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Marzocchi Z1 Coil
Marzocchi Z1 Coil - in 27,5" und 29" verfügbar, bietet sie bis zu 180 mm Federweg und kostet 949 €.
Knallrot, mit markant ausgeformter Gabelbrücke im Marzocchi „M“-Stil
Knallrot, mit markant ausgeformter Gabelbrücke im Marzocchi „M“-Stil
Post-Mount-Bremsaufnahme für 180 mm-Scheiben
Post-Mount-Bremsaufnahme für 180 mm-Scheiben - Sicherungsmutter und Verhüterli für den Zugstufenversteller erinnern stark an die Fox 36.
Schraubachse mit Fox-Laserlogos
Schraubachse mit Fox-Laserlogos - auch auf der Achse ist die Dachmarke von Marzocchi erkennbar. Die Z1 war das erste Produkt unter der neuen Obhut.
Coil-typisch gibt es an der Marzocchi Z1 Coil keine Aircap, sondern eine Federvorspannung
Coil-typisch gibt es an der Marzocchi Z1 Coil keine Aircap, sondern eine Federvorspannung - damit lässt sich der Negativfederweg an der Gabel leicht anpassen. Größere Anpassungen bringen allerdings einen Tausch der kompletten Feder mit sich.
Etwas einfacher aufgebaut ist die Grip Sweep-Dämpfung, die an der Z1 eingesetzt wird
Etwas einfacher aufgebaut ist die Grip Sweep-Dämpfung, die an der Z1 eingesetzt wird - stufenlos lässt sich die Druckstufe einstellen, definierte Klicks gibt es an der Zugstufe.
Marzocchi Z1 Coil - Federhärten
Marzocchi Z1 Coil - Federhärten
Alleine auf dem Trail, in Begleitung der Marzocchi Z1 Coil
Alleine auf dem Trail, in Begleitung der Marzocchi Z1 Coil - geht man nach dem Powder-Motto und wartet nicht auf seine Freunde, kann man schon erste Runden drehen, während der Rest noch sein Fahrwerk optimal auf die Strecke trimmt. There are no friends on bikepark days.
Einfach losfahren
Einfach losfahren - Ohne viel Gedöns arbeitet die Z1 vieles platt, was man ihr vorsetzt.
Viele und schnelle Schläge kosten Kraft
Viele und schnelle Schläge kosten Kraft - Die Dämpfung ist gut – wer den ganzen Tag über Wurzeln hämmert, wird jedoch trotz Stahlfeder die Pfoten etwas mehr spüren.
Teilweise ist die Z1 etwas erdverbunden
Teilweise ist die Z1 etwas erdverbunden - Wer gerne abhebt und mit dem Gelände spielen möchte, braucht etwas mehr Nachdruck.
Eingeschränkt und trotzdem passend
Eingeschränkt und trotzdem passend - Der Federtausch ist schnell erledigt. Die Progression ist fix.
Wenns mal etwas mehr scheppert
Wenns mal etwas mehr scheppert - Bei passender Federhärte wird man auch selten harte Durchschläge bekommen.
Marzocchi Z1 Coil
Marzocchi Z1 Coil - Weniger rumschrauben, mehr fahren: Marzocchis Z1 in der Coil-Version ist nicht die Leichteste und bietet nicht jedem das allerletzte Quäntchen an Performance, besticht aber durch grundsolide Fahrqualität.

Marzocchi Z1 Coil im Test: Frei nach dem Motto „Steel is real“ verpasste Marzocchi der Luft-Neuauflage der Z1 noch eine Version mit Stahlfeder. Eine fix eingestellte Progression, ein Drehknopf ohne Rasterung für die Grip-Dämpfung und eine verstellbare Lowspeed-Zugstufe bieten vergleichsweise wenig Optionen im Vergleich zu dem, was man mittlerweile vom Federgabel-Markt kennt. Bis zu 180 mm Federweg stehen (in der 27,5-Zoll-Ausführung) zur Verfügung und dürften damit den einen oder anderen Freerider auf den Plan rufen. Wir waren gespannt, wie sich die Z1 in der Coil-Variante im Dauertest schlagen würde.

Marzocchi Z1 Coil – Infos und Preise

Marzocchis Übernahme durch Fox führte bei Fans des Traditionsherstellers zu großer Aufregung – einige Jahre später ist Marzocchi wieder gefestigt, zeichnet sich in verschiedensten Publikationen durch gute Testergebnisse aus und auch das Produktportfolio wächst langsam, aber stetig. Jüngste Vorstellung war die Marzocchi Z1 Coil – aufbauend auf dem Chassis der Marzocchi Z1 setzt Marzocchi wieder auf die legendäre Stahlfeder-Performance, die dem ehemaligen italienischen Hersteller einst zu gewaltiger Beliebtheit verhalf.

