Damen: Loana Lecomte eine Klasse für sich
Schon vor dem Auftakt der Testrennen unweit der geschichtsträchtigen Stadt Versailles waren sich die Experten uneins über die Aussagekraft der Ergebnisse. Nach dem Rennen dürften diese Diskussionen auch nicht wirklich verstummen. Fakt ist, das Who is Who der MTB-Szene hat sich im Südwesten von Paris eingefunden, um den Kurs, der im kommenden Jahr bei den Olympischen Spielen bezwungen werden muss, genauer anzusehen. Das Rennen selbst nahmen die weltbesten Damen und Herren dann mit völlig unterschiedlichen Ambitionen unter die Stollenreifen.
Ein Video von der XC-Strecke in Paris findet ihr hier!
Bei den Damen triumphierte am Ende relativ überlegen Loana Lecomte – keine Überraschung, gemessen an den Ergebnissen der Vorwochen. Ob die Französin nun besonders gut mit der 4,35 Kilometer langen Strecke zurechtkam oder ob die Konkurrenz mit Blick auf das anstehende Weltcupfinale etwas die Handbremse angezogen hat, bleibt ungewiss. Fest steht auf alle Fälle, dass Laura Stigger auf Rang zwei landete und nach ihrer krankheitsbedingten Zwangspause wieder in Fahrt kommt, während Pauline Ferrand-Prévot als Dritte zumindest auch andeutete, dass die Strecke ihr durchaus in die Karten spielen könnte.
Die Schweizer Damen, die 2021 in Tokio den gesamten Medaillensatz abräumten, mischten in Person von Sina Frei vorne mit, Olympiasiegerin Jolanda Neff reihte sich auf Platz 22 ein. Die österreichische Überfliegerin der vergangenen Wochen, Mona Mitterwallner, fuhr auf der 13 ein. Deutsche Damen waren in Paris nicht am Start.
Ergebnis Damen
Herren: Koretzky lässt Frankreich hoffen
Victor Koretzky hat das Testevent im Zielsprint knapp vor Anton Cooper und Nino Schurter gewonnen. Zwar gilt bei den Herren das Gleiche wie bei den Damen, sodass unklar ist, wie ambitioniert die einzelnen Fahrer in das Rennen gegangen sind, nichtsdestotrotz lässt der Sieg von Koretzky das heimische Publikum träumen: Nachdem wenige Stunden zuvor schon Loana Lecomte ganz oben auf dem Podium stand, hoffen die Französinnen und Franzosen natürlich auf ein ähnliches Resultat in knapp einem Jahr.
Dass es die Equipe Tricolore ernst meint mit der Mission Gold, steht auf jeden Fall nach dem heutigen Sonntag fest. Gleich acht Herren schickten unsere Nachbarn ins Rennen – fünf davon schafften den Sprung in die Top 10. Luca Schwarzbauer und Julian Schelb zeigten jeweils ein solides Rennen und finishten auf den Rängen 13 und 19. In Anbetracht, dass es beim BDR in erster Linie um die Erkenntnisgewinnung vor Ort ging, scheinen die Ergebnisse in Ordnung. Mathieu van der Poel, der zugunsten des MTB-Testevents auf die Straßen-EM verzichtete, landet auf Platz 18, Titelverteidiger Tom Pidcock fuhr auf Rang 36 ein.
Interessant zu beobachten sind auf jeden Fall die knappen Zeitabstände bei den Herren: Das Rennen war mit einer Siegerzeit von 1:14 Stunden nicht extrem lang, doch die Abstände zwischen den Athleten sind allesamt sehr knapp. Sofern man zum jetzigen Zeitpunkt also schon einen Blick in Glaskugel werfen will, dann kann man wohl am ehesten konstatieren, dass die Rennen in einem Jahr voraussichtlich sehr knapp und spannend verlaufen werden. Die Zuschauer wird’s freuen.
Ergebnis Herren
Was sprecht ihr zu den Ergebnissen der Testrennen?
Die fünf aktuellsten Beiträge aus unserer Reihe XC-News findest du hier:
- Abschiede prägen den Jahreswechsel: Die wichtigsten XC-News im Überblick
- KMC Nukeproof MTB Racing Team 2026: Nukeproof jetzt auch im XC World Cup
- XC-News: Nina Graf wechselt zu Trek-Unbroken
- Hero Marathon World Cup 2025 – La Tramun: Seewald & van Doorn holen Gesamtsieg
- Transfer-Paukenschlag in der Schweiz: Fabio Püntener wechselt zu Scott-SRAM
Alle weiteren Berichte aus der Rubrik „XC-News“ findest du hier auf dieser Übersichtsseite.
13 Kommentare
» Alle Kommentare im ForumBart Brentjens hat auf seinem Insta Channel ein paar Videos gepostet!
Interview mit ein paar Schweizern (Nino, Jolanda, Alessandra, Sina) zur Strecke und den (leider) fehlenden Schwierigkeiten...
Hier gibt's ein paar Bewegtbilder
Fazit MVDP: ""Ich bin froh, dass ich hergekommen bin und den Kurs sehen konnte. Und ich weiß jetzt, dass ich nächstes Jahr definitiv mehr Rennen auf dem Mountainbike fahren muss, um eine bessere Startposition zu bekommen. Ansonsten werde ich hier sicher nicht gewinnen. Ich wollte nach den Frühjahrsklassikern sowieso zwei fahren, aber es wird noch ein paar mehr brauchen. Wir werden in den kommenden Wochen jetzt puzzlen", sagte van der Poel nach dem Testevent dem Algemeen Dagblad (AD)."
Wir laden dich ein, jeden Artikel bei uns im Forum zu kommentieren und diskutieren. Schau dir die bisherige Diskussion an oder kommentiere einfach im folgenden Formular: