Für Fabio Püntener, Schweizer aus dem Kanton Uri, dürften die vergangenen Monate wie eine wahre Märchenstunde erscheinen. Mit seinem ersten Profivertrag im Gepäck startete der nun 26 Jahre alte Schweizer im vergangenen Winter mit großen Ambitionen ins Training für die anstehende Saison, doch dann lief zunächst alles, was nur schieflaufen konnte, schief. Zuallererst verkündenden die vorgesehenen Sponsoren des Teams, in welchem Püntener seinen Vertrag unterschrieben hatte, dass sie keinerlei jegliche Unterstützung zurückziehen müssen und entzogen somit dem vorgesehenen Team um eine Vielzahl Schweizer Top-Athleten die Zukunftschancen, dann stürzte Püntener auch noch in der Saisonvorbereitung schwer und wurde durch einen Schlüsselbeinbruch erheblich zurückgeworfen.
Was jedoch danach geschah, hätte wohl in dieser Form niemand im Ansatz erwartet: Püntener wandte sich an seinen Heimatverein aus Solothurn und dessen Bike Team Solothurn und erhielt kurzfristige Unterstützung für die anstehenden Weltcuprennen in Brasilien. Und dort drehte Püntener, der im Jahr zuvor nicht über einen 15. Rang im Weltcup hinaus kam, trotz seines Trainingsrückstands mächtig auf. Im ersten Weltcuprennen von Araxá belegte Püntener noch den 20. Rang, doch bereits beim zweiten Rennen der Weltcupsaison mischte der Schweizer schließlich ganz vorne mit und deutete mit dem achten Rang sein hohes Potenzial für die weiteren Rennen an.
Im Anschluss nahm die Erfolgsgeschichte von Püntener weiter rasant Fahrt auf: Mit Rang fünf schaffte er beim dritten Weltcuprennen der Saison in Nové Město na Moravě erstmals den Sprung aufs erweiterte Podest, beim vierten Weltcuprennen in Leogang fiel dann die Schallmauer des „richtigen“ Podests mit einem dritten Rang. In Val di Sole bestätigte Püntener diese Leistung nochmals und liegt nun nach weiteren konstanten Top-Ten-Ergebnissen auf Rang vier in der Weltcupgesamtwertung.
Die atemberaubende Entwicklung des Eidgenossen dürfte schließlich auch die Interessen unterschiedlichster Teams im Weltcupzirkus geweckt haben, zumal Püntener ohne jeglichen Profi-Support bis dato unterwegs war. Und so sicherte sich jetzt das Scott-SRAM-Team die Dienste von Püntener – passend zum Karriereende im Weltcup von Nino Schurter. Gemeinsam mit dem amtierenden Schweizer Meister Filippo Colombo, der seinen Vertrag im Team indes bis 2028 verlängert hat, soll Püntener in den kommenden Jahren die Erfolgsgeschichte des Teams fortschreiben. Püntener wird bereits bei den noch anstehenden Weltcuprennen in den USA und in Kanada in den Farben seines neuen Arbeitgebers an den Start gehen.
Zu Beginn des Jahres hatte ich keinen Vertrag, und jetzt bin ich Teil eines der bekanntesten Teams im Weltcup. Teil des Scott-SRAM Teams zu sein, ist ein Traum, der wahr geworden ist. Ich freue mich auf die nächsten drei Jahre!
Ich freue mich sehr über unseren Neuzugang im Team. Er passt perfekt zu uns, da er ein großartiger Mensch und talentierter Fahrer ist. Fabio hat einen sehr starken Motor und fährt sehr clever. Seine technischen Fähigkeiten sind hervorragend – obwohl er 192 cm groß ist. Mit dem, was wir ihm in unserem Team bieten können, glaube ich, dass er den Sprung auf die nächste Stufe schaffen wird.
Das Scott-SRAM Team geht mit der Verpflichtung von Fabio Püntener aller Voraussicht nach als Quintett in die nächste Rennsaison. Neben Püntener und Filippo Colombo, werden weiterhin die beiden Nachwuchstalente Emily Johnston und Björn Riley, sowie Andri Frischknecht für das Scott-SRAM-Team unterwegs sein. Auch Teamchef Thomas Frischknecht wird dem Team weiterhin erhalten bleiben: Seit 2002 Teil des Werksteams von Scott, wird Frischknecht mindestens bis 2028 dem Team in seiner jetzigen Rolle erhalten bleiben.
Was denkt ihr? Werden Fabio Püntener, Filippo Colombo und Co. die großen Fußstapfen von Nino Schurter füllen können?
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5 Kommentare
» Alle Kommentare im ForumSo ein Transfer-Paukenschlag ist das nicht. Das Gerücht hörte man schon länger.
Ich finds gut. Hoffentlich hält Fabio dem Druck stand und bleibt Konstant.
keinerleijegliche Unterstützung zurückziehen müssen und entzogen somit dem vorgesehenen Team um eine Vielzahl Schweizer Top-Athleten die Zukunftschancen, dann stürzte Püntener auch noch in der Saisonvorbereitung schwer und wurde durch einen Schlüsselbeinbruch erheblich zurückgeworfen.Verdient, großartig!
Andri Frischknecht wird weiterhin mit durchgeschleift…naja irgendwo muss Sohnemann sein Geld ja verdienen denkt sich wohl der Teamchef.. 😅
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