Craft Bike Days 2025 EMRG Senduro V3 mit Anti Dive-Federgabel Tuning

Auf den Craft Bike Days 2025 zeigte Reichmann Engineering die dritte Iteration des EMRG Senduro mit einer speziellen Anti-Dive-Upside-Down-Federgabel.
Titelbild

EMRG Senduro V3 mit Anti Dive-Federgabel

Matthias Reichmann präsentierte bei der diesjährigen Ausgabe der Craft Bike Days die dritte Version seines EMRG Senduro. Das Ballergerät wurde über mehrere Iterationen verfeinert und hat nun sein finales Stadium erreicht. Neben dem aufwendigen Hinterbau mit ganzen sieben Gelenken ist die extreme Anpassungsfähigkeit des Bikes – hier können Federweg, Laufradgröße und Geometrie angepasst werden – ein absolutes Alleinstellungsmerkmal.

  • EMRG Senduro V3 mit Anti Dive-Federgabel
  • Rahmenmaterial Aluminium
  • Laufradgröße 29″ / Mullet
  • Federweg 180 mm bis 200 mm (vorn) / 170 mm bis 190 mm (hinten)
  • www.emrg.bike
Das EMRG Senduro ist ein Ballergerät fürs Grobe und kann mit bis zu 190 mm Federweg am Heck aufgebaut werden.
# Das EMRG Senduro ist ein Ballergerät fürs Grobe und kann mit bis zu 190 mm Federweg am Heck aufgebaut werden.
Diashow: Craft Bike Days 2025: EMRG Senduro V3 mit Anti Dive-Federgabel Tuning
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Der aufwendige Hinterbau besteht aus satten sieben Gelenken ...
# Der aufwendige Hinterbau besteht aus satten sieben Gelenken ...
... und kann mit unterschiedlichen Dämpferhüben gefahren werden.
# ... und kann mit unterschiedlichen Dämpferhüben gefahren werden.
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Das absolute Highlight am Senduro war aber überraschenderweise nicht der Rahmen selbst, sondern ein an der Federgabel montierter Gelenkarm. Hierbei handelt es sich um ein neues Anti-Dive-System. Dies soll das durch die dynamische Lastverschiebung beim Bremsen hervorgerufene Wegtauchen von Federgabeln eliminieren. Konzepte, die die Bremseinflüsse minimieren sollen, sind am Hinterbau gängig. Viergelenker-Hinterbau sowie Eingelenker-Systeme mit Bremsmomentabstützung können so konstruiert werden, dass die Bike-Geometrie auch beim Bremsen stabil bleibt. Der Anti-Rise ist hier das oft zitierte Stichwort. Anders als bei Autos und Motorrädern sucht man ein solches System an Mountainbike-Federgabeln bislang vergeblich. Die einzige Ausnahme: Linkage-Federgabeln, die sich allerdings bislang noch nicht wirklich durchgesetzt haben.

Dieser Gelenkarm soll das Abtauchen der Federgabel bei Bremsmanövern effektiv unterbinden.
# Dieser Gelenkarm soll das Abtauchen der Federgabel bei Bremsmanövern effektiv unterbinden.
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Um dies zu adressieren, hat Matthias seiner Intend Upside-Down-Federgabel einen Gelenkarm verpasst, der dem Wegtauchen beim harten Anbremsen entgegenwirken soll. Das System greift an den Ausfallenden und dem Standrohr an und ist bewusst auf unter 100 % Anti-Dive ausgelegt, um die smoothe Performance der Federgabel sicherzustellen. Wir konnten das System kurz im Stand ausprobieren und können unterschreiben, dass es das Wegtauchen beim Bremsen effektiv verhindert. Allerdings ist der gezeigte Prototyp erst eine Woche alt und wurde bislang nicht im Trail-Einsatz auf Herz und Nieren getestet.

Sollte sich das System in der Praxis als performant herausstellen, ist es durchaus denkbar, dass zukünftig eine Kleinserien-Federgabel in Kooperation mit einem USD-Federgabelhersteller zum Kauf angeboten wird. Wir sind gespannt.

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Würdet ihr die Anti-Dive-Federgabel gerne mal ausprobieren?


Alle Bikes der Craft Bike Days 2025 im Überblick

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Craft Bike Days 2025: High Pivot, Anti-Dive & 32 Zoll – Die radikalsten MTB-Konzepte 2025
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21 Kommentare

» Alle Kommentare im Forum
  1. Hallo zusammen, ich melde mich auch mal zu Worte. Erstmal danke für das anständige Niveau hier im Gegensatz zu anderen Plattformen, wo man einfach nur hirnlos drauf herumhackt.

