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SRAM gewinnt seit Beginn der MTB-News.de User Awards die Wahl zum Antriebshersteller des Jahres, gefolgt von Shimano
SRAM gewinnt seit Beginn der MTB-News.de User Awards die Wahl zum Antriebshersteller des Jahres, gefolgt von Shimano - und auch Pinion und Rohloff sind gesetzt. Rotor und TRP machen als Neueinsteiger Plätze gut, während der erste Hype um Ceramicspeed schnell abflaut
In der Wahl zum Antrieb des Jahres 2021 gewinnt die Shimano XT vor der SRAM XX1 Eagle AXS
In der Wahl zum Antrieb des Jahres 2021 gewinnt die Shimano XT vor der SRAM XX1 Eagle AXS - insgesamt finden sich nur Schaltungen von Shimano und SRAM in den Top 10
TRP zeigt mit der TR12 eine bandbreitenstarke 12-fach Schaltung
TRP zeigt mit der TR12 eine bandbreitenstarke 12-fach Schaltung - Schalthebel und Schaltwerk sollen mit bekannten 12-fach Komponenten anderer Firmen kompatibel und ab August 2020 für 299 € erhältlich sein.
Übersicht über die vier neuen Schaltgruppen der Prime 9 Familie aus dem Hause Box Components
Übersicht über die vier neuen Schaltgruppen der Prime 9 Familie aus dem Hause Box Components
Mit 13 Gängen ist die Rotor 1x13 MTB klarer Exot im Test …
Mit 13 Gängen ist die Rotor 1x13 MTB klarer Exot im Test …
Ingrid kommt aus Italien und fräst so schöne wie seltene und teure Schaltwerke, Kurbeln und Kassetten
Ingrid kommt aus Italien und fräst so schöne wie seltene und teure Schaltwerke, Kurbeln und Kassetten
Sunrace kennen die meisten von Tuning-Kassetten, doch wer will bekommt hier auch komplette Schaltungen
Sunrace kennen die meisten von Tuning-Kassetten, doch wer will bekommt hier auch komplette Schaltungen
Die Microshift Advent Schaltgruppe soll nur 125 $ kosten und dennoch mit guter Funktion und Haltbarkeit überzeugen.
Die Microshift Advent Schaltgruppe soll nur 125 $ kosten und dennoch mit guter Funktion und Haltbarkeit überzeugen.
Teurere Schaltungen sind leichter
Teurere Schaltungen sind leichter - das ist beim Blick auf den Gesamtmarkt korrekt. Eine Shimano Deore bringt über 2.200 g auf die Waage, kostet aber nur knapp über 200 €. Die Rotor 1x13 MTB liegt unter 1.600 g, kostet aber auch gut 1.900 €. Schalten? Tun sie beide, wie wir in Teil 3 unseres Schaltungsspezials sehen werden.
Woher kommt der Gewichtsunterschied der Topgruppen?
Woher kommt der Gewichtsunterschied der Topgruppen? - SRAM's XX1 Eagle AXS punktet gegenüber der Shimano XTR bei Kurbel (-14 %) und Schalthebel (-36 %) - das elektrische Schaltwerk ist dafür 55 % schwerer
Die Shimano Deore markiert den Einstieg in die 12-fach Schaltungen, die Rotor 1x13 MTB ist eines der progressivsten und teuersten Systeme am Markt
Die Shimano Deore markiert den Einstieg in die 12-fach Schaltungen, die Rotor 1x13 MTB ist eines der progressivsten und teuersten Systeme am Markt - bei Preis und Gewicht gibt es teils massive Unterschiede, insbesondere bei Kurbel und Kassette. Das hydraulische Schaltwerk der Rotor ist nicht nur extrem teuer, sondern auch noch schwerer.
Was unterscheidet die Top-Gruppe vom Einsteigermodell?
Was unterscheidet die Top-Gruppe vom Einsteigermodell? - Die Shimano XTR spart gegenüber der Deore einiges an Gewicht (274 g an der Kurbel, 221 g an der Kassette) - der Preis der einzelnen Komponenten ist jedoch in der Regel auch etwa 4x so hoch
Bei den Kurbelarmen (also ohne Innenlager etc.) gibt es erhebliche Unterschiede, sowohl im Preis, als auch bei den Gewichten
Bei den Kurbelarmen (also ohne Innenlager etc.) gibt es erhebliche Unterschiede, sowohl im Preis, als auch bei den Gewichten - unter 450 g schafft es neben den vielen Carbon-Kurbeln nur die Cane Creek eeWings aus Titan - die jedoch auch die teuerste Kurbel am Markt ist
Betrachtet man die komplette Kurbelgarnitur (ohne Innenlager), ergibt sich ein schöner Verlauf auf dem Markt
Betrachtet man die komplette Kurbelgarnitur (ohne Innenlager), ergibt sich ein schöner Verlauf auf dem Markt - die Shimano Deore M6100 ist mit 75 € unschlagbar günstig, kommt jedoch auch fast auf 800g - am anderen Ende liegt die nur etwas unter 1.300 € teure Cannondale Hollowgram SiSL2, die jedoch auch nur knapp über 400 g auf die Waage bringt
Solange ein Schaltwerk mechanisch arbeitet, wird es mit steigendem Preis leichter
Solange ein Schaltwerk mechanisch arbeitet, wird es mit steigendem Preis leichter - das SRAM GX Eagle AXS Schaltwerk ist auch ohne Akku schon mit Abstand das schwerste Schaltwerk auf dem Markt - und teurer als fast alle mechanischen Alternativen. Nur die hydraulische Rotor 1x13 MTB ist noch teurer als die elektrischen Angebote von SRAM und Shimano
Während alle mechanischen Schalthebel quasi gleich schwer sind, macht die elektrische Aktuation der SRAM AXS einen echten Unterschied (ca. -50 g)
Während alle mechanischen Schalthebel quasi gleich schwer sind, macht die elektrische Aktuation der SRAM AXS einen echten Unterschied (ca. -50 g) - klar leichter ist nochmals die Shimano XTR Di2, doch an die hydraulische Rotor 1x13 MTB kommt auch sie nicht heran!
Ab 200 € (!) werden aktuelle Mountainbike-Kassetten fast nicht mehr leichter, aber noch deutlich teurer
Ab 200 € (!) werden aktuelle Mountainbike-Kassetten fast nicht mehr leichter, aber noch deutlich teurer
Bandbreite ist King bei Mountainbike-Kassetten für 1x Antriebe
Bandbreite ist King bei Mountainbike-Kassetten für 1x Antriebe - schön ist, dass es bereits im unteren Preissegment eine gute Auswahl gibt - KCNC und NOW8 bewegen sich in Richtung 600 % Bandbreite!
Rennradfahrer bitte wegschauen
Rennradfahrer bitte wegschauen - um die großen Spreizungen zu ermöglichen, müssen Mountainbiker Gangsprünge zwischen 13 und bis hin zu 24 % hinnehmen. Während SRAM und Shimano auf den ersten acht Gängen identische Zähnezahlen haben, zeigen sich danach zwei Philosophien: Bei Shimano sind die Sprünge zunächst größer und dann abnehmend, bei SRAM ist vor allem der 12. Gang ein echter Rettungsring mit deutlichem Sprung. Rotor zeigt, wie die 13 Gänge dabei helfen, Gangsprünge zu verkleinern. Womit Rennradfahrer arbeiten zeigt die unterste Kurve, die zu einer Shimano Dura Ace mit 11 Gängen gehört.
TEil 3
TEil 3

