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Das im letzten Jahr vorgestellte Giant Reign 29 soll die neue Enduro-Rakete des Bikeriesen sein
Das im letzten Jahr vorgestellte Giant Reign 29 soll die neue Enduro-Rakete des Bikeriesen sein - es setzt auf 29"-Laufräder, 146 mm Maestro-Federweg am Heck, 160 mm an der Front und viel viel Carbon. Wir haben das Topmodell über die Trails gejagt!
Jupp, sieht aus wie ein Giant!
Jupp, sieht aus wie ein Giant! - Ein verdammt schickes allerdings! Wie immer an Bord ist der Maestro-Hinterbau mit virtuellem Drehpunkt.
Die Wippe ist ebenfalls aus Carbon gefertigt und nun einteilig, was der Steifigkeit zugutekommen soll.
Die Wippe ist ebenfalls aus Carbon gefertigt und nun einteilig, was der Steifigkeit zugutekommen soll.
Außerdem wird nun ein Trunnion-Dämpfer verbaut, der 146 mm Federweg bereitstellt.
Außerdem wird nun ein Trunnion-Dämpfer verbaut, der 146 mm Federweg bereitstellt.
Ein Highlight ist sicherlich die Lackierung
Ein Highlight ist sicherlich die Lackierung - je nach Lichteinfall schimmert der edle Carbon-Rahmen grün oder golden.
… <3 …
… <3 …
Der Schutz der Kettenstrebe ist eher flach, dafür weit nach vorne gezogen.
Der Schutz der Kettenstrebe ist eher flach, dafür weit nach vorne gezogen.
Alle Kabel und Leitungen treten am Steuerrohr in den Rahmen ein
Alle Kabel und Leitungen treten am Steuerrohr in den Rahmen ein - sie werden intern nicht geführt.
Vor dem Dämpfer geht es nun oberhalb des Tretlagers gen Hinterbau.
Vor dem Dämpfer geht es nun oberhalb des Tretlagers gen Hinterbau.
Der deutliche Hängebauch des Reign 29 wird von einem weiteren Überzug geschützt.
Der deutliche Hängebauch des Reign 29 wird von einem weiteren Überzug geschützt.
Platz für eine Trinkflasche ist natürlich vorhanden
Platz für eine Trinkflasche ist natürlich vorhanden - man sollte jedoch einen Sidecage verwenden.
Giant-Reign-29-1493
Giant-Reign-29-1493
Giant-Reign-29-4424
Giant-Reign-29-4424
Die Geometrie fällt ausgewogen modern aus
Die Geometrie fällt ausgewogen modern aus - bei den Reach-Werten zeigt sich Giant erstaunlich experimentierfreudig. Etwas merkwürdig ist hingegen der riesige Sprung zwischen M und L.
An der Front stellt die hochwertige Fox 36 Factory Grip2-Federgabel 160 mm Federweg zur Verfügung.
An der Front stellt die hochwertige Fox 36 Factory Grip2-Federgabel 160 mm Federweg zur Verfügung.
Die Gabel bietet ordentlich Spielraum zum Einstellen.
Die Gabel bietet ordentlich Spielraum zum Einstellen.
Im Heck werkelt ein passender Fox Float X2 Factory-Dämpfer.
Im Heck werkelt ein passender Fox Float X2 Factory-Dämpfer.
Auch hier sind DJ-Skills gefragt und man darf fleißig Knöpfchen drehen.
Auch hier sind DJ-Skills gefragt und man darf fleißig Knöpfchen drehen.
Der SRAM X01 Eagle-Antrieb stellt wie immer 12 Gänge zur Verfügung und funktioniert absolut reibungslos.
Der SRAM X01 Eagle-Antrieb stellt wie immer 12 Gänge zur Verfügung und funktioniert absolut reibungslos.
Giant hat auch nicht am falschen Ende Gewicht gespart und verbaut eine Kettenführung samt Bashguard
Giant hat auch nicht am falschen Ende Gewicht gespart und verbaut eine Kettenführung samt Bashguard - vor der ersten Fahrt haben wir diese erstmal ordentlich eingestellt.
Für ausreichend Bremspower sorgen bissige SRAM Code RSC-Bremsen mit 200 mm großen Scheiben.
Für ausreichend Bremspower sorgen bissige SRAM Code RSC-Bremsen mit 200 mm großen Scheiben.
Auch am Cockpit wird nicht gegeizt und es wird ein hochwertiger Truvativ Descendant Carbon-Lenker in 800 mm Breite verbaut.
Auch am Cockpit wird nicht gegeizt und es wird ein hochwertiger Truvativ Descendant Carbon-Lenker in 800 mm Breite verbaut.
Der Truvativ Descendant-Vorbau ist 40 mm kurz.
Der Truvativ Descendant-Vorbau ist 40 mm kurz.
Die Carbon-Felgen stammen von Giant selbst, sollen jedoch im Vergleich zur vorherigen Version gründlich überarbeitet worden sein.
Die Carbon-Felgen stammen von Giant selbst, sollen jedoch im Vergleich zur vorherigen Version gründlich überarbeitet worden sein.
Vorne und hinten kommen stabile Maxxis Minion DHR II / DHF-Reifen in Exo+ Karkasse zum Einsatz.
Vorne und hinten kommen stabile Maxxis Minion DHR II / DHF-Reifen in Exo+ Karkasse zum Einsatz.
Die Naben setzen auf ein DT Swiss 240s-Innenleben.
Die Naben setzen auf ein DT Swiss 240s-Innenleben.
Die Rockshox Reverb-Variostütze kommt mit einem ergonomischen Hebel, hat leider aber nur 125 mm Hub in Größe M
Die Rockshox Reverb-Variostütze kommt mit einem ergonomischen Hebel, hat leider aber nur 125 mm Hub in Größe M - die 2021er Modelle bekommen nun durch die Bank weg längere Stützen.
Der Giant-eigene Sattel ist zwar ziemlich hart, aber leicht und ergonomisch.
Der Giant-eigene Sattel ist zwar ziemlich hart, aber leicht und ergonomisch.
Bergauf lässt das Giant Reign Advanced Pro 29 0 so manches leichtfüßige Trailbike komplett alt aussehen
Bergauf lässt das Giant Reign Advanced Pro 29 0 so manches leichtfüßige Trailbike komplett alt aussehen - das 13-Kilo-Geschoss geht richtig nach vorne und fürchtet sich auch vor steilen Anstiegen nicht.
Dank aktivem Fahrwerk mit richtig viel Gegenhalt ist Airtime gar kein Problem
Dank aktivem Fahrwerk mit richtig viel Gegenhalt ist Airtime gar kein Problem - die Landung fällt zwar häufig nicht gerade plüschig aus, Durchschläge lassen sich allerdings nur schwer provozieren.
Haben wir erwähnt, dass das Giant Reign 29 gut um Kurven geht?
Haben wir erwähnt, dass das Giant Reign 29 gut um Kurven geht? - Es fühlt sich unglaublich ausgewogen an und ermuntert auf einfacheren Strecken dazu, das eigene Limit zu testen.
Wird es ruppiger, ist der Luftweg meist der beste
Wird es ruppiger, ist der Luftweg meist der beste - einfach holterdiepolter reinhalten ist nicht so die Stärke des Reign 29.
Mit ausreichend Gegendruck, guter Linienwahl und einer aktiven Fahrweise muss man ruppige Sektionen nicht fürchten
Mit ausreichend Gegendruck, guter Linienwahl und einer aktiven Fahrweise muss man ruppige Sektionen nicht fürchten - andere Enduro-Boliden mit mehr Reserven machen es dem Fahrer jedoch definitiv einfacher.
Gregor in Action DSC 0039 Photo Rico Haase
Gregor in Action DSC 0039 Photo Rico Haase
Gregor in Action DSC 0106 Photo Rico Haase
Gregor in Action DSC 0106 Photo Rico Haase
Das Giant Reign 29 hausiert schon etwas geizig mit seinem Federweg und gibt diesen erst auf mehrmaliges Bitten frei
Das Giant Reign 29 hausiert schon etwas geizig mit seinem Federweg und gibt diesen erst auf mehrmaliges Bitten frei - dafür hat man selten das Gefühl, jetzt wirklich das Limit des 29ers gefunden zu haben.
Das Trek Slash ist ohne Frage das potentere Enduro-Bike und bleibt noch komplett entspannt, wo das Reign bereits etwas bockig wird
Das Trek Slash ist ohne Frage das potentere Enduro-Bike und bleibt noch komplett entspannt, wo das Reign bereits etwas bockig wird - auf „loamigen“ Hometrails kann man mit dem Reign dafür Kreise um den trägeren amerikanischen Boliden ziehen.
Das Cube Stereo 150 erinnert in vielerlei Hinsicht an das Reign, bietet jedoch etwas weniger Reserven und erreicht sein Limit schneller
Das Cube Stereo 150 erinnert in vielerlei Hinsicht an das Reign, bietet jedoch etwas weniger Reserven und erreicht sein Limit schneller - dafür bekommt man bei Cube viel Bike fürs Geld.
125 mm Hub an einem M-Rahmen für Fahrer bis 180 cm Körpergröße? Uncool!
125 mm Hub an einem M-Rahmen für Fahrer bis 180 cm Körpergröße? Uncool! - Das hat Giant auch gemerkt und für die kommende Saison nachgebessert.
Viele hauseigene Komponenten sind am Reign 29 nicht verbaut.
Viele hauseigene Komponenten sind am Reign 29 nicht verbaut. - Griffe, Sattel und Laufräder konnten uns jedoch qualitativ voll überzeugen und geben keinen Anlass zur Kritik.
Für ein hartes Enduro-Rennen mit langen, ruppigen Stages wäre das straffe Giant Reign Advanced Pro 29 0 nicht unsere erste Wahl
Für ein hartes Enduro-Rennen mit langen, ruppigen Stages wäre das straffe Giant Reign Advanced Pro 29 0 nicht unsere erste Wahl - für die meisten Enduristen könnte das Carbon-29er jedoch die eierlegende Wollmilchsau sein, die bei aktiver Fahrweise vom Hometrail bis zum gelegentlichen Alpen-Ausflug viel Freude bereitet.

