EMRG Senduro V3 mit Anti Dive-Federgabel
Matthias Reichmann präsentierte bei der diesjährigen Ausgabe der Craft Bike Days die dritte Version seines EMRG Senduro. Das Ballergerät wurde über mehrere Iterationen verfeinert und hat nun sein finales Stadium erreicht. Neben dem aufwendigen Hinterbau mit ganzen sieben Gelenken ist die extreme Anpassungsfähigkeit des Bikes – hier können Federweg, Laufradgröße und Geometrie angepasst werden – ein absolutes Alleinstellungsmerkmal.
- EMRG Senduro V3 mit Anti Dive-Federgabel
- Rahmenmaterial Aluminium
- Laufradgröße 29″ / Mullet
- Federweg 180 mm bis 200 mm (vorn) / 170 mm bis 190 mm (hinten)
- www.emrg.bike
Das absolute Highlight am Senduro war aber überraschenderweise nicht der Rahmen selbst, sondern ein an der Federgabel montierter Gelenkarm. Hierbei handelt es sich um ein neues Anti-Dive-System. Dies soll das durch die dynamische Lastverschiebung beim Bremsen hervorgerufene Wegtauchen von Federgabeln eliminieren. Konzepte, die die Bremseinflüsse minimieren sollen, sind am Hinterbau gängig. Viergelenker-Hinterbau sowie Eingelenker-Systeme mit Bremsmomentabstützung können so konstruiert werden, dass die Bike-Geometrie auch beim Bremsen stabil bleibt. Der Anti-Rise ist hier das oft zitierte Stichwort. Anders als bei Autos und Motorrädern sucht man ein solches System an Mountainbike-Federgabeln bislang vergeblich. Die einzige Ausnahme: Linkage-Federgabeln, die sich allerdings bislang noch nicht wirklich durchgesetzt haben.
Um dies zu adressieren, hat Matthias seiner Intend Upside-Down-Federgabel einen Gelenkarm verpasst, der dem Wegtauchen beim harten Anbremsen entgegenwirken soll. Das System greift an den Ausfallenden und dem Standrohr an und ist bewusst auf unter 100 % Anti-Dive ausgelegt, um die smoothe Performance der Federgabel sicherzustellen. Wir konnten das System kurz im Stand ausprobieren und können unterschreiben, dass es das Wegtauchen beim Bremsen effektiv verhindert. Allerdings ist der gezeigte Prototyp erst eine Woche alt und wurde bislang nicht im Trail-Einsatz auf Herz und Nieren getestet.
Sollte sich das System in der Praxis als performant herausstellen, ist es durchaus denkbar, dass zukünftig eine Kleinserien-Federgabel in Kooperation mit einem USD-Federgabelhersteller zum Kauf angeboten wird. Wir sind gespannt.
Würdet ihr die Anti-Dive-Federgabel gerne mal ausprobieren?
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21 Kommentare
» Alle Kommentare im ForumSehr geile Arbeit Matzää!
Ich kenne noch die hydraulischen Anti-Dive Systeme an Motorrädern in den 90ern, die aber damals jeder stillgelegt hat. Irgendwie hat sich das auch an Motorrädern nie wirklich durchgesetzt, obwohl da das Gewicht eher weniger ein Problem darstellt. Mich hat das beim Motorrad auch mehr gestört als bei dem was ich jetzt auf dem Mountainbike fahre, weil es dort einfach öfter und länger vorkommt, dass man durchgehend voll bremst (z.B. vor einer Kurve von 200 auf 50 runter). Ich vermute darum, das ist wenn etwas für wirklich schnelle DH-Racer.
Preston Petty No-Dive:
https://motocrossactionmag.com/forgotten-motocross-tech-how-to-make-a-faster-by-leveling-it-out/
Hatte USE da ein Patent drauf, das abgelaufen ist und es jetzt möglich macht, das System neu aufzugreifen?
Genau, das macht vor allem für DH-racing Sinn.
Thema Gewicht: Das wird noch massiv leichter - bin da gerade dran.
Aber interessant die Thematik, dass Preston Petty sein System patentiert hatte in der Hoffung, dass die grossen Hersteller das in Lizenz verbauen, und die stattdessen anfingen, adaptive Dämpfungssysteme zu entwickeln. Die gibt es übrigens immernoch.
Bzw. wenn Du Dir den Aufbau der der Shims von quasi jeder modernen Gabel anschaust, dann hast Du eine kleine Durchgangsbohrung, das ist die Low Speed Compression. Dann hast Du einen Bypass, der ab einem gewissen Druck auf macht. Die High speed Compression. Sprich, bei niedrigen Geschwindigkeiten möchtest Du eine massiv straffere Dämpfung als bei höhreren Geschwindigkeiten. Low-Speed-Events sind z.B. bremsen, High-speed-Events sind Anregungen über den Untergrund. Mit der Bremsmomentabstützung könnte man die Federung kompromissloser auf das "Glattbügeln" des Untergrunds abstimmen da man die LSC fluffiger machen könnte, da man keine Nickmomente durch das Bremsen abfangen muss.
Wozu High- und Lowspeed-Dämpfung gut sind (="degressive Dämpfkurve") ist sicherlich fast allen klar, ich wollte es nur mal der Vollständigkeit halber schreiben und nochmals ins Gedächtnis rufen. Bzw. habe schon Leute über die "degressive Dämpferkennline" haten sehen, weil sie es offensichtlich mit der Federkennlinie verwechselt haben. Aber das ist ein anderer Schuh.
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