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Jubelnde Franzosen in Leogang
Jubelnde Franzosen in Leogang - Bei den Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr räumte die "Grande Nation" mächtig ab: Nicht nur Pauline Ferrand-Prevot bei den Damen und Jordan Sarrou bei den Herren, sondern auch die U23-Fahrerin Loana Lecomte und die Teamstaffel sicherten sich die Goldmedaille
Eine Erfolgsgeschichte, die es sogar in die Geschichtsbücher geschafft hat
Eine Erfolgsgeschichte, die es sogar in die Geschichtsbücher geschafft hat - Bereits in den Nachwuchsklassen bestimmte Pauline Ferrand-Prévot meist das Renngeschehen, sicherte als Juniorenfahrerin zweimal den WM-Titel auf dem Mountainbike und einmal auf der Straße. Im Jahr 2014 startete sie erstmals im Weltcup durch und sicherte sich in Albstadt (im Bild) und in Nove Mesto ihre beiden ersten Weltcupsiege
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2015 gelang ihr schließlich das wohl größte Kunststück schlechthin
2015 gelang ihr schließlich das wohl größte Kunststück schlechthin - Nachdem Ferrand-Prévot 2014 etwas überraschend den WM-Titel auf der Straße abräumte, ließ sie wenig später einen weiteren Titel im Cyclocross folgen und triumphierte schließlich auch noch in der olympischen Cross-Country-Disziplin auf dem Mountainbike
In Andorra triumphierte sie damals vor Irina Kalentieva aus Russland und Yana Belomoina aus der Ukraine
In Andorra triumphierte sie damals vor Irina Kalentieva aus Russland und Yana Belomoina aus der Ukraine - In einem beeindruckenden Rennen stürmte sie bereits in der zweiten Runde allen Fahrerinnen davon und schrieb sich damit als bisher einzige Fahrerin weltweit, die zum selben Zeitpunkt in den drei großen Radsportdisziplinen Mountainbike, Cyclocross und Straße amtierende Weltmeisterin war, in die Geschichtsbücher
2019 setzte Ferrand-Prévot ihre Erfolgsgeschichte fort und ließ zwei weitere Weltmeistertitel auf dem Mountainbike folgen
2019 setzte Ferrand-Prévot ihre Erfolgsgeschichte fort und ließ zwei weitere Weltmeistertitel auf dem Mountainbike folgen - Im kanadischen Mont-Saint-Anne (im Bild) sicherte sie sich erneut den Titel in der Cross-Country-Disziplin, wenige Wochen später riss sie zudem das Regenbogentrikot in der Marathon-Disziplin im schweizerischen Grächen an sich
Zu ihren vier individuellen WM-Titeln auf dem Mountainbike gesellen sich noch drei weitere Goldmedaillen aus Teamstaffeln
Zu ihren vier individuellen WM-Titeln auf dem Mountainbike gesellen sich noch drei weitere Goldmedaillen aus Teamstaffeln - 2014, 2015 und 2016 gewann Ferrand-Prévot jeweils Gold im Team, unter anderen auch mit dem Eliteweltmeister der Herren, Jordan Sarrou
Auf dem Weg zu WM-Titel Nummer drei in der Cross-Country-Disziplin
Auf dem Weg zu WM-Titel Nummer drei in der Cross-Country-Disziplin - Äußerst eindrucksvoll sicherte sich Ferrand-Prévot im vergangenen Jahr in Leogang schließlich erneut den WM-Titel
Neben ihren drei WM-Titeln in der Cross-Country-Disziplin sicherte sich Ferrand-Prévot auch unzählige Weltcupsiege
Neben ihren drei WM-Titeln in der Cross-Country-Disziplin sicherte sich Ferrand-Prévot auch unzählige Weltcupsiege - Besonders in Erinnerung: Das packende Sprint-Finish in Val di Sole aus dem Jahr 2019, als sie Jolanda Neff niederrang (im Bild)
Der "Alptraum" beginnt
Der "Alptraum" beginnt - So steil es für Pauline Ferrand-Prévot nach oben ging, so hart fiel sie nach dem "Superjahr 2015" auf den Boden. Nach ihrem WM-Titel lief vieles nicht mehr so zusammen wie es sich die Französin vorgestellt hatte
Der hohe Druck und eine komplizierte Verletzung warfen die Französin zurück in die hinteren Bereiche des Fahrerfeldes
Der hohe Druck und eine komplizierte Verletzung warfen die Französin zurück in die hinteren Bereiche des Fahrerfeldes - Erst 2018 konnte Ferrand-Prevot wieder an ihre alte Stärke anknüpfen und scheint sogar stärker als zuvor zurückgekehrt zu sein
Das familiäre Umfeld um ihren Lebensgefährten Julien Absalon und dessen Absolute Absalon-BMC-Team soll für einen zusätzlichen Schub bei Pauline Ferrand-Prévot sorgen
