Syntace NumberNine Pedale: Schon vor gut zwei Jahren haben wir das erste Mal ein Syntace Pedal am Rad von Harald Philipp gesehen, doch wie bei Syntace üblich will gut Ding Weile haben, bis es tatsächlich verfügbar ist. Im letzten Jahr auf der Eurobike haben wir euch dann ebenfalls das Pedal präsentieren dürfen, doch wenn wir uns das, was wir nun auf der Eurobike zu sehen bekommen haben, damit vergleichen, dann hat sich nochmals einiges getan. Hier kommt unser Fahrbericht zum neuen Syntace NumberNine Custom Pedal, das in drei Größen verfügbar sein wird.

In der Hand

Schick sind sie, die neuen Syntace-Treter. In schlichtem schwarz Eloxiert und mit einem dicken Lager auf der Antriebsseite versehen machen die Syntace Pedale einen soliden Eindruck, der sich deutlich von den alten Versionen unterscheidet. Schließlich ist der Käfig nicht mehr geschmiedet, sondern gefräst. Bei der Pin-Montage hat sich Syntace eine Lösung einfallen lassen, bei der die Pins an ihrem unteren Ende eine Sechskantaufnahme aufweisen und von oben in das Pedal geschraubt werden. So können sie auch dann noch problemlos entfernt werden, wenn der Pin selbst auf Grund von Bodenkontakten verbogen oder abgebrochen sein sollte. In der Theorie sieht das sehr gut aus, wie es in der Praxis funktioniert wird sich zeigen.

Ein weiterer Punkt, der den Machern bei Syntace besonders wichtig gewesen ist, ist die Lagerung des Pedals. Bei der vor einem Jahr gezeigten Version schien das Hauptaugenmerk auf der möglichst leichtgängigen Lagerung gewesen zu sein. In der Hand lassen sich die Achsen der Serienpedale allerdings kaum leichter drehen, als wir es von allen anderen gut gelagerten Pedalen gewohnt sind. Obwohl wir keine Messwerte und Vergleichsdaten von Prüfständen vorweisen können glauben wir: Die Lagerung funktioniert wie sie soll. Das bedeutet: Das Pedal ist genau so leichtgängig gelagert, dass es sich nicht einfach vom nächsten Windstoß verdrehen lässt, sondern genau in der Position bleibt, in der wir es verlassen haben. Denn genau das ist es, was die Lagerung eines Pedals ermöglichen sollte. Deutlich interessanter wird auf längere Sicht die Haltbarkeit der Lagerung sein. Bei zwei NumberNine Pedalen der letzten Generation (ohne Custom), welche ich gefahren bin, ist die Lagerung so leichtgängig gewesen, dass sie sich schon ausgeschlagen angefühlt hat. Das darf bei einem Pedal dieser Preisklasse nicht. Wie haltbar die NumberNine Custom Pedale sein werden, werden wir noch vor dem Winter wissen.

Das eigentliche Highlight und bislang einmalig auf dem Markt ist jedoch, dass Syntace das Pedal in drei Größen anbieten wird. Verschiedene Größen bei einem Pedal? Richtig gelesen! Syntace beschreitet den Weg der konsequenten Individualisierung nun auch auf dem Bereich der Pedale und will jedem Käufer die Chance bieten, dem Einsatzbereich entsprechend das Pedale auszuwählen. Was für manche vielleicht ein wenig sinnfrei erscheint ist im Endeffekt eine sinnvolle Sache. Nicht jeder, der ein Flatpedal fahren will, setzt notwendiger Weise auf ein dickes Downhillpedal mit maximaler Standfläche. Pedalindividualisierung kennen wir bislang nur von Reset Racing doch der Ansatz von Syntace bedient auch solche Fahrer, die entweder einfach kleinere Füße haben (z.B. Frauen) oder aber einfach keinen Bedarf für große Pedale sehen.

Allen Größen gemein ist die Dicke von durchgehend 16mm. Insgesamt ist die Form der Pedale deutlich weniger konkav, als bei manch anderem Pedal auf dem Markt doch zu viel des Guten kann auch schlecht sein – hier kommt es auf den Fahreindruck an! Die Fläche pro Pedal beträgt in Größe S 82cm2, in Größe M 93cm2 und in Größe L 108cm2. Die Frage bleibt, wie groß der Unterschied zwischen den verschiedenen Pedalgrößen vom Fahren her sein wird. Ganz klar ist, dass die Eigenschaften hier vor allem von den Schuhen der Fahrer und dem gewählten Einsatzbereich abhängen werden, denn ein breiteres Pedal bei gleich bleibender Schuhbreite bringt nicht zwingend mehr Grip aber mehr Raum in brenzligen Situationen. Das können vor allem Downhiller und Freerider sowie Dirtjumper nutzen, während der Genuss-Syntace-Fahrer problemlos zum kleinen Pedal in Größe S greifen dürfte.

