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Kirsten unterwegs auf La Palma
Kirsten unterwegs auf La Palma
Die Trails auf La Palma sind nicht nur spaßig sondern auch sehr fotogen
Die Trails auf La Palma sind nicht nur spaßig sondern auch sehr fotogen
André Brosam in Karezza
André Brosam in Karezza
Auch mit Julia Hofmann hat Kirsten schon zusammengearbeitet
Auch mit Julia Hofmann hat Kirsten schon zusammengearbeitet
Daniel driftet mit Vollgas in die Kurve
Daniel driftet mit Vollgas in die Kurve
Daniel in den Dolomiten
Daniel in den Dolomiten
Jasper Jauch auf dem Weg zum Strand
Jasper Jauch auf dem Weg zum Strand
Tom Öhler in Wolkenstein
Tom Öhler in Wolkenstein
Es könnte schon fast ein Landschaftsfoto sein
Es könnte schon fast ein Landschaftsfoto sein - und dann schaut man genauer hin
Bild vom Conway Katalog Shooting in Brixn mit André Brosam und Michaela Ziengerle
Bild vom Conway Katalog Shooting in Brixn mit André Brosam und Michaela Ziengerle
Auch Kirsten schleppt schwere Ausrüstung mit auf den Berg
Auch Kirsten schleppt schwere Ausrüstung mit auf den Berg
Eine Fotoinnentasche muss zum Schutz genügen
Eine Fotoinnentasche muss zum Schutz genügen
Im Evoc Photo Scout ist das Equipment halbwegs sicher und mit tiefem Schwerpunkt verstaut
Im Evoc Photo Scout ist das Equipment halbwegs sicher und mit tiefem Schwerpunkt verstaut
Daniel Schäfer zeigt einen dicken Whip
Daniel Schäfer zeigt einen dicken Whip
Jasper hat sichtlich Spaß auf den trockenen Kiefernnadeln auf La Palma
Jasper hat sichtlich Spaß auf den trockenen Kiefernnadeln auf La Palma
Daniel Schäfer in Saalbach
Daniel Schäfer in Saalbach
Der Monte Brione verrät die Location eindeutig – Willkommen in Gardasee
Der Monte Brione verrät die Location eindeutig – Willkommen in Gardasee
Philipp Foltz und Sebastian Vogl, nahe Gardasee
Philipp Foltz und Sebastian Vogl, nahe Gardasee
Schritt 1 - Fahrer herausarbeiten
Schritt 1 - Fahrer herausarbeiten
Schritt 2 - Verlaufsfilter für Himmel
Schritt 2 - Verlaufsfilter für Himmel
Schritt 3 - Verlaufsfilter für Vordergrund
Schritt 3 - Verlaufsfilter für Vordergrund
Schritt 4 - Photoshop Dodge&Burn
Schritt 4 - Photoshop Dodge&Burn
Ergebnis - Vorher:Nachher
Ergebnis - Vorher:Nachher
Und so sieht das Bild nach der vollständigen Bearbeitung aus
Und so sieht das Bild nach der vollständigen Bearbeitung aus
Philipp Foltz und Berny Stoll auf der Abfahrt nach Tablado La Palma
Philipp Foltz und Berny Stoll auf der Abfahrt nach Tablado La Palma

Täglich sehen wir viele Fotos zum Thema Mountainbiken – Produktfotos und Actionfotos von den verschiedensten Fahrern und abgelegensten Orten sind an der Tagesordnung. Doch wer macht eigentlich diese Fotos? In unserer Serie „Behind the Lens“ stellen wir euch Fotografen aus der Bikeszene vor. Die Leute hinter der Linse lieben das Biken meist genauso sehr wie die Fahrer davor. Allerdings sind die Fotografen noch mit ein paar zusätzlichen Kilos auf dem Rücken unterwegs und können den Spaß auf dem Trail auch mal hinten anstellen, um das perfekte Foto zu schießen.

Heute möchten wir euch Kirsten Sörries vorstellen. Kirsten startete erst 2014 seine berufliche Karriere als Fotograf, ist aber seitdem regelmäßig an den verschiedensten Orten dieser Welt unterwegs, um Trailfotos zu schießen. Dabei erledigt er sämtliche Foto-Aufträge in seinem Urlaub und seiner Freizeit, da er hauptberuflich im E-Commerce Bereich einer Münchner Unternehmensgruppe arbeitet. Wie er es schafft, Leidenschaft und Beruf unter einen Hut zu bringen erfahrt ihr im Interview:

Stell dich unseren Lesern doch kurz vor. Wer bist du?

Hallo, mein Name ist Kirsten-Julian Sörries, ich bin 33 Jahre alt. Ursprünglich komme ich aus der Nähe von Baden-Baden, wohne aber seit 7 Jahren in München. Neben meinem Job liebe ich es, Trailbilder zu machen.

Hauptberuflich leite ich den E-Commerce Bereich einer Münchner Unternehmensgruppe. Ich radel seit meinem 10. Lebensjahr, habe mit Trial begonnen und bin darüber zum Mountainbiken gekommen. Bis 26 bin ich viele DH-Rennen gefahren und habe 2007 angefangen, für Stefan Herrmann in der MTB-Academy als Fahrtechniklehrer zu arbeiten. Neben Arbeiten, Biken und Fotografieren gehe ich gerne Bouldern und in die Berge. Ach und ich koche ganz gerne und wenn man mich nicht belügt, scheinbar auch ganz gut ;-)

Kirsten unterwegs auf La Palma
# Kirsten unterwegs auf La Palma

Wann und wie kamst du zur Fotografie?

