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Heute im Test
Heute im Test - Das Topmodell der Sun Charger Serie, der "Pro SL"
Flexibel
Flexibel - Beide Naben lassen sich durch Adapter an eigentlich jeden Achsstandard anpassen (von der Rock Shox RS-1 mal abgesehen)
No Tubes
No Tubes - Original Stan's Ventile, Felgenband und Dichtmilch sind im Lieferumfang enthalten und sorgen für eine problemlose Montage
22,2 mm Innenweite
22,2 mm Innenweite - aktuell ziemlich genau der Durchschnitt am Markt.
Straight-pull Speichen
Straight-pull Speichen - Und davon 28 Stück - der SL Laufradsatz ist ziemlich steif und robust
Kleine Pause
Kleine Pause - über dem Rhonetal
Nachzentrieren
Nachzentrieren - Ist im Fall des Charger Pro SL gar nicht mal so einfach, weil sich die Messerspeichen ja nicht verdrehen sollen.
Grün und Blau
Grün und Blau - Trägt die Sau.

Dass die Räder so mit das Wichtigste an einem Fahrrad sind, leuchtet ein. Doch welche Räder, spezieller, welche Laufräder sind für wen die richtigen? In den letzten Jahren haben wir diverse Entwicklungen hin zu mehr Durchmesser, mehr Klicks und weniger Gewicht erlebt. Heute haben wir hier den Testbericht des Sun Charger Pro SL als Vertreter dieser Gattung für euch.

Aus dem Karton

Wir testen den Sun Laufradsatz in 27,5″ – dieser ist aber auch in 26″ und 29″ erhältlich. Die Naben sind bei allen Größen absolut identisch, Speichen und Felge entsprechend geometrisch geändert, aber mit den gleichen Querschnitten versehen. Konkret werden 28 Messerspeichen verwendet und mit Alu-Nippeln in der Felge mit 22,2 mm Innenbreite verschraubt. An der Nabe setzen die Speichen ungekröpft an. All das resultiert trotz der relativ großen Breite in einem sehr guten Gewicht von 1650 g, wohlbemerkt in 27,5″. Adapter für jeden Achsstandard sind dabei, ein Tubeless-taugliches Felgenband und Ventile ebenfalls. Man setzt hier wirklich auf Ausrüstung von Stan’s NoTubes, was eine einfache Montage verspricht.

Heute im Test
# Heute im Test - Das Topmodell der Sun Charger Serie, der "Pro SL"

Eckdaten

  • Stan’s NoTubes™ Tubeless kompatibel
  • 22 mm Innenbreite
  • 26″/27.5″/29er
  • Gedichtete Lager, Straight-Pull Speichen
  • Vorderachse: Schnellspanner, 15 mm oder 20 mm durch Adapter
  • Hinterrad: Schnellspanner, 12X135 mm oder 12X142 mm durch Adapter
  • 28 Messerspeichen und Alu-Nippel von Wheelsmith
  • 26″- 1550 g /27.5″- 1650 g / 29″ – 1700 g

Also die richtigen Adapter eingesteckt, den XD Freilaufkörper (separat erhältlich) montiert und Reifen drauf. Sowohl beide getesteten Kenda-Reifen als auch die getesteten Schwalbe Reifen (Nobby Nic, Magic Mary und Hans Dampf) ließen sich mit Hilfe einer normalen Standpumpe (= ohne Kompressor) einfach montieren, so macht tubeless Spaß. Dass zwei Flaschen Dichtmilch im Lieferumfang sind, freut ebenfalls. Die Kassette sitzt auch perfekt auf dem Freilauf – und der gibt an dieser Stelle auch das erste Mal seine feine Rasterung preis, er rastet 48 Mal pro Umdrehung ein.

