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Die Jungs vom Lexware Mountainbike Team
Die Jungs vom Lexware Mountainbike Team - Georg Egger, David List und Max Brandl (von links)
Der Tag beginnt für David und Co. um 7 Uhr
Der Tag beginnt für David und Co. um 7 Uhr - Entweder steht ein kleines Laufprogramm auf dem Plan oder ein kurzer Kraftzirkel
Das Lexware-Trio arbeitet aktuell noch viel an der Grundlagenform
Das Lexware-Trio arbeitet aktuell noch viel an der Grundlagenform - Auch mit dem MTB stehen dabei viele Kilometer auf der Straße an
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Der Spaß kommt auch im Trainingslager sichtlich nicht zu kurz
Der Spaß kommt auch im Trainingslager sichtlich nicht zu kurz
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Die Saison 2021 steht allen Widrigkeiten zum Trotz in den Startlöchern. Schon am Wochenende steigt im spanischen Banyoles das erste HC-Rennen auf europäischem Boden und selbstverständlich bereiten sich auch das Lexware Mountainbike Team und die Nationalmannschaft intensiv auf die kommenden Rennen vor. Der deutsche Marathonmeister David List gibt uns im ersten „Lexware-Blog“ des Jahres Einblicke in das Trainingslager in der Gegend rund um Girona! 

Mehr zum Lexware-Blog erfahrt ihr in unserem Interview mit Daniel Berhe.

Aktuell befinde ich mich mit vier weiteren Sportler:innen der Nationalmannschaft in Banyoles (Spanien) und bereite mich auf die bevorstehende Rennsaison vor. Eigentlich sind natürlich mehr Leute in der Nationalmannschaft, die hier dabei sein könnten, doch wegen der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Reisebeschränkungen ist dieses Trainingslager nur für Longlist-Athlet:innen vorgesehen. Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) hat nur diejenigen zum Trainingslager geladen, in denen er das Potential für einen Start für die Olympischen Spiele in Tokio 2021 sieht. Von denen sind neben mir noch meine Teamkollegen Max Brandl und Georg Egger sowie Ronja Eibl und Nina Benz dabei. In diesem ausgewählten Kreis dabei zu sein und das Privileg zu haben, während der Pandemie hier in Spanien unter besten Bedingungen trainieren zu dürfen, freut mich sehr. Und da alle männlichen Teilnehmer auch gleichzeitig meine Teamkollegen aus dem Lexware-Mountainbike-Team sind, ist die Stimmung super.

Die Jungs vom Lexware Mountainbike Team
# Die Jungs vom Lexware Mountainbike Team - Georg Egger, David List und Max Brandl (von links)

Mein letztes Trainingslager (bzw. meine letzte Flugreise) ist ein Jahr her und so musste ich meinen Radkoffer aus der hintersten Ecke des Kellers hervorziehen. Doch bevor ich mit dem Packen beginnen konnte, hatte ich einen Termin in der Uniklinik für den Corona-Test, der zur Einreise nach Spanien benötigt wird und nicht älter als 72 Stunden sein darf. Exakt ein Tag vor Abflug bekam ich mein negatives Testergebnis zugeschickt und so konnte ich mit dem Tetris-Packgame starten. Da ich für vier Wochen am Stück hier in Spanien sein werde, gab es einige Dinge, die einzupacken waren. Aber mit einem Radkoffer, der bis zu 32 kg und einem Gepäckstück, das bis 24 kg fassen darf, hat zum Glück alles seinen Platz gefunden.

Lexware MTB Team – Video Trainingslager Februar von TooboldMehr Mountainbike-Videos

Alles, bis auf die Sonnencreme, die ich hier am ersten sonnigen Tag vergeblich in meinem Kulturbeutel gesucht habe. Das Wetter ist hier schon deutlich beständiger und wärmer als daheim in Freiburg und so folgt hier nach einem meist diesigen Morgen immer ein sonniger und recht warmer Mittag um die 15 bis 20 Grad. Das sind perfekte Bedingungen für unsere langen Trainingseinheiten!