Welche Mountainbike-Schaltungen gibt es und wie unterscheiden sich diese in der Papierform? Im zweiten Teil unseres Schaltungsspezials, dem Marktüberblick für Mountainbike-Schaltungen, betrachten wir das Angebot für Kettenschaltungen in der Mountainbike-Industrie. Dabei schauen wir uns einerseits natürlich Preise und Gewichte an, berücksichtigen andererseits aber auch die gebotenen Gänge und möglichen Übersetzungen. Neben den Platzhirschen Shimano und SRAM blicken wir auch in die Nische, wo sich häufig übersehene Hersteller wie zum Beispiel TRP, Microshift, Rotor oder Ingrid tummeln.

Schaltungsspezial Teil 2: Marktüberblick

Wenn wir uns den Markt für Kettenschaltungen am Mountainbike anschauen, dann gibt es an zwei Marken kein Vorbeikommen: Shimano und SRAM. Zusammen rüsten die beiden so gut wie jedes Komplettrad aus und haben in den letzten Jahr(zehnt)en kein Grund gegeben, auch nur einen weiteren Spieler zuzulassen. Bei beiden gibt es komplette Antriebe, auch Gruppen genannt, die unter einer Produktmarke (z.B. XTR von Shimano) das volle Paket bestehend aus Kurbel mit Innenlager, Kettenblatt, Kette, Kassette, Schaltwerk und Schalthebel liefern. SRAM (kaufte 1997 Schaltungsspezialisten Sachs auf) gilt seit der Einführung von 1x-Antrieben mit erst elf und dann zwölf Gängen für viele als der Innovationsführer.

Die wesentlichen Bestandteile des Antriebs am Mountainbike, hier am Beispiel einer SRAM XX1 Eagle
# Die wesentlichen Bestandteile des Antriebs am Mountainbike, hier am Beispiel einer SRAM XX1 Eagle - nicht abgebildet sind Pedale, Schaltzug und Außenhülle; außerdem ist der Umwerfer (hier von der Shimano XTR entliehen) kaum noch an einem neuen Mountainbike zu finden.

MTB-News.de User Awards: Antrieb des Jahres

Dieses Bild der beiden Marktführer spiegelt sich deutlich in den MTB-News.de User Awards wider. Fünfmal haben wir diese Awards bereits verliehen und bei den Schaltungen ergibt sich ein eindeutiges Bild. Seit 2017 hat in jedem Jahr SRAM gewonnen, auf Platz zwei lag stets Shimano. Und auch dahinter zeigt sich ein stabiles Bild. Pinion führt auf Platz 3 die Reihen derer an, die für alternative Konzepte stehen. Dahinter folgt das Urgestein Rohloff – ein deutscher Hersteller von genau einem Produkt: einer 14 Gang-Nabenschaltung für den Offroad-Einsatz. Klares Kundenprofil, konstante Bestätigung am Markt.

SRAM gewinnt seit Beginn der MTB-News.de User Awards die Wahl zum Antriebshersteller des Jahres, gefolgt von Shimano
# SRAM gewinnt seit Beginn der MTB-News.de User Awards die Wahl zum Antriebshersteller des Jahres, gefolgt von Shimano - und auch Pinion und Rohloff sind gesetzt. Rotor und TRP machen als Neueinsteiger Plätze gut, während der erste Hype um Ceramicspeed schnell abflaut
Diashow: Schaltungsspezial 2021 – Teil 2: Die Marktanalyse
Ingrid kommt aus Italien und fräst so schöne wie seltene und teure Schaltwerke, Kurbeln und Kassetten
In der Wahl zum Antrieb des Jahres 2021 gewinnt die Shimano XT vor der SRAM XX1 Eagle AXS
Betrachtet man die komplette Kurbelgarnitur (ohne Innenlager), ergibt sich ein schöner Verlauf auf dem Markt
SRAM gewinnt seit Beginn der MTB-News.de User Awards die Wahl zum Antriebshersteller des Jahres, gefolgt von Shimano
Während alle mechanischen Schalthebel quasi gleich schwer sind, macht die elektrische Aktuation der SRAM AXS einen echten Unterschied (ca. -50 g)
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Deutlich spannender wird das Wettrennen ab und um Platz 5. Sowohl in der 2020er als auch der 2021er Ausgabe der Awards wächst die Liste der nominierten Firmen deutlich. Von 2017 bis 2019 konnte Box Components den fünften Platz einfahren und hält sich in 2020 und 2021 immerhin noch auf Platz 6. 2019 betritt mit Effigear ein auf die Abfahrt spezialisierter Wettbewerber von Pinion auf Platz 6 die Bühne, fällt in den Folgejahren jedoch auf Platz 10 zurück. Es fehlt dem jungen Team einfach an Marktdurchdringung und Bekanntheit.