Ich kam 2014 zur Fotografie. Ich bin ein sehr visueller Mensch, denke und merke mir viel in Bildern und habe deswegen schon immer herumgeknipst, aber eben eher so die Urlaubsbilder… 2013 habe ich mir dann eine Nikon Kamera um die 500 € gekauft und beim Biken Freunde fotografiert. Die waren immer sehr dankbar und fanden die Bilder gut. Ich bin einfach immer 1-2 Minuten voraus gefahren und habe sie dann beim Vorbeifahren fotografiert. 2014 hatte ich mir dann für einen La Palma Trip mit Urlaub und Arbeit als Fahrtechniklehrer eine DSLR gekauft. Am Ende des Trips nahm mich Daniel Schäfer zusammen mit einem professionellen Fotografen mit zu einer Hip, die er am Leuchtturm gebaut hatte.

Ich scheine mich nicht so schlecht geschlagen haben zu haben und Mitte 2014 schlug mich Daniel für ein Shooting bei den Bikehotels Südtirol vor. Diese vertrauten Daniel und ich war engagiert. Wir waren 2 Tage in Brixen und Alta Badia unterwegs. Diese 2 Tage waren extrem produktiv und es sind tolle Aufnahmen entstanden. Daniel reichte dann meine Bilder in der BIKE Redaktion ein und eines der Bilder wurde direkt ein Cover. So kam ich also zu meiner ersten Veröffentlichung.

Damals konnte ich es selbst mit dem Heft in der Hand kaum glauben. Durch den vielen Spaß während des Shootings und ermutigt durch diesen Erfolg, begann ich das Fotografieren auszubauen. Ich betrieb Akquise und bekam von Conway die Chance, die Outdoorbilder für ihr frisch gestartetes „We make Enduro“ und den dazugehörigen Conway Katalog zu fotografieren. Ab da folgten noch fünf weitere Cover und Veröffentlichungen in BIKE, RIDE, Bikesport und FitforFun. Damit konnte ich mir das Trailfotografieren auf einmal als Business aufbauen.

Ich sage bewusst nicht, dass ich Fotograf bin. Ich beherrsche nur einen Teil des Handwerkes und muss davon nicht meinen gesamten Lebensunterhalt zahlen. Mittlerweile ginge das zwar, aber ich glaube meine Fotografie würde sich ändern, wenn ich wirklich davon leben müsste.

Die Trails auf La Palma sind nicht nur spaßig sondern auch sehr fotogen
# Die Trails auf La Palma sind nicht nur spaßig sondern auch sehr fotogen

Hast du Kurse und Workshops besucht oder dir alles selbst beigebracht?

Ja und nein. Obwohl ich sehr an Methodik und Vermittlung glaube, habe ich das in diesem Fall nicht gemacht. Ich habe keine Kurse oder dergleichen besucht und auch keinen Mentor gehabt. Ich habe früher in einer Fachverlagsgruppe gearbeitet und dort den MITP-Fachverlag betreut. Dadurch kam ich an alle Fotografie-Bücher umsonst heran – von Akt- bis Foodfotografie. Auch habe ich viel bei YouTube von den dort vertretenen Fotografen abgeschaut. Dann habe ich viel einfach ausprobiert, jede Gelegenheit genutzt und viele Fehler gemacht. Ich habe mir auf YouTube viele Videos zu Equipment und Nachbearbeitung angeschaut. Mir Lichtsetups von Fashionfotografen abgeschaut, den Bildaufbau und die Herangehensweise von Landschaftsfotografen. Mit meiner Art beim Biken, einfach nebenbei zu fotografieren probiere ich möglichst effektiv zu sein, um schon beim ersten oder zweiten Versuch das Bild zu haben, das ich haben will.

Du hast sicher schon an den unterschiedlichsten Orten fotografiert – welcher war bislang der spektakulärste?

Wenn es um einzigartige Landschaft geht, dann finde ich das Fanes Tal bei Alta Badia immer wieder wahnsinnig schön. Es sieht dort aus wie in Kanada und die Steine und Felsen haben diese schönen Farben. Zusätzlich gibt es noch viele Wasserläufe und Seen.

Wenn es um tolles Licht und angenehme Zeiten für Sonnenaufgang und -Untergang geht, dann die Kanaren-Insel La Palma. Auch mag ich die Vielfalt der Vegetation und der Himmel hat dort immer spektakuläre Wolken zu bieten. Meine heftigste Location war mit Philipp Foltz am Pico Berenaro. Dort mußten wir beide drei Meter herunterklettern. Jeder von uns hatte nur cirka einen Meter Platz um sich zu bewegen. Danach kam der Abgrund. Philipp hat es innerhalb von einem Meter geschafft einzuklicken, um es nach Fahrsituation aussehen lassen. Ein falscher Schritt und wir wären abgestürzt.

André Brosam in Karezza
# André Brosam in Karezza

Als Bike-Fotograf sitzt du wahrscheinlich auch selbst gerne im Sattel. Was für ein Bike fährst du und was ist dein Lieblingstrail?

