Es tut sich etwas in Deutschland! Seit vielen Jahren erfreuen sich Bikes von deutschen Firmen großer Beliebtheit – doch gerade in der näheren Vergangenheit haben einige kleine deutsche Bike-Schmieden mit innovativen Ansätzen das Feld gehörig aufgewirbelt. In unserer Artikel-Serie „Neue Deutsche Welle“ werden wir in den kommenden Monaten einige Vertreter von kleinen, spannenden Firmen aus Deutschland testen und die Hintergründe der Bikes näher beleuchten. 

Das erste Serien-Mountainbike der Geschichte stammt aus den USA, die Wurzeln des Freeridens liegen in Kanada. Doch hinter diesen beiden Ländern, die die Entwicklung moderner Mountainbikes wohl am stärksten geprägt haben, brauchen sich die Produkte deutscher Firmen keineswegs zu verstecken. Nicht zu Unrecht gilt das Prädikat Made in Germany als Qualitätssiegel allererster Güte. Bike-Schmieden wie Nicolai, die sich genau dies auf die Fahnen geschrieben haben, erfreuen sich national wie international extrem großer Beliebtheit.

Deutsche Firmen wie Intend oder Last haben in den vergangenen Jahren für extrem viel Furore gesorgt
# Deutsche Firmen wie Intend oder Last haben in den vergangenen Jahren für extrem viel Furore gesorgt - viele heimische Firmen haben mit innovativen Produkten und Rahmen so etwas wie eine Neue Deutsche Welle ausgelöst. Einige der spannendsten Bikes aus Deutschland werden wir in den kommenden Wochen testen.

Dazu haben sich Firmen wie Canyon oder YT Industries dank innovativer Verkaufsstrategien im vergangenen Jahrzehnt extrem weiterentwickelt – Koblenz und Forchheim sind mittlerweile Ortschaften, die zumindest in der Mountainbike-Branche guten Gewissens in einem Atemzug mit Vancouver, Morgan Hill, Waterloo oder Santa Cruz genannt werden können. Cube aus dem beschaulichen Waldershof – gelegen in der Oberpfalz, immerhin gut 4.000 Einwohner – ist einer der größten Fahrrad-Hersteller der Welt. Propain aus dem baden-württembergischen Vogt ist in den vergangenen Jahren rasant gewachsen, Rose aus Bocholt eilt von Rekord zu Rekord … diese Liste der erfolgreichen deutschen Mountainbike-Firmen lässt sich nahezu beliebig fortsetzen.

Newmen gibt es noch gar nicht so lange, doch innerhalb kürzester Zeit hat sich das Projekt von Michi Grätz prächtig entwickelt.
# Newmen gibt es noch gar nicht so lange, doch innerhalb kürzester Zeit hat sich das Projekt von Michi Grätz prächtig entwickelt.
Bremsen von Trickstuff aus dem Breisgau erfreuen sich weltweit enormer Beliebtheit und zählen zur absoluten Spitzenklasse.
# Bremsen von Trickstuff aus dem Breisgau erfreuen sich weltweit enormer Beliebtheit und zählen zur absoluten Spitzenklasse.

Neue Deutsche Welle: Es tut sich was in Deutschland!

Gerade in den vergangenen Jahren hat sich in Deutschland auch abseits dieser etablierten Branchenriesen etwas getan. Wobei: Das Wörtchen „etwas“ ist hier definitiv eine Untertreibung. Gefühlt im Wochentakt gibt es Meldungen über neue Bikes, innovative Komponenten und spannende Prototyp-Produkte aus Deutschland – und dazu passend Diskussionen in unserem Forum, bei dem die Zahl der Kommentare innerhalb kürzester Zeit in den dreistelligen Bereich schießt.

Einfach mal auf der Portal-Fräse seinen Traum verwirklichen und ein eigenes Mountainbike auf die Beine stellen?
# Einfach mal auf der Portal-Fräse seinen Traum verwirklichen und ein eigenes Mountainbike auf die Beine stellen? - Genau das hat Simon Metzner von Actofive in Dresden gemacht. Das Ergebnis ist weit mehr als nur ein beschauliches Eigenbau-Projekt.

Beispiele gefällig? Aus seinem WG-Zimmer im beschaulichen Freiburg entwickelt Cornelius Kapfinger von Intend BC Suspension-Produkte und Komponenten, die mittlerweile an keinem Dream Build mehr fehlen dürfen. Mit innovativen Upside Down-Federgabeln, federleichten Vorbauten und zahlreichen cleveren Lösungen hat Intend mittlerweile einen enormen Bekanntheitsgrad – nicht nur in Deutschland. Nur wenige Kilometer weiter südlich befindet sich der Firmensitz von Trickstuff. Die edlen Bremsen sind so ziemlich das Beste, was ein Fahrrad derzeit zum Stoppen bringt.