Wie sehr die User Awards aktuelle Geschehnisse widerspiegeln, zeigen die Beispiele von Rotor und Ceramicspeed. Beide haben mit ihren Neuvorstellungen auf der Eurobike viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen können – doch es bleibt zu sehen, wie viel Innovation in den Neuerungen steckt. Rotor hat seine Produkte auf der Straße (im wahrsten Sinne des Wortes, im Gelände kommen sie noch selten vor) und kann sich so von Platz 7 auf Platz 5 schieben. Ceramicspeed hingegen sucht erst nach Investoren und der frühe Trubel (Platz 5 in 2020) flaut schnell ab (Platz 8 in 2021).

In der Wahl zum Antrieb des Jahres 2021 gewinnt die Shimano XT vor der SRAM XX1 Eagle AXS
# In der Wahl zum Antrieb des Jahres 2021 gewinnt die Shimano XT vor der SRAM XX1 Eagle AXS - insgesamt finden sich nur Schaltungen von Shimano und SRAM in den Top 10

Die klare SRAM-Dominanz bei den Herstellern zeigt sich nur bedingt in der Wahl zum Antrieb des Jahres. Hier gewinnt in den Awards für 2021 mit klarem Vorsprung die Shimano XT 12-fach, die mit fairem Preis, akzeptablem Gewicht und toller Leistung schon in unserem Test (Shimano XT M8100 12-fach-Antrieb im Test: Die neue Preis-Leistungs-Referenz?) überzeugen konnte. Ihr auf den Fersen folgen SRAMs XX1 Eagle AXS, die GX Eagle sowie die X01 Eagle AXS. Erst Platz 5 geht dann wieder an die Shimano XTR, wohl nur mehr mit der Hälfte der Stimmen der XT.

Erst auf Platz 12 kommt mit Pinion die erste Alternative – wie schon in der Herstellersicht dicht gefolgt von Rohloff und Rotor. Und immerhin: das Effigear Getriebe schlägt die ebenfalls auf die Abfahrt spezialisierte TRP DH7 Schaltung.

Schaltungshersteller

Wer hätte gedacht, dass man sich einmal aufgrund von mangelhafter Verfügbarkeit nach Alternativen zu Shimano und SRAM umschauen würde? Willkommen in der Bike-Industrie von 2021, in der Rekordabsätze in Folge von Corona zu langen Lieferzeiten und Liquiditätsproblemen führen (Artikel: Ausblick auf die Saison 2021: Mangelware Mountainbike).

Doch nicht nur die Lieferengpässe der Platzhirsche Shimano und SRAM machen bewusst, dass es auch andere Hersteller von Schaltwerken und zugehörigen Schalthebeln gibt. Mit Aaron Gwin als Speerspitze und einem interessanten Antriebsstrang ist TRP im vorigen Jahr durchgestartet – unser erster TRP TR12-Test hat jedoch auch gezeigt, dass das Team noch nicht ganz da ist, wo es hin möchte. Ruhig geworden ist es hingegen um Box Components. Unseren Informationen zur Folge scheint es hier patentrechtliche Probleme zu geben, einige Shops führen die Teile jedoch nach wie vor im Sortiment.

TRP zeigt mit der TR12 eine bandbreitenstarke 12-fach Schaltung
# TRP zeigt mit der TR12 eine bandbreitenstarke 12-fach Schaltung - Schalthebel und Schaltwerk sollen mit bekannten 12-fach Komponenten anderer Firmen kompatibel und ab August 2020 für 299 € erhältlich sein.
Übersicht über die vier neuen Schaltgruppen der Prime 9 Familie aus dem Hause Box Components
# Übersicht über die vier neuen Schaltgruppen der Prime 9 Familie aus dem Hause Box Components

Im Hochpreissegment hat der spanische Hersteller Rotor mit seiner 1×13-Schaltung wie beschrieben auf der Eurobike für viel Aufsehen gesorgt (Eurobike 2018: Rotor 1×13 – Hydraulische Schaltgruppe mit 13 Gängen). Die Stückzahlen der hydraulischen Systeme sind jedoch auch in diesem Jahr noch homöopathisch. Immerhin: da seit dieser Saison Remy Metailler auf den Antrieben unterwegs ist, könnte zumindest die Bekanntheit wachsen. Derlei Schwierigkeiten hat man bei Campagnolo nicht, doch den Italienern fehlt aktuell ein ernsthaftes Mountainbike-Angebot. Ausgenommen exklusiv und ein Fest italienischer Fertigungskunst sind die Antriebe von Ingrid. Sie sind im Rahmen des European Bike Projects zum ersten Mal der breiten Öffentlichkeit gezeigt worden und sollen im Laufe dieses Jahres verfügbar werden.

Mit 13 Gängen ist die Rotor 1x13 MTB klarer Exot im Test …
# Mit 13 Gängen ist die Rotor 1x13 MTB klarer Exot im Test …
Ingrid kommt aus Italien und fräst so schöne wie seltene und teure Schaltwerke, Kurbeln und Kassetten
# Ingrid kommt aus Italien und fräst so schöne wie seltene und teure Schaltwerke, Kurbeln und Kassetten

Doch auch am anderen Ende der Preisskala tut sich etwas. Sowohl Sunrace als auch Microshift haben sich vorgenommen, mit günstigen Schaltgruppen ihren Teil vom Markt zu sichern. Hier werden wir im dritten Teil des Schaltungsspezials sehen, wie gut sich die 10-fach-Schaltung Microshift Advent X auf dem Prüfstand schlagen kann. Ein Testmuster von Sunrace ist in diesem Frühjahr leider nicht verfügbar gewesen – das Thema Verfügbarkeit trifft beileibe nicht nur die Großen.

Sunrace kennen die meisten von Tuning-Kassetten, doch wer will bekommt hier auch komplette Schaltungen
# Sunrace kennen die meisten von Tuning-Kassetten, doch wer will bekommt hier auch komplette Schaltungen

Die Microshift Advent Schaltgruppe soll nur 125 $ kosten und dennoch mit guter Funktion und Haltbarkeit überzeugen.
# Die Microshift Advent Schaltgruppe soll nur 125 $ kosten und dennoch mit guter Funktion und Haltbarkeit überzeugen.