Ich bin seit 7 Jahren eng mit Liteville verbandelt. Früher haben sie mich mit Bikes und Komponenten als Fahrtechniklehrer unterstützt, mittlerweile unterstützen Sie mich auch als Trailfotografen. Ich fahre meistens mit einem 301 mit Pike und Syntace Parts. Weil mein Rucksack schonmal 20 kg wiegen kann, vertraue ich auf Hope Bremsen und Pro Core.

Mein Lieblingstrail ist der Pico de la Nieve Trail auf La Palma und der Trail auf dem Schartl Kamm in Latsch. Beide sind natürlich auch super für Fotos geeignet.

Welche Eigenschaften muss ein guter Fotofahrer mit sich bringen?

Neben dem wirklich guten Radfahren können ist die Ausstrahlung, Gesichtsausdruck und die Körpersprache sehr wichtig. Es geht ja darum, schwere Sachen leicht und sexy aussehen zu lassen. Den Leuten beim Anblick des Fahrers das Gefühl zu geben, auch gleich auf diesem Trail fahren zu wollen.

Der Fotofahrer muss eine gute Vorstellung haben, wie er wirkt und wie das von außen aussieht und dementsprechend seinen Körper beherrschen. Auch unter Anspannung muss das Gesicht freundlich und entspannt wirken. Körperhaltung und Position auf dem Rad sollten schon lehrbuchhaft á la Stefan Herrmann sein.

Auch mit Julia Hofmann hat Kirsten schon zusammengearbeitet
# Auch mit Julia Hofmann hat Kirsten schon zusammengearbeitet

Neben diesen offensichtlichen Eigenschaften ist mir sehr wichtig, dass die Einstellung und die Motivation stimmt. Das auf den Punkt da sein, sich einbringen und positiv an die Situation herangehen. Nicht jammern, weil man früh aufstehen muss oder man einmal auf eine Wolkenlücke wartet. Das sind Eigenschaften, die ich schätze und auch fordere.

Und als 3. Komponente sehe ich schon auch die Professionalität. Also die Basics in jedem Berufsleben: Termintreue, Zuverlässigkeit, Selbstorganisation, gute Kommunikation etc.

Mittlerweile kann ich mir den Luxus erlauben nur mit Leuten zusammen zu arbeiten, mit denen ich mich verstehe und die in diesen Dingen ähnlich drauf sind wie ich. Leute die brennen, an Leidenschaft und Qualität glauben und auch sozial kompetent sind.

Mit welchem Fahrer arbeitest du am liebsten zusammen?

Diese Antwort fällt mir leicht: Daniel Schäfer. Zum einen ist Daniel ein extrem guter Mountainbiker, zum anderen denkt er auch sehr fotografisch und ist immer wieder für eine „Danger Aktion“ zu haben. Wir beide haben eine ähnliche Vorstellung von guten Fotos und fordern den anderen beim Shooting immer. Er hinterfragt mich auch oft beim Fotografieren, was mir zehnmal lieber ist als ein Schmeichler und diese Form der Kritik muss ich auch aushalten und verarbeiten können.

Daniel driftet mit Vollgas in die Kurve
# Daniel driftet mit Vollgas in die Kurve

Auch kenne ich kaum Fotofahrer, die extreme Manöver auf Anhieb so stylisch fahren können wie er. Für das Bild in der Freeride musste er enorm ackern, um aus der kurzen Anfahrt und Absprung einen stylischen Sprung zu zaubern. Innerhalb von 3-4 Versuchen wurde aus einem kleinen Hopser ein hoher Sprung. Auch ist er bei einem Versuch in der Landung gestürzt, weil er alles gegeben hat. Das macht er aber nur, weil er weiß, dass ich auch auf den Punkt da bin. Die Chemie stimmt also zwischen uns!

Daniel in den Dolomiten
# Daniel in den Dolomiten

Welche Eigenschaften muss ein guter Fotograf mit sich bringen?

Das kann ich fast nicht beantworten. Ehrlich gesagt kenne ich wenige Fotografen in der Bikeszene. Klar, man läuft sich über den Weg und redet hier und da. Aber es gibt wenige, mit denen ich mich bisher ausgetauscht habe. Häufig sagen mir Fotofahrer, wie andere Fotografen arbeiten, aber das ist ja immer aus zweiter Hand. Also um deine Frage zu beantworten kann ich nur von den mir wichtigen Dingen ausgehen.

Er muss alle Regeln kennen, um sie brechen zu können! Neben dem guten Fotografieren geht es um Organisation, Vorbereitung und Location Kenntnis. Und man braucht einen Zugang zu guten Fotofahrern. Durch meine Tätigkeit als Fahrtechniklehrer in der MTB-Academy habe ich immer Connections zu Top Fotofahrern gehabt. Ohne diese wäre es viel, viel schwerer gewesen.

Jasper Jauch auf dem Weg zum Strand
# Jasper Jauch auf dem Weg zum Strand

Man muss sich Situationen und Manöver vorstellen können, ohne dass sie da sind. Wissen, wie ein Fahrer wohl die Linie nimmt und wie es aussehen wird in dieser Kurve. Man muss aber auch ein guter Marketing-Mensch sein; man muss wissen, was der Kunde oder das Magazin wollen und was die Erwartung sein wird. Ein E-Bike muss man ganz anders fotografieren als ein Mountainbike. Ein E-Bike zeige ich zum Beispiel nicht von vorne sondern eher von der Seite, damit man den Motor und die Radart besser erkennt etc. Dann muss man auch in der Lage sein, sich und seine Bilder zu verkaufen.

