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Das Scott Gambler 920 ist mit einem Preis von 4.399 € das zweitgünstigste Downhill-Bike der Schweizer, könnte jedoch das schickste sein.
Das Scott Gambler 920 ist mit einem Preis von 4.399 € das zweitgünstigste Downhill-Bike der Schweizer, könnte jedoch das schickste sein. - Es setzt auf einen sehr anpassbaren Aluminium-Rahmen, 29"-Laufräder und eine sehr ausgewogene Ausstattung. Unser Testbike wurde von uns für einen weiteren Test leicht modifiziert und rollt auf anderen Laufrädern und Reifen.
Der Flip Chip im unteren Dämpferauge ermöglicht so einiges
Der Flip Chip im unteren Dämpferauge ermöglicht so einiges - je nachdem, welche Bohrung man nimmt, wird der Hinterbau progressiver oder linearer. Durch Drehen des Chips kann man die Tretlagerhöhe bestimmen.
Vorne werkelt die günstige Fox 40 Performance Elite-Federgabel mit 200 mm Federweg
Vorne werkelt die günstige Fox 40 Performance Elite-Federgabel mit 200 mm Federweg - die Einstellmöglichkeiten der verbauten Grip-Dämpfung beschränken sich auf Compression und Rebound.
Am Heck findet sich der einfache Fox Van RC-Stahlfeder-Dämpfer …
Am Heck findet sich der einfache Fox Van RC-Stahlfeder-Dämpfer …
… neben der Federhärte gibt es hier auch nur Compression und Rebound zu justieren.
… neben der Federhärte gibt es hier auch nur Compression und Rebound zu justieren.
Am Gambler 920 sind einfache Truvativ Descendant-Kurbeln aus Aluminium verbaut
Am Gambler 920 sind einfache Truvativ Descendant-Kurbeln aus Aluminium verbaut - außerdem benötigt man mangels ISCG-Tabs eine Scott-eigene Kettenführung.
Geschaltet wird mit dem äußerst zuverlässigen SRAM GX DH-Schaltwerk mit 7 Gängen.
Geschaltet wird mit dem äußerst zuverlässigen SRAM GX DH-Schaltwerk mit 7 Gängen.
Da wir das Scott Gambler 920 auch für unseren Mullet vs. 29er-Test genutzt haben, wurden einige Teile getauscht
Da wir das Scott Gambler 920 auch für unseren Mullet vs. 29er-Test genutzt haben, wurden einige Teile getauscht - so kamen DT Swiss FR1950-Laufräder statt der eigentlichen Syncros-Modelle ins Rad.
Und Schwalbe Magic Mary-Reifen in Ultra Soft ersetzten die originalen Maxxis Assegai.
Und Schwalbe Magic Mary-Reifen in Ultra Soft ersetzten die originalen Maxxis Assegai.
Die Änderungen waren nötig, um beurteilen zu können, wie sich das Rad mit unterschiedlich großen Hinterrädern fährt.
Die Änderungen waren nötig, um beurteilen zu können, wie sich das Rad mit unterschiedlich großen Hinterrädern fährt.
Das schlichte aber funktionale Cockpit besteht aus hauseigenen Syncros-Komponenten.
Das schlichte aber funktionale Cockpit besteht aus hauseigenen Syncros-Komponenten.
Etwas gespart wurde bei dem über 4.000 € teuren Bike an den Bremsen
Etwas gespart wurde bei dem über 4.000 € teuren Bike an den Bremsen - Shimanos günstige BL-MT500/BR-MT520-Stopper mit 4-Kolben-Sättel sollen einen auf der rasanten Fahrt nach unten zum Stehen bringen.
Auch Sattel und Sattelstütze kommen aus dem Hause Syncros und machen einen schlichten aber wertigen Eindruck.
Auch Sattel und Sattelstütze kommen aus dem Hause Syncros und machen einen schlichten aber wertigen Eindruck.
Die sehr fließende Rahmenform und der Raw-Look des Alu-Rahmens ergeben das vermutlich schönste Gambler, das uns je untergekommen ist.
Die sehr fließende Rahmenform und der Raw-Look des Alu-Rahmens ergeben das vermutlich schönste Gambler, das uns je untergekommen ist.
Beim Hinterbau handelt es sich um einen normalen Viergelenker mit Horst-Link in der Kettenstrebe und senkrecht im Rahmen platziertem Dämpfer.
Beim Hinterbau handelt es sich um einen normalen Viergelenker mit Horst-Link in der Kettenstrebe und senkrecht im Rahmen platziertem Dämpfer.
Neben dem Raw-Finish gefallen uns auch die schraffierten Decals extrem gut.
Neben dem Raw-Finish gefallen uns auch die schraffierten Decals extrem gut.
Auf dem Steuerrohr prangt gut sichtbar das Scott-Logo.
Auf dem Steuerrohr prangt gut sichtbar das Scott-Logo.
Scott-Gambler-920-3303
Scott-Gambler-920-3303
Der Tretlagerbereich mit dem Flip Chip ist etwas unaufgeräumter als beim Carbon-Modell
Der Tretlagerbereich mit dem Flip Chip ist etwas unaufgeräumter als beim Carbon-Modell - die Kabelführung ist aber auch am Alu-Bike sehr gelungen.
Über zwei verschiedenen Bohrungen und einen verschiebbaren Bremsadapter kann man die Kettenstrebenlänge variieren.
Über zwei verschiedenen Bohrungen und einen verschiebbaren Bremsadapter kann man die Kettenstrebenlänge variieren.
Das Raw-Finish …
Das Raw-Finish …
… kann man sich durchaus länger angucken!
… kann man sich durchaus länger angucken!
Brems- und Schaltleitung treten am integrierten Gabelanschlag in den Rahmen ein …
Brems- und Schaltleitung treten am integrierten Gabelanschlag in den Rahmen ein …
… und verlassen diesen optisch sehr sauber und klapperfrei kurz vorm Dämpfer.
… und verlassen diesen optisch sehr sauber und klapperfrei kurz vorm Dämpfer.
Die Kettenstrebe ist mit einem dicken und gut dämpfenden Schoner bedeckt.
Die Kettenstrebe ist mit einem dicken und gut dämpfenden Schoner bedeckt.
Auch am Unterrohr ist ein großzügiger Schutz vorgesehen
Auch am Unterrohr ist ein großzügiger Schutz vorgesehen - nur die Kanten sind leider unbedeckt.
Die Lager sind alle ausreichend groß dimensioniert und werden über Torx-Schlüssel angezogen.
Die Lager sind alle ausreichend groß dimensioniert und werden über Torx-Schlüssel angezogen.
Äußerst praktisch fanden wir das große, an der Fox-Federgabel festgeschraubte Syncros-Schutzblech.
Äußerst praktisch fanden wir das große, an der Fox-Federgabel festgeschraubte Syncros-Schutzblech.
Selten sind wir auf ein Downhill-Bike gestiegen und haben uns sofort derartig wohl gefühlt
Selten sind wir auf ein Downhill-Bike gestiegen und haben uns sofort derartig wohl gefühlt - das Scott Gambler 920 braucht kaum Eingewöhnung und lädt sofort zu Spielereien ein.
Unser Testgelände waren vor allem winterliche DH-Strecken im deutschen Mittelgebirge
Unser Testgelände waren vor allem winterliche DH-Strecken im deutschen Mittelgebirge - das lange und laufruhige 29er musste sich also auch in flachen oder engen Kurven beweisen.
In ruppigem Gelände reicht der Hinterbau durchaus Schläge an  den Fahrer weiter
In ruppigem Gelände reicht der Hinterbau durchaus Schläge an den Fahrer weiter - große Hits werden jedoch gekonnt geschluckt. Das fühlt sich nicht extrem komfortabel an, vermittelt aber viel Sicherheit.
Das Gambler lässt sich sehr aktiv fahren und leicht über Hindernisse hinwegdrücken
Das Gambler lässt sich sehr aktiv fahren und leicht über Hindernisse hinwegdrücken - gleichzeitig ist es dank großer Laufräder und langem Radstand vergleichsweise laufruhig.
Wie bei allen 29"-DH-Boliden benötigen Anlieger und Kurven etwas mehr Input
Wie bei allen 29"-DH-Boliden benötigen Anlieger und Kurven etwas mehr Input - verglichen mit anderen Rädern dieser Klasse geht das Gambler vor allem im kurzen Setting recht zahm und leicht ums Eck.
Während wir bei niedrigen Temperaturen vorne auf eine RockShox Boxxer Ultimate gewechselt sind, um möglichst viele Armpump-freie Fahrten machen zu können …
Während wir bei niedrigen Temperaturen vorne auf eine RockShox Boxxer Ultimate gewechselt sind, um möglichst viele Armpump-freie Fahrten machen zu können …
… hat uns der Fox Van RC-Dämpfer sehr positiv überrascht. Er spricht nicht extrem leicht an, schluckt große Schläge jedoch ohne Mucken und bietet einiges an Endprogression.
… hat uns der Fox Van RC-Dämpfer sehr positiv überrascht. Er spricht nicht extrem leicht an, schluckt große Schläge jedoch ohne Mucken und bietet einiges an Endprogression.
Das extrem edle Scott Gambler Tuned konnte uns im ersten Test im Sommer 2019 ziemlich überzeugen
Das extrem edle Scott Gambler Tuned konnte uns im ersten Test im Sommer 2019 ziemlich überzeugen - es ist mit Stahlfeder-Dämpfer unglaubliche 15 kg leicht. Lässt man ein paar Schwächen bei der Ausstattung außer Acht, dann schlägt sich das 1,7 kg schwerere Gambler 920 allerdings nicht wirklich schlechter.
Ebenfalls schick und edel ist das Intense M29 FRO
Ebenfalls schick und edel ist das Intense M29 FRO - das Carbon-Bike ist kürzer, erfordert eine sehr aufrechte Haltung und schluckt kleine Vibrationen extrem sensibel weg. Dafür nutzt es deutlich mehr Federweg und reicht große Schläge durch die hohe Progression stärker an den Fahrer weiter.
Leider mussten wir beide Sättel der Shimano-Bremsen tauschen, da sie Öl verloren haben
Leider mussten wir beide Sättel der Shimano-Bremsen tauschen, da sie Öl verloren haben - auch die Bremspower war für ein Vollgas-DH-Bike etwas mager. Hier hat Scott etwas zu sehr gespart.
Das Gambler ist nicht nur sehr anpassbar, das Ganze geht auch noch super einfach und quasi neben dem Trail
Das Gambler ist nicht nur sehr anpassbar, das Ganze geht auch noch super einfach und quasi neben dem Trail - während unseres Mullet-Tests mussten wir sehr oft das Setting wechseln und hatten damit keine Probleme.
Selten haben wir uns so schnell so wohl auf einem DH-Bike gefühlt
Selten haben wir uns so schnell so wohl auf einem DH-Bike gefühlt - auch wenn wir das geringe Gewicht des Tuned-Modells fantastisch finden, könnte unser Traum-Gambler ein Mix aus dem Alu-Rahmen und etwas hochwertigeren Parts sein.

