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Tobi irgendwo hoch oben
Tobi irgendwo hoch oben
Wir waren noch nie zuvor in Davos
Wir waren noch nie zuvor in Davos - haben also weder Ahnung, noch Plan. Tobi macht das Beste draus.
Alpiner Trail in Perfektion auf der Abfahrt vom Weißfluhjoch
Alpiner Trail in Perfektion auf der Abfahrt vom Weißfluhjoch
Hoch oben ist auch Ende Juni noch mit Schnee zu rechnen
Hoch oben ist auch Ende Juni noch mit Schnee zu rechnen - Tobi rettet sich durch's Schneefeld
Am Gipfel im Hintergrund sind wir gestartet
Am Gipfel im Hintergrund sind wir gestartet - der Schlauch hält nicht lang
Neben den Rennteilnehmern sind auch unzählige andere Bergfreunde auf den Trails unterwegs
Neben den Rennteilnehmern sind auch unzählige andere Bergfreunde auf den Trails unterwegs - gut 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich für den Rocky Mountain Trailride Davos angemeldet
Perfekter Trail auf dem Weg zum Chörbsch Horn
Perfekter Trail auf dem Weg zum Chörbsch Horn
Wer sein Bike liebt...
Wer sein Bike liebt...
180629 RM TR Davos-25
180629 RM TR Davos-25
Bringt's die Bikes auf den Berg: Die Bahn am Rinerhorn ist weder schnell, noch kann sie mehr als ein Bike pro Gondel auf den Berg bringen
Bringt's die Bikes auf den Berg: Die Bahn am Rinerhorn ist weder schnell, noch kann sie mehr als ein Bike pro Gondel auf den Berg bringen
In der Ruhe liegt die Kraft: Das Team ist freundlich aber die Bike-Halterung sorgt für unentspannte Blicke
In der Ruhe liegt die Kraft: Das Team ist freundlich aber die Bike-Halterung sorgt für unentspannte Blicke
Regionale Stärkung an der Talstation des Rinerhorns
Regionale Stärkung an der Talstation des Rinerhorns
Feine Auswahl an zuckriger Erfrischung
Feine Auswahl an zuckriger Erfrischung
Wir greifen dankend zu und lassen es uns schmecken
Wir greifen dankend zu und lassen es uns schmecken
Sahniger Trail in Richtung Filisur
Sahniger Trail in Richtung Filisur - anstrengend aber ganz große Klasse
Wir sind in Davos wieder als rasendes Bruderpaar am Start gewesen
Wir sind in Davos wieder als rasendes Bruderpaar am Start gewesen
Aussicht satt: In Davos ein Standard auf fast jedem Trail
Aussicht satt: In Davos ein Standard auf fast jedem Trail
Durch die schiere Vielfalt an Trails kommt es nur selten zu Bike-Staus
Durch die schiere Vielfalt an Trails kommt es nur selten zu Bike-Staus - Trail-Toleranz bedeutet jedoch Rücksichtnahme auf die vielen Wanderer am Berg - was in Davos hervorragend funktioniert. Foto: Matthias Engesser
Ein schöner Rücken kann auch entzücken
Ein schöner Rücken kann auch entzücken - durchaus technisch und mit etwas Absturzgefahr geht es nach Norden vom Jakobshorn hinab
Unser letzte Abfahrt an Tag 1 ist nochmal ein richtiges Brett
Unser letzte Abfahrt an Tag 1 ist nochmal ein richtiges Brett - die überlasteten Arme und Beine klammern sich irgendwie ans Bike, um vor lauter Temporausch nicht den Abflug zu machen
Tobi's MT Trail macht ihren Dienst
Tobi's MT Trail macht ihren Dienst - einige Höhenmeter später gibt die MT 7 bei Stefanus zwischenzeitlich auf
Wer ist wo gefahren? Mitteilung der Routenwahl im Ziel, bevor mit dem GPS-Tracker validiert wird
Wer ist wo gefahren? Mitteilung der Routenwahl im Ziel, bevor mit dem GPS-Tracker validiert wird - Foto: Matthias Engesser
Diese Transponder sind das Arbeitsmaterial von Trail-Detektivin Baba
Diese Transponder sind das Arbeitsmaterial von Trail-Detektivin Baba - abends wird ausgewertet, wer wo welchen Abzweig richtig getroffen und sich wertvolle Punkte verdient hat
Auf diese Uhr kommt es an
Auf diese Uhr kommt es an - wer auch nur eine Sekunde zu spät kommt, wird mit einer Zeitstrafe gerügt. Doch welche Uhr gilt jetzt?
Stets gut gelaunt
Stets gut gelaunt - das bestens vorbereitete Organisationsteam.
Sprintet los als ob die Ausdauer unbegrenzt wäre
Sprintet los als ob die Ausdauer unbegrenzt wäre - Team MTB-News.de tut beim Start so, als ob gut trainiert worden wäre. Leider trügt der Schein
Bloß keinen Platten fahren!
Bloß keinen Platten fahren! - Nach der Zeitverschwendung an Tag 1 ist Stefanus hier defensiver unterwegs.
Die Bergbahnen bringen uns jedes Mal wieder in alpine Regionen
Die Bergbahnen bringen uns jedes Mal wieder in alpine Regionen - der Lohn sind feine und vollständig natürliche Trails
Die Ausblicke über das Prättigau sind phänomenal
Die Ausblicke über das Prättigau sind phänomenal - die Trails so gut, dass man Zu- und Abfahrt auf Schotterpisten Richtung Bergbahn schnell vergisst.
Im Winter eine beliebte Variantenabfahrt
Im Winter eine beliebte Variantenabfahrt - im Sommer die Einfahrt in eine neue Welt
Die Fideriser Heuberge heißen nicht ohne Grund so
Die Fideriser Heuberge heißen nicht ohne Grund so - die Wiesen liegen einfach grandios in der Landschaft
Ausgesetzt und außergewöhnlich spektakulär
Ausgesetzt und außergewöhnlich spektakulär - in manch einer Bike Republik bräuchte es hier Fangnetze und Holzrampen, Davos kann es einfach so
Finde den Fahrer
Finde den Fahrer - Trail in Richtung Götschnaboden
Wir könnten etwas zur Aussicht schreiben, oder dem Trail
Wir könnten etwas zur Aussicht schreiben, oder dem Trail - aber manchmal sagt ein Bild einfach mehr. Foto: Matthias Engesser
Technisch, aber nicht zu technisch
Technisch, aber nicht zu technisch - die meisten Trails bieten natürliche Herausforderungen, ohne hakelig zu werden
Bild braucht keine Bildunterschrift
Bild braucht keine Bildunterschrift - der Alps Epic Trail hinunter nach Sertig überzeugt mit Panorama und Anspruch
Gelungener Abschluss: Pasta Plausch besteht aus Plausch...
Gelungener Abschluss: Pasta Plausch besteht aus Plausch...
... und Pasta!
... und Pasta!
Abschlussfoto mit allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern 2018
Abschlussfoto mit allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern 2018 - Foto: Matthias Engesser
Gesamtrangliste Rocky Mountain Trailride Davos 2018
Gesamtrangliste Rocky Mountain Trailride Davos 2018