Last hat sich 2020 sozusagen neu erfunden, indem sie mit dem Tarvo den ersten Carbon-Rahmen der Firmengeschichte auf den Markt gebracht haben
# Last hat sich 2020 sozusagen neu erfunden, indem sie mit dem Tarvo den ersten Carbon-Rahmen der Firmengeschichte auf den Markt gebracht haben - das Rohmaterial stammt aus Italien, laminiert wird der Rahmen in Würzburg bei All Ahead Composites. In Dortmund wird die Umlenkwippe gefräst, auf Wunsch lackiert wird der Rahmen ebenfalls im Ruhrgebiet. Lokaler geht es kaum.

Aus Dresden stammt mit Beast Components ein Komponenten-Hersteller, der federleichte Carbon-Produkte für Rennräder und Mountainbikes anbietet. In eine ähnliche Richtung geht All Ahead Composites aus der Nähe von Würzburg – dazu später noch mehr. Mit Vecnum und Bike Yoke stammen gleich zwei der wohl besten Variostützen-Hersteller aus heimischen Gefilden. Newmen hat sich innerhalb weniger Jahre zu einem der angesehensten Hersteller von Cockpits und Laufrädern entwickelt. Und was Ergonomie angeht, spielen Ergon aus Koblenz und SQlab aus der Nähe von München in der Champions League.

Eine der deutschen Firmen, die sich dank innovativer wie durchdachter Produkte innerhalb kürzester Zeit in den internationalen Fokus katapultiert hat, ist zweifellos Raaw aus dem Allgäu
# Eine der deutschen Firmen, die sich dank innovativer wie durchdachter Produkte innerhalb kürzester Zeit in den internationalen Fokus katapultiert hat, ist zweifellos Raaw aus dem Allgäu - aufgrund der enormen Nachfrage war für unsere Artikel-Serie leider kein Testbike verfügbar. Mit dem Enduro-Gerät Madonna haben wir aber bereits beste Erfahrungen gemacht!

6 innovative Bikes aus Deutschland: Das sind die Kandidaten

In unserer Artikel-Reihe „Neue Deutsche Welle“ soll es aber nicht um Komponenten- und Zubehör-Hersteller gehen – wenngleich man deren Produkte sicherlich auch am einen oder anderen Bike sehen wird. Stattdessen wollen wir uns auf innovative Fahrräder konzentrieren, die es bislang nur in extrem limitierter Auflage oder als Kleinserie gibt – und die von kleinen, deutschen Unternehmen stammen, größtenteils sogar Made in Germany sind.

Was geht denn hier ab!?
# Was geht denn hier ab!? - Die Rahmen der jungen Marke Crossworx werden nicht nur in Thüringen geschweißt, sondern setzen dazu auf einen sehr innovativen Hinterbau mit tiefem Schwerpunkt.

Der erste Impuls für unsere Artikel-Serie liegt mittlerweile knapp 2 Jahre zurück: Im Rahmen der Craft Bike Days 2019 haben wir gemeinsam mit DT Swiss kleine, deutschsprachige Hersteller von Bikes und Komponenten eingeladen, um über allerlei Fahrrad-Themen zu fachsimpeln – und natürlich die neusten Schätzchen zu begutachten. Schnell wurde klar: Auch abseits der kleinen, etablierten Firmen aus Deutschland gibt es einige spannende Projekte, die man dringend unter die Lupe nehmen muss.

Kavenz VHP 16: High-Pivot-Viergelenker mit langer Entwicklungsgeschichte

„Wir entwickeln einen Fahrradrahmen“: Mit dieser Artikel-Serie hat uns Giacomo Großehagenbrock seit 2018 immer wieder extrem interessante Einblicke in die Entstehungsgeschichte eines Mountainbike-Rahmens gegeben. Detailliert wurden alle Meilensteine, aber auch Rückschläge in Text- und Videoform beschrieben – bis am Ende das Kavenz VHP 16 auf den Beinen stand. Selbst ohne diese Entwicklungsgeschichte wäre der High-Pivot-Viergelenker mitsamt Kettenumlenkung eines der interessantesten Enduro-Bikes überhaupt.