Das familiäre Umfeld um ihren Lebensgefährten Julien Absalon und dessen Absolute Absalon-BMC-Team soll für einen zusätzlichen Schub bei Pauline Ferrand-Prévot sorgen - Foto: Alice Russolo
Als zweifacher U23-Europameister deutete Jordan Sarrou bereits in den Nachwuchsklassen an, dass mit ihm ein Star für die Zukunft heranwächst
Als zweifacher U23-Europameister deutete Jordan Sarrou bereits in den Nachwuchsklassen an, dass mit ihm ein Star für die Zukunft heranwächst - Insbesondere im Jahr 2014 dominierte der Franzose die U23-Kategorie und sicherte sich unter anderem den Gesamtweltcup
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Wie so häufig schien der Wechsel aus der U23-Klasse zur Elite bei Sarrou kein einfacher zu sein
Wie so häufig schien der Wechsel aus der U23-Klasse zur Elite bei Sarrou kein einfacher zu sein - In seinem ersten Jahr in der Eliteklasse konnte Sarrou noch nicht in die Weltspitze vordringen, erst ein Jahr später schaffte er im kanadischen Mont-Sainte-Anne (im Bild) den Sprung auf das erweiterte Podium der besten fünf Fahrer eines Weltcuprennens
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Schritt für Schritt arbeitete sich Sarrou im Folgenden an die Topfahrer um Nino Schurter und Co. heran
Schritt für Schritt arbeitete sich Sarrou im Folgenden an die Topfahrer um Nino Schurter und Co. heran - 2017 folgte der erstmalige Sprung auf das "richtige" Podest als Drittplatzierter beim Weltcuprennen in Andorra
2018 wechselte Sarrou vom damaligen BH-Suntour-Team als Teamleader zum Absolute Absalon-Team und entwickelte sich dort immer weiter zum absoluten Top-Fahrer
2018 wechselte Sarrou vom damaligen BH-Suntour-Team als Teamleader zum Absolute Absalon-Team und entwickelte sich dort immer weiter zum absoluten Top-Fahrer - Als Weltcupdritter in Albstadt und Fünftplatzierter der Gesamtweltcupwertung war Sarrou im Jahr 2019 endgültig Teil der internationalen Weltspitze
Das Karriere-Highlight schlechthin für Jordan Sarrou
Das Karriere-Highlight schlechthin für Jordan Sarrou - In Leogang sicherte sich der Franzose in einer beeindruckenden Soloflucht den WM-Titel
Trotz seiner konstant guten Ergebnisse und seinem erstmaligen Gewinn der französischen Meisterschaft im Vorfeld der Weltmeisterschaft, galt Sarrou nicht unbedingt als größter Anwärter auf den WM-Titel
Trotz seiner konstant guten Ergebnisse und seinem erstmaligen Gewinn der französischen Meisterschaft im Vorfeld der Weltmeisterschaft, galt Sarrou nicht unbedingt als größter Anwärter auf den WM-Titel - Die besten Beine und ein perfektes Bike-Handling bei schwierigsten Bedingungen waren schließlich der Schlüssel zum Erfolg
Die Sensation schlechthin
Die Sensation schlechthin - Der Traum eines jeden Radsportlers ging für Sarrou in Leogang in Erfüllung. Dementsprechend groß war die Freude beim Franzosen
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Wie Pauline Ferrand-Prévot wechselte auch Jordan Sarrou zur neuen Saison das Team: Der Weltmeister hat das Absolute Absalon-BMC-Team verlassen und ist nun für die amerikanische Traditionsmarke Specialized unterwegs
Wie Pauline Ferrand-Prévot wechselte auch Jordan Sarrou zur neuen Saison das Team: Der Weltmeister hat das Absolute Absalon-BMC-Team verlassen und ist nun für die amerikanische Traditionsmarke Specialized unterwegs - Foto: Alice Russolo
Frankreich ist die Nation der Stunde im Cross-Country-Bereich: Kein anderes Land hat in jüngster Vergangenheit bei Weltcups und Weltmeisterschaften so abgeräumt wie die "Grande Nation"
Frankreich ist die Nation der Stunde im Cross-Country-Bereich: Kein anderes Land hat in jüngster Vergangenheit bei Weltcups und Weltmeisterschaften so abgeräumt wie die "Grande Nation" - Geht es nach den beiden Eliteweltmeistern Ferrand-Prévot und Sarrou, liegt der Schlüssel zum Erfolg unter anderem an der hohen Leistungsdichte und dem kollegialen Umgang unter den nationalen Kontrahentinnen und Kontrahenten