Während der Tour sendet immer einer der Sportler einen Live-Standort an den Bundestrainer, sodass er uns an bestimmten Wegpunkten mit dem Auto abfangen und uns mit Wasser und Essen versorgen kann.

Insgesamt sind wir acht Leute, davon fünf Sportler und drei Betreuer – ein bequemes Verhältnis. Neben dem Bundestrainer Peter Schaupp haben wir den BDR-Mechaniker Martin Wels und den Physiotherapeuten Sven mit dabei. Mit dem Bundestrainer besprechen wir immer am Vorabend die anstehenden Trainingsinhalte und die Route. Da wir Sportler alle mit individuellen Trainingsplänen unserer jeweiligen Heimtrainer ausgestattet sind, schauen wir täglich, wo sich Teile überschneiden und wer gemeinsam fahren kann. Hier in Banyoles haben wir besonders gute Ortskenntnis, deshalb erstellen wir über eine Routenplanungs-App unsere Touren, die wir uns auf unsere Stages-Radcomputer laden. So müssen wir während des Trainings nicht mit dem Handy herumhantieren. Während der Tour sendet immer einer der Sportler einen Live-Standort an den Bundestrainer, sodass er uns an bestimmten Wegpunkten mit dem Auto abfangen und uns mit Wasser und Essen versorgen kann. Im Auto ist auch immer unser Martin mit dabei, falls mal was am Bike kaputt gehen sollte.

Mein aktuelles Trainingsprogramm hier im Trainingslager ist wegen dem frühem Saisonzeitpunkt noch sehr auf das Grundlagen- und Schwellentraining ausgelegt und so startet mein Tag um 7 Uhr mit einem lockeren Lauf oder einem kleinen Kraftzirkel im Vorgarten unserer Finca. Nach einem ausgiebigen Frühstück (meistens ein großes Müsli mit Früchten) und einer kleinen Verdauungspause starten wir gegen 10 Uhr unsere Radeinheit.

Der Tag beginnt für David und Co. um 7 Uhr
# Der Tag beginnt für David und Co. um 7 Uhr - Entweder steht ein kleines Laufprogramm auf dem Plan oder ein kurzer Kraftzirkel

An einem reinen Grundlagentag absolvieren wir unser Training oft in einer langen Einheit am Stück. Stehen Intervalle auf dem Programm, fahren wir diese eher am Vormittag. Dafür suche ich mir einen Anstieg aus, an dem ich die Intervalle konstant abspulen kann und in der Pause über einen Single-Trail wieder zum Startpunkt komme. Das macht dann auch Spaß und man hat eine Belohnung nach dem Intervall. Nachmittags folgt dann nach einer Pause von knapp zwei Stunden eine zweite Ausfahrt, welche hauptsächlich auf der Straße stattfindet und mit wenigen Anstiegen gespickt ist.

Das Lexware-Trio arbeitet aktuell noch viel an der Grundlagenform
# Das Lexware-Trio arbeitet aktuell noch viel an der Grundlagenform - Auch mit dem MTB stehen dabei viele Kilometer auf der Straße an

Bis wir nach den Einheiten wieder zurück sind, ist es meistens schon 18 Uhr. Martin nimmt unsere Bikes entgegen, checkt sie durch und repariert, falls etwas kaputt gegangen ist, während wir uns nach einem Regenerationsshake direkt um das Abendessen kümmern. Die Gerichte haben wir 3 bis 4 Tage im Voraus geplant und so kann unser Physio, während wir beim Training sind, alle Zutaten und Mengen (das sind viele!) einkaufen und wir direkt mit dem Kochen starten, wenn wir zurückkommen. Beim Kochen teilen wir Sportler uns immer auf, so dass sich der eine Teil ums Kochen und der andere Teil ums Abspülen und Aufräumen der Küche kümmert. Meistens gibt’s Reis mit Gemüse oder Pasta und bei der Besprechung für den kommenden Tag noch den ein oder anderen Snack.