Flexibel
# Flexibel - Beide Naben lassen sich durch Adapter an eigentlich jeden Achsstandard anpassen (von der Rock Shox RS-1 mal abgesehen)

Auf dem Trail

Genug gefachsimpelt, ab aufs Rad. Weil ich mit den Sun Laufrädern von 26″ auf 27,5″ umgestiegen bin, werden es die Sun Räder eher etwas schwerer haben, in Sachen geringer Trägheit zu überzeugen. Dennoch fühlt sich das Rad vom ersten Meter an recht agil an, was auch am Tubeless-Aufbau liegen mag. Das gesagt sollte man aber nie vergessen: Am Reifen lässt sich deutlich leichter Gewicht sparen als an der Felge. Verglichen mit anderen Laufrädern und insbesondere verglichen mit dem günstigeren Charger Pro Laufradsatz aus dem Hause Sun wurde hier recht viel Gewicht gespart – wo eigentlich? Im Grunde ist es wie immer: Überall ein bisschen ergibt in Summe Bemerkenswertes.

No Tubes
# No Tubes - Original Stan's Ventile, Felgenband und Dichtmilch sind im Lieferumfang enthalten und sorgen für eine problemlose Montage
22,2 mm Innenweite
# 22,2 mm Innenweite - aktuell ziemlich genau der Durchschnitt am Markt.

Insgesamt würde ich den Charger Pro SL als ziemlich steifen Laufradsatz bezeichnen, und das trotz lediglich 28 Speichen. Die Speichenspannung ist gleichmäßig und hoch, so soll es sein. Zum Gewicht sollte man sagen: Sun ermittelt das geringstmögliche Gewicht. Mit 15 / 12×142 mm Adaptern, Ventilen und Felgenband habe ich 1720 g bei 27,5″ gemessen, immer noch ziemlich vernünftig. Ohne ganz miese Durchschläge provoziert zu haben, hat es auf den Trails diesen Sommer doch regelmäßig ordentlich gerumst. Dafür habe ich subjektiv sehr wenig Spuren am Laufrad hinterlassen, nicht nur in Sachen Rundlauf, sondern auch oberflächlich.

Straight-pull Speichen
# Straight-pull Speichen - Und davon 28 Stück - der SL Laufradsatz ist ziemlich steif und robust

Einige Monate später gibt es viel Gutes über die Räder zu berichten: Nur am Hinterrad hat sich ein Seitenschlag eingestellt. Den wieder raus zu zentrieren war gar nicht so einfach, weil sich die Messerspeichen ja nicht verdrehen sollen. Dafür gibt es ein Werkzeug, es tut auch eine Zange oder eine eingesägte Wäscheklammer. Derweil am Vorderrad: Gar nichts – zumindest zunächst nicht. Wir haben den Laufradsatz dann für die ICB Testbikes für Finale Ligure verwendet, wo weitere Tester ihre Erfahrungen damit gesammelt haben. Während die Räder Finale problemlos überstanden haben, kam es in den Wäldern Bad Oeynhausens dann zum Crash: Auf einer nassen Wurzel das Vorderrad quer gestellt und über den Lenker gegangen, da kommt beim Vorderrad so richtig Querbelastung drauf. Das zeigte sich auch am Rad: Ein mächtiger Seitenschlag von etwa einem Zentimeter – autsch. Sun Ringle Deutschland bietet in diesem Fall Angebote für einen Austausch an, generell können Felge und Speichen auch einzeln bezogen und ersetzt werden. Die Teile dafür sind in Dirnismaning (nördlich von München) auf Lager. Allerdings: Trotz Alu tut das weh – 139,99 € werden für die Felge fällig.

Kleine Pause
# Kleine Pause - über dem Rhonetal

One last thing: Nach einigen holprigen Abfahrten hatten sich am Hinterrad zwei der 6 IS Bremsscheiben-Schrauben gelöst, trotz Loctite Mittelfest. Kann ein Montagefehler gewesen sein, es steht aber auch fest: Die Bremsaufnahme ist recht dünn und hinten offen ausgeführt, weshalb man besonders gründlich auf Schraubensicherung und korrekte Drehmomente achten sollte. Der Sound der Hinterradnabe ist – subjektiv – schön, objektiv sorgen die 7,5° Auslösewinkel aber immer für spontanen Vortrieb. Gefühlt gibt es noch spritzigere Laufräder, was mich bei dem geringen Gewicht dieser Räder überrascht hat. Dafür ist die Felge eindeutig robust, was auch etwas wert ist.

