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Nicolai Saturn 14 ST in XL
Nicolai Saturn 14 ST in XL - 29"-Räder, 150/130 mm Federweg, Aluminium-Rahmen, 14,43 kg. Den Rahmen gibt es ab 2.749 € zu kaufen.
Druckstreben-Mutatoren helfen beim Feintuning der Geometrie
Druckstreben-Mutatoren helfen beim Feintuning der Geometrie - durch den Austausch der beiden Verbindungselemente von Umlenkwippe und Sitzstrebe lassen sich Winkel und Tretlagerhöhe in kleinen Bereichen verändern.
Beim Fahrwerk gibts beim Nicolai Saturn 14 ST zwar die 36 an der Front
Beim Fahrwerk gibts beim Nicolai Saturn 14 ST zwar die 36 an der Front - diese kommt aber nicht mit der Grip2-Kartusche, sondern mit Fit4, 150 mm Federweg und inzwischen etabliertem kurzen Offset.
Ebenso in Factory-Ausführung steckt der DPX2 im Heck
Ebenso in Factory-Ausführung steckt der DPX2 im Heck - für die 29"-Version wird nur ein Hub angeboten – die reduzierten 50 mm ergeben am Heck 130 mm Federweg.
Know-How und Fertigung aus Deutschland
Know-How und Fertigung aus Deutschland - sowohl der Baron Projekt als auch die Seilspeichen von Pi Rope werden in Deutschland gefertigt.
Lenkzentrale von Acros und Kontaktpunkte von SQlab
Lenkzentrale von Acros und Kontaktpunkte von SQlab - Produkte aus deutschen Unternehmen stehen bei Nicolai hoch im Kurs.
Magura MT Trail mit Floating Discs
Magura MT Trail mit Floating Discs - die neueste Innovation aus Bad Urach sind die auffälligen Bremsscheiben mit schwimmendem Reibring.
Tension-Bar, Eloxal-Extra-Love und Mutatoren
Tension-Bar, Eloxal-Extra-Love und Mutatoren - am Rahmen des Nicolai Saturn 14 ST gibt es einiges zu entdecken.
Leitungsführung am Drehpunkt
Leitungsführung am Drehpunkt - so sollten Schaltaußenhülle und Bremsleitung nicht am Rahmen reiben.
Leitungsführung am Unterrohr
Leitungsführung am Unterrohr - extern verlegte Züge sind zwischenzeitlich selten geworden.
Reifenfreiheit im Hinterbau
Reifenfreiheit im Hinterbau - Nicolai gibt das Saturn 14 ST bis 2,4" frei.
Rado nennt Nicolai sein Ausfallende
Rado nennt Nicolai sein Ausfallende - jeder Rahmen ist auf Spur und Sturz optimal eingestellt.
Topologie-optimierte Umlenkwippe
Topologie-optimierte Umlenkwippe - die organisch anmutende Form trägt den aufkommenden Kräften bestmöglich Rechnung, ohne viel extra Material zu benötigen.
Mit Druck bergauf
Mit Druck bergauf - Die aufrechte Sitzposition motiviert, auch steile Rampen in Angriff zu nehmen.
Entspanntes Cruisen
Entspanntes Cruisen - Optional kann man auch einfach entspannt bergauf pedalieren.
Ungebremst locker lassen
Ungebremst locker lassen - Wo andere Bikes schon eine deutlich aktivere Haltung benötigen, um die Kontrolle zu behalten, kann man auf dem Saturn 14 ST einfach zentral stehen bleiben. Das Bike fängt sich schon irgendwann wieder.
Länge läuft
Länge läuft - Wenn man langsam droppen möchte gilt es, etwas mehr hochzuziehen oder das Gewicht zu verlagern, damit die Front nicht absackt. Nach kurzer Eingewöhnung ist das kein Problem mehr.
Brauner Pulverschnee?
Brauner Pulverschnee? - Bremsen auf und einfach in die Kurven reinhalten. Bei Bedarf leicht gegenlenken und genießen!
Wer kann, der kann
Wer kann, der kann - Mit entsprechender Fahrtechnik und Schnellkraft lässt sich auch ein langes Bike agil bewegen.
Gib mir mehr immer mehr!
Gib mir mehr immer mehr! - Steinfelder und Wurzeln stellen auf dem Saturn 14 ST eine deutlich niedrigere Anforderung an den Piloten.
Steil? Mit dem Nicolai Saturn 14 ST kann man einfach runterfahren
Steil? Mit dem Nicolai Saturn 14 ST kann man einfach runterfahren - Egal wie rutschig und wie steil der Trail wird: Man hat das Gefühl, dass einen nichts aus der Ruhe bringen kann. Davon profitieren nicht nur Leute, die das Bike gerne schnell und hart fahren, sondern auch MTB-Neulinge, die sich Sicherheit auf dem Bike wünschen.
Abziehen. Aber richtig!
Abziehen. Aber richtig! - Luftstand erfordert etwas mehr Nachdruck
Blick nach vorne
Blick nach vorne - Wer Linien plant, tut sich leichter.
Kunststoffführung gegen Fangleine
Kunststoffführung gegen Fangleine - Potentiellem Einhaken wird hier vorgebeugt und ordentlicher sieht es ebenfalls aus.
Alt vs. neu
Alt vs. neu - Früher fand der Zug mit einem Kabelbinder an der Öse oberhalb des Drehpunkts halt. Jetzt wird er mit wenig Verwindung durch den Drehpunkt geführt.
Zee Germans
Zee Germans - Eine gigantische Kiste aus Holz, Wellpappe, Spanngurten und Flügelmuttern: So kommt das Nicolai mit der Spedition sicher an. Gedacht ist die aufpreispflichtige Kiste für den wiederholten Transport.
Hier bewegt sich nix
Hier bewegt sich nix - Nach der Bike-Entnahme ist das System faltbar und wird flach. Trotzdem nimmt es in der Garage noch deutlich mehr Platz weg als ein flacher Bike-Karton.
Varianz führt zum Ziel
Varianz führt zum Ziel - Egal ob mehr Druck und keine Volumenspacer oder umgekehrt: Die Variabilität des Rahmens ermuntert auch deutlich zum Spiel mit dem Setup.
Set and forget
Set and forget - Problemlos und angenehm im Dauereinsatz: Die BikeYoke Divine.
An der Front arbeiten vier, am Heck zwei Kolben
An der Front arbeiten vier, am Heck zwei Kolben - Leichte Fahrer hatten trotz der guten Modulation etwas mit der Dosierbarkeit der kräftigen Magura Trail zu kämpfen.
Ano und Sticker
Ano und Sticker - Die matte Oberfläche ist recht unempfindlich gegenüber Abrieb. Sollten die Decals mal alt aussehen, kann man sie einfach tauschen.
Entspannt in die Mitte stellen und laufen lassen
Entspannt in die Mitte stellen und laufen lassen - Auf engen Trails braucht es etwas mehr Körpereinsatz und Fahrtechnik mit dem langen Boliden. Wer das kann, wird in einem breiten Spektrum Spaß mit dem Saturn 14 ST haben: Selbst Enduro-Trails sind absolut kein Problem und man profitiert von viel Sicherheit und Gutmütigkeit, auch wenn es mal etwas mehr rumpelt.