Scott Gambler 920 im Test: Dass Scott mit einem neuen Gambler auf den Markt kommt, war wohl eine der aufregendsten News der vergangenen Downhill-Saison. Die sündhaft leichte und edle Tuned-Variante aus Carbon zog dabei so viel Aufmerksamkeit auf sich, dass die Vorstellung der neuen Alu-Modelle fast schon etwas unterging. Dabei steht das Scott Gambler 920 seinem Carbon-Bruder im guten Aussehen in nichts nach und verfügt über dieselben Features wie beispielsweise die Anpassungen der Geometrie und Progression sowie die Möglichkeit, 27,5″, 29″ oder gemischte Laufradgrößen zu fahren. Wir haben das schicke Downhill-Bike in Raw-Optik getestet!

Steckbrief: Scott Gambler 920

EinsatzbereichDownhill
Federweg200 mm/200 mm
Laufradgröße27.5ʺ, 29ʺ
RahmenmaterialAluminium
Gewicht (o. Pedale)16,7 kg
RahmengrößenS, M, L, XL
Websitewww.scott-sports.com
Preis: 4.399 €

Nachdem Scott mit dem Gambler lange Jahre sehr eigene Wege beschritten hat, wurde das neue Modell nun optisch an die bekannte Mountainbike-Palette angeglichen. Geblieben ist hingegen die große Anpassbarkeit des Gamblers: Kettenstrebenlänge, Hinterbauprogression, Tretlagerhöhe und Lenkwinkel können alle einzeln den jeweiligen Vorlieben angepasst werden. Dadurch ist es möglich, das Rad nicht nur mit den im Auslieferungszustand verbauten 29″-Laufrädern zu fahren, sondern auch mit 27,5″-Rädern oder als Mullet-Bike mit gemischter Laufradgröße. Aus diesem Grund war das getestete Scott Gambler 920 auch die Basis für unseren 29er vs. Mullet-Bike-Vergleichstest. Auch wenn es sich beim Scott Gambler 920 um das zweitgünstigste Modell handelt, ist es in unseren Augen ohne Frage das schickste. Was man bei Scott für 4.399 € neben dem guten Aussehen noch so bekommt, haben wir für euch getestet!