    Ich hab das Teil übrigens entwickelt. Ich versuche mal, einige Punkte vereinfacht und verständlich zu erklären.

    Zum Thema brake dive, ich habe nun öfter gelesen, dass diese Problematik nicht bestünde. Kann ich nicht bestätigen - Teleskopgabeln federn im Lenkeinkel nach hinten/ oben, dadurch werden sie allein durch die Bremskraft schon komprimiert. Dann kommt noch die dyn. Radlastverschiebeung dazu, die durch folgndes Moment hervorgerufen wird: Ihr habt Eure Verzögerung (=negative Beschleunigung) mal Masse mal Höhe des Schwerpunkts - dies ergibt ein Moment, das auf unser Gesamtsystem einwirkt und den Hinterbau ausfedern sowie die Gabel einfedern lässt.
    Damit hinten weniger ausfedert, baut man sich in die Hinterbaukinematik Anti-Rise hinein, sprich beim Bremsen wird die Federung etwas "zusammengehalten". Der weitaus gravierendere Effekt ist jedoch das Eintauchen der Gabel. Dagegen geht man (zumindest als DH-Racer) so vor, dass man eine recht straffe Lowspeed-Druckstufe fährt, oder dass men eine zu harte Feder fährt, oder dass man ein 3-Kammer-System a la Chickadeehill, Öhlins, Formula oder EXT verbaut - dadurch hat die Gabel in ihrer statischen Lage eine höhere Federsteifigkeit.
    Nachteil: die höhrere Federsteifigkeit oder straffere Druckstufe habt Ihr permanent. Nicht förderlich für die Federungsperformance in vielen Fahrsituationen.

    Wieso will man den Brake-Dive nicht?
    - Als mind. halbwegs versierter DH-Racer versucht man, schwarz-weiss zu bremsen. Bremse auf oder beim Anbremsen kurz und voll rein. Starke Verzögerung wo benötigt wird, sonst offen. Dadurch taucht die Gabel stark ein, man büßt massiv Federweg ein, Schluckfreudigkeit, Fahrkomfort und Traktion mögen das nicht. Wer schleifbremst hat das Problem vermutlich weniger. Bzw. wer nicht bremst.

    Mit diesem Anti-dive-Hebelsystem wird ein grosser Teil der Zusatzkraft auf der Gabel durch das Anbremsen aufgenommen und in die Uppers statt in die Federung eingeleitet. Resultat ist eine besser funktionierende Federung da mehr Federweg übrig. Die Kraft am Vorderrad bleibt übrigens gleich, es wird lediglich ein Teil umgleitet.
    Um die Federung voll aktiv zu halten, hat das System eine mit zunehmender Kompression abnehmende Abstützung, sprich bei einem großen Stoß ändern sich die Winkel dahingehend, dass eingefedert kaum mehr Anti-Dive besteht - ist auch nicht notwendig, da durch die Kompression die Federkraft eh erhöht wird und die Gabel nach dem Hindernis wieder ausfedert, wo sie wieder stärker vom Anti-Dive supportiert wird.
    Da jeder eine andere Schwerpunkthöhe hat, ist das Anti-Dive-Level über die Höhe der Aufnahme an den Uppers individuell abstimmbar. Grundsätzlich soll der Anti-Dive unter 100% sein. Über 100% bedeutet Ausfedern beim Bremsen, das wollen wir sicher nicht. Wir wollen lediglich das zusätzliche Moment durch die Verzögerung kompensieren.

    Funktoniert übrigens soweit sehr gut. Ich lade mal bei Gelegenheit ein Video hoch (Hindernis mit Vollbremsung vs. Hinernis ohne bremsen). Ich denke, das könnte ein echter Game-Changer werden, Ihr könnt in den brutalsten Fahrsituationen anbremsen ohne abgeworfen zu werden. Sprich, Ihr könnt im DH SPÄTER und HÄRTER anbremsen, und das bringt Zeit.

    Habe diverse Hate-Kommentare erhalten wie "sieht sch.... aus", "sieht wie ATU-Tuning aus", gab es schon vor 20 Jahren" und "so n Blödsinn". Zur Optik, ist n Prototyp zwecks prove of concept. Zu den meisten anderen Kommentaren: Interessant, welche Kriterien viele an ein Bike stellen (Optik über Funktion etc.), bzw. wenn alle so wären, würden wir alle noch mit 26", Starrgabel und Hardtails rumfahren. Bzw. mir wurde klar, dass man auch in der Sonderschule sitzen bleiben kann... uuups ;-)

    Gruß
    Matse
    Du machst mich ganz wuschich! Gut, dass es die Räder als nur in klein und sehr klein gibt. Sonst müsste ich es schon wieder tun.

