In bisher acht Artikeln zeigten wir euch in den letzten Wochen die aktuell interessantesten 160-mm-Federgabeln und stellten diese im Rahmen eines groß angelegten Enduro-Federgabeltests auf die Probe. Um unsere Testreihe abzurunden und euch eine mögliche Kaufentscheidung zu erleichtern, möchten wir zum Abschluss ein Resümee ziehen und unsere Favoriten bekannt geben.

In diesem Artikel findet ihr eine Zusammenfassung aller Federgabel-Tests sowie eine persönliche Einschätzung jedes Testers. Die einzelnen Tests sind auch nochmal verlinkt, damit du direkt in den detaillierten Federgabeltest springen kannst.

Du bist Racer und willst dir die Gabel gerne perfekt auf deinen Fahrstil einstellen können? Du bist Hobbyfahrer und brauchst ein möglichst einfaches Setup, damit du schnell und sicher auf dem Trail Spaß hast? Oder willst du einfach eine gut funktionierende Gabel, die preisgünstig ist aber dennoch eine ordentliche Performance liefert? In diesem Artikel haben wir die Gabeln für alle Fahrertypen analysiert und sagen dir genau, welches Modell du brauchst.

Federgabel Test: die Einzeltests

Zusammenfassung unserer Fazits

BOS Deville

Wenn es um die bloße Performance geht, dann war die zweite Gabel, die uns Sports Nut nach dem Defekt der ersten geschickt hat, die beste Enduro-Gabel im Test. Perfekt abstimmbar, ultra-sensibel und dabei hoch im Federweg. Andere Gabeln sind allerdings günstiger, etwas leichter und benutzerfreundlicher. Außerdem dürften Ottonormal-Biker wohl etwas Komfort vermissen. Wer sich eine BOS Deville zulegt, sollte nicht nur wissen, wie man ihre Einstellmöglichkeiten einsetzt, sondern auch das nötige Fahrkönnen haben, um ihre Vorzüge ausnutzen zu können. Die Deville richtet sich ohne Zweifel an Rennfahrer oder jene, die es gern richtig laufen lassen.
Zum Einzeltest: Bos Deville Test

Foto Jens Staudt BOS Deville Test-6454
# BOS Deville – 2.115 Gramm, 1.129 Euro, High- und Low-Speed-Druckstufe, Zugstufe, einstellbares Kammervolumen (nur bei TRC-Modell)

Formula ThirtyFive

Es scheint, als sei der ThirtyFive in ihrer italienischen Heimat viel Temperament eingehaucht worden – keine Gabel im Test zeigte sich so eigenwillig wie die hübsche Italienerin. Im direkten Vergleich zu anderen Gabeln bedurfte es einem deutlich umfangreicheren Einstellungsaufwand, bis wir das persönlich favorisierte SetUp gefunden hatten. Wer sich diese Zeit nicht nimmt, läuft Gefahr, die ThirtyFive bei “normaler” Fahrweise schnell als unkomfortabel zu empfinden. Wenn das ideale Setup gefunden ist, funktioniert die Formula sehr gut und das bei einem sensationellen Gewicht. Nur die Bedienung, insbesondere die der Steckachse, enttäuschte.
Zum Einzeltest: Formula ThirtyFive Test

Foto Jens Staudt Formula-6446
# Formula ThirtyFive – 1.812 Gramm, 999 Euro, zwei Mal werksseitiger Service kostenfrei

Fox 34 Talas CTD Factory FIT Kashima

Je schneller und härter der Trail, desto stärker ließ die Fox nach. Insbesondere die Highspeedzugstufe kann mit schnellen Schlagabfolgen nicht besonders gut mithalten, was nicht nur zu Traktionsproblemen führt, sondern die Gabel auch daran hindert, sich schnell von Schlägen zu erholen. Wer jedoch auf Trails à la deutschem Mittelgebirge unterwegs ist (nicht besonders ruppig, wenige harte intensive Schläge und nur bedingt technisch), der wird mit der Fox einen treuen und vor allem komfortablen und leicht anzupassenden Begleiter finden – vorausgesetzt, man kümmert sich ausreichend gut um die Pflege und den Service der Gabel.
Zum Einzeltest: Fox 34 Talas CTD Factory FIT Kashima Test