Weit weniger bekannt und vor allem über die Handelsplattform Alibaba vertrieben werden die Produkte der chinesischen Hersteller LTWOO, Sensah und S-Ride. Wie auch ich werden viele von euch von diesen Marken bislang nicht gehört haben und optisch sind die Produkte teils extrem nah an bekannten SRAM Schaltungen angelehnt. Das könnte einen plausiblen Grund haben, wie die auf Schaltwerke spezialisierte Seite DISRAELI-GEARS schreibt. Im Jahr 2013 verlagerte SRAM die langjährige Fabrik von Guangzhou nach Kunshan in der Nähe von Schanghai. Durch die anschließende Schließung der alten Fabrik blieben erfahrene, nun ehemalige, SRAM-Mitarbeiter in Guangzhou zurück, die im Anschluss auf eigene Faust aktiv wurden. Das Ergebnis sind die drei genannten Namen.

Auch wenn viele absoluter Nischenhersteller oder auf dem deutschen Markt nicht aktiver Anbieter von Schaltwerken fehlen sollten, deckt die gegebene Übersicht die wesentlichen Hersteller ab. Bei DISRAELI GEARS finden sich insgesamt 250 heutige und frühere Hersteller. Doch mit der hier von uns getroffenen Auswahl decken wir sehr wahrscheinlich über 98 % der von euch gefahrenen Schaltungen ab – womit wir für den Moment zufrieden sind.

Die Komponenten im Antrieb, für die es noch weitaus mehr Auswahl gibt, sind Kurbeln, Ketten und Kassetten. Da der Markt hier relativ unübersichtlich ist, haben wir intensiv recherchiert und im Folgenden die Übersichten zu den wesentlichen Komponenten von günstig bis teuer und von leicht bis schwer zusammengetragen.

Die wesentlichen Bestandteile des Antriebs am Mountainbike, hier am Beispiel einer SRAM XX1 Eagle
# Die wesentlichen Bestandteile des Antriebs am Mountainbike, hier am Beispiel einer SRAM XX1 Eagle - nicht abgebildet sind Pedale, Schaltzug und Außenhülle; außerdem ist der Umwerfer (hier von der Shimano XTR entliehen) kaum noch an einem neuen Mountainbike zu finden.

Marktanalyse: Mountainbike-Schaltungen

Bei der Recherche für die Marktanalyse sind wir zwei Grundsätzen gefolgt:

  1. Es zählen nur in Deutschland erzielte Marktpreise („Straßenpreise“), keine unverbindlichen Preisempfehlungen.
  2. Es zählen nur verifizierte Gewichte, keine Herstellerangaben.

Die erste Bedingung ist nur logisch: Bei einigen Produkten ist die Differenz zwischen der unverbindlichen Preisempfehlung und dem tatsächlichen Endkundenpreis recht erheblich. Die objektiv vergleichbare Größe ist somit der Marktpreis. Um diesen zu ermitteln, haben wir von Hand die entsprechenden Konfigurationen bei den drei Shops bike-components.de, bike24.de und r2-bike.com herausgesucht und dokumentiert. Nicht jeder der Shops hatte alle Produkte gelistet. Dennoch können wir so einen realistischen Eindruck des realen Preisgefüges liefern. Produkte, die bei keinem der drei Händler verfügbar waren, haben wir aus Gründen der Vergleichbarkeit nicht aufgenommen. Wir freuen uns aber auf eure Ergänzungen und guten Tipps!

Die zweite Bedingung ist ebenfalls aus Kundensicht naheliegend, wenn auch teilweise nicht einfach zu erfüllen. Klar ist, dass aus uns nach wie vor unverständlichen Gründen einige Hersteller einfach keine korrekten Gewichtsangaben machen. Die Denke scheint wohl zu sein, dass das Gewicht vor Kauf nicht ohne Weiteres verifiziert werden kann und nach dem Kauf niemand wegen 5-10 % Mehrgewicht vom Kauf zurücktreten wird. Dieser Denke wollen wir mit der Gewichtsdatenbank entschieden entgegen wirken.

Warum ist dieser Wunsch nach akkuraten Gewichten teilweise schwer zu erfüllen? Der Teufel steckt im Detail. Sind die Kurbelarme 170 oder 175 mm lang? Hat man ein besonders leichtes Testmuster zur Verfügung oder sind alle Teile so leicht? Die Gewichtsdatenbank von MTB-News.de hilft hier weiter. In ihr sind inzwischen über 15.000 Produkte gelistet und über 24.000 Messungen dokumentiert. Das bedeutet, dass für den Großteil der Produkte mindestens zwei Messungen vorliegen – was natürlich der Genauigkeit zuträglich ist.

In den einzelnen Kategorien haben wir versucht die wesentlichen Produkte auf dem Markt abzubilden. Dabei ergibt sich natürlich keine 100 % Sicht in Form einer abschließenden Liste – wir freuen uns daher über spannende Ergänzungen mit weniger bekannten Produkten.

Teurere Schaltungen sind leichter
# Teurere Schaltungen sind leichter - das ist beim Blick auf den Gesamtmarkt korrekt. Eine Shimano Deore bringt über 2.200 g auf die Waage, kostet aber nur knapp über 200 €. Die Rotor 1x13 MTB liegt unter 1.600 g, kostet aber auch gut 1.900 €. Schalten? Tun sie beide, wie wir in Teil 3 unseres Schaltungsspezials sehen werden.

Gruppen

Welche Schaltgruppe ist die leichteste, welche geht am günstigsten über den Ladentresen (oder den digitalen Warenkorb)? Diese Antwort lässt sich auf Basis unserer Recherchen leicht geben. Doch um vergleichbare Ergebnisse liefern zu können, haben wir bei allen mechanischen Gruppen eine 1,5 m lange Schaltzughülle sowie den ungekürzten Schaltzug mit einberechnet. Die elektrischen Schaltungen sind im Gegenzug mit Akkus und allem nötigen Zubehör (z.B. Display und Kabel der Shimano XTR Di2) ausgestattet.

Das Portfolio aller Gruppen zeigt zuallererst, wie eng die Gewichte verteilt sind und wie groß im Gegensatz dazu die Unterschiede beim Preis ausfallen. Die günstigste Schaltung markiert beim Straßenpreis die Shimano Deore M6100. Unsere Recherchen ergeben hier 272 € für die komplette Gruppe (inklusive Tretkurbel) bei einem Gewicht von 2.241 g. Damit ist sie gleichzeitig auch die schwerste Gruppe. Das andere Ende der Fahnenstange markiert die Rotor 1×13. Sie liegt komplett bei 1.885 € und wiegt 1.589 g. Damit ist sie tatsächlich auch die leichteste Gruppe – wenn auch denkbar dicht gefolgt von der ebenfalls teuren SRAM XX1 Eagle AXS (1.627 € / 1.596 g).