Aus dem Entwicklungs-Projekt ist nach vielen Jahren Arbeit endlich ein serienreifes Produkt geworden
# Aus dem Entwicklungs-Projekt ist nach vielen Jahren Arbeit endlich ein serienreifes Produkt geworden - Giacomo Großehagenbrock hat uns auf MTB-News immer wieder mit Updates aus der Entwicklung versorgt. Mittlerweile kann man das Kavenz VHP 16 käuflich erwerben.

Der Fokus bei der Entwicklung des Kavenz VHP 16 wurde vor allem auf die perfekte Kinematik des High-Pivot-Hinterbaus gelegt. Solche Hinterbau-Konzepte mit hohem Drehpunkt liegen aktuell voll im Enduro-Trend – oft aber in Kombination mit einem relativ simplen Eingelenker-Hinterbau. Kavenz geht noch einen Schritt weiter und versieht das VHP 16 mit einem Viergelenk-System. Auch hinsichtlich Geometrie und Konfigurations-Möglichkeiten ist das Kavenz VHP 16 ein echter Kracher. Abgerundet wird unser Testbike mit feiner italienischer Federungs-Expertise aus dem Hause EXT, in Kanada laminierten We Are One Composites-Laufrädern aus Carbon und natürlich einigen hauseigenen Komponenten von 77designz.

  • Einsatzgebiet Enduro
  • Rahmenmaterial Aluminium
  • Federweg 170 mm / 160 mm
  • Besonderheiten High-Pivot-Viergelenker-Hinterbau, Custom-Geometrie, Aufbau mit 27,5″-Hinterrad möglich
  • www.kavenz.com
High-Pivot-Viergelenk-Hinterbau mit Kettenumlenkung?
# High-Pivot-Viergelenk-Hinterbau mit Kettenumlenkung? - Innovativer und durchdachter geht es kaum!
Dazu lassen sich sogar Wunsch-Geometrien realisieren
# Dazu lassen sich sogar Wunsch-Geometrien realisieren - hergestellt wird der Rahmen in Deutschland.

Actofive P-Train: Ach du meine Fräse!

Nicht minder spannend geht es bei Actofive zur Sache. Unter diesem Firmen-Namen stellt Simon Metzner in Dresden eines der innovativsten Trailbikes überhaupt her. Eine der zahlreichen Besonderheiten: Der wirklich wunderschöne Rahmen des Trailbikes wird aus riesigen Aluminium-Blöcken gefräst! Aus ungefähr 40 Kilogramm Rohmaterial erschafft eine Portalfräse zwei Rahmenhälften, die anschließend miteinander verklebt werden. Auch der Hinterbau ist gefräst.

Eines der schönsten Trailbikes überhaupt ist mit Sicherheit das Actofive P-Train
# Eines der schönsten Trailbikes überhaupt ist mit Sicherheit das Actofive P-Train - doch nicht nur optisch hat das gefräste Aluminium-Bike einiges auf dem Kasten!

Damit nicht genug: Am Heck setzt Actofive beim P-Train auf ein High Pivot-System mit Kettenumlenkung. Dank Flip Chip kann man den Federweg anpassen. Neben einem 29″-Setup ist so auch eine Mullet-Konfiguration möglich. Und weil uns das Actofive P-Train während unseres ersten sehr kurzen Tests durchaus begeistern konnte, haben wir das spannende Trailbike kurzerhand für einen ausgiebigen Test bestellt!

  • Einsatzgebiet Trail
  • Rahmenmaterial Aluminium
  • Federweg 140-160 mm/135-145 mm
  • Besonderheiten aus Aluminium-Blöcken gefräster Rahmen, anpassbare Geometrie, variabler Federweg, Mullet-Konfiguration möglich, High Pivot-Hinterbau mit Kettenumlenkung
  • www.actofive.com
Simon Metzner von Actofive setzt beim P-Train auf einen extrem variablen Rahmen inklusive hohem Drehpunkt und Kettenumlenkung.
# Simon Metzner von Actofive setzt beim P-Train auf einen extrem variablen Rahmen inklusive hohem Drehpunkt und Kettenumlenkung.
Ein Traum aus 1001er Fräs-Nacht: Der Rahmen wird aus großen Aluminium-Blöcken gefräst und anschließend verklebt.
# Ein Traum aus 1001er Fräs-Nacht: Der Rahmen wird aus großen Aluminium-Blöcken gefräst und anschließend verklebt.