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Abends steht die Regeneration an. Je nach Vorlieben können wir uns zwischen einer Physiobehandlung oder Lymphomat, Pilatesrolle oder Dehnen entscheiden. Ich bleibe bei meiner Routine aus Dehnen und Blackroll, an die mein Körper gewöhnt ist, und nehme alle 3 bis 4 Tage eine Physiobehandlung von Sven in Anspruch. Das tut bei den langen Einheiten hier sehr gut und hilft, sie zu verarbeiten.

In der ersten Woche habe ich in sechs Tagen 33 Stunden auf dem Rad trainiert und eine Stunde Krafttraining gemacht.

Wir sind jetzt bereits seit 12 Tagen hier. In der ersten Woche habe ich in sechs Tagen 33 Stunden auf dem Rad trainiert und eine Stunde Krafttraining gemacht. Zwei von den sechs Trainingstagen waren am Vormittag mit Schwellenintervallen gespickt und der Rest alles Grundlagentraining. Ich habe zwar nur 800 Kilometer zurückgelegt (aber es waren auch einige Trails dabei) und bin auf 15 000 Höhenmeter gekommen. Letzten Freitag hatten wir unseren Ruhetag – und der war auch dringend nötig, um runterzukommen und einfach mal einen Tag lang im Garten unserer Finca die Beine hochzulegen.

Der Spaß kommt auch im Trainingslager sichtlich nicht zu kurz
# Der Spaß kommt auch im Trainingslager sichtlich nicht zu kurz
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Am Sonntag starten fast alle von uns beim HC-Rennen hier direkt in Banyoles als Abschluss des Nationalmannschafts-Trainingslagers. Max und ich werden das Rennen allerdings auslassen, weil wir noch zwei Wochen länger hierbleiben und intensiv trainieren. Unser Teamkollege und Kumpel Luca Schwarzbauer reist (nachdem er seine Uniprüfungen hinter sich gebracht hat) am 1. März an. Mit ihm gemeinsam bereiten wir uns auf unseren Saisoneinstieg, den Bundesligaauftakt am 21. März in Georgs Heimat Obergessertshausen, vor.

Salí und bleibt gesund!

David

David List ist 21 Jahre alt und fährt seit 2016 für das Lexware Mountainbike Team. List wohnt in Freiburg, stammt ursprünglich jedoch aus Friedrichshafen. Seine größten sportlichen Erfolge feierte er vergangenes Jahr als er deutscher Marathonmeister in der Eliteklasse wurde und sich zudem den DM-Titel in der U23-Klasse im Cross Country sicherte. Des Weiteren wurde er drei weitere Male deutscher Meister in verschiedenen Nachwuchsklassen.

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Alle Blog-Berichte vom Lexware Mountainbike Team:

  1. benutzerbild

    Rick_Biessman

    dabei seit 09/2014

    Mann, immer diese Lycra-Träger, die mit echten Skills diese Strecken verkloppen! Lasst doch mal mein armes Weltbild in Ruhe! smilie

    Spaß beiseite. Riesenrespekt für die Leistung bergauf und bergab. Und danke für den Bericht! Hat Spaß gemacht zu lesen.
  2. benutzerbild

    Skunkworks

    dabei seit 01/2007

    Jetzt im Longlist-Trainingslager haben wir nur unsere Mountainbikes dabei, aber mit denen fahren wir auch die ein oder andere Straßeneinheit. Grüße aus Banyoles! smilie
    Schon die schönste Küstenstraße der Welt befahren? Zwischen Lloret de Mar und Sant Feliu de Guixols. Unbedingt machen! Fotos hier Posten!
  3. benutzerbild