Rocky Mountain Trailride Davos – oder auch: Biken, Biken, Biken! Mehr bräuchte man dazu nicht zu sagen, aber nachdem die dreifache Wiederholung des Anglizismus nicht besonders vielsagend ist, machen wir’s halt doch: Hier kommt der Bericht zum einem etwas anderen Bike-Format.

Tobi irgendwo hoch oben
# Tobi irgendwo hoch oben

Rocky Mountain Trailride Davos – die Idee

Die Idee beim Trailride ist, möglichst viele verschiedene und gern auch schwierigere Trails zu fahren. Das Event in Davos ist der kleine Bruder vom Grischa Trailride, der seit mehr als einem Jahrzehnt Arosa, Lenzerheide und Davos verbindet. Wir sind bei der dritten Auflage des Rocky Mountain Trailride Davos zum ersten Mal dabei und kommen erstmal zu spät zum Riders Briefing – und staunen deshalb nicht schlecht, als sich alle anderen Starter ihre Kartenausschnitte abholen und emsig mit der Routenplanung beginnen. Wir suchen schleunigst die Organisatoren “Baba” und “Rolli” und lassen uns erklären, worauf es ankommt: „Eigentlich ist es ganz einfach: Jedem Trail ist eine Punktzahl zugeordnet. Je länger und schwieriger er ist, desto mehr Punkte gibt’s für das Befahren. Ein GPS Tracker läuft mit, man braucht nichts zu tun als pünktlich nach 6,5 h wieder vor Ort zu sein, sonst gibt’s empfindlichen Punktabzug!“, erklärt Rolli in feinstem Schwyzerdütsch.

