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Tobias Woggon
Tobias Woggon
Tobias Woggon
Tobias Woggon
Konstantin Seger
Konstantin Seger
Fabian Spindler
Fabian Spindler
Unser Startpunkt ist der Achensee
Unser Startpunkt ist der Achensee
Das Wetter verwöhnt uns mit – sehr – warmem Sonnenschein
Das Wetter verwöhnt uns mit – sehr – warmem Sonnenschein
Irgendwann schieben wir alle...
Irgendwann schieben wir alle...
Mit Spaß und Freude geht es verspielt hinunter ins Karwendel
Mit Spaß und Freude geht es verspielt hinunter ins Karwendel
Die Landschaft ist zum Dahinschmelzen
Die Landschaft ist zum Dahinschmelzen
Next Stop: Karwendelhaus
Next Stop: Karwendelhaus
Gestärkt geht es weiter
Gestärkt geht es weiter
Abkühlung
Abkühlung
Aufziehende Wolken kündigen das kommende Gewitter an
Aufziehende Wolken kündigen das kommende Gewitter an
Hoch ist die Motivation am Morgen. Nicht.
Hoch ist die Motivation am Morgen. Nicht.
Sommer in Tirol
Sommer in Tirol
1,5 Stunden kämpfen wir uns durch den Schnee
1,5 Stunden kämpfen wir uns durch den Schnee
Das hatten wir uns etwas anders vorgestellt
Das hatten wir uns etwas anders vorgestellt
Berge können so schön sein. Oder unerbittlich
Berge können so schön sein. Oder unerbittlich
Immerhin wartet oben eine Speckplatte auf uns
Immerhin wartet oben eine Speckplatte auf uns
Sonne erhellt das Gemüt
Sonne erhellt das Gemüt
Bis auf dieses weiße Zeug eigentlich ganz gut!
Bis auf dieses weiße Zeug eigentlich ganz gut!
Wo gehts lang?
Wo gehts lang?
Tobi fährt unter der Achsel durch den Schnee
Tobi fährt unter der Achsel durch den Schnee
Alpine Trails im Schnee sind doch herausfordernd
Alpine Trails im Schnee sind doch herausfordernd
Optisch macht die Winterlandschaft aber etwas her
Optisch macht die Winterlandschaft aber etwas her
Da weiter unten im Tal der Sommer wieder die Macht übernimmt, entschließen wir uns, abzufahren
Da weiter unten im Tal der Sommer wieder die Macht übernimmt, entschließen wir uns, abzufahren
Nicht so gelaufen wie geplant, doch den Reschensee wollen wir uns nicht entgehen lassen
Nicht so gelaufen wie geplant, doch den Reschensee wollen wir uns nicht entgehen lassen
MaxDraeger Q2A4067
MaxDraeger Q2A4067
Wir sind froh um unsere Entscheidung
Wir sind froh um unsere Entscheidung
Die Trails am Reschenpass verwöhnen uns mit Staub und Flow
Die Trails am Reschenpass verwöhnen uns mit Staub und Flow
Da geht der Tobi direkt in die Luft
Da geht der Tobi direkt in die Luft
MaxDraeger Q2A3642
MaxDraeger Q2A3642
MaxDraeger Q2A4458
MaxDraeger Q2A4458
MaxDraeger Q2A4280
MaxDraeger Q2A4280
Ende gut. Alles gut.
Ende gut. Alles gut.

Traumhafte Hochgebirgslandschaften erkunden, eine gute Zeit auf urigen Hütten verbringen und einzigartige alpine Trails vom Achensee an den Reschensee befahren – also eine Enduro Trans Tirol: Das war der Plan der Wahltiroler Fabian Spindler, Konstantin Seger und Max Draeger, die durch Mountainbike-Profi Tobias Woggon ergänzt wurden. Doch die Rechnung haben die Jungs ohne das Tiroler Augustwetter gemacht. Konfrontiert mit einem Wintereinbruch inklusive 30 cm Neuschnee mussten die Vier ihre Erwartungen stark zurückschrauben, umplanen und sich auf Umwegen am Reschensee ihr Abschlussbier verdienen. Enttäuscht wurden sie trotzdem nicht, Bikepacking ist schließlich so viel mehr als auf einem Radl von A nach B kommen …