    stevens28/2

    dabei seit 01/2002

    Hi in den Lexware Blog, wie siehts denn Ernährungsseitig bei euch aus...ihr schreibt ..."Passta und Reis" ..geht ihr auch immer mehr auf Vegetarische/Vegane Ernährung? Meines wissens nach hat das doch einige Vorteile die immer mehr Sportler aus dem Profibereich umsetzen...siehe Berich aus NFL aktuell:
    .....Dass eine vegane Ernährungsweise sich für NFL-Profis und andere Sportler auszahlt, ist mittlerweile aufgrund diverser Studien nachweisbar. Die “Physicians Committee for Responsible Medicine” - eine sportliche Non-Profit-Forschungseinrichtung machen vor allem einen besonderen Effekt verantwortlich. Diese Ernährung wirkt antientzündlich, wodurch Erholungsphasen deutlich effektiver ablaufen. Ein Verzicht auf tierische Produkte bedeutet ein Verzicht auf Cholesterin - eine höhere Viskosität des Blutes und Sauerstoffzufuhr für die Muskeln sind die Folge.

    Ich selber schwenke immer mehr um von Vegetarisch mir Veganen Anteilen (ja den Käse/Quark schaffe ich noch nicht ganz) und kann für mich sagen, das ich bei weitem nicht mehr so schlapp bin und erholter in die neuen Einheiten gehe, besonders nach Intervallen oder harten Einheiten. Auch die einfachen Kolehydrate aus Pasta usw. werden immer weniger und eher durch pflanzliche Proteine wie Bohnen/ Linsen abgelöst...ja ist manchmal nicht so erfreulich für den nachfahrenden ;-)...

    Vielleicht gibt's dazu ja mal was in eurem Blog..

    Gruß
    Olli
  4. benutzerbild

    seven21

    dabei seit 01/2012

    "Nur" 800km / 15000 in einer Woche auf dem MTB smilie
  5. benutzerbild

    Lexware-Team

    dabei seit 02/2021

    Hi in den Lexware Blog, wie siehts denn Ernährungsseitig bei euch aus...ihr schreibt ..."Passta und Reis" ..geht ihr auch immer mehr auf Vegetarische/Vegane Ernährung? Meines wissens nach hat das doch einige Vorteile die immer mehr Sportler aus dem Profibereich umsetzen...siehe Berich aus NFL aktuell:
    .....Dass eine vegane Ernährungsweise sich für NFL-Profis und andere Sportler auszahlt, ist mittlerweile aufgrund diverser Studien nachweisbar. Die “Physicians Committee for Responsible Medicine” - eine sportliche Non-Profit-Forschungseinrichtung machen vor allem einen besonderen Effekt verantwortlich. Diese Ernährung wirkt antientzündlich, wodurch Erholungsphasen deutlich effektiver ablaufen. Ein Verzicht auf tierische Produkte bedeutet ein Verzicht auf Cholesterin - eine höhere Viskosität des Blutes und Sauerstoffzufuhr für die Muskeln sind die Folge.

    Ich selber schwenke immer mehr um von Vegetarisch mir Veganen Anteilen (ja den Käse/Quark schaffe ich noch nicht ganz) und kann für mich sagen, das ich bei weitem nicht mehr so schlapp bin und erholter in die neuen Einheiten gehe, besonders nach Intervallen oder harten Einheiten. Auch die einfachen Kolehydrate aus Pasta usw. werden immer weniger und eher durch pflanzliche Proteine wie Bohnen/ Linsen abgelöst...ja ist manchmal nicht so erfreulich für den nachfahrenden ;-)...

    Vielleicht gibt's dazu ja mal was in eurem Blog..

    Gruß
    Olli
    Hey Olli! Cool, dass du dich dafür interessierst! Wir haben das Thema auf unserem Zettel und wollen in einem der nächsten Beiträge genauer darauf eingehen. Eigentlich alle von uns ernähren sich mindestens sehr fleischarm, Max und Lennart sind vegan unterwegs (schon seit 6 bzw. 2 Jahren). Aber da wird einer von beiden genauer drauf eingehen smilie Grüße!

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