Lange Zeit wurde spekuliert – nun ist es offiziell: Die deutsche Mountainbikerin Helen Grobert wurde des Dopings überführt und wird nun rückwirkend für vier Jahre gesperrt. Dies entschied das Deutsche Sportschiedsgericht am 31. März 2020 aufgrund eines positiven Befunds der verbotenen Substanz Testosteron.

Über einen längeren Zeitraum wurde über einen Dopingfall im deutschen Mountainbikesport diskutiert. Zuletzt sorgte ein Bericht des Deutschlandfunks zu Beginn des vergangenen Jahres für Aufmerksamkeit: Damals wurde erstmals von der Staatsanwaltschaft Freiburg offiziell bestätigt, dass ein Doping-Fall in der deutschen Mountainbikeszene vorliegt – Namen wurden bis dato aber keine genannt. Nun wurde von der Nationalen Anti-Doping Agentur (NADA) bekanntgegeben, dass die deutsche Cross-Country-Meisterin von 2015, Helen Grobert, aufgrund eines positiven Doping-Befundes gesperrt wird.

Wie die NADA mitteilt, wurde bei Helen Grobert in einer Urinprobe vom 15. November 2017 die verbotene Substanz Testosteron nachgewiesen. Testosteron wird zu Dopingzwecken häufig missbraucht, da es den Muskelaufbau beschleunigt, die Blutbildung fördert und die Schmerzresistenz erhöhen kann.

Positiv getestet!
# Positiv getestet! - Helen Grobert wurde des Testosteron-Dopings überführt und wird rückwirkend zum 24. März 2018 vier Jahre gesperrt.
Beim World Cup-Auftakt 2018 in Stellenbosch konnte Grobert als Vierte ihr bis dato bestes Ergebnis einfahren. Dieses wird nun jedoch annulliert.
# Beim World Cup-Auftakt 2018 in Stellenbosch konnte Grobert als Vierte ihr bis dato bestes Ergebnis einfahren. Dieses wird nun jedoch annulliert. - Bartek Wolinski/Red Bull Content Pool
2015 konnte Grobert den deutschen Meistertitel gewinnen
# 2015 konnte Grobert den deutschen Meistertitel gewinnen - Foto: EGO-Promotion, Armin M. Küstenbrück

Die ehemalige deutsche Meisterin galt jahrelang als eine der größten Nachwuchshoffnungen im deutschen Mountainbikesport. Bei ihren ersten olympischen Spielen in Rio 2016 belegte sie den 12. Platz und schien in den beiden folgenden Jahren auf dem besten Weg, sich in der Weltspitze etablieren zu können. Ihr bestes World Cup-Resultat konnte sie zu Beginn des Jahres 2018 als Viertplatzierte im südafrikanischen Stellenbosch einfahren. Aufgrund der aktuellen Informationen muss jedoch davon ausgegangen werden, dass Grobert zu diesem Zeitpunkt gedopt war. Wenige Wochen nach ihrem bis dato größten Karriereerfolg zog sich die nun 27-Jährige überraschend aus dem aktiven Renngeschehen zurück und verschwand komplett von der Bildfläche.

Das Deutsche Schiedsgericht hat entschieden, Grobert für vier Jahre rückwirkend zu sperren. Dabei wurde der Zeitraum vom 24. März 2018 bis 23. März 2022 festgesetzt. Zudem werden alle Rennergebnisse von Grobert ab dem 15. November 2017 annulliert. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig. Es kann bei Berufung noch vor dem internationalen Sportschiedsgericht CAS verhandelt werden. Hier die Mitteilung der NADA im Wortlaut:

Mountainbikerin Helen Grobert wegen Verstoßes gegen Anti-Doping-Bestimmungen für 4 Jahre gesperrt