Giant Reign 29 im Test: Langsam, aber stetig mahlen die Mühlen bei Giant. Nachdem er sich lange gegen den 29er Trend gesperrt hat, bietet der Bike-Riese seit 2019 auch eine 29″-Variante des Vollgas-Enduro-Modells Reign an. Dieses verzichtet zwar auf etwas Federweg, bietet dafür jedoch einen hochwertigen Alu- oder Carbon-Rahmen sowie eine äußerst potente Geometrie. Wir haben mit dem Giant Reign Advanced Pro 29 0 das Top-Modell der Reihe über unsere Hometrails und durch den Bikepark gejagt.

Steckbrief: Giant Reign Advanced Pro 29 0

EinsatzbereichAll-Mountain, Enduro
Federweg160 mm/146 mm
Laufradgröße29ʺ
RahmenmaterialCarbon
Gewicht (o. Pedale)13,1 kg
RahmengrößenS, M, L, XL (im Test: M)
Websitewww.giant-bicycles.com
Preis: 8.285 €

Giant zufolge ist das neue Reign 29 ein reinrassiges Enduro-Racebike. Im Gegensatz zur Konkurrenz, die sich bei ihren EWS-Rennmaschinen mittlerweile in Federwegs-Sphären von 160 bis 180 mm bewegt, wurde Giant-typisch im Vergleich zum 27,5″-Vorgänger jedoch am Maestro-Hinterbau Federweg eingespart: 146 mm muss den Taiwanesen zufolge auch für ruppigstes Gelände reichen. Kombiniert wird dies mit einer 160 mm-Federgabel und einer durchaus modernen und somit abfahrtslastigen Geometrie. Neben der von uns getesteten Carbon-Version gibt es auch wieder zwei Alu-Modelle sowie ein Alu-SX-Modell mit einer noch stärker Richtung bergab zeigenden Ausstattung. Das von uns getestete 2020er Reign Advanced Pro 29 0-Modell wandert für 8.285 € über die Ladentheke, das günstigste Modell kostet 2.826 €.

Das im letzten Jahr vorgestellte Giant Reign 29 soll die neue Enduro-Rakete des Bikeriesen sein
# Das im letzten Jahr vorgestellte Giant Reign 29 soll die neue Enduro-Rakete des Bikeriesen sein - es setzt auf 29"-Laufräder, 146 mm Maestro-Federweg am Heck, 160 mm an der Front und viel viel Carbon. Wir haben das Topmodell über die Trails gejagt!
Diashow: Giant Reign Advanced Pro 29 0 im Test: Straffes Allround-Leichtgewicht
Mit ausreichend Gegendruck, guter Linienwahl und einer aktiven Fahrweise muss man ruppige Sektionen nicht fürchten
Jupp, sieht aus wie ein Giant!
Das Trek Slash ist ohne Frage das potentere Enduro-Bike und bleibt noch komplett entspannt, wo das Reign bereits etwas bockig wird
Vor dem Dämpfer geht es nun oberhalb des Tretlagers gen Hinterbau.
Platz für eine Trinkflasche ist natürlich vorhanden
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Im Detail