Das Scott Gambler 920 ist mit einem Preis von 4.399 € das zweitgünstigste Downhill-Bike der Schweizer, könnte jedoch das schickste sein.
# Das Scott Gambler 920 ist mit einem Preis von 4.399 € das zweitgünstigste Downhill-Bike der Schweizer, könnte jedoch das schickste sein. - Es setzt auf einen sehr anpassbaren Aluminium-Rahmen, 29"-Laufräder und eine sehr ausgewogene Ausstattung. Unser Testbike wurde von uns für einen weiteren Test leicht modifiziert und rollt auf anderen Laufrädern und Reifen.
Diashow: Scott Gambler 920 im Test: Silberpfeil
Wie bei allen 29"-DH-Boliden benötigen Anlieger und Kurven etwas mehr Input
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Der Flip Chip im unteren Dämpferauge ermöglicht so einiges
… und verlassen diesen optisch sehr sauber und klapperfrei kurz vorm Dämpfer.
Das extrem edle Scott Gambler Tuned konnte uns im ersten Test im Sommer 2019 ziemlich überzeugen
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Geometrie

Das wohl spannendste Feature des Scott Gambler 920 ist die extrem anpassbare Geometrie. Wie bereits beim Vorgänger-Modell mit abgestütztem Eingelenker-Hinterbau lässt sich die Kettenstrebenlänge über zwei verschiedene Bohrungen zwischen 435 mm und 450 mm verändern. Praktischerweise kann man den Bremsadapter dabei ebenfalls einfach ein Stück versetzen, sodass man keine Ersatzteile oder Adapter mit sich führen muss. Ein Flip Chip im unteren Dämpferauge erlaubt es, die Progression (indem man die vordere oder hintere Bohrung wählt) oder die Tretlagerhöhe (indem man den Chip dreht) zu verstellen. Dadurch lässt sich das Rad ohne große Geometrie-Änderungen mit 29″, 27,5″ oder gemischter Laufradgröße fahren. Im Lieferumfang sind zudem verschiedene Steuersatzschalen enthalten, die den 62,9° flachen Lenkwinkel um ±1° justieren.

Das Scott Gambler ist in vier Größen von S bis XL erhältlich und deckt dabei einen großen Bereich ab. Insgesamt ist die Geometrie recht ausgewogen und modern. Die Reach-Werte wandern von 400 bis 490 mm, der Stack liegt immer bei zirka 636 mm. Unser Testbike kam in Größe L mit 460,4 mm Reach, 29″-Laufrädern und tiefem Tretlager.

RahmengrößeS / 29"S / 27,5"M / 29" M / 27,5" L / 29"L / 27,5" XL / 29"XL / 27,5"
Low BB SettingHigh BB SettingLow BB SettingHigh BB SettingLow BB SettingHigh BB SettingLow BB SettingHigh BB Setting
Lenkwinkel62,9 ° 63,2° 62,9 ° 63,2° 62,9 ° 63,2° 62,9 ° 63,2°
Steuerrohr110,0 mm 110,0 mm 110,0 mm 110,0 mm 110,0 mm 110,0 mm 110,0 mm 110,0 mm
Oberrohr (horizontal)537,4 mm 535,7 mm 567,5 mm 565,7 mm 621,0 mm 618,9 mm 651,1 mm 648,9 mm
Überstandshöhe719,3 mm 712,3 mm 711,6 mm 705,0 mm 712,1 mm 705,8 mm 709,6 mm 703,6 mm
Tretlagerabsenkung-24,2 mm -8,5 mm -24,2 mm -8,5 mm -24,2 mm -8,5 mm -24,2 mm -8,5 mm
Tretlagerhöhe346,4 mm 342,6 mm 346,0 mm 342,6 mm 345,4 mm 342,6 mm 346,2 mm 342,6 mm
Radstand1.207,6 mm 1.212,8 mm 1.237,6 mm 1.242,8 mm 1.270,0 mm1.272,8 mm1.297,6 mm 1.302,8 mm
Sitzrohr405,0 mm 405,0 mm 405,0 mm 405,0 mm 405,0 mm 405,0 mm 405,0 mm 405,0 mm
Sitzwinkel66,8°67,2° 66,8°67,2° 63,8° 64,2° 63,8° 64,2°
Kettenstrebe438,7 mm 435,0 mm 438,7 mm 435,0 mm 438,7 mm 435,0 mm 438,7 mm 435,0 mm
Reach400,2 mm 405,0 mm 430,3 mm 435,0 mm 460,4 mm 465,0 mm 490,5 mm 495,0 mm
Stack636,2 mm 631,3 mm 636,2 mm 631,3 mm 633,5 mm 631,3 mm 636,2 mm 631,3 mm
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Der Flip Chip im unteren Dämpferauge ermöglicht so einiges
# Der Flip Chip im unteren Dämpferauge ermöglicht so einiges - je nachdem, welche Bohrung man nimmt, wird der Hinterbau progressiver oder linearer. Durch Drehen des Chips kann man die Tretlagerhöhe bestimmen.

Ausstattung

2020 bietet Scott das Gambler in insgesamt vier verschiedenen Varianten an. Während die beiden günstigeren Modelle auf einen Aluminium-Rahmen setzen, kommt das Gambler 910 mit Carbon-Hauptrahmen und das extrem leichte Tuned-Modell für 8.000 € mit Carbon-Rahmen und -Hinterbau. Für unseren Test hat uns Scott das teurere der beiden Aluminium-Modelle zur Verfügung gestellt, welches für knapp 4.400 € den Besitzer wechselt und damit im mittleren Preissegment liegt.

An der Front werkelt bei unserem Gambler 920 die günstige Fox 40 Performance Elite-Federgabel mit einfacher Grip-Dämpfung, die am Heck von einem passenden und ähnlich simplen Fox Van RC-Dämpfer ergänzt wird. Ein funktionaler SRAM GX DH 7-fach-Antrieb erledigt die Gangwechsel, gestoppt wird wiederum mit den sehr einfach Shimano BL-MT520 Vierkolben-Bremsen. Cockpit, Sattel und Sattelstütze stammen ebenso wie die Felgen von der Scott-Hausmarke Syncros. Die Verbindung zum Untergrund stellt das Gambler 920 über Maxxis Assegai-Reifen her. Da wir das Scott Gambler 920 primär als Testmule für unseren Mullet-Bike-Test genutzt haben, wurden von uns einige Komponenten wie Laufräder, Reifen und später auch die Federgabel getauscht, was jedoch keinen größeren Einfluss auf die Testeindrücke hat.