Der Blick auf die Karte offenbart: Es stehen über 50 Trail-Segmente zur Wahl, die man möglichst clever aneinanderreihen sollte, denn mehrmals Befahren gibt nicht mehrmals Punkte. So darf nur ein Trail pro Tag doppelt gefahren werden. Also legen wir uns einen Plan zurecht, essen ein “Plättli” mit Käse- und Fleischspezialiäten und ziehen einen neuen Schlauch in Stefanus Ibis, denn das war schon vor der Anreise platt.

Diashow: Biken, Biken, Biken - Das war der Rocky Mountain Trailride Davos 2018
Abschlussfoto mit allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern 2018
Ausgesetzt und außergewöhnlich spektakulär
Perfekter Trail auf dem Weg zum Chörbsch Horn
Bloß keinen Platten fahren!
In der Ruhe liegt die Kraft: Das Team ist freundlich aber die Bike-Halterung sorgt für unentspannte Blicke
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Tag 1

Es ist ziemlich genau 9 Uhr, unsere 6,5 h Fahrzeit beginnen zu laufen. Wir fahren erstmal zur Parsennbahn und damit aufs Weißfluhjoch. In der Bahn ist gut was los, den Plan hatten nicht nur wir. Auf fast 2700 m angekommen gewinnen wir erst einmal Land und finden uns nach einigen hundert Metern Skipistengeröll auf feinem Singletrail. Wir machen ein Foto, passieren das Team Trailcrew Davos, das schon nach fünf Minuten den ersten Platten hat, und freuen uns über unseren Fortschritt. Die Freude währt nur etwa 500 m, dann ist Stefanus Vorderreifen platt. Ja, genau der, der am Vorabend eigentlich geflickt worden war. Damit sind die größeren Ambitionen schon mal begraben, wir reparieren und gönnen uns erstmal einen aussichtsreichen Uphill: Der Trail rüber zum Chörbsch Horn fließt grandios am Hang entlang, bevor es erst fahrend, dann schiebend oder tragend bergauf geht. Nach gut 300 hm ist der anstrengende Teil vorbei, ab jetzt geht es erneut schnell, flowig, aber nie langweilig die Flanke hinab. Der Trail ist eine tolle Mischung zwischen natürlichem, alpinen Pfad und angelegten Kurven und Wellen. Wir sind noch frisch und lassen es zufrieden bis ins Tal laufen.

Wir waren noch nie zuvor in Davos
# Wir waren noch nie zuvor in Davos - haben also weder Ahnung, noch Plan. Tobi macht das Beste draus.
Alpiner Trail in Perfektion auf der Abfahrt vom Weißfluhjoch
# Alpiner Trail in Perfektion auf der Abfahrt vom Weißfluhjoch
Hoch oben ist auch Ende Juni noch mit Schnee zu rechnen
# Hoch oben ist auch Ende Juni noch mit Schnee zu rechnen - Tobi rettet sich durch's Schneefeld
Am Gipfel im Hintergrund sind wir gestartet
# Am Gipfel im Hintergrund sind wir gestartet - der Schlauch hält nicht lang
Neben den Rennteilnehmern sind auch unzählige andere Bergfreunde auf den Trails unterwegs
# Neben den Rennteilnehmern sind auch unzählige andere Bergfreunde auf den Trails unterwegs - gut 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich für den Rocky Mountain Trailride Davos angemeldet
Perfekter Trail auf dem Weg zum Chörbsch Horn
# Perfekter Trail auf dem Weg zum Chörbsch Horn
Wer sein Bike liebt...
# Wer sein Bike liebt...
180629 RM TR Davos-25
# 180629 RM TR Davos-25

Das Weißfluhjoch haben wir auf der inneren Liste abgehakt, jetzt geht’s ans Rinerhorn. Es gilt nämlich hinsichtlich der Bergbahnfahrzeiten zu taktieren – einige Davoser Bergbahnen gehen nur jede halbe Stunde, hier könnte man wertvolle Zeit liegen lassen. Am Rinerhorn dagegen fährt die Bahn durchgängig, das müsste ohne Wartezeit funktionieren. Tatsächlich gelangen wir ohne Warteschlange in die fast leere Bahnstation. Fast, wären da nicht die 20 Bikes, die aneinander gereiht auf eine Bergfahrt warten – vor unseren Rädern. Wir üben uns in Geduld und planen die weitere Tour: Auf nur sanft die Höhenlinien schneidenden Trails hangeln wir uns bis zur wunderschönen Laubenenalp und fetzen von dort über Monstein wieder zurück. Die Trails sind fantastisch: Echte Singletrails, also schmale Wanderwege, bei denen aber jemand die meisten Steine so positioniert hat, dass sie sich leichter überrollen lassen. Getoppt wird das vom entspannten Auf und Ab mit so sanftem Gefälle, dass wir hunderte Meter Deathgrip fahren und fast vergessen, dass Bremsen zum Mountainbiken gehört wie frühes Favoritensterben zur Fußball WM 2018.