Man muss kein anerkannter MTB-Experte sein, um schnell zu begreifen, dass man mit dem Reign 29 ein Giant vor sich hat: Der Carbon-Rahmen wird von eher geschwungenen Formen dominiert, der Dämpfer steht wie immer senkrecht vor dem Sitzrohr im Rahmen und der Hinterbau ist mit den bekannten, voluminösen Maestro-Schwingen am Hauptrahmen befestigt. Das Maestro-System wird bereits seit über einem Jahrzehnt bei Giant eingesetzt und besteht aus zwei in dieselbe Richtung drehenden Schwingen, die Hauptrahmen und Hinterbau verbinden. Es handelt sich also um einen virtuellen, wandernden Drehpunkt. Beim Reign 29 Advanced besteht so ziemlich alles aus leichtem Carbon: Hauptrahmen, Hinterbau und sogar die obere Schwinge. Außerdem haben die Taiwanesen etwas am Design-Regler gedreht und dem Reign einige schicke Kanten und elegante Rohrformen verpasst, ohne sich zu weit vom klassischen Look zu entfernen. Highlight des Advanced Pro 0-Modells ist allerdings wohl die Lackierung: Ist sie gold, ist sie grün? Man weiß es nicht, aber sie ist wirklich verdammt schick und lässt das Rad schon im Stand schnell und edel wirken.

Jupp, sieht aus wie ein Giant!
# Jupp, sieht aus wie ein Giant! - Ein verdammt schickes allerdings! Wie immer an Bord ist der Maestro-Hinterbau mit virtuellem Drehpunkt.
Die Wippe ist ebenfalls aus Carbon gefertigt und nun einteilig, was der Steifigkeit zugutekommen soll.
# Die Wippe ist ebenfalls aus Carbon gefertigt und nun einteilig, was der Steifigkeit zugutekommen soll.
Außerdem wird nun ein Trunnion-Dämpfer verbaut, der 146 mm Federweg bereitstellt.
# Außerdem wird nun ein Trunnion-Dämpfer verbaut, der 146 mm Federweg bereitstellt.
Ein Highlight ist sicherlich die Lackierung
# Ein Highlight ist sicherlich die Lackierung - je nach Lichteinfall schimmert der edle Carbon-Rahmen grün oder golden.
… <3 …
# … <3 …

Mit so viel Carbon am Rad wundert es nicht, dass unser Testbike in M federleichte 13,1 kg auf die Waage bringt – und das, obwohl Giant solide Reifen und sogar eine Kettenführung verbaut. Dafür sucht man Flipchips und derartige Spielereien vergeblich am Giant Reign Advanced Pro 29 0. Alle Leitungen und Züge wandern direkt hinter dem Steuerrohr in den Rahmen und treten vor dem Dämpfer aus der Oberseite des Unterrohrs hervor. Interne Führungen sind nicht vorgesehen und auch die Gummi-Stöpsel sitzen nicht übermäßig straff. Von dort geht es für die Bremsleitung extern bis zu ihrem Bestimmungsort, das Schaltkabel wiederum läuft über den unteren Link und von dort in die Kettenstrebe. Die unter Fahrern oft unbeliebte Schlaufe unter dem Tretlager hat Giant somit eliminiert. Wie es sich für einen modernen Carbon-Rahmen gehört, sind nicht nur die Kettenstrebe, sondern auch der untere Teil des Unterrohrs mit einem Gummi-Schoner überzogen, der sie vor Steinschlägen und ähnlichen Bosheiten beschützen soll.

Der Schutz der Kettenstrebe ist eher flach, dafür weit nach vorne gezogen.
# Der Schutz der Kettenstrebe ist eher flach, dafür weit nach vorne gezogen.
Alle Kabel und Leitungen treten am Steuerrohr in den Rahmen ein
# Alle Kabel und Leitungen treten am Steuerrohr in den Rahmen ein - sie werden intern nicht geführt.
Vor dem Dämpfer geht es nun oberhalb des Tretlagers gen Hinterbau.
# Vor dem Dämpfer geht es nun oberhalb des Tretlagers gen Hinterbau.
Der deutliche Hängebauch des Reign 29 wird von einem weiteren Überzug geschützt.
# Der deutliche Hängebauch des Reign 29 wird von einem weiteren Überzug geschützt.

Auf dem Unterrohr ist Platz für einen Flaschenhalter – bereits bei Größe M empfiehlt sich jedoch ein Modell mit Entnahme zur Seite. Weitere neue Details sind die Trunnion-Aufnahme am Dämpfer, die dem Rahmen im Zusammenspiel mit der einteiligen Carbon-Wippe deutlich höhere Steifigkeits-Werte bescheren soll, sowie die kleinen Abläufe in der Rahmentasche unterhalb der unteren Dämpferaufnahme. Außerdem kommen alle Modelle mit einem vollständigen Tubeless-Set – also Tubeless-Band, Ventilen und Dichtmilch.

Platz für eine Trinkflasche ist natürlich vorhanden
# Platz für eine Trinkflasche ist natürlich vorhanden - man sollte jedoch einen Sidecage verwenden.
Giant-Reign-29-1493
# Giant-Reign-29-1493
Giant-Reign-29-4424
# Giant-Reign-29-4424

Geometrie

Bei der Geometrie zeigt sich Giant ziemlich progressiv: Die vier Größen des Giant Reign 29 liegen zwischen 428 mm und ganzen 516 mm Reach, was allerdings leider auch recht große Sprünge zwischen den Größen erzwingt. Der Stack liegt durch die Bank weg deutlich über 600 mm und der Sitzwinkel ist bei allen Modellen 76,8° steil, was dem Fahrer eine sehr zentrale Sitzposition bescheren sollte. Das Tretlager ist um 30 mm abgesenkt, die Kettenstreben sind mit 439 mm für ein 29er mittellang. Der Lenkwinkel ist mit 65° zwar nicht gerade steil, aber auch nicht so flach wie bei manch anderem Race-Enduro.

 SMLXL
Sitzrohrlänge431 mm431 mm464 mm496 mm
Reach428 mm455 mm493 mm516 mm
Stack619 mm619 mm628 mm637 mm
Lenkwinkel65°65°65°65°
Sitzwinkel76.8°76.8°76.8°76.8°
Tretlagerabsenkung30 mm30 mm30 mm30 mm
Oberrohrlänge (horizontal)573 mm600 mm640 mm665 mm
Steuerrohrlänge100 mm110 mm110 mm120 mm
Kettenstrebenlänge439 mm439 mm439 mm439 mm
Radstand1188 mm1215 mm1258 mm1265 mm
Die Geometrie fällt ausgewogen modern aus
# Die Geometrie fällt ausgewogen modern aus - bei den Reach-Werten zeigt sich Giant erstaunlich experimentierfreudig. Etwas merkwürdig ist hingegen der riesige Sprung zwischen M und L.