Mit der modernen Ausführung der Bomber-Gabel spricht Marzocchi ein Publikum an, dass auch immer noch auf feinfühlige Stahlfeder-Performance abfährt, sich aber mittlerweile von 26″ abgewandt hat. Die Z1 Coil ist als 27,5″- und 29″-Version verfügbar, stellt ab Werk bis zu 180 mm Federweg für die kleineren Laufräder und bis maximal 170 mm für 29er zur Verfügung. Beim Offset werden für alle Varianten nur 44 mm angeboten, dafür ist die Gabel in schwarz oder rot verfügbar. Spannend ist der Air-Assist auf der Federseite, bereits bekannt über die Grip-Dämpfung, welche auch in der Marzocchi Z1 (Luftversion) und den Rhythm-Gabeln von Fox eingesetzt wird.

  • Laufradgrößen 27,5″; 29″
  • Federweg 150 mm bis 180 mm
  • Federung Stahlfeder
  • Dämpfung GRIP Sweep
  • Farben schwarz, rot
  • Achsmaß Boost 15 x 110 mm
  • Achsen QR-Steckachse
  • Offset 44 mm
  • Gewicht ab 2525 g (Herstellerangabe), 2.470 g (gewogen, 29″, 170 mm)
  • ww.marzocchi.com

Preis 949 € (UVP) | Bikemarkt: Marzocchi Z1 Coil kaufen

Marzocchi Z1 Coil
# Marzocchi Z1 Coil - in 27,5" und 29" verfügbar, bietet sie bis zu 180 mm Federweg und kostet 949 €.

Diashow: Marzocchi Z1 Coil im Test: Erschwingliches Sorglos-Paket
Marzocchi Z1 Coil - Federhärten
Coil-typisch gibt es an der Marzocchi Z1 Coil keine Aircap, sondern eine Federvorspannung
Etwas einfacher aufgebaut ist die Grip Sweep-Dämpfung, die an der Z1 eingesetzt wird
Eingeschränkt und trotzdem passend
Einfach losfahren
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Im Detail

Knallrot, typisch Marzocchi? Auch wenn das rote Casting in den letzten Jahren von einem anderen Hersteller aufgegriffen wurde, steckte auch in der DNA von Marzocchi immer schon das knallige Rot. Mit der Wiedergeburt des Traditionsherstellers durch Fox wurde dieses Stück DNA wiederbelebt. So präsentieren sich die neu aufgelegten Bomber-Gabeln schon optisch auffällig – aber nicht nur farblich sollen sie an die geliebte Performance anknüpfen. Simpel in der Handhabung, dafür mit Top-Performance und hoher Zuverlässigkeit ausgestattet: Dafür will Marzocchi in 2020 stehen.

Knallrot, mit markant ausgeformter Gabelbrücke im Marzocchi „M“-Stil
# Knallrot, mit markant ausgeformter Gabelbrücke im Marzocchi „M“-Stil
Post-Mount-Bremsaufnahme für 180 mm-Scheiben
# Post-Mount-Bremsaufnahme für 180 mm-Scheiben - Sicherungsmutter und Verhüterli für den Zugstufenversteller erinnern stark an die Fox 36.
Schraubachse mit Fox-Laserlogos
# Schraubachse mit Fox-Laserlogos - auch auf der Achse ist die Dachmarke von Marzocchi erkennbar. Die Z1 war das erste Produkt unter der neuen Obhut.

Nicht ganz traditionell, wie wir es von den letzten Marzocchi-Gabeln kennen, ist der Aufbau der Gabel, denn unter dem Dach von Fox kam einiges an Technologietransfers in beide Richtungen zustande. So sind die äußeren Parameter der Gabel ähnlich denen der Fox 36. Wie auch bei den Trail- und Enduro-Gabeln der Dachmarke kommen bei der Marzocchi Z1 Coil 36 mm-Standrohre zum Einsatz, das Casting ist ähnlich geformt wie ältere Ausführungen der Fox-Gabel. Markanter: Die Casting-Brücke, die mit der M-anmutenden Form wiederum an alte Marzocchi-Gabeln erinnern soll. Auch die Dämpfungskartusche ist den Rhythm-Modellen von Fox entlehnt.

So ist die Marzocchi Z1 in Air- und Coil-Ausführung mit den neuesten Standards ausgerüstet. Post-Mount-Bremsaufnahme und tapered Schaft – nichts Ungewöhnliches. Was ist anders als bei Fox? Die Feder – ein vergleichbares Produkt gibt es im Fox Line-up aktuell nicht. Bei der Achse wiederum gibt es eine Schnellspann-Steckachse oder die an unserem Testmuster verbaute Kabolt-Schraubachse – ohne aber die aufwändige, verstellbare Kontermutter, die an alten Fox-Gabeln zum Einsatz kam.

