Spätestens seit den Ereignissen in Norditalien hält das neuartige Corona-Virus Covid-19 auch die westliche Welt in Atem. Mittlerweile warnt auch die UCI vor der Auswirkung des Virus auf Radsport-Großveranstaltungen. Und ein Mitglied des Olympischen Komitees hat sogar die Absage der Olympischen Spiele in Tokio ins Spiel gebracht.

In einer Pressemitteilung hat der Radsport-Weltverband UCI kürzlich das erste Mal offiziell vor den Auswirkungen von Covid-19 auf internationale Großveranstaltungen gewarnt. So wurde kürzlich sogar das Formel 1-Rennen in China abgesagt. Die UCI selbst hat nun gemeinsam mit dem chinesischen Radsport-Verband beschlossen, alle dortigen Radsport-Events, die für die Monate April und Mai geplant waren, zu verschieben. Die Liste aller Events sowie die neuen Austragungs-Termine sollen am 15. März bekannt gegeben werden.

Derweil mahnt der Verband, sich an die Richtlinien der WHO zu halten: Regelmäßig die Hände mit Wasser und Seife waschen, die Schleimhäute im Gesicht nicht mit den Händen berühren (Mund, Nase, Augen) sowie in ein Taschentuch oder die Ellenbeuge niesen und husten. Unter Anbetracht der wachsenden Verbreitung des Virus wird es spannend sein, ob dieser auch einen Einfluss auf MTB-Großveranstaltungen wie den XC- und Downhill-World Cup haben wird, der bereits in wenigen Wochen in Portugal starten soll.

Eine Absage der Olympischen Spiele würde im MTB-Segment vor allem XC-Sportler betreffen
# Eine Absage der Olympischen Spiele würde im MTB-Segment vor allem XC-Sportler betreffen - sollte Covid-19 auch außerhalb Asiens um sich greifen, wäre vermutlich auch der MTB World Cup nicht mehr vor Absagen gefeit.

Eine Großveranstaltung der Superlative, die bereits in Gefahr sein könnte, sind die diesjährigen Olympischen Sommerspiele in Tokio, Japan. Dick Pound, ein langjähriges Mitglied des Olympischen Komitees, hat der Associated Press in einem Interview bestätigt, dass eine Epidemie durchaus dazu führen könnte, dass die Spiele komplett gecancelt werden. Eine Verschiebung hält der Kanadier unter Anbetracht des gewaltigen Organisations-Aufwands und der bereits von Japan getätigten Investition von 12,6 Milliarden US-Dollar für extrem unwahrscheinlich. Er erwartet eine Entscheidung spätestens bis Ende Mai.

Man verschiebt nicht einfach etwas von der Größe und dem Ausmaß der Olympischen Spiele. Es gibt so viele bewegliche Parts, so viele Länder und verschiedene Jahreszeiten und Wettkampfsaisons und Fernsehsaisons. Man kann nicht einfach sagen: „Wir machen das im Oktober.“

Dick Pound gegenüber AP News

Bis dahin warnt Dick Pound allerdings vor voreiligen Schlüssen und empfiehlt den 11.000 betroffenen Sportlern, sich ganz normal auf diesen Saison-Höhepunkt vorzubereiten. Nach aktuellem Stand werden die Spiele durchgeführt – sollte sich die Situation jedoch verschärfen, werde das IOC die korrekte Entscheidung treffen. Bei den diesjährigen Spielen stehen neben Rennrad-Events auch wieder XC- und BMX-Rennen auf dem Programm.

Glaubt ihr, dass das Corona-Virus einen Einfluss auf die diesjährige Radsport-Saison haben wird?

Infos: Pressemitteilung UCI | AP News-Artikel
  1. benutzerbild

    xyzHero

    dabei seit 04/2011

    Dodger79 schrieb:

    Das meine ich doch mit der individuellen Verantwortung und der relativ kopflosen Rumeierei. Einige scheinen die aktuellen Schließungen mit einer allgemeinen Siesta und Party für alle zu verwechseln, während andere sich darauf vorzubereiten scheinen, die nächsten 5 Jahre unter der Erde zu leben.