Ausstattung

Das Giant Reign 29 wird in zwei Carbon-, zwei Alu- und der SX-Version auf Alu-Rahmen-Basis angeboten. Bei unserem Testmodell handelt es sich um das Top-Carbon-Modell aus der Saison 2020 – mittlerweile hat Giant jedoch bereits die Modelle für die kommende Saison vorgestellt. Diese findet ihr in der unten aufgeführten Tabelle. Unser Testbike ist mit einem kompletten Fox Factory-Fahrwerk bestückt, bestehend aus 36 Grip2-Federgabel und Float X2-Luftdämpfer. Das Hinterrad wird über einen SRAM X01 Eagle-Antrieb mit 10 bis 50 Zähne-Kassette angetrieben, gestoppt werden beide Räder mit SRAM Code RSC-Bremsen. Die Maxxis Minion-Reifen in dickerer Exo+ Karkasse sind auf hauseigene Giant TRX-0-Carbon-Felgen aufgezogen. Die von Giant gelabelten Naben teilen sich das Innenleben mit den beliebten DT Swiss 240s-Naben. Auch am Cockpit mit Descendant Carbon-Lenker samt passendem Vorbau sowie an der Sattelstütze (RockShox Reverb) wird nicht an Marken-Komponenten gespart, was sich jedoch auch im stolzen Preis von 8.285 € niederschlägt.

Ab der kommenden Saison verdrängen Shimano-Antriebe und -Bremsen den großen Konkurrenten SRAM bei den meisten Modellen – außerdem setzt das Topmodell nun auf einen Stahlfeder-Dämpfer aus dem Hause Fox.