Bringt's die Bikes auf den Berg: Die Bahn am Rinerhorn ist weder schnell, noch kann sie mehr als ein Bike pro Gondel auf den Berg bringen
# Bringt's die Bikes auf den Berg: Die Bahn am Rinerhorn ist weder schnell, noch kann sie mehr als ein Bike pro Gondel auf den Berg bringen
In der Ruhe liegt die Kraft: Das Team ist freundlich aber die Bike-Halterung sorgt für unentspannte Blicke
# In der Ruhe liegt die Kraft: Das Team ist freundlich aber die Bike-Halterung sorgt für unentspannte Blicke
Regionale Stärkung an der Talstation des Rinerhorns
# Regionale Stärkung an der Talstation des Rinerhorns
Feine Auswahl an zuckriger Erfrischung
# Feine Auswahl an zuckriger Erfrischung
Wir greifen dankend zu und lassen es uns schmecken
# Wir greifen dankend zu und lassen es uns schmecken
Sahniger Trail in Richtung Filisur
# Sahniger Trail in Richtung Filisur - anstrengend aber ganz große Klasse

Zurück im Tal nehmen wir erneut die Bahn am Rinerhorn, biegen oben aber in Richtung West statt Ost ab. Ein wenig Uphill später biegen wir in den nächsten Teil des Alps Epic Trail, der von der IMBA als einziger Trail der Schweiz als „epic trail“ ausgezeichnet wurde. Auch wenn das Wort überstrapaziert ist: Der Weg ist durchaus epic. Da stören auch die Biker, die entgegenkommen, und die regelmäßigen Wanderer nicht. Das liegt natürlich auch an der Graubündner Trailtoleranz: Mountainbiker dürfen alle Wanderwege nutzen, durch gebührenden Respekt voreinander funktioniert das tatsächlich einwandfrei. Über einen erneut sanft auf und ab führenden Trail hangeln wir uns zurück nach Davos und glauben, eigentlich noch eine Viertelstunde auf die Bahn aufs Jakobshorn warten zu müssen, als wir realisieren: Wegen hohen Bedarfs fährt die Gondel jede 15 Minuten.

Wir sind in Davos wieder als rasendes Bruderpaar am Start gewesen
# Wir sind in Davos wieder als rasendes Bruderpaar am Start gewesen
Aussicht satt: In Davos ein Standard auf fast jedem Trail
# Aussicht satt: In Davos ein Standard auf fast jedem Trail
Durch die schiere Vielfalt an Trails kommt es nur selten zu Bike-Staus
# Durch die schiere Vielfalt an Trails kommt es nur selten zu Bike-Staus - Trail-Toleranz bedeutet jedoch Rücksichtnahme auf die vielen Wanderer am Berg - was in Davos hervorragend funktioniert. Foto: Matthias Engesser

„Damit bleibt euch genau eine Stunde Zeit – zu wenig für den Alps Epic Trail, aber genug für die Abfahrt nach Teufi“, meint zumindest Jo, den wir in der Gondel kennen lernen. Er sollte es wissen: Er wohnt seit Jahren in Davos, arbeitet bei den Bergbahnen und fügt noch hinzu: „Den Trail fahre ich jetzt selbst auch.“ Das ist natürlich das Verkäufer-Argument schlechthin, wir hängen uns dennoch ans Hinterrad. Über einen monumentalen Grat erreichen wir die Nordflanke des Berges, der liebevoll „Jaki“ genannt wird, obwohl seine fast 2.600 m gar nicht so niedlich sind. Nach zwei Dritteln des Trails verlässt Stefanus Bremse der Druckpunkt – Abhilfe schafft ein Bach, dessen Wasser den Sattel kühlt. Auf die To-Do-List kommt: Bremse entlüften. Anders als die anderen Trails hat es dieser technisch wirklich in sich. Das mögliche Tempo im oberen Teil ist beachtlich, mit Erreichen der Baumgrenze wird es zunehmend steiniger und verblockter, bis einem der Trail genau bei Erreichen der Schmerzgrenze in den Talboden ausspuckt.