    Von der Politik wünsche ich mir da vor allem klare Ansagen:
    • keine Hamsterkäufe, Lebensmittel (und Klopapier!!!) gibt's genug, die Zentralläger sind voll, die Supermärkte werden regulär beliefert
    • Hygienematerial wie Desinfektionsmittel, Mundschutz, Schutzbrillen sind für den privaten Nutzer nicht notwendig und sollten den Einrichtungen, die darauf angewiesen sind, nicht "weggekauft" werden
    • Schulschließungen müssen durch weitere Maßnahmepakete begleitet werden. So ist z.B. der unbezahlte Urlaub keine Option, da viele sich dann nicht einmal mehr die Miete leisten können (abgesehen davon, dass die Schulen 5-6 Wochen dicht sind und man nach 4 Wochen selber die Krankenversicherung, auf die momentan wohl niemand verzichten möchte, selbst bezahlen muss), die Gruppierung von schulbefreiten Kindern in privaten Betreuungsgruppen läuft der Grundidee irgendwie zuwider


    Nur, weil man einen Fall noch nicht üben konnte, heisst das ja noch nicht, dass eine Sache zu Ende zu denken verboten wäre.


    Punkt 1 und 2 wird doch seit Beginn an von der Politik und den Medien gepredigt. Einige halten sich einfach nicht daran.
    Für Punkt 3 gibt kaum ein sinnvolles Konzept. Du kannst die Kinder nicht zusammen "horten" damit die Ausbreitung nicht verstärkt wird, Individualbetreung durch die eltern ist aber auch schwierig. Das ist ein Konflikt. Wenn du ein Lösung hast, immer her damit.

    Gruß xyzHero
  2. benutzerbild

    Dodger79

    dabei seit 09/2014

    xyzHero schrieb:

    Punkt 1 und 2 wird doch seit Beginn an von der Politik und den Medien gepredigt. Einige halten sich einfach nicht daran.
    Für Punkt 3 gibt kaum ein sinnvolles Konzept. Du kannst die Kinder nicht zusammen "horten" damit die Ausbreitung nicht verstärkt wird, Individualbetreung durch die eltern ist aber auch schwierig. Das ist ein Konflikt. Wenn du ein Lösung hast, immer her damit.

    Gruß xyzHero

    Ich habe für das Problem ebenfalls keine Lösung. Aber ich finde es bemerkenswert, das Wirtschaftshilfen bereits beschlossen sind (und auch in der Banken- und Flüchtlingskrise waren quasi über Nacht zig Milliarden einfach da), aber der einfache Satz "aus Steuermitteln wird die Lohnfortzahlung durch die Krankenkassen sichergestellt, sollten Eltern zur Kindesbetreuung an der Arbeit verhindert sein" kommt einfach nicht. Das ist unverantwortlich, weil so die Leute weiter zur Arbeit gehen ("wird nur eine Erkältung sein...") oder kontraproduktive "Betreuungsrudel" gebildet werden. Da sind viele der anderen Massnahmen einfach mal für die Katz', wenn's in der schlussendlichen Konsequenz hapert...

    Wie gesagt, grundsätzlich verstehe ich das, aber all die Ausnahmeregelungen, Sachzwänge aufgrund fehlender Regelungen etc. sind einfach nicht zielführend.
  3. benutzerbild

    gurkenfolie

    dabei seit 04/2003

    Dodger79 schrieb:

    Ich habe für das Problem ebenfalls keine Lösung. Aber ich finde es bemerkenswert, das Wirtschaftshilfen bereits beschlossen sind (und auch in der Banken- und Flüchtlingskrise waren quasi über Nacht zig Milliarden einfach da), aber der einfache Satz "aus Steuermitteln wird die Lohnfortzahlung durch die Krankenkassen sichergestellt, sollten Eltern zur Kindesbetreuung an der Arbeit verhindert sein" kommt einfach nicht.


    dir stehen in Deutschland doch 10 Tage für Kinderbetreung zu, als Paar dann 20 Tage also 4 Wochen, wo ist das Problem?
  4. benutzerbild

    CrossX

    dabei seit 03/2008

    gurkenfolie schrieb:

    dir stehen in Deutschland doch 10 Tage für Kinderbetreung zu, als Paar dann 20 Tage also 4 Wochen, wo ist das Problem?

    Das Problem ist, dass die Kitas erst mal fünf Wochen zu sind. Außerdem ist das Jahr im April nicht zuende.
    Die 20 Tage sind bei zwei Kindern übers Jahr gesehen schon nicht wahnsinnig viel. Wenn man die für Corona im März verballert, kann ich halt im Herbst bei der normalen Grippewelle zwei Wochen unbezahlten Urlaub nehmen, um die kleinen zu pflegen
  5. benutzerbild

    IpappnaseI

    dabei seit 02/2020

    Ich kann mein erstes MTB nich abholen weil Deutschland seine Grenzen geschlossen hat. :.gif" alt="">:

Was meinst du?

Wir laden dich ein, jeden Artikel bei uns im Forum zu kommentieren und diskutieren. Schau dir die bisherige Diskussion an oder kommentiere einfach im folgenden Formular:

Verpasse keine Neuheit. Trag dich für den MTB-News-Newsletter ein!