Nicolai Saturn 14 ST im Test: Nicolai hat sich in der Mountainbike-Szene nicht nur mit ihren Schweißnähten einen Namen gemacht: Mit dem Begriff Geolution steht man voll und ganz hinter neuen Geometriekonzepten, mit deutlich längeren Bikes und flacheren Lenkwinkeln. Dieses Prinzip zieht sich durch die komplette Modellpalette und trifft so auch auf das Trailbike Saturn 14 ST zu. Hier geht die Bikeschmiede aber noch einen Schritt weiter: Am Aluminiumrahmen mit 130 bis 138 Millimeter Federweg finden sich zahlreiche clevere Details, für die Feintuner gibt es die sogenannten Mutatoren. Was das ist und wer mit der besonderen Geometrie am meisten Spaß hat, erfahrt ihr hier im Test.

Steckbrief: Nicolai Saturn 14 ST

EinsatzbereichTrail, Enduro
Federweg140-160 mm/130 mm
Laufradgröße27.5ʺ, 29ʺ
RahmenmaterialAluminium
Gewicht (o. Pedale)14,4 kg
RahmengrößenS, M, L, XL, XXL, Maßrahmen (im Test: XL)
Websitewww.nicolai-bicycles.com
Preis: ab 2.749 €

Die Variabilität der Nicolai-Saturn-Plattform ist bei unserem Testbike bereits im Namen enthalten – das Saturn 14 gibt es nämlich auch ohne das Kürzel „ST“. Hinter der Super Trail-Variante versteckt sich ein rund 300 g schwererer Rahmen inklusive mit Bikepark-Freigabe. Entscheiden kann man sich zwischen 29″, 27,5″ oder einem Mullet-Aufbau.

Durch austauschbare Einsätze und verschiedene Dämpferhübe lässt sich die Geometrie des Bikes weiter in die gewünschte Richtung trimmen. Grenzen? Gibt’s ned! Und wenn doch, kann man sogar einen Maßrahmen bauen lassen. Mit 140 bis 160 mm an der Front und 130 bis 138 mm am Heck soll Nicolais Interpretation des „radikalen Trailbikes“ perfekt für alles von Hausrunde über den Bikepark bis hin zum Alpencross sein.

Nicolai Saturn 14 ST in XL
# Nicolai Saturn 14 ST in XL - 29"-Räder, 150/130 mm Federweg, Aluminium-Rahmen, 14,43 kg. Den Rahmen gibt es ab 2.749 € zu kaufen.
Diashow: Nicolai Saturn 14 ST im Test: Kleiner Federweg für große Aufgaben
Nicolai Saturn 14 ST in XL
An der Front arbeiten vier, am Heck zwei Kolben
Topologie-optimierte Umlenkwippe
Hier bewegt sich nix
Länge läuft
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Geometrie

Wie bereits erwähnt, bietet Nicolai mit seinem Geolution-Konzept längere Bikes an als der Mainstream. Nicht vergessen darf man aber: Dieser Mainstream hat fleißig aufgeholt. So verfügt unser Testrad in XL über 519 mm Reach bei moderatem Stack von 629 mm – so weit weg wie noch vor ein paar Jahren ist Nicolai damit nicht mehr. Alle Rahmengrößen verfügen über durchgängig 446 mm Kettenstrebenlänge, nur der Lenkwinkel wird von Größe M bis hin zu XXL um 0,3° steiler. Der Winkelmesser bleibt bei für unser Testbike mit 150 mm Federweg an der Gabel bei 65,5° stehen.

Nicolai legt in der technischen Dokumentation für alle Bikes so ziemlich jeden Wert offen. Auch das oft heiß diskutierte Thema Sitzwinkel zeichnet sich hier ab: Jede Rahmengröße verfügt über einen an die Körpergröße angepassten Sitzwinkel. Wer eine Entscheidungshilfe benötigt, findet zu jeder der fünf Rahmen-Optionen einen empfohlenen Körpergrößenbereich. Für unser gefahrenes XL-Modell liegt dieser bei 188 – 200 cm. Wer den Steckbrief überflogen hat, ist schon daran hängen geblieben – das Nicolai Saturn 14 ST gibt es natürlich ebenfalls als Maßrahmen.

 SMLXLXXL
Empfohlene Körpergröße164–172 cm170–180 cm178–190 cm188–200 cm198–205 cm
Oberrohrlänge595 mm626 mm648 mm668 mm693 mm
Sitzrohrlänge405 mm440 mm455 mm475 mm520 mm
Steuerrohrlänge110 mm120 mm130 mm140 mm150 mm
Radstand1206 mm1341 mm1264 mm1291 mm1313mm
Sitzrohrüberstand45 mm80 mm80 mm80 mm80 mm
Schrittfreiheit726 mm726 mm740 mm759 mm782 mm
Reach450 mm480 mm500 mm520 mm540 mm
Stack570 mm610 mm618 mm627 mm637 mm
Hinterbaulänge446 mm446 mm446 mm446 mm446 mm
Sitzwinkel real74,9°75,2°75,2°75,2°75,2°
Sitzwinkel effektiv76,2°76,5°76,5°76,5°76,5°
Lenkwinkel65,2°65,5°65,5°65,5°65,5°
Tretlagerabsenkung-27 mm-30 mm-30 mm-30 mm-30 mm
Druckstreben-Mutatoren helfen beim Feintuning der Geometrie
# Druckstreben-Mutatoren helfen beim Feintuning der Geometrie - durch den Austausch der beiden Verbindungselemente von Umlenkwippe und Sitzstrebe lassen sich Winkel und Tretlagerhöhe in kleinen Bereichen verändern.