Aber am Ende des Tages zählt nur das Bild. Wenn man in der Komfortzone bleibt, macht man gute Bilder – aber nur wenn man sie verlässt, macht man Bilder, die so leicht kein anderer machen kann.

Nobody’s perfect. Hand aufs Herz: Was würdest du fototechnisch gerne noch besser können?

Perfekte Locations bringen mich manchmal ins Straucheln. Auch habe ich meine Mühe mit Schwarz/Weiß. Ein Ansel Adams werde ich wohl nie werden.

Tom Öhler in Wolkenstein
# Tom Öhler in Wolkenstein

Welche Genres oder Sportarten fotografierst du abgesehen von Mountainbikes?

Im Winter mache ich ab und an Langlauf-Skating Bilder. Gerade mache ich meine ersten Schritte bei Rennradbildern. Ansonsten fotografiere ich gerne auch Landschaften zum Ausgleich und mag die Peoplefotografie. Frauen in schönen Kleidern und so, wenn man in Stereotypen denkt.

Es könnte schon fast ein Landschaftsfoto sein
# Es könnte schon fast ein Landschaftsfoto sein - und dann schaut man genauer hin

Wie schaffst du es, von der Fotografie zu leben?

In erster Linie lebe ich von meinem Fulltime Job, damit verbringe ich so 40 bis 50 Stunden die Woche. Ich fotografiere also in meiner Freizeit. Sprich: Überstunden oder im Urlaub.

Ich habe einen Mix aus Veröffentlichungen in Magazinen und Industriekunden. Für diese mache ich Katalog- oder Imageproduktionen. Die meisten meiner Kundenbeziehungen gehen nun in das dritte Jahr und sind eher partnerschaftlich vom Verhältnis her.

Das geht aber nur, weil ich an die Trailfotografie mit der gleichen Professionalität herangehe wir bei meinem Fulltime Job. Also saubere Organisation, Moodboards, Kommunikation und, ganz wichtig: immer die Kundenzufriedenheit im Blick.

Bild vom Conway Katalog Shooting in Brixn mit André Brosam und Michaela Ziengerle
# Bild vom Conway Katalog Shooting in Brixn mit André Brosam und Michaela Ziengerle

Diese Konstellation mit beiden Jobs gibt mir enorm viel Freiheit bei der Auswahl der Projekte und der Kunden. Ich arbeite nur mit Kunden zusammen, wo die Chemie und das Vertrauen stimmen, die aber auch bereit sind, für meine Qualität zu bezahlen.

Viele Genres decke ich gar nicht ab und ich habe einen großen Respekt vor den hauptberuflichen Fotografen. Für mich wäre es z.B. eine Horrorvortstellung als Hochzeitsfotograf arbeiten zu müssen, wenn das Geld knapp ist. Hut ab vor allen Hochzeitsfotografen.

Zeig uns den Inhalt deines Fotorucksacks: Welche Kamera und welche Objektive benutzt du?

Evoc Photo Scout: In dem Rucksack ist es zwar schon recht eng, aber gerade um damit auch noch bergauf zu fahren, hat er eine gute Größe und ausreichend Schutz.

Nikon D750: Eine wirklich tolle Kamera, viel Dynamikumfang und eine hohe Arbeitsgeschwindigkeit, was den Puffer anbelangt. Serienbildgeschwindigkeit ist mir nicht wichtig, weil ich meist nur 1-2 Bilder hintereinander mache. In der Kamera stecken 2 Speicherkarten von Sandisk. Je nach Lust und Laune wechsele ich auch gerne auf meine D810.

  • Nikon 14-24 mm 2.8: Das Weitwinkelobjektiv schlecht hin. Groß und schwer, aber es muss immer dabei sein.
  • Nikon 24 mm 1.8: Meine Standard Brennweite.
  • Nikon 50 mm 1.4: Das Objektiv, dass fast immer auf der Kamera ist. Durch seine kurze Bauform besteht bei einem Sturz weniger Gefahr, das Bajonett der Kamera zu verziehen.
  • Nikon 85 mm 1.8: Eigentlich ein Porträt Objektiv, aber sehr gut geeignet um den Fahrer etwas ranzuholen und um Brenzier zu machen. Wenn ich ein Teleobjektiv mitnehme, dann ist das das Nikon 70-200 4.0 und ich packe es gerne in den Rucksack des Fotofahrers.
Auch Kirsten schleppt schwere Ausrüstung mit auf den Berg
# Auch Kirsten schleppt schwere Ausrüstung mit auf den Berg
  • Polfilter: Hoya HD Polfilter in 77 mm und 58 mm
  • Blitze: 2 x Yongnuo 568 II. TTL und bis 1/8000s. Früher Nikon Blitze, aber die gehen sehr schnell kaputt wenn der Fotofahrer sie umfährt. Drin sind Eneloop Akkus schwarz.
  • Auslöser/Empfänger: Yongnuo 622 TX und 622 N. Gehen bis 300 m weit, und ich kann von der Kamera jeden Blitz in Leistung und Zoom steuern. Preiswert und Zuverlässig. Drin sind Eneloop Akkus weiß.
  • Akkus: Ich gehe immer mit vollen Akkus aus dem Haus. So habe ich für Kamera und Blitze jeweils einen Ersatzakku Pack dabei.
  • Lichtstativ: Hier habe ich ein Manfrotto Nanopole mit Schirmneiger. Damit kann ich einen Blitz auf ca. 1,9m bringen und mit dem einen ausziehbaren Bein auch Unebenheiten ausgleichen. Für den 2. Blitz ein Gorillapod mit Blitzhalter. Befestigung in Baum oder an Steinen klappt damit super
  • Lichtformer: Hier bin ich sehr simpel unterwegs: eine Flashdisc für das Fügungslicht und bei Bedarf ein Mini-Diffusor.
  • Diverses: Energieregel und Gel. Putztuch, Visitenkarte, Lenspen, Air Rocket, Ersatz Speicherkarte und Objektiv/Kamerakappe, Handschlaufe von Peakdesign.
  • Biken: Brille, Handschuhe, Jacke und Getränk finden meistens auch noch irgendwo Platz.