Alles auf Anfang

Als uns im Sommer 2020 die Corona-Pandemie eine kleine Verschnaufpause gönnt und wir das erste mal wieder ohne Einschränkungen unserer Leidenschaft nacheifern dürfen, ist die Motivation groß, uns ein Projekt für den Sommer zu überlegen. Nachdem das Reisen über Grenzen noch immer mit erheblichen Hürden verbunden ist, kramen wir aus unseren Hinterköpfen eine alte Idee wieder zutage: Mit dem Enduro auf möglichst direktem und alpinen Weg einmal quer durch unsere Wahlheimat, dem österreichischem Bundesland Tirol, zu fahren. Es scheint, als wäre in diesem Moment der passende Zeitpunkt, sich auf dieses große Abenteuer im kleinen Tirol einzulassen. Reisen zu exotischen Zielen sind aktuell schließlich eh keine Option und dass gewissermaßen hinter der Haustüre noch unentdeckte Trails und Abenteuer auf uns warten, steht für uns außer Frage.

Fabian Spindler
# Fabian Spindler
Tobias Woggon
# Tobias Woggon
Konstantin Seger
# Konstantin Seger
… und Fotograf Max Draeger
# … und Fotograf Max Draeger
Diashow: Enduro Trans Tirol: „Bis wir auf der Scharte sind, kann sich ja noch viel ändern…“
Das Wetter verwöhnt uns mit – sehr – warmem Sonnenschein
Wo gehts lang?
Wir sind froh um unsere Entscheidung
MaxDraeger Q2A3642
Das hatten wir uns etwas anders vorgestellt
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Schnell war nicht nur eine Tour nach unserem persönlichen Gusto auf Komoot im Detail geplant, sondern mit Tobi auch ein, im wahrsten Sinne des Wortes, „erfahrener“ und aktuell vom Lagerkoller befallener Mitstreiter gefunden. Worauf sich Tobi da eingelassen hatte, gemeinsam mit Konsti, dem Kopf hinter dem Blog alpinebiking.de und Fabi, Filmer aus Innsbruck sowie meiner Wenigkeit als Fotograf loszuziehen, sollten wir alle aber erst später realisieren.

Unser Startpunkt ist der Achensee
# Unser Startpunkt ist der Achensee

Wild. Wilder. Karwendel.

7:00 Uhr. Mit dem Auto shutteln wir zum Ausgangspunkt der Tour am Westufer des Achensees. Von dort aus machen wir uns auf direktem Weg in den wahrscheinlich ursprünglichsten Gebirgszug Tirols, dem Karwendel. Die Beine sind dankbar über die ersten flach verlaufenden Meter vom See weg, sind doch unsere Bikes und Rucksäcke mit Ausrüstung und Gepäck für mehrere Tage bepackt und merklich schwerer als gewohnt. Im Anstieg zum Plumsjoch verschwindet der glitzernde „Tiroler Fjord“ bald aus unserem Blickfeld und es geht zügig bergauf. Die Rampen wandeln sich erstaunlich schnell von zahm zu zornig, der Untergrund wird zusehends lose und die Sonne brennt uns bei über 30° C unbarmherzig in den Nacken. Willkommen zum Sufferfest! Als wir den Sattel erreichen, steht es eindeutig eins zu null. Nicht für uns, denn früher oder später musste hier jeder das Bike schieben.