Federung & Dämpfung

Federung

Coil is back! Stahlfedergabeln sind in den letzten Jahren größtenteils in der Versenkung verschwunden. Hauptsächlich liegt das am hohen Gewicht der Spiralfeder, aber auch die Kompromisse im Setup haben dem Federmedium den Weg in Federgabeln erschwert. Marzocchi will zumindest Zweiteres besser machen – vier Federhärten decken die Grundabstimmung ab, ein Vorspannungsregler hilft dabei, den SAG perfekt zu treffen.

Was macht die Stahlfeder dann aber aus? Ihre Kennlinie! Klassisch, gleichmäßig gewickelte Schraubfedern verfügen über eine lineare Kennlinie – keine Dichtungen nötig, die Reibung erzeugen, keine aufwändige Konstruktion mit Negativfeder wird gebraucht, um die Kennlinie zum Federwegs-Beginn möglichst niedrig zu halten. Eine Stahlfeder lässt sich einfach komprimieren und bleibt durch den Federweg hindurch konstant. Geschmeidig, sensibel auf kleinste Unebenheiten reagierend – diese Eigenschaften machen das Federmedium aus.

Coil-typisch gibt es an der Marzocchi Z1 Coil keine Aircap, sondern eine Federvorspannung
# Coil-typisch gibt es an der Marzocchi Z1 Coil keine Aircap, sondern eine Federvorspannung - damit lässt sich der Negativfederweg an der Gabel leicht anpassen. Größere Anpassungen bringen allerdings einen Tausch der kompletten Feder mit sich.

Aber – hier wird ein weiterer Kompromiss aufgedeckt: Während sich die Luftfeder durch Volumenveränderung anpassen lässt, kann man die Kennlinie der Coil-Feder nicht im Detail ändern. Eine Vorspannung hebt die Kennlinie zwar an, kann aber nicht die maximal nötige Kraft für komplettes Durchfedern anpassen. Zumindest im Rahmen des Möglichen wirkt Marzocchi diesem Kompromiss aber entgegen: Durch ein Abdichten des Standrohrs zum Casting agiert das Luftvolumen im Casting als parallel geschaltete Luftfeder. Diese bietet zusätzlichen Support, der sich vor allem zum Ende des Hubs auswirken und der linearen Kennlinie ein Stück Endprogression verpassen soll.

Dämpfung

Mit den günstigen Rhythm-Gabeln brachte Fox eine neue Dämpfung auf den Markt: Grip – eine Monotube-Dämpfung, die als Basis für die zwischenzeitliche Highend-Dämpfung Grip2 diente. Zur Volumenkompensation schwenkte der Hersteller auf einen Trennkolben um, weg vom Bladder. Dieser Trennkolben verhindert ein Überfüllen der Kartusche, die Dichtungen sollen dadurch nicht überlastet werden.

Etwas einfacher aufgebaut ist die Grip Sweep-Dämpfung, die an der Z1 eingesetzt wird
# Etwas einfacher aufgebaut ist die Grip Sweep-Dämpfung, die an der Z1 eingesetzt wird - stufenlos lässt sich die Druckstufe einstellen, definierte Klicks gibt es an der Zugstufe.

Spannend ist auch das von außen verstellbare Dämpfungsventil. Anstatt hier herkömmliche Ventilarten einzusetzen, verbaut Fox ein Shim-basiertes Ventil, ähnlich, wie man es aus Highspeed-Dämpfungen kennt. Der Unterschied: Der Shim ist nicht auf den Ölkanälen fixiert, sondern nur geführt und lässt sich somit komplett anheben. Federt die Gabel ein, wird der Shim nach oben gedrückt, bis er auf einen Kolben aufläuft.

Dieser Kolben lässt sich durch den externen Versteller in seiner Position verstellen. Je weiter man den Verstellknopf dreht, desto näher am Shim sitzt der Kolben – der Ölfluss wird dadurch gebremst, der Shim muss flexen, sobald er anliegt. Dreht man die Dämpfung ganz zu, kann sich der Shim nicht mehr anheben und nur noch flexen – ein Lockout-ähnlicher Zustand, der einen kleinen Ölfluss erlaubt, damit die Gabel nicht komplett erstarrt.

Setup

Psi zählen und Volumenspacer einbauen? Bei der Marzocchi Z1 in der Coil-Variante bleibt die Dämpferpumpe in der Werkzeugkiste. Insgesamt gibt es vier Federhärten für Fahrergewichte von 54 kg bis 113 kg. Es ist möglich, die Feder zusätzlich nach persönlichem Gusto etwas vorzuspannen, was aber dem Grundprinzip der Stahlfeder ihre Berechtigung nimmt. Wir wollen ja das bestmögliche Ansprechverhalten und berechenbares Staubsaugerfeeling.

