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Dieses Gefährt soll ein Fahrrad sein?
Dieses Gefährt soll ein Fahrrad sein? - Laut StVZo ja!
Rückbank, Dach und Kofferraum sind für ein Fahrrad eher unüblich.
Rückbank, Dach und Kofferraum sind für ein Fahrrad eher unüblich.
Gelenkt würd über das Hinterrad. Dieses wird auch über einen Nabenmotor angetrieben.
Gelenkt würd über das Hinterrad. Dieses wird auch über einen Nabenmotor angetrieben.
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Das „zweite“ Lenkrad ist der etwas ungewöhnlich geformte Bremshebel.
Das „zweite“ Lenkrad ist der etwas ungewöhnlich geformte Bremshebel.
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Der „Sattel“ macht einen bequemen Eindruck.
Der „Sattel“ macht einen bequemen Eindruck.
Ist der Hopper genau das, was wir für die Verkehrswende benötigen?
Ist der Hopper genau das, was wir für die Verkehrswende benötigen?

Ganz interessant wurde es auf der diesjährigen Eurobike im Freigelände am Stand von Hopper. Hier wurde etwas als Fahrrad angepriesen, das optisch viel mehr an einen Kleinwagen erinnert als an das uns bekannte und geliebte Zweirad. Wir haben den Hopper bereits kurz für euch ausprobiert.

Was ist die Knutschkugel namens Hopper? Und warum hat das Ding kein Kennzeichen? Ganz easy, der Hopper ist nach den Regeln der StVZo ein Fahrrad, oder besser gesagt ein Pedelec. Also ein Fahrrad mit elektronischer Tretunterstützung bis 25 km/h. Aus diesem Grunde ist die Kiste auch zulassungsfrei und kann ohne Führerschein bewegt werden.

Dieses Gefährt soll ein Fahrrad sein?
# Dieses Gefährt soll ein Fahrrad sein? - Laut StVZo ja!

Was den Hopper von so ziemlich allen Fahrrädern, die wir kennen unterscheidet, ist die Nähe zum Auto. Der Hopper hat nämlich ein Dach, einen Sitz mit Lehne, Scheibenwischer, eine Rücksitzbank, ein Lenkrad, zwei Handbremsen, einen Kofferraum und eine Rücksitzbank auf die man bis zu zwei Kids packen darf. Die Türen sind noch in der Entwicklung und sollen in Kürze zum Serienstart verfügbar sein.

Rückbank, Dach und Kofferraum sind für ein Fahrrad eher unüblich.
# Rückbank, Dach und Kofferraum sind für ein Fahrrad eher unüblich.

Der Hopper wird mit einem Nabenmotor im Hinterrad angetrieben. Mit diesem Hinterrad lenkt man dieses amüsante Vehikel auch. Entsprechend sucht man vergeblich eine Kette, die die Kurbel mit dem Hinterrad verbindet. Hier wird auf einen Antrieb gesetzt, mit dem man über die Kurbel einen Generator antreibt, dessen erzeugte Leistung dann an den Nabenmotor geleitet wird. Damit das 135 kg schwere Vehikel mit einer Zuladung von 165 kg dann überhaupt etwas macht, wird man von dem 1140 Wh Akku unterstützt. Der Nabenmotor verfügt über eine Dauernennleistung von 250 W und generiert 113 Nm Drehmoment und befördert eine Einzelperson maximal 60 km weit. Der „Range Extender“ in Form eines Solardaches ist auch schon auf den Weg gebracht und wird bald verfügbar sein.

Gelenkt würd über das Hinterrad. Dieses wird auch über einen Nabenmotor angetrieben.
# Gelenkt würd über das Hinterrad. Dieses wird auch über einen Nabenmotor angetrieben.
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# ebCF-6691
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# ebCF-6694

Nimmt man im Hooper Platz wird man von einem Display mit den für Ebikes üblichen Informationen begrüßt. Es gibt allerlei Knöpfe und Hebel, für die man eine Erklärung benötigt. Man findet Blinker, Scheibenwischer, zwei Handbremsen, eine für vorn, eine für hinten, Knöpfe für die Modi und das Licht usw. Und eine Klingel statt einer Hupe. Hier grüßt die StVZo. Ein Fahrrad darf Scheibenwischer und ein Dach, aber keine Hupe haben. Auffällig ist das Lenkrad hinter dem Lenkrad. Was soll das wieder? Lenkräder haben es so an sich, dass man sie dreht. Wohin also mit dem Bremshebel, damit dieser sich immer betätigen lässt? Jawoll, hinters Lenkrad und zwar so kreisförmig wie das Lenkrad. So ist die Bremse immer unabhängig der Lenkradstellung bestens zu erreichen.

Das „zweite“ Lenkrad ist der etwas ungewöhnlich geformte Bremshebel.
# Das „zweite“ Lenkrad ist der etwas ungewöhnlich geformte Bremshebel.
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# ebCF-6700
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# ebCF-6698

Wir durften den Hopper über das Messegelände der Eurobike Probe fahren und so einen ersten Fahreindruck gewinnen. Wir wurden zunächst mal gebrieft, wie denn diese Lenkung funktioniert. Wie eingangs erwähnt lenkt das Hinterrad, fährt man also eine Kurve, schwenkt der Hintern dieses Vehikels aus und räumt alles ab, was ihm in die Quere kommt. Vorsicht ist geboten und tatsächlich; man muss sich anfangs wirklich konzentrieren, dass man im Getümmel der Eurobike auf dem Weg zur Teststrecke nicht irgendwen oder irgendetwas umfährt. Auf der Teststrecke angekommen geht es geradeaus und die Kurven und Hindernisse sind etwas kalkulierbarer. Ich lege die maximale Unterstützungsstufe ein, lasse die Kiste laufen. Die Software ist für die Messe so programmiert, dass bei 20 km/h Schluss ist. Bis zu dieser Geschwindigkeit habe ich mich im Hopper absolut sicher gefühlt und kann mir auch gut vorstellen, dass das bei 25 km/h auch so bleibt.