Das Wetter verwöhnt uns mit – sehr – warmem Sonnenschein
# Das Wetter verwöhnt uns mit – sehr – warmem Sonnenschein
Irgendwann schieben wir alle...
# Irgendwann schieben wir alle...
Mit Spaß und Freude geht es verspielt hinunter ins Karwendel
# Mit Spaß und Freude geht es verspielt hinunter ins Karwendel
Die Landschaft ist zum Dahinschmelzen
# Die Landschaft ist zum Dahinschmelzen

Über Almwiesen, durch tiefe Taleinschnitte, über kleine Brücken und durch lichten Wald rollen wir hinab ins Karwendel, ehe wir direkt den nächsten groben, aber dafür weit weniger steilen Uphill zu Linseneintopf auf dem Karwendelhaus in Angriff nehmen. Vor der Terrasse der Hütte staunen wir nicht schlecht, als wir die aberwitzigen Mengen an E-Mountainbikes vor der Hütte entdecken. Manch einer hat sich hier den Uphill wohl einfacher gemacht. Verdenken können wir es ihnen nicht, dafür schmeckt uns das alkoholfreie Weißbier in der Sonne umso besser.

Next Stop: Karwendelhaus
# Next Stop: Karwendelhaus
Gestärkt geht es weiter
# Gestärkt geht es weiter

Gestärkt machen wir anschließend ordentlich Strecke in Richtung Westen. Gut so. Weniger gut ist im Gegensatz dazu die Tatsache, dass sich hinter den steilen Felswänden und zackigen Graten düstere Gewitterwolken aufgebaut haben. Von Minute zu Minute verdunkelt sich der Himmel und wir beschließen gerade noch rechtzeitig, die Notbremse zu ziehen und den nächsten Abschnitt nach Innsbruck mit dem Zug zu verkürzen. Kaum hat sich dieser in Bewegung gesetzt, beginnt es auch schon sintflutartig zu regnen. Es blitzt und donnert, was das Zeug hält und wir sind froh, nicht gerade in Regenjacken irgendwo im Wald einen Unterschlupf suchen zu müssen.

Bereits bei der Tourenplanung hatten wir uns auf den Luxus, am Abend mit dem Auto die rund 1500 hm von Innsbruck ins Kühtai zurückzulegen, geeinigt. Schließlich sind wir alle keine Fans von mühseliger Streckenbewältigung auf asphaltierten Landesstraßen. Im Dauerregen und schwerem Gepäck? Erst zweimal nicht.

Abkühlung
# Abkühlung
Aufziehende Wolken kündigen das kommende Gewitter an
# Aufziehende Wolken kündigen das kommende Gewitter an

Erfreut über die Tatsache, noch trockenen Fußes unterwegs zu sein, staunen wir aber nicht schlecht, als unser Matratzenlager im Untergeschoss – dem Wolkenbruch sei Dank! – knöcheltief unter Wasser steht. Da stand wohl ein Fenster offen… Beherzt nimmt sich der anwesende Feuerwehrkommandant unseres Schicksals an und organisiert uns ein Upgrade im Neubau der Alpenvereinshütte – Chapeau! Wir staunen noch kurz über die skurrile Szene und fallen schnell in unsere trockenen Betten.

Der frühe Vogel fängt den Wurm. Nicht immer.

Begeistert ist er nicht, als ich Tobi erzähle, wir würden am nächsten Tag um 3:45 Uhr starten, um im besten Morgenlicht die Trailabfahrt ins Ötztal zu bekommen. Aber sein erschöpfter Widerstand ist zwecklos und so stolpern wir alle ohne Frühstück im Magen in die stockfinstere Nacht. Sterne? Fehlanzeige. Dafür jede Menge Wolken. „Bis wir auf der Scharte sind, kann sich ja noch viel ändern…“ gebe ich zu bedenken und den Jungs zu verstehen, dass Gegenargumente nicht gehört werden. Ruck zuck, ist das Thema damit durch.