Ausstattung

Variabilität wird großgeschrieben. Ausstattungstabellen? Gibt’s auch ned! Im Konfigurator kann man sich dafür im Rahmen der vorgegebenen Ausstattungsvarianten ein Bike zusammenstellen. Die Kombinationsmöglichkeiten sind zahlreich, die angebotenen Hersteller auch zu großen Teilen keine Riesenfirmen, sondern kleine Schmieden. Unser Aufbau kommt mit vielen deutschen Teilen. Steuersatz und Cockpit stammen von Acros, die Bremsen von Magura aus Bad Urach, außerdem kommen die bereits getesteten und für gut befundenen Pi Rope-Laufräder zum Einsatz. Dazu eine BikeYoke-Variostütze, Continental-Reifen und ein SQlab-Sattel.

Einzig Fahrwerk und Antrieb kommen von Fox und SRAM, gefedert wird mit Factory-Ausführungen des Fox DPX2-Dämpfers und einer Fox 36 Fit4-Federgabel. Angeboten werden Federgabeln zwischen 140 und 160 mm, unser Testbike kam mit der 150 mm-Option.

  • Federgabel Fox 36 Fit4 (150 mm)
  • Dämpfer Fox DPX2 (130 mm)
  • Antrieb SRAM GX Eagle
  • Bremsen Magura MT Trail
  • Laufräder Pi Rope RL One A.30
  • Reifen Continental Baron Projekt 2,4
  • Cockpit Acros Aluminium Lenker (800 mm) / Acros (40 mm)
  • Sattelstütze Bike Yoke Divine (185 mm)
Beim Fahrwerk gibts beim Nicolai Saturn 14 ST zwar die 36 an der Front
# Beim Fahrwerk gibts beim Nicolai Saturn 14 ST zwar die 36 an der Front - diese kommt aber nicht mit der Grip2-Kartusche, sondern mit Fit4, 150 mm Federweg und inzwischen etabliertem kurzen Offset.
Ebenso in Factory-Ausführung steckt der DPX2 im Heck
# Ebenso in Factory-Ausführung steckt der DPX2 im Heck - für die 29"-Version wird nur ein Hub angeboten – die reduzierten 50 mm ergeben am Heck 130 mm Federweg.
Know-How und Fertigung aus Deutschland
# Know-How und Fertigung aus Deutschland - sowohl der Baron Projekt als auch die Seilspeichen von Pi Rope werden in Deutschland gefertigt.
Lenkzentrale von Acros und Kontaktpunkte von SQlab
# Lenkzentrale von Acros und Kontaktpunkte von SQlab - Produkte aus deutschen Unternehmen stehen bei Nicolai hoch im Kurs.
Magura MT Trail mit Floating Discs
# Magura MT Trail mit Floating Discs - die neueste Innovation aus Bad Urach sind die auffälligen Bremsscheiben mit schwimmendem Reibring.

Im Detail

Im Vergleich zu den glattgeleckten Bikes, die zwischenzeitlich überhand genommen haben, gibt es bei Nicolai mehr zu entdecken als nur bunte Farben und vielfältige Logos. Hier erkennt man noch, wie viel Handwerk in einem Fahrradrahmen eigentlich steckt und wie schick ein klassischer Rahmen ohne aufwändiges Hydroforming sein kann. Basis für den Rahmen sind normale Rundrohre aus Aluminium, die mit schicken Schweißraupen zu einem ansehnlichen Komplettpaket verbunden werden. Um der Bikepark-Freigabe gerecht zu werden, setzt Nicolai auf einen verstärkten Rohrsatz und ein Gusset am Steuerrohr. Letzteres kennen wir bereits von den Gravity-Bikes, an das unser Saturn 14 ST zumindest beim Gewicht ein bisschen näher heranwächst. Etwa 300 g Mehrgewicht bringt die erhöhte Stabilität mit sich.

Tension-Bar, Eloxal-Extra-Love und Mutatoren
# Tension-Bar, Eloxal-Extra-Love und Mutatoren - am Rahmen des Nicolai Saturn 14 ST gibt es einiges zu entdecken.

Im Rahmen der zusätzlich buchbaren „Extra-Love“ lässt sich die am Gusset angebrachte Leitungshalterung wie auch viele weitere Leitungshalter, Schrauben oder Muttern in einer Eloxalfarbe auswählen. Apropos Leitungshalter: Nicolai setzt hier weiterhin auf außen angebrachte Züge, die schön organisiert am Unterrohr laufen, genau mittig am Drehpunkt des Hinterbaus vorbeigeleitet werden und insgesamt einfach zu erreichen sind.

Wer auf ein kleineres 27.5″ Hinterrad setzen oder generell an der Geometrie des Rahmens herumspielen möchte, der darf die sogenannten Mutatoren in den Druckstreben in Augenschein nehmen. Diese Einsätze aus 7020-T6-Aluminium ermöglichen durch unterschiedliche Längen feinste Geometrie-Anpassungen in 0,3°-Schritten am Rahmen. Verschiedene Optionen ermöglichen mitsamt der Laufrad-Auswahl eine schier endlose Fülle an Möglichkeiten. Damit man als Kunde nicht verloren im Wald steht, spricht Nicolai bereits Empfehlungen für sinnvolle „Mutationen“ aus. Aber damit ist es immer noch nicht genug.

Leitungsführung am Drehpunkt
# Leitungsführung am Drehpunkt - so sollten Schaltaußenhülle und Bremsleitung nicht am Rahmen reiben.
Leitungsführung am Unterrohr
# Leitungsführung am Unterrohr - extern verlegte Züge sind zwischenzeitlich selten geworden.
Reifenfreiheit im Hinterbau
# Reifenfreiheit im Hinterbau - Nicolai gibt das Saturn 14 ST bis 2,4" frei.
Rado nennt Nicolai sein Ausfallende
# Rado nennt Nicolai sein Ausfallende - jeder Rahmen ist auf Spur und Sturz optimal eingestellt.