Marzocchi Z1 Coil - Federhärten
# Marzocchi Z1 Coil - Federhärten

Man demontiert die Kappe mit einer abgedrehten Nuss (optional von Fox/Marzocchi erhältlich) oder mit etwas Gefühl auch mit einer Parallelzange oder einem Maulschlüssel. Auf die Feder werden zur Geräuschunterdrückung zwei Kunststoff-Verhüterli aufgesetzt, Deckel drauf, Zugstufe nach Gefühl – fertig. Kunststoff-Hülle und der am Federteller angebrachte Zylinder führen die Feder und sollen Reibstellen auf der Standrohr-Innenseite vorbeugen. Der ungerasterte Versteller für die Druckstufe ist Geschmacksache, fühlt sich aber solide an und sieht wertig aus.

Technische Daten

Alle technischen Daten, Details, Standards und Infos zum Service der Marzocchi Z1 Coil findet ihr im folgenden Abschnitt zum Ausklappen:


 DVO Onyx SC D1Fox 38Manitou MezzerMarzocchi Z1 CoilRockShox Zeb UltimateTrust Shout
Federweg160 – 180 mm160 – 180 mm140 – 180 mm150 – 170 mm150 – 190 mm178 mm
Verfügbare Laufradgrößen27,5"
29"
27,5"
29"
27,5"
29"
27,5"
29"
27,5"
29"
27,5"
29"
FederLuft–Stahl, OTT-Negativfeder-EinstellerLuft–Luft, Ausgleich beim EinfedernLuft–Luft, simultane Befüllung über ein Ventil, IRTLuft–Luft, Ausgleich beim EinfedernLuft–Luft, Ausgleich in NullstellungLuft–Luft, Ausgleich beim Einfedern, Zweiseitige Feder
Lowspeed DruckstufeExtern, 6 KlicksExtern, 16 KlicksExtern, 10 KlicksExtern, Stufenlos, HSC
und LSC gleichzeitig
Extern, 17 KlicksExtern, 20 Klicks
Highspeed DruckstufeExtern, 29 KlicksExtern, 8 KlicksExtern, 4 KlicksExtern, Stufenlos, HSC
und LSC gleichzeitig
Extern, 4 KlicksIntern
Lowspeed ZugstufeExtern, 25 KlicksExtern, 9 KlicksExtern, 10 KlicksExtern, XX KlicksExtern, 17 KlicksExtern, 20 Klicks
Highspeed ZugstufeInternExtern, 8 KlicksInternInternInternIntern
Volumen-
veränderung
Intern, ÖlIntern, Volumen-SpacerKeine, dafür
hydraulischer
Durchschlagschutz und IRT
Intern, Volumen-SpacerIntern, Volumen-Spacer
Weiteres TuningOTT, 11 UmdrehungenFox Factory TuningIRT LuftfederMedium Einstellung 5 Klicks
Einbauhöhe592 mm (29", 180 FW)593,7 mm (29", 180 FW)594 mm (29", 180 FW)577,1 mm (29", 170 FW)596 mm (29", 180 FW)580 mm (29", 178 FW)
SchaftTapered 1 1/8"-1,5"Tapered 1 1/8"-1,5"Tapered 1 1/8"-1,5"Tapered 1 1/8"-1,5"Tapered 1 1/8"-1,5"Carbon, Tapered 1 1/8"-1,5"
Standrohr-
durchmesser
36 mm38 mm37 mm36 mm38 mm
BremsaufnahmePM7" (180 mm)PM7" (180 mm)PM7" (180 mm)PM7" (180 mm)PM8" (200 mm)PM7" (180 mm)
max. Bremsscheibe220 mm230 mm220 mm203 mm220 mm203 mm
AchseSchraubachse 15 mmQR oder Schraubachse, 15 mm SteckachseSchraubachse 15 mmQR 15 mm SteckachseSchraubachse 15 mmSchraubachse 15 mm
Offset44 mm (29")
42 mm (27,5")
44, 51 mm (29")
37, 44 mm (27,5")
44, 51 mm (29")
37, 44 mm (27,5")
44, 51 mm (29")
37 mm (27,5")
44, 51 mm (29")
38, 44 mm (27,5")
Dynamisch
Einbaubreite110 mm110 mm110 mm110 mm110 mm110 mm
ReifenfreiheitDetails im Artikel, ca. 2,6"2,6″2,6″ mit Schutzblech / 2,8″ ohne Schutzblech2,6″2,8"29" x 2,6"; 27.5" x 2,8"
Farbenschwarz, grün, blauschwarz, orange, pistachioschwarzschwarz, rotschwarz, grau, schwarz-mattanthrazit
Gewicht (Herstellerangabe)2.250 gab 2180 g2.060 gab 2.525 g2.265 g2.165 g
Gewicht (nachgewogen, gekürzter Schaft, Kralle, Achse)2.335 g2.332 g2.080 g2.470 g2.245 g2.116 g
Preis (getestete Version)1.099 €1.589 €1.090 €949 €1.089 €2.299 €