    Sehr geile Arbeit Matzää!
  2. Ich kenne noch die hydraulischen Anti-Dive Systeme an Motorrädern in den 90ern, die aber damals jeder stillgelegt hat. Irgendwie hat sich das auch an Motorrädern nie wirklich durchgesetzt, obwohl da das Gewicht eher weniger ein Problem darstellt. Mich hat das beim Motorrad auch mehr gestört als bei dem was ich jetzt auf dem Mountainbike fahre, weil es dort einfach öfter und länger vorkommt, dass man durchgehend voll bremst (z.B. vor einer Kurve von 200 auf 50 runter). Ich vermute darum, das ist wenn etwas für wirklich schnelle DH-Racer.

    Preston Petty No-Dive:
    https://motocrossactionmag.com/forgotten-motocross-tech-how-to-make-a-faster-by-leveling-it-out/

  3. ... gab es schon vor 20 Jahren"

    Gruß
    Matse

    Hatte USE da ein Patent drauf, das abgelaufen ist und es jetzt möglich macht, das System neu aufzugreifen?
  4. Hatte USE da ein Patent drauf, das abgelaufen ist und es jetzt möglich macht, das System neu aufzugreifen?
    öhm kein Plan, ob USE das patentiert hatte. Allerdings war die SUB-Gabel von USE eine Linkage-Gabel, der Sachverhalt ist da insgesamt anders. Die USE ist quasi ein geschobener Längs-Lenker, der die BRemse aufnimmt. Unser System ist eine Teleskop-Gabel, die den Bremssattel drehbar gelagert aufnimmt, und ihn halt ähnlich wie USE an den Uppers abstützt.
  5. Ich kenne noch die hydraulischen Anti-Dive Systeme an Motorrädern in den 90ern, die aber damals jeder stillgelegt hat. Irgendwie hat sich das auch an Motorrädern nie wirklich durchgesetzt, obwohl da das Gewicht eher weniger ein Problem darstellt. Mich hat das beim Motorrad auch mehr gestört als bei dem was ich jetzt auf dem Mountainbike fahre, weil es dort einfach öfter und länger vorkommt, dass man durchgehend voll bremst (z.B. vor einer Kurve von 200 auf 50 runter). Ich vermute darum, das ist wenn etwas für wirklich schnelle DH-Racer.

    Preston Petty No-Dive:
    https://motocrossactionmag.com/forgotten-motocross-tech-how-to-make-a-faster-by-leveling-it-out/
    Oh geil, danke für den Link! Das System hab ich noch ncht gekannt!

    Genau, das macht vor allem für DH-racing Sinn.
    Thema Gewicht: Das wird noch massiv leichter - bin da gerade dran.

    Aber interessant die Thematik, dass Preston Petty sein System patentiert hatte in der Hoffung, dass die grossen Hersteller das in Lizenz verbauen, und die stattdessen anfingen, adaptive Dämpfungssysteme zu entwickeln. Die gibt es übrigens immernoch.
    Bzw. wenn Du Dir den Aufbau der der Shims von quasi jeder modernen Gabel anschaust, dann hast Du eine kleine Durchgangsbohrung, das ist die Low Speed Compression. Dann hast Du einen Bypass, der ab einem gewissen Druck auf macht. Die High speed Compression. Sprich, bei niedrigen Geschwindigkeiten möchtest Du eine massiv straffere Dämpfung als bei höhreren Geschwindigkeiten. Low-Speed-Events sind z.B. bremsen, High-speed-Events sind Anregungen über den Untergrund. Mit der Bremsmomentabstützung könnte man die Federung kompromissloser auf das "Glattbügeln" des Untergrunds abstimmen da man die LSC fluffiger machen könnte, da man keine Nickmomente durch das Bremsen abfangen muss.
    Wozu High- und Lowspeed-Dämpfung gut sind (="degressive Dämpfkurve") ist sicherlich fast allen klar, ich wollte es nur mal der Vollständigkeit halber schreiben und nochmals ins Gedächtnis rufen. Bzw. habe schon Leute über die "degressive Dämpferkennline" haten sehen, weil sie es offensichtlich mit der Federkennlinie verwechselt haben. Aber das ist ein anderer Schuh.
Was meinst du?

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