Ein schöner Rücken kann auch entzücken
# Ein schöner Rücken kann auch entzücken - durchaus technisch und mit etwas Absturzgefahr geht es nach Norden vom Jakobshorn hinab
Unser letzte Abfahrt an Tag 1 ist nochmal ein richtiges Brett
# Unser letzte Abfahrt an Tag 1 ist nochmal ein richtiges Brett - die überlasteten Arme und Beine klammern sich irgendwie ans Bike, um vor lauter Temporausch nicht den Abflug zu machen
Tobi's MT Trail macht ihren Dienst
# Tobi's MT Trail macht ihren Dienst - einige Höhenmeter später gibt die MT 7 bei Stefanus zwischenzeitlich auf

Wir treten das Tal hinaus, nehmen erneut einen genialen Singletrail unter die Stollen und weichen elegant den Nachwuchs-XC-Racern aus, deren Rennstrecke wir versehentlich in verkehrter Richtung nutzen. Im Ort gilt es nur noch, das Ziel zu finden und den GPS-Tracker zurückzugeben und schon finden wir uns im Austausch der Geschichten des Tages: Defekte, Orientierungsprobleme, Hungeräste und Aftershave als Regenerationssalbe: jetzt kommt alles auf den Tisch. Nach dem Abendessen werden dann die Routen der Teams visualisiert und die Punktestände bekannt gegeben. Wir liegen mit 1.335 Punkten auf einem soliden 8. Platz, fühlen uns allerdings nicht, als könnten wir morgen nochmal 60 km und einen Haufen Singletrails fahren. Insbesondere die flachen aber aktiv zu fahrenden Trails haben in beeindruckender Art und Weise Kraft gekostet. Natur-Trails schlagen Bikepark-Pisten…

Wer ist wo gefahren? Mitteilung der Routenwahl im Ziel, bevor mit dem GPS-Tracker validiert wird
# Wer ist wo gefahren? Mitteilung der Routenwahl im Ziel, bevor mit dem GPS-Tracker validiert wird - Foto: Matthias Engesser

Tag 2

Der Wecker klingelt zu früh, der Körper fühlt sich an, als wäre er am Tag zuvor ungewöhnlich viel und ungewöhnlich vielseitig Mountainbiken gewesen. Das stimmt zwar, ist aber nicht hilfreich – denn heute stehen wieder sechs Stunden Radfahren an. Das Gebiet, in dem durch Trails Punkte gesammelt werden können, wird heute gegenüber Tag 1 geändert: Die Region Klosters steht im Mittelpunkt, aber auch in Madrisa und am Jakobshorn können weiter Punkte gesammelt werden. Erneut starten wir mit einer Fahrt aufs Weißfluhjoch, verlassen dieses aber in Richtung Norden und Westen. Nach riesigen Karstlandschaften biegen wir in malerische Grasberge. Der Blick gleitet über den Prättigau, ein Bergsee ruht wie gemalt in den Wiesen. Dass die Trails zwischen flowig und technisch wechseln, aber immer Freude machen, fühlt sich mittlerweile selbstverständlich an – ist es aber nicht, wie uns auf dem folgenden Forstweg klar wird. Wir biegen anschließend falsch ab und gönnen uns als Korrektur 100 hm Uphill, bevor es weiter zur Götschna-Bahn geht. Wir betreten das Seilbahngebäude und hören noch den Warnton, der vom Schließen der Türen kündet – dann beginnt unsere Wartepause, bevor uns die Gondel wieder auf den Berg bringt.

Diese Transponder sind das Arbeitsmaterial von Trail-Detektivin Baba
# Diese Transponder sind das Arbeitsmaterial von Trail-Detektivin Baba - abends wird ausgewertet, wer wo welchen Abzweig richtig getroffen und sich wertvolle Punkte verdient hat
Auf diese Uhr kommt es an
# Auf diese Uhr kommt es an - wer auch nur eine Sekunde zu spät kommt, wird mit einer Zeitstrafe gerügt. Doch welche Uhr gilt jetzt?
Stets gut gelaunt
# Stets gut gelaunt - das bestens vorbereitete Organisationsteam.
Sprintet los als ob die Ausdauer unbegrenzt wäre
# Sprintet los als ob die Ausdauer unbegrenzt wäre - Team MTB-News.de tut beim Start so, als ob gut trainiert worden wäre. Leider trügt der Schein
Bloß keinen Platten fahren!
# Bloß keinen Platten fahren! - Nach der Zeitverschwendung an Tag 1 ist Stefanus hier defensiver unterwegs.
Die Bergbahnen bringen uns jedes Mal wieder in alpine Regionen
# Die Bergbahnen bringen uns jedes Mal wieder in alpine Regionen - der Lohn sind feine und vollständig natürliche Trails
Die Ausblicke über das Prättigau sind phänomenal
# Die Ausblicke über das Prättigau sind phänomenal - die Trails so gut, dass man Zu- und Abfahrt auf Schotterpisten Richtung Bergbahn schnell vergisst.
Im Winter eine beliebte Variantenabfahrt
# Im Winter eine beliebte Variantenabfahrt - im Sommer die Einfahrt in eine neue Welt
Die Fideriser Heuberge heißen nicht ohne Grund so
# Die Fideriser Heuberge heißen nicht ohne Grund so - die Wiesen liegen einfach grandios in der Landschaft