Foto Jens Staudt Fox 34 CTD Test-6440
# Fox 34 Talas CTD Factory FIT Kashima – 2.110 Gramm, 1.379 Euro, Low-Speed-Druckstufe über drei Positionen auf die jeweiligen Trail-Bedingungen anpassbar

Manitou Mattoc Pro

Das Comeback von Manitou im Enduro-Sektor gefällt. Die Gabel ist leicht, vielfältig einstellbar, bietet eine überraschend gute Performance und ist vor allem eins – richtig günstig. Zwar nutzen andere Gabeln ihren Federweg effektiver, doch kann die Mattoc durch ihre Eigenschaft glänzen, dem Untergrund nahezu perfekt zu folgen, was zu einer überlegenen Traktion führt. Bei einem Preis von nur 650 € kann man ruhigen Gewissens über Feinheiten wie beispielsweise die nicht sonderlich intuitiv zu bedienende Steckachse hinwegsehen. In Sachen Preis-Leistung ist die Mattoc Pro in diesem Testfeld unangefochten.
Zum Einzeltest: Manitou Mattoc Pro Test

Manitou Mattoc Pro
# Manitou Mattoc Pro – 1.899 Gramm, 650 Euro, hydraulisches Buttom Out, High- und Low-Speed-Druckstufe, Zugstufe

Rock Shox Pike RCT3 Solo Air

Leicht, unkompliziert und eine sehr gute Performance – die Pike kann wirklich jeden begeistern. Zwar ist die Pike in Sachen Traktion den Mitbewerbern von BOS und Manitou unterlegen, doch kann sie das durch ihre anderen Attribute wieder wett machen. Nicht nur, dass die Gabel hoch im Federweg steht und diesen sehr effektiv zu nutzen weiß, auch lässt sich die Gabel leicht und für jeden verständlich individuell auf alle Vorlieben anpassen. Rock Shox ist es mit der Pike gelungen eine Gabel auf den Markt zu bringen, die sowohl Einsteiger als auch Spezialisten begeistern kann.
Zum Einzeltest: Rock Shox Pike RCT3 Solo Air Test

Foto Jens Staudt RockShox Pike Test-6465
# Rock Shox Pike RCT3 Solo Air – 1.881 Gramm, 907 Euro, Zugstufe, Low-Speed-Druckstufe, 3-stufige Druckstufe (Open, Pedal & Lock) und Luftdruck

SR Suntour Auron RC2

SR Suntour hat mit der Auron eine günstige Gabel mit einem durchaus passablen Gewicht im Programm. Der aktuelle Straßenpreis der Auron RC2 beläuft sich auf 499 Euro – ein fairer Preis für Einsteiger und Fortgeschrittene, die mit kleinem Budget eine gute Enduro-Gabel suchen. Leider gibt es an der Auron gravierende Schwächen bei der Zugstufe zu beklagen: hier ist die Gabel nicht mehr auf dem Stand der Technik, was sie für zügige bis schnelle Fahrer weniger interessant macht. Hier gibt es mittlerweile Gabeln im selben Preissegment, die weitaus bessere Arbeit verrichten. Wer nicht so wild unterwegs ist, keinen Wert auf hohes Tempo legt und sich an einer preisgünstigen Gabel mit vielen Einstelloptionen erfreut, der wird mit der Auron jedoch einen guten und vor allem günstigen Partner finden.
Zum Einzeltest: SR Suntour Auron RC2 Test

Foto Jens Staudt Suntour Auron-6484
# Suntour Auron RC2 – 1.990 Gramm, 699 Euro, Low- und High-Speed-Druckstufe, Luftkammervolumen (Progression), Zugstufe und Luftdruck

X-Fusion Sweep RL

Die X-Fusion konnte mit der starken Konkurrenz in Sachen Fahrleistung nicht mithalten. Hingegen liegt der UVP deutlich unter dem der Mitbewerber – genau wie auch das Gewicht. Mit 1.810 Gramm ist die X-Fusion die leichteste Gabel im Test. Geht es um den Einsatz in harmlosem Gelände, kann die Sweep jedoch eine durchaus gute Leistung erbringen. Vor allem Leute, die weder viel ausgeben möchten, noch aufgrund ihres Einsatzgebietes nach einer “Hochleistungs”-Gabel verlangen, dürften mit der X-Fusion einen guten, leichten und vor allem günstigen Begleiter finden.
Zum Einzeltest: X-Fusion Sweep RL Test

