Damen: Die perfekte Woche für Ghost
Anne Terpstra und Nicole Koller waren diese Woche nicht zu schlagen. Jeder der acht Tagesabschnitte ging an die niederländisch-schweizerische Paarung. Dieses Kunststück gelang zuletzt 2021 Laura Stigger und Sina Frei. Auf Platz zwei landeten im Endklassement – ebenso souverän – Mona Mitterwallner und Candice Lill vor Sofia Gomez Villafane und Samara Sheppard.
Doch der Reihe nach: Das letzte Teilstück rund um Stellenbosch, das über 67 Kilometer und 2000 Höhenmeter führte, bot jede Menge Traum-Trails und für das Cannondale-Duo Mitterwallner/Lill zudem auch genügend Höhenmeter, um einen letzten, finalen Angriff auf den Gesamtsieg zu unternehmen. Denn so paradox es klingt, Terpstra/Koller waren diese Woche zwar bärenstark unterwegs und sicherten sich bis vor der letzten Etappe jeden Tagessieg, doch in der Gesamtwertung trennten die ersten beiden Teams nicht einmal vier Minuten. Beim Cape Epic kann sich ein derart knapper Vorsprung schnell in Luft auflösen.
Doch dazu sollte es am heutigen Sonntag nicht mehr kommen. Zu Beginn der Etappe versuchten Vera Looser und Alexis Skarda nochmals ihr Heil in der Flucht, doch das Team Efficient Infiniti SCB SRAM konnte von Ghost und Cannondale wieder gestellt werden. In der zweiten Rennhälfte forcierten dann schließlich Terpstra und Koller die entscheidende Attacke, setzten sich von ihrer Konkurrenz ab und fuhren ungefährdet dem Tages- und vor allem ihrem ersten Cape Epic-Gesamtsieg entgegen.
Das ist unglaublich. Ich weiß nicht, was ich sagen soll! Cannondale und Specialized lieferten uns diese Woche einen so harten Kampf. Es war wirklich hart, deshalb ist es großartig, hier als Gewinner des Absa Cape Epic zu stehen.
Anne Terpstra
Es ist ein wahr gewordener Traum – unglaublich. Das haben wir ehrlich gesagt nicht erwartet, als wir das Absa Cape Epic bestreiten wollten. Es war eine harte Woche, ein tolles Rennen. Wir haben hart gearbeitet, aber wir hatten auch Spaß. Was für eine Woche!
Nicole Koller
Zweite in der Gesamtwertung wurden Mona Mitterwallner und Candice Lill, die immer wieder ausgebremst wurden durch eine Erkältung bei Mitterwallner, wie sich heute herausstellte.
Wir haben diese Woche viel durchgemacht und haben aus jeder Situation das Beste gemacht und hart gekämpft. Ich denke, wir haben eine großartige Partnerschaft und Freundschaft entwickelt.
Candice Lill
Candice ist die beste Athletin, die ich je getroffen habe. Ich hoffe, dass wir es in Zukunft noch einmal versuchen können.
Mona Mitterwallner
Tagesrang drei ging heute an Vera Looser und Alexis Skarda, den dritten Gesamtplatz holten sich hingegen Sofia Gomez Villafane und Samara Sheppard.
Ergebnisse
- Ghost Factory Racing – Anne Terpstra / Nicole Koller: 3:32:07
- Cannondale Factory Racing – Mona Mitterwallner / Candice Lill: 3:36:52 (+4:45)
- Efficient Infiniti SCB SRAM – Vera Looser / Alexis Skarda: 3:40:09 (+8:02)
Gesamtwertung nach der 7. Etappe Top 3
- Ghost Factory Racing – Anne Terpstra / Nicole Koller: 30:56:22
- Cannondale Factory Racing – Mona Mitterwallner / Candice Lill: 31:04:58 (+8:36)
- Toyota-Specialized-NinetyOne – Sofia Gomez Villafane / Samara Sheppard: 31:32:10 (+35:48)
Herren: Schneller/Huber mit starkem Finale
Aus deutscher Sicht ist der Etappensieg von Simon Schneller und Urs Huber sicher die positivste Meldung des heutigen Finaltags. Das Bulls-Team sicherte sich vor Fabian Rabensteiner/Samuele Porro und Matt Beers/Howard Grotts den Tagessieg – in der Gesamtwertung gab es keine Veränderungen mehr.
Matthew Beers und Howard Grotts waren im Finale zu abgezockt und gehen am Ende auch als hochverdiente Sieger aus dem 20. Cape Epic hervor. Das Specialized-Duo zeigte über die gesamte Woche die konstantesten Leistungen und kamen zudem defektfrei durch das achttägige Spektakel am Westkap.
Auf der letzten Etappe setzten sich früh die bekannten Gesichter an der Spitze ab: Toyota-Specialized-NinetyOne (Matthew Beers/Howard Grotts), Buff Megamo (Hans Becking/Wout Alleman), Canyon Sidi (Andreas Seewald/Marc Stutzmann) und Bulls Mavericks (Simon Schneller/Urs Huber) diktierten in der ersten Rennhälfte das Tempo. Das Team World Bicycle Relief um Nino Schurter und Sebastian Fini war zu diesem Zeitpunkt schon abgehängt, sodass für Beers und Grotts klar war, dass sie nur noch heil ins Ziel kommen mussten, um den Gesamtsieg einzutüten. Der Vorsprung von über neun Minuten vor der letzten Etappe war jedoch so oder so schon komfortabel genug.