Unabhängig davon stehen wir ziemlich bald vor einem ganz anderen Problem. Umbauarbeiten an den Stauseen haben das Kühtai in eine einzige Großbaustelle verwandelt und unser geplanter Weg ist bereits dem Bagger zum Opfer gefallen bzw. von großflächigen Hangsicherungsnetzen bedeckt. Mit MTB-Schuhen und einem Bike am Buckel gar nicht mal so toll zum Steigen. Wir helfen uns gegenseitig mit den Bikes über die künstlichen Hindernisse und als es zu dämmern beginnt, sind wir endlich am Ende des Sees angelangt. Ab hier heißt es dann endgültig: „Wer sein Rad liebt, der schiebt!“ bzw. in unserem Fall „Stell keine Fragen, fang an zu tragen.“

Stolpernd zum Frühstück

Dass der angekündigte, farbenfrohe Sonnenaufgang mit phänomenalem Wolkenspiel und atemberaubender Fernsicht ausbleibt, können wir zwar leider nicht ändern, aber die Stimmung lassen wir uns nicht verhageln. Gut gelaunt (weil oben angekommen) schieben wir uns in der Scharte ein paar Clifbars in die Figur und begutachten den folgenden Trail aus der Vogelperspektive. Dieser ist zu unserer Freude besser fahrbar als befürchtet, auch wenn das Flowerlebnis in Anbetracht unseres Schlafdefizits und lose übereinander gestapelter Steinplatten stellenweise ausbleibt. Tobi übernimmt bergab die Führung und zeigt uns, warum er sich zu Recht Mountainbike-Profi nennen darf.

Hoch ist die Motivation am Morgen. Nicht.
# Hoch ist die Motivation am Morgen. Nicht.

Während ich im Trail noch den Begriff Stolperbiken in der Praxis erlebe, rollt Tobi schon mal vor der Schweinfurter Hütte vor und bestellt uns ein verspätetes und längst überfälliges Frühstück. Gut gestärkt und ein Nickerchen später kommen wir im Anschluss noch in den Genuss eines erstklassigen Flowtrails, der unsere Herzen höher schlagen lässt. Nie langweilig, aber auch nie wirklich schwer windet sich der Weg in zahlreichen Kurven durch den Wald, bis er uns schließlich auf der Ötztaler Bundesstraße ausspuckt. Genial! Nach einem weiteren Cappuccino beim Bäcker pendelt sich auch das „Gustometer“ für alle Beteiligten im grünen Bereich ein. Jetzt sind wir alle irgendwie so richtig angekommen in unserer kleinen Reisegruppe und in unserem Projekt. Halleluja! What‘s next?!

Irgendwie haben die mir das anders versprochen.

Den Auftakt ins hochalpine Herzstück der Tour vom Ötztal über das Pitztal ins Kaunertal legen wir auf der Rücksitzbank eines VW-Busses zurück, denn wir verkürzen uns wieder den Aufstieg. Unsere Bikes folgen unauffällig im Anhänger über die Söldner Gletscherstraße. Rund eine Stunde später reißt uns unser Shuttlefahrer aus dem Halbschlaf. Es zieht ein eisiger Wind durchs Fahrzeug. Beim Blick nach draußen trau meinen Augen kaum: Der Nebel und die Wolken haben sich etwas gelichtet und geben den Blick frei auf den vor uns liegenden Abschnitt – und der ist tief verschneit.

Vielleicht wäre es klug gewesen, auch in Anbetracht der fortgeschrittenen Uhrzeit einfach wieder ins Tal zu rollen und unsere Tour zu unterbrechen. Wir sind uns jedoch schnell einig, dass wir die paar Hundert Höhenmeter da jetzt schon irgendwie bewältigen werden. Wir hängen die Bikes wieder auf den Rucksack und arbeiten uns Meter für Meter empor. Immer wieder brechen wir bis zu den Knien in den Schnee ein, es ist wirklich mühsam. Wir sind heilfroh, nach einer gefühlten Ewigkeit die Scharte zu erreichen. Von dort ist es ja eigentlich nicht mehr weit zur Braunschweiger Hütte …

Bergsommer in Tirol.

Eigentlich … eigentlich hatten wir auch einen Sommertrip geplant. Und eigentlich wollten wir jetzt hier episch in den Sonnenuntergang fahren. Uneigentlich stehen wir aber mitten im August in Bike Shorts auf 3000 m Höhe im Schnee und es wird langsam dunkel. Von der Hütte keine Spur. Verzweifelte Blicke aufs Smartphone und die Tourenplanung: Aber es gibt jetzt keinen anderen Ausweg mehr, als uns weiter zur Hütte durchzukämpfen. Also weiter. Nach weiteren eineinhalb Stunden Bike bergab tragen und schieben tauchen dann endlich die Umrisse der Hütte im Nebel auf. Fast schon wie eine Oase wirkt sie mit dem warmen Licht, das durch die Fenster fällt, in der kalten, verschneiten Dämmerung.