Der Weltmeistertitel besitzt im Radsport eine große Strahlkraft: Über ein Jahr dürfen sich die Titeltragendenden die begehrten Regenbogenstreifen auf das Trikot heften. Nachdem die Weltmeisterschaften 2020 pandemiebedingt nicht wie geplant in Albstadt stattfinden konnten, sicherten sich Pauline Ferrand-Prévot und Jordan Sarrou den Weltmeistertitel stattdessen im österreichischen Leogang. Was ist das Erfolgsrezept der beiden Ausnahmefahrer? Und wer steckt hinter diesen großen Namen?

Als im vergangenen Jahr die Absage der Weltmeisterschaften in Albstadt feststand, schien die Rennsaison in Anbetracht der unsicheren Pandemielage für einen Großteil der Fahrerinnen und Fahrer beendet. Doch Leogang (Österreich) erklärte sich kurzerhand bereit, die Titelkämpfe doch auszutragen. Im Spätherbst kamen die weltbesten Mountainbike-Athletinnen und -Athleten zusammen, um die begehrten Regenbogenstreifen neu zu vergeben. Unter äußerst widrigen Umständen, die auf starke Regenfälle im Vorfeld der Rennen zurückzuführen waren und einer insgesamt fordernden Strecke kam es schließlich zu französischen Festspielen: XC-WM Leogang 2020 Fotostory. Nicht nur Sarrou und Ferrand-Prévot glänzten mit Gold, sondern auch Loana Lecomte (U23-Damen) sowie die Teamstaffel.

Jubelnde Franzosen in Leogang
# Jubelnde Franzosen in Leogang - Bei den Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr räumte die "Grande Nation" mächtig ab: Nicht nur Pauline Ferrand-Prevot bei den Damen und Jordan Sarrou bei den Herren, sondern auch die U23-Fahrerin Loana Lecomte und die Teamstaffel sicherten sich die Goldmedaille
Diashow: Pauline Ferrand-Prévot & Jordan Sarrou im Fokus: Was macht die XC-Weltmeister so stark?
Der hohe Druck und eine komplizierte Verletzung warfen die Französin zurück in die hinteren Bereiche des Fahrerfeldes
2015 gelang ihr schließlich das wohl größte Kunststück schlechthin
Das Karriere-Highlight schlechthin für Jordan Sarrou
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Schritt für Schritt arbeitete sich Sarrou im Folgenden an die Topfahrer um Nino Schurter und Co. heran
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Mit einem Weltrekord in die Geschichtsbücher

Als Titelverteidigerin startete Pauline Ferrand-Prévot 2020 ins Damenrennen und lieferte eine beeindruckende Vorstellung: Ein regelrechter Start-Ziel-Sieg mit einem Vorsprung von mehr als drei Minuten auf die Zweitplatzierte Italienerin Eva Lechner sorgten eindrucksvoll für den bereits dritten Weltmeistertitel der Französin. Damit machte die 29-Jährige einmal mehr deutlich, welche Ausnahmestellung sie in der Szene einnimmt.

Die Französin glänzt jedoch nicht nur im Cross-Country: Bereits als Juniorenfahrerin war Ferrand-Prévot sowohl auf der Straße als auch im Gelände Weltmeisterin. 2015 gelang ihr als bisher einzige Frau weltweit, zeitgleich amtierende Titelträgerin in den Disziplinen Straße, Cyclocross und Mountainbike-Cross-Country zu sein. 2019 folgten die Weltmeistertitel in der Mountainbike-Marathon- und -Cross-Country-Disziplin, ehe Ferrand-Prevot ein Jahr später in Leogang erneut im Cross-Country zuschlug.