Wir fahren einen genialen, wenn auch stellenweise etwas ausgesetzten Wanderweg, bevor wir uns an der Mittelstation mit Engadiner Nusstorte und weiteren Leckereien stärken. Dann wählen wir die “A-Line” genannte Götschna Freeride Abfahrt, die uns mit ihrem hohen Holzanteil und teils rutschigem Grund aber gar nicht gefällt. Unten angekommen erleben wir ein Deja-Vu: Die Bahn fährt entschwindet durch die geschlossenen Glastüren hinweg dem Berg entgegen, wir warten. Die Zwangspause verkürzt uns ein Santa Cruz-Fahrer, der seine Handschuhe auszieht und mit den Worten „Die sind voller Milch, weg damit!“ in den Müll pfeffert. Die Schweizer ham’s ja? Von wegen, der Handschuh-Schmeißer spricht einwandfreies Hochdeutsch. Er zieht sein zweites Paar Handschuhe an und ignoriert die berechtigten Kommentare der Kollegen.

Ausgesetzt und außergewöhnlich spektakulär
# Ausgesetzt und außergewöhnlich spektakulär - in manch einer Bike Republik bräuchte es hier Fangnetze und Holzrampen, Davos kann es einfach so
Finde den Fahrer
# Finde den Fahrer - Trail in Richtung Götschnaboden
Wir könnten etwas zur Aussicht schreiben, oder dem Trail
# Wir könnten etwas zur Aussicht schreiben, oder dem Trail - aber manchmal sagt ein Bild einfach mehr. Foto: Matthias Engesser
Technisch, aber nicht zu technisch
# Technisch, aber nicht zu technisch - die meisten Trails bieten natürliche Herausforderungen, ohne hakelig zu werden

Zurück zu den Trails: Von der Bergstation Götschnabahn schwingen wir uns auf den Panoramaweg. Sagen wir mal so viel: Er macht seinem Namen alle Ehre, ein tolles Stück Singletrail. Auch die Abfahrt nach Meierhof verdient über weite Strecken eine Eins mit Stern, wir kommen aus dem Schwärmen nicht mehr raus. Wäre da nicht der Blick auf die Uhr! In 10 Minuten würde die Bahn aufs Jakobshorn fahren, und da ließen sich nochmal einige Punkte sammeln… also treten wir schön durch die Ebene, Strava wird später zur zweitschnellsten Zeit des Tages auf dem Asphalt-Segment „Peter Sagan Fan“ gratulieren. Der Lohn: Um 13:29 gehen wir durch die Schiebetür der Jakobshorn-Bahn, eine Minute später gleiten wir in Richtung Berg. Jetzt reicht die Zeit für den Alps Epic Trail bis Sertig, dann pendeln wir wie am Vortag über Clavadel zurück ins Ziel Davos. Beim Pasta-Plausch gibt’s wieder die volle Sammlung Trail-Geschichten, und auch wir können erneut auf viele coole Erlebnisse zurückblicken.

Bild braucht keine Bildunterschrift
# Bild braucht keine Bildunterschrift - der Alps Epic Trail hinunter nach Sertig überzeugt mit Panorama und Anspruch

Was sagt der Punktestand? Wir reihen uns als 9. solide im vorderen Drittel ein. Ganz großer Respekt geht aber klar an die vorderen Plätze, die mit unglaublichem Speed bergauf und bergab Trail um Trail abgehakt haben – und natürlich auch die Bergbahnen zu timen wussten.

Gelungener Abschluss: Pasta Plausch besteht aus Plausch...
# Gelungener Abschluss: Pasta Plausch besteht aus Plausch...
... und Pasta!
# ... und Pasta!
Abschlussfoto mit allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern 2018
# Abschlussfoto mit allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern 2018 - Foto: Matthias Engesser

Welcher Eindruck bleibt vom Rocky Mountain Trailride Davos?