Woher kommt der Gewichtsunterschied der Topgruppen?
# Woher kommt der Gewichtsunterschied der Topgruppen? - SRAM's XX1 Eagle AXS punktet gegenüber der Shimano XTR bei Kurbel (-14 %) und Schalthebel (-36 %) - das elektrische Schaltwerk ist dafür 55 % schwerer
Die Shimano Deore markiert den Einstieg in die 12-fach Schaltungen, die Rotor 1x13 MTB ist eines der progressivsten und teuersten Systeme am Markt
# Die Shimano Deore markiert den Einstieg in die 12-fach Schaltungen, die Rotor 1x13 MTB ist eines der progressivsten und teuersten Systeme am Markt - bei Preis und Gewicht gibt es teils massive Unterschiede, insbesondere bei Kurbel und Kassette. Das hydraulische Schaltwerk der Rotor ist nicht nur extrem teuer, sondern auch noch schwerer.
Was unterscheidet die Top-Gruppe vom Einsteigermodell?
# Was unterscheidet die Top-Gruppe vom Einsteigermodell? - Die Shimano XTR spart gegenüber der Deore einiges an Gewicht (274 g an der Kurbel, 221 g an der Kassette) - der Preis der einzelnen Komponenten ist jedoch in der Regel auch etwa 4x so hoch

Doch auch abgesehen von den Extrempositionen liefert das Portfolio spannende Einblicke. Die Microshift Advent X, SRAM NX Eagle und Shimano SLX M7100 kosten alle ca. 315 €. Beim Gewicht schlägt Shimano die Herausforderer jedoch deutlich und liegt mit 1.982 g deutlich vor der NX Eagle (2.162 g) sowie der Advent X (2.215 g).

Eine Nummer teurer positioniert sich die Shimano XT M8100. Sie liegt knapp unter 500 € und spart mit 1.879 g immerhin über 100 g gegenüber der günstigeren SLX. Klar über 500 € liegt die SRAM GX Eagle (526 €, 1.858 g; mit Aluminium-Kurbel), ist dabei aber auch 21 g leichter als die Konkurrenz von Shimano. An dieser Stelle ist für die meisten Biker*innen mit Sicherheit der richtige Punkt aus Preis und Leistung getroffen. Und im Portfolio klafft eine klare Lücke: zwischen 526 € und 1.032 € gibt es kein Angebot.

Das hat seinen Grund: Seit Kurzem gibt es die SRAM GX Eagle auch elektrisch – als SRAM GX Eagle AXS. Sie kostet aktuell knapp das Doppelte von der mechanischen Version und wiegt mehr, bei Verwendung einer Carbon-Kurbel wohlgemerkt (1.032 €, 1.892 g, mit Carbon-Kurbel). Welche passende mechanische Referenz gibt zu dieser schweren, aber teuren Gruppe? Die kommt aus Japan und heißt Shimano XTR M9100. Sie ist mit 1.054 € nur wenige Euro teurer, bringt mit 1.643 g aber auch gut 250 g weniger auf die Waage. Das ist spürbar. Zur Ehrenrettung der GX Eagle AXS sei gesagt, dass ihr Straßenpreis wohl noch etwas fallen wird. Im Gegensatz zu den meisten anderen SRAM-Produkten wird sie derzeit noch praktisch zur UVP verkauft.

Die Shimano XTR markiert damit, so seltsam es klingt, die günstigste Option, eine wirklich leichte Schaltung zu fahren. Eine TRP TR12 ist in Kombination mit einer RaceFace Next R Kurbel zwar ebenfalls ähnlich leicht, kostet aber klar mehr (1.161 €, 1.656 g). Auch an dieser Stelle klafft wieder eine echte Lücke am Markt. Am Ende dieser Lücke warten vorwiegend elektrische und eben hydraulische Schaltungen – aber mit der Rotor und der XX1 Eagle AXS auch die leichtesten Vertreter.

Ob SRAM X01 Eagle AXS (1.492 € / 1.670 g) oder Shimano XTR M9050 Di2 (1.707 €, 1.719 g) – sie sind teurer und schwerer als die mechanische XTR. Ganz unauffällig zwischen all den Größen versteckt sich hier auch noch die konventionell mechanische Ingrid MTB Schaltung (1.465 €, 1.737 g). Sie ist noch seltener als die in Spanien hergestellte Rotor und auch wenn technisch so direkt nichts für sie spricht, sind die Exklusivität und der Fertigungsstandort in Italien für echte Fans wohl doch ein klares Argument.

Bei den Kurbelarmen (also ohne Innenlager etc.) gibt es erhebliche Unterschiede, sowohl im Preis, als auch bei den Gewichten
# Bei den Kurbelarmen (also ohne Innenlager etc.) gibt es erhebliche Unterschiede, sowohl im Preis, als auch bei den Gewichten - unter 450 g schafft es neben den vielen Carbon-Kurbeln nur die Cane Creek eeWings aus Titan - die jedoch auch die teuerste Kurbel am Markt ist

Kurbeln (mit Kettenblättern)

Bei kaum einer Komponente ist es so schwer Vergleichbarkeit herzustellen wie bei den Tretkurbeln. Unterschiedliche Wellen- und Armlängen, verschiedene Kettenblattkonfigurationen: Es gibt genug Gründe für feine Abweichungen. Für unseren Vergleich haben wir auf die Standardmaße 68/73 mm Gehäusebreite und 175 mm-Kurbelarm vereinheitlicht. Das Innenlager haben wir nicht berücksichtigt, ebenso wenig die Kettenblätter.

Das Ergebnis: Wenige günstige Alternativen grob um 100 €, angeführt von der Shimano SLX M7100 (81,25 € / 523 g) und der Shimano XT M8100 (116,26 € / 516 g). Ein breites Mittelfeld angeführt von der Shimano XTR M9100 (294,75 € / 466 g) und der SRAM XX1 Eagle (287,99 € / 378 g), jeweils unter 300 €. In diesem Mittelfeld finden sich auch die leichtesten Kurbeln in diesem Preisbereich. Vor der SRAM XX1 Eagle liegen noch die RaceFace Next SL Cinch (427,16 € / 377 g) sowie die Rotor KAPIC Carbon (353,36 € / 356 g) und die e*thirteen XCX Race Carbon (353,25 € / 346 g).