Hinweis: Keiner der Hersteller unterstützt mich.

Wie verpackst du dein Equipment wenn du auf Tour gehst und auch selbst auf dem Bike sitzt? Was genau nimmst du dann mit?

Wenn ich selbst unterwegs bin, habe ich meist nur eine Kamera und ein Objektiv dabei. Meistens ist das eine Nikon D750 und ein 24 mm Objektiv.Weiß ich, dass es in einen engen Wald oder Dschungel geht, dann habe ich eine 20 mm Festbrennweite dabei. Bin ich in den Alpen unterwegs, habe ich auch schon mal einen Polfilter im Rucksack. Zusätzlich ist noch ein zweiter Akku dabei.

Eine Fotoinnentasche muss zum Schutz genügen
# Eine Fotoinnentasche muss zum Schutz genügen

Ich verpacke das Ganze dann in einer Foto-Innentasche, dadurch ist die Kamera etwas geschützter. (siehe Bild) Mehr Aufwand betreibe ich ehrlich gesagt nicht zum Schutz. Obwohl: minimal liegt das Gewicht bei so 1.2 kg. Habe ich ein richtiges Shooting wird es schon deutlich mehr, aber auch hier achte ich enorm auf Gewicht und dass ich noch halbwegs gut auf dem Bike zurecht komme. (siehe unten)

Im Evoc Photo Scout ist das Equipment halbwegs sicher und mit tiefem Schwerpunkt verstaut
# Im Evoc Photo Scout ist das Equipment halbwegs sicher und mit tiefem Schwerpunkt verstaut

Welches Objektiv benutzt du am liebsten?

Am liebsten benutze ich eine 1.8er 24 mm Festbrennweite von Nikon. Ich mag es, im Weitwinkelbereich zu fotografieren. Danach kommt direkt das 50 mm 1.4er von Nikon. Ebenfalls sehr leicht und mit tollen Eigenschaften zum Freistellen.

Was nervt dich an deiner Ausrüstung am meisten?

Dass es so viel ist – und dass es so schwer ist… Spaß beiseite. Ich liebe meine Nikon Kameras und das, was mit Ihnen möglich ist. Früher habe ich aus Ausflüge zu SIGMA Linsen gemacht, aber die waren zwar optisch immer sehr gut aber auch sehr schwer. Mein gesamtes Equipment ist auf Gewicht und Schärfe ausgelegt. Daher verwende ich kaum Zoom Linsen sondern habe lieber 2 leichte Festbrennweiten statt eines schweren Zooms dabei.

Langsame Programme nerven mich ebenfalls. Lightroom ist ein tolles Programm, aber trotz des größten und neuesten MacBooks ist es langsam… und glaubt mir, ich verbringe viel Zeit vor Lightroom.

Daniel Schäfer zeigt einen dicken Whip
# Daniel Schäfer zeigt einen dicken Whip

Welche Tipps würdest du Leuten geben, die selbst in die Fotografie einsteigen wollen?

Schaut euch viele Bilder an und überlegt, warum ihr sie gut findet. Versucht herauszufinden, wie sie gemacht wurden und überlegt, wie ihr sie machen würdet. Geht pro Tag nur mit einem Objektiv auf der Kamera vor die Tür. Nehmt kein Zoomobjektiv mit. Eine Brennweite für einen Tag.

Hört nicht auf die Techniknerds in den Foren (Sorry MTB-News ;-)). „Eine D800 ist für Sportfotografie ungeeignet, mit ihr kriegt man kein scharfes Bild ohne Stativ hin, die Kamera ist ab ISO 1000 vor lauter Rauschen nicht mehr zu gebrauchen.“ Stimmt alles nicht! Probiert es selbst aus. Glaubt den „nett“ gemeinten Ratschlägen bei Facebook nicht. Man hat mir häufig gesagt, meine Bilder wären zu kräftig, ich solle weniger am Regler drehen, ich solle mehr Mitzieher machen, meine Bilder sehen eingefroren aus. Ja, manchmal habe ich zu sehr bearbeitet etc. aber genau das Lebendige und Eingefrorene ist heute mein Bildstil und man erkennt meine Bilder direkt. Also glaubt an eure Bilder.

Jasper hat sichtlich Spaß auf den trockenen Kiefernnadeln auf La Palma
# Jasper hat sichtlich Spaß auf den trockenen Kiefernnadeln auf La Palma

Wie wird sich die Fotografie deiner Meinung nach in Zukunft verändern?

Was die großen Hersteller angeht, erst mal recht wenig. Die spiegellosen Kameras sind ja gerade auf dem Vormasch. Es geht also darum, kleinere Kameras zu bauen.

