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Schönstes Alpenpanorama mit schneebedeckten Gipfeln und Bergseen auf dem Weg zur Akkreditierung in St. Moritz
Schönstes Alpenpanorama mit schneebedeckten Gipfeln und Bergseen auf dem Weg zur Akkreditierung in St. Moritz - Foto: Sportograf
Der wohl letzte Stellplatz im Engadin war unser Zuhause für die Zeit des Rennens. Die Kooperation mit Katrin Benz war dabei ebenfalls Gold wert und steigerte den Spaßfaktor.
Der wohl letzte Stellplatz im Engadin war unser Zuhause für die Zeit des Rennens. Die Kooperation mit Katrin Benz war dabei ebenfalls Gold wert und steigerte den Spaßfaktor.
Die ersten Rennmeter im Jahr 2020 fühlten sich wie eine Befreiung an. Lange Zeit mussten wir warten, bis wir das Adrenalin vor dem Start spüren durften.
Die ersten Rennmeter im Jahr 2020 fühlten sich wie eine Befreiung an. Lange Zeit mussten wir warten, bis wir das Adrenalin vor dem Start spüren durften. - Foto: Sportograf
Mit dem Erreichen des berühmten Grand Hotel von St. Moritz mit der Bergkulisse im Hintergrund, war die erste von zwei Rennrunden der 1. Etappe geschafft.
Mit dem Erreichen des berühmten Grand Hotel von St. Moritz mit der Bergkulisse im Hintergrund, war die erste von zwei Rennrunden der 1. Etappe geschafft. - Foto: Erik Hoos
Die langen Anstiege wurden mit feinsten Trails belohnt.
Die langen Anstiege wurden mit feinsten Trails belohnt. - Foto: Sportograf
Die Ruhe vor dem Sturm. Während der 2. Etappe regnete und stürmte es, oberhalb von 2.500 m war es 4 °C kühl.
Die Ruhe vor dem Sturm. Während der 2. Etappe regnete und stürmte es, oberhalb von 2.500 m war es 4 °C kühl. - Foto: Sportograf
Schlechte Stimmung gibt es aber bei mir nicht und ich nahm mir vor zu ballern.
Schlechte Stimmung gibt es aber bei mir nicht und ich nahm mir vor zu ballern. - Foto: Erik Hoos
In der Vergangenheit wurden die benutzten Flaschen aus Naturschutzgründen gereinigt weiterverwendet. Wegen Corona wurde dies nun allerdings abgeschafft. Die Helfer trugen Mundschutz und Handschuhe, um Neuinfektionen zu vermeiden.
In der Vergangenheit wurden die benutzten Flaschen aus Naturschutzgründen gereinigt weiterverwendet. Wegen Corona wurde dies nun allerdings abgeschafft. Die Helfer trugen Mundschutz und Handschuhe, um Neuinfektionen zu vermeiden. - Foto: Erik Hoos
Nach der 2. Verpflegungsstation hieß es durchbeißen und wandern. Die Strecke führte kerzengerade eine Kuhweide hinauf.
Nach der 2. Verpflegungsstation hieß es durchbeißen und wandern. Die Strecke führte kerzengerade eine Kuhweide hinauf. - Foto: Sebastian Schnitzer
Oberhalb der Baumgrenze sind die Bedingungen deutlich härter, als man es im Tal vermuten würde. Aber die Landschaft hat dennoch vieles zu bieten und die Trails sind wunderschön.
Oberhalb der Baumgrenze sind die Bedingungen deutlich härter, als man es im Tal vermuten würde. Aber die Landschaft hat dennoch vieles zu bieten und die Trails sind wunderschön. - Foto: Sportograf
Gute Miene zum bösen Spiel. Nachdem das Schaltauge auf 2.500 m abgerissen wurde, war der Heimweg eine Tortur. Aber ein Helfer lieh mir, der ich vollkommen unterkühlt war, eine Regenjacke.
Gute Miene zum bösen Spiel. Nachdem das Schaltauge auf 2.500 m abgerissen wurde, war der Heimweg eine Tortur. Aber ein Helfer lieh mir, der ich vollkommen unterkühlt war, eine Regenjacke. - Foto: Erik Hoos
Während Profis ihre eigenen Mechaniker dabei haben, schrauben wir Hobbyfahrer selbst.
Während Profis ihre eigenen Mechaniker dabei haben, schrauben wir Hobbyfahrer selbst. - Foto: Erik Hoos
Ein Etappenrennen ist wie Urlaub (nur mit Schmerzen): Tolle Touren, wunderschöne Gegenden, ein wenig Bier und schrauben.
Ein Etappenrennen ist wie Urlaub (nur mit Schmerzen): Tolle Touren, wunderschöne Gegenden, ein wenig Bier und schrauben. - Foto: Erik Hoos
Auf der letzten Etappe wurden wir nach dem Regentag wieder mit Sonne verwöhnt.
Auf der letzten Etappe wurden wir nach dem Regentag wieder mit Sonne verwöhnt. - Foto: Sportograf
Alpine Abschnitte zwangen uns, erneut zu wandern, während die Luft immer dünner wurde.
Alpine Abschnitte zwangen uns, erneut zu wandern, während die Luft immer dünner wurde.
Der lange und beschwerliche Aufstieg lohnte sich alleine wegen der Aussicht.
Der lange und beschwerliche Aufstieg lohnte sich alleine wegen der Aussicht. - Foto: Sportograf
Auf den vorderen Platzierungen hatte Thomas Litscher wenig Zeit, die Landschaft zu genießen, denn es ging um jede einzelne Sekunde.
Auf den vorderen Platzierungen hatte Thomas Litscher wenig Zeit, die Landschaft zu genießen, denn es ging um jede einzelne Sekunde. - Foto: Sportograf
Der Corviglia-Flowtrail schlängelt sich gen Tal und macht wirklich super viel Laune zu fahren.
Der Corviglia-Flowtrail schlängelt sich gen Tal und macht wirklich super viel Laune zu fahren.
Ich war überglücklich, heil im Ziel angekommen zu sein. Füße weg vom Pedal und rollen lassen.
Ich war überglücklich, heil im Ziel angekommen zu sein. Füße weg vom Pedal und rollen lassen. - Foto: Sebastian Schnitzer
Mund-Nasenschutz im Ziel war vorgeschrieben, aber das Grinsen hielt sich auch unter der Maske im Gesicht.
Mund-Nasenschutz im Ziel war vorgeschrieben, aber das Grinsen hielt sich auch unter der Maske im Gesicht. - Foto: Sebastian Schnitzer
Nach drei Jahren hatte der Engadin Bike Giro meinen Rennradschuhen den Rest gegeben.
Nach drei Jahren hatte der Engadin Bike Giro meinen Rennradschuhen den Rest gegeben. - Foto: Sebastian Schnitzer
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Der Ausdauer-Spezialist Kai Saaler bestreitet nach langem Zögern mit dem Engadin Bike Giro eines der wenigen Rennen, die im Jahr 2020 bisher gestartet wurden. In seinem Bericht erfahrt ihr, wie es ihm beim Etappenrennen in der einzigartigen Landschaft rund um St. Moritz ergangen ist.