Wer richtig investieren will, wird ebenfalls fündig – und kann im Einzelfall sogar nochmals Gewicht sparen. Die Namen klingen vertraut: THM Clavicula M3 MTB (840 € / 336 g) und Cane Creek eeWings Titan (992,16 € / 399 g). Oder auch die nicht mehr verfügbare, gestickte Tune Black Foot Carbon (820 € / 372 g).

Betrachtet man die komplette Kurbelgarnitur (ohne Innenlager), ergibt sich ein schöner Verlauf auf dem Markt
# Betrachtet man die komplette Kurbelgarnitur (ohne Innenlager), ergibt sich ein schöner Verlauf auf dem Markt - die Shimano Deore M6100 ist mit 75 € unschlagbar günstig, kommt jedoch auch fast auf 800g - am anderen Ende liegt die nur etwas unter 1.300 € teure Cannondale Hollowgram SiSL2, die jedoch auch nur knapp über 400 g auf die Waage bringt

Wenn man die Kettenblätter (jeweils 32 Zähne) mit in die Rechnung einbezieht, verfestigt sich das gezeigte Bild – doch die Spreizung erhöht sich noch weiter. Günstigste, aber auch schwerste Kurbel im Vergleich ist die Shimano Deore M6100 (75,49 € / 785 g). Das übliche Spitzenfeld liegt eng beisammen (Shimano XTR M9100; 390,99 € / 511 g; RaceFace Next R; 393,16 € / 490 g; SRAM X01 Eagle; 402,16 € / 495 g) und SRAM XX1 Eagle (417,50 € / 442 g) oder Rotor KAPIC Carbon (437,70 € / 449 g) markieren das Ende des normal Leistbaren. Wer erneut richtig in die Tasche greifen will, wird an der Cannondale Hollowgram SiSL2 kaum vorbeikommen. Für 1275,5 € liefert sie schlanke 410 g Gesamtgewicht – der Bestwert in diesem Feld.

Solange ein Schaltwerk mechanisch arbeitet, wird es mit steigendem Preis leichter
# Solange ein Schaltwerk mechanisch arbeitet, wird es mit steigendem Preis leichter - das SRAM GX Eagle AXS Schaltwerk ist auch ohne Akku schon mit Abstand das schwerste Schaltwerk auf dem Markt - und teurer als fast alle mechanischen Alternativen. Nur die hydraulische Rotor 1x13 MTB ist noch teurer als die elektrischen Angebote von SRAM und Shimano

Schaltwerke

Das Schaltwerk ist der wohl augenfälligste Teil des Antriebs – und die Unterschiede bei Preisen und Gewichten sind enorm. Das Interessante: Je teurer ein Schaltwerk, desto schwerer wird es. Zumindest, wenn in der Regression mechanische, elektrische und hydraulische Systeme gemischt werden. Fakt ist: Alle Schaltwerke, die nicht rein mechanisch sind, sind teurer und auch schwerer. Zur Sicherstellung der Vergleichbarkeit haben wir alle elektrischen Schaltwerke ohne Akku angegeben. Im Falle eines SRAM AXS Akkus liegt dieser bei etwa 25 g.

Die leichtesten Schaltwerke kommen aktuell von Shimano. Sowohl das XTR M9000 (11-fach; 170,75 € / 228 g), als auch das XTR M9100 (12-fach; 197,50 € / 242 g) sind jeweils führend – und das bei sehr wettbewerbsfähigen Preisen. Doch es geht jeweils auch billiger. Das günstigste Schaltwerk in unserer Marktübersicht ist das Shimano Deore M6100 (50,75 € / 318 g), fast zum identischen Preis gibt es das Shimano SLX M7100 (56,49 € / 316 g) und auch das MicroSHIFT Advent X (54,99 € / 326 g). Letzteres ist jedoch nur mit zehn Gängen kompatibel und nicht mit zwölf. Die Einsteigergruppe SRAM NX Eagle (78,99 € / 345 g) fällt beim Gewicht zurück und kostet mehr – hier ist die teurere SRAM GX Eagle (107,50 € / 300 g) die bessere Wahl. Ihr direkter Konkurrent Shimano XT M8100 (90,49 € / 281 g) ist jedoch günstiger und leichter.

Und die elektrischen Schaltwerke? Ein echter Brocken ist das neu erschienene SRAM GX Eagle AXS-Modell. Zum Preis von 384,75 € bringt es 439 g auf die Waage. Ohne Akku wohlgemerkt. Deutlich leichter, aber immer noch schwerer als alle rein mechanischen Schaltwerke sind die SRAM X01 Eagle AXS (509,99 € / 362 g) sowie die SRAM XX1 Eagle AXS (602,99 € / 350 g).

Etwas allein auf weiter Flur gibt es dann noch das Rotor 1×13 MTB. Das hydraulische Schaltwerk liegt mit 842,95 € bei 391 g. Beide Punkte lassen sich erklären. Einerseits ist die Stückzahl sehr gering und die Fertigung passiert in Spanien. Andererseits findet sich die Indexierung im Schaltwerk und nicht im Schalthebel. So darf man sich nicht täuschen lassen: in der Gruppensicht liegt die Rotor ganz vorne. Übrigens: das einzige andere Schaltwerk europäischer Fertigung kommt von Ingrid aus Italien (MTB: 549 € / 270 g).

Während alle mechanischen Schalthebel quasi gleich schwer sind, macht die elektrische Aktuation der SRAM AXS einen echten Unterschied (ca. -50 g)
# Während alle mechanischen Schalthebel quasi gleich schwer sind, macht die elektrische Aktuation der SRAM AXS einen echten Unterschied (ca. -50 g) - klar leichter ist nochmals die Shimano XTR Di2, doch an die hydraulische Rotor 1x13 MTB kommt auch sie nicht heran!