Foto Jens Staudt XFusion Sweep RL2-6492
# X-Fusion Sweep RL2 – 1.810 Gramm, 550 Euro, Zugstufe, Lockout und Luftdruck

Das Gesamtergebnis

Im ersten Artikel unserer Enduro-Federgabel-Testreihe klärten wir darüber auf, welches Anforderungsprofil unserem Test zugrunde lag. Zudem stellten wir heraus, dass es nicht die Absicht war, einen Sieger zu küren. Zwar unterliegen Funktionen wie Dämpfung, Ansprechverhalten und Federkennlinien physikalischen Gesetzen und dürften sich daher auch messen und bewerten lassen, doch können Unterschiede der Funktionen im Praxiseinsatz für den einen Fahrer unterstützend, für einen anderen jedoch von Nachteil sein. Wir waren daher darauf aus, die Funktion jeder Gabel möglichst anschaulich zu beschreiben und ihre Vor- und Nachteile anhand verschiedener Fahrer-Typen aufzuzeigen. Letzten Endes sind in drei Bereichen jedoch klare Favoriten ans Licht gebracht worden, weshalb wir für diese Bereiche Tipps abgeben möchten, welche euch Kaufentscheidungen erleichtern sollen.

Unterschiedliche Fahrer bevorzugen unterschiedliche Gabeln – das ist nichts Neues. Dennoch zeigte unser Test, dass manche Gabeln über eine nicht zeitgemäße Technik verfügen, die zwar manch einem Fahrertyp noch gerecht wird, der Konkurrenz aber dennoch stark unterlegen ist. Letzten Endes ist es besonders wichtig, dass man sich als Kunde einer realistischen Selbsteinschätzung unterzieht: Was fahre ich, wo fahre ich und vor allem: wie fahre ich? Die von uns gelobten Enduro-Gabeln entsprechen allesamt dem Anforderungsprofil einer Produktgruppe, die sich unseres Erachtens wie folgt beschreiben lässt:

Ein Enduro-Bike ist darauf ausgelegt, eine vom Fahrer meist selbst erarbeitete Abfahrt abseits befestigter Wege möglichst schnell zu meistern. Dabei begibt sich der Fahrer bevorzugt in besonders anspruchsvolles Gelände und schmäht auch Abfahrten nicht, bei denen anderen meist ein DH-Bike unter dem Hintern lieber wäre. Obwohl einzelne Abschnitte der Abfahrten nicht weniger anspruchsvoll sind als reine, ausgebaute DH-Strecken, bevorzugt der Enduro-Pilot ein weniger hubstarkes Bike, da er meist auf deutlich längeren Abfahrten unterwegs ist und allgemein lange Strecken zurück legt, über die er seine angepeilten Abfahrten erreicht – dazu gehörten eben die Aufstiege aus eigener Kraft.

Tipp Race: BOS Deville

Federgabeltest BOS Deville Race
# “Tipp Race” im großen MTB-News.de Enduro-Federgabeltest: die Bos Deville mit jeder Menge Einstelloptionen und einer hervorragenden Dämpfung

Tipp Preis-Leistung: Manitou Mattoc Pro

Federgabeltest Manitou Mattoc Preis Leistung
# “Tipp Preis-Leistung” im großen MTB-News.de Enduro-Federgabeltest: die Manitour Mattoc Pro für 650 Euro

Tipp Allround: Rock Shox Pike RCT3 Solo Air

Federgabeltest Pike Allround
# “Tipp Allround” im großen MTB-News.de Enduro-Federgabeltest: die Rock Shox Pike RCT3 Solo Air mit nur 1.881 Gramm Gewicht

Unsere Rankings

Jens

Profil: MTB-News.de-Redakteur & Fotograf

  • Größe: 1,90 m
  • Gewicht: 87 kg
  • Fahrstil: “Der Fahrer ist stets bemüht, einen sauberen und materialschonenden Fahrstil an den Tag zu legen.”
  • Federgabel Set Up-Vorlieben: Mag seine Luftgabeln gerne sehr progressiv (kleine Luftkammer), für feines Ansprechverhalten eher etwas weich, dafür jedoch mit viel Druckstufe für gutes Feedback vom Untergrund. Dazu eine schnelle Zugstufe für schnellere Regeneration der Gabel von Schlägen.
  • Jens fährt überwiegend: …auf Single Trails aller Art sowie BikeParks und auf seinem sprunglastigen local Spot.