Auf dem Trail

Fluffig! Das ist das Wort, welches in leuchtenden Lettern auf den ersten Metern mit der Marzocchi Z1 Coil im Kopf angeht. Wer bergauf wild in die Pedale pumpt, kann den güldenen Einsteller für die Druckstufe eine halbe Umdrehung bewegen, um komplette Ruhe zu erzeugen. Dann sollte man sich allerdings die Position merken, um später wieder in den richtigen „Party-Modus“ wechseln zu können, wenn es in die Abfahrt geht.

Teilweise fuhren die Z1-Tester schon ihre erste Runde, während die anderen noch an ihren Gabeln herumschraubten.

Wer sich im Handel für eine Marzocchi und zusätzlich noch für die Coil-Variante entscheidet, tut dies nicht ohne Grund. Nicht viel nachdenken und einfach fahren ist die Devise. Meist lächelte der aktuelle Z1-Fahrer über die restlichen Jungs aus der Testcrew. Die hantierten mit der Dämpferpumpe, zählten Klicks, montierten Volumenspacer. Teilweise fuhren die Z1-Tester schon ihre erste Runde, während die anderen noch an ihren Gabeln herumschraubten.

Alleine auf dem Trail, in Begleitung der Marzocchi Z1 Coil
# Alleine auf dem Trail, in Begleitung der Marzocchi Z1 Coil - geht man nach dem Powder-Motto und wartet nicht auf seine Freunde, kann man schon erste Runden drehen, während der Rest noch sein Fahrwerk optimal auf die Strecke trimmt. There are no friends on bikepark days.

Beim Setup war im Testbetrieb nicht viel zu beachten. Man stellte die Zugstufe passend zur Federhärte ein, ein paar Drehungen am Druckstufen-Regler erfolgten je nach Art des Trails und Grundgeschwindigkeit – und manchmal, wenn die Hände nach einem langen Tag im Bikepark oder einer längeren Abfahrt allzu müde wurden. Für manche blieb er nach einem ersten Anpassen auch einfach immer in der ursprünglichen Stellung. Ist die Grip-Dämpfung der Grip2 unterlegen? Wer eine sehr genaue Vorstellung davon hat, wie seine Gabel sich unter bestimmten Fahrsituationen verhalten soll und dann weiß, an welchem Regler Anpassungen durchgeführt werden müssen, könnte an der Z1 etwas vermissen. So bügelt die Z1 zusätzlich etwas besser in der Stahlfeder-Variante als die Luftversion und schließt somit etwas mehr zur Grip2-Kartusche auf. Das letzte Quäntchen Performance und Dämpfungs-Qualität bekommt man nach wie vor mit dem Topmodell bei Fox, wenn man fähig ist, dort das richtige Setup zu finden.

Zusammen mit der härtesten Feder entpuppte sich die Marzocchi Z1 Coil als wuchtigster Teilnehmer des Gruppentests. Das Chassis mit 36 mm Standrohren mag für 170 mm im Vergleich fast etwas schmächtig wirken, dabei wurden aber alle Konstruktions-Bestandteile nicht so extrem auf Leichtbau getrimmt – entsprechend nah liegt man an der 2,5 kg-Marke. Im Austausch erhält man dafür Vor- und Nachteile: Da wäre nicht nur ein sehr direktes, sondern auch ein Sicherheit vermittelndes Fahrverhalten, aber auch ein Durchreichen an Vibrationen. So kann man zwar gerne einfach mal draufhalten und hart anbremsen, ohne dabei die Gabel zum Flattern zu bringen, allerdings kostet dies auch etwas mehr Kraft und Ausdauer.

Einfach losfahren
# Einfach losfahren - Ohne viel Gedöns arbeitet die Z1 vieles platt, was man ihr vorsetzt.
Viele und schnelle Schläge kosten Kraft
# Viele und schnelle Schläge kosten Kraft - Die Dämpfung ist gut – wer den ganzen Tag über Wurzeln hämmert, wird jedoch trotz Stahlfeder die Pfoten etwas mehr spüren.
Teilweise ist die Z1 etwas erdverbunden
# Teilweise ist die Z1 etwas erdverbunden - Wer gerne abhebt und mit dem Gelände spielen möchte, braucht etwas mehr Nachdruck.