Immer dieses Corona …

Ich will nichts mehr über Corona hören oder sehen, aber es begleitet uns eben in diesen Zeiten und lässt sich nicht übersehen. Unsere weitläufige Verwandtschaft war von Corona betroffen, ich habe meine Saison an den Nagel gehängt und es sind quasi alle Rennen abgesagt. Naja, ein paar wenige gibt es schon, aber für uns normalsterbliche Hobbyfahrer ist die Anzahl an Veranstaltungen wirklich überschaubar.

Die meisten sogenannten Challenges finden online statt oder man sammelt eben Segmente auf Strava. Das ist aber alles nicht so mein Ding, weil ich einfach den Fight gegen andere in der Natur liebe. Das Adrenalin vor dem Start und die eigenen Grenzen kennenlernen … Umso mehr hatte es mich dann überrascht, dass doch eine Marathonveranstaltung nicht abgesagt wurde. Der Engadin Bike Giro.

Schönstes Alpenpanorama mit schneebedeckten Gipfeln und Bergseen auf dem Weg zur Akkreditierung in St. Moritz
# Schönstes Alpenpanorama mit schneebedeckten Gipfeln und Bergseen auf dem Weg zur Akkreditierung in St. Moritz - Foto: Sportograf
Diashow: Rennbericht Engadin Bike Giro: “… ich spürte, wie die Säure in die Schenkel schoss!”
Mund-Nasenschutz im Ziel war vorgeschrieben, aber das Grinsen hielt sich auch unter der Maske im Gesicht.
In der Vergangenheit wurden die benutzten Flaschen aus Naturschutzgründen gereinigt weiterverwendet. Wegen Corona wurde dies nun allerdings abgeschafft. Die Helfer trugen Mundschutz und Handschuhe, um Neuinfektionen zu vermeiden.
Schlechte Stimmung gibt es aber bei mir nicht und ich nahm mir vor zu ballern.
Nach drei Jahren hatte der Engadin Bike Giro meinen Rennradschuhen den Rest gegeben.
Mit dem Erreichen des berühmten Grand Hotel von St. Moritz mit der Bergkulisse im Hintergrund, war die erste von zwei Rennrunden der 1. Etappe geschafft.
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Bis wenige Tage zuvor hatte ich eigentlich gedacht, dass auch diese Veranstaltung auf der Kippe stehe, habe mich aber dann noch angemeldet. Als einer der letzten habe ich mir meine auf 500 Startplätze limitierte Startnummer gesichert. In meiner Brust schlagen halt doch zwei Herzen: Das eine schlägt für die Familie und die Sicherheit, aber das andere pocht eben für hartes Racing. Vor vier Jahren war ich bereits den Engadin Bike Giro gefahren und kannte die Gegebenheiten vor Ort.

Anreise

Am Donnerstag nach der Arbeit ging das Abenteuer für mich los. Mal wieder viel zu spät, da ich doch noch Meetings bis 15 Uhr hatte, aber das Auto war schon die Woche über gepackt. Auf der Fahrt bekam ich allerdings Durst und bemerkte, dass ich nur zwei Kästen Bier und Wein eingepackt hatte, aber keinen einzigen Tropfen Wasser. Es lässt sich also schon erahnen, welche Ambitionen ich hatte und was meine Prioritäten waren.

Das Etappenrennen ist wie ein großes Klassentreffen und es ist immer super lustig. Ich war mit Robert, einem früheren Eventteammitglied, angereist und wir fuhren nach unserer Ankunft direkt zum Essen der Eventcrew. Nebenbei hatten wir dann allerdings erfahren, dass alle Campingplätze komplett überfüllt waren und wir hatten bisher noch keinen Schlafplatz. Durch einen glücklichen Zufall war aber Curdin Castelberg anwesend, der Bruder der Besitzerin des Camping Silvaplana. Er hatte uns dann nachts um 11 einen Schlafplatz bei seiner Schwester Clara Wyss organisiert.