Eine Erfolgsgeschichte, die es sogar in die Geschichtsbücher geschafft hat
# Eine Erfolgsgeschichte, die es sogar in die Geschichtsbücher geschafft hat - Bereits in den Nachwuchsklassen bestimmte Pauline Ferrand-Prévot meist das Renngeschehen, sicherte als Juniorenfahrerin zweimal den WM-Titel auf dem Mountainbike und einmal auf der Straße. Im Jahr 2014 startete sie erstmals im Weltcup durch und sicherte sich in Albstadt (im Bild) und in Nove Mesto ihre beiden ersten Weltcupsiege
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2015 gelang ihr schließlich das wohl größte Kunststück schlechthin
# 2015 gelang ihr schließlich das wohl größte Kunststück schlechthin - Nachdem Ferrand-Prévot 2014 etwas überraschend den WM-Titel auf der Straße abräumte, ließ sie wenig später einen weiteren Titel im Cyclocross folgen und triumphierte schließlich auch noch in der olympischen Cross-Country-Disziplin auf dem Mountainbike
In Andorra triumphierte sie damals vor Irina Kalentieva aus Russland und Yana Belomoina aus der Ukraine
# In Andorra triumphierte sie damals vor Irina Kalentieva aus Russland und Yana Belomoina aus der Ukraine - In einem beeindruckenden Rennen stürmte sie bereits in der zweiten Runde allen Fahrerinnen davon und schrieb sich damit als bisher einzige Fahrerin weltweit, die zum selben Zeitpunkt in den drei großen Radsportdisziplinen Mountainbike, Cyclocross und Straße amtierende Weltmeisterin war, in die Geschichtsbücher
2019 setzte Ferrand-Prévot ihre Erfolgsgeschichte fort und ließ zwei weitere Weltmeistertitel auf dem Mountainbike folgen
# 2019 setzte Ferrand-Prévot ihre Erfolgsgeschichte fort und ließ zwei weitere Weltmeistertitel auf dem Mountainbike folgen - Im kanadischen Mont-Saint-Anne (im Bild) sicherte sie sich erneut den Titel in der Cross-Country-Disziplin, wenige Wochen später riss sie zudem das Regenbogentrikot in der Marathon-Disziplin im schweizerischen Grächen an sich
Zu ihren vier individuellen WM-Titeln auf dem Mountainbike gesellen sich noch drei weitere Goldmedaillen aus Teamstaffeln
# Zu ihren vier individuellen WM-Titeln auf dem Mountainbike gesellen sich noch drei weitere Goldmedaillen aus Teamstaffeln - 2014, 2015 und 2016 gewann Ferrand-Prévot jeweils Gold im Team, unter anderen auch mit dem Eliteweltmeister der Herren, Jordan Sarrou
Auf dem Weg zu WM-Titel Nummer drei in der Cross-Country-Disziplin
# Auf dem Weg zu WM-Titel Nummer drei in der Cross-Country-Disziplin - Äußerst eindrucksvoll sicherte sich Ferrand-Prévot im vergangenen Jahr in Leogang schließlich erneut den WM-Titel
Neben ihren drei WM-Titeln in der Cross-Country-Disziplin sicherte sich Ferrand-Prévot auch unzählige Weltcupsiege
# Neben ihren drei WM-Titeln in der Cross-Country-Disziplin sicherte sich Ferrand-Prévot auch unzählige Weltcupsiege - Besonders in Erinnerung: Das packende Sprint-Finish in Val di Sole aus dem Jahr 2019, als sie Jolanda Neff niederrang (im Bild)

Der Radsport wird zum „Alptraum“

Diese Erfolgsgeschichte forderte jedoch ihren Preis: Eine gestiegene Erwartungshaltung und insbesondere der mediale Druck sorgten nach der triumphalen Saison 2015 mental für Blockaden. 2016 kam eine Verletzung hinzu, nach der Ferrand-Prévot nicht mehr an die Leistungen des Vorjahrs anknüpfen konnte.

Ich habe gelernt, dass du glücklich sein musst, um Leistung zu bringen. 2016 gab es diese Verletzung. Aber es war auch mental hart, nachdem ich diese drei Weltmeistertitel innerhalb eines Jahres gewonnen habe. In diesem Jahr war es kompliziert, damit fertig zu werden.