Tänzelnde Linienwahl und Agilität konnten wir der Z1 nur mit entsprechendem Kraftaufwand und Fahrtechnik entlocken. Dafür ist sie in Summe mit ihrer Charakteristik zu erdverbunden und eben einfach auch etwas schwerer. Wer verspielt unterwegs sein möchte, begann primär, an der Zugstufe zu experimentieren. So half es, sich hier an die Grenze von „fast zu schnell“ heranzutasten, um bei der Kompression des Fahrwerks vor Sprüngen mehr Hilfe von der Feder zu bekommen.

Eingeschränkt und trotzdem passend
# Eingeschränkt und trotzdem passend - Der Federtausch ist schnell erledigt. Die Progression ist fix.
Wenns mal etwas mehr scheppert
# Wenns mal etwas mehr scheppert - Bei passender Federhärte wird man auch selten harte Durchschläge bekommen.

Bedenken, dass die intern geregelte, fest eingestellte Progression nicht passen könnte, stellten sich auch mit unterschiedlichen Federhärten im Dauertest als unbegründet heraus. So schrubbten die verschiedenen Tester Runde um Runde auf dem roten Boliden und kamen zum einvernehmlichen Ergebnis: Funktioniert einfach.

Das ist uns aufgefallen

  • Ansprechverhalten Sauber. Fluffig. Konstant.
  • Komfort Zwar bügelt die stahlgefederte Z1 so einiges weg, ihr sehr steifes Chassis reicht aber auch Vibrationen durch, welche die Hände müde machen.
  • Dämpfung Die Z1 verfügt über vergleichsweise geringe Einstellmöglichkeiten. Ein ungerasterter Druckstufenknopf und eine Lowspeedzugstufe, das wars. Wer die Fähigkeiten hat, eine komplexere Federgabel richtig abzustimmen, wird damit mehr Performance erreichen als mit der roten Marzocchi – wer aber am Highend-Produkt die Regler falsch bedient, erhält im Zweifelsfall ein schlechteres Setup als an der einfachen Z1. Hier muss jeder für sich entscheiden, ob er das Mehr an Möglichkeiten benötigt.
  • Abstimmungsaufwand Hier kann man so gut wie nichts falsch machen. Besonders für Mountainbike-Einsteiger dürfte die Marzocchi Z1 Coil ein Segen sein.
  • Federtausch Ohne abgedrehte Nuss oder etwas handwerkliches Geschick sollte man hier nicht Hand anlegen. Man kann leicht an der niedrigen Kante abrutschen.
  • Agilität Wer gerne auf dem Trail abzieht und generell in der Luft unterwegs ist, sollte sich ein wenig mit der Zugstufe behelfen. Ein paar Klicks schneller eingestellt wirken Wunder, wenn man vor einem Sprung oder einer Kante das Fahrwerk auflädt.
  • Progression Eine Anpassung der Progression ist an der Z1 Coil nicht möglich. Für unsere Testtruppe hat es dennoch durch die Bank weg gepasst.

Fazit – Marzocchi Z1 Coil

Funktioniert. Einfach. Unauffällig. Marzocchi hat mit der Z1 Coil eine absolute Sorglos-Federgabel im Programm. Nicht unbedingt etwas für Gramm-Fuchser, sondern stattdessen für die Leute, die lieber fahren als über das Setup zu philosophieren. Manch anspruchsvoller Nutzer wird nicht ganz an die Performance einer ideal abgestimmten Federgabel mit Luftkammern und endlosen Einstellungen für Druck- und Zugstufen herankommen – doch man läuft auch weniger Gefahr, etwas falsch zu machen. Marzocchi Z1 Coil: Einbauen. Einmal einstellen. Radfahren!

Pro
  • Unkompliziert
  • Direkt und solide
  • Steht hoch im Federweg
  • Passendes Grund-Setup für die meisten Anwender
  • Preis
Contra
  • Gewicht
  • Verspieltes Fahren braucht mehr Kraft

Einfach losfahren, während die anderen noch schrauben oder an allen Reglern drehen für die allerbeste Performance? Was ist euer Ansatz?

Marzocchi Z1 Coil
# Marzocchi Z1 Coil - Weniger rumschrauben, mehr fahren: Marzocchis Z1 in der Coil-Version ist nicht die Leichteste und bietet nicht jedem das allerletzte Quäntchen an Performance, besticht aber durch grundsolide Fahrqualität.

Testablauf

Ein Großteil der Gabeln war schon zur Vorstellung im kurzzeitigen Test und wurde seither von einer Vielzahl an Testern bewegt. Testgelände: Alles. Von Hometrails bis hin zu Bikepark-Einsätzen mussten sich die Gabeln überall beweisen. Für jeden Tester wurde dabei ein stimmiges Setup erarbeitet und Empfehlungen zur Performance-Steigerung erarbeitet.