  • Federgabel Fox 40 Performance Elite
  • Dämpfer Fox Van RC (200 mm)
  • Antrieb SRAM GX DH
  • Bremsen Shimano BL-MT520
  • Laufräder Syncros MD30 / Formula
  • Reifen Maxxis Assegai
  • Cockpit Syncros Hixon 1.5 DH (800 mm) / Syncros DH 1.5 (50 mm)
Komplette Ausstattung zum Ausklappen

 Gambler 930Gambler 920Gambler 910Gambler 900 Tuned
RahmenGambler Alu-Rahmen / VLK Virtual 4 Link / 12 x 157 mm AusfallendenGambler Alu-Rahmen / VLK Virtual 4 Link / 12 x 157 mm AusfallendenGambler Carbon-Hauptrahmen / Alu-Hinterbau / VLK Virtual 4 Link / 12 x 157 mm AusfallendenGambler Carbon-Rahmen / VLK Virtual 4 Link / 12 x 157 mm Ausfallenden
FedergabelRockshox Boxxer Select, LSC, ReboundFox 40 Performance Elite / 203 mm, LSC, ReboundFox 40 Performance Elite / 203 mm, LSC, ReboundFox 40 Factory, 203 mm travel / Kashima / Air / GRIP2 / Hi-Lo Comp / Rebound, 20 mm Boost thru axle
DämpferX-Fusion Vector R Coil /
Rebound / Custom tuned / 225 x 75 mm, Spring rates: S – 400 / M – 450 / L&XL – 500
Fox Van RC, 225 x 75 mm, Spring rates: S – 400 / M – 450 / L&XL – 500Fox DHX2 Performance, LSC, Rebound, custom tuned, 225 x 75 mm, Spring rates: S – 400 / M – 450 / L&XL – 500Fox DHX2 Factory, HSC, LSC, HSR, LSR, custom tuned, 225 x 75 mm, Spring rates: S – 400 / M – 450 / L&XL – 500
SteuersatzSyncros DH adjustable, Semi integrated / adj ±1° with cup, ID 49,6 mm / OD 56 mmSyncros DH adjustable, Semi integrated / adj ±1° with cup, ID 49,6 mm / OD 56 mmSyncros DH adjustable, Semi integrated / adj ±1° with cup, ID 49,6 mm / OD 56 mmSyncros DH adjustable, Semi integrated / adj ±1° with cup, ID 49,6 mm / OD 56 mm
SchaltwerkSRAM X5, Medium Cage, 8-fachSRAM GX DH, Short Cage, 7-fachSRAM GX DH, Short Cage, 7-fachSRAM X01 DH, Short Cage, 7-fach
SchalthebelSRAM X4SRAM GX DHSRAM GX DHSRAM X01 DH
BremsenShimano BL-MT500/BR-MT520
4-Kolben / 203 mm
Shimano BR-MT520
4-Kolben / 203 mm
SRAM Code R, 200 mmSRAM Code RSC, 200 mm
KurbelnRace Face Chester / 34 T / 165 mmSRAM Descendant DUB, 34 T, 165 mmSRAM Descendant DUB, 34 T, 165 mmSRAM X01 DH DUB Carbon, 34 T, 165 mm
KettenführungScott DH CustomScott DH CustomScott DH CustomScott DH Custom
TretlagerRace Face BB107
Shell 107 x 41 mm
SRAM DUB PF MTB107, Shell 107 x 41 mmSRAM DUB PF MTB107, Shell 107 x 41 mmSRAM DUB PF MTB107, Shell 107 x 41 mm
LenkerSyncros Hixon 1.5 DH / 31,8 mm / 15 mm Rise/ 8° / 800 mmSyncros Hixon 1.5 DH / 31,8 mm / 15 mm Rise/ 8° / 800 mmSyncros Hixon 1.5 DH
31,8 mm / 15 mm Rise/ 8° / 800 mm
Syncros Hixon iC DH Carbon, 15 mm Rise / 8° / 800 mm, Syncros Pro DH dual lock-on grips
VorbauSyncros DH1.5 / 31,8 mm / Direct Mount 50 mmSyncros DH1.5 / 31,8 mm / Direct Mount 50 mmSyncros DH1.5 / 31,8 mm / Direct Mount 50 mm
SattelstützeSyncros DH2.0 / 31,6 mm / Alloy6061Syncros DH1.5 / 31,6 mm / Alloy6061Syncros DH2.0 / 31,6 mm / Alloy6061Syncros DH1.5 / 31,6 mm / Alloy7050
SattelSyncros Comox 2.0
CrMo Rails
Syncros Comox 2.0
CrMo Rails
Syncros Comox 1.5, Titanium RailsSyncros Comox 1.5, Titanium Rails
KetteKMC Z-7KMC X11-1KMC X11-1KMC X11-1
KassetteSRAM PG-830 / 11-28SRAM CS PG-720 DH 11–25SRAM CS PG-720 DH 11–25SRAM CS PG-720 DH, 11–25 T
ReifenMaxxis Assegai 29 x 2,5" / 2 x 60 TPI Kevlar Bead / DH / TR / 3C Maxx GripMaxxis Assegai 29 x 2,5" / 2 x 60 TPI Kevlar Bead / DH / TR / 3C Maxx GripMaxxis Assegai 29 x 2,5" / 2 x 60 TPI Kevlar Bead / DH / TR / 3C Maxx GripMaxxis Assegai 29 x 2,5" / 2 x 60 TPI Kevlar Bead / DH / TR / 3C Maxx Grip
LaufräderSyncros MD30 Disc, 29", 32 H, Tubeless Ready / Formula-NabenSyncros MD30 Disc, 29", 32 H, Tubeless Ready / Formula-NabenSyncros MD30 Disc, 29", 32 H, Tubeless Ready / Formula-NabenSyncros Revelsoke DH 1.5 / 110 x 20 mm Boost front / 157 x 12 mm rear / 29" / 32 H / Tubeless Ready Rims
ExtrasSyncros DH FenderSyncros DH FenderSyncros DH Fender
Gewicht16,9 kg (Herstellerangabe)16,7 kg (gewogen)16,7 kg (Herstellerangabe15,0 kg (gewogen)
Preis3.699 €4.399 €5.999 €7.999 €