Last Tarvo: Die Leichtigkeit des Seins

Im Vergleich zu den anderen in der Artikel-Serie vertretenen Firmen ist Last definitiv der alte Hase. Doch die kleine Firma aus dem Ruhrgebiet hat sich 2020 mit dem Tarvo sozusagen neu erfunden. Erstmals in der Firmengeschichte hat Last nämlich ein Carbon-Bike auf den Markt gebracht – und was für eins! Das pfeilschnelle Enduro ist nicht nur unverschämt leicht, sondern dazu auch noch unfassbar schön.

Zu schön, um wahr zu sein: Mit dem Tarvo ist Last im vergangenen Jahr ein ganz großer Wurf gelungen
# Zu schön, um wahr zu sein: Mit dem Tarvo ist Last im vergangenen Jahr ein ganz großer Wurf gelungen - das pfeilschnelle Enduro-Gerät wird komplett in Deutschland hergestellt.

Dazu arbeitet Last mit All Ahead Composites zusammen – jeder Tarvo-Rahmen wird also per Hand in Bayern laminiert. Die optionale Lackierung des Enduro-Fullies findet ebenfalls praktisch direkt vor der Haustür statt: Lars Diedenhofen von 70ID ist dafür zuständig. Mittlerweile bietet Last zusätzlich zur Enduro-Rakete mit dem neuen Cinto ein nicht minder schönes Trail-Fully an. Für unsere Artikel-Serie hat uns Last ein edles Tarvo mit Newmen-Laufrädern, SRAM AXS-Schaltung, Fox Factory-Fahrwerk, Vecnum Nivo-Sattelstütze, Intend-Vorbau und Bike Ahead Composites-Lenker zugeschickt. Lecker!

  • Einsatzgebiet Enduro
  • Rahmenmaterial Carbon
  • Federweg 170 mm / 160 mm
  • Besonderheiten erster Carbon-Rahmen in der Last-Firmengeschichte, Made in Germany, Stauraum im Unterrohr, Custom-Lackierung möglich, einteiliger Flexpivot-Hinterbau ohne Lager
  • www.last-bikes.com
Dank innovativen Ansätzen hat Last mit dem Tarvo den wohl leichtesten Serien-Enduro-Rahmen überhaupt geschaffen.
# Dank innovativen Ansätzen hat Last mit dem Tarvo den wohl leichtesten Serien-Enduro-Rahmen überhaupt geschaffen.
Kofferraum im Unterrohr gefällig? Solche Wünsche lassen sich genauso wie Custom-Lackierungen realisieren.
# Kofferraum im Unterrohr gefällig? Solche Wünsche lassen sich genauso wie Custom-Lackierungen realisieren.

Müsing Specter: Individualität für die XC-Rennstrecke

„Build Your Dream“: Ob bei der Kundenbetreuung, der Wahl der perfekten Komponenten oder bei der Farbgestaltung der Räder, die Marke Müsing steht wie kaum eine andere Firma hierzulande für das Konzept der Individualisierung von Fahrrädern. Ob Rennrad, Gravel-, XC- oder Trailbike: im Portfolio der Bikeschmiede aus dem Westerwald dürfte wohl so ziemlich jeder Radsportfan das passende Sportgerät finden – und das zumeist zu fairen Preisen. Dabei wird jedes einzelne Müsing-Rad in Deutschland entwickelt und schließlich von Hand beschichtet und montiert.

Aus den Startblöcken der Marathon-Rennszene kaum wegzudenken
# Aus den Startblöcken der Marathon-Rennszene kaum wegzudenken - Das Müsing Specter erfreut sich innerhalb der Rennszene größter Beliebtheit. Mit viel Individualität und einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis will die Firma aus dem Westerwald Kundinnen und Kunden von ihren Produkten überzeugen. Ob Rennrad, Gravelbike oder Mountainbike - die Farbwahl und die Komponenten können mithilfe eines umfangreichen Konfigurationsprogramms selbst bestimmt werden

Insbesondere in der hierzulande sehr ausgeprägten Marathon-Szene haben sich die Modelle von Müsing in den vergangenen Jahren fest in den Startblöcken der Breitensport-Events etabliert – allen voran das Carbon-Hardtail Müsing Specter, das mit 100 Millimeter Federweg und einer durchaus fortschrittlichen Geometrie nicht nur auf der Rennstrecke Freude bereiten soll. Zudem erhielt das Rad Aufmerksamkeit im Rahmen des MCi-Konzepts von Magura, das mit einem maximal aufgeräumten Cockpit erst kürzlich von euch im Rahmen der MTB-News User Awards 2021 als innovativstes Produkt des Jahres ausgezeichnet wurde.