  • Federgabel Fox 36 Factory (160 mm)
  • Dämpfer Fox Float X2 Factory (146 mm)
  • Antrieb SRAM X01 Eagle
  • Bremsen SRAM Code RSC
  • Laufräder Giant TRX-0
  • Reifen Maxxis Minion DHF/DHR II Exo+
  • Cockpit Truvativ Descendant Carbon (800 mm) / Truvativ Descendant (50 mm)
  • Sattelstütze RockShox Reverb (125 mm)
Komplette Ausstattung zum Ausklappen
 Reign 29 Advanced Pro 0 – 2020Reign 29 Advanced Pro 0 – 2021Reign 29 Advanced Pro 1 – 2021Reign 29 1 – 2021Reign 29 2 – 2021Reign 29 SX – 2021
RahmenAdvanced Carbon Hauptrahmen und Hinterbau, Carbon Umlenkwippe,146 mm, Boost 12 x 148 mmAdvanced Carbon Hauptrahmen und Hinterbau, Carbon Umlenkwippe,146 mm, Boost 12 x 148 mmAdvanced Carbon Hauptrahmen und Hinterbau, Carbon Umlenkwippe,146 mm, Boost 12 x 148 mmAluxX SL Rahmen, Carbon Umlenkwippe, 146 mm, 12 x 148 mmAluxX SL Rahmen, Carbon Umlenkwippe, 146 mm, 12 x 148 mmAluxX SL Rahmen, Carbon Umlenkwippe, 146 mm, 12 x 148 mm
GabelFox 36 Float Factory GRIP2, 160 mm, Boost 15 x 110 mmFox 38 Factory, GRIP2, 170 mm, Boost 15 x 110 mmFox 38 Performance Elite, GRIP2, 170 mm, Boost 15 x 110 mmFox 38 Performance Elite, GRIP2, 170 mm, Boost 15 x 110 mmRockShox Yari RC, 170 mm, Boost 15 x 110 mmFox 38 Performance Elite, GRIP2, 170 mm, Boost 15 x 110 mm
DämpferFox Float X2 FactoryFox Float DHX2 Factory, 205 x 60 mm, Trunnion mountFox Float X2 Performance, 205 x 60 mm, Trunnion mountFox Float X2 Performance, 205 x 60 mm, Trunnion mountRockShox Deluxe Select+ RT, 205 x 60 mm, Trunnion mountFox Float DHX2 Performance Elite, 205 x 60 mm, Trunnion mount
LenkerTruvativ Descendant Carbon 800 x 35 mm, 20 mm RiseGiant Contact SLR TR35 Carbon, 20 mm RiseGiant Contact SLR TR35, 20 mm RiseGiant Contact SLR TR35, 20 mm RiseGiant Contact SLR TR35, 20 mm RiseGiant Contact SLR TR35, 20 mm Rise
VorbauTruvativ DescendantGiant Contact SL 35Giant Contact SL 35Giant Contact SL 35Giant Contact SL 35Giant Contact SL 35
SattelstützeSRAM Reverb Stealth, 30,9 mm, Absenkung: 100 mm (S) / 125 mm (M) / 150 mm (L) / 175 mm (XL)Fox Transfer Factory, 30,9 mm (S: 125 mm, M: 150 mm, L-XL: 175 mm)Giant Contact Switch Vario Stütze 30,9 mm (S: 125 mm, M: 150 mm, L-XL: 170 mm)Giant Contact Switch Vario Stütze 30,9 mm (S: 125 mm, M: 150 mm, L-XL: 170 mm)Giant Contact Switch Vario Stütze 30,9 mm (S: 125 mm, M: 150 mm, L-XL: 170 mm)Giant Contact Switch Vario Stütze 30,9 mm (S: 125 mm, M: 150 mm, L-XL: 170 mm)
SattelGiant Contact SL – NeutralGiant Romero SLGiant Romero SLGiant RomeroGiant RomeroGiant Romero
SchalthebelSRAM X01 EagleShimano XTR M9100, i-Spec EVSRAM GX EagleShimano Deore XT M8100, i-Spec EVShimano SLX M7100SRAM NX Eagle
SchaltwerkSRAM X01 Eagle, 12-fachShimano XTR M9100 Shadow+, 12-fachSRAM GX Eagle, 12-fachShimano Deore XT M8100 Shadow+, 12-fachShimano SLX M7100 Shadow+, 12-fachSRAM NX Eagle, 12-fach
BremsenSRAM Code RSC, (200 mm) / Alternativ: Shimano Deore XT M8120 (203 mm)Shimano XTR BR-M9120 (4-Kolben), 203/203 mmShimano SLX BR-M7120 (4-Kolben), 203/203 mmShimano Deore BR-M6120 (4-Kolben), 203/203 mmShimano BR-MT520 (4-Kolben), 203/203 mmShimano SLX BR-M7120 (4-Kolben), 203/203 mm
KassetteSRAM XG-1295 Eagle, 10x50Shimano XTR M9100, 10x51TSRAM GX Eagle XG-1275 Eagle, 10-52TShimano SLX M7100, 10-51TShimano Deore M6100, 10-51TSRAM NX Eagle PG-1230, 11-50T
KetteSRAM X01 EagleShimano XTRSRAM GX EagleKMC X-12KMC X-12SRAM NX Eagle
KurbelsatzSRAM X01 Eagle DUB 34 T, MRP AMg V2 Carbon-KettenführungShimano XTR M9100, 34 T, MRP AMg V2 Carbon-KettenführungTruvativ Descendent 6k, 32 T, MRP AMg V2-KettenführungShimano Deore XT M8100, 32 T, MRP AMg V2-KettenführungShimano SLX M7100, 32 T, MRP AMg V2-KettenführungTruvativ Descendent 6k, 32 T, MRP SXg Kettenführung
InnenlagerSRAM DUB PressFitShimano PressfitSRAM DUB PressfitShimano PressfitShimano PressfitSRAM DUB Pressfit
FelgenGiant TRX-0 Carbon, 30mm InnenweiteGiant TRX 0 29 Carbon, Tubeless Ready, 30 mm InnenweiteGiant TR 1 29, Tubeless Ready, 30 mm InnenweiteGiant TR 1 29, Tubeless Ready, 30 mm InnenweiteGiant AM 29, Tubeless Ready, 30 mm InnenweiteGiant AM 29, Tubeless Ready, 30 mm Innenweite
Naben (v/h)Giant TRX-0 (DT Swiss 240 S Internals), 6-LochGiant TRX 0Giant TR 1Giant TR 1Giant Tracker PerformanceGiant Tracker Performance
ReifenMaxxis Minion DHF 29" x 2,5" W, 3C MaxxTerra, EXO+, Tubeless Ready / Maxxis Minion DHR II 29" x 2,4" W, 3C MaxxTerra, EXO+, Tubeless ReadyMaxxis Assegai 29" x 2,5" WT, 120 TPI 3C MaxxTerra, EXO+, Tubeless Ready / Maxxis DHR II 29" x 2,4" WT, 3C MaxxGrip , Exo+, Tubeless ReadyMaxxis Assegai 29" x 2,5" WT, 120 TPI 3C MaxxTerra, EXO+, Tubeless Ready / Maxxis DHR II 29" x 2,4" WT, 3C MaxxGrip , Exo+, Tubeless ReadyMaxxis Assegai 29" x 2,5" WT, 60 TPI, 3C MaxxTerra, Exo, Tubeless Ready / Maxxis DHR II 29" x 2,4" WT, Exo, Tubeless ReadyMaxxis Assegai 29" x 2,5" WT, 60 TPI, 3C MaxxTerra, Exo, Tubeless Ready / Maxxis DHR II 29" x 2,4" WT, Exo, Tubeless ReadyMaxxis Assegai 29" x 2,5" WT, 120 TPI 3C MaxxTerra, EXO+, Tubeless Ready / Maxxis DHR II 29" x 2,4" WT, 3C MaxxGrip , Exo+, Tubeless Ready
ZubehörTubeless Kit (Dichtmittel,Ventile, Reifenheber, Bedienungsanleitung, Ventilkernausdreher)Tubeless Kit (Flüssigkeit, Ventile, Reifenheber, Ventilkernentferner, Anleitung)Tubeless Kit (Flüssigkeit, Ventile, Reifenheber, Ventilkernentferner, Anleitung)Tubeless Kit (Flüssigkeit, Ventile, Reifenheber, Ventilkernentferner, Anleitung)Tubeless Kit (Flüssigkeit, Ventile, Reifenheber, Ventilkernentferner, Anleitung)Tubeless Kit (Flüssigkeit, Ventile, Reifenheber, Ventilkernentferner, Anleitung)
FarbeChameleon Saturn / SolidblackChrysocolla / BlackRosewood / BlackBlack TitaniumBlack / Chameleon SaturnConcrete / Mulberry Dye
Preis (UVP)8.284,74 €8.284,74 €5.067,94 €3.898,19 €2.825,92 €3.703,23 €
An der Front stellt die hochwertige Fox 36 Factory Grip2-Federgabel 160 mm Federweg zur Verfügung.
# An der Front stellt die hochwertige Fox 36 Factory Grip2-Federgabel 160 mm Federweg zur Verfügung.
Die Gabel bietet ordentlich Spielraum zum Einstellen.
# Die Gabel bietet ordentlich Spielraum zum Einstellen.
Im Heck werkelt ein passender Fox Float X2 Factory-Dämpfer.
# Im Heck werkelt ein passender Fox Float X2 Factory-Dämpfer.
Auch hier sind DJ-Skills gefragt und man darf fleißig Knöpfchen drehen.
# Auch hier sind DJ-Skills gefragt und man darf fleißig Knöpfchen drehen.
Der SRAM X01 Eagle-Antrieb stellt wie immer 12 Gänge zur Verfügung und funktioniert absolut reibungslos.
# Der SRAM X01 Eagle-Antrieb stellt wie immer 12 Gänge zur Verfügung und funktioniert absolut reibungslos.
Giant hat auch nicht am falschen Ende Gewicht gespart und verbaut eine Kettenführung samt Bashguard
# Giant hat auch nicht am falschen Ende Gewicht gespart und verbaut eine Kettenführung samt Bashguard - vor der ersten Fahrt haben wir diese erstmal ordentlich eingestellt.
Für ausreichend Bremspower sorgen bissige SRAM Code RSC-Bremsen mit 200 mm großen Scheiben.
# Für ausreichend Bremspower sorgen bissige SRAM Code RSC-Bremsen mit 200 mm großen Scheiben.
Auch am Cockpit wird nicht gegeizt und es wird ein hochwertiger Truvativ Descendant Carbon-Lenker in 800 mm Breite verbaut.
# Auch am Cockpit wird nicht gegeizt und es wird ein hochwertiger Truvativ Descendant Carbon-Lenker in 800 mm Breite verbaut.
Der Truvativ Descendant-Vorbau ist 40 mm kurz.
# Der Truvativ Descendant-Vorbau ist 40 mm kurz.
Die Carbon-Felgen stammen von Giant selbst, sollen jedoch im Vergleich zur vorherigen Version gründlich überarbeitet worden sein.
# Die Carbon-Felgen stammen von Giant selbst, sollen jedoch im Vergleich zur vorherigen Version gründlich überarbeitet worden sein.
Vorne und hinten kommen stabile Maxxis Minion DHR II / DHF-Reifen in Exo+ Karkasse zum Einsatz.
# Vorne und hinten kommen stabile Maxxis Minion DHR II / DHF-Reifen in Exo+ Karkasse zum Einsatz.
Die Naben setzen auf ein DT Swiss 240s-Innenleben.
# Die Naben setzen auf ein DT Swiss 240s-Innenleben.
Die Rockshox Reverb-Variostütze kommt mit einem ergonomischen Hebel, hat leider aber nur 125 mm Hub in Größe M
# Die Rockshox Reverb-Variostütze kommt mit einem ergonomischen Hebel, hat leider aber nur 125 mm Hub in Größe M - die 2021er Modelle bekommen nun durch die Bank weg längere Stützen.
Der Giant-eigene Sattel ist zwar ziemlich hart, aber leicht und ergonomisch.
# Der Giant-eigene Sattel ist zwar ziemlich hart, aber leicht und ergonomisch.

