Tipp: du kannst mit der Tastatur blättern
Andreas Seewald triumphierte im Wallis und konnte einmal mehr seine starken Kletterfähigkeiten unter Beweis stellen
Andreas Seewald triumphierte im Wallis und konnte einmal mehr seine starken Kletterfähigkeiten unter Beweis stellen
Samuele Porro wurde wieder Zweiter bei einer Marathon-Europameisterschaft
Samuele Porro wurde wieder Zweiter bei einer Marathon-Europameisterschaft
Natalia Fischer Egusquiza heißt die neue Marathon-Europameisterin
Natalia Fischer Egusquiza heißt die neue Marathon-Europameisterin - Die Spanierin siegte vor Steffi Häberlin und Ramona Forchini

Andreas Seewald ist neuer Marathon-Europameister. Der 29-Jährige setzte sich auf dem äußerst harten Kurs im Wallis gegen Samuele Porro und Martin Stosek durch. Bei den Damen ging der Titel an die Spanierin Natalia Fischer Egusquiza. Beste deutsche Fahrerin war am Ende Adelheid Morath auf Platz sechs.

Seewald souverän zum EM-Titel

Das Feld der Herren wurde praktisch schon am ersten Anstieg auseinandergerissen: Der spätere Zweitplazierte Samule Porro setzte eine Attacke, der nur sehr wenige Fahrer gewachsen waren. Andreas Seewald, der sich aktuell in bestechender Form befindet und unter anderem letzte Woche den Sella Ronda Hero-Marathon für sich entscheiden konnte, blieb jedoch in Schlagdistanz zum enteilten Italiener und konnte auf dem physisch sehr harten Kurs vor allem am Berg seine Stärke ausspielen. Der Canyon-Northwave-Fahrer konnte sich am letzten langen Anstieg der 78 km langen und 3900 Höhenmeter umfassenden Runde von Porro absetzen und so seinem ersten EM-Titel entgegen fahren. Dritter wurde Seewalds Teamkollege Martin Stosek.

Sascha Weber landete auf Platz elf, Martin Frey wurde 16., Simon Stiebjahn finishte auf Rang 18 und Simon Schneller überquerte als 22. das Ziel.

Andreas Seewald triumphierte im Wallis und konnte einmal mehr seine starken Kletterfähigkeiten unter Beweis stellen
# Andreas Seewald triumphierte im Wallis und konnte einmal mehr seine starken Kletterfähigkeiten unter Beweis stellen
Samuele Porro wurde wieder Zweiter bei einer Marathon-Europameisterschaft
# Samuele Porro wurde wieder Zweiter bei einer Marathon-Europameisterschaft

Bei den Damen ging der Sieg an die zweifache spanische Marathonmeisterin Natalia Fischer Egusquiza. Die 27-Jährige konnte ebenfalls am letzten langen Anstieg die enteilte Steffi Häberlin einfangen und anschließend der Goldmedaille entgegenfahren. Bronze ging an die Marathon-Weltmeisterin Ramona Forchini. Adelheid Morath wurde Sechste, Janine Schneider landete auf Platz zehn und Bettina Janas erreichte als 25. das Ziel.

Natalia Fischer Egusquiza heißt die neue Marathon-Europameisterin
# Natalia Fischer Egusquiza heißt die neue Marathon-Europameisterin - Die Spanierin siegte vor Steffi Häberlin und Ramona Forchini

Ergebnisse

UEC-Results

Pressemitteilung des Veranstalters

Andreas Seewald und Natalia Egusquiza Fischer gewinnen Europameistertitel

Andreas Seewald und Natalia Fischer Egusquiza heißen die neuen Europameister in der Disziplin Mountainbike Marathon. Schweizermeisterin Steffi Häberlin als Zweite und Weltmeisterin Ramona Forchini als Dritte retten die Ehre der Schweizer.

Es war ein brutales Ausscheidungsfahren auf dem Kurs des Raid Evolenard, der extra für die Europameisterschaft noch etwas anspruchsvoller gemacht wurde. 78 km und 3900 Höhenmeter hatten die Männer zu bewältigen, 70 km und 3420 Höhenmeter waren es bei den Frauen. Dennoch wurde gefahren, als ob es kein Morgen gibt.

Bei den Herren war es vor allem Samuele Porro, der mit einer frühen Flucht bereits am ersten Anstieg versuchte, den entscheidenden Unterschied herauszufahren. Da der Italiener in den Vorjahren zweimal EM-Zweiter geworden war, wollte er diesmal unbedingt den Titel. Auch in den Abfahrten riskierte der Italiener alles, weil er wusste, dass ihm der stärkere Bergfahrer Andreas Seewald dicht auf den Fersen war. Doch in der zweiten langen Steigung zum Béplan, dem höchsten Punkt der Strecke, vermochte der Deutsche Seewald tatsächlich noch aufzuschliessen und dem Italiener stehen zu lassen. Auf den verbleibenden Kilometern fuhr er rund fünf Minuten Vorsprung heraus, die er in der letzten, rund zehn Kilometer langen Abfahrt geschickt verwaltete und zum Titel fuhr. Zweiter wurde erneut Porro vor dem Tschechen Martin Stosek. Als bester Schweizer erreichte Schweizermeister Martin Fanger das Ziel als Achter.