Auch beim Fahrwerk hat man Spielraum, auf den man mit den Mutatoren im Hinblick auf die Geometrie reagieren kann. 140 bis 160 mm Federweg und zumindest am 27,5″ oder Mullet-Rad zwei mögliche Dämpferhübe bilden den Gipfel der Variabilität. Da es mit der Reifenfreiheit etwas knapp wird, ist am 29″ Rad lediglich der kürzere 210 x 50 mm Dämpfer sinnvoll, mit dem sich 130 mm Federweg ergeben. Um keine Verwirrung zu stiften, fehlt die längere Hub-Option aus diesem Grund bereits im Konfigurator fürs 29″-Bike.

Spannend ist auch die „Tension-Bar“ getaufte Strebe zwischen Wippe und Tretlagerbereich. Der Einsatz dieser Strebe soll die Dauerfestigkeit des Rahmens erhöhen, speziell im Falle von Durchschlägen des Federbeins. Hierbei erzeugt die Hebelage laut Nicolai eine Zugkraft zwischen Wippen-Drehpunkt und unterer Dämpferaufnahme. Aufgenommen wird diese Kraft durch die Zugstange, die dann wiederum den Einsatz leichterer Rohre ermöglicht und dabei hilft, Gewicht zu sparen.

Damit auch der restliche Rahmen möglichst haltbar bleibt ohne zu viel Gewicht aufzutragen, hat Nicolai noch ein paar Tricks auf Lager. Die Topologie-optimierte Umlenkwippe gibt es seit der Vorstellung des Nicolai Saturn 11, auch am 14er-Modell verwendet man diese Technologie. Vierfach gedichtet sind nicht nur die Lager an der Wippe, sondern auch die anderen im Rahmen eingesetzten Lager. Und dann wäre da noch das spezielle Ausfallende – damit alles zu 100 % perfekt fluchtet, gibt es bei Nicolai verschieden gefräste Ausfallenden. Nach der Rahmenproduktion wird dann das Ausfallende an den Rahmen montiert, mit dem Sturz- und Spur-Einstellung perfekt sind.

Topologie-optimierte Umlenkwippe
# Topologie-optimierte Umlenkwippe - die organisch anmutende Form trägt den aufkommenden Kräften bestmöglich Rechnung, ohne viel extra Material zu benötigen.

Technische Daten

Alle technischen Daten, Details und Standards des Nicolai Saturn 14 ST findet ihr in der folgenden Tabelle zum Ausklappen:

Technische Daten zum Ausklappen

KinematikViergelenker mit Horst Link 
Verschiedene Lager-Größen4im Hinterbau
Gesamtzahl Lager im Hinterbau12Anzahl
Lagerbezeichungen4 x 698 2RS NI MAX; 2 x 7902 2RS MAX Niro; 2 x 61802 2RS NI; 4 x6901 2RS NIHerstellerangabe
Hinterbau Einbaumaß148 mm x 12 mmEinbaubreite x Achsdurchmesser
Maximale Reifenfreiheit Hinterbau27,5": 2,5"; 29": 2,4"
Dämpfermaß27,5": 210 mm x 55 mm; 29": 210 mm x 50 mmGesamtlänge x Hub
Trunnion-Mount?Nein
Dämpferhardware erstes Auge8 x 22,2 mmBolzendurchmesser x Einbaubreite
Dämpferhardware zweites Auge8 x 22,2 mmBolzendurchmesser x Einbaubreite
Freigabe für StahlfederdämpferNein
Freigabe für LuftdämpferJa
Empfohlener Dämpfer-SAG25%In % oder mm
Steuerrohr-Durchmesser44 mm, 56 mmoberer Durchmesser, unterer Durchmesser
Maximale Gabelfreigabe570 mm EinbauhöheFederweg bzw. bis zu welcher Einbauhöhe
TretlagerBSA 73 mmwelcher Standard, Durchmesser, Breite
KettenführungsaufnahmeISCG05
UmwerferaufnahmeNein
SchaltaugeNICOLAI RADO II – 25€Typ, Kosten in €
Optimiert auf welches Kettenblatt32tZahnzahl
BremsaufnahmePost Mount, 7" (180 mm Scheibe ohne Adapter fahrbar)welcher Standard
Maximale Bremsscheibengröße203 mm
Sattelrohrdurchmesser30,9 mm
Sattelklemmendurchmesser34,9 mm
Maximale Stützen-Einstecktiefe
Kompatibel mit Stealth-Variostützen?Ja
Messung SitzwinkelBB-ST=> 75,2° / BB-Sattel=> 76,5° (bei 0mm Lenkerüberhöhung)
FlaschenhalteraufnahmeJaEiner, Oberseite des Unterrohrs
Andere Extras, WerkzeugfächerMutatoren an der Druckstrebe
Gewicht Rahmen2.950 gGr. M mit Steckachse
Gesamtgewicht Bikeab 12,9kg
Garantie/ServiceGarantie 5 Jahre. Details auf der Website.

Auf dem Trail

Nicolai stellt mit dem Geolution-Konzept nicht nur reichlich Reach, einen flachen Lenkwinkel und eher längere Kettenstreben bereit, auch der Sitzwinkel passt ins Gesamtkonzept. Aufrecht nehmen wir den Uphill in Angriff – im Sitzen fühlt sich das Nicolai Saturn 14 ST gar nicht mal so groß an. Wer wirklich steile Rampen bezwingen möchte, kann hier seine Fitness-Grenzen und die des Grips am Hinterrad pushen, denn es benötigt schon eine durchaus extreme Steigung, um das Vorderrad zum Steigen zu bewegen. Gegenüber gemäßigteren Geometrie-Konzepten hat man mit der Geolution hierbei auf jeden Fall einen Vorteil.

Mit Druck bergauf
# Mit Druck bergauf - Die aufrechte Sitzposition motiviert, auch steile Rampen in Angriff zu nehmen.
Entspanntes Cruisen
# Entspanntes Cruisen - Optional kann man auch einfach entspannt bergauf pedalieren.

Wird es technisch, profitieren wir vom fein ansprechenden Hinterbau: Unebenheiten werden geschluckt und die getretene Kraft lässt sich lange rutschfrei auf den Boden übertragen. Ihr erklettert euch eure Höhenmeter lieber auf dem Forstweg? Hier ist aufgrund der Sensibilität des Hecks der Griff zum Hebel am Dämpfer hilfreich, dann ist Ruhe im Rahmen.

