58.210 Mountainbiker und Outdoor-Sportler in ganz Deutschland sind sich einig: Die sogenannte 2-Meter-Regel in Baden-Württemberg, die das Befahren von Wegen unter zwei Meter Breite untersagt, gehört abgeschafft. Angetrieben von der erfolgreichen basisdemokratischen Ausgestaltung des neuen Waldgesetzes in Hessen [erster Artikel, abschließende Pressemitteilung] haben die Vereine „Deutsche Initiative Mountainbike“ (kurz DIMB), der „Allgemeine Deutsche Fahrradclub“ (ADFC), der „Badische Radsportverband“ (BRV) und die „Württembergischen Radsportverbände“ (WRSV) die nächste Mountainbike-feindliche Regelung in Deutschland in Angriff genommen und in einer Petition Stimmen gegen die sogenannte 2-Meter-Regel gesammelt.

Im Zeichnungszeitraum bis zum heutigen Sonntag haben seit Ende August insgesamt 58.210 Deutsche diese Petition unterzeichnet (davon fast 60% aus Baden-Württemberg selbst), womit das selbst gesteckte Ziel von 50.000 Unterschriften deutlich übertroffen worden ist. Nun sollen die Unterschriften am 4. Dezember dem Petitionsausschuss des Landtags übergeben werden, doch an der gesamten Thematik und einer möglichen Empfehlung des Ausschusses scheint von Seiten der grün / roten Landesregierung keinerlei Interesse zu bestehen, wie bereits vorab bekannt wurde!


# ICH BIN ILLEGAL – die DIMB hat auf der Eurobike massiv Unterschriften gegen die 2-Meter-Regel gesammelt, die alle Mountainbiker auf Wegen unter zwei Meter Breite eine illegale und mit Bußgeld belegte Tätigkeit ausüben lässt.

„Aus unserer Sicht gibt es keinen Handlungsbedarf.“ Forstministerium Baden-Württemberg (Grüne)

Viele Politiker reden gerne über ihre Offenheit gegenüber den Belangen und Wünschen der Bürger. Über Volksnähe und Pragmatismus. Über das Zuhören. Über Demokratie. Nun zeigt sich: Das positive Beispiel eines stark besetzten, ernsthaft diskutierenden und ergebnisorientierten Runden Tisches aus Hessen wird sich vermutlich aufgrund politischer Widerstände in Baden-Württemberg nicht wiederholen. In einem Bericht berufen sich die Stuttgarter Nachrichten auf eine Sprecherin des baden-württembergischen Forstministers Alexander Bonde (Grüne), die erklärt, dass es aus Sicht des Ministeriums keinen Handlungsbedarf bezüglich der Einberufung eines Runden Tisches gebe. So könne man sich lediglich auf unterster Ebene solche Gespräche vorstellen, um bestehende Probleme zu entschärfen – das Gesetz an sich soll nicht angefasst werden: es bleibt beim pauschalen Verbot. Während die Initiatoren der Petition das Ziel verfolgen, eine praxisnahe gesetzliche Regelung zu erreichen, die Radfahrer nicht diskriminiert und auf gegenseitige Rücksichtnahme setzt, scheint die baden-württembergische Landesregierung mehr dem Status quo zugetan zu sein als dem eigenen Wähler. Die Botschaft des Forstministeriums an Mountainbiker in Baden-Würrtemberg und Mountainbike-Touristen aus Deutschland und dem Ausland ist klar: Eure Belange interessieren uns nicht. Anders kann die Antwort nicht aufgefasst werden.


# Streichung der 2-Meter-Regel – Die Stimmenverteilung in Deutschland zeigt ganz klar, dass vor allem die Baden-Württemberger selbst gegen die überflüssige „2-Meter-Regel“ gestimmt haben. Die Regel wird bislang generell ignoriert und ist vielen Sportlern gänzlich unbekannt.

Die Botschaft: Mountainbiker interessieren uns nicht!