Pauline Ferrand-Prévot

Nach einer längeren Rennpause wagte sie sich schließlich zurück ins Wettkampfgeschehen und zeigte 2017 als Drittplatzierte der Weltmeisterschaften in der Cross-Country-Disziplin, dass mit ihr in der Weltspitze wieder zu rechnen ist. Doch einmal mehr wurde die Athletin durch eine komplizierte Arterienverletzung im Beckenbereich zurückgeworfen.

Der "Alptraum" beginnt
# Der "Alptraum" beginnt - So steil es für Pauline Ferrand-Prévot nach oben ging, so hart fiel sie nach dem "Superjahr 2015" auf den Boden. Nach ihrem WM-Titel lief vieles nicht mehr so zusammen wie es sich die Französin vorgestellt hatte
Der hohe Druck und eine komplizierte Verletzung warfen die Französin zurück in die hinteren Bereiche des Fahrerfeldes
# Der hohe Druck und eine komplizierte Verletzung warfen die Französin zurück in die hinteren Bereiche des Fahrerfeldes - Erst 2018 konnte Ferrand-Prevot wieder an ihre alte Stärke anknüpfen und scheint sogar stärker als zuvor zurückgekehrt zu sein

Zurück in der Erfolgsspur

2019 zeigte die Formkurve für Ferrand-Prévot nach erfolgreicher Operation wiederum steil nach oben: WM-Triumph im kanadischen Mont-Sainte-Anne, 2020 die Titelverteidigung in Leogang, sodass Ferrand-Prévot beim Weltcup-Auftakt in Albstadt 2021 im Regenbogentrikot unterwegs sein wird. Und der Leistungsdruck, die Favoritenrolle? Das sieht die Französin gelassen: „Ich tue, was ich tun muss, ohne darauf zu achten, was andere denken oder urteilen. Ich habe Zeit gebraucht, um diese Gelassenheit zu finden und mich nur auf das zu konzentrieren, was ich erwarte, anstatt auf das, was andere erwarten. Inzwischen weiß ich es wirklich zu schätzen, dass ich mir keine Gedanken über diese Art von Druck machen muss.“

„Ich tue, was ich tun muss, ohne darauf zu achten, was andere denken oder urteilen.“

Neben den Regenbogenstreifen wird sich Ferrand-Prévot in gänzlich neuem Dress in Albstadt präsentieren: Nach vielen Jahren bei der Koblenzer Radfirma Canyon wechselte die 29-Jährige ins Team ihres Lebensgefährten Julien Absalon, dem Absolute Absalon-BMC-Team. Ungeachtet der Pandemie laufe die Vorbereitung auf die Rennsaison mit Ziel der olympischen Goldmedaille in Tokio weitestgehend nach Plan: „Ich weiß, dass meine Form noch nicht bei 100 Prozent ist, aber das ist Teil des Prozesses. Deshalb bin ich sehr zuversichtlich.“

Die Erwartungen für die Rennen in Albstadt kommentiert Ferrand-Prévot zurückhaltend: „Eigentlich freue ich mich hauptsächlich, die ganzen Fahrerinnen und Fahrer aus der Rennszene wiederzutreffen und die Tatsache, dass eine neue Weltcup-Saison starten kann. Ich habe nicht das Ziel, in Albstadt zu dominieren, ich muss geduldig sein und diesen Zustand akzeptieren.“

Das familiäre Umfeld um ihren Lebensgefährten Julien Absalon und dessen Absolute Absalon-BMC-Team soll für einen zusätzlichen Schub bei Pauline Ferrand-Prévot sorgen
# Das familiäre Umfeld um ihren Lebensgefährten Julien Absalon und dessen Absolute Absalon-BMC-Team soll für einen zusätzlichen Schub bei Pauline Ferrand-Prévot sorgen - Foto: Alice Russolo

Französische Überraschung in Leogang

Während Pauline Ferrand-Prévot mit dem Regenbogentrikot bereits Erfahrungen sammeln konnte, bedeutet es für Jordan Sarrou Neuland. Sarrou ist zwar aufgrund konstanter Leistungen stets in der Weltspitze zu finden, hatte aber gegen den Schweizer Nino Schurter oder den Niederländer Mathieu van der Poel häufig das Nachsehen. Nicht so im vergangenen Jahr in Leogang, als der Franzose zu seinem ersten Weltmeistertitel fuhr.