Wo andere Bikes bergab eine deutliche Anpassung der Körperposition auf dem Bike erfordern, kann man auf dem Saturn 14 ST in der Grundposition verbleiben und das Bike einfach machen lassen.

Was macht die Geolution ansonsten so besonders? Verlässt man den Sattel, um das Rad im Stehen zu bewegen, scheint es fast zu wachsen. Wachsen? Besser gesagt: es schrumpft nicht. Zentral steht man zwischen den Laufrädern. In dieser Position kann man nicht nur angenehm im Stehen einen kurzen steilen Stich nach oben hämmern, man steht in jeder Position auch entspannter auf dem Rad. Wem solch lange Bikes bisher fremd sind, der braucht vermutlich eine gewisse Eingewöhnungsphase – es benötigt für manche Manöver etwas mehr Input. Nach wenigen Trails hatten auch die Tester, denen die Geolution neu war, dies verinnerlicht und konnten damit souverän umgehen.

Möchte man in einem Wort beschreiben, wie sich die Geometrie des Nicolai Saturn 14 ST auf dem Trail anfühlt, wäre es dies: Entspannt. Wie jetzt – bedeutet das langsam? Nein, man lässt sich nur deutlich später aus der Ruhe bringen. Wo andere Bikes bergab eine deutliche Anpassung der Körperposition auf dem Bike erfordern, kann auf dem Saturn 14 ST in der Grundposition verbleiben und das Bike einfach machen lassen. Auf Schläge oder Abrisse beim Kurvengrip müssen wir auf anderen Bikes dieser Federwegskategorie deutlich früher reagieren. Da der Rahmen durchaus steif ausfällt, sollte man hier auch die Pi Rope-Laufräder positiv erwähnen, die uns schon im Einzeltest überzeugen konnten.

Ungebremst locker lassen
# Ungebremst locker lassen - Wo andere Bikes schon eine deutlich aktivere Haltung benötigen, um die Kontrolle zu behalten, kann man auf dem Saturn 14 ST einfach zentral stehen bleiben. Das Bike fängt sich schon irgendwann wieder.
Länge läuft
# Länge läuft - Wenn man langsam droppen möchte gilt es, etwas mehr hochzuziehen oder das Gewicht zu verlagern, damit die Front nicht absackt. Nach kurzer Eingewöhnung ist das kein Problem mehr.

Wir sind also auf Geschwindigkeit. An diesem Punkt beginnt das Saturn 14 ST in unserem Testerfeld mit unterschiedlichen Vorlieben ein wenig zu polarisieren: Es wird lebhaft der Begriff  „Trailbike“ und die Abgrenzung zur Enduro-Kategorie diskutiert – denn hier bietet Nicolai über dem Saturn noch das Nicolai G1 an. Bei diesem liegt der Schwerpunkt mit dem Geolution-Prinzip auf deutlich mehr Sicherheit und den potenziell hohen Geschwindigkeit bergab. Gleichzeitig gibt es das Saturn ohne den Zusatz ST auch mit leichterem Rahmen, womit im hauseigenen Web-Konfigurator natürlich auch ein leichterer Aufbau möglich ist.

Brauner Pulverschnee?
# Brauner Pulverschnee? - Bremsen auf und einfach in die Kurven reinhalten. Bei Bedarf leicht gegenlenken und genießen!
Wer kann, der kann
# Wer kann, der kann - Mit entsprechender Fahrtechnik und Schnellkraft lässt sich auch ein langes Bike agil bewegen.
Gib mir mehr immer mehr!
# Gib mir mehr immer mehr! - Steinfelder und Wurzeln stellen auf dem Saturn 14 ST eine deutlich niedrigere Anforderung an den Piloten.

Im Vergleich mit anderen Bikes der Kategorie „Trail“ öffnet das Saturn 14 ST schon deutlich die Tür in Richtung Enduro. Laufruhe in grobem Geläuf ist höher priorisiert als verspieltes Handling bei niedrigen Geschwindigkeiten. Eine vorausschauende Linienplanung wird vorausgesetzt und verzwickte, technische Passagen erfordern mehr Körpereinsatz. Wer bereit ist, dieses Rad entsprechend zu bewegen, wird erstaunt sein, wie grob und schnell man das Saturn 14 ST in steilste und härteste Trail-Abschnitte pilotieren kann. Mit dem Fahrwerk und der angenehmen Progression im Hinterbau ist man immer wieder erstaunt, nur 13 cm Federweg am Heck und 15 cm an der Front zur Verfügung stehen zu haben.

Steil? Mit dem Nicolai Saturn 14 ST kann man einfach runterfahren
# Steil? Mit dem Nicolai Saturn 14 ST kann man einfach runterfahren - Egal wie rutschig und wie steil der Trail wird: Man hat das Gefühl, dass einen nichts aus der Ruhe bringen kann. Davon profitieren nicht nur Leute, die das Bike gerne schnell und hart fahren, sondern auch MTB-Neulinge, die sich Sicherheit auf dem Bike wünschen.
Abziehen. Aber richtig!
# Abziehen. Aber richtig! - Luftstand erfordert etwas mehr Nachdruck
Blick nach vorne
# Blick nach vorne - Wer Linien plant, tut sich leichter.