Vorne werkelt die günstige Fox 40 Performance Elite-Federgabel mit 200 mm Federweg
# Vorne werkelt die günstige Fox 40 Performance Elite-Federgabel mit 200 mm Federweg - die Einstellmöglichkeiten der verbauten Grip-Dämpfung beschränken sich auf Compression und Rebound.
Am Heck findet sich der einfache Fox Van RC-Stahlfeder-Dämpfer …
# Am Heck findet sich der einfache Fox Van RC-Stahlfeder-Dämpfer …
… neben der Federhärte gibt es hier auch nur Compression und Rebound zu justieren.
# … neben der Federhärte gibt es hier auch nur Compression und Rebound zu justieren.
Am Gambler 920 sind einfache Truvativ Descendant-Kurbeln aus Aluminium verbaut
# Am Gambler 920 sind einfache Truvativ Descendant-Kurbeln aus Aluminium verbaut - außerdem benötigt man mangels ISCG-Tabs eine Scott-eigene Kettenführung.
Geschaltet wird mit dem äußerst zuverlässigen SRAM GX DH-Schaltwerk mit 7 Gängen.
# Geschaltet wird mit dem äußerst zuverlässigen SRAM GX DH-Schaltwerk mit 7 Gängen.
Da wir das Scott Gambler 920 auch für unseren Mullet vs. 29er-Test genutzt haben, wurden einige Teile getauscht
# Da wir das Scott Gambler 920 auch für unseren Mullet vs. 29er-Test genutzt haben, wurden einige Teile getauscht - so kamen DT Swiss FR1950-Laufräder statt der eigentlichen Syncros-Modelle ins Rad.
Und Schwalbe Magic Mary-Reifen in Ultra Soft ersetzten die originalen Maxxis Assegai.
# Und Schwalbe Magic Mary-Reifen in Ultra Soft ersetzten die originalen Maxxis Assegai.
Die Änderungen waren nötig, um beurteilen zu können, wie sich das Rad mit unterschiedlich großen Hinterrädern fährt.
# Die Änderungen waren nötig, um beurteilen zu können, wie sich das Rad mit unterschiedlich großen Hinterrädern fährt.
Das schlichte aber funktionale Cockpit besteht aus hauseigenen Syncros-Komponenten.
# Das schlichte aber funktionale Cockpit besteht aus hauseigenen Syncros-Komponenten.
Etwas gespart wurde bei dem über 4.000 € teuren Bike an den Bremsen
# Etwas gespart wurde bei dem über 4.000 € teuren Bike an den Bremsen - Shimanos günstige BL-MT500/BR-MT520-Stopper mit 4-Kolben-Sättel sollen einen auf der rasanten Fahrt nach unten zum Stehen bringen.
Auch Sattel und Sattelstütze kommen aus dem Hause Syncros und machen einen schlichten aber wertigen Eindruck.
# Auch Sattel und Sattelstütze kommen aus dem Hause Syncros und machen einen schlichten aber wertigen Eindruck.

Im Detail

Beim ersten Betrachten des Scott Gambler 920 fällt vor allem eins auf: Es ist verdammt schick! Der gebürstete Aluminium-Rahmen bringt die fließenden Formen perfekt zur Geltung und lässt das Rad bereits im Stand schnell aussehen. Das Unterrohr geht perfekt in die wuchtige Kettenstrebe über und auch die Dimensionen vom schlanken Oberrohr und der Druckstrebe passen ideal zusammen. Im Gegensatz zum Vorgänger mit seinem wild verschachtelten Eingelenker-System setzt Scott beim neuen Gambler auf einen regulären Viergelenker-Hinterbau mit senkrecht im Rahmen stehendem Dämpfer, wie er auch in der restlichen Produktpalette zu finden ist.

Die sehr fließende Rahmenform und der Raw-Look des Alu-Rahmens ergeben das vermutlich schönste Gambler, das uns je untergekommen ist.
# Die sehr fließende Rahmenform und der Raw-Look des Alu-Rahmens ergeben das vermutlich schönste Gambler, das uns je untergekommen ist.
Beim Hinterbau handelt es sich um einen normalen Viergelenker mit Horst-Link in der Kettenstrebe und senkrecht im Rahmen platziertem Dämpfer.
# Beim Hinterbau handelt es sich um einen normalen Viergelenker mit Horst-Link in der Kettenstrebe und senkrecht im Rahmen platziertem Dämpfer.
Neben dem Raw-Finish gefallen uns auch die schraffierten Decals extrem gut.
# Neben dem Raw-Finish gefallen uns auch die schraffierten Decals extrem gut.
Auf dem Steuerrohr prangt gut sichtbar das Scott-Logo.
# Auf dem Steuerrohr prangt gut sichtbar das Scott-Logo.
Scott-Gambler-920-3303
# Scott-Gambler-920-3303

Im Vergleich: Das alte Scott Gambler 27,5 und das neue Scott Gambler 29:

Scott-Gambler-Vergleich-27 Scott-Gambler-Vergleich-29

Der bereits erwähnte Flip Chip ist im unteren Dämpferauge zu finden. Eine Aufschrift verrät, in welchem Geometrie-Setting man sich befindet – im Gegensatz zum Carbon-Modell haben wir jedoch einen Hinweis vermisst, ob man die progressive oder lineare Bohrung nutzt. Zur Info: Die vordere Bohrung sorgt für einen etwas lineareren Hinterbau (30 %), die hintere für mehr Progression (35 %). Die Kettenstrebenverstellung wird sehr simpel über zwei Bohrungen realisiert und bedarf keiner Zusatz-Parts. Außerdem liefert Scott zwar verschiedene Lagerschalen zur Anpassung des Lenkwinkels mit – deren Einbau ist jedoch etwas aufwendig und nichts für Werkstatt-Novizen. Eine weitere Eigenheit des Gambler ist die hauseigene Kettenführung. Diese ist nötig, da die laut Scott auf Steifigkeit und Gewicht optimierte Kettenstrebe keinen Platz für ISCG-Tabs lässt. Ersatzteile sollen sich jedoch vergleichsweise kostengünstig über jeden Scott-Händler beziehen lassen.

Der Tretlagerbereich mit dem Flip Chip ist etwas unaufgeräumter als beim Carbon-Modell
# Der Tretlagerbereich mit dem Flip Chip ist etwas unaufgeräumter als beim Carbon-Modell - die Kabelführung ist aber auch am Alu-Bike sehr gelungen.
Über zwei verschiedenen Bohrungen und einen verschiebbaren Bremsadapter kann man die Kettenstrebenlänge variieren.
# Über zwei verschiedenen Bohrungen und einen verschiebbaren Bremsadapter kann man die Kettenstrebenlänge variieren.