  • Einsatzgebiet Cross-Country / Marathon
  • Rahmenmaterial Carbon
  • Federweg 100 mm
  • Besonderheiten individuelle Konfiguration der Komponenten & Farbe
  • www.muesing-bikes.com

Huhn Cycles 129 Ti: Innovation aus dem 3D-Drucker

Bereits vor 8.000 Jahren wurden Hühner erfolgreich domestiziert – doch das ungewöhnlichste Huhn der Menschheitsgeschichte ist weitaus jünger. Mit dem  Huhn 129 hat Huhn Cycles vor gut einem Jahr ein Bike präsentiert, das durch seine Schönheit und die außergewöhnliche Produktionsweise sofort ins Auge sticht. Der Industrie-Designer Ralf Holleis hat einen Rahmen entwickelt, bei dem Stahl- oder optional auch Titan-Rohre mit 3D-gedruckten Muffen verschweißt werden. Gefertigt werden die Rahmen in einer Werkstatt, die früher übrigens ein Hühnerstall war.

Geht es noch edler? Wohl kaum.
# Geht es noch edler? Wohl kaum. - der Rahmen des 130 mm-Trailbikes besteht aus 3D-gedruckten Stahlmuffen. Die Rohre sind angeschweißt, die Schweißnähte anschließend wegpoliert. Namensgeber? Produktionsstätte der Rahmen war früher ein Hühnerstall, die gefederten Kollegen finden offensichtlich auch gefallen am Metall-Huhn.

Beim Huhn Cycles 129 handelt es sich um ein mehr als außergewöhnliches Trailbike, das auf 29″-Laufrädern rollt und 140 mm Federweg vorne mit 129 mm am Heck kombiniert. Bislang sind beispielsweise im Rahmen der European Bike Challenge vornehmlich Bilder des Moorhuhns mit Stahl-Rohren durchs Internet geschwirrt. Für unser Deutschland-Spezial schickt Ralf Holleis allerdings einen ganz besonderen Leckerbissen ins Rennen: Unser Testbike ist nicht nur mit einem feinen EXT-Fahrwerk aus Italien bestückt, sondern setzt dazu auch auf einen extrem edlen Titan-Rahmen!

  • Einsatzgebiet Trail
  • Rahmenmaterial Stahl oder Titan
  • Federweg 140 mm / 129 mm
  • Besonderheiten extrem limitiert, optional mit Titan-Rohren erhältlich, 3D-gedruckte Muffen mit verschweißten Rohren, Custom-Rahmengrößen möglich
  • www.huhncycles.com
Eine solche Struktur im Inneren der Muffen würde sich mit keiner anderen Fertigungstechnologie herstellen lassen.
# Eine solche Struktur im Inneren der Muffen würde sich mit keiner anderen Fertigungstechnologie herstellen lassen.
Der kluge Kopf hinter Huhn Cycles ist Ralf Holleis. Für unseren Test ist ein Moorhuhn in Titan-Ausführung auf dem Weg zu uns.
# Der kluge Kopf hinter Huhn Cycles ist Ralf Holleis. Für unseren Test ist ein Moorhuhn in Titan-Ausführung auf dem Weg zu uns.

Crossworx Dash 29: Enduro-Rakete aus dem grünen Herzen Deutschlands

2018 hat Crossworx mit einem vergleichsweise unspektakulären Hardtail angefangen, doch spätestens mit der Vorstellung des Dash hat die kleine Firma aus Thüringen zwei Jahre später für Furore gesorgt. Der Aluminium-Rahmen verfügt nicht nur über ein ziemlich ungewöhnliches Hinterbau-System, bei dem der Dämpfer extrem tief knapp oberhalb des Tretlagers positioniert ist, sondern wird dazu handgeschweißt in Rudolstadt.

Innerhalb kurzer Zeit hat sich Crossworx zu einem angesehenen deutschen Hersteller von durchdachten Enduro-Bikes entwickelt
# Innerhalb kurzer Zeit hat sich Crossworx zu einem angesehenen deutschen Hersteller von durchdachten Enduro-Bikes entwickelt - mit dem Dash 29 bedienen die Thüringer mittlerweile auch die 29"-Fraktion.

Nachdem das Dash zunächst nur als 27,5″-Variante erhältlich war, gibt es nun auch eine 29″-Ausführung, die noch eine Spur schneller sein dürfte – und damit prädestiniert für die härtesten Enduro-Strecken ist. Die Newmen-Laufräder und Magura-Bremsen an unserem Testbike führen das Deutschland-Thema fort. Komplettiert wird der schicke Aufbau mit einem Fox Factory-Fahrwerk und einem Shimano-Antrieb.

