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Corona ist auch beim Engadin Bike Giro präsent. Vor dem Start und im Ziel bestandabsolute Maskenpflicht.
Corona ist auch beim Engadin Bike Giro präsent. Vor dem Start und im Ziel bestandabsolute Maskenpflicht. - Foto: Sauser Event GmbH
Elisabeth Brandau vor Alessandra Keller: Dieses Bild gab es in den vergangenen Tagen nur sehr selten. Brandau wurde am Ende Gesamt-Dritte.
Elisabeth Brandau vor Alessandra Keller: Dieses Bild gab es in den vergangenen Tagen nur sehr selten. Brandau wurde am Ende Gesamt-Dritte. - Foto: Madlaina Walther
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Überlegen im Regen: Alessandra Keller war in den letzten drei Tagen bärenstark unterwegs!
Überlegen im Regen: Alessandra Keller war in den letzten drei Tagen bärenstark unterwegs! - Foto: Sauser Event GmbH
EBG2020 Tag2 MWalther-55
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Hochverdienter Gesamtsieg für Alessandra Keller
Hochverdienter Gesamtsieg für Alessandra Keller - Foto: Sauser Event GmbH
Simon Stiebjahn macht vor der zweiten Etappe keinen wirklich glücklichen Eindruck. Temperaturen von lediglich zwei Grad auf den Gipfeln setzte den Fahrern am Samstag mächtig zu.
Simon Stiebjahn macht vor der zweiten Etappe keinen wirklich glücklichen Eindruck. Temperaturen von lediglich zwei Grad auf den Gipfeln setzte den Fahrern am Samstag mächtig zu. - Foto: Madlaina Walther
Sascha Weber siegt knapp im Zielsprint!
Sascha Weber siegt knapp im Zielsprint! - Foto: Sauser Event GmbH
Der Gesamtsieg ging an Simon Vitzthum
Der Gesamtsieg ging an Simon Vitzthum - Foto: Sauser Event GmbH
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EBG2020 Tag3 MWalther-40
Tolle Kulisse beim Engadin Bike Giro 2020
Tolle Kulisse beim Engadin Bike Giro 2020 - Foto: Madlaina Walther
Der Straßenprofi Simon Geschke zeigte auf dem MTB eine gute Leistung. Vor allem der nasse zweite Tag war für den Profi vom Team CCC fahrtechnisch nicht einfach.
Der Straßenprofi Simon Geschke zeigte auf dem MTB eine gute Leistung. Vor allem der nasse zweite Tag war für den Profi vom Team CCC fahrtechnisch nicht einfach. - Foto: Sauser Event GmbH

Es war das erste Etappenrennen nach dem Corona-Lockdown in Mitteleuropa: In der Schweiz beim Engadin Bike Giro sicherten sich Alessandra Keller und Simon Vitzthum den Gesamtsieg des dreitägigen Etappenrennens. Elisabeth Brandau und Julian Schelb landeten jeweils auf dem dritten Platz.

Es war das erste größere Aufeinandertreffen einiger Langstreckenspezialisten und einer Hand voll internationaler XC-Piloten. Rund um St. Moritz konnten 470 Teilnehmer unter strengen Corona-Auflagen erstmals wieder auf der Rennstrecke gegeneinander antreten. Am Ende sicherte sich Alessandra Keller (Thömus RN Racing Team) überlegen den Sieg bei den Damen, während es bei den Herren einen hauchdünnen Triumpf von Simon Vitzthum (jb Brunex Felt) vor Lukas Flückiger (Infinity) zu beobachten gab.

Corona ist auch beim Engadin Bike Giro präsent. Vor dem Start und im Ziel bestandabsolute Maskenpflicht.
# Corona ist auch beim Engadin Bike Giro präsent. Vor dem Start und im Ziel bestandabsolute Maskenpflicht. - Foto: Sauser Event GmbH
Diashow: Engadin Bike Giro 2020: Keller und Vitzthum triumphieren nach Corona
Der Straßenprofi Simon Geschke zeigte auf dem MTB eine gute Leistung. Vor allem der nasse zweite Tag war für den Profi vom Team CCC fahrtechnisch nicht einfach.
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Hochverdienter Gesamtsieg für Alessandra Keller
Tolle Kulisse beim Engadin Bike Giro 2020
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Damen: Alessandra Keller dominiert im Downhill

Beginnen wir am Angang. Zunächst gab nämlich die deutsche Meisterin Elisabeth Brandau an Tag eins das Tempodiktat vor. Ein Schleicher machte sie bergauf aber immer langsamer und zwang sie in der Abfahrt schließlich vom Rad. Diese Chance nutzte die ehemalige U23-Weltmeisterin Alessandra Keller, die schon im Anstieg an Brandau herangefahren war, und sicherte sich souverän den Sieg auf der ersten Etappe. „Ich habe kein Problem mit der Höhe“, so Keller. „Ich wohne zwar im Tal, aber ich trainiere oft in der Höhe, das macht mir nichts aus.“ Ungewohnt war für die fahrtechnisch sehr starke Schweizerin der Konkurrenzkampf mit den Männern: „Bergauf konnte ich von ihnen profitieren, bergab war ich aber ziemlich eingeklemmt.“ Auf dem dritten Rang überraschte Steffi Häberlin. Brandau wurde am Ende des Tages Zwölfte mit 12:18 min Rückstand.