Das ist uns aufgefallen

  • Fahrwerksabstimmung Satt oder stramm? Nicht nur die Geometrie ist sehr variabel an der Saturn-Plattform. Wer das Bike gerne einfach machen lässt, kann das Saturn etwas weicher abstimmen: Die Progression hilft dennoch, harte Durchschläge zu vermeiden. Wer aktiv an Kanten abziehen und wilde, enge Haken schlagen möchte, kann den Sag durch einen deutlich höheren Druck im Dämpfer reduzieren: So hält das Bike mehr gegen und reagiert auf Fahrerinput schneller. Keine Sorge: Der Lenkwinkel bleibt aufgrund der Geolution immer noch flach genug.
  • Verzögerung 200er-Scheiben und insgesamt 6 Kolben: Mit den Magura-Stoppern mussten auch die schweren Piloten die Bremsen nur streicheln, um deutliche Verzögerung zu erfahren. Die Modulation passt hier ebenfalls. Leichten Fahrern war die MT Trail mit den schwimmenden Bremsscheiben sogar etwas zu viel des Guten: In Kombination mit langer Kettenstrebe und früh ausreißendem Baron Projekt-Reifen litt die Verzögerung hier deutlich. Eine Gewichtsverlagerung aufs Heck ist an diesem Rad aber unangebracht – wir tauschten also gegen griffigere Reifen, mit denen sich diese Situation etwas verbesserte.
  • Geräuschkulisse Steht man länger schleifend auf der Bremse, fällt die raspelartige Geräuschkulisse auf. Gewöhnungsbedürftig ist außerdem das starke Spiel an der Magura-Bremsscheibe, welches gerne mal Steuersatz- oder Buchsenspiel vermuten lässt. Mit dem geringen Abstand der Bremsbeläge zur Scheibe muss man zudem auch etwas Geduld beim Einstellen einer schleiffreien Bremse mitbringen.
  • Reifen Mit den Continental Baron konnte letztendlich keiner der Tester wirklich warm werden. Egal mit welchem Druck oder Bodenverhältnissen. Auf trockenen Strecken fing er schnell an zu rutschen und bot auch sonst wenig Grip. Nach einem Wechsel auf andere Reifen ließ sich der Grenzbereich deutlich ausweiten – das passte deutlich besser zum Saturn, welches alleine schon von der Geometrie eine hohe Grundgeschwindigkeit ermöglicht.
  • Gutmütigkeit Zentral reinstellen und das Bike machen lassen ist die Devise: Durch seine Länge vermag das Saturn 14 ST sehr viel Sicherheit zu vermitteln. Wenn das Hinterrad ausbricht, kann man getrost den Fuß auf dem Pedal lassen, denn bis dieses einen überholt hat, ist die Kurve schon lange vorbei. Bei rutschigen Bedingungen hat man so eher ein Gefühl von Skifahren, als auf einem Bike unterwegs zu sein. Wer mehr Agilität in einem Trailbike sucht, sollte auf den Testevents von Nicolai optional eine Rahmennummer kleiner probieren. Gegenüber anderen Herstellern reicht nicht die reine Orientierung an M, L und XL.
  • BikeYoke Divine Funktioniert. Einfach. Vielleicht nur ein kleines Detail, aber diese Stütze ist derart unauffällig, dass es auffällt. Muss man auch mal sagen.
Kunststoffführung gegen Fangleine
# Kunststoffführung gegen Fangleine - Potentiellem Einhaken wird hier vorgebeugt und ordentlicher sieht es ebenfalls aus.
Alt vs. neu
# Alt vs. neu - Früher fand der Zug mit einem Kabelbinder an der Öse oberhalb des Drehpunkts halt. Jetzt wird er mit wenig Verwindung durch den Drehpunkt geführt.
Zee Germans
# Zee Germans - Eine gigantische Kiste aus Holz, Wellpappe, Spanngurten und Flügelmuttern: So kommt das Nicolai mit der Spedition sicher an. Gedacht ist die aufpreispflichtige Kiste für den wiederholten Transport.
Hier bewegt sich nix
# Hier bewegt sich nix - Nach der Bike-Entnahme ist das System faltbar und wird flach. Trotzdem nimmt es in der Garage noch deutlich mehr Platz weg als ein flacher Bike-Karton.
Varianz führt zum Ziel
# Varianz führt zum Ziel - Egal ob mehr Druck und keine Volumenspacer oder umgekehrt: Die Variabilität des Rahmens ermuntert auch deutlich zum Spiel mit dem Setup.
Set and forget
# Set and forget - Problemlos und angenehm im Dauereinsatz: Die BikeYoke Divine.
An der Front arbeiten vier, am Heck zwei Kolben
# An der Front arbeiten vier, am Heck zwei Kolben - Leichte Fahrer hatten trotz der guten Modulation etwas mit der Dosierbarkeit der kräftigen Magura Trail zu kämpfen.
Ano und Sticker
# Ano und Sticker - Die matte Oberfläche ist recht unempfindlich gegenüber Abrieb. Sollten die Decals mal alt aussehen, kann man sie einfach tauschen.

Im Vergleich

Nicolai Saturn 14 ST vs. Starling Murmur

Nicolai als kleine Schmiede zu bezeichnen, wäre nicht angemessen. Dennoch bedienen die Niedersachsen ebenso wie Starling eine Kundenklientel, die eher weiß was sie möchte und bei den Mainstream-Marken nicht fündig geworden ist. Auf den ersten Blick ist der Hauptunterschied die Wahl beim Rahmenmaterial: Hochfestes Aluminium vs. Stahl. Während Nicolai bei der Seriengeometrie noch etwas mehr auf das Prinzip von Länge-läuft setzt, wird es beim Murmur zwar etwas kürzer, aber dafür flacher an der Front.

Auf dem Trail gehen es beide Bikes im Uphill eher gemächlich und entspannt an. Bei der Abfahrt scannt das Saturn 14 ST direkt nach der besten und schnellsten Linie, mit dem Murmur sucht man eher die kleine Kante zum Abziehen und dem spielerischen Umgang mit maximalen G-Kräften. Geschuldet ist das weniger dem Unterschied bei den Geometrien, denn diese liegen gar nicht so weit voneinander entfernt. Es liegt eher am direkten Umsetzen des Fahrinputs am Saturn 14, während das Murmur deutlich mehr im Rahmen nachgibt und so nicht auf Rennlinie unterwegs ist, sondern eher im Wechsel zwischen den Kurven flext.

Nicolai Saturn 14 ST vs. Knolly Fugitive

Das Knolly Fugitive ist nicht nur kompakter als das Saturn, es kommt auch mit einem Zentimeter weniger Federweg an Front und Heck – zumindest in der Standard-Ausführung. Auch eine LT-Version gibt es, die beim Federweg näher am Nicolai liegt. Beim Fahrverhalten zeigen sich beide Räder von einer guten Seite und drängen in forderndes Gelände. Hier verhalten sie sich aber unterschiedlich: Während das Knolly Fugitive direkter über den Trail fegt, leichter in die Luft geht und angenehmer im Handling ist, bietet das Saturn eine gute Portion mehr Sicherheit dank längerem Rahmen und satterem Fahrwerk. Insgesamt ist das Saturn vor allem für Fans von Komfort die bessere Wahl in diesem Vergleich.