Auf dem Trail

Bevor es auf die erste Fahrt geht, gibt es dank des recht komplexen Fox Factory-Fahrwerks so einige Einstellungen vorzunehmen. Wir orientieren uns zunächst am Heck an den Fox-Empfehlungen sowie 30 % Sag und an der Front am empfohlenen Luftdruck und einem sehr offenen Dämpfungs-Setup. Leider müssen wir bereits vor der ersten Fahrt die RockShox Reverb mit 125 mm Hub gegen ein 170 mm-Modell tauschen: Grund ist hier vor allem die sehr geringe Sitzrohrlänge, mit der wir die Stütze mehrere Zentimeter über das Maximum hinaus aus dem Rahmen ziehen müssten. Ich falle zwar um 3 cm aus dem von Giant empfohlenen Größenspektrum des getesteten M-Rahmens (bis 180 cm), aber die werden nicht allesamt in den Beinen stecken – weshalb größere Kunden hier definitiv im Laden Probesitzen sollten. Alle neuen Modelle für 2021 sind nun übrigens auch in Größe M mit einer 150 mm-Stütze ausgerüstet, mit der ich knapp hinkommen müsste.

Beim ersten Aufsitzen fühlt sich das Rad erwartungsgemäß eher kurz an. Das liegt nicht nur am knappen Reach von 455 mm, sondern auch am steilen Sitzwinkel, der den Fahrer weit vorn über dem Tretlager positioniert. Warum überhaupt ein M-Bike zum Testen, wo ich doch L fahren müsste? Ich bin bereits genug Räder aller Größen gefahren, um zu wissen, dass ich mit 493 mm Reach keinen Spaß habe und mich fühle wie auf einer Streckbank. Leider ist der Sprung zwischen M und L beim Giant Reign 29 ziemlich groß – doch auch, wenn die Länge des M-Bikes etwas unter meinem Sweetspot liegt, komme ich damit in der Regel sehr gut zurecht.

Bergauf lässt das Giant Reign Advanced Pro 29 0 so manches leichtfüßige Trailbike komplett alt aussehen
# Bergauf lässt das Giant Reign Advanced Pro 29 0 so manches leichtfüßige Trailbike komplett alt aussehen - das 13-Kilo-Geschoss geht richtig nach vorne und fürchtet sich auch vor steilen Anstiegen nicht.

In Anstiegen ergibt sich mit dem Giant Reign Advance Pro 29 0 ein mehr als positives Bild. Das Rad geht nicht zuletzt aufgrund seines Gewichts und der steifen Carbon-Laufräder bei jeder Pedalumdrehung willig nach vorne und bleibt am Heck dabei angenehm ruhig. Klar, im Wiegetritt wippt der Dämpfer leicht, doch das hält sich in Grenzen und wir haben den Lockout während unseres Tests nicht einmal genutzt. Die Sitzposition ist sehr zentral und angenehm, auch mit der maximalen Anzahl an Spacern unter dem Lenker bekommt man leicht genug Druck auf die Front und fürchtet sich so vor den wenigsten Anstiegen. Wir würden einiges darauf wetten, dass das Giant Reign 29 so manches High-End-Trailbike locker im Uphill hinter sich lässt.

Dank aktivem Fahrwerk mit richtig viel Gegenhalt ist Airtime gar kein Problem
# Dank aktivem Fahrwerk mit richtig viel Gegenhalt ist Airtime gar kein Problem - die Landung fällt zwar häufig nicht gerade plüschig aus, Durchschläge lassen sich allerdings nur schwer provozieren.

Giant zufolge handelt es sich jedoch trotz des limitierten Federwegs um ein waschechtes Enduro-Racebike – entsprechend hoch sind die Erwartungen an die Abfahrt. Wie bei bisherigen Giant-Modellen auch fällt die Eingewöhnungszeit angenehm kurz aus, was sicher auch am ausbalancierten Fahrwerk liegt. Außerdem fühle ich mich nun auf dem M-Rahmen pudelwohl und kann das Rad von den ersten Metern an präzise auf dem Trail platzieren. Eins wird jedoch bereits nach wenigen Metern mehr als klar: Das Giant Reign Advanced Pro 29 0 ist kein Sofa! 146 mm Federweg fühlen sich nun mal nicht nach 170 mm an und der Hinterbau gibt sich auch keine große Mühe, dem Fahrer durch eine übermäßig große Federwegsausnutzung etwas vorzugaukeln. Auf Natur-Strecken mit eher lockerem Boden macht dies das Reign zu einer echten Trailfräse. Das Fahrwerk ist sensibel genug, um ausreichende Mengen an Grip bereitzustellen, bietet jedoch massig Gegenhalt und fördert so eine mehr als aktive Fahrweise, die gerne auch ein paar Prozent über dem Limit liegen darf. Kurve fräsen, vorm nächsten Wurzelfeld abziehen, landen, anflicken, nächste Kurve fräsen – der Mix aus straffem, aber gut vorhersehbarem Fahrwerk sowie ausgewogener Geometrie und Wendigkeit macht das Giant Reign 29 zum König jedes Hometrails.

Haben wir erwähnt, dass das Giant Reign 29 gut um Kurven geht?
# Haben wir erwähnt, dass das Giant Reign 29 gut um Kurven geht? - Es fühlt sich unglaublich ausgewogen an und ermuntert auf einfacheren Strecken dazu, das eigene Limit zu testen.
Wird es ruppiger, ist der Luftweg meist der beste
# Wird es ruppiger, ist der Luftweg meist der beste - einfach holterdiepolter reinhalten ist nicht so die Stärke des Reign 29.

Die meisten Enduro-Rennstrecken bestehen jedoch (leider) nicht nur aus frischem Loam-Boden und Fichtenslalom, sondern meist aus mit Steinen und Wurzeln durchsetztem Hardpack-Boden. Hier sollte man sein Heil vor allem in der Flucht nach vorne suchen. Solange die Geschwindigkeit hoch ist, arbeitet der Hinterbau zwar zuverlässig, aber eher geizig – auf den einen oder anderen Schlag in den Fußsohlen sollte man sich einstellen. Stumpf reinballern und das Beste hoffen ist nicht die Lieblingsdisziplin des Giant Reign. Stattdessen sollte man die Stärken nutzen, grobe Sektionen möglichst überspringen und sich eine schöne Linie in die nächste Kurve suchen. Das Fahrwerk schluckt auch harte Landungen, schlägt kaum durch und klebt bei ausreichend Gegenhalt gut auf dem Boden. Erst wenn der Trail extrem verblockt und die Geschwindigkeit eher langsam wird, kann der Hinterbau nicht mehr ganz mithalten und reicht nicht nur Schläge an den Fahrer weiter, sondern verliert auch etwas den Grip am Heck. Insgesamt fühlt sich das Giant Reign Advanced Pro 29 0 dadurch eher an wie ein Trailbike auf Steroiden als ein plüschiger Enduro-Bolide.