Ranking und Urteil:

  • 1. BOS Deville
  • 2. Rock Shox Pike RCT3 Solo Air
  • 3. Fox 34 Talas CTD Factory FIT Kashima (unter Vorbehalt)

Aktuell läuft die BOS Deville immer noch in einem Langzeittest und hat nicht klein beigegeben wie die erste Version, die wir in Finale dabei hatten. Dennoch trübt der Defekt den Gesamteindruck der Gabel und ich habe lange überlegt, wem ich den ersten Platz von den getesteten Gabeln zuweisen würde. Am Ende ist für mich persönlich die BOS die ideale Gabel im 160-mm-Sektor. Sie besticht durch extrem gute Dämpfungseigenschaften und vermittelt, selbst in einem Enduro-Bike in Gelände, wo man fast schon lieber mit einem Downhill-Bike unterwegs wäre, enorme Sicherheit. Dadurch, dass sie so hoch im Federweg steht und eine schnelle, kontrollierte Erholung von harten Schlagfolgen bietet, bleibt der Lenkwinkel flach und man kann selbst die gröbsten Linien wählen, ohne dabei aus der Komfortzone zu kommen.

Die Pike bestach durch eine grundsolide Abstimmung. Zwar kann sie nicht ganz so einfach wie die BOS von außen auf das breite Spektrum abgestimmt werden und ist nicht ganz so race-lastig, aber bereits ein zusätzlicher Volumenspacer in der Luftkammer bringt schweren Fahrern oder generell in heftigem Gelände eine massive Verbesserung der Kennlinie. Zudem zeigte sich die Pike auch nach etlichen Schlammpackungen recht unbeeindruckt und sprach weiterhin gut an. Wer sich nicht näher mit Dämpfung und Setup beschäftigen möchte, findet in der Pike eine leicht verständliche Gabel, die ohne großen Aufwand und sehr spürbar einstellbar ist und gute Feder- sowie Dämpfungseigenschaften bietet.

Platz 3 ist schwer zu definieren, da ich leider beim Nachtest der Mattoc nicht dabei sein konnte und für mich persönlich die Lücke in der Leistungsfähigkeit von Platz 2 zu 3 recht groß ist. Müsste ich mich zwischen den restlichen Gabeln entscheiden, würde es vermutlich eine Fox 34 werden. Zwar gefällt mir das Grund-Setup nicht vollständig und vor allem die Schwäche in der Zugstufe (mangelnde Erholung von schnellen Schlagfolgen ohne dabei nervös zu werden) brachte mich bei einigen Passagen schneller aus meiner Komfortzone als mit Deville und Pike. Der Ausblick auf das neu eingeführte “Custom-Tuning” und die Erfahrung die ich mit diesem System bereits mit der 34 RAD machen konnte, würden mich bei einer 34 dazu verleiten, dieses Feature nachrüsten zu lassen.

BOS
# Zwei Tester, ein Fahrstil: Jens´ und Maxis Fahrstil ähneln sich stark, somit lassen sich auch gleiche Vorlieben beim Fahrwerk erklären. Beide Tester stehen tief und zentral über dem Bike. 