Der wohl letzte Stellplatz im Engadin war unser Zuhause für die Zeit des Rennens. Die Kooperation mit Katrin Benz war dabei ebenfalls Gold wert und steigerte den Spaßfaktor.
# Der wohl letzte Stellplatz im Engadin war unser Zuhause für die Zeit des Rennens. Die Kooperation mit Katrin Benz war dabei ebenfalls Gold wert und steigerte den Spaßfaktor.

Das Bild der „versnobten“ Gesellschaft von St. Moritz trifft auf keinen Fall auf die Einheimischen zu. Alles super coole, hilfsbereite Menschen, die immer mit einem kleinen Witz und Lächeln die Konversation beenden. Wir hatten mal wieder mehr Glück als Verstand und durften die kompletten Tage auf dem Campingplatz im Nachbarort von St. Moritz verbringen. Nach ein paar Bierchen sind wir dann aber doch spät nachts in unseren Bus geklettert.

1. Etappe

Der nächste Tag war Renntag und es gab noch einiges vorzubereiten. Allerdings war ich immer noch vom blauen Himmel und dem Alpenpanorama verzaubert. Die Startnummernausgabe war mitten in St. Moritz, wo später dann auch der Start stattfinden sollte. Die Startnummer musste jeder Teilnehmer einzeln und mit Mundschutz abholen. Durch den späten Start um 14 Uhr war die Startnummernausgabe deutlich entzerrt und Abstände konnten super eingehalten werden.

Nach dem Frühstück bemerkten wir, dass eine Offenburgerin mit ihrem großen Campingmobil neben uns einparkte. Es war Katrin Benz vom Bulls Curly Girls-Team und wir starteten eine Kooperation mit ihr. Wir drehten die Autos so, dass wir zueinander zeigten und hatten so genügend Platz für unsere Pitzone.

Nach den Gesprächen mit dem Sauser-Team vom Vorabend hatte ich mich entschieden, mit Starrgabel zu fahren, um noch ein paar Gramm am Berg zu sparen. Ich war zwar nur so fit wie ein 12-Jähriger und der Gewichtsvorteil hätte dementsprechend an der Platzierung nichts ausgerichtet, aber meine Psyche war wenigstens beruhigt. Eine Stunde vor Rennbeginn begaben wir uns zum Start, um die Lage besser abchecken zu können. Die Startaufstellung wurde nicht wie sonst nach Leistungsklassen unterteilt, sondern strikt nach dem Alter. Die Startblöcke waren mit deutlich weniger Personen besetzt und man musste im Startblock einen Mundschutz tragen. Einzig die Profis waren gemischt in einem Startblock.

Bei den Pros waren schon einige Hochkaräter am Start, um endlich mal wieder in den Rennmodus einzusteigen und vor allem wieder die Sponsoren zu platzieren. Meines Wissens war der Engadin Bike Giro das erste MTB-Etappenrennen nach Corona. So heuerten sogar Straßenprofis und Tour-de-France-Fahrer wie Simon Geschke und Heinrich Haussler im Mountainbike-Sport an. Bei den XC-Cracks waren Matthias Flückiger, Thomas Litscher oder Filippo Colombo am Start. Bei den Marathonprofis waren Alban Lakata oder Daniel Geismayr und Vorjahressieger Sascha Weber, Simon Stiebjahn, Julian Schelb oder Simon Schneller die größten Aspiranten auf Top-Platzierungen.

Ich dagegen hoffte nur auf ein Wunder, die hohen Berge hinauf zu kommen. Mit der Höhenluft hatte ich zwar keine Probleme, aber auf der ersten Etappe sollte es von St. Moritz (1.750m) auf die 2.209 m hohe Suvretta-Alm gehen. Ein wenig Pipi vor Angst hatte ich schon in der Hose. Dann erfolgte aber endlich der Startschuss für die Profis. Das Herz schlug mir bis zum Hals und ich realisierte, dass das fast einjährige Warten auf das Rennfeeling endlich ein Ende hatte.

Zunächst preschten die männlichen Profis aus dem Startblock, dann die Profi-Frauen. Dort war das Starterinnenfeld ebenfalls super gut bestückt. Mit Linda Indergand, Alessandra Keller oder Elisabeth Brandau waren Olympiateilnehmerinnen an der Startlinie. Aber auch Ester Süss oder Ariane Lüthi waren einmal mehr Anwärterinnen auf einen möglichen Gesamtsieg. Ein Startblock nach dem anderen wurde im Zweiminutenabstand gestartet. 30 Sekunden vor dem Start durften wir die Masken abnehmen und mussten sie in die Trikottasche stecken, da wir diese noch für die Zieleinfahrt brauchten.