Leider sind spiegellose noch keine wirkliche Alternative, weil Objektive, Autofokus und Arbeitsgeschwindigkeit meiner Meinung nach noch nicht besser sind als bei Nikon und Canon. Selbst habe ich gerade eine spiegellose Fuji X-T10 mit im Einsatz, welche schon vieles ganz gut kann und einfach richtig leicht ist. Dennoch würde ich Sie wegen 2-3 fehlenden Funktionen nicht auf ein Auftragsshooting mitnehmen.

In Zukunft wird es noch mehr auf die Postproduktion ankommen. Die Kameras nehmen heute schon viel mehr Informationen (Dynamikumfang) auf, als man in einem Jpeg-Bild zeigen kann. Es kommt also auf den Nachbearbeiter an, welche Informationen er herausarbeitet oder abschwächt. Aktuell gibt es ja 2-3 Hersteller von Lichtfeld Kameras, bei diesen kann man im Nachhinein entscheiden wo der Fokuspunkt liegt. Ab dem Zeitpunkt gibt es eine Fotografie vor der Bearbeitung und eine danach.

Daniel Schäfer in Saalbach
# Daniel Schäfer in Saalbach

Dein peinlichster Moment bei einer Fotosession?

Da gibt es ehrlich gesagt recht wenig. Wenn ich Dessous und Akt fotografieren würde, wohl eher ;-) Ich habe in einem Shooting mit Jasper Jauch im letzten Dezember einen Sonnenuntergang vermasselt. Ich dachte, ich hätte noch 15 Minuten und hatte jedoch keine zwei mehr. Jasper hat gedrängelt, aber ich habe nicht auf ihn gehört. So war die Sonne weg, bevor ich die vorherige Location fertig hatte und bei Jasper war. Philipp Foltz hatte das Sonnenuntergangsbild mit dem Handy gemacht und ich nicht… Peinlich.

Ach, und bei einem Shooting mit Tom Öhler bin ich am Ende des Tages auf einer Kuhwiese über den Lenker gegangen. Sowas sollte mir eigentlich nicht passieren…

Wenn du alle deine Fotosessions auf einen tollen Moment herunterbrechen müsstest: Welcher wäre das?

Dieses Gefühl, wenn du weißt, dass du ein nach deinen Vorstellungen magisches Foto gemacht hast. Das passiert nicht immer, aber es gibt diese Bilder, von denen weißt du, dass sie magisch sind. Wenn man durch den Sucher schaut, weiß, dass man im richtigen Moment abgedrückt hat und dann die Play-Taste drückt und sieht, dass das Bild so in der Kamera ist, wie man es „gefühlt“ hat. Das ist der schönste Moment. Man zeigt das Bild dem Fahrer, schaut es sich an und weiß, dass man gerade was Tolles zusammen geschaffen hat.

Der Monte Brione verrät die Location eindeutig – Willkommen in Gardasee
# Der Monte Brione verrät die Location eindeutig – Willkommen in Gardasee

Und um ehrlich zu sein auch die Anerkennung, wenn man eine tolle Veröffentlichung oder ein Cover hat. Zur Zeit meines ersten BIKE Covers mit Daniel Schäfer bin ich nach Hamburg geflogen und hatte meine große Nikon D800 dabei. Der Security Mann hat den üblichen Drogen- und Sprengstofftest mit meinem Equipment gemacht und mich mit einem Schmunzeln gefragt, ob ich denn die D800 ausreizen könne? Ich bin in den Zeitschriftenladen gegangen, habe die BIKE gekauft und ihm gezeigt. Nach einem anerkennenden Nicken durfte ich gehen.

Wie wichtig ist für dich die digitale Nachbearbeitung von Fotos? Beschreibe uns deinen typischen Workflow.

Nachbearbeitung ist in der Fotografie sehr wichtig geworden. Es gab sie auch schon zu Analog Zeiten, nur ist sie heute viel leichter geworden. Bei Nachbearbeitung geht es für mich darum nicht zu manipulieren, sondern das Bild so zu zeigen, wie man es gesehen hat. Kameras erfassen viel weniger Dynamikumfang als das menschliche Auge. Durch Nachbearbeitung von Lichtern, Tiefen und Co. kann ich an das Ergebnis näher an die menschliche Wahrnehmung bringen. Nachbearbeitung im Sinne von „schlanker und Falten weg“ mache ich nicht.

Philipp Foltz und Sebastian Vogl, nahe Gardasee
# Philipp Foltz und Sebastian Vogl, nahe Gardasee

Mein Workflow fängt schon vor dem Fotografieren selbst an. Alle meine Kameras sind farbkalibriert. So haben die Kameras bei Farben und Licht unter gleichen Bedingungen den gleichen Look. Wichtig, wenn man bei einem Shooting auf die 2. Kamera ausweichen muss. Alle mein Objektive sind eingemessen und auf die jeweilige Kamera kalibriert. Die Toleranzen der Hersteller sind enorm. In meinen Kameras fotografiere ich auf 2. Speicherkarten. Eine im RAW, eine mit Jpeg. Sozusagen mein erstes Backup. Beim Fotografieren selbst habe ich eine GPS App auf dem iPhone mitlaufen.

Beim Importieren habe ich ein Standard Preset für jede Kamera. Mit ihm werden in Lightroom. Lichter, Tiefen und Klarheit angepasst. Objektivkorrektur und Farbkalibiereung etc. sind ebenfalls enthalten. Parallel importiere ich den GPS Track und habe dann die genaue Position von jedem Bild.