Markus

Profil: Enduro-Profi vom Focus Trail Team

  • Größe: 1,82 m
  • Gewicht: 79 kg
  • Fahrstil: aggressiv, sehr schnell aber sauber
  • Fahrposition: sehr tief über dem Rad, eher hecklastig hinter dem Rad
  • Federgabel Set Up-Vorlieben: gern mit ausreichend viel Progression und weniger SAG, dafür möglichst wenig Druckstufe
  • Markus fährt überwiegend: …auf Enduro-Rennstrecken und Rennstrecken-ähnlichen Trails, oft auch alpine Touren

Ranking und Urteil:

  • 1. Rock Shox Pike RCT3 Solo Air
  • 2. BOS Deville
  • 3. Fox 34 Talas CTD Factory FIT Kashima

Für mich ist die Pike der klare Sieger unter den Enduro-Gabeln. Sie vereint eine Performance, die sowohl renntauglich ist, aber auch den Alltags-Enduristen glücklich macht. Da die Einstelloptionen der Pike überschaubar und leicht verständlich sind, dürfte wohl jeder schnell ein passenden Setup zustande bringen. Dank der Luftkammerspacer lässt sich die Federkennlinie simpel auf jeden Fahrstil/Fahrergewicht anpassen. Das geringe Gewicht und die sehr gute Preis-Leistung runden für mich den Sieg der Pike ab.

Obwohl die BOS fraglos die satteste Dämpfung aufweist und erst spät an ihre Grenzen kommt, wäre sie für mich nicht die erste Wahl. Die Gabel ist von Anfang bis Ende auf Rennsport bzw. ein sehr hohen Fahr- wie auch Technik-Niveau ausgelegt und weniger für den Alltagseinsatz. Als Race-Gabel top, doch für die Masse ein wenig zu teuer und auch zu kompliziert.

Fox hat mit der 34 eine Gabel mit solider Performance im Programm. Die Gabel ist wie auch die Pike leicht und intuitiv abzustimmen. Nicht nur die Handhabung ist komfortabel, auch die Fahrperformance als solches ist angenehm – zumindest solange das Gelände nicht zu heftig wird. Rennfahrer dürften sich zweifelsohne mehr Druckstufe sowie eine höhere Endprogression wünschen. Auf der gemütlichen Feierabend-Enduro-Runde auf den nicht so extremen Home-Trails ist die 34 jedoch sehr gut aufgehoben.

Formula 35
# Markus steht weit hinter dem Bike und bringt auch seinen Oberkörper in eine tiefe, jedoch nach hinten verlagerte Fahrposition. Durch die Entlastung der Gabel ist nachvollziehbar, dass Markus seine Federgabeln gern mit wenig Druckstufendämpfung fährt. 

Mario

Profil: Fahrwerksspezialist & Tuner 

  • Größe: 1,80 m
  • Gewicht: 85 kg
  • Fahrstil: schnell und statisch
  • Fahrposition: eher frontlastig und überwiegend aufrecht, größtenteils statische Körperhaltung
  • Federgabel Set Up-Vorlieben: um die 25% SAG – passende Progression vorausgesetzt, ausreichend bis viel Druckstufe, schnelle Zugstufe
  • Mario fährt überwiegend: …in Bikeparks sowie auf schnellen alpinen Single-Trails

Ranking und Urteil:

  • 1. Manitou Mattoc Pro
  • 2. Formula ThirtyFive
  • 3. Rock Shox Pike RCT3 Solo Air

Keine Frage, die Manitou ist mein Favorit unter den aktuellen Enduro-Federgabeln. Die Gabel folgte dem Untergrund wie keine andere und generierte damit bestmögliche Traktion – für mich die wichtigste Eigenschaft einer Federgabel. Zudem war die Mattoc komfortabel und vermittelte mir viel Sicherheit. Dank der zahlreichen, wenn auch noch nicht ganz ausgereiften Einstelloptionen, lässt sich die Manitou auf nahezu jedes Terrain anpassen. In Anbetracht des niedrigen Preises und des geringen Gewichts ist die Mattoc gleich doppelt gut.

Nicht ganz so gut wie die Mattoc, jedoch schon sehr nah dran, empfand ich die Formula ThirtyFive. Auch die Formula war besonders gut darin, dem Untergrund schnell und unauffällig zu folgen – zu verdanken ist das der guten Zugstufe. Obwohl sich an der Formula lediglich die Low-Speed-Druckstufe einstellen lässt, zeigt die Gabel auch bei harter Gangart keine Schwächen und steht hoch im Federweg – das vermittelt Sicherheit und lädt dazu ein ordentlich Gas zu geben. Eine echte Enduro-Gabel eben.