Die ersten Rennmeter im Jahr 2020 fühlten sich wie eine Befreiung an. Lange Zeit mussten wir warten, bis wir das Adrenalin vor dem Start spüren durften.
# Die ersten Rennmeter im Jahr 2020 fühlten sich wie eine Befreiung an. Lange Zeit mussten wir warten, bis wir das Adrenalin vor dem Start spüren durften. - Foto: Sportograf

Ohhh, meine Vorfreude stieg ins Unermessliche. Dann wurden wir endlich auf die Strecke geschickt. Vor lauter Aufregung schaffte ich es fast nicht, in das Pedal einzuklicken. Aber dann hatte ich endlich Druck auf dem Pedal und meine 6,08-kg-Rakete entfaltete ihr gesamtes Potential. Im Slalom schlängelte ich mich durch das Feld den leichten Asphaltanstieg hinauf, bis wir die Bobbahn erreicht hatten. Ich fühlte mich absolut gut, aber hatte mir gedacht, dass das auch durch das Adrenalin kommen würde. Wir bogen von der Straße auf die Naturbobbahn ab und es schüttelte mich mit meiner Starrgabel auf dem staubigen Untergrund ordentlich durcheinander. Aber es war mir egal. Ich wollte den fehlenden Federweg mit Wahnsinn wettmachen.

Mit einem Grinsen im Gesicht überholte ich munter die Federgabelfraktion und hüpfte fast leichtfüßig mit meinen Rennradschuhen über größere Bodenwellen. Ich war wie auf Droge. Der Vorteil meiner Rennradtreter ist, dass man wirklich satt ins Pedal geschnallt ist und so mehr Druck und bessere Kontrolle über das Bike in Extremsituationen hat. Ausklicken ist zwar ein wenig Übungssache, aber bei Marathons musste ich eigentlich nie laufen. Seit Jahren ist es für mich die beste Option, da die Schuhe nur 280 g leicht sind.

Nach ein wenig Zickzackfahren ging es dann in den ersten richtig langen Anstieg. Ich fühlte mich super und kurbelte mit 310 Watt „locker“ den Berg hinauf. Ich war erstaunt, wie gut ich drauf war, obwohl ich ab April nur Spaßtouren als Training gefahren war. Eis, Kuchen und Kaffee gehörten zu jeder Ausfahrt dazu. Naja, was soll ich sagen, meine Form war nicht nur die eines 12-jährigen, sondern ich dachte auch wie ein 12-jähriger. Ich hatte schon Zweifel, ob strukturiertes Training für solche Rennen überhaupt nötig sei, wenn es doch auch so ging. Nach 200 Metern änderte sich aber schlagartig meine Meinung. Damit meine ich aber nicht 200 Höhenmeter! Der Puls kletterte bis an die 200er Marke und ich spürte schon, wie die Säure in die Oberschenkel schoss.

Das war dann auch schon der Zeitpunkt, als mir bewusst wurde, dass die „kurzen“ 36,1 Kilometer doch sehr lang werden könnten. Am ersten Berg trennt sich eben immer die Spreu vom Weizen und ich war definitiv die Spreu. Ich setzte den Blinker rechts und machte die Überholspur frei. Der breite Weg schlängelte sich im Zickzack durch lichten Wald gen Himmel. Nach wenigen hundert Metern hatten wir schon eine beträchtliche Höhe erreicht und durch die freien Stellen im Wald hatte man einen optimalen Blick auf die schroffen Berge. Nach 40 Minuten in der Laktathölle hatte ich dann endlich den Telefonmast und somit die ersehnte Trailabfahrt erreicht.

Zunächst wechselte sich Highspeed mit Schritttempo in den super engen Kurven ab, bis es dann richtig flowig wurde. Der Trail war eine wahre Entschädigung für den langen Anstieg. Im weiteren Verlauf der Strecke wechselten sich Asphalt, Schotterwege und kleinere Trailabschnitte ab. Es ging auch nicht mehr länger als zehn Minuten bergauf. Ich begann, mich nun auch wieder ein wenig besser zu fühlen, wurde aber dennoch immer überholt, sobald es mehr als 3 % Steigung hatte. Wir wurden nach circa 15 km einen technischen Trail hinuntergeschickt und trotz 40 cm Absätzen und Wurzelteppichen konnte ich im Downhill wieder ordentlich Plätze gut machen.

Wir überquerten den Zielbereich und es war ab jetzt eine weitere ähnliche Runde zu fahren. Der größte Unterschied bei dieser Runde war allerdings, dass nach Erreichen des Telefonmastes das Klettern noch nicht vorbei sein sollte. Das spielte mir nicht unbedingt in die Karten, aber wo es hochgeht, führt es bekanntlich auch wieder runter. Ich quälte mich also wieder das Schottermonster nach oben. Die Kilos, die ich an meinem Starrgabelrenner gespart hatte, waren in doppelter Ausführung am Bauch vorhanden. Am Berg zählt eben wie in der Formel 1 Kilo pro PS – und ich hatte eine denkbar ungünstige Verteilung beider Werte.

Mit dem Erreichen des berühmten Grand Hotel von St. Moritz mit der Bergkulisse im Hintergrund, war die erste von zwei Rennrunden der 1. Etappe geschafft.
# Mit dem Erreichen des berühmten Grand Hotel von St. Moritz mit der Bergkulisse im Hintergrund, war die erste von zwei Rennrunden der 1. Etappe geschafft. - Foto: Erik Hoos

Langsam hatte ich allerdings meine Geschwindigkeitsgruppe gefunden und wurde nicht mehr so häufig überholt. Irgendwie hatte ich es sogar geschafft, mich auf den letzten Berg hinaufzuwuchten. Der Downhill war zunächst super ruppig und nun hatte ich einen wirklichen Nachteil mit meiner Entscheidung, starr zu fahren. Aber nach 200 m war der Abschnitt abgehakt und es folgte ein perfekt geshapter Flowtrail mit allen Raffinessen. Steilwandkurven, Sprünge, Doubles und North Shore Features. Boa, ich bekam das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht.