Mit ausreichend Gegendruck, guter Linienwahl und einer aktiven Fahrweise muss man ruppige Sektionen nicht fürchten
# Mit ausreichend Gegendruck, guter Linienwahl und einer aktiven Fahrweise muss man ruppige Sektionen nicht fürchten - andere Enduro-Boliden mit mehr Reserven machen es dem Fahrer jedoch definitiv einfacher.
Gregor in Action DSC 0039 Photo Rico Haase
# Gregor in Action DSC 0039 Photo Rico Haase
Gregor in Action DSC 0106 Photo Rico Haase
# Gregor in Action DSC 0106 Photo Rico Haase
Das Giant Reign 29 hausiert schon etwas geizig mit seinem Federweg und gibt diesen erst auf mehrmaliges Bitten frei
# Das Giant Reign 29 hausiert schon etwas geizig mit seinem Federweg und gibt diesen erst auf mehrmaliges Bitten frei - dafür hat man selten das Gefühl, jetzt wirklich das Limit des 29ers gefunden zu haben.

Im Vergleich

Mit seinem Anspruch, ein Enduro-Racebike zu sein, kann man das Giant Reign Advanced Pro 29 0 gut mit dem kürzlich vorgestellten Trek Slash 9.9 vergleichen. Beide Räder spielen in einer ähnlichen Preisliga, allerdings ist das etwas günstigere Giant mit hochwertigeren Marken-Produkten ausgestattet und wesentlich leichter – verzichtet jedoch auf einen Stauraum im Rahmen oder einen Flipchip. Die Charakteristiken der Bikes könnten kaum unterschiedlicher sein. Mit seinen 170/160 mm Federweg ist das Trek um einiges verzeihender und einfacher zu beherrschen, muss allerdings Abstriche in Sachen Wendigkeit machen. Für anspruchsvollere Enduro-Rennen würden wir ohne Frage zum Slash greifen, wollen wir hingegen auf waldigen Hometrails Bestzeiten einfahren, wäre das aktive und wendige Giant unsere erste Wahl.

Etwas ähnlicher sind sich das Giant Reign 29 und das Cube Stereo 150. Beide Räder bieten straffe Fox-Fahrwerke und wollen eher mit viel Popp als mit Komfort begeistern. Das Giant glänzt mit dem ausbalancierteren Fahrwerk und motiviert eher dazu, es am oder über dem Limit zu bewegen, während das Cube lieber etwas Tempo rausnimmt, dafür zu spaßigen Spielereien einlädt und deutlich günstiger ist.

Das Trek Slash ist ohne Frage das potentere Enduro-Bike und bleibt noch komplett entspannt, wo das Reign bereits etwas bockig wird
# Das Trek Slash ist ohne Frage das potentere Enduro-Bike und bleibt noch komplett entspannt, wo das Reign bereits etwas bockig wird - auf „loamigen“ Hometrails kann man mit dem Reign dafür Kreise um den trägeren amerikanischen Boliden ziehen.
Das Cube Stereo 150 erinnert in vielerlei Hinsicht an das Reign, bietet jedoch etwas weniger Reserven und erreicht sein Limit schneller
# Das Cube Stereo 150 erinnert in vielerlei Hinsicht an das Reign, bietet jedoch etwas weniger Reserven und erreicht sein Limit schneller - dafür bekommt man bei Cube viel Bike fürs Geld.

Das ist uns aufgefallen

  • Leitungsführung Die Kabel werden nicht im Inneren des Rahmens geführt und können leicht klappern – insgesamt hielt sich die Geräuschkulisse jedoch in Grenzen. Allerdings wurde das auf der Oberseite der unteren Umlenkwippe geführte Schaltkabel an dieser Stelle ziemlich von der Kette in Mitleidenschaft gezogen. Hier würden wir etwas Tape über die Hülle kleben, um diese besser zu schützen.
  • 146 mm Federweg Das Giant Reign 29 will ein Enduro-Racebike sein. Nach unserem Test würden wir es eher als gelungenen Allrounder bezeichnen – unsere erste Wahl für hochalpine, ruppige EWS-Stages wäre das straffe Gefährt nicht. Das liegt nicht nur daran, dass 146 mm nun mal weniger als 160 oder 170 mm sind, sondern auch daran, dass der Hinterbau allgemein sehr straff abgestimmt ist. Eine eher offene Druckstufe, schneller Rebound und satte 30 % Sag können etwas helfen, ändern jedoch nichts am grundsätzlichen Charakter des Bikes.
  • Größen-Sprünge Zwischen S und M liegen 27 mm, zwischen L und XL 23 mm – warum liegen zwischen den Reach-Werten von M und L, den beiden wohl meist genutzten Größen, dann ganze 38 mm? Der durchschnittliche deutsche Mann ist 180 cm groß (wir haben keinen Wert für ganz Europa gefunden) und damit haargenau auf der Grenze zwischen diesen beiden sehr weit auseinander liegenden Größen. Hier fehlt unserer Meinung nach eine weitere Rahmengröße, die wohl den Großteil der Interessenten bedienen könnte.
  • Haltbarkeit Wir sind das Giant Reign Advanced Pro 29 0 mehrere Wochen lang auf unseren Hometrails und im Park gefahren und hatten keinerlei Defekte zu beklagen. Lediglich der Steuersatz neigt dazu, recht schnell zu knarzen und muss dann zerlegt und gesäubert werden. Die Carbon-Felgen mussten einige heftige Schläge einstecken, die man ihnen teilweise auch ansieht, zeigten allerdings keine Schwächen.
  • Steifigkeit Diese liegt beim Reign 29 definitiv höher als bei anderen Modellen der Taiwanesen. Dazu kommen die Carbon-Felgen, der Carbon-Lenker und das wie immer straffe, gedämpfte Fox-Fahrwerk. Dadurch hatten wir auf längeren Abfahrten recht deutliche Ermüdungserscheinungen und schmerzende Hände. Ein weicherer Lenker und gegebenenfalls Alu-Laufräder könnten Abhilfe verschaffen.
  • Stahlfeder-Dämpfer Das Nachfolge-Modell ist mit einem Stahlfeder-Dämpfer ausgerüstet. Ohne diesen getestet zu haben, können wir uns gut vorstellen, dass er dem Reign 29 etwas mehr Sensibilität verschafft und den Renncharakter des Bikes verstärkt. Der Hinterbau fühlt sich mit Luftdämpfer definitiv progressiv genug an.
125 mm Hub an einem M-Rahmen für Fahrer bis 180 cm Körpergröße? Uncool!
# 125 mm Hub an einem M-Rahmen für Fahrer bis 180 cm Körpergröße? Uncool! - Das hat Giant auch gemerkt und für die kommende Saison nachgebessert.
Viele hauseigene Komponenten sind am Reign 29 nicht verbaut.
# Viele hauseigene Komponenten sind am Reign 29 nicht verbaut. - Griffe, Sattel und Laufräder konnten uns jedoch qualitativ voll überzeugen und geben keinen Anlass zur Kritik.