Die Pike erzielt in allen Belangen einen guten Durchschnitt und reiht sich für mich daher auf Position drei ein. Zwar empfand ich die Leistung der Pike-Zugstufe nicht ganz so gelungen wie bei Mattoc und ThirtyFive, doch ist die Pike durchaus auf einem hohen Niveau, das insbesondere Ottonormal-Enduro-Biker vollkommen zufrieden stellen wird. Das Gleiche gilt für die Druckstufe der Rock Shox. Alles in allem vermittelt aber auch die Pike viel Sicherheit, was vor allem daran liegt, dass sie so hoch im Federweg steht. Dank des niedrigen Straßenpreises und des geringen Gewichts kann man mit der Pike nichts falsch machen.

Fox
# Eine aufrechte und nach vorne gestützte Fahrposition, wie bei Tester Mario zu sehen, ist für Federgabeln mit schwacher Dämpfung besonders herausfordernd. 

Maxi

Profil: MTB-News.de-Redakteuer & Testfahrer

  • Größe: 1,81 m
  • Gewicht: 76 kg
  • Fahrstil: sehr aggressiv und rustikal
  • Fahrposition: tief und mittig über dem Bike
  • Federgabel Set Up-Vorlieben: gerne mit etwas mehr SAG (25 – 30%), dafür progressiv und mit sehr viel Druckstufendämpfung, Zugstufe schnellstmöglich
  • Maxi fährt überwiegend: …auf sehr schnellen und ruppigen Trails in den Alpen sowie in Bikeparks.

Ranking und Urteil:

  • 1. BOS Deville
  • 2. Rock Shox Pike RCT3 Solo Air
  • 2. Manitou Mattoc PRO
  • 3. Formula ThirtyFive

Nach zahlreichen Abfahrten auf unterschiedlichsten Strecken steht mein Favorit unangefochten da – die BOS Deville konnte mich bis auf den Totalausfall der ersten Testgabel auf ganzer Linie überzeugen. Sie ist für das gemacht, was sich für mich hinter dem Begriff Enduro verbirgt: Singletrail-Surfen mit dem Fokus auf Top-Speed sowie dem Gedanken “ein Bike für alles”, das schließt für mich auch alltägliche Feierabendrunden sowie Bikepark-Besuche ein. Die BOS konnte all diese Anforderungen bravourös meistern und vermittelte mir nie das Gefühl, als würde mich die Gabel bei meiner Gangart limitieren. Dank ihrer straffen aber fein einzustellenden Druckstufe und der ausgezeichneten Zugstufe, die es dem Vorderrad ermöglicht dem Untergrund ideal zu folgen, ist die Deville für geschwindigkeitsorientierte Enduristi optimal und damit meine erste Wahl.

Mit einem doppelt belegten zweiten Platz liegen für mich zwei Modelle auf Augenhöhe. Sowohl Rock Shox´ Pike wie auch Manitous Mattoc wussten zu begeistern, hatten jeweils aber auch kleine Schwächen. An der Mattoc war es vor allem die ausgezeichnete Traktion, die dank der ausgefeilten Zugstufe generiert wurde, die mich begeistern konnte – ideal, um auch bei hohen Geschwindigkeiten und in grobem Gelände zielsicher die richtige Linie zu treffen. Leider stand mir die Mattoc etwas zu tief im Federweg, was sich negativ auf mein “Sicherheitsempfinden” auswirkte. Die Pike hingegen konnte dem Untergrund nicht ganz so gut folgen, stand dafür aber hoch im Federweg und gab nur so viel Federweg frei wie absolut nötig – mir vermittelt das sehr viel Sicherheit und ein gutes und vor allem komfortables Gefühl bei harter Gangart.

Lange musste ich überlegen, wer sich Platz 3 in meiner Wertung verdient hat: die Wahl zwischen Fox und Formula ließ mich anfangs unentschlossen. Doch in Anbetracht des Anforderungsprofils, das wir diesem Test zugrunde legten, fällt meine Wahl letzten Endes auf die Formula. Zwar bietet die 34 eine sehr gute Performance auf weniger harten Wald-Trails, wie sie oft in deutschen Mittelgebirgen vorzufinden sind, doch verlangten wir in unserem Test nach waschechten Enduro-Gabeln, was meiner Interpretation nach immer mit hohen Geschwindigkeiten und anspruchsvollen Trails verbunden ist. Da die Performance mit zunehmend härteren Strecken und steigender Geschwindigkeit immer besser wurde, hat sie sich Platz 3 in meiner persönlichen Wertung verdient. Zwar ist sie nicht ganz so komfortabel wie Fox´ 34, doch vermittelt sich deutlich mehr Sicherheit – und das in jeder Fahrsitutation.