Die langen Anstiege wurden mit feinsten Trails belohnt.
# Die langen Anstiege wurden mit feinsten Trails belohnt. - Foto: Sportograf

Bevor es wirklich Richtung Ziel der ersten Etappe ging, waren noch ein paar kleinere Rampen zu bewältigen. Auf einer dieser Rampen stand Elisabeth Brandau mit Defekt. Ich schrie von weitem schon, ob sie Hilfe bräuchte. „Nein! Das Rennen ist eh gelaufen!“, bekam ich als Antwort. Im Ziel wartete Robert schon mit einem Bierchen auf mich. Gefühlt fand der Alkohol ohne Umwege den Weg direkt in das Gehirn. Aber der Vorteil war, dass auch die Schmerzen in den Beinen etwas betäubt wurden.

Stage One war geschafft und wir entschieden uns, den restlichen Tag weiter gechillt zu verbringen. Bissel essen, das Fully für den nächsten Tag richten und dummes Zeug quasseln. Wie Urlaub, nur mit Schmerzen in den Beinen. Die Zeit verflog. Unser Stellplatz war dabei aber auch Anlaufpunkt für viele Freunde der Szene. Es eskalierte jetzt nicht unbedingt, aber das letzte Bier um 2 Uhr nachts hätte doch nicht sein müssen – zumal der Start für die zweite Etappe um 9 Uhr war. Der große Vorteil war allerdings, dass Kai Sauser und der komplette Beschilderungstrupp bis spät in die Nacht an unserem Stellpaltz waren und ich so super Hintergrundwissen über die Strecke hatte. Nachts hatte es allerdings angefangen zu regnen und erfahrungsgemäß wusste ich, dass es auf Höhen von 2.500 m sehr ungemütlich werden kann.

Die Ruhe vor dem Sturm. Während der 2. Etappe regnete und stürmte es, oberhalb von 2.500 m war es 4 °C kühl.
# Die Ruhe vor dem Sturm. Während der 2. Etappe regnete und stürmte es, oberhalb von 2.500 m war es 4 °C kühl. - Foto: Sportograf

2. Etappe

Morgens hatte ich leichte Anlaufschwierigkeiten, war dann aber trotz des Regens pünktlich mit Maske im Startblock. Der Start verlief für meine Verhältnisse wirklich gut, aber am ersten Berg war das altbekannte Problem aus der ersten Etappe wieder spürbar. Mein Motor hatte einfach zu wenig PS und deutlich weniger Hubraum als in den letzten Jahren. In den ebenen Abschnitten lief es aber recht gut. Wenn die Masse halt mal am Rollen ist, dann läuft’s. Bis Kilometer 30 war ich noch halbwegs gut im Rennen, aber die Strecke führte größtenteils über eher flacheres Terrain an den Seen entlang.

Schlechte Stimmung gibt es aber bei mir nicht und ich nahm mir vor zu ballern.
# Schlechte Stimmung gibt es aber bei mir nicht und ich nahm mir vor zu ballern. - Foto: Erik Hoos
In der Vergangenheit wurden die benutzten Flaschen aus Naturschutzgründen gereinigt weiterverwendet. Wegen Corona wurde dies nun allerdings abgeschafft. Die Helfer trugen Mundschutz und Handschuhe, um Neuinfektionen zu vermeiden.
# In der Vergangenheit wurden die benutzten Flaschen aus Naturschutzgründen gereinigt weiterverwendet. Wegen Corona wurde dies nun allerdings abgeschafft. Die Helfer trugen Mundschutz und Handschuhe, um Neuinfektionen zu vermeiden. - Foto: Erik Hoos

Bis hierhin war meine BALLERN-Cap Programm. Der erste richtige Berg zog mir allerdings dann schnell den Zahn. An der zweiten Verpflegungsstelle nach 34 km war ich eigentlich schon blau, aber Rennleiter Rik Sauser rief mir aufmunternd zu: „Kai, lass laufen.“ Zum Antworten bin ich schon nicht mehr gekommen, da ich die steile Wand vor mir sah. Die Strecke führte über eine Kuhweide kerzengerade den Hang hinauf und die Teilnehmer liefen fast Polonaise hinauf. Wenige Meter später war es auch bei mir mit Kurbeln vorbei.

Nach der 2. Verpflegungsstation hieß es durchbeißen und wandern. Die Strecke führte kerzengerade eine Kuhweide hinauf.
# Nach der 2. Verpflegungsstation hieß es durchbeißen und wandern. Die Strecke führte kerzengerade eine Kuhweide hinauf. - Foto: Sebastian Schnitzer

Mit meinen Samba-Schlappen versuchte ich, die Kuhweide hinauf zu stacheln. Zum ersten Mal seit mehr als sieben Jahren verfluchte ich die Treter, aber das sollte erst der Anfang des Wandertages sein. Keuchend oben angekommen, freute ich mich schon auf den Trail. Das Fully hatte sich echt gelohnt, da es hier wirklich schroffe und schlammige Stellen gab. Aber die Freude über das Trailballern war nur von kurzer Dauer.

Das Streckenprofil hielt für uns das Hochgebirge bereit. Ein Schild zeigte an, dass es drei Kilometer bis zur Munatsch-Alm war. Ich ging den Anstieg sehr gediegen an, da es erst nach meiner Erfahrung von 2016 nach der Alm richtig ans Eingemachte ging. Mittlerweile regnete es wie in Strömen und der Wind nahm Minute für Minute zu. Der Wettergott meinte es wirklich nicht gut mit uns.