Elisabeth Brandau vor Alessandra Keller: Dieses Bild gab es in den vergangenen Tagen nur sehr selten. Brandau wurde am Ende Gesamt-Dritte.
# Elisabeth Brandau vor Alessandra Keller: Dieses Bild gab es in den vergangenen Tagen nur sehr selten. Brandau wurde am Ende Gesamt-Dritte. - Foto: Madlaina Walther
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# EBG2020 Tag1 MWalther-56
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# EBG2020 Tag1 MWalther-71

Am zweiten Tag gab es für die Zuschauer bei starkem Regen und eisigen Temperaturen ein ähnliches Bild zu begutachten: Keller siegte schlussendlich souverän. Bereits in der ersten Abfahrt enteilte sie ihren Konkurrentinnen fuhr ungefährdet dem zweiten Sieg am zweiten Tag entgegen. Mit 6:42 Minuten Rückstand überquerte ihre Landsfrau Linda Indergand als Zweite die Ziellinie. Elisabeth Brandau konnte nach dem verkorksten Auftakt hingegen etwas Schadensbegrenzung betreiben, wurde Dritte und kletterte somit auch in der Gesamtwertung nach vorne.

Überlegen im Regen: Alessandra Keller war in den letzten drei Tagen bärenstark unterwegs!
# Überlegen im Regen: Alessandra Keller war in den letzten drei Tagen bärenstark unterwegs! - Foto: Sauser Event GmbH
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# EBG2020 Tag2 MWalther-55
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# EBG2020 Tag2 MWalther-78
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# 20200712-IMG 2970

Das Finale am heutigen Sonntag war dann einmal mehr eine One-Woman-Show der 24-jährigen Alessandra Keller. „Heute habe ich am langen Aufstieg schon sehr gelitten. Meine Beine waren ein bisschen müde von den letzten beiden Tagen. Es war richtig steil und richtig lang“, beschrieb Keller den Anstieg über fast 1.000 Höhenmetern am Stück hinauf zum Sulvretta-Pass. Nichtdestotrotz war ihr dritter Tageserfolg nie wirklich gefährdet. Am Ende distanzierte sie Elisabeth Brandau um 3:46 min und feierte damit ihren ersten Gesamterfolg im Jahr 2020. „Ich habe nicht damit gerechnet, dass der Gesamtsieg so deutlich sein wird. Aber ich habe mich im Vorhinein sehr gut gefühlt und konnte trotz Corona gut trainieren. Für mich war es wirklich mal Zeit, auch nach meiner Verletzung letztes Jahr, dass ich mein Potential voll abrufen kann“, sagte Keller, die ihr Pharmazie-Studium zugunsten einer optimalen Olympia-Vorbereitung pausiert. Dritte des Tages und Zweite in der Gesamtwertung wurde schlussendlich Linda Indergand, während Elisabeth Brandau noch den Sprung auf Gesamtrang drei schaffte. Adelheid Morath komplettierte das gute deutsche Abschneiden auf Overallrang vier.

Hochverdienter Gesamtsieg für Alessandra Keller
# Hochverdienter Gesamtsieg für Alessandra Keller - Foto: Sauser Event GmbH

Herren: Vitzthum macht’s am letzten Tag klar

Beim extrem schnellen Auftakt der Herren am Freitag sicherte sich Simon Vitzthum den Sieg eine Sekunde vor Lukas Flückiger. „Simon war im ersten Teil viel stärker“, zollte Flückiger dem Sieger nach dem Auftakt Tribut. „Oben auf der Fläche ist Simon viel im Wind gefahren. Deswegen habe ich ihn nicht mehr am Schluss attackiert. Das fand ich fair.“ Dritter wurde der Österreicher Daniel Geismayr (Centurion Vaude). Bester Deutscher war auf der schnellen Auftaktetappe Georg Egger auf Rang fünf, der zeitgleich mit Julian Schelb (Stop & GO) im Ziel notiert wurde.

Der deutsche Marathonmeister und Vorjahressieger Sascha Weber (Maloja-Rocky Mountain) bekam am ersten Tag aufgrund eines Defekts schon neun Minuten Rückstand aufgebrummt. „Eigentlich könnte ich gleich wieder heimfahren“, ärgerte sich Weber nach Tag eins im Ziel.