Nachzentrieren
# Nachzentrieren - Ist im Fall des Charger Pro SL gar nicht mal so einfach, weil sich die Messerspeichen ja nicht verdrehen sollen.

Fazit

Der Sun Charger Pro SL Laufradsatz ist leicht, einfach tubeless aufzubauen und mit ordentlich Steifigkeit und Breite ausgestattet. Einspeichung und Lagerung sind ebenfalls hochwertig, die Kompatibilität mit so ziemlich jedem Achsstandard ist auch gegeben. All das gibt es für einen gehobenen Preis von über 700 €. Ob das teuer ist oder nicht, kommt immer auf den Vergleich an: Manch ein nur wenig leichterer Carbon-Laufradsatz kostet das doppelte, und manch ein nur weniger schwererer Laufradsatz die Hälfte. Gut investiert ist es im Charger Pro SL aber sicher.

Grün und Blau
# Grün und Blau - Trägt die Sau.
  1. benutzerbild

    hasardeur

    dabei seit 04/2012

    Ich habe den Verdacht, hier wird der alte Charger mit dem neuen verglichen. Dennoch, für 700 € oder weniger gibt es schon einen schönen Maßanzug.
  2. benutzerbild

    CanyonMaxiMal

    dabei seit 09/2013

    Da muss ich dir natürlich Recht geben, ich hab den Satz, wie oben schon gepostet, ja für 300 € aus'm Bikemarkt, also ein super Angebot. Sonst wäre es bei mir auch eine Flow mir Pro 2 Naben geworden.
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  4. benutzerbild

    GreenTavern

    dabei seit 03/2011

    Eine Frage, hat hier vielleicht jemand die Adapter für 20mm Steckachsen für die Charger rumliegen und braucht sie nicht? Würde sie gerne abnehmen .
  5. benutzerbild

    Quasarmin

    dabei seit 02/2007

    Naben-Achsbruch! Habe die SR Charger Pro SL in 26" Ausführung vor einem Jahr in einem Ausstellungsrad (160mm Fully) verbaut gekauft. Ich wiege 80kg und fahre eher Touren, ab und zu kleinere Drops. Echt nichts aufregendes. Die Zentrierung der Felgen hat sich in dem Jahr gut gehalten. Bei den letzten Touren fing das Hinterrad an zu quieken, auch ohne mitzutreten und die Bremse stellte sich auch nicht als Verursacher heraus. Also Verdacht Nabenlager. Beim Ausbauen des HR fiel dann das Ritzelpaket samt Aufnahme ab, die Hohlachse der Nabe ist knapp hinter der Freilaufaufnahme gebrochen. Die Steckachse hingegen ist in Ordnung und war fest angezogen. Wie kann so etwas passieren. Materialfehler?

    Gruß
    Armin
  6. benutzerbild

    CanyonMaxiMal

    dabei seit 09/2013

    Was sein kann ist, dass eins (oder alle zwei) Lager im Freilaufkörper total zu war und sich nicht mehr gedreht hat. Dann würde der Riss in eine Richtung laufen, also wie wenn es abgedreht ist. Oder die Alu-Befestigungsschraube war locker, folglich kann es passieren, dass sich die Achse mitdreht.

    Materialfehler, Nö. Defenitiv nicht, da auf die Achse keinerlei „Verwindungskräfte" in axialer Richtung wirken, außer es passiert sowas wie oben beschrieben. Die Bohrung der Achse ist ja vielleicht (wenn überhaupt) 0,03 mm größer als die der Steckachse, deshalb geht hier die Kraft in radialer Richtung direkt in die Steckachse.

    Ich meine aber, dass da ein Lager im Freilauf komplett gesperrt oder beim Antritt verkantet hat, das wäre logisch .
    Hast du noch Garantie?

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