BOS
# Arsch hinter dem Sattel, Bauchnabel über dem Sattel und Brust kurz hinter dem Lenker: eine tiefe und sportlich gestreckte Fahrposition verteilt die Last des Körpergewichts gleichmäßig auf beide Federelemente. 

Sebi

Profil: Hobby-Biker & Freeride-Ass

  • Größe: 1,85 m
  • Gewicht: 80 kg
  • Fahrstil: kontrolliert flowig und auf viel Airtime bedacht (eher schneller, um viele Wurzeln und Steine zu überspringen)
  • Fahrposition: mittig und aufrecht über dem Bike
  • Federgabel Set Up-Vorlieben: mag straffe Fahrwerke mit einer progressiven Kennlinie, legt viel Wert auf Low-Speed-Druckstufe
  • Sebi fährt überwiegend: …auf künstlich angelegten sprung- und anliegerlastigen Trails, gerne auch im Bikepark

Ranking und Urteil:

  • 1. Rock Shox Pike RCT3 Solo Air
  • 2. Formula ThirtyFive
  • 3. Fox 34 Talas CTD Factory FIT Kashima

Obwohl ich ab und zu Enduro-Rennen bestreite, sehe ich mich auf dem MTB nicht als Rennfahrer. Als Enduro-Biker würde ich mich aber schon bezeichnen. Ich liebe Ausritte in den heimischen Wäldern, wo kurze, aber teils knackige und oftmals sprunglastige Trails auf mich warten. Am Wochenende zieht es mich dann aber meist doch in Bikeparks oder auf alpine Trails. Für all diese Einsätze greife ich auf ein und dasselbe Bike zurück – für mich die Definition von Enduro. Für diesen breit gefächerten Einsatzbereich ist die Pike meine erste Wahl. Die Gabel unterstützt meinen aktiven und verspielten Fahrstil, gibt mir bestes Feedback vom Untergrund und ist dennoch sehr komfortabel. Bei großen Absprüngen sackt sie nicht weg und bei Landungen schlägt sie nicht durch. Hinzu kommt der günstige Straßenpreis – wie schon gesagt, erste Wahl.

Die ThirtyFive gefällt mir aus ähnlichen Gründen wie schon bei der Pike beschrieben, doch ist sie längst nicht so komfortabel wie die Rock Shox und muss mit Nachdruck gefahren werden. Sofern es richtig zur Sache geht, liegt die Formula satt auf der Strecke. Berücksichtigt man noch dazu ihr geringes Gewicht, wird schnell klar, dass die ThirtyFive eine gelungene Race-Gabel ist. Nicht ganz so race-orientiert und bei Weitem nicht so gut fürs Grobe geeignet ist die Fox 34. Dafür spricht sie sensibel an und fährt sich bei nicht so aggressiver Fahrweise sehr komfortabel. Auf meinen Hometrails eine gute Wahl und damit für mich Platz drei.

Xfusion Sweep
# Sebi steht mittig, aber aufrecht über dem Bike, was zwar das Körpergewicht gleichmäßig auf beide Federelemente verteilt, bei starken Schlägen aber oftmals dazu führt, dass der Hinterbau mehr Arbeit verrichten muss als die Gabel. 

Stefanus

Profil: Student & MTB-News.de-Redakteur 

  • Größe: 1,77 m
  • Gewicht: 66 kg
  • Fahrstil: verspielt und sauber
  • Fahrposition: aufrecht und mittig über dem Bike
  • Federgabel Set Up-Vorlieben: härter und schneller als das Heck
  • Stefanus fährt überwiegend: …in Kurven durch den Wald, gerne mit kleinen Sprüngen und loser Erde garniert.