  • Einsatzgebiet Enduro
  • Rahmenmaterial Aluminium
  • Federweg 160 mm / 155 mm
  • Besonderheiten handgeschweißt in Thüringen, tiefer Schwerpunkt durch Umlenkung unter dem Dämpfer, Custom-Lackierung möglich
  • www.crossworx-cycles.com
Der Aluminium-Rahmen überzeugt mit einem sehr cleanen Design …
# Der Aluminium-Rahmen überzeugt mit einem sehr cleanen Design …
… und der extrem tief platzierte Dämpfer ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal.
# … und der extrem tief platzierte Dämpfer ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal.

Ich habe ein Bike in meiner Garage zusammengebrutzelt – das müsst ihr euch anschauen!

Spannende Eigenbau-Kreationen sind in den vergangenen Jahren und Monaten immer populärer geworden. Um einen Rahmen zu bauen, braucht man nicht unbedingt sündhaft teure Carbon-Molds oder Portal-Fräsen. Ein ausgeprägter Innovationsgeist ist allerdings unerlässlich. Wenn du also selbst ein spannendes Bike gebaut hast oder der kleine Bruder des Cousins deiner Friseurin jemandem auf TikTok folgt, der ein richtig krasses Eigenbau-Projekt vorantreibt, dann tritt mit uns in Kontakt – möglicherweise gibt es dann noch ein kleines Eigenbau-Spezial in unserer Artikel-Serie.

Wie geht es weiter?

Ein Blick auf die Eckdaten der Bikes lässt schnell erahnen: Die Bikes unmittelbar gegeneinander zu fahren und miteinander zu vergleichen, macht bei diesem Testfeld keinen Sinn. Deshalb verzichten wir in der Artikel-Serie auf das gewohnte Format unserer klassischen Vergleichstests.

Statt die Bikes direkt gegeneinander zu testen, werden wir in den kommenden Wochen ausführliche Einzeltests veröffentlichen, in denen wir auch die Entstehungsgeschichte des jeweiligen Modells näher beleuchten
# Statt die Bikes direkt gegeneinander zu testen, werden wir in den kommenden Wochen ausführliche Einzeltests veröffentlichen, in denen wir auch die Entstehungsgeschichte des jeweiligen Modells näher beleuchten - dazu erwartet euch noch die ein oder andere Überraschung. Ihr dürft also gespannt sein!

Stattdessen werden wir in der Artikel-Serie „Neue Deutsche Welle“ in den kommenden Wochen und Monaten jedes Bike individuell testen – gewohnt umfangreich, dazu noch mit einem speziellen Fokus auf die Hintergründe und Herstellungsgeschichte des jeweiligen Modells. In einem zusammenfassenden Abschluss-Artikel werden wir am Ende zudem noch die Stärken und Besonderheiten aller Kandidaten näher beleuchten. Vorhang auf für die Neue Deutsche Welle auf MTB-News – wir wünschen viel Spaß!


Hier findest du alle weiteren Artikel der Neuen Deutschen Welle:

  1. benutzerbild

    sr_34

    dabei seit 08/2020

    @Moritz auch wenn reichlich spät, das Moorhuhn hat kein EXT-Fahrwerk. Beim Fahrwerk handelt es sich um Intend Hero und Hover, falls du den Antrieb gemeint haben solltest der stammt aus Italien ist aber von Ingrid smilie
  2. benutzerbild

    MyChaOS

    dabei seit 05/2018

    @Moritz auch wenn reichlich spät, das Moorhuhn hat kein EXT-Fahrwerk. Beim Fahrwerk handelt es sich um Intend Hero und Hover, falls du den Antrieb gemeint haben solltest der stammt aus Italien ist aber von Ingrid smilie
    Auf dem Bild schon, aber das ist ja auch eher Ned des Testbike. Glaub kaum dass sich @Moritz extra Hühner besorgt hat. Denke das Bild ist vom Hersteller und eben nicht das Testbike
  3. benutzerbild

    roschmid

    dabei seit 06/2014

    das war auch gerade mein Gedanke, ein Test ob sich die "Innovation" im Entwicklungs/Herstellungsprozess auch auf dem Trail bemerkbar macht wäre absolut Klasse gewesen. So wird das Ergebnis lauten, alle Bikes sind Mega, einzelne User kommen dann auf den Plan um dies als Anreiz zu nehmen über größere Firmen herzuziehen, Gegenreaktionen, und es geht wieder eine Löschorgie los smilie WIe sich Bikes b2b gefahren verhalten gibt immer noch die besten Erkenntnisse. Ich hatte mich nach dem lesen der Überschrift wirklich auf den "Test" gefreut, nachdem ich den geplanten Ablauf gelesen habe ist die Freude wieder verflogen.