Aufgewachsen im französischen Zentralmassiv, verfolgte der junge Jordan Sarrou in seiner Kindheit die Wettkämpfe seines Cousins und startete daraufhin die eigene Radsportkarriere. Schon früh setzte er sich gegenüber der großen Konkurrenz in seinem Heimatland durch und schaffte in der U23-Klasse den Durchbruch zur Weltspitze. Als amtierender U23-Europameister gewann Sarrou 2014 das U23-Weltcup-Rennen im Albstädter Bullentäle und sicherte sich im Laufe der Saison auch den Gesamtweltcup-Sieg in der Nachwuchsklasse.

Als zweifacher U23-Europameister deutete Jordan Sarrou bereits in den Nachwuchsklassen an, dass mit ihm ein Star für die Zukunft heranwächst
# Als zweifacher U23-Europameister deutete Jordan Sarrou bereits in den Nachwuchsklassen an, dass mit ihm ein Star für die Zukunft heranwächst - Insbesondere im Jahr 2014 dominierte der Franzose die U23-Kategorie und sicherte sich unter anderem den Gesamtweltcup
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Wie so häufig schien der Wechsel aus der U23-Klasse zur Elite bei Sarrou kein einfacher zu sein
# Wie so häufig schien der Wechsel aus der U23-Klasse zur Elite bei Sarrou kein einfacher zu sein - In seinem ersten Jahr in der Eliteklasse konnte Sarrou noch nicht in die Weltspitze vordringen, erst ein Jahr später schaffte er im kanadischen Mont-Sainte-Anne (im Bild) den Sprung auf das erweiterte Podium der besten fünf Fahrer eines Weltcuprennens
Schritt für Schritt arbeitete sich Sarrou im Folgenden an die Topfahrer um Nino Schurter und Co. heran
# Schritt für Schritt arbeitete sich Sarrou im Folgenden an die Topfahrer um Nino Schurter und Co. heran - 2017 folgte der erstmalige Sprung auf das "richtige" Podest als Drittplatzierter beim Weltcuprennen in Andorra
2018 wechselte Sarrou vom damaligen BH-Suntour-Team als Teamleader zum Absolute Absalon-Team und entwickelte sich dort immer weiter zum absoluten Top-Fahrer
# 2018 wechselte Sarrou vom damaligen BH-Suntour-Team als Teamleader zum Absolute Absalon-Team und entwickelte sich dort immer weiter zum absoluten Top-Fahrer - Als Weltcupdritter in Albstadt und Fünftplatzierter der Gesamtweltcupwertung war Sarrou im Jahr 2019 endgültig Teil der internationalen Weltspitze

Beim Wechsel in die Elite zahlte der Franzose zunächst Lehrgeld, ehe er sich 2016 im Spitzenfeld etablieren konnte. Als Gesamtweltcup-Siebter deutete sich das große Potenzial bereits an: 2017 und 2019 landete er jeweils auf dem fünften Rang der Weltserie und war siebenmal auf dem erweiterten Podium der besten fünf Fahrer. 2020 knüpfte er an diese Leistungen an, sicherte sich erstmalig in seiner Karriere den französischen Meistertitel und belegte im Vorfeld der Weltmeisterschaften beim Weltcup in Nove Mesto den sechsten Rang.

Der perfekte Tag im Matsch von Leogang

Dementsprechend galt Sarrou bei den Weltmeisterschaften als möglicher Medaillenkandidat, aber nicht als Favorit auf den Weltmeistertitel. Doch kein anderer Fahrer kam letztlich mit den matschigen Bedingungen in Leogang so gut zurecht wie der 28-jährige Franzose. Nach verhaltenem Start schloss Sarrou die Lücke zum bis dato führenden Niederländer Milan Vader und startete eine beeindruckende Solofahrt, die mit dem Weltmeistertitel belohnt wurde.