Wie ich vermutet hatte, wurde es nach der Alm wirklich schlimm. Die Strecke führte über einen extrem schlammigen Wanderweg. Anfangs war dieser einfach nur schmierig, sodass das Hinterrad keine Traktion hatte und durchrutschte. Einige Höhenmeter später änderte sich aber der Morast und klebte förmlich an den Reifen. Sowas hatte ich wirklich noch nie erlebt. Der Schmodder an den Reifen wuchs zu Fatbikereifen an. Teilweise war es so schlimm, dass die Räder blockierten. Fahren war nun nicht mehr möglich. Federgabel und Hinterbau waren die Abstreifer für die braune Masse. Nach einigen Schiebemetern fielen riesige Matschbrocken runter und bedeckten bald darauf das halbe Rad.

Oberhalb der Baumgrenze sind die Bedingungen deutlich härter, als man es im Tal vermuten würde. Aber die Landschaft hat dennoch vieles zu bieten und die Trails sind wunderschön.
# Oberhalb der Baumgrenze sind die Bedingungen deutlich härter, als man es im Tal vermuten würde. Aber die Landschaft hat dennoch vieles zu bieten und die Trails sind wunderschön. - Foto: Sportograf

Der Widerstand beim Schieben war enorm. Unvermittelt krachte irgendetwas an meinem Bike. Es hatte sich Dreck, zusammen mit Gras, in den Ritzeln und dem Kettenspanner verhakt. Das Resultat war, dass ich durch das Wuchten des Bikes das Schaltauge abgerissen hatte. Naja, da stand ich nun im Dreck, auf 2.500 Metern Höhe, im strömenden Regen und bei 4 °C. Jetzt ging es nicht mehr um Rennresultate, sondern ums Überleben. Ich musste laut lachen, da ich die Situation als weiteren Test fürs Leben gesehen hatte. Was soll man sonst auch anderes tun? Vom Fluchen wird die Situation eben auch nicht besser.

Laut Streckenplan gab es nach ca. 100 Höhenmetern eine Abfahrt und dann einen Verpflegungspunkt. Mein Wandertag begann. Als ich am Verpflegungspunkt zu Fuß ankam, hatte ich zwei Optionen. Entweder unterkühlt zwei bis drei Stunden warten, bis der Verpflegungspunkt abgebaut wurde oder eben den Heimweg zu Fuß. Ich entschied mich für zweiteres, da ich bergab hinunterrollen konnte. Ein Helfer lieh mir netterweise noch eine Regenjacke, damit ich nicht komplett erfror.

Gute Miene zum bösen Spiel. Nachdem das Schaltauge auf 2.500 m abgerissen wurde, war der Heimweg eine Tortur. Aber ein Helfer lieh mir, der ich vollkommen unterkühlt war, eine Regenjacke.
# Gute Miene zum bösen Spiel. Nachdem das Schaltauge auf 2.500 m abgerissen wurde, war der Heimweg eine Tortur. Aber ein Helfer lieh mir, der ich vollkommen unterkühlt war, eine Regenjacke. - Foto: Erik Hoos

Bis St. Moritz war dies auch kein Problem. Danach aber, im Flachen, war ich als Roller unterwegs und kickte mich mit einem Fuß vom Boden ab. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass es mit Rennradschuhen kein großer Spaß war. In Silvaplana angekommen wurde dann auch das Wetter wieder besser und später war die Sonne draußen.

Während Profis ihre eigenen Mechaniker dabei haben, schrauben wir Hobbyfahrer selbst.
# Während Profis ihre eigenen Mechaniker dabei haben, schrauben wir Hobbyfahrer selbst. - Foto: Erik Hoos
Ein Etappenrennen ist wie Urlaub (nur mit Schmerzen): Tolle Touren, wunderschöne Gegenden, ein wenig Bier und schrauben.
# Ein Etappenrennen ist wie Urlaub (nur mit Schmerzen): Tolle Touren, wunderschöne Gegenden, ein wenig Bier und schrauben. - Foto: Erik Hoos

3. Etappe

Am kommenden Morgen kam leider noch etwas Hektik auf, da es in der Nacht echt spät wurde. Es ging aber nicht nur mir so. Keine 15 Min. vor dem Start um 9 Uhr stand Adelheid Morath bei uns am Pavillon und wir versuchten, ihre schleifende Bremse zu richten. Bei sonnigem Wetter gingen wir auf die letzte Etappe mit 64,3 km und 2.318 Höhenmetern.

Auf der letzten Etappe wurden wir nach dem Regentag wieder mit Sonne verwöhnt.
# Auf der letzten Etappe wurden wir nach dem Regentag wieder mit Sonne verwöhnt. - Foto: Sportograf

Nach dem Startschuss bemerkte ich, dass ich zwar das Bike repariert hatte, aber die Fußplatten meiner Rennradschuhe komplett abgewetzt waren und ich mich nicht mehr richtig einklicken konnte. Die ersten kleinen Anstiege liefen noch halbwegs gut, aber ich konnte einfach nicht rund treten. Eigentlich hatte ich mich auf die Downhills gefreut, da ich von der Sauser-Bierrunde mit dem Beschilderungstrupp wusste, welche Highlights auf uns warteten. Gleich zu Beginn, auf den ersten 20 Kilometern, waren schon super coole Trails dabei. Bergauf und bergab, durch tollste Nadelwälder und an Bergseen entlang.

