Kurz vor der Siegerehrung der Damen wurde insbesondere in den deutschen Liveübertragungen umfangreich über den Gewinn der Silbermedaille von Haley Batten diskutiert. Doch was war passiert? Wenige hundert Meter vor dem Ziel bog die US-Amerikanerin in die Tech- und Feedzone ab, um im Kampf um Platz zwei den vermeintlich kürzeren Weg zu nehmen und sich somit einen Vorteil für das Finale zu verschaffen. Die US-Amerikanerin nahm dabei keine Flasche oder keinen technischen Support entgegen.
Ihre Verfolgerin, die Schwedin Jenny Rissveds, wählte den gleichen Weg, griff aber wenigsten obligatorisch zur Flasche ihres Betreuers, warf diese aber direkt wieder weg. In den TV-Übertragungen wurde daraufhin noch lange diskutiert, ob Battens Silber regelkonform war oder ob der US-Amerikanerin sogar eine Disqualifikation drohen könnte. Befeuert wurden diese Spekulationen aufgrund einer zeitlichen Verschiebung der Siegerehrung.
Unter dem Strich stand die Silbermedaille aber zu keinem Zeitpunkt zur Diskussion. Unseren Informationen zufolge haben sich die Rennkommissäre mit dem Thema auch nicht sonderlich befasst. Jan Schlichenmaier, Kommissär der UCI, der in Paris zwar vor Ort ist, an diesem Wochenende jedoch nicht in Funktion des Weltverbandes, bestätigte gegenüber MTB-News, dass das Reglement eine derartige Bestrafung gar nicht hergibt: „Das Mountainbike-Reglement sieht grundsätzlich keine zwei Linien in der Feedzone vor. Eine Regel, dass man in der Zone Support annehmen muss, gibt es dementsprechend auch nicht. Im Cyclocross ist das etwas anders. Wir sehen diese zwei Linien zwar immer öfters, aber sie sind eben nicht verpflichtend.“ Des Weiteren berichtet Schlichenmaier: „Im Teammanager-Meeting wurde verkündet, dass es beim Olympia zwei Linien gibt und dass man in der Feedzone auch Support annehmen muss. Batten hat das nicht gemacht, dementsprechend hat sie sich gegen eine Anweisung der Kommissäre widersetzt, aber nicht gegen das Reglement verstoßen. Eine Disqualifikation ist somit nicht möglich.“ Maximal eine Geldstrafe könnte der US-Amerikanerin drohen, führt der Kommissär im Gespräch mit MTB-News weiter aus. Und die nimmt Batten bzw. das US-amerikanische Team sicher ohne weitere Diskussionen in Kauf …
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30 Kommentare
» Alle Kommentare im ForumWenn Du mir mit diesen Bildern darauf eine Antwort geben kannst, würde ich gern wissen für welche Nation Du gestartet bist.
aber dafür ist die Zone doch da
habe die Bilder nicht gesehen, danke für die screenshots.
Wo geht die Strecke weiter?
nach hinten links, dann ist die Zone allenfalls genau so schnell, nicht schneller.
nach hinten rechts mit 180 turn, dann ist die Zone schneller um 2-3 Meter weil die Kurveneinfahrt
kürzer ist.
Ich finds immer noch interessant, dass hierzu im Regelbuch keine Regel steht.
Formel 1 oder Autorennen sind zwar anders und sicher gibts hier dazu Aussagen wie "Äpfel und Birnen",
da wäre es jedenfalls vollkommener Quatsch, dass man einfach so durch die Boxengasse rast.
Jedenfalls gibts da schon mal das speed limit bis 80 km/h. Und klar wäre durchrasen im Autosport auch
extrem gefährlich.
So stellt sich ultimativ die Frage, wieso wird das nicht einfach ganz klar gestellt und im Regelbuch verankert:
"Wer nichts aufnimmt, muss die reguläre Strecke fahren."
Und fertig wäre der ganze "hustle" (Englisch) hier.
Selbst die komplett andere Sichtweise könnte im Regelbuch klar verankert werden, wenn die UCI das will:
im Jargon:
"Scheiss egal, wer durchfahren will, fährt durch. Wer nicht, nicht."
Selbst das wäre eine Klärung, dass es scheiss egal ist wer wo durchfährt.
Ich behaupte mal folgendes:
Nicht jeder Fahrer wird sich in der Rennsituation im Rad-an-Rad Kampf unbedingt daran erinnern, ob
die Rennkommissare vor einem spezifischen Rennen gesagt haben "gibt ne Geldstrafe" oder
"scheissegal, kann durchgefahren werden".
Eine generelle Regel würde halt Klarheit schafffen.
Was ist, wenn das Gel oder die Flasche nicht angereicht werden kann, verfehlt wird oder aus der Hand fällt? Dann müsste die Regel einen entsprechenden Passus enthalten. Viel zu kompliziert.
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