Dann gehe ich alle Bilder durch, mache eine erste Selektion und vergebe einen Stern für jedes Bild, dass mir gefällt. Habe ich alle Bilder durch, filtere ich nach „1 Stern“ und vergebe den 2. Stern für jedes Bild was mir immer noch gefällt. So mache ich weiter, bis ich meine Auswahl an zu bearbeitenden Bilder habe. Nun beginne ich mit der Bearbeitung in Lightroom. Füge häufig Verlaufsfilter ein und arbeite Details oder Fahrer mit dem Korrekturpinsel heraus.

Schritt 1 - Fahrer herausarbeiten
# Schritt 1 - Fahrer herausarbeiten
Schritt 2 - Verlaufsfilter für Himmel
# Schritt 2 - Verlaufsfilter für Himmel

Dann passe ich den Weißabgleich der Bilder aus einer Serie an. Nun folgt die Feinbearbeitung in Photoshop. Hier bearbeite ich alle Pixel, die nicht da sind. Entferne also störende Objekte und stempele sie heraus oder nehme das Pflasterwerkzeug. Dann erstelle ich eine Grau-Ebene und betreibe klassisches Dodge&Burn aus dem Beauty Bereich. Mir geht es aber nicht darum Falten zu glätten oder Wangen zu betonen. Ich arbeite Wolken und Strukturen heraus.

Schritt 3 - Verlaufsfilter für Vordergrund
# Schritt 3 - Verlaufsfilter für Vordergrund
Schritt 4 - Photoshop Dodge&Burn
# Schritt 4 - Photoshop Dodge&Burn

Dann als Letztes setze ich eine Automation für das Schärfen mit einem Hochpass Filter ein. Nun wird gespeichert. Zurück in Lightroom mache ich noch finale Korrekturen am Photoshop-Bild im Bereich von Weißabgleich oder Bildausschnitt. Dann wird mit dem Original gestapelt. Und ich setze die Bildmarkierung „ausgewählt“. Am Ende der Bearbeitung exportiere ich alle “ausgewählten“ Bilder in einen Kunden oder Projektordner. Auch hierfür habe ich Presets. Diese Ordner mit den Jpegs synchronisieren automatisch in eine Dropbox. Meine 2. Sicherung. Ist ein Projekt fertig und ich zu Hause, verschiebe ich via Lightroom den Ordner auf ein NAS. Dieses synchronisiert den gesamten Lightroom Ordner in die Cloud und auf ein 2. NAS außerhalb meiner Wohnung. So kann meine Wohnung abbrennen etc. und ich habe meine relevanten Daten auf der 2. NAS oder in der Cloud.

Bei den meisten Kunden oder Magazinen liefere ich die Bilder via Dropbox, Picdrop oder Wetransfer aus. Pro Jahr erstelle ich einen neuen Lightroom Katalog. Mein ganzer Workflow braucht pro Bild ca. 1-2 Minuten.

Ergebnis - Vorher:Nachher
# Ergebnis - Vorher:Nachher
Und so sieht das Bild nach der vollständigen Bearbeitung aus
# Und so sieht das Bild nach der vollständigen Bearbeitung aus

Welche andere Fotografen inspirieren dich?

Was Landschaftsfotografie und Nachbearbeitung angeht Elia Locardi. Er hat ein paar tolle Kniffe drauf und erst durch ihn habe ich die Vorteile von Luminanzmasken erkannt. Was das Aufbauen eines Rufs und die Vermarktung angeht Paul Ripke, wer kann schon sagen, dass ein Lichtsetup den eigenen Namen trägt und der eigene Name als Marke bekannt ist. Und vom Thema Innovation her Ryan Brenizer. Er hat die Brenizer Methode erfunden, die ich für Action abgewandelt habe und ist einer der wenigen Hochzeitsfotografen, der mir gefällt. Bei der Kombination aus Handwerk und Kunst finde Martin Krolop klasse.

Welchen drei Foto-Instagram-Accounts sollte man unbedingt folgen?

Pinkbike, EliaLocardi und natürlich meinem ?

Philipp Foltz und Berny Stoll auf der Abfahrt nach Tablado La Palma
# Philipp Foltz und Berny Stoll auf der Abfahrt nach Tablado La Palma

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Alle Behind the Lens Interviews findet ihr auf der folgenden Übersichtsseite! Hier die letzten Behind the Lens Interviews:

  1. benutzerbild

    sebbi

    dabei seit 11/2003

    sehr schönes interview. Bin aber schon erstaunt das viele die Bearbeitung too much finden. Ich finde die Klarheit der Fotos gerade richtig gut. Dynamik haben die Bilder auch da man ja doch Dreckfliegen etc sieht. Aber wenn man für den gedruckte Magazine Arbeitet muss man die Fotos "heller" und Kontrastreicher machen. Was auf dem Monitor noch gut Aussieht sieht im
    Druck dann nacher recht fade aus. Also Online und mit niedriger Auflösungen kann man noch sehr viel Trixen das die Bilder gut aussehen aber im Druck sieht man dann schnell wo das Foto nicht so passt.
  2. benutzerbild

    everywhere.local

    dabei seit 09/2008

    Hey, das ist ein toller Bericht.
    Witzig, mein Workflow läuft ziemlich ähnlich ab. Das mit den Sternen habe ich noch nicht gemacht - wird übernommen
    Ansonsten arbeite noch recht viel mit Gradiationskurven und Farbtemp.
  3. Anzeige