Technische Daten

Trittfläche
S – 85 x 96mm
M – 92 x 101mm
L – 97 x 111mm

Lagerung
– 1x 2-reihiges Spezialkugellager
– 3x Rillenkugellager

Gewicht: 395g (64 Stahl-Pins, Größe M)
Bauhöhe: 16mm an den Rändern und auf der Achse (jeweils ohne Pins)
Farben: Raceblack, Silber CNC
Preis: 198,00€

Video zum Fahrbericht

Auf dem Trail

Nachdem wir in letzter Zeit schon einige Pedale gefahren sind (Burgtec Penthouse Flats, Sixpack Icon, Spank Spike) und über einige weitere berichtet haben (Specialized, Tioga), sind wir natürlich gespannt gewesen, wie sich denn der jüngste Angriff auf die Vormacht bei den Pedalen gestalten würde. Auf den ersten Metern ist das Pedal wie jedes andere Pedal auch, doch als wir die ruppigsten Stellen erreichen, die das Testgelände rund um den Demoday bei Ratzenried zu bieten hat, zeigt sich, dass diese Pedale die Mischung zwischen Grip und Verdrehbarkeit der Füße erstaunlich gut gelöst bekommen. Wir sind die Pedale in Größe M gefahren und haben jeweils Five.Ten Freerider Schuhe getragen. Mit diesen Schuhen ist der Grip auf eigentlich jedem Pedal gesichert, doch nur wenn die Form des Pedalkäfigs sowie das Layout und die Form der Pins perfekt abgestimmt sind, kann sich die Kombination ergeben, auf der man einfach gerne steht, genug Grip hat und dennoch den Fuß bewegen kann, sollte er nach einer Kurve oder im Steinfeld verrutscht sein. Rein vom Grip her gehören die Syntace Pedale mit Sicherheit nicht zu den stärksten Modellen (hierzu fehlt beispielsweise ein konkaver Pedalkäfig), doch das Gripniveau hat Jens und mich grundsätzlich überzeugt. Genug in jeder Fahrsituation und dennoch nicht so viel, dass man sich gar nicht mehr lösen zu können scheint. Hier hat das Team um Joe Klieber gute Arbeit geleistet.

Und wie schlägt sich die Lagerung? Von den durch die Dichtungen verursachten Widerstandskräften gegen Verdrehung haben wir – wie wäre auch anders zu erwarten gewesen – nichts gespürt. Das Pedal dreht sich so leichtgängig, dass man nicht ständig das Gefühl hat, gegen einen Widerstand anzutreten und ist dennoch schwergängig genug, um sich nicht von selbst zu verdrehen, wenn man wegen Kurve oder Sprung kurzzeitig einen Fuß vom Pedal genommen hat. Wenn wir ganz ehrlich sind müssen wir auch sagen, dass uns diese Eigenschaft deutlich wichtiger ist, als ein möglichst leichtgängiges Lager. Denn Leichtgängigkeit endet nur zu gern – unabhängig vom Einsatzbereich – in zerkratzten Schienbeinen und blutigen Waden. Oder ausgeschlagenen Lagern.

Syntace NumberNine Test – Fazit

Ein Pedal in drei Größen je nach Einsatzbereich – das haben wir so bislang nicht gesehen und dennoch macht dieser Schnitt definitiv Sinn. So kann sich jeder das für sich passende Pedal aussuchen und je nach eigenem Wunsch entweder den Grip, oder das Gewicht entsprechend anpassen. Fraglich ist, ob nicht auch zwei Größen genug gewesen wären doch über mehr Auswahl sollte man sich eigentlich nicht beschweren, oder? Der Preis für das Pedal ist gesalzen und wäre bei entsprechender Haltbarkeit gerechtfertigt. Die muss aber erst noch bewiesen werden.

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Was haltet ihr von der Idee, Pedale nicht nur über verschiedene Pins anzupassen, sondern auch die Pedalkörper selbst in verschiedenen Größen anzubieten? Sinnfreie Spielerei oder sinnvolles Feature? Wollt ihr bei Pedalen die Auswahl zwischen verschiedenen Versionen haben oder reicht euch der Standard mit einer Größe?

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Diese Fotos im Fotoalbum anschauen

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Alle Beiträge zur Eurobike 2011 hier auf mtb-news.de findet ihr hier in der Übersicht.

Syntace NumberNine Preisvergleich

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  1. benutzerbild

    unchained

    dabei seit 05/2008

    die Pedale sind nen Witz...
  2. benutzerbild

    forever

    dabei seit 10/2005

    Nicht schlecht die Idee mit variablen Größen - ich finde aber allerdings
    a) knapp 200 EUR eindeutig zuviel und b) besonders den Moneten-Einsatz im Vergleich zum Gewicht eindeutig zu hoch, für 200 Tacken müssten
    sie um die ~178gr. oder so wiegen...natürlich als Paar in Gr. S
  3. Anzeige

  4. benutzerbild

    dampflocke

    dabei seit 10/2007

    Angemeldet als
    dampflocke

    Dein Kommentar:
  5. benutzerbild

    Memphisto

    dabei seit 05/2007

    Mittlerweile haben wir 2014. Die Pedale kosten mittlerweile 280 Euro.
    Aber welche Größe soll man kaufen?
  6. benutzerbild

    RetroRider

    dabei seit 09/2005

    Mischi schrieb:
    [...]
    Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Es gibt so viele gute und deutlich günstigere Padale wie z.B. DMR V8 oder V12.
    [...]

    Die V8 haben billigste ungedichtete Konuslager, und die 2 V12 die bisher hatte, haben nach ca. 1 Betriebsstunde Spiel am Gleitlager entwickelt. "Made in Britain" halt. :ka:

    Die Syntace sind ja soweit ich weiß die einzigen, die komplett Wälzlager und kein Gleitlager haben. Mich würde mal die Lebensdauer interessieren. Aber das ist wohl aussichtslos. Wenn überhaupt, bekommt man hier im Forum nur Aussagen zur Besitzdauer aber nie zur Betriebsdauer.

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