Es gab immer mal wieder flache Passagen, in denen ich versuchte, mich an einem Hinterrad auszuruhen. Nach 26 Kilometern führte die Strecke über fast 8 km Länge an einem Fluss entlang. In Ebenen fühlte ich mich mit meinem erhöhten Körpergewicht wohl. Ich konnte richtig Druck machen und wusste von meinen 24-h-Rennen, wie windschnittiges Fahren in der Ebene funktioniert.

Mit einigen Fahrern im Schlepptau sammelte ich Gruppe um Gruppe ein und es bildete sich ein ganzer Pulk hinter mir. In den Kurven nahm ich Druck vom Pedal, denn ich wollte unser Rudel nicht sprengen, sondern mein Gelutsche der Vorkilometer zurückgeben. Bei Kilometer 34 passierten wir die zweite Verpflegungsstation und ich wusste, dass es dann ins Gebirge ging. Höflich bedankten sich die Fahrer hinter mir für die Windarbeit, denn ich hatte mein Pulver verschossen.

Theoretisch fuhren wir auf dieser Etappe nur über einen wirklichen Berg, aber der Anstieg hatte es in sich. Es galt, fast 1.000 Höhenmeter am Stück zu erklimmen. Nach 400 Höhenmetern stauten sich die Teilnehmer am ersten alpinen Aufstieg und es war wieder wandern angesagt. Andächtig still schob sich die Karawane wie ein Trauermarsch gen Himmel, denn jeder einzelne war mit sich selbst und der Höhenluft beschäftigt. Die nackten Zahlen der einzelnen Etappen geben eben leider keinen Aufschluss, wie die Wege und der Untergrund wirklich waren. Da ich allerdings keine Ambitionen hatte, genoss ich einfach die Aussicht und machte Erinnerungsfotos.

Alpine Abschnitte zwangen uns, erneut zu wandern, während die Luft immer dünner wurde.
# Alpine Abschnitte zwangen uns, erneut zu wandern, während die Luft immer dünner wurde.

Die Situation mit den Schuhen wurde durch das Laufen auf Geröll natürlich auch nicht besser. Mittlerweile war es nicht mehr möglich einzuklicken und ich war haltlos im Pedal. Kunststoff rutscht auf Carbon eben ausgesprochen gut. Einige Gipfelbilder später ging es endlich in die ersehnte Abfahrt. Der Trail war ein absoluter Traum! Kurvig schlängelte sich der Flow-Trail an den Hängen entlang. Perfekt geshapet, mit kleinen Sprüngen und einmaliger Aussicht. Die Sache hatte allerdings einen Haken. Andauernd rutschte ich vom Pedal.

Der lange und beschwerliche Aufstieg lohnte sich alleine wegen der Aussicht.
# Der lange und beschwerliche Aufstieg lohnte sich alleine wegen der Aussicht. - Foto: Sportograf
Auf den vorderen Platzierungen hatte Thomas Litscher wenig Zeit, die Landschaft zu genießen, denn es ging um jede einzelne Sekunde.
# Auf den vorderen Platzierungen hatte Thomas Litscher wenig Zeit, die Landschaft zu genießen, denn es ging um jede einzelne Sekunde. - Foto: Sportograf
Der Corviglia-Flowtrail schlängelt sich gen Tal und macht wirklich super viel Laune zu fahren.
# Der Corviglia-Flowtrail schlängelt sich gen Tal und macht wirklich super viel Laune zu fahren.

Das hochgezüchtete Rennpferd stürmte im Galopp mit mir als Reiter gen Tal, aber ich war ohne Zaumzeug im Rennen. Mühsam versuchte ich mich, so gut es ging, an meinem Araber festzuhalten und zu passagieren. Nach ein paar 100 Metern auf einem breiteren Schotterweg führte die Strecke wieder auf einen Pfad. Hier ging es aber ans Eingemachte, denn die restlichen 450 Höhenmeter waren komplett verblockt. Meine Knochen am Sprunggelenk hatten Prellungen und die Achillessehne hatte ebenfalls einige Pedalschläge abbekommen. Aber half ja nichts. Dummheit musste eben bestraft werden.

Ich war überglücklich, heil im Ziel angekommen zu sein. Füße weg vom Pedal und rollen lassen.
# Ich war überglücklich, heil im Ziel angekommen zu sein. Füße weg vom Pedal und rollen lassen. - Foto: Sebastian Schnitzer

Das Ziel war aber nah und ich freute mich wie ein Schneekönig, als ich es erreicht hatte. Vor 4 Jahren wurde ich noch 31ster der Gesamtwertung und 4. der Altersklasse. Aber im Coronajahr nahm ich auf dem 61. Platz in der Altersklasse platz. Wegen Corona gab es dieses Jahr keine Siegerehrungen, sondern die Podestplätze wurden in den sozialen Medien mit deren Rennbildern geehrt und das Siegertrikot per Post zugesandt.