  4. benutzerbild

    wigomat

    dabei seit 04/2012

    Hasifisch schrieb:
    Auch auf die Gefahr hin, dass es wieder als Meckern etc. angeprangert wird - das ist es nicht. Ich schreibe meine Meinung, mein ganz subjektives Empfinden, mein Geschmack.
    Und der sind die Bilder nicht.
    Ich wollte auch eigentlich gar nichts dazu schreiben (warum soll ich über etwas schreiben, was nicht so meins ist, das machen Andere konsequenter), aber hier gibt es ein paar Dinge, die meiner Meinung nach (!) so nicht ganz korrekt sind. Ich sage auf keinen Fall, die Bilder sind schlecht! Ich höre auch J.S. Bach nicht gern, und der war einer der größten Komponisten...
    Warum die Bilder nicht mein Fall sind: sie sind mir viel zu steril. Es gibt fast keine Dynamik, weder durch Tiefeninformationen noch durch Mitzieher oder mal leichte Bewegungsunschärfe. Das ist auch kein Dogma. Aber bei diesen Bildern wird der künstliche Eindruck dadurch verschärft, das m.E. zuviel an der Dynamik verändert wurde. Die Fahrer wirken teils in das Bild einretuschiert, weil ich (wir) einfach mal eine Abschattung durch Gegenlicht erwarten, die hier vollkommen weggebügelt wird. Das geht weit über die Dynamikkorrektur des Auge/Hirn-Systems hinaus. Ich sehe sehr schöne Landschaftsaufnahmen, in die scheinbar im Studio fotografierte Biker gesetzt wurden.
    Ich bin mir für mich zu einhundert Prozent sicher, dass mir alle Bilder mit weniger Nachbearbeitung bessser gefallen würden. Die Arbeit des Fotografen, zu der auch das Festlegen auf eine gute Lichtstimmung etc. zählt, wird hier m.E. durch zu viel Computerarbeit kaputt gemacht.
    Und nochmal prophylaktisch: das ist mein GESCHMACK!


    ...das Geschmäcker bekanntlich verschieden sind wissen! Trotzdem bin ich da ganz bei dir: "Toller Job, interessanter Bericht, aber die Bilder wirken sehr künstlich. Der Vergleich mit einretuschierten Fahrern drängt sich auch mir auf und vor allem der Vergleich mit J.S. Bach ist nahezu genial!
  5. benutzerbild

    da_killerk

    dabei seit 07/2003

    Hallo,
    danke für das positive und auch kritische Feedback. Fotografie muss sich meiner Meinung nach immer Weiterentwickeln. Mitzieher sind als Stilmittel meiner Meinung nach aus der technischen Not geboren worden. Früher war es bei schlechten Lichtverhältnissen einfach nicht möglich schnelle Verschlußzeiten zu realisieren.
    Umso schöner, dass man heute Dank der guten technischen Möglichkeiten frei davon sein Bild gestalten kann, wem Mitziehen gefallen der macht sie und mir gefallen eben Bilder ab 1:1000 Sekunde Belichtungszeit. Aktuell experimentiere ich übrigens mit Zeiten im Bereich von 1:8000s und offener Blende...

    Gruß
    Kirsten
  6. benutzerbild

    Hasifisch

    dabei seit 03/2010

    Hallo Kirsten,

    ich bin selbst Fotograf und meine Bilder werden manchmal (aus meiner Sicht ) auch nicht verstanden oder - und das muss man akzeptieren - einfach nicht gemocht. Deshalb muss man als Fotograf da einfach ein etwas dickes Fell entwickeln und sein Ding durchziehen. Deshalb - alles gut, wie du es machst!

    da_killerk schrieb:
    ...Mitzieher sind als Stilmittel meiner Meinung nach aus der technischen Not geboren worden. Früher war es bei schlechten Lichtverhältnissen einfach nicht möglich schnelle Verschlußzeiten zu realisieren...


    Das ist aber schlicht falsch. Mitzieher wurden bei schönstem Wetter an den (Motorsport)-Rennstrecken entwickelt, mit technischen Limitierungen hatte das rein gar nichts zu tun. Ein (von mir verhasstes) "Stilmittel", das durch technische Mängel entstand, ist z.B. der Sepia-"Effekt".
    Mitzieher dienen schon immer und gewollt dazu, die Dynamik einer Sportart zu unterstreichen. Das ist beim Fahrradrennsport oder ähnlichen/anderen dynamischen Sportarten, die auch eingefroren eine Bewegung erkennen/erahnen lassen, nicht so essentiell wie beim Autorennsport, wo man ohne Mitzieher ein stehenden kaum von einem fahrenden Wagen unterscheiden kann. Ich persönlich mag aber die Dynamik durchaus, wenn sie auch nicht in allen Bildern sein muss.
    Es ist übrigens - und war es auch schon zu Filmzeiten - oft eher schwierig und nur durch Dichtefilter möglich, die langen Belichtungszeiten für die Mitzieher zu bekommen. Beim Beispiel unten musste ich bis f/16 abblenden, um die von mir gewünschte Dynamik zu erhalten.



    Noch eine Frage: siehts du tatsächlich Unterschiede (beim Radsport) zwischen s/1-2000 und s/8000?

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