    Dabei wären zumindest Duelle auch in dieser Bikeauswahl locker drin gewesen, Kavenz vs Tarvo, Huhn vs. Dash (vs Actovife)

    Die Qualität des Contents nimmt einfach massiv ab die letzten Jahre, das spiegelt sich dann auch in den Kommentaren wieder. Die Einleitung liest sich schon wie ein Werbetext,, mit Fehlern drin die doch sofort jeder erkennt:

    "Eine der deutschen Firmen, die sich dank innovativer wie durchdachter Produkte innerhalb kürzester Zeit in den internationalen Fokus katapultiert hat, ist zweifellos Raaw aus dem Allgäu - aufgrund der enormen Nachfrage war für unsere Artikel-Serie leider kein Testbike verfügbar. Mit dem Enduro-Gerät Madonna haben wir aber bereits beste Erfahrungen gemacht!"

    Es war hier doch vor kurzem ein Test des Raaw Jibb auf Mtb-News smilie

    ich bin ganz ehrlich, ich finde an den Bikes wenig innovativ, evtl. das Kavenz mit dem 4-gelenk HPP Hinterbau und das Tarvo aufgrund des Gewichts, aber sonst:

    Huhn: abgestützter Eingelenker, die Idee der Titan Muffen von Robot Bike abgekupfert.

    Actovife: Pole did it

    Dash: solche Bikes gab es auch schon mehrfach, nichts besonderes

    Müsing: ganz normales Carbon Hardtail.

    "Innovation ist ein Vorgang, welcher durch Anwendung neuer Verfahren, der Einführung neuer Techniken oder der Etablierung erfolgreicher Ideen einen Bereich, ein Produkt oder eine Dienstleistung erneuert und auf den neuesten Stand bringt."

    An den von mir angeführten Bikes ist nichts neu, somit auch keine Innovation, die Inflationäre Nutzung des Begriffs entspricht aber dem aktuellen Zeitgeist, ist aber gleichzeitig eine Herabwürdigung von Firmen die wirklich innovativ arbeiten, also neue Ideen selbst entwickeln, inkl. Rückschläge. Ich arbeite in einer Firma die erst kürzlich einen Europaweiten Innovationspreis erhalten hat, dafür braucht es aber "etwas" mehr als sich Dinge von anderen abzuschauen ohne Verbesserung.
    Ich hoffe das wird hier jetzt nicht als Provokation angesehen, sondern als konstruktive Kritik wahrgenommen.an dem inflationär gebrauchten Wort Innovation. Mit einer Innovation wie z.B. beim Horst Link hat keines der Bikes etwas zu tun.
  4. benutzerbild

    ericsonbahr

    dabei seit 11/2014

    das war auch gerade mein Gedanke, ein Test ob sich die "Innovation" im Entwicklungs/Herstellungsprozess auch auf dem Trail bemerkbar macht wäre absolut Klasse gewesen. So wird das Ergebnis lauten, alle Bikes sind Mega, einzelne User kommen dann auf den Plan um dies als Anreiz zu nehmen über größere Firmen herzuziehen, Gegenreaktionen, und es geht wieder eine Löschorgie los smilie WIe sich Bikes b2b gefahren verhalten gibt immer noch die besten Erkenntnisse. Ich hatte mich nach dem lesen der Überschrift wirklich auf den "Test" gefreut, nachdem ich den geplanten Ablauf gelesen habe ist die Freude wieder verflogen.

    Dabei wären zumindest Duelle auch in dieser Bikeauswahl locker drin gewesen, Kavenz vs Tarvo, Huhn vs. Dash (vs Actovife)

    Die Qualität des Contents nimmt einfach massiv ab die letzten Jahre, das spiegelt sich dann auch in den Kommentaren wieder. Die Einleitung liest sich schon wie ein Werbetext,, mit Fehlern drin die doch sofort jeder erkennt:

    "Eine der deutschen Firmen, die sich dank innovativer wie durchdachter Produkte innerhalb kürzester Zeit in den internationalen Fokus katapultiert hat, ist zweifellos Raaw aus dem Allgäu - aufgrund der enormen Nachfrage war für unsere Artikel-Serie leider kein Testbike verfügbar. Mit dem Enduro-Gerät Madonna haben wir aber bereits beste Erfahrungen gemacht!"