Das Karriere-Highlight schlechthin für Jordan Sarrou
# Das Karriere-Highlight schlechthin für Jordan Sarrou - In Leogang sicherte sich der Franzose in einer beeindruckenden Soloflucht den WM-Titel
Trotz seiner konstant guten Ergebnisse und seinem erstmaligen Gewinn der französischen Meisterschaft im Vorfeld der Weltmeisterschaft, galt Sarrou nicht unbedingt als größter Anwärter auf den WM-Titel
# Trotz seiner konstant guten Ergebnisse und seinem erstmaligen Gewinn der französischen Meisterschaft im Vorfeld der Weltmeisterschaft, galt Sarrou nicht unbedingt als größter Anwärter auf den WM-Titel - Die besten Beine und ein perfektes Bike-Handling bei schwierigsten Bedingungen waren schließlich der Schlüssel zum Erfolg
Die Sensation schlechthin
# Die Sensation schlechthin - Der Traum eines jeden Radsportlers ging für Sarrou in Leogang in Erfüllung. Dementsprechend groß war die Freude beim Franzosen
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Sarrou wird wie Ferrand-Prévot in Albstadt auf neues Material setzen: Nachdem er über viele Jahre hinweg Leader des Teams Absolute Absalon-BMC war, musste er diesen Platz nun zugunsten von keiner Geringeren als Ferrand-Prévot räumen. Er schließt sich dem Werksteam der amerikanischen Traditionsmarke Specialized an und wird auf deren Trikot die Regenbogenfarben tragen. Das WM-Trikot sowie die damit verbundene Verantwortung sieht Sarrou dabei als zusätzliche Motivation.

Ich genieße es, die Streifen zu tragen und sehe das als Vorteil. Es hilft mir in harten Momenten im Training und Rennen. Es motiviert mich und verleiht mir sicherlich zusätzliche Kraft.

Jordan Sarrou

„Ich bin zufrieden mit meiner Rennvorbereitung. Das Team und die Räder sind neu für mich dieses Jahr. Wir hatten eine gute Zeit, um die anstehenden Weltcuprennen mit einigen Trainingslagern und Testrennen vorzubereiten. Wir sind auf einem guten Weg und ich schaue sehr zuversichtlich auf den ersten Weltcupblock“, zeigt sich Sarrou mit seiner Vorbereitung zufrieden und schiebt auf die Rückfrage nach dem persönlichen Ziel für den Weltcupauftakt in Albstadt angriffslustig hinterher: „Albstadt liegt mir sehr gut. Es ist mein erstes Saisonhighlight dieses Jahr. Ich will gewinnen.“

Wie Pauline Ferrand-Prévot wechselte auch Jordan Sarrou zur neuen Saison das Team: Der Weltmeister hat das Absolute Absalon-BMC-Team verlassen und ist nun für die amerikanische Traditionsmarke Specialized unterwegs
# Wie Pauline Ferrand-Prévot wechselte auch Jordan Sarrou zur neuen Saison das Team: Der Weltmeister hat das Absolute Absalon-BMC-Team verlassen und ist nun für die amerikanische Traditionsmarke Specialized unterwegs - Foto: Alice Russolo

Das französische Erfolgskonzept

Die Erfolge der französischen Fahrerinnen und Fahrer kommen nicht unerwartet. Blickt man auf die jüngste Vergangenheit im Cross-Country-Weltcup, so fällt die zahlenmäßige Präsenz französischer Fahrerinnen und Fahrer im Spitzenfeld auf: Insgesamt fünf der besten zehn Fahrer des Gesamtweltcups 2019 kommen aus Frankreich. Bei den Damen konnte man sich 2020 beide Weltcupsiege sichern.

Wer nach den Gründen dieser Erfolgsgeschichte sucht, stolpert schnell über das Konzept der Nachwuchsausbildung in Frankreich. Im Gegensatz zu anderen Nationen fokussiert der französische Radsportverband eine breite Ausbildung junger Fahrerinnen und Fahrer: Ob Downhill, Cross-Country oder auch die geschicklichkeitsorientierte Disziplin Trial – junge Athletinnen und Athleten werden in allen Disziplinen gleichermaßen ausgebildet. Beleg dieses erfolgreichen Konzepts sind Top-Stars wie etwa Jordan Sarrou.

„Wir haben keine Geheimnisse oder gar einen Zaubertrank.“

Neben dem Ausbildungskonzept scheinen der Konkurrenzkampf und das Miteinander abseits der Rennen unter den Fahrerinnen und Fahrern Teil des französischen Gesamterfolgs zu sein: „Ich denke, es gibt eine spannende und positive Rivalität zwischen allen französischen Fahrern. Wenn einer Leistung bringt, inspiriert das die anderen und sie arbeiten daran, das Gleiche zu tun“, beantwortet Pauline Ferrand-Prévot die Frage, was die französischen Erfolge ausmache. Sie glaubt zudem, dass die vielen verschiedenen Wettkämpfe im Nachwuchsbereich junge Fahrerinnen und Fahrer dazu animieren, den Sport auszuüben.