Bei diesem Event steht das Biken im Mittelpunkt – das gefällt! Natürlich könnte man die gleichen Touren auch ohne Veranstaltung außen herum fahren. Davos bietet diese wirklich schönen Trails und Wanderwege samt Bergbahnen nämlich permanent an. Manchmal braucht es aber einen Wink mit dem Zaunpfahl, welche Trails sich lohnen, und dass man nicht drei Mal den gleichen Trail fahren sollte, wenn man nicht mit Sicherheit sagen kann, dass die anderen nicht mehr zu bieten hätten. Genau diesen Zaunpfahl schwingen die Traildays – danke dafür! Einziger Kritikpunkt an Davos als Bike-Region: Die Velo-Halterung an der Rinerhornbahn gehört modernisiert. Sein Fahrrad gegen das Schaltwerk schlagen zu hören, während die Felge im nackten Metallhaken schwingt, gefällt nämlich keinem Mountainbiker.

Rocky Mountain Trailride Davos – Day 1 bei Strava

Rocky Mountain Trailride Davos – Day 2 bei Strava

Welches Bike für Davos und den Rocky Mountain Trailride einpacken?

Die Trails lassen sich mit einem Trailbike problemlos in Angriff nehmen, ein Enduro darf es aber auch gern sein. Häufig ist ein eher höheres Tretlager hilfreich, denn einige der Wanderwege sind recht tief eingeschnitten. Die Gewinner fuhren übrigens XC-Fullies, was zeigt: Ausreichend Skills sind das beste Gepäck.

Ergebnisse: Rocky Mountain Trailride Davos 2018

Gesamtrangliste Rocky Mountain Trailride Davos 2018
# Gesamtrangliste Rocky Mountain Trailride Davos 2018
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Gibt’s das wieder?

Der Rocky Mountain Trailride findet 2019 wieder statt. Noch 2018 kann man aber beim großen Bruder, dem Grischa Trailride teilnehmen. Das Konzept ist das gleiche, nur um einen Tag und zwei Orte länger.

MTB-News.de wurde zur Veranstaltung eingeladen und hat deshalb keine Startgebühr entrichten müssen. Danke an die Veranstalter und Sponsoren!

Weitere Informationen: www.rockymountaintrailride.ch | Fotos: Tobias Stahl, Matthias Engesser
  1. benutzerbild

    Lenka K.

    dabei seit 09/2004

    renegade24 schrieb:
    selbstverständlich

    Eigentlich schon .... EIGENTLICH! :aufreg:
  2. benutzerbild

    Skoalman

    dabei seit 02/2011

    renegade24 schrieb:
    Ist sowas nicht selbstverständlich?

    In Zeiten von Strava (nutze ich selber auch), YOLO und BRAP leider nicht mehr unbedingt!
    Dazu kommt dann noch die Tatsache, dass es zwischen Wanderern und Bikern grundsätzlich eine andere Wahrnehmung bezüglich Geschwindigkeit und Bremswegen gibt, sprich für den Wanderer wirkt eine Situation meist bedrohlicher und knapper als für den Biker.

    LB Jörg schrieb:
    Ich bin ja auch oft kein Langsamfahrer und laß es laufen. Wanderer seh ich garnicht als Problem bei der Sache, eher der Umgang mit den Wegen. Man hat das in den letzten, sagen wir 15 Jahren, von Gebiet zu Gebiet beobachten können. Die Schweiz war bisher immer etwas verschont, weils da ja angeblich so teuer ist ....und es genügend andere Ziele gab.
    Sieht man in dem Video ja auch schon, ist der Radler zu dumm am Weg zu bleiben, bzw. die Kurve zu schwer, wird in einer möglichst leichten Linie eine Abkürzung gefahren. So beginnts jetzt auch in der Schweiz, das Wanderweg von Wanderweg langsam zu biketauglichen Formen umgefahren werden.
    Mich macht sowas echt traurig

    Das Abkürzen ist das eine, das wird aber auch von anderen Wegbenutzern (Reiter, Wanderer) leider rege betrieben. Das andere ist der "Wegverschleiss", und dort schätze ich eine hohe Frequentierung grundsätzlich schlimmer ein als eine eine leicht(!) zu enthusiastische Einzelnutzung. Natürlich ist massives "Shredden" auf Wanderwegen völlig fehl am Platz, aber ein viel genutzter Weg muss halt logischerweise auch häufiger gepflegt und gehegt werden.
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  4. benutzerbild

    renegade24

    dabei seit 11/2006

    Skoalman schrieb:
    In Zeiten von Strava (nutze ich selber auch), YOLO und BRAP leider nicht mehr unbedingt!
    Dazu kommt dann noch die Tatsache, dass es zwischen Wanderern und Bikern grundsätzlich eine andere Wahrnehmung bezüglich Geschwindigkeit und Bremswegen gibt, sprich für den Wanderer wirkt eine Situation meist bedrohlicher und knapper als für den Biker.