Trotz WTB Trail Boss in harter Gummimischung war das Fugitive auf der Bremse, insbesondere für leichtere Fahrer, besser beherrschbar und verlangsamt zuverlässiger. Auch im Uphill zeigen sich die verschiedenen Charaktere – mit etwas mehr Freude am Sprinten punktet das Knolly, am Nicolai sitzt man dafür aufrechter und entspannter.

Fazit – Nicolai Saturn 14 ST

Man sollte sich nicht vom Federweg in die Irre führen lassen: Das Nicolai Saturn 14 ist das Trailbike für Enduro-Fahrer. Dieses Bike bietet deutlich mehr Reserven nach oben, als man es von Trailbikes gewohnt ist, verwinkelte Trails erfordern mehr Linienplanung und Fahrtechnik. Mit dem Saturn 14 erhält man ein Bike für einen sehr breiten Einsatzzweck, mit dem man es ernsthaft schnell stehen lassen kann.

Pro
  • Sehr abfahrtsstark
  • Entspannte Sitzposition
  • Grundsolide Ausstattung
  • Custom-Geometrie ab Werk möglich
Contra
  • Abfahrtsleistung geht zu Lasten der Agilität
  • Reifen
Entspannt in die Mitte stellen und laufen lassen
# Entspannt in die Mitte stellen und laufen lassen - Auf engen Trails braucht es etwas mehr Körpereinsatz und Fahrtechnik mit dem langen Boliden. Wer das kann, wird in einem breiten Spektrum Spaß mit dem Saturn 14 ST haben: Selbst Enduro-Trails sind absolut kein Problem und man profitiert von viel Sicherheit und Gutmütigkeit, auch wenn es mal etwas mehr rumpelt.

Integration für beste Performance: Habt ihr lieber ein Bike mit allen Teilen aus einer Hand oder tauscht ihr einzelne Teile?


Wo und wie haben wir getestet?

Im Rahmen unseres Vergleichstests sind wir zunächst im Rahmen der Covid-19 Einschränkungen auf unseren Hometrails unterwegs gewesen. Alle Abfahrten wurden aus eigener Muskelkraft erarbeitet. Nachdem Bikepark-Besuche wieder erlaubt waren, haben wir die Räder auch auf angelegten Strecken mit Liftunterstützung bewegt. Ziel war es dort im zeitnahen, direkten Vergleich Unterschiede und Feinheiten in der Abfahrtsleistung mit unterschiedlichen Testern zu bewerten. Jedes Bike wurde zunächst in unveränderter Serienausstattung bewegt. Neben individuellen Anpassungen wie Griffen und Pedalen haben wir im Laufe des Tests auch Laufräder und Reifen getauscht, um den Eindruck zu erweitern. Im Fahrwerk haben wir besonderen Wert auf die Abstimmung je nach Vorliebe des jeweiligen Testers gelegt. Dementsprechend wurden neben dem Standard-Prozedere der Sag-Anpassung auch Anpassungen an Dämpfung und Luftkammervolumen durchgeführt. Im jeweiligen Einzeltest sprechen wir Empfehlungen aus, die sich an verschiedene Fahrertypen richten und helfen sollen, ein eigenes, passendes Setup zu erarbeiten.

Hier haben wir das Nicolai Saturn 14 ST getestet

  • Singletrails Hometrails entspannten Abschnitten aber auch mit schwierigen Offcamber-Sektionen, teils flach, teilweise sehr steil.
  • Bikepark Oberammergau: Flowig und schnell mit ein paar Sprüngen gespickt. Wurzel-Sektionen gemischt mit gebauten Abschnitten.
Testerprofil Christoph Spath – bitte ausklappen
Tester-Profil: Christoph Spath
49 cm70 kg94 cm60 cm190 cm
Chris fährt gerne alles, von Dirt Jump über Trail und Enduro bis Downhill, gerne schnell, in grobem Gelände und mit viel Luftstand
Fahrstil
flüssig
Ich fahre hauptsächlich
Downhill, Enduro
Vorlieben beim Fahrwerk
auf der straffen Seite, viel Druckstufe, Balance zwischen Front und Heck
Vorlieben bei der Geometrie
vorne lang, hinten mittellang, flacher Lenkwinkel

Testerprofil Jens Staudt – bitte ausklappen
Tester-Profil: Jens Staudt
56 cm95 kg91 cm61 cm190 cm
Jens fährt von Bahnrad bis Downhill alles, was zwei Räder und eine Kette hat. Bikes fürs Gelände am liebsten in herausforderndem, technischen und steilem Gelände, egal mit welchem Federweg.
Fahrstil
Schnellste Linie, auch wenn es mal ruppig ist
Ich fahre hauptsächlich
Singletrails, sprunglastiger Local Spot, Freeride, DH
Vorlieben beim Fahrwerk
Straff, gutes Feedback vom Untergrund, viel Druckstufe, moderat progressive Kennlinie
Vorlieben bei der Geometrie
Kettenstreben nicht zu kurz (ca. 430 mm oder gerne länger), Lenkwinkel tendenziell eher flacher

Testerprofil Gabriel Sindlinger – bitte ausklappen
Tester-Profil: Gabriel Sindlinger
60 cm73 kg86 cm63 cm183 cm
Gabi ist auf den Rennstrecken im Cross-Country, Marathon und bei Etappenrennen zuhause. Dementsprechend bervozugt Gabi sportlich ausgerichtete Räder und mag es am liebsten wenn es schnell von A nach B gehen soll. Außerdem sammelte Gabi bereits Erfahrungen auf der Straße und im Cyclocross als Rennfahrer – auch auf dem Enduro ist Gabi ab und zu unterwegs. Technisch anspruchsvolle Strecken sind sein bevorzugtes Einsatzgebiet.
Fahrstil
Hohes Tempo bergab, mit Blick auf die saubere Linie – bergauf spritzig und schnell
Ich fahre hauptsächlich
XC, vereinzelt Marathon- und Etappenrennen
Vorlieben beim Fahrwerk
Straff, für Reserven bei groben Absätzen und eine optimale Traktion in Anstiegen
Vorlieben bei der Geometrie
Sportlich; Tiefes Cockpit, nicht zu gestreckt
Tester-Profil: Jens Staudt
56 cm95 kg91 cm61 cm190 cm
Jens fährt von Bahnrad bis Downhill alles was zwei Räder und eine Kette hat. Bikes fürs Gelände am liebsten in herausforderndem, technischen und steilem Gelände, egal mit welchem Federweg.
Fahrstil
Schnellste Linie, auch wenn es mal ruppig ist
Ich fahre hauptsächlich
Singletrails, sprunglastiger Local Spot, Freeride, DH
Vorlieben beim Fahrwerk
Straff, gutes Feedback vom Untergrund, viel Druckstufe, moderat progressive Kennlinie
Vorlieben bei der Geometrie
Kettenstreben nicht zu kurz (ca. 430 mm oder gerne länger), Lenkwinkel tendenziell eher flacher