Sommer in Tirol
# Sommer in Tirol
1,5 Stunden kämpfen wir uns durch den Schnee
# 1,5 Stunden kämpfen wir uns durch den Schnee

Mit Fahrradhelmen am Schädel ernten wir beim Betreten der Hütte Kopfschütteln der rund einhundert anderen Gäste und auch der Hüttenwirt hat ein, zwei Fragezeichen im Gesicht. Wortlos stellt er seinen verspäteten Gästen dann Speckplatten und Weißbier auf den Tisch, die wir dankend annehmen. Unsere Frage, ob er öfters Gäste mit Mountainbikes auf seiner Hütte hätte, kommentiert er mit einem herzhaften Lacher und erwidert: „So blöd war scho lang keiner mehr!“

Das hatten wir uns etwas anders vorgestellt
# Das hatten wir uns etwas anders vorgestellt
Berge können so schön sein. Oder unerbittlich
# Berge können so schön sein. Oder unerbittlich
Immerhin wartet oben eine Speckplatte auf uns
# Immerhin wartet oben eine Speckplatte auf uns

Neuer Tag. Neues Glück.

Als wir am nächsten Morgen aus dem Fenster blicken, sind wir uns schnell einig, dass unsere geplante Route nicht möglich sein wird. Die Hochgebirgslandschaft der Ötztaler Alpen liegt im wunderbaren weißen Winterkleid vor uns. Zwei weitere hohe Übergänge liegen vor uns und die Motivation, das Rad den ganzen Tag durch knietiefen Schnee zu tragen, fällt nicht nur bei mir mäßig aus.

Wir schalten also erst mal einen Gang runter. Während die anderen Hüttengäste aufbrechen, trinken den ein oder anderen Kaffee mehr und lassen den Tag auf uns zukommen. Zumindest ist, und dafür sind wir wirklich dankbar, das Wetter richtig gut – blauer Himmel, schneebedeckte Gipfel und fantastische Fernsichten. Fast so hatten wir uns das vorgestellt.

Sonne erhellt das Gemüt
# Sonne erhellt das Gemüt
Bis auf dieses weiße Zeug eigentlich ganz gut!
# Bis auf dieses weiße Zeug eigentlich ganz gut!
Wo gehts lang?
# Wo gehts lang?

Der Trail ins Pitztal dagegen ist eher wieder zornigen Temperaments: Steinplatten, hohe Stufen, enge Kehren mit wenig Platz, loser Untergrund. All das wäre ja eigentlich eine schöne Herausforderung mit dem Mountainbike, aber eben nicht mit zusätzlich Schnee, der Bremsen stellenweise fast unmöglich macht. So gestaltet sich die Abfahrt, bei der ich das Gefühl habe, mehr Passagier als Pilot zu sein, als wilder Rodeo-Ritt. Doch die Bruchlandung bleibt glücklicherweise aus. Aber was nun?! Die Optionen, mit dem Rad an den Reschensee zu kommen sind spärlich, alle Übergänge sind zu hoch, überall liegt Schnee und wir beschließen, die letzten zwei Etappen aufs nächste Jahr zu verschieben.

Tobi fährt unter der Achsel durch den Schnee
# Tobi fährt unter der Achsel durch den Schnee
Alpine Trails im Schnee sind doch herausfordernd
# Alpine Trails im Schnee sind doch herausfordernd
Optisch macht die Winterlandschaft aber etwas her
# Optisch macht die Winterlandschaft aber etwas her
Da weiter unten im Tal der Sommer wieder die Macht übernimmt, entschließen wir uns, abzufahren
# Da weiter unten im Tal der Sommer wieder die Macht übernimmt, entschließen wir uns, abzufahren

Ende gut. Alles gut. 