„Wenn man jung ist, hat man die Möglichkeit, an vielen lokalen oder nationalen Wettkämpfen teilzunehmen. Wir haben sehr viele nationale Rennen und Meisterschaften, die sehr gut organisiert sind und zudem schönen Strecken besitzen. Das ist auch eine große Motivation.“ Auf die Frage nach dem Geheimnis der Franzosen antwortet Sarrou: „Wir haben keine Geheimnisse oder gar einen Zaubertrank. Wir haben ein starkes französisches Team mit starken Fahrern und einer guten Atmosphäre. Wir sind Rivalen im Rennen, aber Freunde außerhalb.“

Frankreich ist die Nation der Stunde im Cross-Country-Bereich: Kein anderes Land hat in jüngster Vergangenheit bei Weltcups und Weltmeisterschaften so abgeräumt wie die "Grande Nation"
# Frankreich ist die Nation der Stunde im Cross-Country-Bereich: Kein anderes Land hat in jüngster Vergangenheit bei Weltcups und Weltmeisterschaften so abgeräumt wie die "Grande Nation" - Geht es nach den beiden Eliteweltmeistern Ferrand-Prévot und Sarrou, liegt der Schlüssel zum Erfolg unter anderem an der hohen Leistungsdichte und dem kollegialen Umgang unter den nationalen Kontrahentinnen und Kontrahenten

Geht die französische Erfolgsgeschichte in diesem Jahr weiter? Was meint ihr?


Offenlegung: Für die Öffentlichkeitsarbeit des Weltcups in Albstadt wurde der Autor für das Erstellen des Artikels von der Stadt Albstadt beauftragt. Die Stadt Albstadt steht in keinerlei finanzieller Verbindung zu MTB-News. Der Artikel wird in ähnlichem Umfang auch als Pressemeldung der Stadt Albstadt der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

  1. benutzerbild

    lupus_bhg

    dabei seit 04/2005

    Gibt es einen männlichen Fahrer der das bis dato geschafft hat? Dann wäre Prevot der/die einzige Radsportler überhaupt der/die das je geschafft hat, was dieses Meisterwerk umso beeindruckender macht.
    Mir fiele in der jüngeren Vergangenheit nicht einmal jemand ein, der im selben Jahr „nur" 2 der 3 Titel im selben Jahr errungen hat.
  2. benutzerbild

    getFreaky

    dabei seit 07/2006

    Mir fiele in der jüngeren Vergangenheit nicht einmal jemand ein, der im selben Jahr „nur" 2 der 3 Titel im selben Jahr errungen hat.

    Laura Stigger 2018 bei den Junioren würde mir einfallen? Was ich gesehen habe, hat das nicht mal Tom Pidcock fertig gebracht (außer man zählt den E-MTB und u23 XC-WM 2020)
  3. benutzerbild

    EDA

    dabei seit 08/2010

    Gibt es einen männlichen Fahrer der das bis dato geschafft hat? Dann wäre Prevot der/die einzige Radsportler überhaupt der/die das je geschafft hat, was dieses Meisterwerk umso beeindruckender macht.
    Nein es hat noch niemand geschafft. Wirklich sehr sehr beeindruckend!!!
  4. benutzerbild

    kleinerblaumann

    dabei seit 11/2014

    Gibt es einen männlichen Fahrer der das bis dato geschafft hat? Dann wäre Prevot der/die einzige Radsportler überhaupt der/die das je geschafft hat, was dieses Meisterwerk umso beeindruckender macht.
    Ne. Mit Mathieu van der Poel gibt es aber einen Kandidaten, der es schaffen könnte. Dieses Jahr würde sich sogar anbieten, mit der Straßen-WM in Flandern. Aber fährt er in diesem Jahr überhaupt die XCO-WM?
  5. benutzerbild

    getFreaky

    dabei seit 07/2006

    Ne. Mit Mathieu van der Poel gibt es aber einen Kandidaten, der es schaffen könnte. Dieses Jahr würde sich sogar anbieten, mit der Straßen-WM in Flandern. Aber fährt er in diesem Jahr überhaupt die XCO-WM?

    Potential hat Pidcock auch, außer es kommt zum Fotofinish smilie

    Btw: Irgendwo gehört, MvdP hat noch nicht einmal das Olympialimit.

    Fakt bleibt also: bis dato ist Prevot die Einzige Radsportlerin überhaupt, ganz großes Kino smilie

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