Um einen finalen Überblick und direkte Vergleiche zu bekommen, wurden die Federgabeln auch im Direktvergleich gefahren: Gleicher Tag – gleiche Strecke – gleiche Linie. Lange, Enduro-rennwürdige Strecken sollten das Material noch einmal ans Limit bringen und Unterschiede sowie individuelle Stärken und Schwächen ans Licht bringen.

Hier haben wir die Marzocchi Z1 Coil getestet

  • Hometrails: Vielseitige Trails mit verschiedenen Untergründen
  • Bikepark Oberammergau: Alles was eine Federgabel will: Wurzeln, Anlieger, Sprünge.
  • Reschenpass: Ruppige Highspeed-Trails
  • Vogesen: Schnelle und teils steile Trails
Tester-Profil: Kai Christian
„5863 kg82 cm„56184 cm
Fährt gerne Fahrrad! Am liebsten im Wald oder in den Bergen, egal, wie die Industrie den Einsatzzweck gerade nennt. Enduro, Hardtail, Pumptrack, Downhill …zum Einkaufen.
Gerne schnell technisch und ruppig aber auch flowig. Besondere Vorliebe für groooße Jumplines.
Fahrstil
Hinterherfahrer sagen Ihm einen verspielten, sprunglastigen und katzengleichen Fahrstil nach.
Ich fahre hauptsächlich
Singletrails Alpin, Pumptrack, Downhill
Vorlieben beim Fahrwerk
Plush mit genügend Gegenhalt für Fahrerinput.
Vorlieben bei der Geometrie
Kettenstreben ab 440mm, Reach eher lang, Lenkwinkel Flach! (65° abwärts).
Tester-Profil: Andreas Knodel
„60108 kg86 cm„56184 cm
Andreas ist einer der Biker, der versucht so viel wie möglich aufs Bike zu kommen, aber es aus beruflichen Gründen oft nicht schafft. Fitness und Gewichtsklasse könnten dementsprechend besser sein. 12 weit abgestufte Gänge, eine angenehme Sitzposition und eine Geometrie sowie Suspension, die Sicherheit bietet, nimmt er gerne mit, um sich die Ausfahrten mit den trainierteren Kollegen zu erleichtern.
Fahrstil
Gerne schnell mit technischen Abschnitten im Gelände. Eher mehr Bodenkontakt als Vorliebe für Luftakrobatik.
Ich fahre hauptsächlich
Singletrails und Bikepark.
Vorlieben beim Fahrwerk
Komfortabel
Vorlieben bei der Geometrie
Langer Reach für einen langen Oberkörper. Vorbau nicht zu kurz und Lenker nicht zu schmal.
Tester-Profil: Christoph Spath
49 cm70 kg94 cm60 cm190 cm
Chris fährt gerne alles, von Dirt Jump über Trail und Enduro bis Downhill, gerne schnell, in grobem Gelände und mit viel Luftstand
Fahrstil
flüssig
Ich fahre hauptsächlich
Downhill, Enduro
Vorlieben beim Fahrwerk
auf der straffen Seite, viel Druckstufe, Balance zwischen Front und Heck
Vorlieben bei der Geometrie
vorne lang, hinten mittellang, flacher Lenkwinkel
Tester-Profil: Yannick Noll
55 cm74 kg90 cm56 cm178 cm
Yannick kommt aus dem DH-Racing und fährt gerne steile Trails, aber lässt keine Gelegenheit aus, an einer Wurzel abzuziehen und an Kickern Airtime zu sammeln.
Fahrstil
Sehr gerne in der Luft
Ich fahre hauptsächlich
Hauptsächlich Enduro und etwas Dirt. Auf den richtigen Strecken auch mit dem Big Bike
Vorlieben beim Fahrwerk
Lieber straffer und an der Front etwas schneller
Vorlieben bei der Geometrie
Ein bisschen kürzer und verspielter
Tester-Profil: Joshua Roth
68 cm75 kg82 cm54 cm175 cm
Josh kommt aus dem DH-Race-Bereich und fährt am liebsten steile Techtrails, aber auch schöne technische Jump-Lines und Skinnys dürfen in seinem Leben nicht fehlen.
Fahrstil
sauber, Linien-orientiert und schnell
Ich fahre hauptsächlich
Von Enduro über große Sprünge bis hin zu Downhill alles
Vorlieben beim Fahrwerk
Etwas langsamer, Front etwas weicher als das Heck
Vorlieben bei der Geometrie
Das Gesamtkonzept muss passen. Primär bevorzuge ich kürzere und verspieltere Räder
Tester-Profil: Michael Heizenberg Auth
63 cm85 kg84 cm66 cm185 cm
Ich fahre grundsätzlich gerne auf zwei Rädern. In der Jugend bin ich im ADAC Motorrad-Trial gefahren. Mitte des Physik-Studiums habe ich bei einem Auslandsaufenthalt in Griechenland Enduro für mich entdeckt. Danach habe ich direkt mit Downhill-Rennen begonnen, denn dort lernt man, wie man schnell gute Linien fährt (zwei Jahre bei den Elite Men). Seitdem nehme ich immer wieder an Enduro- und Downhill Rennen teil. Gelegentlich fahre ich auch mal Motorrad und Motocross.
Fahrstil
Eher aggressiv und auf Geschwindigkeit bedacht als auf Style
Ich fahre hauptsächlich
Singletrails, sprunglastiger Local Spot, Freeride, DH
Vorlieben beim Fahrwerk
Eher satt für mehr Bodenkontakt und Kontrolle
Vorlieben bei der Geometrie
Es muss stimmig sein. Wenn es kürzer ist und funktioniert, taugt mir das genauso, als wenn es länger ist und funktioniert.
Tester-Profil: Jens Staudt
60 cm95 kg91 cm61 cm190 cm
Jens fährt von Bahnrad bis Downhill alles, was zwei Räder und eine Kette hat. Bikes fürs Gelände am liebsten in herausforderndem, technischen und steilem Gelände, egal mit welchem Federweg.
Fahrstil
Schnellste Linie, auch wenn es mal ruppig ist
Ich fahre hauptsächlich
Singletrails, sprunglastiger Local Spot, Freeride, DH
Vorlieben beim Fahrwerk
Straff, gutes Feedback vom Untergrund, viel Druckstufe, moderat progressive Kennlinie
Vorlieben bei der Geometrie
Kettenstreben nicht zu kurz (ca. 430 mm oder gerne länger), Lenkwinkel tendenziell eher flacher