Mit Schiedsspruch vom 31. März 2020 entschied das Deutsche Sportschiedsgericht die international startende Mountainbikerin Helen Grobert wegen eines Verstoßes gegen Anti-Doping-Bestimmungen nach Artikel 2.1 des BDR Anti-Doping Codes wegen des Vorhandenseins der verbotenen Substanz Testosteron in der Urinprobe vom 15. November 2017 für 4 Jahre zu sperren. Das Schiedsgericht folgte damit dem Antrag der NADA. Die Sperre beginnt unter Anrechnung der vorläufigen Suspendierung am 24. März 2018 und endet am 23. März 2022. Alle Wettkampfergebnisse mit den daraus entstehenden Konsequenzen in der Zeit vom 15.11.2017 bis 24.3.2018 werden annulliert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Infos: Pressemitteilung NADA
  1. benutzerbild

    anderson

    dabei seit 01/2002

    Geisterfahrer schrieb:

    Unwahrscheinlicher als die Vermutung, die zuständigen Staatsbediensteten hätten jetzt nen neuen Garten hinterm Haus?

    Ich will darauf raus, dass hier gerade wild herumspekuliert wird, ohne etwas Genaues zu wissen.


    Ich spekuliere nicht, worauf ich mich beziehe, war ja schon im Schiedsspruch zu lesen. Und an grundsätzlich käufliche Staatsbedienstete glaube ich tatsächlich nicht.
  2. benutzerbild

    Geisterfahrer

    dabei seit 02/2004

    Ich hatte ja auch nicht Dich zitiert, sondern ein Posting von rad_fan, in dem er sich auf Spekulationen von nobuya bezog.
  3. benutzerbild

    Nenoflow

    dabei seit 05/2019

    Snickie81 schrieb:

    Das hat doch jeder selbst in der Hand.
    Einfach die Finger weglassen !
    Ich nehme auch nicht alles was mir angeboten wird.


    Und genau solch eine naive Einstellung ist leider noch zu verbreitet und verhindert, dass Doping wirksam bekämpft wird.
    Sie wurde erwischt, Karriere (völlig zurecht) beendet und es stehen ganz viele weitere vor der Entscheidung und ein paar werden dem Druck wieder nicht standahlten. Die Anlaufstellen bzw. die kompetente Dopingberatung ist sicherlich nur ein Anruf entfernt bzw kann gerne vom jeweiligen Teamchef eingefädelt werden.
  4. benutzerbild

    FatRadler

    dabei seit 04/2018

    der5te schrieb:

    die dopen??? das ist ja krass!!!

    Ja sicher, habe nicht alle Beiträge der anwesenden Experten gelesen, klar ist aber, wer schneller ist als ich, ...der ist gedopt.
    Wusste ich schon immer.
  5. benutzerbild

    Jobal

    dabei seit 05/2001

    Nenoflow schrieb:

    Das is der entscheidende Passus... ich frag mich bei solchen Vorfällen (gerade wenn Blutdoping usw ins Spiel kommen) wie gut das im Hintergrund organisiert sein muss, dass es weder medial noch juristisch ins Visier gerät.
    Der einzelne Sportler wird zerissen, aber die ich nenn sie mal Dopingexperten kommen jedes mal ungeschoren davon. So wird's echt schwer den Sport sauber zu bekommen.

    Beim Kampf gegen Drogen versucht man doch auch immer an die Drahtzieher zu kommen statt einfach jeden Junkie einzubuchten.


    Ich glaube die grundsätzliche Frage wäre erstmal festzustellen, wer ist Drahtzieher u. wer ist Helfer. Ist Grobert auf Ärzte, Trainer, etc. zugegangen o. umgekehrt? Ich halte das Argument, der Sportler wird zerrissen, aber die Drahtzieher/Dopingexperten kommen ungeschoren davon, nicht grundsätzlich für richtig. Es gibt beide Situationen, der Sportler will u. zwingt sein Umfeld ihn entsprechend zu unterstützen o. das Umfeld übt Druck auf den Sportler aus.

    Wie es bei Grobert aussieht, weiß keiner, der nicht irgendwie in die Sache verwickelt ist.

    Gruß Jobal

Was meinst du?

Wir laden dich ein, jeden Artikel bei uns im Forum zu kommentieren und diskutieren. Schau dir die bisherige Diskussion an oder kommentiere einfach im folgenden Formular:

Verpasse keine Neuheit. Trag dich für den MTB-News-Newsletter ein!