Neko Mulally zählt zu den schnellsten US-amerikanischen Downhill-Racern und war in den vergangenen Jahren ein fester Teil mehrerer großer Factory Teams. 2022 geht der ehemalige Intense-Fahrer ungewöhnliche Wege: Er wird auf einem Eigenbau-Projekt im World Cup an den Start gehen. 

Dass Neko Mulally zur neuen Saison Intense Factory Racing verlassen würde, kam einigermaßen überraschend – noch viel interessanter ist jedoch die Meldung, für welches Team oder auf welchem Bike der US-Amerikaner zukünftig fahren wird. Die Antwort: Er hat nicht nur ein eigenes Team gegründet, sondern geht auch auf seinem eigenen Selbstbau-Projekt im Downhill World Cup an den Start.

In der Vergangenheit ist Neko Mulally für mehrere prestigeträchtige Teams im Downhill World Cup gefahren
# In der Vergangenheit ist Neko Mulally für mehrere prestigeträchtige Teams im Downhill World Cup gefahren - 2022 geht der US-Amerikaner hingegen als Einzelkämpfer auf einem Eigenbau-Projekt an den Start!

So hat Neko Mulally die Off Season genutzt, um gleich mehrere Rahmen zu entwickeln, die er im World Cup und auch bei ausgewählten Rennen in den USA ausgiebig testen wird. Um die Produktion der Rahmen wird sich niemand geringeres als Frank Wadelton kümmern. Besser bekannt als Frank The Welder ist er seit einigen Jahren Teil der Mountainbike Hall of Fame und hat sich den Ruf eines legendären Rahmenbauers über viele Jahre hart erarbeitet.

This year I’ll be racing on custom frames that I designed and had built by Frank The Welder here on the East Coast. In addition to the frames, I put together a race program for myself from the ground up with the help of Martin Whiteley and will be competing in all the World Cups and US races on a bike outfitted with the components of my choice. My goal was to make a well balanced bike, designed for racing, with my exact specs. This layout was the simplest way to get the numbers I wanted. I have a high pivot (not too high pivot) and standard pivot height bike that I’ve been testing back to back. Follow along for an in-depth look at the development of my bikes, race program, and everything in between. I’ll give an honest perspective of what worked, what didn’t, and my thought behind it.

Neko Mulally

Zwei Prototypen testet Neko Mulally derzeit fleißig. Neben einem High Pivot-Bike sammelt er aktuell auch Eindrücke auf einem relativ herkömmlichen Viergelenker. Die Erkenntnisse will er dabei transparent im Verlauf der Saison schildern.
# Zwei Prototypen testet Neko Mulally derzeit fleißig. Neben einem High Pivot-Bike sammelt er aktuell auch Eindrücke auf einem relativ herkömmlichen Viergelenker. Die Erkenntnisse will er dabei transparent im Verlauf der Saison schildern. - Foto: Screenshot Instagram / @nekomulally

In den vergangenen Jahren ist Neko Mulally unter anderem für Trek World Racing, Gstaad-Scott, den YT Mob und zuletzt Intense Factory Racing an der Seite von Aaron Gwin im World Cup an den Start gegangen. Dort konnte er einige beachtliche Erfolge feiern – am besten in Erinnerung geblieben ist wohl sein Run bei der Downhill-WM 2014 in Hafjell, als er trotz gerissener Kette einen starken vierten Platz belegen konnte. In den vergangenen Jahren hat sich Neko Mulally nicht nur als Rennfahrer einen Namen gemacht, sondern war innerhalb der Szene auch für seine Experimentierfreude und seine sehr analytischen Tests bekannt. Die Erkenntnisse aus diesen Tests hat er in den vergangenen Jahren regelmäßig auf seinen Social Media-Kanälen dokumentiert.

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# mulally1

Bei den beiden Eigenbau-Arbeitsgeräten, die Neko Mulally bislang getestet hat, handelt es sich um zwei Aluminium-Rahmen mit Mullet-Setup. Während Variante 1 auf einen relativ typischen Horst Link-Hinterbau mit niedrigem Drehpunkt setzt, wird an Prototyp 2 mit einem High Pivot-System inklusive Kettenumlenkung experimentiert. Laut Neko Mulally haben wir es hier jedoch mit einem „High but not too high“ Pivot-Bike zu tun – der Hauptdrehpunkt liegt also höher, als es bei Rahmen ohne Kettenumlenkung üblich ist, allerdings nicht so hoch wie bei anderen typischen High Pivot-Bikes. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt Trek mit dem neuen Session (zum Artikel: Trek Session Test) auf eine sehr erfolgreiche Art und Weise. Beide Rahmen haben einen Federweg von etwa 200 mm, einen 63,5°-Lenkwinkel und einen Reach von 475 mm.

Für die Produktion der Bikes ist Frank Wadelton, besser bekannt als Frank The Welder, verantwortlich.
# Für die Produktion der Bikes ist Frank Wadelton, besser bekannt als Frank The Welder, verantwortlich. - Foto: Screenshot Instagram / @franktheweldervt

Bis zum ersten World Cup des Jahres, der Ende März im französischen Lourdes stattfindet, will sich Neko Mulally für eine finale Variante entscheiden. Geplant ist, dass er als DIY-Privateer ohne großes Factory Team im Rücken den gesamten World Cup 2022 fährt. Im Hintergrund wird er dabei von Martin Whiteley, der seit vielen Jahren – zuletzt unter anderem als Team-Manager des YT Mobs – aktiv ist, unterstützt. Wir sind gespannt, wie sich Neko Mulally in diesem spannenden Projekt schlagen wird. Potenzial zum Bike der Woche hat sein Eigenbau-Downhiller definitiv!

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# mulally3

Wer von euch hätte damit gerechnet? Und was sagt ihr zum Experiment von Neko Mulally?

  1. benutzerbild

    Felger

    dabei seit 05/2007

    Neko probiert ja schon immer gern.
    Finde es den geilsten move der Saison und drück ihm die Daumen!!!
    bin auch mega gespannt. beim Interview auf vital-mtb hat er auch gesagt, dass er regelmäßig berichten wird. mutiger Schritt auf alle Fälle!
  2. benutzerbild

    xMARTINx

    dabei seit 12/2006

    Hör dir den Podcast an, da gibt's mehr Einblick. Interessant auch die Aussage das er nicht so richtig Happy auf dem intense war und einige Anbauteile für ihn nicht gut waren...der erste Proto hat direkt besser für ihn funktioniert als das Intense
  3. benutzerbild

    mswob

    dabei seit 05/2021

    Hör dir den Podcast an, da gibt's mehr Einblick. Interessant auch die Aussage das er nicht so richtig Happy auf dem intense war und einige Anbauteile für ihn nicht gut waren...der erste Proto hat direkt besser für ihn funktioniert als das Intense
    wieso... haben doch trp als parts, verstehe ich nicht? smiliesmiliesmilie
  4. benutzerbild

    Felger

    dabei seit 05/2007

    trp Bremsen nutzt er glaube ich weiter wenn ich mich recht an den Podcast erinnere smilie

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