Während bei den erstgenannten Teams allmählich die Kräfte ausgingen, drehte das Bulls-Duo ordentlich auf. Die deutsch-schweizerische Paarung um Simon Schneller und Urs Huber hatte sich in den letzten Tagen etwas zurückgenommen und konnte somit am Ende der Woche nochmals aufs Gaspedal drücken. Die Beiden setzten sich an der Spitze ab und fuhren am Ende souverän zum Tagessieg – dem zweiten mit deutscher Beteiligung beim diesjährigen Cape Epic.
Auf Tagesrang drei folge schließlich das Toyota-Specialized-NinetyOne-Team und feierte überlegen den Overall-Sieg – für Matthew Beers bedeutete dieser Erfolg Gesamtsieg Nummer drei, für Grotts Nummer zwei beim Cape Epic. Der Südafrikaner gab im Ziel zu Protokoll, dass es eine äußerst harte Woche war und gegen Ende Magenprobleme und Schlafmangel ihm zu schaffen machten.
Es ist alles ziemlich verrückt. Ich habe drei Absa Cape Epics gewonnen. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Es fühlt sich an, als hätte ich gestern mein erstes Epic gewonnen. Es ist ein Wechselbad der Gefühle. Ich hatte das Glück, gute Partner und wirklich gute Leute zu haben. Alle meine Partner waren großartig. Ich habe großes Glück, diese großartigen Menschen in meinem Leben zu haben.
Matthew Beers
Heute war großartig, es hat einfach richtig Spaß gemacht. Wir sind die ganze Zeit auf Nummer sicher gefahren. Das war die Strategie. Matt ist ein großartiger Partner und wir arbeiten so gut zusammen. Wir drängen uns gegenseitig nicht über das Zumutbare hinaus. Ich denke, wir haben die gleiche Einstellung zum Leben und das ist es, was diese Woche zu einer harten, aber unterhaltsamen Erfahrung gemacht hat.
Howard Grotts
Aus deutscher Sicht verlief das Cape Epic solide, jedoch ohne große positive Überraschungen. Lukas Baum und Georg Egger deuteten eine gute Form an und waren bis zum Ausscheiden von Baum zumindest in Schlagdistanz zum Podium. Andreas Seewald und Marc Stutzmann verpassten als Vierte die Top 3 nur knapp. Mit Simon Stiebjahn und Jakob Hartmann schaffte eine weitere Paarung den Sprung unter die ersten Zehn, Simon Schneller und Urs Huber wurden 14., Luis und Noah Neff erreichten als 20. das Ziel in Stellenbosch.
Grund zum Jubeln hab es hingegen in der Masters-Kategorie: Karl Platt hat gemeinsam mit dem Spanier Tomás Misser Vilasecs überlegen das Cape Epic gewonnen!
Ergebnisse
Tageswertung Top 3
- Bulls Mavericks – Simon Schneller / Urs Huber: 2:52:08
- Wilier Vittoria Factory – Fabian Rabensteiner / Samuele Porro: 2:54:24 (+2:16)
- Toyota-Specialized-NinetyOne – Matthew Beers / Howard Grotts: 2:55:16 (+3:08)
Gesamtwertung nach der 7. Etappe Top 3
- Toyota-Specialized-NinetyOne – Matthew Beers / Howard Grotts: 25:22:17
- World Bicycle Relief – Nino Schurter / Sebastian Fini: 25:33:24 (+11:07)
- Buff Megamo – Hans Becking / Wout Alleman: 25:33:53 (+11:36)
Fotostory
Absa Cape Epic 2024 auf MTB-News.de
Wir berichten auch in diesem Jahr täglich ausführlich vom Absa Cape Epic – alles dazu findet ihr auf unserer Kategorie-Seite zum Cape Epic 2024. Wie gewohnt gibt’s jeden Tag große Fotostories und einem ausführlichen Bericht über die Renngeschehnisse vom Spektakel in Südafrika.
Was sagt ihr zu den Ergebnissen?
Alle Artikel zum Cape Epic 2024:
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- Cape Epic 2024 – 4. Etappe: Sprint-Showdowns auf der Königsetappe
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Neues Nukeproof Tracker: Hardtail-Serie für den Einstieg und den Alltag
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Neue Hope Pro 5 Hook Flange: Leichtbau-Naben für Berd-Speichen
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13 Kommentare
» Alle Kommentare im ForumDanke für die coolen Bilder in der vergangenen Woche.

Der spannende Rennverlauf bei den Männern sorgte für eine interessante Woche. Matt Beers scheint wie gemacht für dieses Rennen, dritter Sieg mit dem dritten Partner. Er ist schon eine richtige Maschine, von dem wir in Europa halt nur einmal im Jahr so richtig was mitbekommen. Dazu noch mit einem resistenten Magen und Materialschonend unterwegs, beste Vorraussetzungen um so ein Rennen am Ende souverän zu gewinnen.
Den Speed Company Jungs scheint der Luxus mit Haus nicht gut zutun, nächstes Jahr müssen sie wieder in einen Camper und nur einem Betreuer-Papa dabei
Insgesamt war ich überrascht wie wenig Pannen es gab, und auch keine größeren Stürze waren zu sehen. Materialtechnisch lernen die Teams wohl dazu.
Heute in 3 Wochen beginnt bereits das 4 Island Stagerace in Kroatien
Nur noch 2 Wochen bis zum Start. Fahren Baum und Egger wieder mit? Konnte bisher nix finde dazu...
Ja sie sind wieder dabei
Startliste, aber noch nicht komplett
https://www.epic-series.com/capeepic-riders-register
Ah, super! Hab ich nicht geschafft mir zu ergooglen.
Edit: Schurter nicht dabei? 🤔
Doch mit Colombo, wie gesagt noch nicht vollständig. Warum auch immer die nicht alle auf einmal veröffentlichen
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