Mund-Nasenschutz im Ziel war vorgeschrieben, aber das Grinsen hielt sich auch unter der Maske im Gesicht.
# Mund-Nasenschutz im Ziel war vorgeschrieben, aber das Grinsen hielt sich auch unter der Maske im Gesicht. - Foto: Sebastian Schnitzer

Nachdem ich lange mit mir gehadert hatte, das Rennen zu fahren, bin ich nun wirklich froh, eine der wenigen Möglichkeiten für Hobbyfahrer dieses Jahr genutzt zu haben. Nach Rücksprache mit Kai Sauser ist einige Wochen nach dem Etappenrennen sicher, dass es keine Covid-19-Infektion durch die Veranstaltung gegeben hat. Nachdem ich nun live gesehen habe, dass Corona-Sicherheitskonzepte auch an Etappenrennen eingehalten werden können, überlege ich mir nun ernsthaft, auch den Rothaus Bike Giro zu bestreiten. Veranstalter ist dabei wieder das Eventteam rund um Sausers. Denn ich bin mir sicher, dass auch hier die Corona-Regelungen eingehalten werden können und es sind sogar noch Startplätze frei.

Nach drei Jahren hatte der Engadin Bike Giro meinen Rennradschuhen den Rest gegeben.
# Nach drei Jahren hatte der Engadin Bike Giro meinen Rennradschuhen den Rest gegeben. - Foto: Sebastian Schnitzer

Ich habe nun auch gelernt, dass es bei solchen Rennen nicht immer nur um Platzierungen geht, sondern dass sie eine einmalige Gelegenheit bieten, neue Gegenden kennenzulernen. Und das ganz offiziell auf Trails, kleiner als zwei Meter Breite, in einer der schönsten Landschaften!

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# 25

Wettkämpfe in Coronazeiten – für dich ein klares Muss oder eher verzichten?

Bilder: Sportograf, Sebastian Schnitzer, Erik Hoos, privat
  1. benutzerbild

    rosenland

    dabei seit 11/2009

    Schon sehr selbstverliebt.
    Formulierung wie Kondition eines 12-jährigen und dann plötzlich doch vorne mitfahren finde ich ggü. jedem der das hier liest ebenfalls nicht ideal.
  2. benutzerbild

    johnseehu

    dabei seit 08/2015

    Netter und sympathischer Bericht, hat Spaß gemacht zu lesen!

    Die Vorredner denen ballern zu heftig klingt oder ein Gefühl von Säure im Schenkel wohl zu übertrieben erscheint kennt man eh

    Sind die gleichen die am Sonntag die 0815 Biergarten/Eisdielen Runde drehen und dann der Frau und den Kollegen erzählen was für krasse Typen sie wohl mit dem Mtb sind
  3. benutzerbild

    __U3__

    dabei seit 01/2014

    x-o schrieb:

    Ballern ist dir im Bike-Kontext aber ein Begriff, oder?

    https://www.mtb-news.de/?s=Ballern


    Genau das ist das Problem!

    Keine Ahnung wer Ballern, Shredden oder solchen Blödsinn mit dem Biken in Verbindung gebracht hat. Es klingt bescheuert, und jeder Außenstehende fasst sich an den Kopf! An meinem Avatar sieht man das ich 20 Jahre MX Rennen gefahren bin, solche dämlichen möchtegern coolen Sprüche gibt es dort nicht. Würde Jeder für bescheuert erklärt werden!
    Geballert wurde im wilden Westen und leider an manchen Highschools, und sowas schreibt man sich doch nicht auf die Rübe oder auf die Socken.
    Thema Außenwirkung
    Oder was denkt Ihr, was einem Wanderer in den Sinn kommt wenn er nem Biker begegnet der groß "Bock auf Ballern!" irgendwo stehen hat???
  4. benutzerbild

    x-o

    dabei seit 04/2005

    __U3__ schrieb:

    Genau das ist das Problem!

    Keine Ahnung wer Ballern, Shredden oder solchen Blödsinn mit dem Biken in Verbindung gebracht hat. Es klingt bescheuert, und jeder Außenstehende fasst sich an den Kopf! An meinem Avatar sieht man das ich 20 Jahre MX Rennen gefahren bin, solche dämlichen möchtegern coolen Sprüche gibt es dort nicht. Würde Jeder für bescheuert erklärt werden!
    Geballert wurde im wilden Westen und leider an manchen Highschools, und sowas schreibt man sich doch nicht auf die Rübe oder auf die Socken.
    Thema Außenwirkung
    Oder was denkt Ihr, was einem Wanderer in den Sinn kommt wenn er nem Biker begegnet der groß "Bock auf Ballern!" irgendwo stehen hat???


    Was für eine Außenwirkung auf Wanderer bei einem Rennen?
  5. benutzerbild

    rosenland

    dabei seit 11/2009

    __U3__ schrieb:

    Genau das ist das Problem!

    Keine Ahnung wer Ballern, Shredden oder solchen Blödsinn mit dem Biken in Verbindung gebracht hat. Es klingt bescheuert, und jeder Außenstehende fasst sich an den Kopf! An meinem Avatar sieht man das ich 20 Jahre MX Rennen gefahren bin, solche dämlichen möchtegern coolen Sprüche gibt es dort nicht. Würde Jeder für bescheuert erklärt werden!
    Geballert wurde im wilden Westen und leider an manchen Highschools, und sowas schreibt man sich doch nicht auf die Rübe oder auf die Socken.
    Thema Außenwirkung
    Oder was denkt Ihr, was einem Wanderer in den Sinn kommt wenn er nem Biker begegnet der groß "Bock auf Ballern!" irgendwo stehen hat???



    Bin ungefähr genauso lange Enduro Wettbewerbe gefahren, also die mit Motor meine ich.
    Damals war "Vollcross" Fahren ein running gag und jeder der es verwendet hat, hatte sich sofort disqualifiziert.

    Vielleicht war damals die Vollcross das ballern von heute, in jedem Fall unnötig und letztlich lächerlich.

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