Alle Lager- und Dämpfer-Schrauben verfügen über Torx-Köpfe. Gambler-Fahrer sollten sich also ein entsprechendes Schlüsselset zulegen. Zudem wirken Lager und Hinterbau recht wuchtig dimensioniert – dennoch wiegt das Alu-Gambler trotz mittelmäßiger Ausstattung nur 16,7 kg. Die Schalt- und Bremsleitung laufen sehr sauber beide am linken integrierten Gabelanschlag in den Rahmen und treten kurz vor dem Dämpfer auf der Oberseite des Unterrohrs hervor. Von dort geht es wieder intern in den Kettenstreben bis zum Bestimmungsort. Natürlich sind Kettenstrebe und Unterrohr von großzügig dimensionierten Gummi-Schonern bedeckt – hier gibt es nichts zu meckern!

Brems- und Schaltleitung treten am integrierten Gabelanschlag in den Rahmen ein …
# Brems- und Schaltleitung treten am integrierten Gabelanschlag in den Rahmen ein …
… und verlassen diesen optisch sehr sauber und klapperfrei kurz vorm Dämpfer.
# … und verlassen diesen optisch sehr sauber und klapperfrei kurz vorm Dämpfer.
Die Kettenstrebe ist mit einem dicken und gut dämpfenden Schoner bedeckt.
# Die Kettenstrebe ist mit einem dicken und gut dämpfenden Schoner bedeckt.
Auch am Unterrohr ist ein großzügiger Schutz vorgesehen
# Auch am Unterrohr ist ein großzügiger Schutz vorgesehen - nur die Kanten sind leider unbedeckt.
Die Lager sind alle ausreichend groß dimensioniert und werden über Torx-Schlüssel angezogen.
# Die Lager sind alle ausreichend groß dimensioniert und werden über Torx-Schlüssel angezogen.
Äußerst praktisch fanden wir das große, an der Fox-Federgabel festgeschraubte Syncros-Schutzblech.
# Äußerst praktisch fanden wir das große, an der Fox-Federgabel festgeschraubte Syncros-Schutzblech.

Auf dem Trail

Da wir bereits im Sommer 2019 das High-End Gambler Tuned-Modell testen konnte, hatten wir recht genaue Vorstellungen davon, was uns beim Silberpfeil von Scott erwartet – schließlich sind Geometrie und Kinematik der beiden Bikes identisch. Das Setup ging dank eher simplem Fahrwerk recht leicht vonstatten. Wir stockten die Tokens in der Fox 40-Gabel auf 5 auf und wechselten bei 76 kg Gewicht auf eine etwas weichere 450 lbs-Feder am Heck – die Druckstufe wurde jeweils eher offen gewählt, der Rebound nach Gefühl und schon konnte es losgehen!

Selten sind wir auf ein Downhill-Bike gestiegen und haben uns sofort derartig wohl gefühlt
# Selten sind wir auf ein Downhill-Bike gestiegen und haben uns sofort derartig wohl gefühlt - das Scott Gambler 920 braucht kaum Eingewöhnung und lädt sofort zu Spielereien ein.
Unser Testgelände waren vor allem winterliche DH-Strecken im deutschen Mittelgebirge
# Unser Testgelände waren vor allem winterliche DH-Strecken im deutschen Mittelgebirge - das lange und laufruhige 29er musste sich also auch in flachen oder engen Kurven beweisen.

Das Scott Gambler 920 ist ein extrem leicht zu fahrendes Downhill-Bike, an das man sich erstaunlich schnell gewöhnen kann. Bereits beim Tuned-Modell waren wir überrascht, wie schnell wir uns wohl gefühlt haben – beim Aluminium-Rad fällt dies sogar noch stärker auf. Man steht sehr zentral im Rad und Front sowie Heck fühlen sich ohne große Anpassungen direkt ausgewogen an. Lediglich das Cockpit hätte für unseren Geschmack noch etwas höher liegen können. Das ist mit ein paar Spacern unter dem Direct Mount-Vorbau oder einem Lenker mit mehr Rise jedoch schnell behoben.

Das Heck reicht mit dem Fox Van-Dämpfer durchaus etwas Feedback an die Füße weiter, schluckt große Schläge jedoch zuverlässig und stellt auch bei den teils niedrigen Temperaturen unseres Winter-Tests ausreichend Traktion bereit. Vor allem versackt das Gambler 920 nicht im Federweg, sondern lässt sich sehr aktiv fahren und über Hindernisse pumpen und heben. Nur die Fox 40 Performance Elite-Federgabel verhielt sich bei sinkendem Thermometer teils etwas harsch – da wir das Gambler 920 auch für unseren Mullet-Test benötigt haben, haben wir sie für die Action-Fotos gegen die wesentlich teurere, aber sensiblere RockShox Boxxer Ultimate getauscht.

In ruppigem Gelände reicht der Hinterbau durchaus Schläge an  den Fahrer weiter
# In ruppigem Gelände reicht der Hinterbau durchaus Schläge an den Fahrer weiter - große Hits werden jedoch gekonnt geschluckt. Das fühlt sich nicht extrem komfortabel an, vermittelt aber viel Sicherheit.
Das Gambler lässt sich sehr aktiv fahren und leicht über Hindernisse hinwegdrücken
# Das Gambler lässt sich sehr aktiv fahren und leicht über Hindernisse hinwegdrücken - gleichzeitig ist es dank großer Laufräder und langem Radstand vergleichsweise laufruhig.

Im Zusammenspiel mit den großen, traktionsstarken und gut rollenden 29″-Laufrädern macht dies das Scott Gambler zu einem echten Schweizer Taschenmesser mit einem breiten Einsatzbereich. Es lässt sich leicht in die Luft bewegen und quer stellen, schnippt dank des für ein modernes Downhill-Bike eher kurzen Hinterbaus erstaunlich leichtfüßig um die Kurve und fühlt sich so auch auf stark ausgebauten Strecken wohl. Andererseits weist es ausreichend Laufruhe auf, um auch in ruppigen Passagen die Linie zu halten, und verhält sich vorhersehbar, da es auch in steilen Sektionen oder beim harten Anbremsen nicht zu stark vorne abtaucht und die Geometrie weitestgehend behält. Bei heftigen Einschlägen oder großen Kompressionen waren wir angenehm vom Fox Van-Dämpfer überrascht, der hier auch im linearen Setting einiges an Gegenhalt bietet und Durchschläge meist verhindert.

