Die Titelverteidigerin könnte die Olympischen Spiele 2024 verpassen: Jolanda Neff, Siegerin des olympischen Damenrennens in der Cross-Country-Disziplin 2021 in Tokio, wird womöglich nicht bei den in zwei Monaten stattfindenden Wettkämpfen der MTB-Disziplin in Paris dabei sein. Grund dafür sind Lungenprobleme, welche Neff bereits seit mehreren Jahren in ihrer Karriere begleiten. In einem Interview mit dem SRF erklärte Neff ausführlich die bestehende Problematik und ihrer Sicht auf die Dinge.
Ich habe seit vier Jahren das gleiche Problem. Ich weiß nicht, woran es liegt, aber ich bekomme nicht viel Luft beim Atmen. Ich hatte dreimal Corona und weiß nicht, ob meine Lunge irgendwie dadurch geschädigt ist. Zudem habe ich schon seit 2016 starken Heuschnupfen. Das hatte ich mehr oder weniger im Griff. Wenn dann alles zusammenkommt, bekomme ich gar keine Luft mehr.
Sobald ich schneller fahre, explodiert das System und ich bekomme keine Luft mehr. Ich kann dann nur noch bei technischen Abschnitten ein bisschen Zeit herausholen und im Aufstieg dann einfach mein Tempo fahren. Das braucht so viel Geduld und es ist extrem frustrierend. In Nove Mesto war das Tempo sehr früh so hoch, dass ich komplett explodiert bin. Ich habe gar keine Luft mehr bekommen.
Jolanda Neff im Interview mit dem SRF
Auch wenn Neff durch die bereits feststehende Nominierung des Schweizer Radsportverbands ein sicherer Startplatz bei den Olympischen Spielen garantiert ist, möchte sie nicht zwangsläufig daran auch festhalten. Gegenüber dem SRF äußerste sie den Wunsch, auf alle Fälle konkurrenzfähig sein zu wollen, sollte sie an den Start gehen. Falls dies ihre Gesundheit nicht erlaube, wolle sie den Startplatz freiwillig räumen. Als Nachrücker würde Sina Frei, die Silbermedaillengewinnerin der Olympischen Spiele in Tokio 2021, womöglich einspringen dürfen. In den folgenden Wochen wird Neff nach eigenen Aussagen alle notwendigen Schritte unternehmen, um herauszufinden, ob und wie das Problem mit ihrer Lunge gelöst werden kann.
Ich bin im Austausch mit den Ärzten von Swiss Olympic und Swiss Cycling. Mit denen arbeite ich schon seit vielen Jahren zusammen und ich vertraue ihnen. Wir machen jetzt sicher einen Lungen-Funktionstest, um zu sehen, was los ist. Ich werde mich sicher auch mit anderen Fahrerinnen austauschen. Bis jetzt weiß ich nicht, was mir wirklich etwas bringt. Wenn ich in den nächsten Wochen keine Verbesserung spüre, dann kann ich diese Saison abbrechen.
Entweder finde ich in den nächsten zwei bis drei Wochen eine Lösung oder merke, dass es eine kleine Hoffnung gibt. Ist das nicht der Fall, muss ich auch nicht nach Paris. Ich muss nicht an die Olympischen Spiele, um Letzte zu werden. Ich will nur teilnehmen, wenn ich leistungsfähig bin.
Jolanda Neff im Interview mit dem SRF
Was denkt ihr? Schafft es Jolanda Neff rechtzeitig zu Olympia fit zu werden?
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21 Kommentare
» Alle Kommentare im ForumWurde ja auch vor Jahren gesetzlich geregelt und wird abgemahnt - bestraft, wenn rauskommt, das Privat-Versicherte Patienten bevorzugt werden. Was haben dann einige Praxen gemacht? Genau, einfach komplett auf Privat umgestellt. Das Ergebnis, weniger Praxen für gesetzlich Versicherte und mehr Arbeit für normale Praxen. 👍
Seit Corona, geht auch keiner mehr ans Telefon, man muss direkt hinfahren. Dann darf man sich anhören, dass keine neuen Patienten mehr angenommen werden oder ein Termin erst Monate später möglich ist.
Da bin ich persönlich immer voll Happy, wenn ich komplett im Eimer, vor dem Tresen hängend, sowas hören darf.
Ich habe das Gefühl, das alte Menschen, die jede Woche zum Arzt rennen und mehr Geld in die Kasse bringen, mittlerweile lieber gesehen sind, als jemand, der aller 5 Jahre mal was hat. Ich weiß kaum noch wo ich hingehen kann.
Also ich hab da jetzt (leider) ganz andere Erfahrungen machen dürfen. Aufgrund ein paar beschissener gesundheitlicher Probleme musste ich zur Ursachenforschung zu gefühlt jedem Facharzt. Internist, Urologen, Kardiologen, Magen-/Darmspiegelung, Gefäßchirurgie, Orthopäde, Onkologe, Endokrinologie uswusf. Kurzzeitig habe ich es bereut mich nicht privat versichert zu haben, als das noch wirtschaftlich gewesen wäre, sondern freiwillig gesetzlich versichert bin.
Aber letzendlich kam es ganz anders. Ich hab den Terminservice meiner Krankenkasse (Techniker) genutzt, und immer innerhalb von max. vier Wochen einen Termin beim Facharzt gehabt. Teilweise deutlich früher.
Und auch was ich bei meinen Mitarbeitern so mitbekomme wartet da keiner so lange, wenn er das über die KK regelt.
Wenn du natürlich zum hippen Schicki-Arzt in bester Lage willst, dann könnte es evtl. länger dauern.
Also wer auf der Suche nach einem Facharzttermin ist, mal schauen ob die jeweilige KK nicht auch sowas wie den Terminservice der TK anbietet. Ich hab damit super Erfahrungen gemacht.
Sie hat scheinbar einen kompetenten Arzt gefunden. Schade, dass es so lange gedauert hat.
Dank an Flojo13 https://www.tagesanzeiger.ch/joland...ogopaedie-gegen-die-atemprobleme-433170942490
Mal ernsthaft, eine Profisportlerin hat sein
vier Jahren ein Problem mit der Atmung. Und jetzt kurz vor den Spielen stellt man fest was es ist (zum Glück nichts dramatisches, eher was banales). Für mich klingt das nach wie vor so, als hätte man vorher die Sache nicht ernsthaft genug a gegangen. Sehen im XCO-Thread übrigens andere Leute hier genauso wie ich. Also vergiss die bitte nicht in deinen Dankesartikeln.
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