Doch die Trails am Reschensee und die Pizza in Graun im Vinschgau wollen wir uns trotzdem nicht nehmen lassen und nähern uns motorisiert über die Inntalautobahn dem Dreiländereck. Und ja, zwei Tage Sonnenschein, Seeblick, trockene Trails und trockene Radschuhe fühlen sich nach den Strapazen der Vortage tatsächlich wie Urlaub an. Mit dem Grauner Berg springt sogar noch ein richtig schöner Aussichtsgipfel für uns heraus und wir sind wirklich froh um unsere Entscheidung.

Nicht so gelaufen wie geplant, doch den Reschensee wollen wir uns nicht entgehen lassen
# Nicht so gelaufen wie geplant, doch den Reschensee wollen wir uns nicht entgehen lassen
Wir sind froh um unsere Entscheidung
# Wir sind froh um unsere Entscheidung
Die Trails am Reschenpass verwöhnen uns mit Staub und Flow
# Die Trails am Reschenpass verwöhnen uns mit Staub und Flow
Da geht der Tobi direkt in die Luft
# Da geht der Tobi direkt in die Luft

Aus unserer Trans Tirol Enduro Tour wurde so schnell ein Abenteuer auf Etappen. Eine vollständige Befahrung der Route steht für uns noch aus, aber das steht für uns auch nicht im Vordergrund. Im Nachgang sind wir glücklich und froh darüber, dass wir angesichts der Hürden unterwegs unsere Reise nicht vorzeitig abgebrochen haben und wir so unterschiedliche und gegensätzliche Facetten des Mountainbikes unterwegs erleben durften. Der Weg ist das Ziel und ein echtes Abenteuer verläuft eben nie nach „Schema F“.

Ende gut. Alles gut.
# Ende gut. Alles gut.

Video: Enduro Trans Tirol – Alpencross von Ost nach West

 

Immer nach Plan oder eher spontan? Wie seid ihr im Urlaub unterwegs?

Mehr Infos auf Alpinebiking.de

Fahrer: Konstantin Seger, Tobias Woggon | Fotograf & Text: Max Draeger | Video: Fabian Spindler
  1. benutzerbild

    tebis

    dabei seit 02/2006

    Nachdem sich von den Verfassern leider keiner zu Wort gemeldet hat, noch ein paar abschließende Sätze von mir zu der Thematik:

    Vieles ist schon geschrieben worden und sicher ist es im Nachhinein immer leicht Kritik zu äußern. Trotzdem: Prinzipiell, und da zitiere ich mal aus der BR3 Reihe "Bergauf, Bergab", hat jeder das Recht auf Risiko. Allerdings nur soviel Risiko, dass niemand sonst gefährdet wird.

    Wenn es so war, wie Ihr es beschrieben habt, habt Ihr meiner Meinung nach Glück gehabt:

    Uneigentlich stehen wir aber mitten im August in Bike Shorts auf 3000 m Höhe im Schnee und es wird langsam dunkel. Von der Hütte keine Spur. Verzweifelte Blicke aufs Smartphone und die Tourenplanung: Aber es gibt jetzt keinen anderen Ausweg mehr, als uns weiter zur Hütte durchzukämpfen. Also weiter. Nach weiteren eineinhalb Stunden Bike bergab tragen und schieben tauchen dann endlich die Umrisse der Hütte im Nebel auf.

    Ich weiß nicht, ob und was Ihr an Notfallequipment dabei hattet, aber blöd wäre es gewesen, hätte jemand ausrücken müssen und dann ggfs. an anderer Stelle nicht zur Verfügung stehen können. Es macht halt immer noch einen grundlegenden Unterschied, ob ich unverschuldet trotz guter Ausrüstung, z.B. durch Sturz, in eine alpine Notsituation komme oder ob ich, trotz schlechter Aussichten (und die Alternative war ja laut Artikel gegeben), in kurzen Hosen weitergehe und somit ggfs. andere Personen in eine Gefahrensitaution bringe.