Fazit – Giant Reign Advanced Pro 29 0

Mit dem neuen Reign 29 präsentiert Giant einen Allrounder, der wohl für so manchen Hometrail das perfekte Allzweck-Gerät sein könnte. Bergauf lässt das leichte Carbon-Geschoss sogar Trailbikes hinter sich, gleichzeitig muss man sich aber nicht vor der Abfahrt fürchten. Auf eher technischen, engen Trails glänzt das Giant Reign 29 mit seinem aktiven und ausbalancierten Fahrverhalten und zaubert dem Fahrer so ein Grinsen ins Gesicht. Wird es extrem ruppig, sollte man sein Heil in der Geschwindigkeit suchen, denn solange diese sehr hoch ist, arbeitet der Hinterbau gut mit und nimmt den gröbsten Schlägen ihre Spitzen. Erst in verblocktem Gelände präsentiert sich das straffe Enduro-Bike als etwas überfordert und muss seinem Mangel an Federweg Tribut zollen.

Pro
  • geringes Gewicht
  • sehr antriebsneutraler Hinterbau
  • angenehme Sitzposition
  • straffes und schnelles Fahrwerk
  • will gerne am Limit bewegt werden
Contra
  • große Sprünge zwischen Größen
  • kein Sofa
Für ein hartes Enduro-Rennen mit langen, ruppigen Stages wäre das straffe Giant Reign Advanced Pro 29 0 nicht unsere erste Wahl
# Für ein hartes Enduro-Rennen mit langen, ruppigen Stages wäre das straffe Giant Reign Advanced Pro 29 0 nicht unsere erste Wahl - für die meisten Enduristen könnte das Carbon-29er jedoch die eierlegende Wollmilchsau sein, die bei aktiver Fahrweise vom Hometrail bis zum gelegentlichen Alpen-Ausflug viel Freude bereitet.

Was sagt ihr zum neuen Giant Reign 29?


Testablauf

Wir sind das Giant Reign 29 im Verlauf mehrerer Monate im deutschen Mittelgebirge gefahren. Ein Großteil der Kilometer wurde selbst erarbeitet, wir sind jedoch auch einige Tage im Bikepark gefahren.

Hier haben wir das Giant Reign Advanced Pro 29 0 getestet

  • Thüringer Wald: Meist enge, technisch anspruchsvolle Naturtrails mit nur wenigen gebauten Segmenten. Wendigkeit und Grip sind hier ebenso gefragt wie Laufruhe.
  • Steinach Silbersattel: Ein kleiner Bikepark mit einigen extrem wurzeligen, verblockten Strecken, die ein Enduro-Bike durchaus fordern können.
  • Bikepark Schladming: Typische Bikepark-Strecken mit schottrigem Untergrund. Hohe Kurven und entsprechende Geschwindigkeiten sowie Bremswellen sind keine Seltenheit.
Testerprofile ausklappen
Tester-Profil: Gregor Sinn
60 cm76 kg85,5 cm61 cm183 cm
Gregor fährt gerne Fahrräder jeglicher Kategorie, von Mountainbike bis Rennrad. Am liebsten ist er jedoch auf Downhill- und Enduro-Bikes unterwegs – gerne auch unter Zeitdruck im Renneinsatz.
Fahrstil
verspielt
Ich fahre hauptsächlich
Downhill, Enduro
Vorlieben beim Fahrwerk
unauffällig, eher progressiv, wenig Druckstufe
Vorlieben bei der Geometrie
ausgewogen, nicht zu lang, Lenkwinkel nicht zu flach

Preisvergleich

  1. benutzerbild

    rzOne20

    dabei seit 11/2009

    Lese ich richtig das die im kommenden Jahr alle die dicken Gabeln drinnen haben?
  2. benutzerbild

    zonz1984

    dabei seit 04/2015

    rzOne20 schrieb:

    Lese ich richtig das die im kommenden Jahr alle die dicken Gabeln drinnen haben?


    Müsste so sein, ja.
  3. benutzerbild

    Orby

    dabei seit 07/2014

    chorge schrieb:

    Seh ich genauso!!!
    Noch nennen sich die Bikes mit 140–150mm hinten zwar Trailbikes, und mit selbiger Gabel sind sie das ja auch... sobald die Kisten aber um ne 160mm Gabel konsequent konstruiert werden, verkörpern sie für mich persönlich das ideale Alltagsenduro für den Nicht- oder nur Gelegenheitsracer!!! (Beispiele: Das neue Salsa, mein Pivot Switchblade, Ibis Ripmo, SC Bronson und eben dieses neue Reign) Schön, dass nun mit Giant endlich ein „großer“ diesen Trend auch erkannt hat! Denn was man bekommt, ist ein maximal fähiges Bike, welches bergab eigentlich mehr Spaß macht als ein modernes Enduro (welches nur noch auf Race getrimmt ist), und das auch bergauf prima für lange Touren geeignet ist! Enduro also im klassischen Sinne... YESSS!!


    Ich hab das Swichtblade in XL getestet (wir haben ja beide den gleichen Dealer ), hat mir richtig gut getaugt und es war für mich einfacher vom Handling als mein Sentinel in L.
    Die neuen "Super-Enduros" haben natürlich ihre Berechtigung, für mich mehr Bike als nötig.

    rzOne20 schrieb:

    Lese ich richtig das die im kommenden Jahr alle die dicken Gabeln drinnen haben?

    Gerade nachgeschaut. Nur das Reign 29 2 hat aus Kostengründen eine 170mm Yari drin.
    Wobei dann alle Performance Elite Grip 2 haben. Also in meinen Augen keine abgespeckten Hauptsache 38 drin. Finde ich gut.
  4. benutzerbild

    Elhabash

    dabei seit 09/2019

    Sonnenstern28 schrieb:

    ... ein deutscher Horst (Leitner) ...

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