Der „Sattel“ macht einen bequemen Eindruck.
# Der „Sattel“ macht einen bequemen Eindruck.

So richtig schnell wollte ich mit dem Hopper aber nicht fahren. Aber warum? In Kurven fällt auf, dass der Hopper über keine Neigetechnik verfügt, sodass man etwas Richtung Kurvenäußeres gedrückt wird. Das ist nicht schlimm, aber in einer Gefahrensituation mit richtig viel Geschwindigkeit und einer harschen Lenkbewegung könnte der Hopper tatsächlich kippen. Wer aber vernünftig fährt und in Kurven nicht rast, hat absolut nichts zu befürchten.

Das Dach konnten wir nicht bei Regen testen. Was wir aber bereits jetzt attestieren können, ist dass es im Hopper auch ohne Seitenwand sehr windstill ist. Entsprechend dürfte auch Regen ohne Weiteres abgehalten werden, solange er nicht von der Seite kommt. Genau das ist wohl der größte Vorteil des Hoppers gegenüber herkömmlichen Fahrrädern. Vielleicht ist auch dieser Vorteil genau das, was es für eine Verkehrswende benötigt. Ein Dach, das einen vor Wetter schützt, eine windstille Kapsel, die einem die Frisur nicht ruiniert, der Sozius für den Personentransport und der Motor, der einen nicht schwitzen lässt.

Ist das nicht der perfekte Autoersatz? Was meint Ihr?

Ist der Hopper genau das, was wir für die Verkehrswende benötigen?
# Ist der Hopper genau das, was wir für die Verkehrswende benötigen?

Eurobike 2024 – Alle News und Highlights

  1. benutzerbild

    NukaCola

    dabei seit 12/2015

    Ich muss die ganze Zeit an die "Töööte mich" Szene aus Alien denken smilie

  2. benutzerbild

    Pedalkurbler

    dabei seit 05/2021

    Das Problem, was ein Fahrrad ist, liese sich ganz einfach lösen:
    1) Man definiere, dass der Antrieb teilweise oder ganz durch Muskelkraft erfolgen muss.
    2) Man definiere eine maximale Dauerleistung des Motors. Damit können absurd schwere Lastenfahrräder verhindert werden.
    3) Man definiere eine maximale Breite des Fahrrades, zB etwa in Breite eines zweispurigen Fahrradanhängers. So umgeht man die Diskussion, ob das Fahrrad zwei, drei oder vier Räder haben kann. Mit der Definition der Breite ist sichergestellt, dass das Fahrrad auf gängigen Radwegen Platz hat.

  3. benutzerbild

    Pedalkurbler

    dabei seit 05/2021

    Wie man auf die Idee kommt, maximale Radgrössen für Fahrräder zu definieren, verstehe ich nicht. Nach dieser Verordnung / Gesetz / Paragraph / Norm wäre also das kein Fahrrad:
    [Bild]

  4. benutzerbild

    ralleycorse

    dabei seit 01/2007

    Ich finde die ganze Diskussion etwas befremdlich.
    Ist mir doch Wumpe wo und wie es da Gesetzeslücken gibt oder nicht.
    Fakt ist doch das Teil wird bis max. 25km/h unterstützt und ist somit wie ein stinknormales "E-Bike" (Pedelec) gedacht.
    Ich habe mir auf dem Alltagsrad auch schon oft mehr Wetterschutz und ein Kofferraum gewünscht.
    Warum dann die Sicherheit gleich mit einem Auto verglichen wird verstehe ich nicht ganz. Fakt ist doch auch wenn ich mit dem Teil von nem Auto abgeräumt werde habe ich mehr Schutz als ein Fahrrad und nicht weniger!
    Ja das Konzept hier finde ich auch nicht sehr gelungen (Hinterradlenkung, 3 rädrig, zu schwer, wozu ein Lenkrad und nicht einfach ein Lenker?), aber deswegen die Idee ins absurde zu ziehen oder gar die Existenzberechtigung abzusprechen kann ich aber auch nicht nachvollziehen.

  5. benutzerbild

    andreas41

    dabei seit 06/2024

    Natürlich sieht das Ding komisch aus. Aber wahrscheinlich könnte es 50% der in Städten geparkten Autos ersetzen, ohne entsprechenden Platz und Resourcenbedarf.

    Komisch finden wir es doch nur, weil wir es mit einem Fahrrad vergleichen. Wenn wir's mit einem real genutzten Innenstadtauto vergleichen (das wegen der Staus auch nicht schneller vorankommt), dann ist's doch recht sinnvoll. Klar, mit einem Auto aus Werbeanzeigen könnte man über völlig leere Californische Highways fahren, man könnte einfach mal schnell und entspannt in die Toscana fahren, man könnte bei Bedarf Waschmaschinen und Pferde transportieren - man könnte alles - wenn danach nicht der Parkplatz weg wäre...

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