Wie bei allen 29"-DH-Boliden benötigen Anlieger und Kurven etwas mehr Input
# Wie bei allen 29"-DH-Boliden benötigen Anlieger und Kurven etwas mehr Input - verglichen mit anderen Rädern dieser Klasse geht das Gambler vor allem im kurzen Setting recht zahm und leicht ums Eck.
Während wir bei niedrigen Temperaturen vorne auf eine RockShox Boxxer Ultimate gewechselt sind, um möglichst viele Armpump-freie Fahrten machen zu können …
# Während wir bei niedrigen Temperaturen vorne auf eine RockShox Boxxer Ultimate gewechselt sind, um möglichst viele Armpump-freie Fahrten machen zu können …
… hat uns der Fox Van RC-Dämpfer sehr positiv überrascht. Er spricht nicht extrem leicht an, schluckt große Schläge jedoch ohne Mucken und bietet einiges an Endprogression.
# … hat uns der Fox Van RC-Dämpfer sehr positiv überrascht. Er spricht nicht extrem leicht an, schluckt große Schläge jedoch ohne Mucken und bietet einiges an Endprogression.

Im Vergleich

Wie schlägt sich das günstige Aluminium-Gambler denn gegen die hauseigene High-End-Carbon-Konkurrenz, das Scott Gambler Tuned? Erstaunlich gut! Ganz ehrlich: mit dem Gambler 920 hat Scott dem eigenen Vorzeige-Modell etwas das Wasser abgegraben. Abgesehen von leichten Schwächen bei der Ausstattung wie den sehr günstigen und schwachen Shimano-Bremsen steht das Gambler 920 dem Tuned-Modell um fast nichts nach – und ist im Raw-Look unserer Meinung nach sogar noch schicker! Vor allem fällt der Aluminium-Rahmen etwas nachgiebiger aus und macht das Gambler auf ruppigen Trails eine Ecke spurtreuer und weniger anstrengend. Dafür ist das Scott Gambler 920 ganze 1,7 kg schwerer als das sensationell leichte Gambler Tuned … wirklich negativ ist uns das nicht aufgefallen, allerdings lagen auch einige Monate zwischen den Tests. Würde man sich für das Gambler 920 entscheiden und die gesparten 3.600 € beispielsweise investieren, um einige essentielle Parts auszutauschen, käme dabei vermutlich ein ziemliches Traumbike heraus. Oder man fährt das Rad so wie es ist (nämlich sehr gut) und kauft sich davon für die nächsten 13 Jahre Saisonkarten in Schladming und von dem Wechselgeld … ziemlich viele Kugeln Eis!

Preislich in einer ganz anderen Liga als das Scott Gambler 920 spielt das Intense M29 FRO. Mit seinem etwas kürzeren Reach, sehr hohen Stack und extrem tief abgesenkten Tretlager steht man im Intense sehr viel aufrechter. Außerdem nutzt es seinen Federweg am Heck deutlich großzügiger, was dazu führt, dass man recht regelmäßig mit dem Tretlager aufsetzt – ein Problem, das wir mit dem Scott selten hatten. Dafür stellt das sehr sensible M29 unglaublich viel Grip zur Verfügung und in Kurven das eigentlich auch recht wendige Scott Gambler in den Schatten. Insgesamt ist das Gambler jedoch der bessere Allrounder und erfordert wesentlich weniger Eingewöhnungszeit als das Intense.

Das extrem edle Scott Gambler Tuned konnte uns im ersten Test im Sommer 2019 ziemlich überzeugen
# Das extrem edle Scott Gambler Tuned konnte uns im ersten Test im Sommer 2019 ziemlich überzeugen - es ist mit Stahlfeder-Dämpfer unglaubliche 15 kg leicht. Lässt man ein paar Schwächen bei der Ausstattung außer Acht, dann schlägt sich das 1,7 kg schwerere Gambler 920 allerdings nicht wirklich schlechter.
Ebenfalls schick und edel ist das Intense M29 FRO
# Ebenfalls schick und edel ist das Intense M29 FRO - das Carbon-Bike ist kürzer, erfordert eine sehr aufrechte Haltung und schluckt kleine Vibrationen extrem sensibel weg. Dafür nutzt es deutlich mehr Federweg und reicht große Schläge durch die hohe Progression stärker an den Fahrer weiter.

Das ist uns aufgefallen

  • Anpassbarkeit Wer gerne herumexperimentiert, wird es lieben – das Scott Gambler ist wirklich extrem anpassbar. Abgesehen vom Steuersatz benötigt es dafür auch keine proprietären Parts und ist ziemlich schnell erledigt. So kann man verschiedene Geometrie und Kinematik-Settings durchprobieren oder sogar mal die Laufradgröße ändern. Mit den normalen 29″-Laufrädern haben wir das tiefe Tretlager und den kurzen Hinterbau bevorzugt. Zudem war uns das lineare Setting meist progressiv genug.
  • Steifigkeit Das Scott Gambler fällt in der Alu-Version und ohne die futuristische Syncros Hixon-Lenker-Vorbau-Kombination eine ganze Ecke verzeihender aus. Das Rad fühlt sich keineswegs weich an, sondern sehr ausbalanciert – uns hats gefallen!
  • Haltbarkeit Während des Tests hatten wir keine nennenswerten Probleme. Ein Teil der Kettenführung hat sich gelockert und ein Steinschlag resultierte in einer leichten Delle direkt neben den Schoner im Unterrohr – das ist für ein DH-Bike aber alles andere als ungewöhnlich.
  • Shimano-Bremsen Leider erlitten wir früh im Test einen Defekt der Shimano BR-MT520-Bremsen. Beide Bremszangen verloren leicht Öl am Kolben, das dann von hinten durch die Beläge bis auf die Scheibe kroch. Der Wechsel der Bremssättel ging jedoch extrem leicht vonstatten – danach trat das Problem nicht mehr auf. Allerdings ist uns aufgefallen, dass die Beläge generell bereits nach recht kurzen Standzeiten anlaufen und dann wieder eingebremst werden müssen. Sonderlich stark sind die Einsteiger-Bremsen auch nicht, weshalb wir hier langfristig zu einem Tausch raten.
Leider mussten wir beide Sättel der Shimano-Bremsen tauschen, da sie Öl verloren haben
# Leider mussten wir beide Sättel der Shimano-Bremsen tauschen, da sie Öl verloren haben - auch die Bremspower war für ein Vollgas-DH-Bike etwas mager. Hier hat Scott etwas zu sehr gespart.
Das Gambler ist nicht nur sehr anpassbar, das Ganze geht auch noch super einfach und quasi neben dem Trail
# Das Gambler ist nicht nur sehr anpassbar, das Ganze geht auch noch super einfach und quasi neben dem Trail - während unseres Mullet-Tests mussten wir sehr oft das Setting wechseln und hatten damit keine Probleme.