    Der wichtige Punkt im Zusammenhang mit dem Artikel ist aber:

    Der Leser, der Erfahrung im alpinen Bereich hat, wird euer Tun einordnen können. Wenn ich aber einen solchen Artikel in einem gut besuchten MTB-Portal veröffentliche, dann gibt´s vielleicht ein paar nicht so erfahren Leute, die denken: "Hey, cool. So schlimm ist das ja gar nicht in kurzen Hosen!" Da wären einige ergänzende Sätze vielleicht doch angebracht.

    Die Frage nach der Wegewahl stellt sich aber wieder einmal (und das erinnert zwangsweise an den Bozen-Artikel von AlpinBiking vor ein paar Jahren hier an gleicher Stelle). Auch damals wurde auf Wege verwiesen, die defacto nicht freigegeben waren. Jetzt wird auf der AlpinBiking Webseite direkt auf das passende Kmoot-Profil verwiesen. Auch hier tut man dem Sport und seiner Akzeptanz meiner Meinung nach wieder keinen Gefallen.

    Bitte versteht mich nicht falsch. Ich gönne Euch euer hübsches Projekt, die Sponsoren und das ganze drumherum, was das Hobby (ein Stück weit?) zum Beruf werden lässt wirklich von Herzen. Aber geht das nicht anders? Da kann das begleitende Filmchen noch so schön gemacht sein.

    Gruß
    tebis
  2. benutzerbild

    travelgerd

    dabei seit 08/2014

    Trotzdem noch lang kein Grund persönlich beleidigend zu werden.
    Wusste gar nicht dass einen "Dicken" als "Dicken" zu bezeichnen heutzutage auch schon eine sofort zu verurteilende Beleidigung darstellt.
    Überzogene Befindlichkeiten sind das mittlerweile ..
  3. benutzerbild

    525Rainer

    dabei seit 09/2004

    Ich hab die tour nicht ganz verstanden. Hab jetzt auf komoot und dem text versucht herauszufinden was da überhaupt getreten, getragen, geshuttelt, gegondelt wurde. Ist das in der aufzeichnung irgendwie gekennzeichnet? Kenn mich mit komoot nicht so aus.
    Finds zumindest von den daten her sehr unharmonisch zusammengestellt.

    Das video hat schöne drohnenaufnahmen. Wurde das ganze mediale während der laufenden aufzeichnung gemacht und kann man diese zeit dann abziehn?

    Das Karwendel ist wunderschön. Mein lieblingsgebiet. In meiner realität noch viel schöner , keine lustig diletantische planung mit viel tragestrecke und forststrassen, keine quietschenden maguras und uralten ghostbikes. Und keine überforderung durch fehlende fitness und fahrtechnik 😃
  4. benutzerbild

    Hammer-Ali

    dabei seit 11/2016

    Also ich hab den Bericht mir gerne reingezogen. Ich hab den einfach nur genossen, und mir keinerlei Gedanken darüber gemacht, wie böse böse das hätte enden können, und ob die Strecken alle legal sind, oder ob Martina das alles eh Scheiße findet. Bin ja nicht deren Papa oder sonstwas. Und wirklich verrückt sah es ja auch nicht aus.
  5. benutzerbild

    Dirlan

    dabei seit 03/2015

    die hälfte der route ist auf illegalen wegen. ich habe jetzt die Autoren darüber in kenntnis gesetzt als auch den inhaltsverantwortlichen von mtbnews zumal der mithaftet bei der veröffentlichung illegaler inhalte.
    der komoot track wurde schon entfernt, die texte... schau ma.

    faktisch sind die schon schön blöd wenn sie im august so daher kommen. wenn der wirt schon mal sagt "wie deppat muss man sein", veröffentliche ich dann so etwas?

    und unsere bergrettung kann dann solche typen wieder vom berg holen im falle etwas passiert und dann wird über die kohle vom hubschrauber gestritten.

    nix für ungut, aber veröffentlichung mit touren über illegale routen in österreich schadet unserer community und nicht hilft. so werden wir es in österreich/tirol nie schaffen dass weitere wege geöffnet werden...

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