Seewald, der im Ruf steht, nicht der beste Abfahrer zu sein, zeigte sich zufrieden, dass seine Taktik aufgegangen ist: «Ich wollte bergauf möglichst viel Schaden anrichten, sprich eine Vorselektion herbeiführen. Das ist mir recht gut gelungen. Doch dann stürzte ich bergab zweimal leicht. Ich war einfach zu nervös. Aber in der zweiten Steigung konnte ich meine Überlegenheit ausspielen, was mich natürlich freut.»

«Ich habe alles versucht und muss mir deshalb keine Vorwürfe machen. Bergauf habe ich gepusht und bergab alles riskiert. Seewald war aber einfach stärker. Eine Medaille ist eine Medaille», ordnete Samuele Porro seine Leistung ein.

Der drittplatzierte Martin Stosek kämpfte früh mit technischen Problemen: «Ich konnte nicht richtig schalten. Das hat mir auf diesem schweren Kurs Mühe bereitet. Aber ich freue mich für meinen Teamkollegen Andreas Seewald, dass er gewinnen konnte. Der dritte Platz geht für mich in Anbetracht der Probleme in Ordnung.»

Bei den Frauen ging Steffi Häberlin mit einer frühen Flucht auf Titeljagt. Doch auch bei ihr gingen in der Steigung zum Béplan die Kräfte aus. Die Spanierin Natalia Fischer Egusquiza konnte die Schweizermeisterin ein und überholen. Häberlin holte sich noch die Silbermedalle, Weltmeisterin Ramona Forchini Bronze.

Im Ziel zeigte sich Fischer überwältigt von ihren Gefühlen. Ihr Urgrossvater stamme aus Evolène und sei dann als Gastarbeiter nach Spanien ausgewandert. Sie sei also quasi im Herzen eine Schweizerin. Das Rennen sei ihr optimal gelaufen. Sie freue sich sehr, den Europameistertitel gewonnen zu haben.

Steffi Häberlin machten Beinkrämpfe in der letzten Steigung einen Strich durch die Ambitionen. Sie sagte: «Ich kannte dieses Gefühl bisher nicht. In der ersten Steigung lief es super. Meine Taktik war, niemanden ziehen zu lassen. So bin ich das Rennen auch angegangen und bereue nichts. In der letzten Steigung jedoch bin ich tausend Tode gestorben. In der letzten Abfahrt hatte ich keine Chance mehr zu Fischer aufzuschliessen. Insofern bin ich sehr zufrieden mit der Silbermedaille.»

«Die zweite Rennhälfte war für mich eine Katastrophe. Ich musste mich in der letzten Abfahrt beeilen, denn Ariane Lüthi war am Aufschliessen. Dann bin ich auch noch gestützt, konnte aber glücklicherweise weiterfahren», bilanzierte Ramona Forchini ihren Titelkampf. Sie sei angetreten, um zu gewinnen und habe ihre Taktik auf Katazina Sosna ausgerichtet, die letzte Woche den Dolomiti Hero gewonnen habe. Aber sie habe nicht den besten Tag erwischt und sei deshalb zufrieden über ihren dritten Platz.

Was sprecht ihr zu den Ergebnissen bei der Marathon-EM?


Du möchtest noch mehr über den XC- und Marathon-Rennsport erfahren? Die fünf aktuellsten Beiträge aus unserer Reihe XC-News findest du hier:

Alle weiteren Berichte aus der Rubrik „XC-News“ findest du hier auf dieser Übersichtsseite.

Fotos und Informationen: Pressemitteilung Raid Evolénard
  1. benutzerbild

    ghostmuc

    dabei seit 10/2013

    Irgendwie sind da immer ziemlich viele unbekannte Namen bei den Marathons

    Wenn man die Marathonszene etwas verfolgt nicht.
    Andi mehrfacher Gewinner der Salzkammerguttrophy A Strecke usw
  2. benutzerbild

    BillGehts

    dabei seit 04/2004

    Schade dass Konny Loser nicht mitgefahren ist, er konzentriert sich wohl auf die Ultra Marathon EM nächste Woche.

    Die Leute sind schon alle bekannt, fahren aber eher Marathons und keine XC Rennen.
  3. benutzerbild

    sworks2013

    dabei seit 01/2013

    78 km und 3900 Höhenmeter...
    AUA!
    Beim HERO gibts 3200 Hm auf kurzen 62km smilie
  4. benutzerbild

    JensDey

    dabei seit 01/2016

    78 km und 3900 Höhenmeter...
    AUA!
    1.000hm/h. Sind die überhaupt mal nach unten gefahren?
    Das sind ca. 1.000hm/20km.
    SBM oder OBM ca. 550hm/km. Echt heftig.
  5. benutzerbild

    ghostmuc

    dabei seit 10/2013

    1.000hm/h. Sind die überhaupt mal nach unten gefahren?
    Das sind ca. 1.000hm/20km.
    SBM oder OBM ca. 550hm/km. Echt heftig.

    Andi Seewald hat in seinem Blog nen recht ausführlichen Rennbericht geschrieben

Was meinst du?

Wir laden dich ein, jeden Artikel bei uns im Forum zu kommentieren und diskutieren. Schau dir die bisherige Diskussion an oder kommentiere einfach im folgenden Formular:

Verpasse keine Neuheit. Trag dich für den MTB-News-Newsletter ein!