Fazit – Scott Gambler 920

Mit dem Scott Gambler 920 haben die Schweizer ein ebenso schickes wie anpassbares Downhill-Bike im Angebot, das dem eigenen High-End-Modell bei gut der Hälfte des Preises ordentlich Konkurrenz macht. Das Scott Gambler 920 ist so lang, flach und laufruhig wie die meisten modernen DH-Bikes, benötigt jedoch kaum Eingewöhnungszeit und ist extrem leicht und ausgewogen zu fahren.

Pro
  • ausbalancierte Geometrie
  • aktiver Hinterbau
  • benötigt kaum Eingewöhnung
  • extrem anpassbar
Contra
  • Bremsen zu schwach und zu günstig
Selten haben wir uns so schnell so wohl auf einem DH-Bike gefühlt
# Selten haben wir uns so schnell so wohl auf einem DH-Bike gefühlt - auch wenn wir das geringe Gewicht des Tuned-Modells fantastisch finden, könnte unser Traum-Gambler ein Mix aus dem Alu-Rahmen und etwas hochwertigeren Parts sein.

Und was findet ihr schicker: das knallige Scott Gambler Tuned oder das schlichte Gambler 920 mit Raw-Rahmen?


Testablauf

Wir sind das Scott Gambler im Verlauf mehrerer Wochen während des Winters 2019/2020 auf verschiedenen Strecken im deutschen Mittelgebirge gefahren. Dabei musste es auch als Testmule für unseren Mullet-Bike vs. 29″-Vergleichstest herhalten und wurde gründlich in beiden Settings getestet.

Hier haben wir das Scott Gambler 920 getestet

  • Ilmenau Tief im Thüringer Wald befindet sich eine der besten Downhill-Strecken Deutschlands. Mit gut 2 Minuten ist sie nicht sehr lang, dafür aber gespickt mit großen Gaps sowie anspruchsvollen Linien und führt durchweg über sehr gerölligen und ruppigen Untergrund.
  • Heidelberg Direkt am Stadtrand Heidelbergs befindet sich die Trainingsstrecke des örtlichen MTB-Vereins. Diese bietet einen guten Mix aus langsamen, eher engen Passagen und ruppigem Geballer mit dem ein oder anderen Huck to Flat. Nach unten hin wird der Boden immer gröber und gerölliger, was dem DH-Fahrwerk einiges an Arbeit aufbrummt. Wer hier fahren möchte, muss allerdings ein Tagesticket lösen – alle Infos gibt es auf der Website des HD-Freeride e. V.
Testerprofil ausklappen
Tester-Profil: Gregor Sinn
60 cm76 kg85,5 cm61 cm183 cm
Gregor fährt gerne Fahrräder jeglicher Kategorie, von Mountainbike bis Rennrad. Am liebsten ist er jedoch auf Downhill- und Enduro-Bikes unterwegs – gerne auch unter Zeitdruck im Renneinsatz.
Fahrstil
verspielt
Ich fahre hauptsächlich
Downhill, Enduro
Vorlieben beim Fahrwerk
unauffällig, eher progressiv, wenig Druckstufe
Vorlieben bei der Geometrie
ausgewogen, nicht zu lang, Lenkwinkel nicht zu flach

  1. benutzerbild

    judy-schreiber

    dabei seit 04/2018

    Des Radl is ein reines Racebike und für 99% der normalen Wochendbikeparkkrieger totaler Overkill.
    Radstand und Reach ewig lang, hat auf der Parkplatzrunde angefühlt wie ein Autobus.
    Für Racer ja, fürs Bikeparkshredden na....never ever.

    Nebenbei sag i immer wieder wer weis wie lang der Carbonrahmen hält, einen DH Rahmen mit 2.6kg hätten andere Hersteller vorher schon längst machen können, nur gmacht hats keiner.
  2. benutzerbild

    KolRobMech

    dabei seit 03/2020

    Für ein Bike dass nicht vom Direkt Versender kommt, ist der Preis voll OK. Bin seit 2014 als Mechaniker in die
  3. benutzerbild

    Downhillsocke

    dabei seit 07/2002

    judy-schreiber schrieb:

    Des Radl is ein reines Racebike und für 99% der normalen Wochendbikeparkkrieger totaler Overkill.
    Radstand und Reach ewig lang, hat auf der Parkplatzrunde angefühlt wie ein Autobus.
    Für Racer ja, fürs Bikeparkshredden na....never ever.


    Was für ein Rad fährst du momentan? Ein Reach von 460 mm bei Größe L ist heute bei nahezu allen DH Bikes in 27,5 und 29 Standard. Da hat das Scott iim Vergleich zum Tues 29 oder zum neuen Dissent sogar noch eher kurze Kettenstreben, was der Wendigkeit zu gute kommen sollte. Selbst "klassiche" Freerider wie ein Canyon Torque (460 mm) oder ein Propain Spinddrift (465 mm) jeweils in Größe L haben den gleichen Reach. Also was willst du sagen?

    judy-schreiber schrieb:

    Nebenbei sag i immer wieder wer weis wie lang der Carbonrahmen hält, einen DH Rahmen mit 2.6kg hätten andere Hersteller vorher schon längst machen können, nur gmacht hats keiner.


    Hier geht's um den Alurahmen.
  4. benutzerbild

    Premium_Biker

    dabei seit 03/2002

    judy-schreiber schrieb:

    Des Radl is ein reines Racebike und für 99% der normalen Wochendbikeparkkrieger totaler Overkill.
    Radstand und Reach ewig lang, hat auf der Parkplatzrunde angefühlt wie ein Autobus.
    Für Racer ja, fürs Bikeparkshredden na....never ever.

    Nebenbei sag i immer wieder wer weis wie lang der Carbonrahmen hält, einen DH Rahmen mit 2.6kg hätten andere Hersteller vorher schon längst machen können, nur gmacht hats keiner.


    Das Rad macht im Bikepark durchaus ziemlich viel Spaß!

    und ganz nebenbei bemerkt kannst ja mal gucken was Santa Cruz beim V10 vor 5 Jahren schon für Gewichte bei ihren Rahmen angegeben haben
  5. benutzerbild

    ders

    dabei seit 06/2014

    Nachteil: Bremsen sind zu günstig.
    @Shimano, Bitte einmal Trickstuff Preise einführen, sonst wird das nichts mehr mit dem Podiumsplatz bei der MTB-News Produktbewertung.

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