Besonders ernüchternd erscheint die Haltung der Politik, wenn man sich die Reaktionen im Land anschaut. Vonseiten des Schwarzwaldvereins aus, der in Baden-Würrtemberg die Interessen der Wanderer vertritt und Wege pflegt und kennzeichnet, ist bereits Interesse an einer Teilnahme am Runden Tisch bekundet worden und die geografische Verteilung zeigt deutlich, dass das Thema den Baden-Württembergern am Herzen liegt. Doch im Gegensatz zu den Massendemonstrationen gegen das Bahnhofsprojekt „Stuttgart 21“, bei dem die Grünen sich als bürgernah profilieren wollten, kommen sie diesem Versprechen im Bezug auf den eindeutigen Wunsch von über 58.200-Bürgerinnen und Bürgern nicht nach. Klar – bislang wurde noch niemand im Wald von einem Wasserwerfer vom Singletrail gespült und es werden keine Heerscharen an Polizisten benötigt, um Bagger und Baumfäller zu schützen. Vielleicht ist das Anliegen der Fahrradfahrer in Baden-Württemberg dann am Ende auch einfach zu bodenständig und vernünftig, als das die Koalitionspartner darauf eingehen könnten. Ein gutes Zeichen ist das jedoch nicht.


# Open Trails – das ist und bleibt die Forderung. Nicht nur in Baden-Württemberg.

  1. benutzerbild

    Hillside

    dabei seit 05/2013

    Übrigens dürfen in BaWü Hunde im Wald frei laufen solange diese im "Einflussbereich" der Halters sind.

    Der Moutainbiker erschreckt das arme Reh, der Hund natürlich nicht und schon gar nicht der Jäger. Von der Forstmaschine ganz zu schweigen:

    http://www.fahrzeugbilder.de/1024/schwere-forstmaschine-einsatz-der-welte-41180.jpg

    Gut, kostet ja auch nur 50.000 € oder mehr, da soll sich das Reh nicht so haben.

    Wenn die anderen Interessengruppen kein Einsehen haben, wird die Situation eskalieren. Die Leute werden sich den Sport nicht verbieten lassen. Eigentlich müsste man doch froh sein, wenn die MTB'ler im Wald sind, statt was-weiß-ich zu machen. Ist immerhin gesund.

    Vielleicht gibt es ja eine Chance für eine Allianz mit den Krankenkassen, die haben ja auch eine gute Lobby?

    Aber was weiß ich, ich bin ja kein staatlich zertifizierter Waldpädagoge: http://forstcast.waldradio.de/zertifizierte-waldpaedagogen/304
  2. benutzerbild

    hawiro

    dabei seit 04/2010

    Die Grünen regieren ein Land und schränken nicht etwa ein, mit dem Auto ins Grüne zu fahren, schließen also Waldparkplätze. Nein, das FAHRRADFAHREN wird eingeschränkt mit der Begründung, daß es gefährlich und umweltgefährdend ist. Absurd ist da gar kein Ausdruck für! Klar sind die "Umweltschützer" keine Ökos mehr, sondern bequeme Autofahrer. Aber da wird das Kabarrett echt von rechts von der Wirklichkeit überholt! Mit so einem Blödsinn hätte sich niemand in die Anstalt getraut!
    MIt Autofahren geben sich richtige Grüne doch gar nicht erst ab...
  3. benutzerbild

    Athabaske

    dabei seit 08/2008

    MIt Autofahren geben sich richtige Grüne doch gar nicht erst ab...
    ...ja, die bösen Grünen. Im Mittelalter hätten sie die Brunnen vergiftet und Kinder gefressen...
  4. benutzerbild

    hawiro

    dabei seit 04/2010

    Nicht, dass die nicht schon viel in Richtung Umweltschutz bewegt hätten. Aber Wasser predigen und selber Grand Cru saufen geht halt ohne massiven Glaubwürdigkeitsverlust nicht.
  5. benutzerbild

    Pornocchio

    dabei seit 11/2014

    Und hier ist der Kern des ganzen Problems mit der Waldnutzung und Verboten:

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