Preisvergleich


  1. benutzerbild

    Schneewolf

    dabei seit 07/2011

    Ok, ich ergänze meine Frage, weiß jemand wie lang die Marzocchi Federn sind?
    Öhlins kann ich morgen selbst messen, mein aber es sind 295mm.
    Wäre cool wenn Du uns die Maße der Ö Federn noch mitteilst!
  2. benutzerbild

    Relentless

    dabei seit 09/2011

    Öhlins: L=302mm und d=28mm bei 65lbs/11,5N.
    Ich wage zu vermuten, dass man die ordentlich in die Z1 bekommt.
  3. benutzerbild

    gaudesven

    dabei seit 02/2009

    Öhlins: L=302mm und d=28mm bei 65lbs/11,5N.
    Ich wage zu vermuten, dass man die ordentlich in die Z1 bekommt.
    Für was auch.
    Die SLS Marzocchi Z1 Federn sind denke leichter und mit der Führung oben klappert da auch nichts.
  4. benutzerbild

    Relentless

    dabei seit 09/2011

    Weil es nur 4 Federn von Marzocchi gibt, die den ganzen Gewichtsbereich abdecken. Diese recht grobe Abstufung wird ja auch im Test als nicht optimal angesprochen. Noch dazu sind die die Tester bei 95KG "extra hart" gefahren und haben durchblicken lassen, dass mehr Vorspannung bei mehr Gewicht suboptimal ist. Das mach die Gabel in Verbindung mit den original Federn für mich, mit meinem deutlich dreistelligen Gewicht erstmal Uninteressant. Die RXF Federn von Öhlins gibts von 40 - 65 Lbs in 5er Schritten. und genau die 65 Lbs Öhlins Feder steckt in meiner Coil-Yari und macht sich hervorragend.
    Somit hab ich die Z1 doch wieder auf dem Schirm als Option und ich denke, das ist auch für Andere nicht uninteressant.
  5. benutzerbild

    gaudesven

    dabei seit 02/2009

    Weil es nur 4 Federn von Marzocchi gibt, die den ganzen Gewichtsbereich abdecken. Diese recht grobe Abstufung wird ja auch im Test als nicht optimal angesprochen. Noch dazu sind die die Tester bei 95KG "extra hart" gefahren und haben durchblicken lassen, dass mehr Vorspannung bei mehr Gewicht suboptimal ist. Das mach die Gabel in Verbindung mit den original Federn für mich, mit meinem deutlich dreistelligen Gewicht erstmal Uninteressant. Die RXF Federn von Öhlins gibts von 40 - 65 Lbs in 5er Schritten. und genau die 65 Lbs Öhlins Feder steckt in meiner Coil-Yari und macht sich hervorragend.
    Somit hab ich die Z1 doch wieder auf dem Schirm als Option und ich denke, das ist auch für Andere nicht uninteressant.
    Das klingt einleuchtend.
    Fahre die Firm Feder bei 68kg und 170mm Federweg.
    Für schwere Fahrer wirds dünn obenraus

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