum das Rad. Habe mir für mein neues Rad maximal viel Zeit gelassen bei der Recherche, um neben Geometrie, Kinematik etc. auch in Punkto Haltbarkeit und Servicebedarf+Freundlichkeit das mMn beste zu finden. Das 2021er Scalpel war da nur Mittelfeld.
  5. benutzerbild

    Schnitzelfreund

    dabei seit 07/2003

    NoBseHz schrieb:

    So what? Ist bei meinem halt anders. Und bei jedem anderen, das ich kenne. Das Nachfolger Modell ist auch nicht viel besser geworden, beim 2021 gibt es den ein oder anderen Hoffnungsschimmer.

    Darum geht es ja auch weniger, eher um das Bedürfnis, über derartige Aspekte in Tests auch was zu lesen. Wenige brauchen Einleitungen ala 'das Rad konnte leicht bestellt werden' oder Urteile wie 'tolles Rad, ein anderer Reifen wäre aber gut gewesen'. Viele brauchen die Einschätzung der erfahrenen Tester, die deutlich mehr Räder in die Finger kriegen als die meisten Leser. Da fällt es leicht auf schöne Detaillösungen einzugehen, die in Sachen Wartung und Haltbarkeit die Musik machen. Zum Beispiel ist mit dem 2021er Scalpel endlich Mal ein vernünftiges Handbuch für das Rad zu kriegen. Beim 2012er Modell sagen ja die Ingenieure selbst, dass sowas ein NoGo ist. Meine Fachwerkstatt freut sich jedes Mal, wenn ich mit dem Scalpel komme, da sie extra lang Zeit brauchen zur Demontage. Das ist einfach ein Albtraum das Rad. Habe mir für mein neues Rad maximal viel Zeit gelassen bei der Recherche, um neben Geometrie, Kinematik etc. auch in Punkto Haltbarkeit und Servicebedarf+Freundlichkeit das mMn beste zu finden. Das 2021er Scalpel war da nur Mittelfeld.

    Müsste ja mit meinen Haltbarkeitserfahrungen eigentlich direkt wieder bei Kanonenstahl zuschlagen, hatte aber mit dem Hardtail bzw der Lefty mal einen materialbedingten Sturz. Da haben die sich sowas von zum Kübeln verhalten, dass ich in dem Leben meine Kohle vermutlich nicht mehr bei denen versenke. Und die mir sympathischen Läden haben Kanonenstahl auch rausgeworfen aus ähnlichen Gründen.
    Finde es auch ätzend, dass die Nabe geändert wurde. Sei’s drum
    Handbuch habe ich noch keins gebraucht und Zerlegen geht auch ok, das hat mich nicht gestört. Und das Geknarze höre ich vermutlich nicht mehr 🤣

Was meinst du?

Wir laden dich ein, jeden Artikel bei uns im Forum zu kommentieren und diskutieren. Schau dir die bisherige Diskussion an oder kommentiere einfach im folgenden Formular:

Verpasse keine Neuheit. Trag dich für den MTB-News-Newsletter ein!