Schalthebel

Am Beispiel des Rotor-Schaltwerks haben wir schon eine Besonderheit gesehen. Der Standard auf dem Markt sieht so aus, dass die Indexierung – also die Positionen der einzelnen Gänge – am Schalthebel eingestellt wird. Das Schaltwerk wird durch den Schaltzug dann jeweils lediglich in die passende Position gezogen. Hinfällig sind derlei Überlegungen natürlich am elektrischen Schaltwerk. Hier gibt der Schalthebel lediglich ein Funksignal ab, alles Weitere passiert am Schaltwerk selbst.

Das Portfolio über Preis und Gewicht zeigt auch hier wieder drei Gruppen. Die günstigen mechanischen Schalthebel, die teuren mechanischen und die elektrischen oder hydraulischen. Wichtig: Zur Sicherstellung der Vergleichbarkeit sind alle mechanischen Schalthebel mit ungekürztem Schaltzug angegeben. Dieser wiegt unabhängig vom Hersteller jeweils etwa 17 g. Alle elektrischen Schalter sind inklusive Batterie angegeben. In der Regel findet hier eine Knopfzelle Verwendung.

Alle mechanischen Hebel liegen irgendwo zwischen 117 g (Shimano SLX M7100) und 139 g (TRP TR12). Höhere Preise bedeuten hier eher mehr Schaltmöglichkeiten (z.B. mehrere Gänge auf einmal) oder bessere ergonomische Anpassbarkeit.

Durch die fehlende Mechanik sind die elektrischen Schalthebel durch die Bank leichter, wobei die Shimano XTR M9050 Di2 (168,25 € / 64 g) sich gegenüber den Konkurrenten von SRAM (z.B. XX1 Eagle AXS 161 € / 82 g) durchsetzen kann. Der leichteste Schalter kommt jedoch von Rotor (1×13 MTB; 175,41 € / 56 g). Minimalistisch und hydraulisch zeigt er, was derzeit möglich ist. Er ist jedoch auch ausschließlich mit dem hauseigenen Schaltwerk kompatibel, was, wie gerade gesehen, etwas schwerer ausfällt.

Ab 200 € (!) werden aktuelle Mountainbike-Kassetten fast nicht mehr leichter, aber noch deutlich teurer
# Ab 200 € (!) werden aktuelle Mountainbike-Kassetten fast nicht mehr leichter, aber noch deutlich teurer

Kassetten

Den Abschluss der Marktübersicht machen die Mountainbike-Kassetten. Sie sind in gewisser Hinsicht das technisch komplizierteste Segment, da sie sowohl über Gewicht als auch Spreizung und Gangsprünge den direktesten Einfluss auf die Fahreigenschaften haben.

Wenn wir Gewicht und Preis anschauen, zeigt sich relativ schnell, dass die Gewichte ab gut 250 € nicht mehr wirklich sinken (325 bis 380 g). In diesem Bereich liegen sowohl die Kassetten von GARBARUK, KCNC, e*thirteen oder auch Leonardi Racing. Shimanos XTR M9100 oder auch die SRAM XX1 Eagle sind im Vergleich nicht einmal leichter, sondern einfach nur teurer. Rotor ist auch in diesem Feld wieder führend mit der leichtesten 12x Kassette (315 € / 314 g) und auch Ingrid aus Italien ist bei den Kassetten nicht mehr nur eine der teuersten Lösungen, sondern auch eine der leichtesten (349 € / 323 g).

Am anderen Ende der Fahnenstange sind die Gewichtssprünge deutlicher als die Preissprünge. Die schwerste Kassette im Portfolio ist die MicroSHIFT Advent X. Sie hat zwar lediglich zehn Gänge, bringt aber trotzdem 660 g auf die Waage. Immerhin bei konkurrenzlos günstigen 49,99 €. Eine Stufe teurer fällt die Shimano Deore M6100 aus, die erneut die SRAM NX Eagle bei Gewicht, Preis (und auch Spreizung) schlägt. Deutlich attraktiver als die Deore zeigen sich jedoch die Shimano SLX M7100 und die SunRace CSMZ90. Ab diesen beiden flacht das Portfolio ab, was bedeutet, dass die Preissteigerungen zunehmend größer werden und die Gewichtseinsparungen kleiner.

Bei den Kassetten haben uns jedoch nicht nur Preis und Gewicht, sondern auch die angebotene Bandbreite und die Gangsprünge interessiert. Da wir ausschließlich 1x-Antriebe betrachten, entscheidet allein die Kassette über die Entfaltung der möglichen Übersetzungen.

Bandbreite ist King bei Mountainbike-Kassetten für 1x Antriebe
# Bandbreite ist King bei Mountainbike-Kassetten für 1x Antriebe - schön ist, dass es bereits im unteren Preissegment eine gute Auswahl gibt - KCNC und NOW8 bewegen sich in Richtung 600 % Bandbreite!

Hier zeigt sich, dass die Spreizung keinen Zusammenhang mit dem Preis aufweist. Während mit zunehmendem Preis das Gewicht fast immer sinkt, bieten bereits die günstigsten Kassetten große Bandbreiten. Nur eine 11-Gang-Kassette kommt über 500 % Spreizung – ein Wert, der bei den 12-fach-Antrieben zum Standard gehört. Die Bandbreitenweltmeister kommen aktuell von KCNC und NOW8. Mit 9 bis 52 Zähnen liefern sie bei zwölf Gängen satte 578 % Spreizung zwischen dem kleinsten und dem größten Gang.

Rotor hingegen nutzt den zusätzlichen Gang nicht für mehr Bandbreite, sondern für kleinere Sprünge zwischen den Gängen. Dieser Wert ist entscheidend dafür, wie harmonisch sich die Trittfrequenz beim Schalten ändert. Ist der Gangsprung zu groß, sinkt oder steigt die bei gleicher Geschwindigkeit erforderliche Trittfrequenz stark ab oder an. Im Ergebnis muss man aus dem Sattel, fährt mit zu hohem Moment bei zu niedriger Trittfrequenz und verliert in jedem Fall an Effizienz.

Rennradfahrer bitte wegschauen
# Rennradfahrer bitte wegschauen - um die großen Spreizungen zu ermöglichen, müssen Mountainbiker Gangsprünge zwischen 13 und bis hin zu 24 % hinnehmen. Während SRAM und Shimano auf den ersten acht Gängen identische Zähnezahlen haben, zeigen sich danach zwei Philosophien: Bei Shimano sind die Sprünge zunächst größer und dann abnehmend, bei SRAM ist vor allem der 12. Gang ein echter Rettungsring mit deutlichem Sprung. Rotor zeigt, wie die 13 Gänge dabei helfen, Gangsprünge zu verkleinern. Womit Rennradfahrer arbeiten zeigt die unterste Kurve, die zu einer Shimano Dura Ace mit 11 Gängen gehört.