Simon Stiebjahn macht vor der zweiten Etappe keinen wirklich glücklichen Eindruck. Temperaturen von lediglich zwei Grad auf den Gipfeln setzte den Fahrern am Samstag mächtig zu.
# Simon Stiebjahn macht vor der zweiten Etappe keinen wirklich glücklichen Eindruck. Temperaturen von lediglich zwei Grad auf den Gipfeln setzte den Fahrern am Samstag mächtig zu. - Foto: Madlaina Walther

Anstatt die Koffer zu packen, drehte Weber am Samstag aber mächtig am Gashahn und sicherte sich mit etwas Wut im Bauch den Tagessieg im Sprint vor Simon Vitzthum und Lukas Flückiger. Vom Start weg bildete sich zunächst eine Sechsergruppe mit Vitzthum, Flückiger, Julian Schelb, Thomas Litscher (KMC Orbea) und Filippo Colombo (Absolute Absalon-BMC). „Wir haben von Anfang an gesagt, wir wollen keinen mehr ranlassen“, berichtete Weber nach dem Rennen. Wohl deshalb wurden immer wieder Attacken und Rhythmuswechsel gefahren, die es der Verfolgergruppe schwer machten. Am Anstieg zur Alp Muntatsch konnte sich Weber gemeinsam mit Simon Vitzthum und Lukas Flückiger absetzen. Das Dreiergespann fuhr dann bis zur Zieleinfahrt in Silvaplana gemeinsam, wo Weber schließlich den Sprint von vorn für sich entschied. „Ich bin jetzt zum fünften Mal hier, da weiß ich wie man fahren muss“, sagt der Saarländer, der in Freiburg lebt. Allerdings, das gebe er zu, sei der Tagessieg heute schon ein hartes Stück Arbeit gewesen, da es immer wieder Tempoverschärfungen gab. Julian Schelb wurde Vierter, Simon Schneller, Simon Stiebjahn und Martin Frey (alle Team Bulls) belegten die Plätze sechs bis acht.

Sascha Weber siegt knapp im Zielsprint!
# Sascha Weber siegt knapp im Zielsprint! - Foto: Sauser Event GmbH

Auf der letzten Etappe am heutigen Sonntag durfte dann Daniel Geismayr noch mit einem positiven Erlebnis vom Engadin Bike Giro 2020 abreisen, nachdem er tags zuvor aufgrund von Defekten über 30 min Rückstand kassiert hatte. Die am Anfang rund zehnköpfige Spitzengruppe konterte dementsprechend die Attacke des Österreichischen Staatsmeisters hinauf auf den Sulvrettapass nicht und ließ ihn ziehen, sodass Geismayr per Solo souverän triumphieren konnte. Spannend wurde es hingegen hinter dem Centurion-Vaude Fahrer. Vitzthum und Flückiger trennten in der Gesamtwertung lediglich eine Sekunde vor dem Start der Etappe. Schließlich brachte der junge Schweizer aber 37 Sekunden zwischen sich und seinen Kontrahenten und feierte somit den verdienten Gesamtsieg. Flückiger zollte der Leistung des 25-Jährigen großen Respekt: „Ich gönne Simon den Gesamtsieg. Er war sehr stark und hat konstant sehr gute Leistungen geliefert. Er ist in guter Form. Das ist Weltklasse!“ Auf Gesamtrang drei wurde Julian Schelb gelistet, obwohl er bei den Tagesergebnissen nie auf dem Podium landete. Mit konstanten Leistungen finishte der Münstertäler stets in den Top fünf.

Der Gesamtsieg ging an Simon Vitzthum
# Der Gesamtsieg ging an Simon Vitzthum - Foto: Sauser Event GmbH
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EBG2020 Tag3 MWalther-40
# EBG2020 Tag3 MWalther-40
Tolle Kulisse beim Engadin Bike Giro 2020
# Tolle Kulisse beim Engadin Bike Giro 2020 - Foto: Madlaina Walther

Ein in der Radsportszene bekanntes Gesicht mischte sich beim Engadin Bike Giro ebenfalls unter die Teilnehmer. Tour de France-Etappensieger Simon Geschke (Team CCC) nutzte den Ausflug aufs Mountainbike zu einer erfolgreichen Trainingseinheit: „Das war heute mein erstes Mountainbike-Rennen seit 18 Jahren“, sagte Geschke im Ziel. „Das Ergebnis ist aber sekundär für mich. Es macht einfach Spaß, durch den Wald zu ballern. Technisch habe ich noch Potential nach oben, wenn ich mir die Mountainbike-Profis hier angucke. Das ist schon eine andere Welt.“ Der Straßenprofi schlug sich allerdings sehr achtbar und wurde am Ende 29. in der Gesamtwertung.

Der Straßenprofi Simon Geschke zeigte auf dem MTB eine gute Leistung. Vor allem der nasse zweite Tag war für den Profi vom Team CCC fahrtechnisch nicht einfach.
# Der Straßenprofi Simon Geschke zeigte auf dem MTB eine gute Leistung. Vor allem der nasse zweite Tag war für den Profi vom Team CCC fahrtechnisch nicht einfach. - Foto: Sauser Event GmbH

Alle Ergebnisse findet ihr hier: engadin-bike-giro.ch.

Bilder: Sauser Event GmbH | Madlaina Walther

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