  1. benutzerbild

    cxfahrer

    dabei seit 03/2004

    Es ist wirklich extrem von den Boden- und Wetterverhältnissen abhängig!
    In Gegenden, wo die Steine und Brocken auf den Trails scharfkantig sind, kommt man mit dünnwandigen Reifen nicht weit (damals in Ainsa zB).
    Wo man viele feuchte schräghängende Wurzeln hat, ist zumindest am Vorderrad ein Reifen mit weichem Gummi und stabiler Karkasse (zwecks weniger Luftdruck) sinnvoll.

    Hatten auch vor Jahren am Gardasee 222 Bocca Fobia einen mit XC Reifen (Furios Fred oder so) dabei, er fuhr das meiste ohne Probleme, erst als der Trail leicht wurde, holte er sich weil zu schnell einen Durchschlag.
  2. benutzerbild

    Schnitzelfreund

    dabei seit 07/2003

    @Grinsekater Rekon Race und Aspen in den 2,4er Varianten?
    Bin ja noch auf der Suche für den Reifensatz eins unter Kaiser/Dissector
  3. benutzerbild

    odysseus

    dabei seit 03/2011

    Grinsekater schrieb:

    Es kommt natürlich viel auf die Bodenverhältnisse an aber auch die Gummimischungen und Karkassen sind deutlich besser geworden in den letzten Jahren. All das resultiert in erstaunlich viel Grip. Wenn man es schafft die Geschwindigkeit vor der Kurve anzupassen und beim Richtungswechsel wirklich komplett die Finger von der Brems zu lassen, dann kommt du mit deutlich weniger Profil zurecht als man vielleicht zuerst annehmen würde.

    Mit der Vittoria-Kombi war ich auch im Winter schon in der übelsten Schlammschlacht unterwegs. Klar rutscht das, aber es ist machbar. Schwierig wird es nur im Uphill, wenn du dann am Heck durchdrehst.
    Die aktuelle Maxxis-Kombi aus Recon Race und Aspen war bei den teilweise sehr trockenen Verhältnissen im Sommer durchaus beeindruckend (gemessen an Gewicht und Profil der Reifen). Schlammfahrten stehen noch aus.

    Wenn man generell seine Fühler in dieser Richtung (leichterer Reifen) ausstrecken möchte, sollte man sich auf jeden Fall einen Luftdruckprüfer zulegen und mit dem Luftdruck der Reifen experimentieren. Ich versuche das auch alles in PSI zu machen. Mir ist die feinere Einteilung da lieber als mit Werten con "1,85 bar" herumzuwerkeln.

    Top, danke!

    Ich war eh überrascht, wie flott ich mit der "kleinen" Formula 33, Fat Albert vorne und Minion SS hinten vorankomme, auch auf etwas anspruchsvolleren Stecken in den Hügeln um Abano.
    Das Experiment mit den leichten XC Reifen in 2.4 mache ich dann auf jeden Fall mal.
    So einen kleinen Schwalbe Luftdruckprüfer hab ich eh immer dabei, da ich bei langen alpinen Auffahrten auf Teer meist ordentlich Luft rein gebe.
  4. benutzerbild

    LB Jörg

    dabei seit 12/2002

    Grinsekater schrieb:

    Es kommt natürlich viel auf die Bodenverhältnisse an aber auch die Gummimischungen und Karkassen sind deutlich besser geworden in den letzten Jahren.......


    Wirklich? Konnte jetzt die letzten, sagen wir 5 Jahre, keine Veränderung bei den von mir verwendeten Reifen (Maxxis) feststellen.
    Und bei Schwalbe würde ich eher sagen, dene ist eher langweilig und ändern gute Reifen zu wieder guten Reifen, nur anders.
    Conti ist vielleicht Milchdichter, aber eiern immernoch wie ein 16ner (doppelter Achter) wenn man Pech hat.
    Und der Rest schwimmt halt mit, also zumindest hier im Forum.


    G.
  5. benutzerbild

    bbkp

    dabei seit 09/2010

    Grinsekater schrieb:

    Es kommt natürlich viel auf die Bodenverhältnisse an aber auch die Gummimischungen und Karkassen sind deutlich besser geworden in den letzten Jahren. All das resultiert in erstaunlich viel Grip. Wenn man es schafft die Geschwindigkeit vor der Kurve anzupassen und beim Richtungswechsel wirklich komplett die Finger von der Brems zu lassen, dann kommt du mit deutlich weniger Profil zurecht als man vielleicht zuerst annehmen würde.

    Mit der Vittoria-Kombi war ich auch im Winter schon in der übelsten Schlammschlacht unterwegs. Klar rutscht das, aber es ist machbar. Schwierig wird es nur im Uphill, wenn du dann am Heck durchdrehst.
    Die aktuelle Maxxis-Kombi aus Recon Race und Aspen war bei den teilweise sehr trockenen Verhältnissen im Sommer durchaus beeindruckend (gemessen an Gewicht und Profil der Reifen). Schlammfahrten stehen noch aus.

    Wenn man generell seine Fühler in dieser Richtung (leichterer Reifen) ausstrecken möchte, sollte man sich auf jeden Fall einen Luftdruckprüfer zulegen und mit dem Luftdruck der Reifen experimentieren. Ich versuche das auch alles in PSI zu machen. Mir ist die feinere Einteilung da lieber als mit Werten con "1,85 bar" herumzuwerkeln.

    Welchen Vittorio hattest du hinten?

    Barzo fand ich beim Bremsen hinten nicht so toll. Hab dann für meine sommertourenkombi von v/h barzo auf vorne barzo hinten mezcal gewechselt.
    Läuft flott und bisher keine Panne bei 100kg. Ich denke die vittorias haben wirklich viel Volumen.

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