    Das Abkürzen ist das eine, das wird aber auch von anderen Wegbenutzern (Reiter, Wanderer) leider rege betrieben. Das andere ist der "Wegverschleiss", und dort schätze ich eine hohe Frequentierung grundsätzlich schlimmer ein als eine eine leicht(!) zu enthusiastische Einzelnutzung. Natürlich ist massives "Shredden" auf Wanderwegen völlig fehl am Platz, aber ein viel genutzter Weg muss halt logischerweise auch häufiger gepflegt und gehegt werden.


    Habe mir gestern mal ein Fahrt auf You Tube angeschaut, da ist genau das zu sehen. Allerdings muss ich sagen, der Weg wurde bis auf 1-2 x nicht verlassen. Wanderer waren nicht viele unterwegs. Zum Schluss schießt er dann doch bei den Wanderern vorbei, als gäbe es kein morgen mehr. Mit den heutigen Bremsen, kann man doch so brutal verzögern (ohne blockierendes Hinterrad natürlich), dass man langsam mit einem freundlichen Grüezi an den Wanderern vorbei rollt und dann wieder die Bremse löst. So viel Zeit muss sein.
  5. benutzerbild

    Skoalman

    dabei seit 02/2011

    renegade24 schrieb:
    Habe mir gestern mal ein Fahrt auf You Tube angeschaut, da ist genau das zu sehen. Allerdings muss ich sagen, der Weg wurde bis auf 1-2 x nicht verlassen. Wanderer waren nicht viele unterwegs. Zum Schluss schießt er dann doch bei den Wanderern vorbei, als gäbe es kein morgen mehr. Mit den heutigen Bremsen, kann man doch so brutal verzögern (ohne blockierendes Hinterrad natürlich), dass man langsam mit einem freundlichen Grüezi an den Wanderern vorbei rollt und dann wieder die Bremse löst. So viel Zeit muss sein.

    Ich gehe sogar so weit, das ich bei einer unerwarteten Begegnung mit Wanderern grundsätzlich in ausreichender Distanz komplett anhalte. Die Wanderer können sich dann sortieren und mir entweder Platz machen oder an mir vorbei wandern. Der Flow wird für mich sowieso kurz unterbrochen, egal ob ich nur stark abbremse oder komplett anhalte. Dem Wanderer gegenüber bestätige ich aber durch den Stopp sein Vortrittsrecht und beweise ihm zudem dass ich die Situation vollumfänglich im Griff hatte. Das bedingt natürlich, dass man jederzeit auf etwa halbe Sichtweite anhalten kann.
    Auf gut überschaubaren Abschnitten, wo einem die Wanderer frühzeitig erkennen, machen die meisten kurz Platz und ich kann direkt in einem normalen, angemessenen Tempo vorbeifahren.
  6. benutzerbild

    rzOne20

    dabei seit 11/2009

    Skoalman schrieb:
    Ich gehe sogar so weit, das ich bei einer unerwarteten Begegnung mit Wanderern grundsätzlich in ausreichender Distanz komplett anhalte. Die Wanderer können sich dann sortieren und mir entweder Platz machen oder an mir vorbei wandern. Der Flow wird für mich sowieso kurz unterbrochen, egal ob ich nur stark abbremse oder komplett anhalte. Dem Wanderer gegenüber bestätige ich aber durch den Stopp sein Vortrittsrecht und beweise ihm zudem dass ich die Situation vollumfänglich im Griff hatte. Das bedingt natürlich, dass man jederzeit auf etwa halbe Sichtweite anhalten kann.
    Auf gut überschaubaren Abschnitten, wo einem die Wanderer frühzeitig erkennen, machen die meisten kurz Platz und ich kann direkt in einem normalen, angemessenen Tempo vorbeifahren.


    Dann is aber deine Strava Jallajalla Zeit im A :.gif" alt="">:

    Spaß bei Seite, genau so muss das sein und so pflegen wir das auch!

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