Aus diesem Grund haben wir in dieser Analyse noch einige Rennrad- und Gravel-Kassetten mit aufgenommen. Eine Shimano Dura Ace Kassette mit elf Gängen und 11 bis 25 Zähnen weist lediglich zwei Gangsprünge über 10 % auf. Die enge Stufung macht sich positiv bemerkbar. Ähnlich zeigt sich die Rotor 1×13-Kassette mit 10 bis 36 Zähnen. Und auch die Version mit 10 bis 52 Zähnen für das Mountainbike liegt in jedem Gang unter den Referenzen von Shimano und SRAM.

Die beiden Platzhirsche zeigen auf den ersten acht Gängen identische Sprünge von maximal 20 %. Erst in den kleinen Gängen zeigen sich Unterschiede. Shimano setzt auf konstant ansteigende Zähnezahlen, was zu einem Abfallen der Sprünge führt. Bei SRAM passiert der große Sprung erst im letzten Gang – von 42 auf 52 Zähne, weshalb der Gangsprung hier auf fast 25 % nach oben schießt. Größere Sprünge im letzten Gang hat keine andere Kassette auf dem Markt – nicht einmal die KCNC, die vor allem in den großen Gängen teils erhebliche Sprünge macht.

Diese Analysen zeigen deutlich, welchen Vorteil mehr Gänge bei gleicher Abstufung haben. Rein rechnerisch könnte man mit 15 Gängen die Charakteristik einer eng gestuften Rennradkassette mit über 500 % Bandbreite darstellen. Die Implikationen für Kassetten- und Kettenbreite wären jedoch ebenfalls deutlich.

Was wir in unserer Analyse nicht berücksichtigt haben, sind die aktuellen Lieferzeiten. In 2021 sind sowohl SRAM als auch vor allem Shimano, ebenso wie viele weitere Hersteller, von schweren Lieferengpässen betroffen. Es kann also leider gut sein, dass ein gewünschtes Produkt nicht oder nur sehr begrenzt verfügbar ist. Das gilt in einigen Fällen auch für Kleinteile wie Ketten oder Kassetten. Eine Übersicht dazu, was von den angesprochenen Produkten auch tatsächlich verfügbar ist, wäre spannend und hilfreich. Diese Information ist jedoch kaum manuell zu recherchieren und schon gar nicht aktuell zu halten. So platt es klingt: Der Bikemarkt und Google helfen hier im Zweifelsfall besser weiter.

TEil 3
# TEil 3

Ausblick Schaltungsspezial Teil 3: Prüfstandstest

Soweit mit diesem Beitrag. Im nächsten Artikel unseres Schaltungsspezials wird es ernst – die Kandidaten müssen auf den Prüfstand. Aufgrund von Verfügbarkeiten und Kapazitäten ist das Testfeld etwas kleiner als zuerst gedacht. Dennoch treten am Prüfstand für den großen Schaltungstest die folgenden Kandidaten an:

Wer in der Zwischenzeit auf den Geschmack gekommen ist, der findet hier alle unsere Artikel zu Mountainbike-Schaltungen. Insbesondere die verschiedenen Schaltungstests, die wir im Laufe der Zeit durchgeführt haben. Von der SRAM X01 Eagle AXS über die aktuellen 12-Fach-Schaltungen Shimano XTR M9100 oder XT M8100 bis hin zum neuen Herausforderer im höherpreisigen Segment, der TRP TR12.

Übersicht MTB-Schaltungen Test auf MTB-News.de


Alle Artikel des großen MTB-News.de Schaltungsspezials und Schaltungsvergleichstest 2021 findet ihr hier:

  1. benutzerbild

    Schumo

    dabei seit 10/2020

    Klasse Artikel, gefällt mir 😬

    Nur die Diagramme in den Novemberfarben (diverse Grau(-blau)-Töne) find ich nicht ganz so gut zu lesen. smilie
  2. benutzerbild

    specialized99

    dabei seit 01/2013

    Wurden die Ketten vergessen ?
    Meine Favoriten sind SLX und XT , reicht völlig, mehr Performance brauch ich nicht.
    Wobei ich zur Zeit auch an einem Rad eine GX habe, war eben dran, schaltet etwas knackiger sonst aber eher nicht so überzeugend. Kette war nach ca 500km bei meist schönem Wetter fällig.
    Die Ingrid ist wirklich schön smilie aber 1700 € smilie, wenn der Gang erstmal drin ist tritt sich das auch nicht anders.
    Bin da bei Fahrrädern insgesamt eher pragmatisch , wie in dem Artikel ja auch gezeigt, geht die Schere zwischen besser und teuer immer weiter auf. Ich möchte keine Gruppe fahren bei der schon Verschleissteile mehrere hundert € kosten.
    Aber schön , dass es auch für die Nerds was gibt.
  3. benutzerbild

    JensDey

    dabei seit 01/2016

    , wenn der Gang erstmal drin ist tritt sich das auch nicht anders.
    Deswegen habe ich bei meinem HT Projekt am Ende auf ein Upgrade von GX auf X01 bei Schaltung Trigger verzichtet, während alles andere eins nach oben gehoben wurde.
    Schaltperformance finde ich nicht wirklich relevant solange ich den Gang irgendwann dauerhaft! drin habe.
  4. benutzerbild

    2nd_astronaut

    dabei seit 06/2007

    Klasse Artikel, gefällt mir 😬

    Nur die Diagramme in den Novemberfarben (diverse Grau(-blau)-Töne) find ich nicht ganz so gut zu lesen. smilie
    Genau hier wollte ich grad eine Verbesserung anregen. Vielleicht bin nur ich irgendwie farbenblind, aber die interessante Gangsprunggrafik kann ich so nicht lesen -- ist irgendwie schade um die Arbeit dahinter.
  5. benutzerbild

    NukaKimi

    dabei seit 12/2015

    Super informativer Beitrag, Danke dafür !
    Fahre trotzdem mit meiner zuverlässigen 3-Gang Torpedo weiter 8-)

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