Ranking und Urteil:

  • 1. Rock Shox Pike RCT 3 Solo Air
  • 2. BOS Deville
  • 3. Manitou Mattoc Pro
  • 3. Formula ThirtyFive

In einer ziemlich harten Konkurrenz konnte ich mich trotzdem für einen Gewinner entscheiden: Die Rock Shox Pike. Sie bietet eine klasse Performance, einen noch vertretbaren Preis, keine echten Schwächen und einen einfachen Aufbau. Dazu die Service-Videos von Rock Shox, die intuitive Bedienung… Gewinner. Direkt danach folgt für mich die BOS Deville – die zweite Gabel im Test war sogar noch einen Ticken besser in Sachen pure Performance – das wäre mir den Mehrpreis, den weniger einfachen Service, das höhere Gewicht und die kompliziertere Bedienung aber nicht wert.

Auf Platz 3 sehe ich zwei recht unterschiedliche Gabeln auf Augenhöhe: Die Manitou Mattoc punktet mit guter Preis-Leistung, guter Performance, hat dafür leichte Schwächen bei Druckstufe und Achse. Die Formula ThirtyFive kostet fast das Doppelte und hat ebenfalls etwas Defizite in Sachen Nutzerfreundlichkeit, arbeitet aber richtig gut, wenn man die umfangreichen Anpassungen vorgenommen hat.

Stefanus Federgabel Test-1
# Stefanus´ Fahrposition ähnelt der von Sebi, er steht aufrecht und mittig über dem Rad. Diese Körperhaltung dürfte wohl dem Querschnitt der großen Masse unter den versierten Enduro-Hobby-Bikern am ähnlichsten sein. 

Federgabel Test: Zusammenfassung

Vor- und Nachteile, unsere drei Empfehlungen und alle Informationen auf einen Blick: In der folgenden Info-Grafik haben wir euch nochmal eine komplette Übersicht zusammengestellt.

Abschließend würden wir von euch gerne wissen: Wie findet ihr unser Testprocedere der Gabeln – habt ihr Verbesserungsvorschläge? Hilft euch dies bei euren Überlegungen, welche Gabel ihr euch als nächstes anschaffen wollt?


# MTB-News Endurofedergabeltest 2014

  1. benutzerbild

    carmichael87

    dabei seit 02/2008

    zugstufe schnellst möglich ??
    ist den mal einer mit zugstufe fast geschloßen gefahren
    also 3-5 klicks offen

    oder immer nur komplett offen

    schöner springbock
  2. benutzerbild

    Kaphasnat

    dabei seit 04/2012

    Der Klugscheißer gehört zur [URL='http://www.stupidedia.org/stupi/Gattung']Gattung[/URL] [URL='http://www.stupidedia.org/stupi/Mensch']Mensch[/URL] und zeichnet sich durch hochtrabendes, besserwisserisches [URL='http://www.stupidedia.org/stupi/Geschwafel']Geschwafel[/URL] aus, mit dem er den Anschein erwecken will, besonders [URL='http://www.stupidedia.org/stupi/Intelligent']intelligent[/URL] zu sein. Dabei hält er es für äußerst wichtig, zu jedem gesprochenen/geschriebenen Wort einen [URL='http://www.stupidedia.org/stupi/Kommentar']Kommentar[/URL] (den sogenannten [URL='http://www.stupidedia.org/stupi/Klugschiss']Klugschiss[/URL]) abzugeben, egal ob er nach seiner [URL='http://www.stupidedia.org/stupi/Meinung']Meinung[/URL] gefragt wurde oder nicht.
    Durch dieses zwanghafte Verhalten macht sich der Klugscheißer bei seinen Mitmenschen sehr schnell unbeliebt. (Stupidedia)


    Viele haben wohl keine Ahnung von ökonomischen Grundsätzen???
    Die Nachfrage bestimmt das Angebot und umgekehrt... => Marktgleichgewicht
  3. Anzeige

  4. benutzerbild

    fone

    dabei seit 09/2003

    diese ironie!
  5. benutzerbild

    transischn

    dabei seit 01/2015

    Sehr informativ, danke dafür.
  6. benutzerbild

    Hillside

    dabei seit 05/2013

    Genialer Bericht.

    Vor allem durch die Details zu den Testern und ihrem jeweiligen Fahrstil.

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