    Es war hier doch vor kurzem ein Test des Raaw Jibb auf Mtb-News smilie

    ich bin ganz ehrlich, ich finde an den Bikes wenig innovativ, evtl. das Kavenz mit dem 4-gelenk HPP Hinterbau und das Tarvo aufgrund des Gewichts, aber sonst:

    Huhn: abgestützter Eingelenker, die Idee der Titan Muffen von Robot Bike abgekupfert.

    Actovife: Pole did it

    Dash: solche Bikes gab es auch schon mehrfach, nichts besonderes

    Müsing: ganz normales Carbon Hardtail.

    "Innovation ist ein Vorgang, welcher durch Anwendung neuer Verfahren, der Einführung neuer Techniken oder der Etablierung erfolgreicher Ideen einen Bereich, ein Produkt oder eine Dienstleistung erneuert und auf den neuesten Stand bringt."

    An den von mir angeführten Bikes ist nichts neu, somit auch keine Innovation, die Inflationäre Nutzung des Begriffs entspricht aber dem aktuellen Zeitgeist, ist aber gleichzeitig eine Herabwürdigung von Firmen die wirklich innovativ arbeiten, also neue Ideen selbst entwickeln, inkl. Rückschläge. Ich arbeite in einer Firma die erst kürzlich einen Europaweiten Innovationspreis erhalten hat, dafür braucht es aber "etwas" mehr als sich Dinge von anderen abzuschauen ohne Verbesserung.
    Ich hoffe das wird hier jetzt nicht als Provokation angesehen, sondern als konstruktive Kritik wahrgenommen.an dem inflationär gebrauchten Wort Innovation. Mit einer Innovation wie z.B. beim Horst Link hat keines der Bikes etwas zu tun.
    "Innovation ist ein Vorgang, welcher durch Anwendung neuer Verfahren, der Einführung neuer Techniken oder der Etablierung erfolgreicher Ideen einen Bereich, ein Produkt oder eine Dienstleistung erneuert und auf den neuesten Stand bringt."
    Stimmt!
    Innovationen bekommen hier eher ein Shitstorm.

    P.s. Sprechen da aus eigener Erfahrung🙄
  5. benutzerbild

    flatTired

    dabei seit 06/2021

    Sorry, mein deutsch ist ganz schlecht. Ich hoffe englisch ist ok.
    TooLazyToRead: Producing Al takes a lot of energy and has a considerable environmental impact. Recycling of special alloys are not straightforward as recycling a soda can. Using less is the way to go.

    The point raised by @Deleted 410405 makes total sense to me. The use of metallic resources still means a huge and long-lasting environmental impact.

    65% of the Al used worldwide comes from primary sources. That is, first the metal has to be mined. Aluminum comes mainly from bauxite, which is a rock produced near the surface (via weathering). To extract bauxite, huge land areas must therefore be scraped and byproducts loosely disposed (Only 25% of bauxite becomes Al). As this is mainly done in low-income countries, big companies usually disregard environmental protection, contaminating soils and groundwater on their way. Needless to say, local communities are the most affected.

    To produce Al alloys, huge amounts of water and energy are required: the raw material has to be mechanically and chemically separated, doped (mixed with other elements), melted and processed.

    Recycling is great, it means skipping the harmful mining part, but is not as simple as one might think. As the article said, they use a special Al alloy (EN AW-7075), containing several other elements (which also need to be mined smilie). It's easy to imagine that this alloy won't be useful for many other applications. For example, as the article pointed out, the alloy can not be welded. This ultimately means that recycling in this case means sending to someone that will reprocess the whole thing. In other words, all the energy and resources spent to make the unique shiny aviation-grade alloy are gone and more energy and resources are needed to separate the now unwanted elements.

    In summary, the best way to reduce environmental impact would be to use less resources in the first place. As @Deleted 410405 suggested, milling a highly specialized alloy to obtain a final product of 10 % of its weight doesn't sound as an environmentally-friendly practice and the performance gains might not justify it, in my opinion.

    Some reading suggestions:

    O' bauxite wo sind sie? , auch hier und hier
    Impacts of bauxite mining in Vietnam, Guinea, Malaysia and Brazil
    Challenges in recycling aerospace Al-alloys
    Datenblatt EN AW-7075

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